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Meine Fellnasen Luna und Sam :) auf Kaninchen Forum

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Benutzerbild von Minerva
Kaninchen
 
Registriert seit: 19.10.2013
Beiträge: 42.082
Minerva befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 23.04.2015, 16:00

Zitat:
Zitat von Loveless_ Beitrag anzeigen
Doch noch nicht das letzte Foto, sie hören einfach nicht auf niedlich zu sein

Da kommt das weiße Bäuchlein gut zur Geltung

[url=http://abload.de/image.php?img=dscn9856bsuhi.jpg][/url]


Das mit der Patenschaft finde ich eine schöne Sache!



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Benutzerbild von Loveless_
Kaninchen
 
Registriert seit: 23.09.2014
Beiträge: 3.223
Loveless_ befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 23.04.2015, 16:03

Zitat:
Zitat von Minerva Beitrag anzeigen


Das mit der Patenschaft finde ich eine schöne Sache!
Ich wollte schon ganz lange eine Patenschaft für ein Tier übernehmen und der Erdlingshof ist echt schön organisiert
Aber bei dem Gnadengarten von Lena bin ich auch noch am überlegen
Ich steh ja total auf Minischweinchen, mal gucken was sich da machen lässt



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Kaninchen
 
Registriert seit: 23.09.2014
Beiträge: 3.223
Loveless_ befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 23.04.2015, 16:21

Das hab ich eben fotografiert, ich glaube die Betten kommen seeehr gut an

[url=http://abload.de/image.php?img=dscn9867nmxsw.jpg][/url]



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Kaninchen
 
Registriert seit: 23.09.2014
Beiträge: 3.223
Loveless_ befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 26.04.2015, 12:14

Ratet mal wessen Näschen heute wieder wunder schön aussieht.
Genau!

[url=http://abload.de/image.php?img=dscn9881fmsum.jpg][/url]



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Benutzerbild von Minerva
Kaninchen
 
Registriert seit: 19.10.2013
Beiträge: 42.082
Minerva befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 26.04.2015, 12:57

Super Sam!! Weiter so!!



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Benutzerbild von Loveless_
Kaninchen
 
Registriert seit: 23.09.2014
Beiträge: 3.223
Loveless_ befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 28.04.2015, 20:31

Mir war danach, mal die möglichen Lebensgeschichten von Luna und Sam zu Papier zu bringen, vielleicht hat der Ein oder Andere Lust sich meine Version durch zu lesen

Ist ein wenig lang und düster geworden...aber ich hatte Lust drauf

Hallo,

mein Name ist Luna.
Das erste an das ich mich erinnern kann ist die Wärme meiner Mutter.
Sie leckte mich und meine Geschwister sauber und versuchte uns so gut es ging von dem schmutzigen Stroh in unserem Käfig fern zu halten.
Käfig, das ist eines der ersten Wörter die ich gelernt habe, gleich nach „Mama“ und „Hunger“.
Als ich das erste Mal die Augen öffnete verstand ich die Bedeutung dieses Wortes.
„Käfig“ bedeutet Schmutz, Gitter und wenig Platz.
Mit meinen Geschwistern an meine Mutter gekuschelt verbrachte ich die ersten 8 Wochen meines Lebens in diesem engen „Käfig“.
Einmal am Tag kam ein großer, meine Mama nannte ihn „Mensch“ an unseren Käfig und schüttete eine Hand voll grau-grüner länglicher Dinger in die Schüssel am Ende…oder war es der Anfang? Des Käfigs.
Wir durften nichts davon Fressen, sagte unsere Mutter, das wäre nur etwas für große Kaninchen.
Um ehrlich zu sein war ich darauf auch nicht wirklich scharf, die Milch meiner Mutter war das einzige dass ich brauchte.
Schon bald bekamen wir Fell und meine Mama sagte stolz zu mir, dass ich genauso aussehe wie sie.
Ganz schwarz von Kopf bis Fuß.
Das machte mich stolz, denn meine Mutter war für mich das Größte in unserer kleinen Welt.

