am Mittwoch ist unsere Luise im Alter von drei Jahren nach einer OP am Dienstag verstorben.
Hier kläre euch mal eben etwas über den Verlauf bei Ihr auf. Vielleicht hat jemand ein ein ähnliches Problem, und ich kann euch damit helfen.
Mitte Mai mussten unser drei kleinen zur jährlichen Impfung, dabei wurde bei Luise (sie war da gerade am Anfang einer Scheinschwangerschaft) entdeckt das ihre Zitzen vergrößert waren die rechte oberste schaute schon gut 1cm hervor.
Unser Tierarzt sagte wir sollten die nächsten 2 - 3 Wochen darauf achten ob sie größer wird, oder sich im besten Fall zurückbildet. Leider hat sich diese eine Zitze nicht zurück gebildet. Wir also am 29. Mai zum Tierarzt, er meinte es wäre besser wenn wir ihr die Zitze mit der Milchdrüse entfernen würden da unter der Haut auch kleine Knötchen zu spüren waren. Da sie ein junges und auch gesundes Kaninchen war, wäre es auch kein Problem. So haben wir einen Termin für Dienstag den 05. Juni gemacht (bis dahin war sie immer munter hat gefressen und gespielt).
Am Dienstag Abend haben wir Luise vom Tierarzt abgeholt. Er sagte uns das er die Zitze mit der Milchdrüse und das umliegende Gewebe entfernt hat und dieses nun an ein pathologisches Labor weiter gegeben hat. Ich fragte ihn was ich nun bei ihr beachten müsste. Er sagte uns, dass es nicht weiter schlimm wäre wenn sie den Abend noch nicht fressen würde. Sie soll einfach nur Ruhe haben. Wir sie also in Ruhe gelassen. Als besorgte Kaninchenmama und -papa haben wir sie sogar über Nacht mit der Kamera aufgenommen...
Am Mittwoch morgen gegen 7 Uhr haben wir sie aus dem Klo geholt, da sie nicht mehr alleine raus kam. Dank Aufnahmen sahen wir das sie vom Abend bis 6 Uhr im Nest im Haus saß. Zwar recht ruhig, aber in Minutenabstand suchte sie immer wieder eine neue Sitzposition. Bis zum Morgen hatte sie noch nicht gefressen.
Ich bin also zu ihr und habe sie mit etwas Päppelbrei und Wasser gefüttert. Ihre Wunde war komplett trocken. Ich sie also auf dem Boden gesetzt, und dabei haben wir gesehen das sie unsicher auf den hinter Pfoten ist und etwas gehinkt hat.
Gegen 8 Uhr habe ich unseren Tierarzt angerufen. Kurz nach 9 Uhr bin ich mit Luise dort hin. Dort meinte er, es käme schon mal gelegentlich vor das Kaninchen nach einer OP (da sie ja während des Eingriffes fixiert werden müssen) leichte Probleme mit den Nerven haben. Deshalb hat sie nochmal ein Schmerzmittel und Vitamin B bekommen. Dieses soll die Nerven beruhigen und auch den Appetit anregen.
Sie bräuchte Ruhe und Zeit. Nachdem wir wieder zuhaue waren saß ich die in der Zeit von 9.30 Uhr bis 13 Uhr immer bei ihr, beziehungsweise hatte sie bei mir auf dem Schoss - den sie ist zu mir gehoppelt und hat immer meine Nähe gesucht.
Habe sie immer weiter mit Wasser und auch Brei versorgt. Allerdings wurde es immer schwieriger und auch weniger was sie zu sich genommen hat. Sie wurde auch immer ruhiger und anhänglicher.
Von 13 bis 15.30 Uhr musste ich außer Haus, da sie aber nicht alleine sein sollte saß sie in einen Korb mit Handtücher gefüllt im Büro bei meinen Mann. Damit konnte sie immer beobachtet werden.
Als ich um 15.30 wieder kam meinte mein Mann das es ihr immer schlechter gehen würde. Sie würde nichts mehr schlucken und auch kein Wasser zu sich nehmen.
Ihren Kopf legte sie - wie ein Hund - immer auf den Rand ab, als ob sie dadurch etwas besser Atmen konnte. Ich rufte also nochmal beim Tierarzt an und berichtete den Stand. Er sagte das ich gegen 17 Uhr nochmal kommen sollte.
Allerdings ging es ihr rapide zusehends schlechter. Mein Mann hat vorher nochmal angerufen und ist sofort mit unserem Sohn zur Praxis gefahren. Ich konnte nicht, da ich sie und ihre Schwester schon als Baby bekommen habe und besonders an ihnen hänge...
Dort haben sich beide Ärzte sofort um sie gekümmert. Luise wurde sofort noch einmal mit Schmerzmittel, Vitamine und Flüssigkeit behandelt. Mein Mann fragte ob es nicht besser wäre sie von Ihrem leiden zu erlösen. Allerdings wollten die Ärzte ihr noch eine Chance geben und wir sollten uns am Abend noch mal melden.
Mein Mann fuhr somit wieder zurück und Luise wurde bei uns im leicht gekühlten und ruhigen Bad gestellt, damit sie entspannen konnte. Ich war bei den anderen zwei Kaninchen und habe dort sauber gemacht (auch um mich abzulenken). Keine 10 Minuten später kam mein Mann mit Luise im Arm zu mir raus in den Garten und sagte das sie gerade stirbt. Er wollte das ich sie das letzte mal in meinem Arm halten konnte. Wenige Minuten später ist sie gestorben.
Am Donnerstag morgen haben wir Ihr dann eine schöne Stelle im Vorgarten gesucht und beerdigt.
Freitag Abend hat der Tierarzt angerufen und und das Ergebnis der pathologischen Untersuchung mitgeteilt:
Luise hatte ein bösartiges Karzinom am Gesaüge, und unsere Arzt vermutet das dieses auch schon gestreut haben könnte. Sie war noch so jung, aber hatte überhaupt keinen Kampfgeist. Wir werden es nicht mehr genau wissen, warum sie nicht kämpfen konnte oder wollte.
Wir vermissen sie.....
PS: Was ist die Konsequenz? Beim nächsten Mal werden wir uns eine OP zweimal überlegen. Luise war vor der OP im Stall schon sehr nervös, möglich das sie schon vorher schlecht gefressen hat. Eine Unterbrechung der Futteraufnahme von weniger als 24 Stunden dürfte ein Jungtier noch nicht in Lebensgefahr bringen - besonders da sie sicherlich vor der OP noch fressen durfte und bei der OP auch noch versorgt wurde. Nun ist sie die Regenbogentreppe gegangen...