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Hasendame frisst nicht mehr und hungert sich wortwörtlich zu Tode auf Kaninchen Forum

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Ninchen
 
Registriert seit: 08.07.2019
Beiträge: 3
Mantaro befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 08.07.2019, 10:36

Hasendame frisst nicht mehr und hungert sich wortwörtlich zu Tode


Hallo zusammen, ich bin neu hier und es freut mich, nun endlich auch Teil des Kaninchenforums zu sein. Denn die Seite habe ich bereits oft in der Vergangenheit besucht. Angemeldet habe ich mich - wie wohl bereits einige vor mir - da ich euren Rat suche.



Ende Mai ist einer unserer kastrierten Zwergwidderböcke unerwartet mit 6 1/2 Jahren verstorben und hat seinen gleichaltrigen Bruder zurückgelassen. Deshalb haben wir in der gleichen Woche eine 2 1/2 jährige Zwergwidder-Zibbe von einer Züchterin hinzugeholt. Die Zusammenführung auf neutralem Boden verlief äusserst unproblematisch und wir konnten die beiden bereits 1 1/2 Tage später in das eigentliche Gehege bringen (ein Balkon von 6m2). Etwa einen Tag später zeigte unser Böcklein Fressunlust und wurde zunehmend passiver. Zuerst dachten wir, es wäre die vorsommerliche Hitze. Doch er wurde auch antriebsloser und schien nix mehr zu fressen, sodass wir mit beiden Ninchen vormittags einen Tierarzt aufsuchten. Auch weil unsere Kaninchendame eine Augenentzündung ausbrütete und mit der vorsichtigen Futterumstellung auf Frischfutter Probleme (Durchfall) zeigte.



Der TA stellte bei ihm nichts fest, ausser natürlich dass er zu wenig gegessen hatte und erschöpft ist. Deshalb gabs eine Infusion, worauf er sich auch etwas besser fühlte. Bei ihr wurde eine Bindehautentzündung diagnostiziert und Darmflora aufbauende Mittel mitgegeben.



Am gleichen Abend lag unser Böckchen dann völlig erschöpft und teilnahmslos im Gehege, worauf wir mit ihm in den Notfall eilten. Zuerst gingen wir von einem Kreislaufkollaps wegen der Hitze aus, die Ärztin meinte jedoch, dass er gemäss den äusseren Anzeichen (u.a. leicht gebliche Ohren an der Innenseite) an einer vortgeschrittenen Leberzirrhose, wohl ausgelöst durch EC, leidet.



Vielleicht hatte der Tod seines Bruders einen stärkeren EC Schub ausgelöst, welcher äusserlich bzw. verhaltenstechnisch nicht bemerkt wurde (wir wussten schon lange das er von EC betroffen ist und hatten ihn in jungen Jahren dahingehend auch erfolgreich behandelt; ebenfalls bei einem späteren Verdacht wurde er nochmals entsprechend behandelt). Da er in seinem jetzigen Zustand u.a. kaum noch stehen konnte und die Tierärztin die Aussicht auf eine Genesung stark anzweifelte, wurde er schweren Herzens eingeschläfert.



Also hatten wir nun ein Kaninchendame mit Bindehautentzündung und Verdauungsproblemen. Beides stellte sich nach etwa 2 Wochen und 1 weiteren Tierarztbesuch (bei welchem zur Sicherheit auch eine Stuhlprobe untersucht wurde, ohne etwas Auffälliges zu finden; außerdem wurde ein spitzer Backenzahn behandelt) dann ein. Wir sahen uns bereits nach einem neuen Männchen um da sie nun wieder gesund schien und einer Zusammenführung nichts im Weg stehen sollte. Doch bereits einige Tage nach ihrer augenscheinlichen Genesung stellte sich bei ihr ebenfalls Fressunlust übers Wochenende ein. Also ab zum Tierarzt, welcher Fieber feststellte und ihr u.a. Antibiotika und ein apettitanregendes Mittel verabreichte. Wir sollten nun die nächsten Tage neben Antibiotika ebenfalls oral Critical Care füttern. Der TA riet uns von einer Zusammenführung zum jetzigen Zeitpunkt ab, da sie nicht völlig gesund ist.



