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Kämpferherz 05.05.2015 21:58

Wie Einstein tapfer kämpfte und doch verlor...
 
Hallo ihr Kaninchenliebhaber da draußen,

ich bin noch neu und weiß noch nicht so genau, wie das alles hier funktioniert!;-)

Ich möchte euch heute gerne Einsteins Geschichte erzählen. Es könnte etwas länger werden.

Ich nehme mal gleich vorweg, dass diese Geschichte kein schönes Ende hat. Wir mussten den kleinen Kerl am 02.05.2015 nach langer Krankheit und Behandlung gehen lassen... :-(

Unsere Geschichte beginnt Mai 2014. Zu dieser Zeit hatte ich 2 Weibchen und einen kastrierten Rammler. Unter den Weibern herrschte ständig Streit und wir mussten sie trennen. Wie es der Zufall wollte ( oder war es eher das Schicksal?!) suchte eine bekannte für ihr verbliebenes Kaninchen ein neues Zuhause. Ich suchte nicht wirklich nach einem neuen Kaninchen, aber als ich nun diese Anzeige las, war klar, dass ich ihn nehmen wollte.
So zog dann Einstein, ein siebenjähriges Lohkaninchen, bei uns ein. Heute bin ich mir sicher, dass das Schicksal ihn zu uns gebracht hat und ich bin mehr als froh, dieses Kaninchen kennengelernt zu haben.
Wir vergesellschafteten die vier Nins und es wurde eine harmonische Gruppe.
Bereits am Anfang war uns aber aufgefallen, dass Einstein anders hoppelte als die Anderen. Er hoppelte hinten sehr schief und hatte auch wunde Hinterläufe.
Zurückgeben kam für uns natürlich nicht mehr infrage. Ich hoffte, es würde sich mit der Zeit bessern.
Einsteins ( nennen wir ihn lieber `Steini´, so haben wir ihn auch immer liebevoll gerufen) Gesundheitszustand verschlechterte sich schleichend bis in den Winter hinein. Er war ständig unten herum nass und das schiefe Hoppeln verbesserte sich nicht.
Bei mir gingen alle Alarmglocken an. Ich rief bei unserer Tierärztin an und bekam gleich abends einen Termin. Jedoch hatten wir dieses Mal nicht unsere übliche Tierärztin. Sie schickte uns mit dem Befund " Blasenentzündung und an den Gelenken kann man nichts machen" mit Medizin nach Hause.
Beruhigt war ich nicht, behandelte Steini aber. Eine Besserung stellte sich nicht ein.
Einige Tage später, es war bereits Anfang Dezember 2014, konnte Steini von einem Tag auf den anderen nicht mehr aufstehen oder stehen. Er schien wie gelähmt.
Direkt am selben Tag zu unserer üblichen Tierärztin. Sie war geschockt,als sie ihn sah und fragte, ob wir ihn nicht lieber einschläfern lassen wollen. Und er war da wirklich mehr tot als lebendig...
Doch wir entschieden uns dagegen. Er bekam Schmerzmittel und alles erdenkliche an Medizin, was sie auf Lager hatte. Ich vermutete EC, unsere Tierärztin schloss dies aus und dachte an neurologische Ausfälle. Kot und Urin wurden untersucht und man fand nichts.
3 Tage haben wir um Steini gekämpft und dann endlich, am dritten Tag der Behandlung, an dem wir auch zur Kontrolle kommen sollten, saß er wieder. Ich war natürlich überglücklich.
Auch die Tierärztin bestätigte uns, er habe sich ins Leben zurück gekämpft und es habe sich gelohnt, ihn nicht einzuschläfern.
Da wir also auf neurologische Ausfälle tippten bekam er alle 4 Wochen von der Tierärztin seine Aufbauspritze mit Vitaminen und so Zeug. Bitte fragt mich nicht, was alles drin war. Am Anfang war glaube ich auch noch Cortison dabei, aber nagelt mich nicht darauf fest. Zu Hause bekam er jeden Morgen eine viertel Vitamin B Tablette in einer Banane mit ein wenig Teufelskralle ( die habe ich aus Eigenregie gefüttert, genau wie Ingwer. An den sind sie allerdings nicht dran gegangen oder nur relativ selten) und Metacam als Schmerzmittel.
Das Schmerzmittel brauchte er, da seine Knochen verformt waren und er hochgradig Athrose hatte, was dann auch das schiefe Hoppeln erklärte.
Zusätzlich bekam er die ersten Tage danach noch warme Kamillensitzbäder, damit er nicht mehr so streng roch. Das Einpinkeln kam durch Inkontinenz, die wohl durch die Athrose plus die neurologischen Ausfälle hervorgerufen wurde.