Als wir alle größter und munterer wurden kam es öfter zu Zankereien.
Meine Mutter wollte Zeit für sich haben, Ablenkung von den kleinen wuseligen Babys aber sie konnte nicht, denn wir hatten ja nur unseren kleinen schmutzigen Käfig.
Deswegen kniff sie uns oft in den Po und scheuchte uns durch die Gegend, oder eher im Kreis, denn einen ganzen Hüpfer konnte sie kaum machen, so wenig Platz hatten wir.
Doch trotz all den Schwierigkeiten liebten wir unsere Mutter und sie liebte uns auch.

Dann kam der Tag, an dem der Mensch kein Futter in die Schüssel schüttete.
Meine Mutter wurde ganz aufgeregt, stampfte mit der Hinterpfote, knurrte und fiepte.
Wir verstanden gar nicht, was los war bis der Mensch in unseren Käfig griff und meinen Bruder aus dem Käfig hob.

Meine Mutter drückte sich in die hinterste Ecke, immer noch zitternd, stampfend und fiepend.
Sie drückte uns hinter sich, so fest dass wir kaum noch Luft bekamen aber der Mensch schob sie grob bei Seite um uns auch noch aus dem Käfig zu heben.

Meine Mutter schnelle knurrend nach vorne, der Mensch schrie auf, riss seine Hand zurück und fluchte laut.
Sie hatte ihn gebissen, hoch ragte sie jetzt über uns auf, machte sich so groß sie konnte.
Mit angelegten Ohren wartete sie darauf dass der Mensch erneut seine Hand in unseren Käfig stecken würde und das tat er auch.
Allerdings trug er einen Handschuh, drückte meiner Mutter hart den Kopf auf den Boden und zog einen nach dem Anderen von uns aus dem Käfig.
Wir strampelten und riefen nach unserer Mutter aber sie konnte uns nicht helfen, denn die riesen Pranke des Menschen hielt sie fest im Griff.
Das letzte, das ich von ihr sah, waren ihre weit aufgerissenen Augen, mehr weiß als das gutmütige Schwarz das ihre Augen immer ausgefüllt hatte wenn sie uns liebevoll angesehen und geputzt hatte.
Dann wurde es dunkel.

Alles um mich und meine Geschwister herum wackelte, machte merkwürdige Geräusche und die Gerüche machten uns Angst.

Wir rochen noch andere Kaninchen, konnten sie aber nicht sehen.
Als es wieder hell wurde, kam schon wieder eine große Hand in den Karton.
Wir waren alle müde und erschöpft von der langen Reise ohne Futter, ohne Wasser…ohne unsere Mutter!
Doch als ich die Hand sah wusste ich genau was ich zu tun hatte!
Ich stieß nach vorne und versenkte meine Zähne in der Hand des Menschen, ich MUSS meine Geschwister beschützen!
Doch genauso wie meine Mutter war ich gegen die Gewalt der Menschen machtlos.

Eine andere Hand packte mich am Nacken, riss mich hoch und drehte mich auf den Rücken.
„Es ist ein Weibchen!“, sagte er genervt.
Und plumps, wurde ich in einen anderen Karton zu fremden Kaninchen geworfen.

Von da an fing es wieder an zu rumpeln und die Geräusche waren auch nicht viel besser.

Als ich völlig entkräftet, hungrig, durstig mit den anderen Kaninchen endlich an kam, wo auch immer, setzte man uns in einen großen Glaskasten.
Das war zu viel für mich.
So viel Platz, so neue Eindrücke, ganz alleine.

Mir ging es sehr schlecht dort.

Ich vertrug das Essen nicht, denn eigentlich sollte ich noch von meiner Mutter gestillt werden.
Von den, die Menschen nannten es „Tränken“ , an den Wänden bekam ich Halsschmerzen.
Und die Menschen dort nahmen immer wieder Artgenossen aus dem Glaskasten und sie kamen nie wieder.
So fristete ich mein Leben also eine Woche in diesem Glaskasten.
Ich war völlig entkräftet, lag nur noch rum, die anderen Kaninchen traten auf mich, legten sich einfach auf meinen Kopf und scherten sich nicht um mich, denn wir kannten uns ja eigentlich nicht.
Meine Mutter war weg, meine Geschwister geraubt und ich saß hier und wartete darauf, dass man mich auch aus dem Glaskasten heben würde und ich einfach verschwinde.
Ein Leben außerhalb des Glaskastens konnte und wollte ich mir einfach nicht vorstellen.
Noch schlimmer konnte es mir doch nicht ergehen…
Doch.
Konnte es.