Kaum zu Hause fühlte sich unsere Kaninchendame wieder besser und hat auch dankend das Critical Care und Futter gefressen. Etwas mehr als 1 Tag später stellte sich wieder Fressunlust ein und sie lag oft im Gehege rum, bewegte sich kaum. Critical Care haben wir so gut als möglich weiterhin verabreicht, ebenfalls das Antibiotikamittel. Da sie fortan meistens rumlag und nicht zu fressen schien, gingen wir dieselbe Woche wieder zum TA. Fieber konnte keins mehr festgestellt werden, Der TA war ratlos, stellte 2 härtere Stellen im Darmbereich fest und ging von einer Fehlgährung aus, könne aber hier nicht wirklich was ausrichten. Eine Möglichkeit sei ein anderes Antibiotikamittel (u.a. gegen Kokzidien) auszuprobieren und weiterhin Critical Care zu füttern. Haben wir also übers Wochenende hinweg gemacht und eine Zusammenführung wegen ihrem äusserst geschwächtem Zustand weiterhin vorerst ausgeschlossen.



Natürlich drängt sich uns die Vermutung auf, dass sie nach etwa 4 Wochen alleine sein unter Einsamkeit leidet. Doch eine Zusammenführung bei Krankheit oder geschwächtem Zustand wollten wir nicht riskieren. Wir haben sie heute Morgen nochmals lange gestreichelt und sie konnte sich wenigstens sichtlich entspannen. Critical Care haben wir dann keines mehr zugefüttert, da sie es verweigerte und wir sie deswegen nun nicht schon wieder unter Stress setzen wollten.



Zur Zeit hungert sie sich wortwörtlich zu Tode und wir wissen nicht mehr weiter. Darum hoffe ich um euren Rat und bedanke mich bereits im Voraus dafür.



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Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 25.05.2019
Beiträge: 56
Harley befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 08.07.2019, 11:05

Hallo,

Ich bin noch nicht lange im Forum und sicher melden sich gleich noch erfahrene Halter, obwohl ich auch schon seit 8 Jahren Kaninchen halte bin ich bei Tipps immer vorsichtig.

Ich kann aus Erfahrung sprechen, dass nach dem Tod eines Partners sich sehr schnell Fressunlust einstellt. Unser Männchen hatte sofort nach dem Tod seiner Partnerin das Essen eingestellt. Ich persönlich würde mich auf die Suche nach einem charakterlich ruhigen und passenden Partner für sie machen, dass sie dies nicht alleine durchstehen muss.(An sich rät man bei Krankheut davon ab, ich finde aber, dass hier der Fall sein kann, wenn gesundheitlich alles abgeklärt ist, dass es sich um Einsamkeit handelt) Zudem würde ich beim Tierarzt ein Röntgenbild machen lassen und eine Blutabnahme, um dort alles abzuchecken.
Isst sie denn seit 4 Wochen gar nichts mehr? Leckere Kräuter, Gras etc. Ich würde sie mit allem was du hast animieren. Ein Partner der kein Stress verursacht kann ihr meiner Meinung nach auch helfen wieder Lust am Leben zu finden, vorausgesetzt es liegt nicht an einer versteckten Krankheit. Ich würde auch nicht aufhören zu päppeln, insofern man versucht ihr es auf eine angenehme Art und Weise zu geben, gemischt mit etwas pürierter Banane z.b.
Unser Mädel hatte auch einmal eine Zahnspitze am Backenzahn, sie bekam zusätzlich danach noch Schmerzmittel, weil sie Schmerzen beim Essen hatte und wir mussten sie knapp 1 1/2 Wochen zufüttern danach wurde es langsam besser und sie biss in weiche Dinge wie Dill etc.
Läuft sie denn noch rum? Sitzt sie nur in der Ecke? Rührt sie keinen Stengel Dill oder so an? Eventuell doch noch einmal einen anderen Tierarzt aufsuchen. Es tut mir leid , was ihr durchmachen musstet zuletzt und hoffe sehr, dass ihr hier etwas Hilfe findet und die Kleine es schafft. Wenn sie Probleme mit Blähungen hat würde ich dringend Sab Simplex besorgen (Tropfen) und ihr gemischt mit etwas Wasser verabreichen. Unseren hilft es immer leichte Gase zu lösen die Ihnen Schmerzen verursachen und sie deswegen auch nicht essen mögen. Allerdings geht es bei eurer Dame ja schon länger...es kann allerdings nicht schaden. Man kann es nicht überdosieren und würde es auf jeden Fall ausprobieren.



