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Ich blicke mich nach Namii suchend um. Die Ritter und Helden in meinen Märchen haben immer Waffen, zwar oft verzauberte, aber egal... Ich selbst habe noch einen alten Silberdolch, ein Familienerbstück. Wo steckt die Schmiedin? Ich entdecke sie und gehe fragend auf Namii zu "Was hast du noch für Waffen in deiner Schmiede? Wie viel Silber steht uns noch zur Verfügung? Wie schnell kannst du Verteidigungsmittel herstellen? Wer weiß, was die anderen bei ihrer Suche finden. Wir sollten uns vorbereiten!" |
Ich untersucht mit Loloona und Dangerschaf die Lumpen und schaue sie fragend an. Sagt mal, dass ist nicht die Kleidung der Vorsteherin, oder? Ist es etwa.... Ich mag es nicht aussprechen.. die Kleidung des Werwolfs? Zitternd bricht meine Stimme... Ich meine.... hier gehen nur Menschenspuren weiter... und keine Tatzen... |
Das Treiben um das Haus der Dorfvorsteherin bekomme ich nur halbwegs mit. Ich blättere in meinem Buch. Als ich die Frage von Namii vernehme, zögere ich kurz, antworte dann aber "Hm? Was Stellvertreter? Moment". Ich schlage instinktiv die vierte Seite auf. "Paragraph 5: Sollte der oder die Dorfvorsteher/in aus triftigen Gründen verhindert sein, ist unverzüglich eine Vertretung zu bestimmen, sofern dies nicht aus anderen Regelungen bereits hervorgeht. Zusatz: Im Notfall und ohne vorherige Regelung übernehmen folgende Bürger in absteigender Reihenfolge die Vertretung: Wirt Schmied Köhler" |
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"Wir sollten die Spuren unbedingt sichern!" Als Loloona die Haare auf das Papier legt, nehme ich sie in Augenschein. "Wolf", urteile ich knapp und falte das Papier, um es dann in meiner Tasche zu verstauen. |
Gestern war es spät geworden im Blutmond, meiner Bar hier im Ort. Einige Gäste waren noch bis spät in der Nacht hier gewesen und hatten sich quer durch mein Angebot getrunken. Mein letzter Gast, die Ortsvorsteherin, ermahnte mich dass ich diesmal pünktlich zur Versammlung kommen sollte. (Meistens verschlief ich die) Sie habe uns allen etwas ganz besonders wichtiges zu sagen. Seit einem guten halben Jahr, führte ich nun diese Bar. Ich wollte schon immer hier her. Das Ich ein riesen Fan von mystischen Geschichten, Legenden und übernatürlichen Phänomen war. Das und meine Liebe zu Gin und alten Bars hatte mich her geführt. Ich war mir sicher dass Legenden eben nur Legenden waren. Während ich noch in meine Grübeleien vertieft war, hörte ich von draußen Laute Schreie. Ich zog mich an und lief aus dem Blutmond. Doch was ich sah sollte meine Gedanken über den Wahrheitsgehalt von Legenden erschüttern. |
So langsam wird es mir zu bunt. Jeder rennt nur planlos hin und her, weder von der Dorfvorsteherin noch von einer Versammlung ist auch nur ansatzweise etwas zu sehen, und was eigentlich los ist, versteht man bei dem Stimmenwirrwarr auch nicht... Daher schnappe ich mir den erstbesten, und schreie ihn an: „Sagt mir jetzt endlich mal jemand, was hier los ist? Ich höre irgendein Geplapper von Wölfen? Meine Schafe sind noch draußen auf der Wiese, also wenn es irgendwo Wölfe gibt und noch irgendjemand ein Interesse an Strickwolle und Lammbraten zu Ostern hat, wäre es wirklich gut, man könnte mich mal aufklären!“ |
Ich gehe zu der Menschengruppe am Haus der Vorsteherin. Dort finde ich auch Diabi. "Es geht wieder los" raune ich ihr zu und halte ihr die Flasche hin. Wir beide sind die einzigen Überlebenden des letzten Werwolfangriffs. Wir dachten wir hätten sie alle erledigt. Offensichtlich nicht. Die Rache wird bestimmt übel... Seit dieser Zeit habe ich meine Erinnerungen in Alkohol ertränkt und mit der Pilzzucht mein Geld verdient. |