Im Januar war er wie ein junges Kaninchen. Er vertrug die Medizin und die Behandlung super und wir mussten keine Kamillensitzbäder mehr machen.
Er war ein so tolles Kaninchen und man merkte richtig, wie er bei uns aufblüht und beginnt, sein Leben zu genießen. Die Wunden an den Hinterläufen schlossen sich langsam, obwohl er natürlich weiterhin schief lief. Die Wunden hatten wohl bei dem Vorbesitzer etwas mit dem falschen Untergrund zu tun.
Wir nahmen ihn währenddessen hinein, weil die Tierärztin uns dazu geraten hatte und er uns draußen wahrscheinlich erfroren wäre. Das war auch gut so, denn die Weibchen konnten sich erneut nicht riechen.
So zog Steini mit Baby in unseren Keller, wo ich ihnen ein Gehege baute. Dort vebrachten sie zwei Monate, bis Ende Februar meine Baby starb. Ich kann bis heute nur vermuten, wieso, weshalb, warum, aber es ging sehr schnell. Ein Telefonat mit dem Notdienst hatte mir ebenfalls nichts gebracht... :-(

Steini saß nun also alleine und ich weiß noch, dass ich die halbe Nacht bei ihm verbracht habe, weil er so traurig aussah. Ich bin mir auch sicher, dass er trauerte. Eine Lösung musste her.
Die erste Idee war, ihn wieder rauszusetzen, doch die anderen beiden akzeptierten ihn nicht. Die Jagerei war schlecht für seine Athrose, also Steini schnell zurück in seinen Stall bringen und da kam mir die Idee. Wir setzen die anderen einfach zu ihm. Und zum Glück klappte dies. Sie wurden gute Freunde.
Im März begann Steinis Zustand wieder schlechter zu werden. Er hielt die 4 Wochen bis zur nächsten Spritze nicht aus und wurde ab der dritten Woche schlechter. Er pinkelte sich wieder ein, er sass schief, konnte manchmal nicht aufstehen, fiel um, ... .
Wir verringerten den Zeitraum zwischen den Aufbauspritzen, Steini nahm sogar zu und ich gab weiterhin Medizin.
Doch Ende März waren wir wieder an einem Tiefpunkt angelangt. Steini trocknete aus, obwohl er nur Grünzeug zu fressen bekam, er pinkelte sich weiterhin ein und die Abstände zwischen seinen Ausfällen wurden geringer. Er lag oft und viel aber an seinem Verhalten änderte sich nicht wirklich etwas. Auch wenn er die Kamillensitzbäder und das Föhnen nicht immer toll fand, ließ er es doch bereitwillig über sich ergehen. Er war aufgeschlossen und an seiner Umwelt interessiert.
Um den Grund zu finden, wieso er austrocknet, ließen wir einen Bluttest machen. Der Bluttest ergab nicht wirklich etwas. Alle Werte waren in Ordnung und die Organe funktionieren einwandfrei.
Auch ein erneuter Urintest brachte nichts. Nur diese eine Erkenntnis zogen wir daraus: Der Urin hat eine zu geringe Dichte. Die Ursache fanden wir nicht.
Es war nun bereits Ende April und trotz zwei Aufbauspritzen innerhalb einer Woche und weiterer regelmäßiger Medikamentengabe ging es bergab. Die Tierärztin wusste keinen Rat mehr... und wir ebenfalls nicht.
Es gab Tage, an denen konnte er nicht mehr aufstehen, an manchen wiederum hüpfte er, wenn man das bei ihm so sagen kann, fröhlich herum. Steini kämpfte jeden Tag ums Überleben und er ist für mich das tapferste Kämpferherz, das es gibt. Er hat nie aufgegeben! Nie!!
Die Ergebnisse des Bluttests bekamen wir am 30. April und da bekam er auch seine Aufbauspritze. Wie ich bereits erwähnte, erfolglos.
am 01. Mai lag er nur wieder und konnte nicht aufstehen. Er war nass und sah schlecht aus. Da ich ihm erneut ein Kamillensitzbad machte, kontrollierte ich ihn. Und da entdeckte ich sie...Maden...
Mir lief es kalt und heiß den Rücken herunter. Nicht das noch, bitte nicht. Ich flehte und betete, aber natürlich blieben die Dinger. Ich puhlte sie ab.
Verzweifelt rief ich trotz Feiertag bei unserer Tierärztin an und durch Schicksal ( ja, Schicksal spielte bei uns oft eine große Rolle) ging sie ran. Sie sagte, ich solle sofort vorbeikommen.
Als wir dort ankamen, hatte Steini keine Maden mehr. Jedoch gefiel er unserer Tierärztin ganz und gar nicht. Sie maß Fieber und untersuchte ihn, aber sie fand nichts.
Am selben Tag puhlte ich gefühlte Tausend Maden heraus. Am Ende des Tages war ich am Ende meiner Kräfte. Ich war seelisch und emotional am Boden. Ich konnte einfach nicht mehr. Auch Steini signalisierte mir an diesem Tag:" Ich will nicht mehr. Ich habe Schmerzen. Frauchen, mach, dass es aufhört."
An diesem Abend, dem 01. Mai, traf ich die schwierigste Entscheidung meines Lebens: Er darf gehen.
Doch am 02. Mai kam alles anders. Ich hatte die ganze Nacht nicht geschlafen und wenn ich schlief, träumte ich von Maden. Schlimme Bilder von einem aufgefressenen Steini setzten sich in meinem Gehirn fest. Doch als ich morgens bereits ganz früh nach unten ging, saß der kleine Mann aufrecht auf seinen Beinen, seit etlichen Tagen und wartete nur auf sein Futter. Er schlug auch gut zu. Als er gefressen hatte, schaute ich nochmals nach Maden und erneut waren welche da. Ich befreite ihn davon und zur Belohnung gab es Cranberries. Dabei kletterte er mir auf den Schoß.
Ich glaube, er wusste instinktiv, dass es zu Ende geht. Er konnte es spüren, da bin ich mir sicher. Er wollte sich bedanken.
Erneut fuhr ich zum Tierarzt, zur "Kontrolle". Doch das schlimme Urteil kam:" Es geht bergab. Er hat immer gekämpft, aber ich glaube er will nicht mehr, seine Augen sind matt, er sieht nicht gut aus." Dabei streichelte sie ihm unablässig durch das Fell. Meine Augen hatten sich bereits mit Tränen gefüllt. Der Abschied war gekommen...
Da ich mir bereits am Vortag Gedanken darum gemacht hatte, wie ich es wollte, nahm ich Steini wieder mit nach Hause. Vorher bekam er eine Beruhigungsspritze. In seiner Transportbox, in der er so viel Zeit verbracht hatte, nahm ich ihn mit hinein und blieb die ganze Zeit bei ihm. Sogar gegen die Beruhigungsspritze kämpfte er noch. Er wollte nicht gehen, uns nicht verlassen, uns zeigen, dass er es schafft, dass er alles schaffen kann.
" Steini, du hast genug gekämpft. Es wird alles gut. Gleich ist alles vorbei und dann gehst du ins Regenbogenland. Keine Schmerzen mehr, ich verspreche es dir. Frauchen bleibt bei dir. Ich liebe dich!"
Als die Tierärztin nach der Sprechstunde kam, hätte ich am liebsten geschrien:" Nein! Nehmen Sie ihn mir nicht weg. Ich will, dass er da bleibt!"
Doch es gab kein Zurück. Es war meine Pflicht ihn von seinen unerträglichen Schmerzen zu erlösen. Ich konnte nicht mein eigenes Empfinden in den Vordergrund rücken. Hier ging es um ihn.
Innerhalb weniger Sekunden schlief er ein... und in diesem Moment, in dem ich dies schreibe, weine ich erneut. Ich habe meinen besten Freund, das größte Kämpferherz und ein großartiges Kaninchen verloren.
An dieser Stelle möchte ich gerne meiner Tierärztin danken. Ich bin ihr so unendlich dankbar, dass sie Steini noch diese Monate geschenkt hat und dass sie ihn so sanft hat einschlafen lassen. Weiterhin bin ich dankbar, dass sie sich selbst an freien Tagen und nach Feierabend so aufopferungsvoll um ihn gekümmert hat. Danke!
Danke auch an alle, die mir in der ganzen Zeit und gerade jetzt zur Seite stehen und gestanden haben.