An einem Samstag stellte sich wieder ein Mensch vor den Glaskasten.
Ich mag diese Menschen nicht, ihre starrenden Blicke, ihr Geklopfte an die Scheiben.
Sie erinnern mich an den letzten Tag bei meiner Mutter.

Ich ignorierte ihn, legte mich hin und direkt kam einer meiner Artgenossen und legte sich mir auf den Kopf.
Ich strampelte wild und fauchte sie böse an, dass wenn sie das noch mal macht sie bösen Ärger mit mir bekommt.
Der Mensch wirkte auf einmal ganz aufgeregt, lief weg und kam mit einem furchterregend großen Menschen wieder.

Gleich darauf kam eine der Menschenfrauen die uns Futter gab und stieg in den Kasten.
Jetzt würde wieder einer von uns verschwinden.

Ich wollte nicht in Panik ausbrechen, deswegen blieb ich einfach wo ich war.
Doch dann spürte ich das Knistern von Menschenhänden hinter mir.
Ich hatte nicht einmal Zeit mich umzudrehen als ich auch schon gepackt wurde.

Die Frau lies mich Kopf über in einen dünnen Karton fallen.
Ich stieß mir ordentlich den Kopf, doch das schien sie nicht zu kümmern.

Dann rumpelte es wieder.
Ich war starr vor Angst.
Was wartete jetzt auf mich?

Wieder dieses Rumpeln?
Wieder grobe Hände die mich rund herum drehen und wenden?

Vor Schreck entleerte sich meine Blase.

Nach einiger Zeit spürte ich, wie mein Karton auf den Boden gestellt wurde.
Ich hörte ein Rascheln und plötzlich öffnete sich der Karton.
Zarte Hände hoben mich sanft hoch und setzten mich auf fast ebenso weiches Einstreu.
Das erste das ich sah: Gitter.
Ein Käfig schon wieder.
Ich schaute in das Napf: dicke, grau-grüne Dinger.
Ich sah in die Ecke: am Gitter eine Tränke.
Neben mir: ein kleines Holzhaus und eine Heuraufe.
Das war also nun mein Zuhause.

Die Jahre vergingen.
Immer noch war ich alleine in meinem kleinen Käfig.
Den Menschen dem ich jetzt „gehörte“ mochte ich nicht besonders.
Er gab mir zwar leckeres Essen aber davon fühlte ich mich entweder sehr träge oder so energiegeladen, dass ich am liebsten den ganzen Käfig umgeräumt hätte…aber wegen dem Platz ging das ja nicht.

Mein Käfig war wenigstens sauberer als in der „Zoohandlung“ (so nennen die Menschen das also) und bei meiner Mutter aber das Futter stimmte immer noch nicht.
Ab und zu durfte ich auch im Zimmer meines Menschen herumhüpfen und im Sommer war ich immer draußen…außer in der Nacht da saß ich natürlich wieder in einem kleinen Käfig.

Ich war nicht unglücklich…aber glücklich war ich auch nicht.

In der Zoohandlung verstand ich mich zwar mit niemandem so wirklich gut aber die Gesellschaft war doch schöner gewesen als diese Einsamkeit die ich jetzt über mich ergehen lassen musste.

Da konnte mir auch mein Mensch nicht helfen.
Der wollte mich sowieso immer nur streicheln, hoch heben oder kuscheln.
Deswegen habe ich ihm auch ein paar schöne Kratzer am Arm gemacht.
Ganz so hätte es meine Mutter auch getan, denn Menschen wollten uns nichts Gutes, das habe ich ja schon früh zu spüren bekommen.

Dann plötzlich veränderte sich mein Mensch.
Es gab auf einmal keine grau-grünen Dinger mehr, sondern viel Heu und ein wenig Gemüse.
Das mochte ich sehr doch das viele Heu trocknete mich ziemlich aus und durch das kleine Metallröhrchen von meiner Tränke bekam ich einfach nicht genug Wasser.

Dann wurde das Gemüse immer mehr und es gab auch mal ganz besondere Sachen wie Brokkoli (ich LIEBE Brokkoli!)

