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Eine Geschichte auf Kaninchen Forum

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  • 1 Post By Jana1999
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Benutzerbild von Jana1999
Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 14.04.2013
Beiträge: 382
Jana1999 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 08.06.2013, 22:59

Eine Geschichte


Hi Leute ich hab eine kleine Geschichte die aber nicht von mir selber geschrieben ist aber ihr könnt sie ja trotzdem lesen

Hallo, mein Name ist Hopsi! Ja, ich weiß, das ist ein blöder Name, aber ich habe ihn mir nicht ausgesucht. Ich erzähle euch ein wenig über meine Person, ja?

Ich wurde vor einer ganzen Weile auf einer sogenannten Farm geboren. Ich hatte sechs Geschwister und eine Mutti, die immer sehr müde war. Unsere Mutti war sehr, sehr lieb. Sie hat alles versucht was sie konnte, um uns eine schöne Kindheit zu ermöglichen. Unser Zuhause war sehr eng und zum Spielen war nie genug Platz da.

Schnell wuchsen wir heran und als wir unsere erste Möhre alleine fressen konnten, kam ein dicker Mensch, der ganz schlimm nach Rauch roch, an unsere Box, öffnete sie und nahm unsere Mutti an den Ohren raus. Wir hörten wie er sagte: „Na, die hat ihren Dienst getan, da kommt nichts Gutes mehr bei raus!“ Dann hörten wir nur noch den fürchterlichen Schrei unserer Mutti, der bis tief in unser Herz schmerzte und den wir nie vergessen werden. An diesem Tag saßen wir alle sieben eng zusammen in einer Ecke und warteten auf sie. Einige Tage später wussten wir mit Sicherheit, dass sie nie wieder zurück kommen würde.

Oft sahen wir, wie Artgenossen in kleinen Kisten angeliefert wurden. Die Zweibeiner unterhielten sich, warum sie zurück kamen, warum sie niemand haben wollte, ob es wohl daran lag, dass die Farbe nicht stimmt oder die Größe…? Auch von diesen Freunden sahen wir nie wieder etwas. Es dauerte nicht lange, bis dieser übelriechende Mann wieder kam, uns alle an den Ohren nahm und in eine Kiste zu anderen unserer Art steckte. Oh mein Gott, was hatten wir für eine Angst! Es war so dunkel, so kalt und so eng. Viele neue Artgenossen waren mit uns in der Kiste. Was sollte nur aus uns werden? Wieder hatten wir die Bilder vor Augen, wenn Tiere wie wir aus solchen Kisten an den Ohren heraus geholt wurden, wenn sich die Menschen darüber unterhielten, warum und weshalb, und wenn dann kurze Zeit später ein süßlicher Geruch durch die Zuchtanlage zog, wenn wir die Schreie hörten und wenn es dann ganz ruhig wurde. Wird es uns genauso ergehen, wenn sich der Deckel der Kiste öffnet?

Und schon war es wieder soweit. Der Deckel öffnete sich, wir machten uns so klein es nur ging, unsere Augen waren weit aufgerissen. So weit, dass man das Weiße in den Augen sehen konnte. Solche Angst hatten wir. Manche der Kleineren schrien nach ihrer Mama, die sie schon lange nicht mehr hören konnte. Wir wurden in kleine Boxen gesetzt und wer Glück hatte, saß zusammen mit einem seiner Geschwisterchen. Dann wurde es stockdunkel - aber wir lebten noch. Am nächsten Tag kam ein Mann im weißen Kittel. Er schaute einen nach dem anderen genau an und die meisten wurden dann nach draußen in ein Schaugehege gesetzt.

Da wohnten schon einige von uns, allerdings waren die schon etwas älter als wir und wir mussten ganz schön Prügel einstecken. Hier fand ich auch meine Geschwister wieder. Mensch, war ich froh, die kleinen Nervensägen wieder um mich zu haben! Ein klein wenig Vertrautheit in einem fremden Zuhause. So vergingen die Tage und Wochen. Immer mal wieder wurde einer von uns raus genommen, verschwand für immer, oder kam kurze Zeit später wieder zurück. Nie habe ich raus finden können woran es lag, ob einer verschwand oder wieder kam. Mir fiel nur auf, dass immer die Kleinsten, kaum dass sie angekommen waren, wieder weg waren.