4 Tage nach Steinis Tod ist es hier so unfassbar leer. Ich sehe ihn überall und denke mir in jedem Moment:" Was würde ER gerade machen?"
Durch dieses Kaninchen hat sich mein Leben um 180° gedreht. Er brauchte so viel Aufmerksamkeit und mein erster Gang war immer zuerst zu ihm ( und natürlich zu den anderen). Mein Tag richtete sich danach, wann er Medikamente bekam und wann er mich eben brauchte.
Er hat mir gezeigt, dass es sich lohnt jeden Tag aufs Neue zu kämpfen, auch wenn es aussichtslos scheint!
Danke für alles! Ich liebe dich! :-*


Und dir, der du das gerade gelesen hast, danke ich ebenfalls dafür, dass du dir die Zeit genommen hast, Steinis Geschichte zu lesen.

Allen Betroffenen, die tagtäglich, um das Leben kämpfen möchte ich mit unserer Geschichte Mut und Ausdauer schenken. Es lohnt sich. Kämpft um eure Vierbeiner!

Wer hat vielleicht etwas ähnliches erlebt, hat Erfahrung mit Athrose/ neurologischen Ausfällen, trauert um seine Vierbeiner? Austausch wäre schön! :-)

Einstein
Rest in Peace
*14.02.2007
† 02.05.2015

http://i60.tinypic.com/op3dr6.jpg
http://i58.tinypic.com/nx9f6u.jpg

Micky83 05.05.2015 22:12

Tut mir sehr leid um deinen Steini.:(
Aber auch ein Kämpferherz hat seine Ruhe verdient. Fühl dich gedrückt.

gerti 05.05.2015 22:27

Herzlich willkommen hier bei uns im Forum! Die Geschichte von Steini ist sehr schön und sehr traurig. Aber denke immer daran, dass Du ihm ein schönes Leben geschenkt hast und ihn durch seine Krankheit begleitet hast. Du wirst noch viel an Steini denken, aber ich wünsche Dir, dass Du mit Lächeln an die Zeit zurückblicken kannst!
Hier im Forum gibt es viele schöne und traurige Geschichten zu entdecken ;). Du kannst auch einen eigenen Vorstellungsthreat eröffnen in dem Du Deine Kaninchen und Deine Haltung (mit Bildern :) ) zeigst.

Applejack 05.05.2015 22:32

Eine zu Herzen gehende Geschichte.
Mein Beileid

Nathi 06.05.2015 00:33

Man bin am heulen, das du mit Steini so gekämpft hast berührt mich zutiefst!

Die Regenbogenbrücke:
Eine Brücke verbindet den Himmel und die Erde. Wegen der vielen Farben nennt man sie die Brücke des Regenbogens. Auf einer Seite der Brücke liegt ein Land mit Wiesen, Hügeln und saftigem, grünem Gras.