Ich durfte immer öfter und Länger in der Wohnung toben und rennen.
„Eigentlich ist mein Mensch ja gar nicht so schlecht.“, dachte ich und versuchte mit ihm zu spielen.
Doch er verstand meine Spiele nicht, sprach nicht mit mir sondern gab nur so einen komischen Menschlichen Singsang von sich.
Das hab ich bis heute nicht so ganz verstanden!

Irgendwann durfte ich sogar in der Nacht aus dem Käfig, egal wann!
Aber wirklich glücklich war ich immer noch nicht.

Dann, das war der schrecklichste Tag meines Lebens, wurde ich in eine Transportbox gesteckt und ich wurde richtig durchgeschüttelt!

Als man meine Transportbox auf machte, war ich plötzlich ganz wo anders und ich sah nur die große Aufschrift „Tierheim“.



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Kaninchen
 
Registriert seit: 23.09.2014
Beiträge: 3.223
Loveless_ befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 28.04.2015, 20:33

Hallo,

mein Name ist Sam.
Das erste an das ich mich erinnern kann ist Dunkelheit.

Ich will gar nicht groß über meine Vergangenheit reden, denn ich versuche sie zu vergessen oder eher sie zu verarbeiten.
Ich wurde mit meinen Geschwistern in reinster Dunkelheit geboren, denn unser Zuhause war ein Schrank.
Ich hatte wenig Platz, konnte mich nicht orientieren und meine Geschwister waren so komisch.
Wir waren auch nicht alleine, meine Mutter war nicht das einzige große Kaninchen in unserem Schrank, neben ihr waren noch ihre zwei Schwestern und mein Vater mit dabei.
Sie stritten sich oft, nicht zuletzt um den Platz der ihnen zustand.
Ich wurde oft gebissen, auch als ich noch klein war.
Das sieht man mir bis heute an.
Als ich das erste Mal Licht sah, hatte ich solche Angst, dass ich fast aus dem Schrank gerannt wäre.
Doch der Mensch fluchte nur laut „Wieso sehen alle gleich aus? Ich wollte doch welche mit Punkten!“
„So was kann passieren, ich habe doch gesagt, dass du andere Eltern hättest nehmen sollen“, sagte ein anderer Mensch.
„Das ist jetzt auch zu spät, die anderen Beiden sind auch tragend.“
„Ist das der Rammler? Nehm den sofort raus sonst deckt der die Mutter nach und dann hast du wieder nur einfarbige!“
Knapp drei Wochen später kamen meine Geschwister zur Welt.
Meine Mutter war von der erneuten Geburt so geschwächt, das ich sie schon nach wenigen Tagen verlieren sollte.
Sie konnte ihre Liebe zu uns nie wirklich ausdrücken, dafür war sie einfach zu schwach, zu gestresst und zu labil.
Die Babys überlebten natürlich nicht, denn unser Mensch fand sie zu spät, wer achtet denn schon auf einen geschlossenen Schrank?
Ich weinte um sie und als der Mensch sie plötzlich aus dem Schrank nahm brach für mich eine Welt zusammen.
Jetzt war sie wirklich weg.
Und ich wurde krank.

Meine Nase lief und es fiel mir schwer zu atmen.
Meine Geschwister wurden auch krank, wir niesen abwechselnd und wurden von den beiden Schwestern meiner Mutter gebissen und tyrannisiert…denn ihre Babys brauchten Platz und sie wollten keine kranken Kaninchen in ihrer Nähe.
Aber wo hätten wir denn hin gekonnt?
Der Schrank war klein, stickig und schmutzig.
Das einzig Gute war, das ich durch meine verstopfte Nase nichts mehr riechen konnte.

Eines Tages hörte ich den Menschen schon von weitem fluchend zu uns kommen.
„Die blöden Viecher haben mir den Schrank kaputt gepisst. Wo sollen die alle hin, das geht doch nicht so weiter!“
„Ich kenn da jemanden, der will auch mal Babys, dem könnten wir ein paar Babys aufdrücken.“
„Hast du gesehen dass die alle krank sind? Die will doch keiner!“
„Dann müssen wir nachhelfen.“, der Mann öffnete schwungvoll die Tür und zog mich an den Hinterpfoten aus dem Schrank.
Ich spürte noch wie ich durch die Luft sauste, dann wurde alles schwarz.

