 | Kaninchen | | Registriert seit: 09.08.2009
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Geschrieben am
29.11.2013, 11:22
| | | | Sarah, Kaninchen sind Tiere mit ausgeprägtem Sozialverhalten. Genau wie du.
Stell dir bitte folgende Situation vor:
Morgen kommt jemand, packt dich und setzt dich in ein Flugzeug nach China. Dort angekommen, wirst du von einer Familie mitgenommen, die kein Wort deutsch spricht. Du bist in einem fremden Land mit fremden Sitten, kannst weder die Schrift lesen noch die Sprache sprechen und niemand spricht deine Sprache. Telefon und Internet funktionieren nicht, und es gibt niemanden - absolut niemanden! - mit dem du sprechen kannst oder schreiben. Alles ist anders als zuhause, und niemand kann dir helfen weil dich keiner versteht. Du weißt sehr genau, dass die Familie die dich mitgenommen hat dich versorgt - und dafür eine Gegenleistung erwartet. Was tust du? Du tust als ginge es dir gut, tust was sie von dir erwarten. Aber wie sieht es in dir drin aus? Suchst du nicht auf Schritt und Tritt jemanden, mit dem du reden kannst, in deiner Sprache? Der dich versteht, dir ein freundliches Wort sagt? Jemanden an dem du dich orientieren kannst, dem du erzählen kannst wenn es dir schlecht geht, oder wenn du dich über etwas gefreut hast?
Frag dich: geht es ihr wirklich gut? Würde es dir gut gehen, an ihrer Stelle?
Mir fällt noch etwas auf. weiter vorne ist die Rede von den Nins deiner Tante. Ich habe angeboten, wir schauen uns gemeinsam an was die Ursache für den Streit sein könnte - um gleich zwei Dinge auf einmal zu erledigen: nämlich zu schauen welche Fehler du vermeiden kannst wenn du Katy einen Freund besorgst, und dazu gleich auch noch den Nins deiner Tante zu helfen. Von ihnen ist aber jetzt keine Rede mehr, dafür bringst du frühere Nins von dir und deinem Bruder ins Spiel - und wieder ohne nähere Angaben.
Wenn du wirklich willst dass es Katy gut geht - auch dauerhaft gut geht, sie glücklich wird in ihrem Kaninchenleben - dann müssen wir da mal genauer hinschauen.
Du bist jetzt Katys Ersatz-Mama. Du trägst die Verantwortung dafür, dass sie glücklich wird. Es reicht nicht, sie gut zu füttern, und ihr Auslauf zu geben und sie zu streicheln, sondern du musst dich fragen: Was braucht sie tatsächlich um glücklich zu sein? Wie denkt ein Kaninchen, wie fühlt es? Das ist schwierig, denn Kaninchen können nicht in unserer Sprache mit uns reden, als müssen wir uns anders helfen. Wir müssen schauen: wie leben Kaninchen, die selbst bestimmen dürfen wie sie leben? Wildkaninchen leben in Gruppen. Jedes Kaninchen ist bestrebt, immer Teil einer solchen Gruppe zu bleiben oder wieder zu werden. Sie bietet ihm Schutz, Zuwendung, Sicherheit, Vertrautheit. Das ist genauso wichtig wie gutes Futter und ein Schlafplatz. Gibt man Hauskaninchen die Wahl, verhalten sie sich genauso. Erst in Gruppen zeigen sie ihr volles Verhaltensmuster. Wer genau hinschaut, der lernt sogar ein bisschen die Kaninchen zu belauschen - denn sie unterhalten sich miteinander. Nicht mit Worten, sondern mit Gesten. |