Wenn ein geliebtes Tier auf der Erde für immer eingeschlafen ist, geht es zu diesem wunderschönen Ort. Dort gibt es immer zu fressen und zu trinken und es ist immer warmes schönes Frühlingswetter.

Die alten und kranken Tiere sind wieder jung und gesund und spielen den ganzen Tag zusammen. Die Tiere sind glücklich und zufrieden, und es gibt nur eine Kleinigkeit die sie vermissen. Sie alle sind nicht mit dem Menschen zusammen den sie so sehr geliebt haben.

So laufen und spielen sie jeden Tag zusammen, bis eines Tages plötzlich eines von ihnen innehält und aufsieht.

Die Nase bebt, die Ohren stellen sich auf und die Augen werden ganz groß

Plötzlich rennt es aus der Gruppe heraus und fliegt über das grüne Gras. Die Füße tragen es schneller und schneller.

Es hat Dich gesehen, und wenn Du und Dein Freund sich treffen nimmst Du ihn in Deine Arme und hältst ihn fest.

Dein Gesicht wird geküsst und abgeschleckt, wieder und wieder und endlich schaust Du wieder in die Augen Deines geliebten Tieres, das so lange aus Deinem Leben verschwunden war, aber nie aus Deinem Herzen.

Dann überschreitet ihr gemeinsam das letzte Stück der Brücke des Regenbogens und ihr werdet nie wieder getrennt sein.....

Beast 06.05.2015 01:07

:cryin: Tränen aus meinen Augen wisch ...

Wie herzzereißend das zu lesen, Steini hatte wirklich ein Kämpferherz und trotz allem die wahrscheinlich schönste Zeit bei Dir und es zeigt immer wieder das man egal wie schlecht die Aussichten sind, man nicht so leicht aufgeben sollte, aber auch loslassen muss wenn die Zeit gekommen ist...

Tinachen 06.05.2015 06:50

Puh...
Was schreibt man in so einer Situation? Ich weiß wie Du Dich fühlst und wünsche Dir viel Kraft die schwere Zeit auszu halten.
Trotzdem, herzlich willkommen bei uns im Forum, wo leider ganz Viele Deinen Schmerz auch kennen. Vielleicht troestet es Dich etwas das Du hier unter Gleichgesinnten bist.

Luke 06.05.2015 08:06

Das ist so traurig . Ich sitze hier und weine . Schön , dass Du dich so aufopferungvoll um ihn gekümmert hast . Ich weis, er merkte , was er dir bedeutete . Ihn zu erlösen war vollkommen richtig , auch wenn es schwer fällt , diese Entscheidung zu treffen . Tierliebe ist auch , irgendwann loszulassen .Dir wünsche ich viel Kraft , den Verlust zu verarbeiten . Sei nicht traurig, dass ich gegangen bin . Sei fröhlich , wenn Du daran denkst wie schön die gemeinsame Zeit war . Überall sind Spuren meines Lebens . Denn nur wer vergessen ist , ist wirklich tot . Alles Gute !!
LG

maximus 06.05.2015 08:08

Nur wer schon mal soetwas erlebt hat, kann verstehen wie es dir jetzt geht!
Ich sitze hier mit Tränen in den Augen und fühle mit dir.

Aber es kommt die Zeit wo du mit einem Lächeln an ihn zurückdenken kannst!
Ich wünsche dir von Herzen das es bald sein wird...

abigail89 06.05.2015 11:03

Das ist wirklich traurig. Fühl dich ganz fest gedrückt . . .

Weißt du manchmal denk ich unsere verstorbenen Racker sitzen irgendwo auf einer Wolke und passen auf uns auf. Es ist ein tröstlicher Gedanke wie ich finde, vielelicht gibt er auch dir etwas trost ;-)

Lg

JayJay 06.05.2015 11:25

Ich muss erstmal kräftig schlucken und durchatmen puuh,
was für eine Geschichte und du hast sie mit so viel Liebe geschildert.

Man erfreut sich an den Tieren, wenn es ihnen gut geht und sie spielen und durch die Gegend laufen...das ist so schön...und doch erkennt man manchmal erst während der Krankenpflege wieviel einem das Tier bedeutet und plötzlich wird die Verbindung noch viel stärker.

Mein Mädchen habe ich seit 4 Jahren, sie war immer ein bißchen mein "Srgenkind" was auch viel auf die vorherige Haltung zurück zu führen war.
Sie ist eine wahnsinnig tapfere Kämpferin, schon 5 mal selber totgeglaubt, 3 Partner überlebt und immer wieder kämpft sie sich zurück ins Leben.

Sie war schon immer etwas ganz besonderes für mich, vom ersten Tag an.
Nun kümmere ich mich momentan jeden Tag sehr intensiv um Sie, Mitte Februar hatte sie einen erneuten E.C Ausbruch, seitdem füttere, wasche und versorge ich sie jeden Tag nochmal ca 2 Stunden mehr als sonst.

Man sollte für solche Begegnungen ganz besonders dankbar sein, man lernt so viel - auch über sich selbst.

Im November habe ich schon einen Rammler verloren, vor wenigen Wochen den zweiten...es ist so wahnsinnig schwer, ich kann dich gut verstehen

Kämpferherz 06.05.2015 12:20

Danke für eure netten und tröstenden Worte. Obwohl ich gleich wieder anfangen musste zu heulen! ;-)
Danke auch für das Regenbogengedicht und das schöne Zitat.


