Zitat:
Zitat von Selkie
(Beitrag 706322)
Guten Morgen
leider schaffe ich es nicht all eure Beuträge zu lesen. Dazu schreibt ihr zu viel.
Ich habe heute morgen mal wieder einige artikel zu dem Tweet "Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann 'ne Gedichtsanalyse schreiben. In 4 Sprachen." gelesen. Ich verstehe gar nicht wieso die Presse darum so einen Aufriss macht. Passiert denn sonst nichts in der Welt?
Ich denke auch nicht dass es aufgabe der schule ist Kindern zu erklären wie man Mietverträge unterschreibt oder ein Spiegelei brät. Das wäre eher mal die aufgabe der eltern (wobei ich sogar kochen in der Schule hatte^^, steuern lasse ich mir weiterhn machen).
Allerdings geb ich dem Mädel in einem Punkt recht... man lernt in der Schule zu 99% zeug welches man nie braucht. Das war selbst in meinem Studium nicht wirklich besser.
So und nun muss ich arbeiten. Schönen tag euch allen |
Ich gebe dir im Grunde recht, denke aber nicht, dass man das Zeug, das man in der Schule lernt, nie braucht. Ein solides Allgemeinwissen in vielen Gebieten macht ein das Leben schon deutlich leichter. Gerade um Sprachen führt in jedem Job heutzutage kein Weg herum. Ich bin mittlerweile sehr vorsichtig mit dem Spruch "das brauch ich doch eh nie wieder" geworden... wer weiß, was das Leben und zukünftige Jobs noch alles bringen.
Ich bin bekannterweise in den letzten Zügen meines Ägyptologiestudiums und arbeite nebenher in einem Ägyptischen Museum. Eigentlich eine Karriere, in der man erwarten würde, dass man auf viele Dinge
nicht stößt. Sehe ich häufiger bei Erstsemestern... die rechnen größtenteils schon damit, dass sie ihr Geschichtswissen und alte Sprachen (Latein und Altgriechisch), vernünftiges Deutsch, sowie Englisch brauchen werden...
... bis dann Literatur mal ausschließlich auf Französisch, Spanisch, Italienisch, Dänisch oder Russisch ist. Oder Arabisch - kommt super. Und es nimmt unter Garantie kein Dozent Rücksicht darauf, dass man eine der Sprachen nicht kann.
... bis man dann in seinem Nebenjob mal Rechnungen auf Englisch oder Französisch schreiben muss und heilfroh um das damals todlangweilige Thema in der Schule ist
... bis man dann -wie ich gerade- in seiner Masterarbeit geochemische Untersuchungen von Gesteinen durchführen und verstehen muss - ich war noch nie so froh, in Chemie und Physik nicht gepennt zu haben
... bis man dann bei den Analysen von Gräbern plötzlich wieder Statistik, Wahrscheinlichkeitsrechnung und das alles braucht
... bis dann bei soziologischen Fragestellungen und der Analyse von Gesetzen und Regierungsystemen wieder Politikwissenschaften/Sozialkunde nützlich werden...
...und so weiter...
^^ich kann mir vorstellen, dass es in den meisten anderen Jobs genauso ist