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Aufmerksame höre ich Blusheep zu. Es gibt also wirklich eine Regelung für diese so unwirkliche Situation. Der Schankwirt... Wo ist Ella_Finn, ist sie schon hier? Wir sollten uns dringend mit allen besprechen und einen Plan machen. Als Sindarina zu uns tritt und nach vorhanden Waffen in meiner Schmiede fragt, antworte ich: "Ich habe noch einige Schwerter, eine Spitzhack, eine Axt und div. Pfeilspitzen aus Eisen und Silber. Einige halbfertige Werkzeuge habe ich auch noch rumliegen. Ich könnte mich auf jeden Fall gleich dran machen und die ebenfalls noch fertigstellen. Ich stellen die Waffen auf jeden Fall gern zur Verfügung. Vorher sollten wir uns wohl noch mit allen beraten und schauen ob die anderen Hinweise auf ein Tier oder schlimmeres gefunden haben." |
„Was meinst du damit, es geht wieder los? Willst du damit etwa sagen, dass es keine richtigen Wölfe sind, sondern WERWÖLFE???“ Entgeistert starre ich Selkie an. Dann nehme ich langsam die Flasche, setze sie an, und trinke sie bis zum letzten Tropfen leer... |
"Dann warten wir also ab und sind gespannt auf die Rückkehr von Loloona, Dangerschaf und Fluse. Vielleicht sollten wir uns im Dorfrund versammeln." Bei dem Wort versammeln läuft mir ein Schauer über den Rücken und ich denke an unsere Dorfvorsteherin. Sie liebte die Versammlungen und kümmerte sich liebevoll, aber bestimmt um jeden von uns. |
Ich gehe mit Dangerschaf und Loloona zurück zum Dorf. Ich höre Diabis Worte und frage mich, ob ich ihr wirklich weiter Schnaps verkaufen sollte. Ich würde ihr gerne helfen und dass ohne Alkohol. |
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oder wir gehen zu mir. Ich habe noch mehr von dem Selbstgebrannten" |
„Wir sollten es uns besser selbst anschauen. Von den Kindern hier hat doch keiner Ahnung, was Werwölfe sind...“ |
Ich würde mich ja lieber aus all dem raushalten, so wie ich es die letzten Jahre meistens gemacht habe. Lieber saß ich in meinem Garten und züchtete Obst, Gemüse, Kräuter und Pilze. Oder ich brenne alkohol zum verkaufen oder naja für den eigenbedarf. Hauptsächlich letzteres... Aber ich folge Diabi dennoch. Wenn es wirklich ein Werwolf war, sollte ich mich nicht raushalten. |
Wir gehen zu Sindarina, Namii und den anderen. "Hier." Ich strecke ihnen das Haarbüschel entgegen. "Die Fußspuren waren eindeutig.. leider.." Besorgt blicke ich Diabi und Selkie nach. Jeder weiß, dass sie seit der Zeit der Wiederbesiedlung hier leben. Sie haben nie viel davon gesprochen. Ich selbst bin erst vor wenigen Jahren hier hergekommen. Eine gewisse Neugier hat mich geleitet, in meiner Familie gibt es Geschichten über dieses Dorf, alte Geschichten, und ich fühle mich seltsam heimisch hier. |
Traurig betrachte ich das Blutbad vor mir. „Ich fürchte, du hast recht. Das sind eindeutig Bissspuren von Werwölfen. Wir werden wohl wieder ein Grab ausheben müssen... holst du unsere Spaten? Ich sammle derweil die Überreste ein... achja, und wenn du noch eine Flasche von deinem Selbstgebrannten hast, nimm sie auch besser mit, einen guten Schluck könnte ich jetzt auch gebrauchen...“ |
Dangerschaf gesellt sich zu uns und zeigt allen ihren Fund. "Fell? Wolfsfell?" ,frage ich, "Werwolfsfell? Was tun wir jetzt?" |
Verunsichert betrachte ich das Büschel Haare... "Vielleicht sollten wir mit Selkie und Diabi reden? Die beiden waren ja leider schon einmal in dieser Situation. Vielleicht können Sie uns leiten und einen Plan mit uns schmieden." |
"Wenn sie gleich noch ansprechbar sind.." sage ich zweifelnd und sehe, wie sie mit Spaten und einer Flasche Richtung Waldrand verschwinden. |
Ich gehe zu meiner Hütte und hole die Spaten. Bestimmt werden die anderen Dorfbewohner uns um Hilfe bitten. Aber wie könnte ich eine Hilfe sein? Die letzten Wölfe haben wir durch eine Hellseherin gefunden und durch das Opfer einer unserer Begleiterinnen ... Außerdem habe ich das alles versucht zu verdrängen ... Ich schnappe mir noch eine Flasche des stärksten Kräuterlikör den ich habe. |
Lasst uns das Grab ausheben und unsere Vorsteherin beerdigen. Danach können wir die Versammlung beginnen und vielleicht können uns Diabi und Selkie mehr von damals berichten. |
Ich folge Diabi, Selkie und Fluse zu dem vom Gras bewachsenen Hügelchen. Nun entsteht dort wieder ein Grab. |
Ich reiche Diabi die Flasche. Ein guter Tropfen. Sehr stark... "Ich will mich nicht erinnern an damals" lalle ich Diabi zu. "Aber die anderen werden dies bestimmt verlangen" |