Auch meine Geschwister verschwanden einer nach dem anderen. Nach einer Weile war meine ganze Familie weg, einfach so… Zum Glück hatte ich dort viele Freunde gefunden und somit war es nicht zu schlimm. Ich war wenigstens nie alleine. So vergingen viele Tage. Es gab da Menschen die nicht schlecht rochen und die sehr nett waren. Sie machten bei uns sauber und gaben uns unser Fressen. Eine war besonders nett. Sie kraulte mich immer hinter den Ohren und erzählte mir viele Geschichten. Sie sagte immer: „Mensch Kleiner, warum nur mag dich denn niemand mitnehmen, du wirst immer größer und schon bald wirst du zurück müssen!“ Ich verstand nicht, was sie mir damit sagen wollte, ich hörte nur die Sorgen aus ihrer Stimme und das machte mir Angst.

Wieder kam die Zeit wo Leute kamen mit Kisten um die Rückläufer abzuholen. Da die netten Menschen immer sehr traurig waren, wenn diese Leute kamen, wusste ich, dass es nichts Gutes zu bedeuten hatte und ich hatte große Angst. Die Dame kam angerannt, schnappte mich, brachte mich ins Lager und steckte mich dort in einen Karton. Ich wusste gar nicht wie mir geschah. Was war denn nur los? Die mir vertraute Stimme sagte immer: „Sei nur still! Bitte mach jetzt nur kein Geräusch!“ Ich weiß nicht was es war, aber ich versuchte sogar die Luft anzuhalten, so dass mich ja keiner hören möge. Nach einer Weile kam sie, holte mich ab und brachte mich wieder in der hellen Raum zurück. Allerdings waren die meisten meiner Freunde nicht mehr da. Die Stimme klang traurig als sie sagte, „wie lange ich dich noch verstecken kann, weiß ich nicht. Ich wünschte, ich könnte dich behalten.“ Dann nahm sie mich auf den Arm und drückte mich an ihre Brust. Etwas Nasses tropfte auf meine Nase. Als ich es abschleckte, schmeckte es salzig und ihre Stimme war ganz anders als sonst. So vergingen die Monate, aber keiner kam und holte mich.

Dann geschah etwas ganz Furchtbares. Diese Menschen mit den Kisten kamen wieder und mein rettender Engel war nicht da! Als sie mich entdeckten sagte einer: „Wie konnte der sich denn solange verstecken, der ist ja schon riesig. Der muss sofort weg! Der nimmt den anderen ja den ganzen Platz weg.“ So landete ich mit einigen anderen zusammen in dieser engen und stickigen Kiste. Ich hatte so große Angst und hoffte, dass mein Engel vielleicht doch noch kommen würde - aber nichts geschah.

Als sich die Kiste öffnete, griffen riesige Hände nach mir und packten mich im Genick, drehen mich um und man sagte: „Hier habe ich einen alten Rammler. Was meinst du, können wir den zur Zucht verwenden oder ist das Ausschuss?“ Man hielt mich in die Höhe und ein anderer meinte: „Nee, der sieht scheiße aus! So was will keiner!“ Und so kam ich in eine Box, gerade einmal so groß, dass ich mich setzen konnte. Ich konnte mich nicht mal hin legen und der Boden war aus Gittern, was mir nach einer Weile an den Füßen sehr weh tat. Ich und alt? Ich war gerade einmal ein Jahr alt und dass ich hässlich bin kann ich gar nicht glauben, aber die Leute müssen es ja wissen. So vergingen wieder Wochen. Meine Füße wurden langsam wund und meine Muskeln schmerzten durch diese beengte Haltung.

Wenn ich aus meiner Box sah, konnte ich meine Artgenossen mir gegenüber sehen. Boxen über Boxen die ganzen Wände lang. In der Mitte des Raumes stand ein großer Tisch und an einer Wand waren jede Menge Hacken angebracht. Die Wände in diesem riesigen Raum waren alle mit hellblauen Fliesen gekachelt. Hier gab es nicht viel Abwechslung. Die Tür ging auf und ein junges Mädel verteilte Trockenfutter und füllte unsere Flaschen auf. Danach ging das Licht wieder aus. Das Fressen war gerade genug, um nicht zu verhungern, aber das Mädel hatte immer ein paar Minuten Zeit, um ein paar liebe Worte zu verteilen. Sie hat auch immer ein paar Boxentüren geöffnet, um uns zu streicheln und dann erzählte sie Geschichten. Wenn sie Platz und Geld hätte, würde sie uns so gerne mitnehmen. Immer wenn sie mit uns sprach, rollten Tränen über ihr hübsches Gesicht. Ich leckte diese Tränen immer ab. Das fand sie besonders lieb. Danach wurde es immer wieder dunkel.

