Allen Unfall- und Krankheitsgeplagten gute Besserung!
Zitat:
Zitat von Hasenkaninchen
(Beitrag 778763)
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Das Grauen mit meinem Mann ist jenseits meines nicht gerade kleinen Wortschatzes. Einfach unfaßbar. Mal sehen, wie sich die Trauer entwickelt. Bei einem so nahen Verlust soll es durchschnittlich Jahre dauern, bis es leichter wird. Mal sehen. |
Auch von mir erst mal herzliches Beileid. Es ist nicht wirklich zu vergleichen, aber ich habe mit 19 meinen Vater verloren durch eine Lungenerkrankung. Ein klein wenig kann ich also nachvollziehen wie es dir geht - vor allem auch die Reaktionen der Umwelt. Diese Sprachlosigkeit ist Hilflosigkeit. Dabei wäre es so einfach, zu sagen: tut mir leid, das ist echt hart. Aber die Leute meinen sie müssten eigentlich jetzt irgendwas ganz doll tröstendes sagen, wissen nicht was - und sagen dann lieber gar nichts, frei nach dem Motto: wenn ich nichts mache, kann ich auch nichts falsch machen.
Schlimm war für mich der Moment als ich das erste Mal wieder gelacht habe und mich dafür irgendwie schuldig gefühlt habe. Es hat ein paar Tage gedauert bis ich begriffen hatte dass ich nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht habe mein Leben weiterzuleben. Von da an ging es voran, natürlich immer wieder mit Rückschlägen - aber es ging tatsächlich voran.
Zitat:
Zitat von blusheep
(Beitrag 779021)
Das stößt mir auch oft sauer auf. Wenn man selbst (noch) kein (eigenes) Kind hat, hat man ja eh keine Ahnung. Selbst teilweise hier im Forum. |
Es kommt immer darauf an, um welchen Sachverhalt es sich handelt.
Es gibt tatsächlich Dinge, die kann man sich nicht wirklich vorstellen wenn man nicht selbst für ein Kind 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche und 52 Wochen pro Jahr verantwortlich war. Ob es das leibliche Kind ist, ist in dem Zusammenhang völlig egal, es kommt auf das tatsächliche Erleben an, sowohl was die Belastung als auch was die Freude betrifft. Man "weiß" es vom Kopf her, das passende Gefühl dazu hat aber längst nicht die Ausprägung die es hätte, wenn man eine solche Situation schon erlebt hätte.
Man muss schon wirklich unterscheiden zwischen "Kopfwissen" (das kann jeder haben und da kann und darf und sollte auch jeder mitreden!) und "Bauchwissen" (die Erfahrungen, die sich nur unzureichend in Worte fassen lassen, die bei jedem etwas anders sind, und die man eben mit der Vernunft nicht nachvollziehen kann). Manche Eltern haben leider beides nicht...
Übrigens sprechen auch Eltern untereinander sich oft die Fähigkeit zum mitreden ab. Man ist immer wieder Angriffen ausgesetzt, zum Beispiel wenn man sich entschlossen hat nur ein Kind zu haben. Das war bei uns der Fall, und die Beschimpfungen waren teils echt heftig. Rabenmutter und Vollblutegoistin waren da noch unter den freundlicheren Bemerkungen. Dazu kamen die ständigen Fragen: "Na, wann kommt denn das zweite?" Ich habe einige Leute damit mundtot gemacht indem ich gesagt habe: "Nein, ich bin nicht schwanger. Ich bin bloß fett."
Kinder sind echt ein heißes Thema. Und es gibt enorm viele die meinen, sie hätten das ultimative Patentrezept entdeckt und alle anderen müssten es übernehmen. Und übersehen dabei, dass Kinder Individuen sind und nicht alles, was für Kind X richtig ist, auch für Kind Y passen muss. Da hilft nur eins: ein dickes Fell :cool: