 | Kaninchenfreund | | Registriert seit: 04.10.2014
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Geschrieben am
23.05.2015, 17:34
| | | | Die Kastration von Kaninchen Hallo ,
da die Kastration unserer Kaninchen wohl stets aktuell ist , soll dieser Thread dazu dienen unsere Erfahrung und unser Wissen rund um das Thema mal zusammenzubringen .
Das männliche Kaninchen ist der Bock , das Weibchen die Zibbe . Ein Rammler ist ein männlicher Hase , die Häsin das Gegenstück .
Im Nachfolgenden wissen wir aber alle wohl was gemeint ist .;-)
Vorbereitung :
Bei allen Kaninchen bitte bis zur OP gut füttern . Kein blähendes oder nasses Futter .
Kaninchen haben eine Stopfmagen , sie müssen immer Futter haben . Da sie nicht erbrechen können , spielt das Futter in Bezug auf die Narkose kaum eine Rolle .
Der Bock :
Ein Kaninchenbock ist ab ca. 12 Wochen bis 5 Monate , je nach Rasse geschlechtsreif .
Die Hoden befinden sich rechts und links seitlich zwischen Penisspitze und After .
Beim Kaninchenbock können die Hoden komplett in die Bauchhöhle eingezogen werden .
So kann man nicht immer auf den ersten Blick feststellen , ob das Böckchen schon geschlechtsreif ist bzw. kastriert .
Die Kastration :
Es gibt hier verschiedene Möglichkeiten der Narkose , die heiß diskutiert werden . Am besten lässt man sich dazu vom TA seines Vertrauens eingehend informieren .
Es erfolgt auf jedem Hodensack ein kleiner , ca . 1 cm , Schnitt . Die Hoden werden herauspräpariert , abgebunden und durchtrennt .
Der Hodensack wird meist nicht durch eine Naht verschlossen , da die Wundränder sehr schnell verkleben und Blut und Wundsekret ablaufen müssen .
Bei den meisten spätkastrierten Böcken staut sich das etwas und die leeren Hodensäcke schwellen dadurch an .
Nachsorge :
Der frisch kastrierte Bock , sollte warm und auf Küchenpapier , Handtüchern oder Laken gehalten werden . Zuerst auf begrenztem Raum .
Hygiene ist hier sehr wichtig und die Unterlage muss häufig gewechselt werden .
Mindestens zweimal täglich sollte man nach der Wunde schauen , kommt einem was komisch vor , lieber einmal mehr zum TA .
Mögliche Komplikationen :
Narkosemittelunverträglichkeit . Nur völlig wache Tiere mit nach Hause nehmen .
Entzündung eines oder beider Hodensäcke . Der TA gibt in diesem Fall Antibiotika , etwas Abschwellendes und Schmerzmittel .
Desinfektionsmittelunverträglichkeit .Der TA gibt Kamillentinktur oder Salbe .
Futterverweigerung . Bei einer Dauer von über 6 Stunden ohne jegliche Nahrungsaufnahme bitte zum TA .
Die Zibbe :
Kaninchendamen können mit ca. 12 Wochen bis sechs Monaten geschlechtsreif werden , je nach Rasse . In diesem Alter ist sie aber noch nicht zuchtreif !
Seriöse Züchter lassen nur ausgewachsene Zibben , mind. 8 Monate bis 20 Monate decken .
Ältere als 20 Monate dürfen nicht erstmalig gedeckt werden , da das Becken nicht mehr elastisch und zu eng ist .
Auch bei den Damen gibt es eine Besonderheit . Beide Gebärmutterhörner können getrennt belegt werden . Das heißt , sie kann z.B. mit dem nächsten Wurf schon trächtig sein , wenn die anderen geboren werden . Kaninchen haben keinen Zyklus und sind immer bereit .
Der Züchter lässt das Paar nur kurz zusammen um das Nachlegen und auch die Schwangerschaft beider Seiten zu verhindern .
Wenn eine Zibbe doppelt belegt ist , also auf beiden Seiten Jungtiere trägt , kann es zu Würfen von 8 bis 14 Jungtieren kommen . Das bedeutet hohe Verluste und Lebensgefahr für die Mutter , sowie auch bei zu kurzem Wurfabstand .
Ausserdem kann die Anwesenheit des unkastrierten Bockes die Trächtigkeit stören und bedeutet oft sogar die Tötung der Jungtiere durch Vater oder Mutter .
Die Kastration :
Die Kastration der Zibbe ist immer eine große OP . Da die Bauchdecke eröffnet werden muss , ist auch eine tiefe Narkose nötig . Auch hier bitte beim TA eures Vertrauens gründlichst beraten lassen . Es gibt keine dummen Fragen .
Bei der Zibbe ist ein größerer Schnitt auf dem Unterbauch notwendig . Mit einem sehr kleinen Kastrationshaken und den Fingern wird die Gebärmutter beidseitig mit Eierstöcken herauspräpariert . Dann wird ein kleines Stück vor dem Gebärmutterhals doppelt abgebunden und verödet .
Damit sollen Nachblutungen verhindert werden , die tödlich wären .
Diese Wunde muss verschlossen werden , im Normalfall mit einer doppelten Naht .
Die erste Naht verbindet das Unterhaut Gewebe , die zweite das Obere . Manchmal kommt noch eine Entlastungsnaht obendrauf um die Spannung auf der eigentlichen Naht zu nehmen .
Hier kommt es auf die Größe der Wunde an und das ist eigentlich nur bei der Entfernung großer Tumore bei der Kastration der Fall .
Nachsorge :
Unbedingt warm halten . Nach so einer tiefen Narkose kann das Tier stark auskühlen .
Es ist zu verhindern das die Zibbe an die frische Wunde kommt .Das geht am praktischen mit einem Body bei den meisten . Die Kaninchendame ist Anfangs auf kleinerem Raum zu halten und sollte nicht klettern oder springen . Auch hier ist Hygiene sehr wichtig , genau wie die Nachsorgetermine beim TA unbedingt eingehalten werden sollten .
Es empfiehlt sich natürlich auch bei den Damen mind. zweimal täglich nach der Wunde zu schauen und wenn irgendwas einem komisch vorkommt , lieber einmal zu viel zum TA als einmal zu wenig .
Mögliche Komplikationen :
Narkosemittelunverträglichkeit . Nur völlig wache Tiere mit nach Hause nehmen .
Entzündung der Wunde , Desinfektionsmittelunverträglichkeit . Der TA gibt hier die beim Bock angewandten Medikamente plus extra Wundversorgung und Anleitung .
Futterverweigerung , Stoffwechselstörungen . Auch hier gilt , bei länger als 6 Stunden ohne jegliche Nahrungsaufnahme zum TA und bei starken Durchfällen ohne Aufschub zum TA .
Verstopfung . Bei anhaltenden Problemen Kot abzusetzen bitte zum TA .
Nicht urinieren . Nach spätestens 2 Stunden zum TA .
Die allermeisten TA geben die Tiere nur mit nach Hause , wenn sie Urin absetzen können .
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Liebe Grüße von Anja , Bijou , Obelix , Schnuffi , Wuschel ,Bambi , Sally ,Klara , Sam und Maxerl 
Immer im Herzen -
Julia , Hopsi , Schnuffelchen , Blacky , Luna , Rudi , Mucki, Stupsi , Herr Zuckerwatte
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