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Benutzerbild von Honeymouse
Kaninchen
 
Registriert seit: 02.08.2013
Beiträge: 27.110
Honeymouse befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 08.07.2019, 11:10

Wurde mal geröngt? Sowohl im Kopfbereich wegen der Zähne als auch der Bauch?
Ihr könntet die Tiere Gitter an Gitter setzten. Dann haben sie so zumindest Kontakt und es könnte gegen die Einsamkeit helfen.

Nur zur Sicherheit wegen der 2 verstorbenen Tiere im kurzen Abstand: wie sind eure Tiere geimpft?

Das man gegen eine Fehlgährung, sprich Aufgasung, nichts machen kann stimmt auch nicht. Es sollte dringend Sab Simplex oder Dimeticon verabreicht werden. Antibiotika wirkt auch nicht gegen Kokzidien Wie wurde der spitze Backenzahn behandelt?

Du könntest mal marinahexe mit deiner PLZ anschreiben. Sie hat eine Liste mit empfehlenswerten Tierärzten



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Geändert von Honeymouse (08.07.2019 um 11:25 Uhr).

Ninchen
 
Registriert seit: 08.07.2019
Beiträge: 3
Mantaro befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 08.07.2019, 13:00

@Halrey: Danke für deine Anteilnahme und für deinen Beitrag.
Zu deinen Fragen: die Fressunlust begann am Wochenende vor etwa 8 Tagen. Daraufhin waren wir dann am Montag Vormittag mit ihr beim TA worauf sie bis Dienstag wieder was zu sich nahm. Mittwoch war die Fressunlust wieder da und wir haben weiterhin Critical Care gefüttert. Ich muss dazu erwähnen, dass sie es überhaupt nicht leiden kann wenn etwas, wie hier eine Spritze, an ihren Mund geführt wird. Ansonsten hat sie kein Problem berührt zu werden. Dies erschwert das Füttern von Hand natürlich und bereitet ihr zusätzlichen Stress. Freilwillig nimmt sie das Critical Care nur in Ansätzen. Angebotenes Frischfutter wie Kräuter (darunter auch Dill), Salate, Karotten, Früchte oder auch getrocknete Kräuter sowie Heu rührt sie nicht an. Einzige Ausnahme war gestern, als sie etwas an Petersilie und getrocknetem Löwenzahn geknabbert hat.
Sie läuft zudem nicht mehr von sich aus rum, begibt sich höchsten von der einen Ecke in die andere oder dreht sich mal um erneut sich erneut hinzulegen.
Über Sab Simplex habe ich am Wochenende gelesen. Das wäre noch eine Möglichkeit zum Ausprobieren.