Tief in mir drin, weiß ich, dass es richtig war, ihn gehen zu lassen. Diese Schmerzen hatte er einfach nicht verdient. Aber er hätte so verdammt alt werden können...
Mittlerweile schwirren mir aber so viele Fragen durch den Kopf:" Was hätte man noch versuchen können? Hatte er wirklich solche Schmerzen? War es wirklich richtig so?"
Wir hätten weiter kämpfen können, aber mit jedem Tag wäre es aussichtsloser geworden. Das wussten wir alle...


Vielleicht kann mir jemand von euch erklären, wie ich in diesen Thread Bilder einstellen kann?! Dann würde ich in den Hauptthread ein paar Bilder einfügen, damit ihr meinen kleinen, tapferen Kämpfer sehen könnt.

@JayJay: Ohje, auch so eine arme, tapfere Maus. Ich wünsche euch beiden viel Glück, dass ihr es schafft. Drück die Kleine mal ganz doll von mir.

JayJay 06.05.2015 12:51

Danke

hier die Anleitung zum Fotos hochladen :
http://www.kaninchenforum.de/small-talk/680-fotos-einstellen.html

Eine kleine Hilfe für alle Einsteiger;)

1. Unter dem Editor auf den Button "Anhänge verwalten" klicken
(Wenn Du die Funktion nicht hast, dann erst auf "Erweitert" im Editor klicken)

2. "Datei auswählen" klicken, und das Bild (oder Bilder) von Deinem PC auswählen

3. "Hochladen" kicken. Fertig!


----------- 8< ---------

Hier eine Alternative:

1. Du gehst auf tinypic.com, dort suchst du das Bild aus, dann die entsprechende Größe(am besten "Message Board" oder "Website/Email") aus, dann klickst du auf hochladen und wartest.
2. Du kopierst den "IMG_code für Foren und schwarze Bretter" mit der rechten Maustaste.
3. Diesen Link kopierst Du dann an die entsprechende Stelle wo das Bild erscheinen soll.
4. Fertig!


Statt Tinypic gehe ich sonst auf abload.de ist ebenfalls kostenfrei.
Achte darauf, dass die Datei nicht zu groß ist - weder bei der Datei, noch der Bildgröße :D

Kämpferherz 06.05.2015 21:01

Danke! :-)
Ich habe zwei Bilder eingefügt. Wenn ich Zeit habe, kommen ein paar mehr! :-)

marinahexe 06.05.2015 23:17

Ein wunderschönes Tier!

Beast 07.05.2015 01:15

:willy_nilly: o mein Gott ist der niedlich *dahinschmelz* :willy_nilly:

Kämpferherz 07.05.2015 09:11

Danke! Jeder der ihn gesehen hat,hat erst mal seine Farbe bewundert.
Als er zu uns kam im Sommer hatte er tausend verschiedene Brauntöne. Im Winter ist er so dunkel geworden,wie ihr auf den Bildern sehen könnt. Ein halbes Chamäleon! :-D

Hatte jemand von euch schon mal etwas mit neurologischen Ausfällen zu tun? Oder Athrose?

JayJay 07.05.2015 09:42

Das ist ein Loh-Kaninchen :thumbsup:
Ich liebe diese Färbung, mein erstes Kaninchen war ein Loh Mix, er war allerdings nicht ganz so Orange, er hatte einen weißen Bauch :)

Meine Nilpferddame hat jedes Jahr ein anderes Fell, wenn ich mir die Fotos von vor 4 Jahren ansehe, würde ich sie gar nicht wieder erkennen :D

Neurologische Ausfälle gibt es häufig bei einer E.C Erkrankung
das hat mein Mädchen auch.
Schau mal hier: http://www.kaninchenwiese.de/gesundheit/e-cuniculi/

Der Rammler meiner Schwester (mittlerweile über 10) hat Athrose

Kämpferherz 07.05.2015 14:10

Ja ich weiss! ;-) Hab ich ja im Beitrag auch geschrieben. Er kam auch von einem Züchter. Hatte Ohrnummer und alles.

Ich muss mal Bilder einstellen,wie er aussah als er zu uns kam. Kein Vergleich zu dem fast schwarzen Fell im Winter.

E.C. konnten wir ja ausschließen. Das hätten wir ja im Blutergebnis gesehen. Irgendwie glaube ich hätte mich diese Erkenntnis gewiss erleichtert. Wir haben ja immer nur Symptome therapieren können. Was er letztendlich hatte,hat er uns leider nicht verraten! :-( E.C. hätten wir immerhin behandeln können und zwar gezielt. Ach man...

Wow 10 Jahre nicht schlecht. Da darf man dann auch schon mal Athrose haben. Oder hatte er das schon immer? Macht sie was dagegen?

JayJay 07.05.2015 14:45

Der Bluttest ist übrigens nicht wirklich aussagekräftig,
Tiere mit einem hohen Titer haben gar keine Symptome, die mit einem niedrigen Titer haben teilweise starke Ausfallerscheinungen.

