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Nierenstein - Tipps und Erfahrungen? auf Kaninchen Forum

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Registriert seit: 13.07.2014
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Diabi befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 04.09.2017, 10:00

Nierenstein - Tipps und Erfahrungen?


Bei unserer Kaninchendame Schlappi (geb. am 19.04.2016) wurde am Freitag ein knapp 2 cm großer Nierenstein festgestellt.

Lt. TA wäre es am sinnvollsten, Schmerzmittel zu verabreichen und abzuwarten, bis die Niere von selbst abstirbt und die andere, hoffentlich noch funktionsfähige Niere deren Aufgabe übernimmt. Ansonsten könnte man zwar die Niere entfernen, dabei bestünde jedoch die Gefahr, dass die verbleibende Niere nicht adhoc die Aufgaben zweier Nieren übernehmen könnte und das Kaninchen dann trotz erfolgreicher OP an Nierenversagen stirbt...

Da mir diese Auskunft nicht so ganz plausibel erschien, habe ich für morgen (früher ging leider nicht, die Kaninchenspezialistin ist erst morgen da) einen Termin in Ettlingen ausgemacht, nachdem ich über Forensuche etc. darauf gestoßen bin, dass dort durchaus schon erfolgreich Nierensteine entfernt wurden und die Niere danach sogar wieder arbeitete.

Da ich jetzt aber schon das ganze WE hin und her grüble, muss ich Euch mit ein paar Fragen belästigen:

1. Wie sind Eure Erfahrungen/Prognosen bei der Entfernung eines Nierensteins oder gar einer ganzen Niere?

2. Was mache ich/ändere ich, wenn Schlappi die Nieren-OP gut übersteht, damit sich nicht erneut ein Nierenstein bildet?

Soweit ich es überblicke, entstehen Nierensteine ja hauptsächlich dann, wenn man zu trocken oder zu calciumreich füttert. Schlappi bekam aber, wie die anderen auch, im Sommer hauptsächlich Wiese, im Winter Salat, Kohl, Blättriges, Trockenfutter gab es keins, außer einem Händchen voll Haferflocken/Sämereien, um die Bande wieder ins Gehege zu locken, wenn sie unlustig waren, und das Händchen geteilt durch 5, wovon vier mehr als 5 Kilo auf die Waage bringen, erscheint mir auch nicht so viel... also, wieso dann bitte in so jungem Alter so ein riesiger Nierenstein?

Was mich auch völlig verwirrt, sind die Fütterungsempfehlungen bei Nieren- und Blasenproblemen: die meisten sagen ja calciumarm, andererseits brauchen Kaninchen doch Calcium für die nachwachsenden Zähne etc.

Kaninchenwiese und Kaninchen-würden-Wiese-kaufen sagen, calciumarme Ernährung wäre quatsch, am besten wäre Frischfutter, sprich Wiese, damit überschüssiges Calcium ausgespült wird und sich gar nicht erst zu Steinen verklumpen kann...

Und wie ist es nun mit der Oxalsäure? Die meisten behaupten, dass zu viel Oxalsäure die Entstehung von Steinen begünstigt, da sich Calcium und Oxalat zu Steinen zusammenfügen würden. Andererseits kommen Calciumoxalatsteine bei Kaninchen so gut wie nie vor, bei sämtlichen Studien, die ich zu Nieren-/Harnsteinen bei Kaninchen im Netz gefunden habe, waren es hauptsächlich Calciumcarbonat- und Calciumphosphatsteine.

Kaninchenwiese erklärt zum Oxalat, dass die Verstoffwechselung beim Kaninchen anders funktionieren würde: Oxalat und Calcium würden sich schon im Magen verbinden und dann über den Darm ausgeschieden, mit der Folge, dass dann auch weniger Calcium über die Niere abgebaut werden muss? Wenn das stimmen würde, wäre es ja dann eher sinnvoll, oxalatreich zu füttern?

Dazu sei angemerkt, dass Schlappi derzeit nur sehr mäkelig frisst (dadurch kam es überhaupt erst zum Befund, zunächst hatte ich ja eher an Haarballen o.ä. Magen-Darm-Probleme gedacht). Setzt man ihr einen Eimer Wiese vor, sortiert sie sich zunächst sämtliche Ampferblätter heraus, die ja bekanntlich viel Oxalsäure enthalten. Das war vorher nicht so, da hat sie von Disteln bis Wicken jegliche Wiesenpflanzen gefressen und nicht so auffällig selektiert.

Sinnig wäre ja auch, wenn sie mehr Flüssigkeit aufnehmen würde? Wenn ich aber mehr Obst und Knollengemüse füttere, was nach meinem Dafürhalten mehr Wasser enthält und noch zusätzlich Gurke, Tomate etc. dazu gebe, was ich bislang eigentlich für eher schlechte Futtermittel hielt, provoziere ich doch dann Magen-Darm-Probleme, weil zuviel Zucker?

Teilweise wird auch empfohlen, das Trinkwasser mit Fruchtsäften anzureichern, damit das Kaninchen mehr trinkt (da stellt sich mir dann auch die Frage, ob nicht zuviel Zucker?), mit Apfelessig/Zitronensäure o.ä. für ein sauereres Klima im Nieren-/Harnbereich zu sorgen usw. usf.

Letzteres finde ich zwar nicht völlig abwegig, bei meinem Mann hat sich ein Nierenstein tatsächlich aufgelöst, nachdem er zwei Wochen lang Zitronensaft konsumierte, andererseits weiß ich zum einen nicht, ob bei Ehemann und Kaninchen die gleiche Steinsorte vorlag/-liegt, noch, ob etwas, was beim Menschen funktioniert, auch beim Kaninchen klappt, und zudem hätte ich auch keinen blassen Schimmer, wie ich sowas einem Kaninchen einflöße, dass sich bei der Schmerzmittelgabe mit Händen und Füßen wehrt und mittlerweile schon das Weite sucht, wenn sie einen von uns nur sieht...

Lange Rede, kurzer Sinn: ich bin jetzt völlig verwirrt, welche der sich widersprechenden Fütterungsempfehlungen nun die richtige ist, was eigentlich bei der bisherigen Ernährung nicht stimmte, bzw. was man überhaupt tun kann, um zukünftige Nierenprobleme zu vermeiden...

LG,



 

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