„Oh scheiße das lebt noch!“
„Ich kann das nicht, das kann ich einfach nicht!“

Ab diesem Tag fing mein Leben erst an.
Vielleicht musste ich erst Haarscharf dem Tod entgehen um wirklich leben zu dürfen.


Wir wurden in mehreren Kartons vor den Türen eines „Tierheims“ abgestellt.
Ich lag blutend und völlig Teilnahmslos in meiner.
An die Worte die die Frau sprach die uns fand kann ich mich nicht mehr erinnern, alles hörte sich verzerrt und unwirklich an.
Man öffnete meine Box, jemand rief etwas und ich wurde auf einen Tisch gelegt.
Dann schlief ich ein.
Als ich wach wurde streichelte mich ein junger Mensch und dieses Gefühl war einfach unbeschreiblich schön.
Das Menschen wirklich so sanft sein können…das hätte ich nie gedacht!
Schon bald erholte ich mich.
Meine Geschwister sah ich nicht wieder aber wenn die Menschen wirklich so lieb zu ihnen waren wie sie es zu mir sind, geht es ihnen gut.

Man bezeichnete mich als „Chinchi“ denn so hat mich der Mensch genannt, bei dem ich im Schrank leben musste.
Bald schon wurde ich als „Schnupfen“ eingeordnet.
Wahrscheinlich meinten sie damit meine Nasse Nase und das Niesen.
Ich sah ziemlich zerstört aus, durch das wenige Tageslicht hatte ich extremen Vitaminmangel.
Das sah man mir sehr deutlich an meinem Rückenfell an, überall kahle stellen und dünnes, glanzloses Fell.
Es war angenehm endlich Platz für mich zu haben!
Ich konnte mich ausstrecken, hinlegen und hoppeln.
Das war für mich das größte überhaupt.
Ich wollte gar keine anderen Kaninchen mehr bei mir haben…glaube ich…aber im Grunde meines Herzens war ich einsam und alleine.

An einem Samstag vor gut einem halben Jahr durfte ich einmal durch den kleinen Gang rund um die anderen Gehege hoppeln.
Ich stupste die Glaswände zu den anderen Kaninchen an und beobachtete die Meerscheinchen mit ihrer lustigen Körperhaltung.
Ein junges Mädchen, alle nannten sie „die Praktikantin“ kam immer zu mir ins Gehege und streichelte mich.
Ich mochte sie wirklich sehr, sie redete auch immer beruhigend auf mich ein, selbst wenn ich nicht verstand was sie mir sagen wollte wusste ich, dass sie es gut mit mir meint.

An diesem Tag kam eine Menschenfrau in Begleitung eines riesenhaften Menschenmannes in unser Kleintierhaus.
Ich sah sie gleich durch die Tür zu den Gehegen und hoppelte neugierig in ihre Richtung.
Sie standen dort eine Weile, eine Transportbox zu ihren Füßen.
Sie kniete sich hin und redete beruhigend auf die Transportbox ein.
Das fand ich schon etwas merkwürdig aber später sollte ich erfahren, wer da wirklich angesprochen wurde.

Ich wurde wieder in mein Gehege gestupst und bekam dort erst mal eine schöne Streicheleinheit der Praktikantin.

Dann kam eine große Frau zu mir ans Gehege und sagte: „Ich glaube wir haben ein neues Zuhause für Chinchi gefunden. Ich weiß, du hast ihn lieb, jetzt wird es ihm gut gehen, das Mädchen hat ein ganz großes Gehege für ihn und das Weibchen ist wirklich hübsch“
Die Praktikantin nahm mich auf den Arm und drückte ihre Nase in mein Fell: „Mach‘s gut mein Süßer, jetzt hast du endlich eine neue Familie“

Mit diesen Worten, die ich noch nicht wirklich verstand gab sie mich in die Arme der großen Frau.


Für mich ist der 30. August 2014 der Tag gewesen, an dem ich endlich alles richtig gemacht hatte.
Luna musste knapp zwei Jahres ihres Lebens alleine Leben bevor ich meinen Egoismus überwunden und ihr endlich das gegeben habe, was sie wirklich gebraucht hat:
Einen Partner.

