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Tod nach Tierarztbesuch (leichte Gasbildung)Liebes Forum, ich bin neu hier und habe gleich eine traurige Anfrage. Mein großes Kaninchen Linus (1 Jahr), der vorm Schlachten gerettet wurde und erst seit ein paar Monaten bei mir war, ist gestern Nacht bzw. am frühen Montag Morgen gestorben. Er kam nicht wie sonst morgens sofort hungrig angehoppelt (freie Wohnungshaltung mit 2 Zwergkaninchen). Er hat dann nur ganz wenig gegessen und ich dachte noch, vielleicht liegt es an der Hitze, da die Dreierbande in der letzten Zeit insgesamt ruhiger und weniger hungrig war. Mir fiel auch auf, dass er schneller atmete und insgesamt eher unruhig war und häufig seinen Platz wechselte. Apathisch war Linus nicht und suchte teilweise auch die Nähe zu seinen Partnern. Als Linus nach einiger Zeit immer noch nicht fressen wollte, habe ich ihm zunächst Wasser per Hand und dann Möhrenbrei per Löffel und Spritze gegeben, da ich aus eigener Erfahrung weiß, wie schnell ein nicht fressendes Kaninchen sterben kann. Er wirkte aber insgesamt nicht schlapp, sondern eher angespannt. Meine Hoffnung, dass es abends besser werden würde, wurde nicht erfüllt, sodass ich mehrere mobile Tierärzte anrief, die alle voll ausgelastet waren (Sonntag Abend). Dann bin ich gegen 23 Uhr zur Tiernotklinik gefahren und dank eines langen Anfahrtsweg, vollem Wartezimmer und einem einzigen Tierarzt ohne Hilfe kamen wir erst gegen 2 Uhr nachts dran. Bis dahin ging es Linus soweit ok und er zeigte sich weiterhin nicht apathisch. Zwischendurch überlegte ich schon, nach Hause zu fahren und morgens gleich zu meinem Tierarzt zu gehen. Der Tierarzt tastete den Bauch ab und meinte, er wäre etwas stärker als normal gefüllt aber gab mir nicht das Gefühl, dass es kritisch sei. Auch die Zähne waren gut. Um sicher zu gehen, ob es sich beim Mageninhalt um Luft oder Nahrung handelte, wurde ein Röntgenbild gemacht. Es zeigte eine vermehrte Luftansammlung im Magen. Der Tierarzt meinte, der Darm sei nicht betroffen, was schonmal gut sei und dann wurde Linus zwecks Medikamentengabe gewogen. Während der ganzen Behandlung wirkte es keinesfalls so, dass es um Leben und Tod ging. Linus bekam dann drei Spritzen: Baytril 2,5% Injektionslösung, Melosolute 5 mg/ml und Emeprid 5 mg/ml Injektionslösung. Zusätzlich bekam ich Medikamente für Zuhause (Baytril 2,5%, Inflacam 1 mg Tabletten und Emeprid 1mg/ml orale Lösung, die ich Linus dann aber nicht mehr geben konnte.) Dazu noch Critical Care und Bene-Bac-Gel. Auf dem Nachhauseweg hatte ich mich noch über die hohen Kosten geärgert (knapp 250 Euro inklusive Notfallpauschale), aber letztendlich war ich beruhigt; vor allem, weil das Schmerzmittel Linus sicher helfen würde und er endlich entspannen könne. Die nächste S-Bahn fuhr dann erst um 04.15 Uhr und als ich gegen 5 Uhr gerade in die Straßenbahn umsteigen wollte, zappelte er mehrmals wild im Tragekorb und ich wunderte mich. Dachte gleichzeitig, dass es im vielleicht schon besser ging und er endlich aus seiner Box wollte. Dann stellte ich ihn auf den Platz neben mir in der Straßenbahn und wieder wurde er total aufgedreht, schlug mehrmals panisch gegen die Wand der Transportbox und fiel dann irgendwann auf die Seite. Dabei sah ich, dass sich sein Bauch ein paar Mal wie beim Schluckauf bewegte und er atmete dann langsamer. Ich habe dann noch versucht, seinen Kreislauf mit dem Einreiben von Heu zu aktivieren und wusste dabei nicht, ob er noch lebte. Kurz danach war Linus gestorben und ich konnte es nicht fassen. Meine beiden anderen Kaninchen, die an einer Aufgasung bzw. Magen-Darm-Problemen verstorben sind, waren kurz vor ihrem Tod bzw. vor dem Einschläfern apathisch bzw. ruhig. Und ich wurde in beiden Fällen daraufhin gewiesen, dass die Situation sehr ernst sei und die nächsten Stunden entscheidend wären. Da Linus hingegen am Ende plötzlich ganz unruhig war, dachte ich erst an einen Medikamentenschock oder Ähnliches. Natürlich kann ich an der Situation nichts ändern, aber ich wäre für Eure Einschätzung dankbar, woran es liegen könnte, dass es Linus knapp 3 Stunden nach dem Tierarztbesuch plötzlich so viel schlechter ging als zuvor... Meine Häschen werden übrigens ohne Getreide artgerecht ernährt und Linus hatte bisher nach versehentlichem!!! Essen von trockenem Katzenfutter und sogar Weingummi (wurde danach noch höher versteckt, als zuvor) nie Probleme und wirkte immer kerngesund. Ich sah heute, dass Linus eventuell etwas Styropor oder eine angemalte Kiste angenagt haben könnte, aber es weist nichts auf sonstige Gefahren hin. Im Röntgenbild war wie gesagt nur eine mittelmäßige Gasbildung zu sehen bzw. hat der Tierarzt mir zu keinem Moment das Gefühl gegeben, dass es schlimm sei. Und Fremdkörper hätte man doch sehen müssen... Ich hoffe sehr, dass mir jemand eine mögliche Erklärung geben kann. Mir kommt die Situation irgendwie ungewöhnlich vor...Herzlichen Dank, Lotta und zwei Häschen, die ihren Linus genau so vermissen, wie ich...
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| Erstmal mein Beileid. Ich kenne die Situation leider ganz genau. Manche Bauch Geschichten sind einfach kaum oder gar nicht mehr zu retten wenn man sie entdeckt. Mein erster Todesfall war identisch mit deiner Beschreibung. Wenn ein Kaninchen nicht frisst UND dazu unruhig ist und ständig die Position wechselt und schnell atmet, geht es für mich sofort zum notdienst. Frisst es nicht und ist apathisch versuche ich in der Regel erst mit dimeticon und Öl oder lactulose mein Glück. Tritt nach einer halben Stunde keinerlei Besserung ein ist auch da umgehend notdienst angesagt. Ich tippe bei deinem Fall eher auf darmverschluss als auf eine 'simple' Aufgasung. Das muss man auf dem Röntgen Bild nicht Zwangsläufig erkennen. Die Behandlung in der Klinik hört sich erstmal gar nicht so falsch an (auch wenn ich das ein oder andere Medikament nicht kenne) Allerdings wäre die Temperatur sehr wichtig und entscheidend dafür ob er stationär bleibt (Wärme Box, infusion ggfs sogar not OP usw) oder die Behandlung zuhause fortgeführt werden kann. Ist die Verdauung gelähmt ist der Kreislauf so schnell im Keller. Und unter 37 Grad wird es dann immer schwerer das zu Hause wieder ans Laufen zu bekommen.
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| Stichworte |
| magen, magenaufgasung, schock, tod |
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