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| So, jetzt komme ich endlich mal zum Showbericht. Als erstes und wichtigstes: Den vier Jungs geht es gut. Sie haben die zwei Tage überstanden ohne sich groß aufzuregen - auch als die fürchterlich grässliche Livemusik eingesetzt hat. Ein paar andere Kaninchen sind in dem Moment die wild in ihren kleinen Käfigen rumgesprungen. ![]() Die Reihen sehen krumm und schief aus, das liegt am unebenen Boden. Besser haben wir es nicht hingekriegt. Wenigstens haben die Käfige nach etwas Basteln dann nicht mehr gewackelt. Die Marburger Fehkaninchen neben meinen Jamora haben recht neidisch auf das Frischgrün geguckt und einer hat empört am Gitter gerüttelt, als ich gefüttert habe ^^ Aber fremde Kaninchen füttern geht nicht, das macht man nicht. Leider, denn am zweiten Tag waren etliche Tiere ohne Futter. Die Züchter kamen von weiter weg, haben die Tiere eingeliefert, ohne weiteres Futter zu hinterlassen außer dem, was sie sofort in die Käfige getan haben, oder wenigstens Ansagen, was sie fressen dürfen. Jeder war für seine eigenen Tiere zuständig, daher hatte jeder auch nur genug für seine eigenen Tiere dabei. Es war kein Heu übrig, das man denen hätte geben können, und Grünes hat sich keiner getraut zu geben. Man wusste nicht, ob sie es kennen. Wir wissen ja alle, was passiert wenn Kaninchen Grünes kriegen, ohne es zu kennen... Der Preisrichter hat keine Beanstandungen in Sachen Verletzungen oder durch Verletzungen hervorgerufene weiße Büschel gehabt. Das ist das Argument, das ich am häufigsten höre, warum Gruppenhaltung und Ausstellungen nicht zusammen gehen. ![]() Am Ende hatten sie keine Lust mehr zu posieren. Das Bild hab ich aufgenommen, als es heimwärts ging. Es war auch ziemlich windig, darum ducken sie sich so. Zuhause mussten sie erstmal in Quarantäne, um sicherzugehen, dass wir uns keine Souvenirs mitgebracht haben. ![]() Auch in der kleinen Quarantänebox haben sie sich prima verstanden. Mein kleiner Spinnstand war vielleicht etwas ungünstig positioniert so in der Ecke... ![]() Ich bin später auch der Sonne hinterher weiter vor gerückt, aber viel hat das nicht gebracht. Es haben aber etliche Leute zumindest eine Weile zugeguckt, manche auch ein Gespräch angefangen. Ein paar Kaninchenwiese-Flyer sind mitgenommen worden, auch ein paar Visitenkarten der Spinngruppe und der Langohrschafe. Eine Frau hat ein bisschen treten und Faden einlaufenlassen geübt, denn sie hat sich im Urlaub ein Spinnrad ertrödelt und möchte spinnen lernen. Bin gespannt ob sie zum nächsten Spinntreffen auftaucht. Mein Vereinsvorsitzender hat Interesse bekundet, ein Jamora für seine Tochter zu erwerben. Vielleicht ist das ein guter Rentenplatz für Leonard. Gut versorgt wird er auf jeden Fall, auch wenn der gute Mann kein Partnertier geplant hat... Leonard kennt das, meine Jungtiere nicht. Und vielleicht überlegt er es sich ja auch nochmal... Schaufertigmachen, für mich und auch die Jungs eine Premiere. ![]() Beim Kämmen stellte sich heraus, dass zwei der geplanten Teilnehmer verfilzt sind. Zwei haben ohne Hilfe ihr Fell gewechselt und hatten höchstens in den Leisten, da wo die Hinterbeine Reibung erzeugen, kleine Filznestchen. Aber die anderen beiden waren völlig unvorzeigbar. Alle aus einem Wurf. Da sieht man, dass Züchten immer einen Teil Zufall und Glück beinhaltet. Die beiden, die ohne Kämmen durchhaaren konnten, werden in der Zucht bleiben, die Verfilzten fliegen raus. Wenn sie im Erwachsenenfell pflegeleicht sind, können sie prima Haustiere werden. Bleibt das Fell so anfällig, gebe ich sie nicht ab. Das ist dann die berühmte Selektion, mit der man auf pflegeleichte, nicht filzige Felle hinzüchtet. In einer zielgerichteten Zucht ist eben nicht jedes Nachzuchttier auch geeignet. Das fehlt bei vielen "liebevollen Hobbyzüchtern", die ihre Lieblingstiere oder die flauschigsten oder die mit der subjektiv schönsten Farbe zur Weiterzucht auswählen und objektive Qualitäten wie Fellqualität oder Gesundheit außer Acht lassen. Oder gar immer wieder dieselbe Verpaarung setzen und sämtliche Nachkommen sofort noch im Babyalter abgeben. Das ist Quatsch und keine ordentliche Zucht. Aber ich gerate ins Labern, wie immer...
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