Obwohl um mich herum alle in Aktionismus verfallen, lese ich weiter in meinem Buch. Ich muss mich dabei etwas krümmen, damit die Regentropfen nicht auf das Pergament fallen. Paragraph 8 Absatz 2: Hmmm.. Laut lese ich vor: "Bei Entdeckung von Bissspuren soll eine medizinisch kundige Person diesen Vorfall in Augenschein nehmen und gegebenenfalls zur Lösung des Problems beitragen." |
„Du musst dich auch nicht erinnern.“ sage ich zu Selkie und reiche ihr die Flasche zurück. „Du musst jetzt erstmal schippen. Sonst kriegen wir das Grab nämlich nie fertig, und wenn ich eins noch von den früheren Zeiten weiß, dann ist es, dass man nachts nicht mehr alleine im Wald sein sollte..“ |
*Keuch, ächtz* Boah, waren die Berge immer schon so steil? Aber hinter den Bergen gibt es immer noch die besten Birken. Dort bekommt man tollen Nektar für meine leckere Birkenlimonade, an der sich jeden Sommer das ganze Dorf erfreut. Völlig außer Atem überquere ich den letzten Hügel und sehe vor mir meine Heimat liegen. Friedlich breitet sich das Dorf vor mir aus, in welchem vor einiger Zeit so ein Unheil passiert ist. Lächelnd, jedoch noch immer außer Atem mache ich mich auf die letzten Meter des Heimweges. In meiner Tasche klimpern fröhlich die gut gefüllten Flaschen mit Nektar vor sich hin. Als ich den Dorfeingang erreicht habe, sehe ich meine Nachbarn ängstlich teils an der Hütte der Vorsteherin zusammenstehen. Ich stelle meine Tasche mit den Flaschen voll Birkennektar ab und geselle mich zu ihnen. Als ich einen Blick in die Hütte der Vorsteherin werfe, gefriert das Lächeln auf meinen Lippen. |
Während Diabi das Grab schaufelt, kommt mir ein Gedicht in den Sinn. Tod auf leisen Sohlen Schleichend kam er des Nachts, der Tod auf leisen Sohlen. Hämisch grinsend, die Klaue schwingend nahm er unsre Vorsteherin mit. Hatte sie es geahnt, ich glaube es nicht. Erst am Morgen als wir sie fanden, sah ich ihn den Tod und all meine Hoffnung schwanden. |
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Etwas wackelig fange ich an etwas schneller zu schaufeln. |
„Verschanzen? In deiner alten Bruchbude? Die fällt ja schon über uns zusammen, wenn ein Werwolf sie nur anschaut! Komm lieber zu mir, ich hole dann noch einen meiner Hütehunde, dann kommt kein Werwolf unbemerkt herein..“ |
"Ok gerne. Ich bringe was zu trinken mit. Die anderen wollen gleich eine Versammlung machen. Wir sollten Sie vorm rausgehen nachts warnen." Das Grab ist ausgehoben. Was für eine armseelige Beerdigung. Wo sind die anderen? "Will noch jemand etwas sagen?" |
„Echt schade um dich. Ich werde dein Gemecker vermissen. Aus deinem Mörder werde ich einen Bettvorleger machen! Reicht das, Selkie? Dann könnten wir wieder zuschippen...“ |
Ich stehe weiterhin, wie angewurzelt auf meinem Platz. Ich lese immer noch laut vor, obwohl mir niemand mehr bewusst zuhört: "Paragraph 15...nee der passt nicht" *räusper* Paragraph 16: Im Falle einer tatsächlichen Bedrohung durch Werwölfe, sind alle Bürger dazu aufgerufen, dennoch in gewohnter Art und Weise ihrer Berufe nachzugehen. Sollte dem irgendetwas entgegenstehen, sind sämtliche Bedenken an den/die Dorfvorsteher/in zu wenden." |
Ich schaue Diabi und Selkie verwirrt an und huste, "Fluse und ich sind auch hier und was haltet ihr von Kaffeeschnaps? Ohne Schnaps" |
Ich schüttel den Kopf. "Seht euch das an, die bekommen nichts mehr mit..." |
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Ich reiche Sindarina meinen Spaten. |
"Werwölfe? Ach was das wahren damals nur Geschichten um den Kindern Angs einzujagen. Ich habe noch nie an dieses Mär geglaubt" die Leute glauben auch echt alles |
"Also eins kann ich euch schonmal zu Werwölfen sagen... Ob man Alkohol getrunken hat oder nicht ist denen egal. Das schreckt die nicht ab... wobei.. vielleicht ja doch. Schließlich haben wir beide überlebt..." |
"ihr habt wohl soviel gesoffen, dass ihr euch die Werwölfe eingebildet habt" die Fantasie hat unter alkoholeinfluss wohl wirklich keine Grenzen |
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