Manni, so heißt das Kaninchen meiner Schwester, bekommt momentan keine speziellen Medikamente, aber ein Zusatzfutter

Kämpferherz 08.05.2015 12:21

Nunja, jetzt ist es eh zu spät, um etwas zu ändern. Aber wir haben ja alles versucht.
Auch wenn es schwer für uns ist, es ist besser für ihn gewesen. Er ist mit Würde gegangen. Das war mir wichtig.

Achso.

Gestern kam Post von unserer Tierärztin. Sie und ihr Team haben uns herzliches Beileid gewünscht und alle haben total lieb unterschrieben. *-*
Unsere Tierärztin bekommt als Dankeschön auch ein Bild von Steini, das sie dann aufhängen kann.

zauberwaldmaus 27.05.2015 22:56

Traurige Geschichte. Dennoch schön zu lesen wie du zusammen mit ihm gekämpft hast. Ich weiß wieviel Kraft das kostet. Aber kein Tag und keine Nacht ist zu schade zum kämpfen. :-(

Kämpferherz 28.05.2015 13:59

Ja genau so war es. Jeden Tag den icj mit ihm hatte habe ich genossen. Ich wusste tief in mir drin ja dass er nie mehr gesund werden wird und ich irgendwann die letzte Entscheidung treffen muss

Kämpferherz 28.05.2015 14:01

Ja genau. Ich habe jeden Tag mit ihm genossen. Ich wusste ja,dass er nicht mehr gesund wird. Da könnte jeden Tag der letzte sein.

Ups zwei mal gesendet...^^

die Kleine 28.05.2015 21:50

Auch wenn es euren Verlust nicht leichter macht, finde ich doch, dass eure Tierärztin samt Team wirklich toll und einfühlsam reagiert hat. Sie hatten euren Steini wohl auch alle ins Herz geschlossen...

Kämpferherz 28.05.2015 22:21

Das haben sie! :-)
Und ich bin allen so unendlich dankbar, dass sie Steini noch so viel Lebensqualität gegeben und auch alle meine Fragen bereitwillig und gutmütig beantwortet haben.
Ohne unsere Tierärztin wäre Steini wohl schon früher gegangen ( wobei sie wiederum meint, dass Steini sich glücklich schätzen konnte, mich als Frauchen zu haben, weil ich mich so um ihn bemüht habe)! ;-)
Ich denke im Endeffekt wurde er nicht nur von uns geliebt, sondern auch von unserer Tierärztin und ihrem Team.

Pinkbunny 09.10.2015 16:25

Huhu,
du hast die Geschichte von deinem Steini wirklich emotional beschrieben, ich musste weinen. Schön dass du ihm noch eine so schöne Zeit bei dir beschert hast mit anderen Ninis. Schade dass die Geschichte so traurig endet, obwohl es zwischendrin so gut aussah. Du hast alles richtig gemacht.
Als du in meinen Thread geschrieben hast, dass mein Rasputin dich an ihn erinnert musste ich nachlesen, um evtl. neue Erkenntnisse zu erlangen. Wir können bisher auch nur Vermutungen anstellen, welche Erkrankung er hat.

Kämpferherz 10.10.2015 15:34

Leider kann ich dir nicht weiterhelfen, wie ich ja auch schon in deinem Thread schrieb. Würde vielleicht anders aussehen, wenn wir im Endeffekt gewusst hatten, was Steini hatte! :-/
Tut mir also echt Leid.
Und danke für deine netten Worte! :-)
Gerade weil er immer so gekämpft hat und es zwischendurch gut aussah, war es echt schwer, den richtigen Moment zu finden, ihn gehen zu lassen. Ich denke, wir haben den richtigen Zeitpunkt gefunden, so im Nachhinein betrachtet auf jeden Fall! :-)

Nana1991 29.12.2015 18:42

Hallo Kämpferherz,

Steinis Geschichte hat mich sehr berührt. Es tut mir sehr leid, dass du das durchmachen musst - aber er ist erlöst. Ich habe im Februar meine kleine Freundin gehen lassen müssen und seitdem gab es keinen Tag, an dem ich nicht an dieser Entscheidung gezweifelt und mit mir gerungen habe. Sie hatte Tumore an mehreren Organen und daher Wasser im Brustkorb. Die Entdeckung der Erkrankung und schließlich die Entscheidung, das alles spielte sich innerhalb weniger Tage ab, am Ende eines fast achtjährigen Kaninchenlebens. Zu schnell, um alles zu begreifen. Erst hinterher wurde mir klar, dass ich mit der Entscheidung leben muss, und es ist schwieriger als gedacht.
Ich möchte dir ein paar Worte mit auf den Weg geben, die ich neulich gelesen habe und sehr passend finde, und wünsche dir alles Gute für die Zukunft.
Es gibt für alles im Leben eine Zeit - eine Zeit der Freude, eine Zeit der Stille und eine Zeit der dankbaren Erinnerung.

knuffelchen 29.12.2015 18:47

Das hast du so schön gesagt, danke!
Ich musste dieses Jahr schon mein Knuffelchen und meinen alten Schildkröter gehen lassen.

