Ein frustriertes Hallo an das liebe Kaninchen Forum!
Der ein oder andere hat es vielleicht gelesen, vor fast 2 Wochen habe ich hier über mein altes Widderkaninchen Remy geschrieben. Er hatte am 21.01 eine Zahnkorrektur unter Narkose und hat diese gut überstanden!
Zeitgleich hat man meinen 9 Monate alten Blauen Wiener Archibald kastriert. Er sollte geschlachtet werden und ich hab ihn im Dezember bei mir aufgenommen. Bis jetzt war er von meiner Gruppe von 5 Zwergkaninchen getrennt und in einem separaten Gehege untergebracht. Anfang März, wenn die Kastra Frist zu ende ist, darf er bei den anderen einziehen.
Auch er hat seine OP gut überstanden und ich hab ihm in meinem Zimmer ein Gehege mit Decken als Unterlage aufgebaut, damit ich ihn im Auge behalten kann. Er hat super gefressen und war auch sehr fit...etwas zu fit!!! Er hat natürlich auch noch Schmerzmittel von mir bekommen, aber öfter hab ich ihn dabei beobachtet wie er wilde Runden mit Freudensprüngen im Gehege gedreht hat. Ich hab mich natürlich gefreut, dass es ihm so gut geht, aber ob das Hüpfen seinen OP Nähten so gut tut, habe ich bezweifelt und das Ganze mit gemischten Gefühlen beobachtet.
Kurz bevor ich ins Bett gehen wollte um 22 Uhr (wie sollte es auch anders sein?) hatte Archie wieder seine 5 Minuten und nach einem übermütigen Sprung in die Luft ist es passiert...
Plötzlich war die ganze Decke voller Blut und es wollte gar nicht mehr aufhören! Schockiert hab ich ihn mir dann geschnappt, um mir seine ,,Säckchen" anzusehen. Einer von beiden war plötzlich heftig angeschwollen und blutete sehr stark!
Gottseidank hat sich meine Tierärztin noch nicht ins Bett verabschiedet und ging ans Telefon. Wir durften sofort vorbei kommen. Mit dem Bubi beim TA angekommen wurde festgestellt, dass das Blut von innen kommt und die Naht außen nicht aufgerissen ist, wie ich zuerst vermutet hatte. Er wurde dann nochmal in Narkose gelegt, um zu schauen was die innere Blutung ausgelöst hat.
Meine Tierärztin vermutet, dass er vermutlich mit seinen Hinterbeinen blöd an seine Hoden gekommen ist bei dem Sprung und ihm dabei dann ein Hautgefäß geplatzt ist. Sie hat alles versiegelt, damit es nicht mehr nachbluten kann und ihn wieder zugemacht. Um 00:30 Uhr war ich mit dem armen Kerl wieder zuhause, aber durch die Inhalationsnarkose war er schnell wieder fit und hat sogar, kaum als er wieder im Gehege saß, angefangen zu fressen, als wäre nichts passiert!
Zur weiteren Behandlung hat er weiter Schmerzmittel bekommen und auch ein AB für mehrere Tage. Außerdem sollte ich ihn beobachten, ob er sich an der Naht zu schaffen macht und da rum knabbert. Hat er aber nicht!
Bis Samstag ging alles gut! Er war wieder sehr munter, ich konnte auch das Schmerzmittel am nächsten Tag schon absetzen, seine Säckchen sahen gut aus, nur hat er leider wieder seine Freudensprünge gemacht und ich musste sein Gehege etwas verkleinern, weil ich echt Angst hatte, sowas passiert nochmal!
Am Samstag Abend hab ich dann kleine, wenige Blutstropfen auf der Decke gesehen (er ist immer noch bei mir im Zimmer. Hab auch meine Heizung ausgemacht und immer wieder mal das Fenster offen, damit es ihm nicht zu warm wird) und hab mir ihn nochmal angeschaut. Das Säckchen, das man ein zweites Mal operieren hat müssen, hatte wieder etwas geblutet und ich hab meine Tierärztin nochmal angerufen. Sie hat vermutet, dass er wohl doch geknabbert hat und wollte wissen, ob die Fäden denn noch da sind. Durch das vertrocknete Blut an der Naht konnte ich es nur leider nicht wirklich erkennen, ob sie noch da sind oder nicht. Da es nicht weiter geblutet hat und es ihm gut ging haben wir für Montag nochmal ein Termin ausgemacht, damit man es sich nochmal anschaut.
Ende vom Lied, er hat sich tatsächlich ein paar Fäden raus gezogen, obwohl ich ihn nie dabei beobachtet habe! Die Naht hat sich auch schon etwas entzündet. Jetzt bekommt er weiterhin sein AB, sooft es geht schmiere ich ihm Jod Salbe drauf und er trägt jetzt auch leider einen Halskragen, damit er einfach nicht dran kommt. Mit dem kommt er aber super zurecht und kann auch sehr gut damit fressen und trinken. Natürlich ist er nicht begeistert von seinem neuen Accessoire, aber es geht ihm trotzdem weiterhin gut!
Hattet ihr schon mal so einen Spezialfall nach einer Kastration? Ich habe wirklich Angst, dass die Naht nicht heilt oder ich etwas falsch mache! Habt ihr irgendwelche Tipps für mich, was ich noch machen kann, damit das schnell heilt?
Ich bin dankbar über jede Antwort!
Liebe Grüße
Vroni