@Honeymouse: Auch dir danke für deinen Beitrag.
Der TA hat letzten Freitag gemeint, er könne schon röntgen, da käme jedoch nichts bei raus was uns gegenwärtig weiterhelfen würde. Vor allem da er sie in diesem Zustand nicht operieren möchte.
Die Gitter-an-Gitter-Zusammenführung ziehen wir nun in Betracht. Habe vorhin mit der Züchterin darüber geredet und wir werden wohl heute Nachmittag ein Leihkaninchen bei ihr holen. Hängt aber von dem Zustand unserer Patientin ab. Habe gerade zur Sicherheit noch einen Termin bei einem anderen TA für später bestätigt bekommen.
Betreffend Impfen: wir wohnen in der Schweiz, hier ist das Impfen z.B. wegen RHD - ausser bei Züchtern - kein Thema und die verschiedenen TA scheinen darüber auch nicht großartig informiert zu sein. Es gibt anscheinend nur sehr selten Fälle von RHD in der Schweiz. Deshalb hat man uns auch davon abgeraten eine Obduktion machen zu lassen.
Das Zusehen bei der Behandlung des Backenzahns habe ich mir ersparen wollen. Sie musste jedoch während der Kürzung des Zahns nicht unter Narkose gestellt werden. Das Ganze dauerte etwa 3 Minuten.




Benutzerbild von Honeymouse
Kaninchen
 
Registriert seit: 02.08.2013
Beiträge: 27.110
Honeymouse befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 08.07.2019, 13:07

Zitat:
Zitat von Mantaro Beitrag anzeigen
Über Sab Simplex habe ich am Wochenende gelesen. Das wäre noch eine Möglichkeit zum Ausprobieren.

Würde ich definitiv zeitnah machen!


Zitat:
Zitat von Mantaro Beitrag anzeigen
@Honeymouse: Auch dir danke für deinen Beitrag.
Der TA hat letzten Freitag gemeint, er könne schon röntgen, da käme jedoch nichts bei raus was uns gegenwärtig weiterhelfen würde. Vor allem da er sie in diesem Zustand nicht operieren möchte.

Es geht ja nicht um operieren. Aber bei Bauchgeschichten ist es unheimlich wichtig, zu röntgen! Nur so kann man sehen, was da wirklich los ist, ob eine Aufgasung vorliegt oder eine Verstopfung oder noch etwas ganz anderes. Bei einer Verstopfung wäre es zum Beispiel fatal zuzufüttern. Ich würde schleunigst ein Röntgenbild machen, das geht auch ohne Narkose!



Zitat:
Zitat von Mantaro Beitrag anzeigen
Das Zusehen bei der Behandlung des Backenzahns habe ich mir ersparen wollen. Sie musste jedoch während der Kürzung des Zahns nicht unter Narkose gestellt werden. Das Ganze dauerte etwa 3 Minuten.

Ich frage, weil das Abknipsen der Zähne auch fatal sein kann. Das kann zur Splitterung des Zahnes führen und zu weiteren Problemen. Wenn es abgefeilt wurde, ist es erstmal okay, sollte aber eventuell später nochmal geröngt werden.



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Aen Aen ist offline
Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 11.03.2017
Beiträge: 896
Aen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 08.07.2019, 13:24

Hi Mantaro,

willkommen im Forum!


Ich schätze die Situation, die Du schilderst, offen gestanden brisanter ein als Du und würde jetzt alles vermeiden, was eine (weitere) Aufgasung begünstigt. Du schreibst, sie liegt teilnahmslos da bzw. verändert oft ihre Position, kann also eine Lage schwerlich lange aushalten.
Das deutet nach meiner Erfahrung auf eine Zuspitzung der Magen-Darm-Situation - die inzwischen auch erhebliche Schmerzen bereiten dürfte, was die Fressunlust weiter bremst. Eine verflixt verzwickte Wechselwirkung, die sich bei Kaninchen leider schnell aufschaukelt. Hast Du denn ein Schmerzmittel vom Tierarzt mitbekommen?

Das Dimeticon/Sab Simplex würde ich nicht als Option "möglicherweise ausprobieren", wie Du andeutest, sondern nach Lage der Dinge als absolut notwendig und möglichst in der nächsten Stunde verabreichen. Du bekommst es in praktischer Dosiermöglichkeit als Präparat ("Dimeticon") vom Tierarzt, zur Not aber auch (als "Sab Simplex") bei der Apotheke um die Ecke.

Ich an Deiner Stelle würde also jetzt gleich - wenn's gar nicht anders geht, auch ohne Kaninchen - zum Tierarzt und mir Dimeticon und unbedingt ein Schmerzmittel aushändigen lassen. Das wäre meine symptomatische Erstmaßnahme, ehe ich mich an die weitere endgültige Ursachenforschung begeben würde. Geklärt werden müsste auch erst einmal, ob eine Verstopfung vorliegt, bei der ein Fellballen o.ä. die Darmpassage blockiert und ob und inwieweit die Aufgasung bereits auf die Organe drückt.

Und dafür ist ein Röntgenbild unbedingt nötig - ein kaninchenerfahrenerer Tierarzt als der jetzige ist sicher auch nicht verkehrt.




Alles Gute für Deine Kleine und Dir starke Nerven!

Grüße
Aen




Geändert von Aen (08.07.2019 um 13:37 Uhr).

Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 25.05.2019
Beiträge: 56
Harley befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 08.07.2019, 13:51

Ich muss beiden zustimmen und sehe es genauso wie meine Vorredner.

Deinen Schilderungen nach, das hin und her drehen und wieder hinlegen ist ganz typisch für Magen-Darm-Probleme. Das wenig essen begünstigt noch mehr Aufgasungen. Das allererste das ich tun würde ist sofort zu einem anderen Tierarzt zu fahren auch ohne Termin!!! Im besten Fall, solltest du gerade nicht bei ihr zuhause sein, ist Sab Simplex Tropfen in der Apotheke zu besorgen und zu ihr zu fahren und diese in einer spritze mit etwas Wasser zu geben (gerne auch mehr 2-3 ml). Der Tierarzt sollte ihr Schmerzmittel geben und dringend ein Röntgenbild vom Bauch machen. Sie könnte einen Verschluss haben, Aufgasungen etc. ist sie kastriert? Auch die Gebärmutter können sie sich anschauen. Der Arzt kann sofort sehen, wie der Magen-Darm-Trakt aussieht und welche Probleme sie dort hat.Wenn kein Verschluss vorliegt, kannst du sie auch weiter päppeln.Ist sie denn eine die beim päppeln zappelt oder eher es nicht runterschlucken möchte? Ich finde das ist ein wichtiger Unterschied. Unsere Häsin ist gerne mal sehr dominant und zickig, sobald die Spritze kommt zickt sie rum. Am Anfang haben wir dann die Methode gewählt sie in eine Handtuch zu wickeln, so dass nur der Kopf rausguckt und mit etwas streicheln ging es dann super. Vielleicht ist das eine Möglichkeit bei euch? Runterschlucken war gar kein Problem dann nahm sie alles super an! Mittlerweile brauchen wir auch das Handtuch bei Notfällen nicht mehr. Bei Magen-Darm-Problemen nehmen wir immer Novalgin als Schmerzmittel. Sie sollte nicht mit Schmerzen weiter rumlaufen. Manchmal zeigen sie dies auch nicht mit Zähneknirschen an wie man so oft liest. Ich kann auch rodicare akut empfehlen. Vielleicht hat dein Tierarzt dieses Produkt da, wir geben es manchmal, wenn sie zu viel Fell gegessen haben und die Verdauung nicht mehr richtig möchte. Ich weiss nicht wie die Erfahrungen der anderen Mitglieder hier sind, aber es hat uns wirklich sehr geholfen, wenn die Verdauung wieder angeregt werden musste und ist pflanzlich. Ich hoffe das alles gut geht und berichte bitte über Ihren Zustand. Ich drücke die Daumen.



