 | Moderatorin | | Registriert seit: 24.10.2010
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Geschrieben am
15.02.2019, 17:57
| | | | Neues von der StiKo (Impfungen Kaninchen) 16|Impfleitlinie Kleintiere |StIKo Vet am FLI |Stand1.02.2019D.Impfempfehlung KaninchenCore-Komponenten gegen Myxomatosevirus und Rabbit-Haemorrhagic-Disease-Virus (RHD)GrundimmunisierungIm Alter von 4 –6 LebenswochenMyxomatose, RHD3 Wochen späterMyxomatose, RHDHinweis zur Verwendung des rekombinanten Myxomatose-Impfstoffes:Bei Verwendung des gentechnisch veränderten Kombinationsimpfstoffes erfolgt eine einmalige Impfung frühestens ab einem Alter von 5 Lebenswochen. Bei Kaninchen, die bereits mit einem anderen Myxomatose-Impfstoff geimpft wurden oder eine natürliche Myxomatose-Feldinfektion durchlebt haben, entwickelt sich aufgrund vorhandener Antikörper und daraus resultierender Neutralisation des Impfstoffes möglicherweise keine ausreichende Immunantwort gegen RHD. Der genetisch veränderte Kombinationsimpfstoff schützt nichtvor der neuen Variante des RHD-Virus. Hinweis zum Schutz vor RHDV-2:Zur Reduzierung der Mortalität verursacht durch die neue RHDV-2-Variante sind derzeit zwei inaktivierte Impfstoffe zugelassen. Eravac, ein monovalenter Impfstoff, kann ab einem Alter von 30 Tagen angewendet werden. In welchem Maß dieser Impfstoff gegen die klassischen RHDV-Stämme schützt, ist nicht untersucht. Die Schutzwirkung ist für9 Monate nachgewiesen. Ein weiterer Impfstoff, Filavac VHD K C+V, enthält sowohl eine klassische RHDV-alsauch eine RHDV-2-Komponente. Dieser Impfstoff ist zur Anwendung ab einem Alter von 10 Wochen zugelassen. Er vermittelt einen über 12 Monate andauernden Schutz. Mit den klassischen, monovalenten Impfstoffen Cunivak RHD und RIKA-VACC RHD lässt sich nach wiederholter Immunisierunglediglich ein Teilschutz gegen RHDV-2 erzielen. Diese Impfstoffe sollten daher zum Schutz vor RHDV-2 keine Anwendung mehr finden.Es ist zu beachten, dass die neuen RHDV-2-Stämme im Gegensatz zu den klassischen Stämmen auch bei Jungtieren eine hohe Mortalität verursachen. Um das Zeitfenster eines ungenügenden Schutzes so kurz wie möglich zu halten, sollten die Jungtiere so früh wie möglich, d.h. im Alter von vier Wochen das erste Mal und drei Wochen später das zweite Mal immunisiert werden.In einem höheren Alter vorgestellte Tiereerhalten ihre Impfungen gemäß Gebrauchsinformation.WiederholungsimpfungenMyxomatose: alle 6 Monate (in Endemiegebieten ggf. alle 4 Monate)RHD: alle 12 Monate (Häsinnen in intensiver Zuchtnutzung sollten in kürzeren Intervallen –alle 6 Monate –geimpft werden)Ausnahme:Bei Verwendung des gentechnisch veränderten Kombinationsimpfstoffes erfolgen Wiederholungsimpfungen in 12-monatigem Abstand. Bei einer früheren Wiederholungsimpfung sowie bei Kaninchen, die bereits mit einem anderen Myxomatose-Impfstoff geimpft wurden odereine natürliche Myxomatose-Feldinfektion durchlebt haben, entwickelt sich aufgrund vorhandener Antikörper und daraus resultierender Neutralisation des Impfstoffes möglicherweise keine ausreichende Immunantwort gegen RHD. Für den monovalenten RHDV-2-Impfstoff, Eravac,wird ein Wiederholungsintervall von 9 Monaten angegeben.Impfleitlinie Kleintiere |StIKo Vet am FLI |Stand1.02.2019 |17Non-Core-Komponenten gegenBordetellabronchiseptica, Pasteurellamultocida und Clostridium perfringensBordetella bronchiseptica / Pasteurella multocidaDie Impfung wird v.a. als Bestandsimpfung in Kaninchenzuchten empfohlen:Zurzeit ist in Deutschland ausschließlich ein inaktivierter B.bronchiseptica-und P.multocida-Kombinationsimpfstoff erhältlich, der subkutan verabreicht wird (enthält P.multocida-Serovar A, P.multocida-Serovar-D-Toxoid und B.bronchiseptica).Durch regelmäßige Wiederholungsimpfungen soll in Verbindung mit geeigneten veterinärhygienischen Maßnahmen eine Reduktion des Infektionsdrucks im Bestand erzielt werdenGrundimmunisierung:2 x im Abstand von 14 Tagenab der 4. LebenswocheWiederholungsimpfung:alle 6 Monate; bei intensiv zur Zucht genutzten Häsinnen mindestens vor jeder zweiten TrächtigkeitClostridiose —Kaninchen-Dysenterie-KomplexGerade in Mast-und intensiven Zuchtbetrieben kommt es zu teils epizootisch verlaufenden Durchfallerkrankungen, die v.a. bei Jungtieren mit einer bis zu 90%-igen Mortalität einhergehen kann. Für das Krankheitsbild werden neben verschiedenen Subtypen von Escherichia coliv.a. Toxin-bildende Clostridien (in erster Linie Cl. perfringensToxovar A und E) verantwortlich gemacht. Durch die Nahrungsumstellung und die Stresssituation kurz nach dem Absetzen kann es zur massenhaften Vermehrung der Bakterien im Dickdarm kommen. Diese bzw. deren Sporen werden mit dem Kot betroffener Tiere ausgeschieden und können in Gruppenhaltung schnell den gesamten Bestand erfassen. Neben einem guten Hygiene-und Futtermanagement kann die Impfung gegen Toxine von Cl. perfringensdazu beitragen, die Krankheitslast zu reduzieren. Zurzeit ist in Deutschland ein Toxoid-Impfstoff zugelassen, der Cl. perfringens Typ A Toxoide(alpha und beta2 Toxoid) enthält.Der Impfstoff kann entweder als Muttertierimpfstoff zum passiven Schutz der Jungtiere über maternale Antikörper eingesetzt oder zur aktiven Immunisierung der Zucht-und Jungtiere verwendet werden.Grundimmunisierungder Häsinnen:1. Immunisierung ca. 1 Woche vor der Belegung; 2. Immunisierung 2 Wochen vor der errechneten GeburtWiederholungsimpfung von grundimmunisierten Häsinnen: eine Immunisierungvor der nächsten ZuchtsaisonGrundimmunisierungder Jungtiere und Rammler:2 x im Abstand von 3 Wochenab der 3. LebenswocheWiederholungsimpfung:jährlich |