 | Kaninchen | | Registriert seit: 09.08.2009
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Geschrieben am
16.04.2014, 09:32
| | | | Ich halte nichts von doppelstöckigen Ställen. Die, die man kaufen kann sind viel zu klein.
Für 2 Kaninchen benötigt ihr 4 qm BODENfläche, die üblichen Ställe haben aber meist maximal eine Größe von 1,20 x 0,60 Metern und damit 0,72 qm - das heißt, sie sind von der Grundfläche her nicht einmal groß genug für EIN Kaninchen, selbst wenn man ausnahmsweise mal beide Etagen zusammenrechnet.
Und bei einer Gehegefläche von 4 qm am Boden (so, wie es sein soll, natürlich ZUZÜGLICH täglichem Auslauf) macht eine zweite Etage keinen Sinn. Da stellt man lieber als Ausguck zwei oder drei Flachdachhäuser hin.
Kaninchen sind Bodenbewohner. Auch wenn sie erhöhte Aussichtsplätze lieben, sind sie doch keine Kletterer. Maßgeblich ist die Fläche, die sie wirklich zum laufen nutzen können.
Ihr habt jetzt den Eindruck, das was ihr euren Langohren an Platz bietet reicht aus. Es ist aber so, dass ihr sie damit zwingt "Couch-Potatoes" zu werden, wenn sie stundenlang in handelsüblichen Käfigen oder Ställen festsitzen. Und das leider mit allen unangenehmen Folgen die man vom Menschen her auch kennt: Abbau von Muskeln, Verfettung, Herzprobleme etc.
Erst wenn eure Kaninchen eine Weile in einem artgerechten Gehege leben, werdet ihr den Unterschied sehen. Wobei 4 qm eigentlich auch schon arg klein sind. Meine hatten 6 qm und ich empfand es noch als zu klein wenn sie mal losgeflitzt sind.
Mein Leo verbrachte sein Leben bei den Vorbesitzern in einem Stall in züchter-üblicher Boxengröße. Insgesamt zwischen 3 und 4 Jahre saß er dort fest. Die Folgen waren erschreckend: Leo war nicht einmal mehr in der Lage, mehr als 3 Sprünge am Stück zu hoppeln. Er war total verfettet, und von Kondition keine Spur. Mal abgesehen von den ernährungsbedingten Gesundheitsproblemen hat ihm der Muskelschwund in der ersten Zeit so massiv zu schaffen gemacht dass ich selbst wenn er sonst gesund gewesen wäre in diesem Zustand keine Vergesellschaftung hätte wagen können. Es hat Wochen gedauert, bis er wieder langsam Muskeln aufgebaut hat.
Doppelstöckige Ställe sind zudem tatsächlich verletzungsgefährlich, besonders wenn es sich um die Gitter-Variante als Innenkäfig handelt. Es hat schon Fälle gegeben, wo Kaninchen mit der Pfote in das Gitter gerutscht sind von der Rampe aus und sich schwerste Verletzungen zuzogen die eine Amputation des Beins notwendig machten. Gleiches gilt übrigens, wenn man die Gitterklappe eines Käfigs nicht abdeckt oder den Käfig oben nicht abdeckt und ein Kaninchen hinaufspringt. Deshalb sollte man nur die Unterschale verwenden, und diese in ein Gehege integrieren (oder statt der Unterschale einige Katzenklos mit Kleintierstreu im Gehege aufstellen).
Du schreibst von Auslauf im Garten. Warum baut ihr nicht ein ausreichend großes (also mindestens 8 qm großes) mardersicheres Außengehege und quartiert die ganze Bande dann als Vierergruppe nach draußen um?
Und es wird jetzt wirklich massiv Zeit für die Kastration - ihr habt schon viel zu viel Zeit verstreichen lassen. Und denkt an die Frühkastration von eventuellen Rammlern aus dem Wurf. |