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Aen Aen ist offline
Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 11.03.2017
Beiträge: 896
Aen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 08.07.2019, 14:09

Zitat:
Zitat von Harley Beitrag anzeigen
Ist sie denn eine die beim päppeln zappelt oder eher es nicht runterschlucken möchte? Ich finde das ist ein wichtiger Unterschied. Unsere Häsin ist gerne mal sehr dominant und zickig, sobald die Spritze kommt zickt sie rum. Am Anfang haben wir dann die Methode gewählt sie in eine Handtuch zu wickeln, so dass nur der Kopf rausguckt und mit etwas streicheln ging es dann super. Vielleicht ist das eine Möglichkeit bei euch? Runterschlucken war gar kein Problem dann nahm sie alles super an! Mittlerweile brauchen wir auch das Handtuch bei Notfällen nicht mehr.
Das ist ein guter Tipp, um zappelige Kaninchen während des Päppelns ein bisschen zu beruhigen und den Stress insgesamt runterzufahren.

Bei uns klappt das Päppeln am einfachsten mit 1-ml-Spritzen, bei denen wir die Spitze abschneiden. So kommt beim langsamen Runterdrücken der Spritze eine für das Kaninchen angenehme Menge Brei (den wir eher suppig als breiig anrühren) ins Mäulchen, die gut weggeschlabbert werden kann.

Ansonsten knien wir auf dem Boden, nehmen das Kaninchen zwischen die Oberschenkel, halten einen sanften Druck aufrecht und geben den Brei sozusagen vornüber über das Kaninchen gebeugt - und setzen die Spritze dabei seitlich hinter den Schneidezähnen an. Das funktioniert bei uns ganz gut.
Wir legen uns dazu immer die Menge an Spritzen bereit, die wir verfüttern wollen. Können also gut und gerne 8-10 aufgezogene Spritzen sein. (Gibt's für ein paar Cent in der Apotheke.)

Nach der Päppelmahlzeit gibt's abschließend zwei unabgeschnittene 1-ml-Spritzen Dimeticon - und dann ist die nächsten drei, vier Stunden Ruhe.

Allerdings päppeln wir erst, wenn wir sicher feststellen können, dass der ein oder andere Köttel abgesetzt wird. Sollten wir über Stunden (oder einen ganzen Tag lang) keinen Köttel sehen, würden wir nicht päppeln. Die Magenhaut ist extrem dünn bei Kaninchen und kann bei Überlastung durchaus reißen.
Deshalb ist ein Röntgenbild (bzw. unter Umständen auch zwei mit ein paar Stunden Abstand) so wichtig, um zu sehen, wie genau es sich mit der Aufgasung und dem Darminhalt verhält.



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Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 20.03.2019
Beiträge: 187
Caniemo befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 08.07.2019, 14:46

Ich selber bin unerfahren, aber kann dir erzählen wie es bei uns war. Kaninchen hatte Fressunlust, hat sich von der einen Seite auf die andere Seite gelegt und nicht bewegt. Er hat dann beim TA nur Spritze gegen Schmerzen bekommen und iwas um den Appetit anzuregen und ich sollte päppeln. Ja, das war ganz dumm. Letztendlich hatte der Kleine nen Nabelbruch und Stück vom Darm kam ebenfalls wohl raus, deshalb kam hinten nix raus und deshalb die Schmerzen. Sab Simplex oder ähnliches habe ich nicht bekommen und geröngt wurde er auch nicht, weil angeblich zu viel gezappelt. Er ist mir leider nach der OP (diesmal in der Tierklinik) verstorben.

Daher kann ich alles was oben als Tipp gegeben wurde unterstreichen. Zu einem anderen Tierarzt gehen, Röntgen machen lassen und Aufgasungen verhindern und wie die liebe Aen sagt, wenn nichts hinten raus kommt nicht Zwangsernähren.




Benutzerbild von Betsy69
Kaninchen
 
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Beiträge: 1.059
Betsy69 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 08.07.2019, 15:41

Zitat:
Zitat von Honeymouse Beitrag anzeigen
Antibiotika wirkt auch nicht gegen Kokzidien
Nur zur Info: Das ist so nicht richtig. Es gibt antibiotische Wirkstoffe (Sulfadimethoxin, Trimethoprim), die (meistens in Kombination) zur Behandlung von Kokzidien eingesetzt werden können (z.B. Kokzidiol oder Redardon).