Viele von uns starben. Ihre Körper wurden aus den Boxen genommen man hängte sie kopfüber an die Haken, zog ihnen das Fell ab und wenn sie da so nackt hingen, sahen sie alle gleich aus. Dann machte es keinen Unterschied mehr, ob sie nun weiß oder braun waren. Am Ende sind wir alle gleich. Die Farbe muss für die Menschen scheinbar sehr wichtig sein, denn die meisten hier im Raum waren schwarz oder weiß. Das sind wohl die Farben, die die Menschen nicht mögen.

Ich wusste gar nicht mehr, wie lange ich hier schon saß. Meine Sehkraft wurde immer weniger da wir nie Licht hatten. Plötzlich ging die Tür auf, obwohl wir schon gefüttert waren. Drei Männer kamen. Sie hatten weiße Schürzen an. Einer sagte: „Auf Jungs, an die Arbeit! Wir haben eine Menge vor.“ Eine Box nach der anderen wurde geöffnet meine Freunde wurden raus genommen und dann ging es ganz schnell - ein kurzer Schrei und alles war vorbei. Panik brach in den einzelnen Boxen aus, denn jeder wusste, dass es nicht mehr lange dauern würde bis auch wir dran waren.

Nur noch ein paar Boxen dann war ich dran. Aber ich hatte keine Angst, denn für mich würde der Tod eine Erlösung bedeuten. Keine schmerzenden Füße mehr, keine schmerzenden Muskeln mehr, keine Dunkelheit mehr, keine Einsamkeit, … Also wovor sollte ich Angst haben? Es konnte doch nur besser werden. Plötzlich ein Schrei! Aber kein Schrei wie sonst… Ich schaute mich um und sah, wie einer der Männer umhersprang und seine Hand hielt. Das Blut schoss in pulsierenden Stößen aus einer Wunde am Handgelenk heraus. Die Schreie wurden leiser dann brach er zusammen, lag am Boden und es wurde still. Die Tür öffnete sich und ein anderer Mann kam herein. Er sah das viele Blut und rannte wieder weg. Dann ging alles sehr schnell. Viele Menschen rannten umher und es herrschte eine panikartige Aufregung.

Dann war alles vorbei. Es wurde geputzt und nach einer Weile sah alles so aus, als ob nichts gewesen wäre. Nur uns, die dem Tod entgangen waren, hatte man vergessen... Nach ein paar Tagen ohne Futter und Wasser kam jemand rein und sagte: „Na was ist denn das? Euch hat man wohl vergessen!“ Der Mensch ging wieder, es wurde wieder dunkel, doch das war uns egal, alles war uns egal. Kurze Zeit später ging das Licht an und es kamen einige Menschen herein.

Wir wurden schon wieder in Kisten gesetzt und wieder ging es ins Ungewisse. Der Deckel öffnete sich und große Hände nahmen uns am Kragen. Wir wurden gedreht und gewendet, man schaute uns in die Ohren, in den Mund und leuchtete uns in die Augen. Dann gab es noch ein paar Piekser in den Po und etwas ekelig schmeckendes in den Mund. Und schon wieder landeten wir in einer kleinen Box. Das konnte mich nicht mehr schocken. Schon zu lange war es her, dass ich glücklich war. Mir war es egal, was aus mir werden sollte - nur sollte es bitte schnell vorbei sein. Ein paar Tage später wurde ich abgeholt, bekam wieder einen Piekser in den Po und dann wurde es dunkel. „Das war es wohl“, war mein letzter Gedanke.

Als ich die Augen wieder aufmachte, saß ich wieder in meiner Box. Alles war beim Alten. Ich konnte es nicht glauben. „Wann, lieber Gott, wird es denn endlich soweit sein? Warum habe ich das verdient? Warum macht man das mit uns Tieren? Was haben wir getan, dass uns Menschen immer nur zu ihren eigenen Nutzen und aus Egoismus ausbeuten?“ Aber eine Antwort bekam ich nicht. Als ich noch darüber nachdachte, ergriff mich jemand und setzte mich in eine andere Kiste. Dieses Mal war sie aber nicht dunkel und ich konnte raus schauen. Es wackelte ganz fürchterlich und als ich mich umschaute, konnte ich sehen, dass außer meiner Box noch viele mehr in dieser Schaukelkiste standen. Nach Ewigkeiten wurde es ruhig.