Im Tierheim angekommen wurde meine Aufmerksamkeit direkt auf ein kleines, kurzohriges, flachnasiges Kaninchen gelenkt.
Mein erster Gedanke war „Bloß nicht den!“, denn das Kaninchen sah schlimm aus, zerrupftes Fell, gedrungene Körperhaltung und die flache Nase…das war so gar nicht das, was ich an Kaninchen schön fand.

Als wir nach einer kurzen Wartezeit mit der Frau im Kleintierhaus reden konnten schilderte ich erst mal die zukünftige Wohnsituation der Kaninchen.
Ich hatte mit meinen Eltern (mehr oder weniger) besprochen das ein Teil des Flures (knapp 8 Quadratmeter), von drei Wänden geschützt mit Dachfenster, das Zukünftige Zuhause der Kaninchen sein sollte.
Mir wurden noch einige Fragen gestellt die ich, offensichtlich zu der Zufriedenheit der Frau aus dem Tierheim, beantwortete und dann wurde aus Gehegeelementen ein kleines Gehege gebaut.
„Damit wir sehen können ob sie sich verstehen“, sagte sie und kam mit einem Kaninchen in den Armen wieder zurück.
Es war Chinchi, das Kaninchen das ich eigentlich nicht haben wollte, aber wie ich mir vorher schon gesagt hatte: Es geht hier um Luna, nicht um dich. Sie sucht sich ihren Partner aus, nicht du.
Sie setzte erst Chinchi und dann Luna in das Gehege.
Luna schnupperte kurz an Sam und verfiel dann in Regelrechte Panik, sauste durch das Gehege, Chinchi aus Neugier hinter ihr her, und versuchte schlussendlich zu mir aus dem Gehege zu springen.

Das war Lunas und Chinchis erste Begegnung.
Luna, die seit zwei Jahren kein anderes Kaninchen mehr gesehen hatte, war mit der Situation total überfordert.
Chinchi, der es bis jetzt nur gewöhnt war, das andere Kaninchen ihn bissen oder verscheuchten war neugierig warum dieses eine schwarze Kaninchen nicht auf ihn los ging.

Diese beiden von Grund auf verschiedenen Kaninchen, mit so unterschiedlichen Geschichten wie man es sich nur vorstellen kann, fanden an diesem Tag zueinander.
Und verliebten sich zwei Wochen später.



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Benutzerbild von maximus
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maximus befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 28.04.2015, 20:41

Wunderschön geschrieben...ich könnte noch ewig weiter lesen!!!



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Benutzerbild von Loveless_
Kaninchen
 
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Loveless_ befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 28.04.2015, 20:47

Zitat:
Zitat von maximus Beitrag anzeigen
Wunderschön geschrieben...ich könnte noch ewig weiter lesen!!!
Wirklich? Danke!
Ich bin froh das es euch gefällt



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maximus befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 28.04.2015, 21:03

Ach loveless, da geht einem ja das Herz auf...schnief! Sooo schön...und traurig zugleich!!!

Toll wie jetzt Sams Nase aussieht!!! Habe eben das Foto gesehen.Super!



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Benutzerbild von maximus
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maximus befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 28.04.2015, 21:05

Wie grausam doch wir Menschen sind...eigentlich unfassbar!

Man muss sich echt seinesgleichen schämen.



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Benutzerbild von Loveless_
Kaninchen
 
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Loveless_ befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 28.04.2015, 21:09

Zitat:
Zitat von maximus Beitrag anzeigen
Wie grausam doch wir Menschen sind...eigentlich unfassbar!

Man muss sich echt seinesgleichen schämen.
Müssen wir nicht
Selbst wenn wir mal Fehler gemacht haben, und selbst wenn es zum Nachteil von Schwächeren gewesen ist, wir versuchen doch bessere Menschen zu werden



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Minerva befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 28.04.2015, 21:13

Ich werde die Geschichten der beiden morgen lesen. Heute bin ich leider zu müde dazu und ich will sie schon richtig lesen.

Schöne neue Signatur!!