Nana1991 30.12.2015 11:47

Es tut mir sehr Leid, dass auch du dieses Jahr Abschied von zwei Tieren nehmen musstest, knuffelchen. Vielleicht kann man mit der Zeit begreifen, dass auch das Loslassen zum Halten eines Haustieres dazugehört. Bisher kann ich leider noch nicht so wie Kämpferherz über meine Entscheidung sagen, dass sie richtig war und auch im richtigen Zeitpunkt. Der Gedanke, um wie viele Tage und Stunden ich das Leben eines anderen Wesens verkürzt habe, geht mir nicht aus dem Kopf. Als ich das Tier leiden sah (Wasser im Brustkorb, kam einen Tag bevor ich sie gehen ließ und machte das Atmen zur Qual) wusste ich, dass es sein musste, aber als sie dann gegangen war erschien mir das alles nicht mehr so klar. Ich bin noch hier und bin nicht sicher, dass sie mit all dem einverstanden war. Ich werde nie erfahren, ob sie mir dankbar dafür ist und ob sie an meiner Stelle genauso entschieden hätte. Vielleicht hätte sie noch ein paar Stunden länger hier bei mir bleiben wollen. Ich wünschte, ich würde nicht zweifeln, so wie auch Kämpferherz nicht zweifelt. Ich habe genauso wie Kämpferherz die Tierärztin zu uns nach Hause gebeten, damit meine kleine Freundin von ihrer geliebten Umgebung Abschied nehmen kann. Das schlimmste war, dass sie so arglos war, gar nicht wusste, was auf sie zukam, und ich veranlasst habe, dass ihr die Spritze gegeben wird. Mehrere Tierärzte haben mir bestätigt, dass sie sehr bald qualvoll ersticken würde. Heute aber denke ich, vielleicht hätte es noch irgendeine Hoffnung gegeben und ich habe ihr diese Chance genommen. Vielleicht hätte sie nicht nur noch Tage gehabt, sondern sogar eine Woche, in der sie noch ein paar glückliche Momente gehabt hätte. Ich hätte noch mehr Zeit mir ihr haben können, ein paar kostbare Stunden, und wären es nur Minuten gewesen. Sie hätte noch mehr von ihren Lieblingsspeisen essen können und sich noch länger streicheln lassen. Sie wäre noch etwas länger bei mir gewesen.
Es ist schön, dass man hier im Forum auch über die leidvolle Seite der Tierhaltung reden kann. Leider verstehen viele Menschen nicht, weshalb man um ein Tier trauert wie um ein menschliches Familienmitglied. Das sind in der Regel solche, die nie ein Haustier hatten.
Möge das neue Jahr uns weniger traurige Momente als das alte bringen, dafür mehr dankbare Erinnerungen, siehe meine Worte von gestern.

Kämpferherz 30.12.2015 14:45

Hallo Nana1991,

danke für deine lieben Worte.
Glaube mir, all das was du beschrieben hast, habe ich Wochen nach Steinis Tod immer und immer wieder durchgekaut, aber im Endeffekt konnte ich meine Entscheidung auch nicht mehr rückgängig machen.
Ich musste meinen Frieden mit dieser Entscheidung finden und da ich weiß, wie sehr sich mein armer, kleiner Kerl jeden Tag gequält, umso sicherer bin ich mir, dass es die richtige Entscheidung war. Für ihn war es nicht mehr lebenswert. Er konnte nicht mehr aufstehen, nicht laufen, er hat sich ständig zugeschmiert und dann noch die fiesen Maden. Er wäre bei lebendigem Leibe gefressen worden. Das wollte ich auf keinen Fall. Er sollte mit Würde gehen.
Auch wenn er bis zum Schluss gekämpft hat, irgendwann wusste ich, dass er mir danken würde. Was ist das für ein Leben in dem man Schmerzen hat, in dem ein Lebewesen, das fürs Springen und Hoppeln gemacht ist, nur noch rumliegen kann, sich nicht selbstständig an einen anderen Ort bewegen kann?
Glaub mir, es viel mir super schwer ihn gehen zu lassen, besonders weil ich so lange um ihn gekämpft habe, aber ich wusste, dass wir diesen Kampf nicht gewinnen können. Wir haben ihm noch ein wunderbares Jahr bei uns geschenkt. Mich selbst hat es emotional kaputt gemacht ihn so leiden zu sehen. Wie ich schon schrieb ich habe genauso gelitten wie er. Irgendwann war es eine Erleichterung zu wissen, dass er jetzt im Himmel ist und keine Schmerzen mehr hat.
Ich bin grade wieder am Weinen weil die Erinnerung wieder so präsent ist, aber trotzdem bereue ich es nicht. Ich vermisse ihn nur.

Ich hoffe, du kommst auch bald an einen Punkt an dem du akzeptieren kannst, dass du deinem Mäuschen geholfen hast und dass sie dir sicher nicht böse ist. Wir können nicht wissen, wie viele Schmerzen sie haben, das wissen die Kleinen nur selbst. Aber wir müssen die Entscheidung übernehmen, wenn sie sie uns nicht abnehmen.