Die Kisten wurden ausgeladen und auf den Boden gestellt. „Und nun?“, dachte ich, „Wo bleibt die Hand, die mich an den Ohren oder im Nacken greift? Keine Hand?“ Meine Angst war zu groß. Ich verkrümelte mich in die hinterste Ecke. Plötzlich spürte ich einen warmen Luftzug an meinem Po. „Oh je“, dachte ich „was hat sich der Mensch nun schon wieder Grausames für mich ausgedacht?“ Ich schloss meine Augen und wünschte mich weit weg. Das Warme ging nicht weg, sondern wurde immer wärmer. Es zupfte mich am Fell! „Um Himmels Willen, sie wollen mir das Fell abziehen! Ich muss etwas tun!“, hämmerte es in meinem Kopf. „Also, warum nicht umdrehen und beißen, was habe ich zu verlieren?“ Ich nahm all meinen Mut zusammen, drehte mich um und… Bevor ich zubeißen konnte, schaute ich in warme braune Augen. Ich schaute in die schönsten Augen, die ich jemals gesehen hatte und erstarrte. Dann kam etwas warmes, feuchtes und leckte mir übers Gesicht. Ich vergaß beinahe zu atmen, was war das? Es sah aus wie mein Spiegelbild, es hatte lange Ohren, braune Augen und es roch wie ich. Doch so schnell wie es da war, war es wieder weg.

Die Tür meiner Kiste war noch immer offen. Ich ging ganz vorsichtig an den Rand der Kiste, so dass ich sehen konnte, was da draußen vor sich ging. Es war hell und einige meiner Art saßen oder lagen ganz in meiner Nähe. Schritt für Schritt wagte ich mich aus der Kiste. Gierig atmete ich diese frische Luft tief in meine Lungen ein. Ganz hoch reckte ich mein Näschen, weil ich nicht genug davon bekommen konnte. Vor lauter Aufregung bemerkte ich nicht, dass sich ein anderes Kaninchen näherte. Plötzlich stand es direkt vor mir. Ich machte mich sofort ganz klein, legte meinen Kopf auf den Boden und schloss ganz fest meine Augen in der Hoffnung, dass es schnell vorüber gehen mag.

Etwas warmes, feuchtes streifte immer wieder meine Augen, um dann das gleiche an meinen Ohren fortzusetzen. Vorsichtig öffnete ich ein Auge, um zu sehen, was da vor sich geht. Es war das Kaninchen mit den schönen braunen Augen und das feuchte war ihre Zunge, die mir meine Äugelein und Ohren putzte. Ich muss zugeben, dass es sich wunderbar und vor allem vertraut anfühlte. Ganz langsam fasste ich Vertrauen zu meiner neuen Freundin und zu meiner neuen Umgebung.

Alles war neu und fremd. Ich musste mich erst daran gewöhnen, dass ich nun laufen darf, ohne wunde Füsse zu bekommen, dass es Futter gibt, das gut schmeckt und Hunger nach mehr macht, dass es Artgenossen gibt, die nicht an der Wand hängen, sondern welche, mit denen man spielen und schmusen kann, dass man nicht mehr alleine ist.

Am Abend, als alle schliefen, ging ich zum Ende meines neuen Zuhauses und schaute durch den Zaun auf der anderen Seite. Dort, wo die Zweibeiner leben, stand ein großer Baum mit vielen bunten Kugeln und Lichtern dran, die Lichter blinkten und blitzten in die Nacht. Etwas Besinnliches und Schönes ging von ihm aus. Meine Freundin setzte sich neben mich, schaute zu dem Baum und sagte: „sie nennen es die Zeit, in der sich Wünsche erfüllen und weißt du was? Es ist wahr! Ich habe mir so sehr gewünscht, bald einen Freund für mich ganz alleine zu haben und schon bist du gekommen!“ Wenn sie wüsste, wie sehr ich mir in den letzten Monaten gewünscht hatte, dass mein Leben doch zu Ende gehen möge… Zum Glück ist mir dieser Wunsch mir nicht erfüllt worden.

Ich schaute auf die Spitze des Baumes. Dort saß ein kleiner Zweibeiner mit langem Haar. Ich fragte ihn: „hast du auf mich aufgepasst? Hast du dafür gesorgt, dass ich leben darf? Wenn du Zeit hast, dann finde bitte meine Geschwister und hilf ihnen auch - so wie mir.“ Eine Antwort bekam ich nie, aber ich hatte noch ein wunderschönes Leben an der Seite meiner Freunde und ich durfte lernen, dass nicht alle Zweibeiner uns weh tun wollen.

Noch etwas lernte ich. Dass ich Weihnachten LIEBE und in diesem Sinne wünsche ich euch allen eine schöne Weihnachtszeit und habt immer ein paar Sekunden, um an all diejenigen zu denken, denen es nicht so gut geht wie euch.

Lg Jana



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