 | Kaninchen | | Registriert seit: 26.10.2012
Beiträge: 3.566
| |
|
Geschrieben am
18.03.2014, 19:02
| | | | Ich habe es gerade erst gelesen und kann das heute immer noch so gut nachfühlen.
Ich bin zwar schon 58 Jahre alt aber ich habe meinen geliebten Papa mit 11,5 Jahren durch einen Autounfall verloren.
Da gerät dein Leben total aus den Fugen und ich vergleiche es immer mit dem Verlust eines Armes/Beines/Auge etc.
Du bist einfach nicht mehr wie vorher. Du kannst lernen, damit umzugehen aber du bist nicht mehr der unbeschwerte Mensch von vorher.
Kannst/konntest du richtig trauern? Oder solltest du "stark" sein? Bei mir damals war es so, dass meine Mutter keine "heulenden Kinder brauchen konnte" und ich musste alles allein mit mir ausmachen. Dazu kam noch, dass ich 3 Monate nur schwarz angezogen sein musste - heute hasse ich diese Farbe und ich habe auch keine schwarzen Klamotten im Schrank.
Ich wurde damals auch ganz schlecht in der Schule, weil ich mich nicht mehr konzentrieren konnte Dann kam 6 Monate später auch noch ein Umzug und Schulwechsel dazu und das Schlimmste war, dass sich meine Schildkröte Susi im Herbst im Garten eingegraben hatte und wir sie nicht mehr fanden.
Da hatte ich dann nicht nur meinen Papa, sondern auch noch meine besten Freunde und meine geliebte Susi verloren, es war eine schreckliche Zeit. Heute im Rückblick kann ich es mir nicht erklären, wie ich das überlebt habe.
Du hast auf jeden Fall das Recht, so zu trauern und alles zu verarbeiten, wie es für dich richtig ist.
Ob du ein Schuljahr verloren hast oder nicht interessiert später wirklich keinen mehr.
Ich habe einen Sohn, der hat durch ADHS während der Grundschulzeit keine normale Schule besuchen können. Dann bekam er Ritalin, schaffte es auf die Realschule und alles wäre super gewesen, wenn er seine Tabletten weitergenommen hätte. So fiel er 2x durch die 9. Klasse und stand ohne Schulabschluss da.
Über etliche Umwege hat er dann erst den Hauptschulabschluss, dann die Abendrealschule und anschließend das Berufskolleg gemeistert und heute studiert er Betriebswirtschaft.
Das hätte damals keiner für möglich gehalten und heute interessiert sein schulischer Werdegang niemand mehr.
Also mach dir wegen der Schule keinen Kopf, das wird schon wieder. Wichtig ist jetzt, dass du psychisch aufgebaut wirst und dann lösen sich die anderen Probleme auch auf.
Ich drück dich und wünsche dir alles Liebe. |