Ich frage mich allerdings, warum ohne klare Diagnose überhaupt Antibiotika eingesetzt wurden. Die Kotprobe war außerdem unauffällig. Ein Röntgenbild fände ich auch sehr angebracht.



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Ninchen
 
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Mantaro befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 08.07.2019, 23:02

Danke vielmals euch allen für die hilfreichen Beiträge! Heute Nachmittag habe ich uns nun eine Flasche Sab Simplex (bzw. Flatulex in der Schweiz) besorgt. Wir haben noch eine Zweitmeinung bei einem anderen TA eingeholt, welcher für Kaninchen empfohlen wird. Er schließt Aufgasungen nach der ersten Untersuchung aus.

Es grenzt beinahe schon an ein Wunder das sie immer noch so "fit" ist nach den letzten Tagen.

Die Kleine wird nun in der Praxis stabilisiert, sodass am Dienstag Röntgenaufnahmen sowie verschiedene Untersuchungen an ihr durchgeführt werden können.
Drückt uns die Daumen das alles klappt und sie es gut übersteht.




Benutzerbild von marinahexe
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Registriert seit: 24.10.2010
Beiträge: 22.234
marinahexe hat die Renommee-Anzeige deaktiviert
Geschrieben am 08.07.2019, 23:07

Daumen sind gedrückt!




Benutzerbild von Betsy69
Kaninchen
 
Registriert seit: 26.11.2016
Beiträge: 1.059
Betsy69 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 08.07.2019, 23:07

Alles Gute für euch, und dass herausgefunden werden kann, was deiner Häsin fehlt.
Daumen sind gedrückt.



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Aen Aen ist offline
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Aen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 08.07.2019, 23:22

Daumen sind fest gedrückt!




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Harley befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 09.07.2019, 00:25

Die Kleinen sind richtige Kämpfer! Ich drücke weiterhin ganz fest die Daumen!




Benutzerbild von gerti
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Registriert seit: 18.11.2012
Beiträge: 14.768
gerti ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Geschrieben am 09.07.2019, 14:07

....ich wollte nur noch zusätzlich anmerken...dass nicht grundsätzlich nicht zugefüttert werden darf/muss, wenn hinten nichts rauskommt. Denn wenn vorne nichts reinkommt, kann auch die Verdauung nicht weitergehen.
Ein guter Tierarzt kann durchaus ertasten ob der Magen leer ist und ob der Darm leer ist. Im Zweifel ist immer ein Röntgenbild wichtig..bei Verdacht auf Verschluss auch noch Röntgenbilder nach zufüttern von Futterbrei mit Kontrastmittel.
Ein Kaninchen welches aus anderen Gründen wie Verschluss nicht frisst nicht zuzufüttern ist ebenso ein Todesurteil. Ich fütter bei Kaninchen auch mal komplett zu, wenn sie nichts selbst fressen können...also auch mal 100g....andere benötigen nur anfüttern von mehrmals bis zu 8ml um die Verdauung in Schwung zu bringen. Es ist also immer wichtig zu wissen warum hinten nichts rauskommt!
Das letzte Kanichen welches ich komplett zufüttern musste hatte z.B. wohl aufGrund eines EC Ausbruchs das Fressen eingestellt. Er hatte eigentlich "nur ein Hinkebein" aber hat einfach nichts mehr gefressen. Er hat sich aber dann komplett zufüttern lassen und dann auf Rat meiner TÄ eine EC-Behandlung bekommen. Und das war dann wohl auch der Grund...denn nach einigen Tagen fing er dann wieder an komplett alleine zu futtern.
Er wäre auch verhungert trotz sichtlichem Hungers, denn beim Zufüttern war er total gierig.



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Geändert von gerti (09.07.2019 um 14:14 Uhr).

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Harley befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 12.07.2019, 12:00

Gibt es mittlerweile Neues von ihrem Zustand?



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