Und vielen Dank für deine netten Worte! :-)

LG

PS: Sorry, wenn ich mich wiederholt haben sollte! ;-)

Nana1991 30.12.2015 17:36

Hallo Kämpferherz,

es tut mir Leid, dass das jetzt alles wieder hochkam bei dir durch meinen Eintrag. Auf der anderen Seite bin ich sicher, dass es keinen Forumseintrag braucht, um die Erinnerung hervorzurufen, sondern dass du genauso wie ich ohnehin häufig an das Erlebte denkst und an deinen Steini, mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Ich bin auch davon überzeugt, dass du ein letztes Mal das getan hast, was für ihn am besten war, so wie du es schon immer getan hast. So wie du seinen Zustand beschreibst war er sicher einverstanden mit deiner Entscheidung. Das wollte ich mit meinem Eintrag auch gar nicht in Zweifel ziehen.
Tief im Herzen weiß ich auch, dass auch ich keine andere Wahl hatte als mein Schlappohr zu erlösen. Trotzdem kommen mir oft Zweifel daran. Bei so einer folgenschweren Entscheidung ist das wohl normal. Ich hoffe, die beiden hoppeln zufrieden und schmerzfrei durch den Himmel, schauen von oben runter und danken uns im Stillen für unseren Mut.
Ich habe die Hoffnung, dass ich irgendwann mit zwei lachenden Augen an sie denken kann, an die schöne Zeit, als sie gesund war, und nicht mehr so oft an das Ende. Sicherlich wünschen sich unsere Tiere hinter der Regenbogenbrücke, dass wir hauptsächlich an diese schönen Momente denken und uns nicht mehr quälen. Ich bin mir aber sicher, dass diese Entscheidung mich für immer verändert hat und mich ein Leben lang begleiten wird.
Eine mir nahestehende Person sagte zu mir, sie würde nicht verstehen, weshalb man ein Tier erlöst, schließlich tue man das beim Menschen ja auch nicht - ein Tierleben sei also offensichtlich weniger wert als das eines Menschen. Ich habe geantwortet, dass ich sie gerade deshalb erlöst habe, weil mir ihr Leben so viel wert war - genau das ist es auch, was ich aus deinem Beitrag heraushöre: Irgendwann ist ein Punkt erreicht, an dem das Tier nicht mehr alles machen kann, was zu einem glücklichen Kaninchenleben dazugehört, und dann soll es so ein Leben auch nicht mehr führen müssen nur weil der Mensch nicht loslassen kann.

Ich danke dir ebenfalls für deinen Beitrag, er hat mir Mut gemacht. Irgendwann kann ich hoffentlich genauso wie du sagen, dass ich alles richtig gemacht habe, nichts mehr hätte tun können und dass, auch wenn ich noch ein, zwei oder drei Stunden mehr mit ihr gehabt hätte, auch diese zu kurz gewesen wären und den unumgänglichen Abschied nur hinausgeschoben hätten.

Alles Gute für die Zukunft!

Kämpferherz 30.12.2015 17:45

Wow die Person kann ich tatsächlich nicht verstehen. Ich wünschte, wir Menschen könnten auch so "einfach" erlöst werden. Schließlich quälen sich manche Menschen auch nur noch rum und wollen vielleicht lieber sterben. Klar, die meisten Menschen können uns sagen, was sie wollen, die Tiere nicht, aber ich denke, wenn man sein Tier lang genug kennt, dann weiß man, wann es besser ist loszulassen. Man sieht ja dann selbst, wann es nicht mehr geht.

Ich bin mir sogar sehr sicher, dass deine Maus und mein Steini da oben jetzt glücklich und vor allem gesund um die Wette rennen! :-)
Das stelle ich mir in Momenten vor, in denen ich meine Entscheidung anzweifle oder angezweifelt habe. Vielleicht hilft es dir, dir vorzustellen, was deine Maus da oben jetzt alles machen würde.
Wenn meine verstorbenen Kaninchen zum Beispiel Geburtstag haben, dann gehe ich an ihr Grab und gratuliere ihnen und wünsche ihnen ganz viele Möhren und Gras und Freude. Klingt vielleicht kindisch, aber es hilft mir ungemein, mir vorzustellen, dass sie in einer Parallelwelt leben, in der sie mich hören können, wenn ich mit ihnen rede.

Und versuch nicht nur an die schlechten Zeiten zu denken. Denk an die guten Zeiten, die du mit ihr hattest! :-)

LG

knuffelchen 30.12.2015 17:47

Zitat:

Zitat von Nana1991 (Beitrag 866217)
Eine mir nahestehende Person sagte zu mir, sie würde nicht verstehen, weshalb man ein Tier erlöst, schließlich tue man das beim Menschen ja auch nicht - ein Tierleben sei also offensichtlich weniger wert als das eines Menschen. Ich habe geantwortet, dass ich sie gerade deshalb erlöst habe, weil mir ihr Leben so viel wert war - genau das ist es auch, was ich aus deinem Beitrag heraushöre: Irgendwann ist ein Punkt erreicht, an dem das Tier nicht mehr alles machen kann, was zu einem glücklichen Kaninchenleben dazugehört, und dann soll es so ein Leben auch nicht mehr führen müssen nur weil der Mensch nicht loslassen kann.

Alles Gute für die Zukunft!

Deine nahestehende Person hat noch nie einen sehr nahestehenden Menschen elendiglich verrecken gesehen, da würde sie sich nämlich wünschen, dass man auch Menschen erlösen darf.
Meine Mutter ist an einem sehr aggressiven Hirntumor 3 Monate lang elendiglich verreckt, anders kann man das nicht nennen.
Und hätte ich nicht die Verantwortung für 3 Kinder gehabt, ich hätte ein Kissen genommen.
Mein Tierarzt hätte mich angeschrien, wenn eines meiner Kaninchen so hätte leiden müssen.


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