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Loveless_ befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 28.04.2015, 21:16

Ich sollte vielleicht noch mal erwähnen, das ich nicht bei Beiden von Geburt an dabei war.
Die Geschichte ist in Lunas Fall an den Ergebnissen der Recherchen von Tierschutzorganisationen orientiert und Sams Geschichte basiert einzig und alleine auf den Informationen die ich vom Tierheim bekommen habe.
Also:
-Kaninchen lebte mit vielen anderen in einem Schrank
-kommt von Hobbyzüchter
-wurde vermutlich versucht tot zu schlagen

Den Rest habe ich mit möglichen Szenarien ausgeschmückt.
Ich hoffe für meine Beiden das es nicht wirklich so passiert ist



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Loveless_ befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 28.04.2015, 21:17

Zitat:
Zitat von Minerva Beitrag anzeigen
Ich werde die Geschichten der beiden morgen lesen. Heute bin ich leider zu müde dazu und ich will sie schon richtig lesen.

Schöne neue Signatur!!
Danke
Ich hoffe, sie gefällt dir



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Sockenplüsch befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 28.04.2015, 21:21

Sehr berührend geschrieben! Schön, dass ihr Leben nun bei dir stattfinden kann.
Sollte man eigentlich irgendwo anpinnen, der beste Grund ins Tierheim zu gehen!!!!




Benutzerbild von maximus
Kaninchen
 
Registriert seit: 31.10.2014
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maximus befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 28.04.2015, 21:22

Die Signatur ist spitze...ein Bild das ganz viel Liebe ausdrückt!



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Benutzerbild von Loveless_
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Loveless_ befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 28.04.2015, 21:27

Zitat:
Zitat von Sockenplüsch Beitrag anzeigen
Sehr berührend geschrieben! Schön, dass ihr Leben nun bei dir stattfinden kann.
Sollte man eigentlich irgendwo anpinnen, der beste Grund ins Tierheim zu gehen!!!!
Danke
Und ich gebe die Beiden auch nie wieder her

Zitat:
Zitat von maximus Beitrag anzeigen
Die Signatur ist spitze...ein Bild das ganz viel Liebe ausdrückt!
Danke, ist mein momentanes Lieblingsbild von den beiden



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Loveless_ befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 01.05.2015, 19:21

Sam sieht nicht gut aus...


Heute habe ich mir Sam mall wieder genommen und gründlich durchgecheckt.
Das erste, das mir ins Auge gesprungen ist war, passender Weise, sein Auge.
Ich habe vom bloßen Beobachten gar nicht gesehen das das Augenlied dicker wurde und an manchen stellen blutig ist.
Außerdem ist es drum herum sehr rot und gereizt.

[url=http://abload.de/image.php?img=dscn989742se0.jpg][/url]

Die Verletzung am Genitalbereich ist nicht geheilt sondern etwas größer geworden...

[url=http://abload.de/image.php?img=dscn9899iostv.jpg][/url]

Dann habe ich mir das Fell rund um den Genitalbereich angeguckt und es ist immer noch stark schuppig bzw. sieht fast schon so aus als ob das Eier von irgend einem Parasiten wären!
Außerdem ist sie an manchen stellen rot und gereizt.

[url=http://abload.de/image.php?img=dscn99005usq0.jpg][/url]
[url=http://abload.de/image.php?img=dscn9902pxsur.jpg][/url]

Ich weiß nicht ob das nur durch den Stress durch das Hochheben kommt...aber er sabbert wirklich übelst...das Fell am Kinn ist nass und es fühlt sich etwas knubbelig an...ich glaube, der Abszess bildet sich wieder neu...

[url=http://abload.de/image.php?img=dscn99040ksoe.jpg][/url]

Kann mir jemand helfen?
Hat jemand schon mal so Symptome bei seinen Tieren beobachten können?
Können das Milben sein?
Oder doch etwas anderes?
Ist es normal das Fell so lange zum nachwachsen braucht und das die Wundheilung nicht einsetzt?
(ich glaube nicht aber vielleicht hilft mir ja jemand weiter...)

Ich bin gerade echt am Ende...so kurz vor den Prüfungen ist das echt ein Schlag in die Magengegend...



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Olga befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 03.05.2015, 11:34

Oh nein Sam. Mensch wir dachten das alles wieder gut ist.
Leider kann ich dir nicht helfen wünsche Sam aber gute Besserung.



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