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Das Jamora-Experiment auf Kaninchen Forum

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Kaninchen
 
Registriert seit: 17.12.2012
Beiträge: 7.295
Angora-Angy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 12.02.2017, 20:46

Das Jamora-Experiment


So, jetzt kommt ein Züchterthema. Wer Zucht generell doof findet und ablehnt, sollte nicht weiterlesen. Für alle anderen ist das hier mein kleiner Versuch, Zucht mit artgerechter Haltung zu kombinieren. Mit den Satinangora praktiziere ich das ja bereits recht erfolgreich seit ein paar Jahren. Nun kommt der Schritt in die Vereinszucht.

Da meine neuen Jamora nicht wirklich zu den Langohrschafen gehören, mache ich mal ein neues Thema auf. Außerdem will ich das sozusagen als Logbuch für das Experiment "Kaninchenzucht in Gruppenhaltung und Ausstellungen" verwenden. Denn obwohl mehr und mehr Züchter zu der Ansicht gelangen, dass die Einzelhaltung in Buchten nicht artgerecht ist, bleibt immer noch die Meinung, dass es nunmal nicht anders ginge, wenn man Ausstellungen mit den Tieren betreiten möchte. Ich hatte dazu auf der Bundesrammlerschau Gespräche mit verschiedenen Züchtern, besonders auch mit Usern des RKZ-Forums, die sich dort verabredet und getroffen haben. Wir stimmen insoweit überein, dass man nicht jedes Rassekaninchen aus der Bucht in eine Gruppe stecken kann, und in einer Bucht zusammenpacken geht schon gleich dreimal nicht! Manche Rassen gelten gemeinhin als aggressiv, es wurde halt nie auf Verhalten selektiert. Mir wurde erzählt, dass manche Rassen bereits mit 6 Wochen anfangen, auf die Wurfgeschwister loszugehen. Da wird es wohl nicht nur am vorhandenen Platz liegen, sondern es gibt noch sehr viel Zuchtarbeit zu leisten, um auch diese Rassen gesellschaftsfähig zu machen. Aggressive Tiere, die auch bei Haltung auf genug Platz weiterhin im Wortsinne asozial sind, dürfen nicht weiter zur Zucht genommen werden, sondern es muss darauf geachtet werden, auch den Charakter der Tiere als Auswahlkriterium zu berücksichtigen, nicht nur die Schönheit.

Nunja, fangen wir also vorne an mit der Vorstellung meiner ersten Jamorazuchttiere:

Da wäre zunächst mal Bernadette.


Bernie ist eher zurückhaltend, flitzt lieber in ihre Höhle, wenn es ihr nicht so recht geheuer ist. Sie trägt das Kennzeichen CJ38 348 in den Ohren und wurde am 9.2.17 noch bei der abgebenden Züchterin mit einem dortigen Rammler gedeckt. Drücken wir die Daumen, dass sie auch trächtig geworden ist und die Reise unbeschadet überstanden hat!

Dann gibt es noch Penny


Penny ist etwas robuster im Verhalten, bleibt gemütlich liegen wenn man an den Stall geht, und ließ sich auch schon kraulen. Als es ihr zuviel wurde, bekam ich eine gekonnte Rechts-Links-Kombination mit den Vorderpfoten. Trächtigen Damen sei ein leicht zickiges Verhalten aber zugestanden. Denn Penny wurde am 27.1.17 von Howard gedeckt, ebenfalls noch bei der abgebenden Züchterin. Sie trägt in den Ohren CJ38 163.

Dann kommen die Jungs dran. Howard kommt von der gleichen Züchterin wie die Damen.



Ich konnte ihn bereits mit einem leckeren Kringel bestechen, aber so richtig viel Bock hat er noch nicht auf mich. Sein zweigeteiltes Gesicht ist besonders apart. Sein Kennzeichen lautet C38 366.

Leonard vervollständigt das Ensemble


Er ist noch sehr schüchtern und flitzt im Zweifelsfall lieber schnell in seine Transportbox, die den beiden Herren als Rückzugsraum im Quarantänestall zur Verfügung stehen. Sein Kennzeichen lautet (ups, muss ich nachtragen), er kommt von einem anderen Züchter als die anderen. Er hat auf einer Ausstellung 95 von möglichen 100 Punkten bekommen.

Alle Jamora sind komplett geimpft und müssen daher nicht so lange in Quarantäne bleiben. Notgedrungen sitzen die Jungs im alten, kleinen Stall. Die Damen wohnen feudal im großen, neuen Stall und werden dort auch ihre Jungen zur Welt bringen und aufziehen. Trächtige Häsinnen, deren Charakter ich noch nicht einschätzen kann, werde ich nicht vergesellschaften. Erst wenn die Jungtiere dann selbstständig (und vorschriftsmäßig tätowiert) sind, wage ich das. Der Plan ist, dass der vordere Laufstall bis dahin leergezogen ist und alle Satinangora draußen im Gehege wohnen. Späterhin werde ich vielleicht sogar gemischte Gruppen bauen, Angora und Jamora zusammen. Aber zuerst muss ich die Jamora einschätzen können. Denn ich will ja ausstellen, um einfach nachzuweisen, ob das geht oder nicht. Bisswunden und daraus entstehende weiße Büschel, die zum Punktabzug führen, werden ja als oberstes Argument angeführt für die Einzelhaltung.
Ich habe allerdings auf der Ausstellung eine Züchterin getroffen (die meinen Greg gekauft hat) die ihre Kaninchen komplett in Gruppen hält und "trotzdem" ausstellt. Warum soll das dann bei mir nicht gehen?!



 



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