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Piccolini 26.07.2013 19:11

E. Cuniculi - unser Kampf um Rosalie
 
Hallo liebe Foris,

am Mittwoch habe ich bei meiner Kaninchendame Gleichgewichtsprobleme und eine leichte Kopfschiefhaltung bemerkt. Wir sind direkt zum Tierarzt gefahren und haben zunächst eine schwere Ohrenentzündung vermutet. Dazu muss ich sagen, dass Rosalie im Dezember 2012 und Januar 2013 jeweils an einem Ohr wegen Otitis operiert wurde. Da wir EC aber nicht ausschließen konnten, wurde natürlich direkt mit der Behandlung begonnen.

Gestern wollte ich ursprünglich zum Facharzt für die Ohren fahren, als Rosalie beim hochheben in die Transportbox eindeutig einen EC-Anfall hatte. Ich behandle jetzt mit Baytril, Panacur, BeneBac und einem Multivitamin-Präparat. Im Moment frisst sie noch selbstständig, zieht sich natürlich zurück und ist bei ihren beiden Partnern.

Falls sie das Fressen einstellt, muss ich päppeln und hier liegt auch schon mein erstes Problem: Ab wann sollte ich damit anfangen? Wie oft und wie viel muss ich geben? Rosalie wiegt im Moment 2,5kg und ist eine proppere Widderin, die auf dem Balkon in einem Gehege mit 2 kastrierten Rammlern lebt.

Außerdem: Medikamente habe ich natürlich noch nicht ausreichend da, da wir ja nur vorsorglich EC abdecken wollten. Rosalie möchte ich ungern zum TA bringen. Meint Ihr, es ist in Ordnung, wenn ich die Medikamente ohne sie hole? Oder sollte sich die TÄ Rosalie noch einmal anschauen? Wie lange sollte ich Baytril geben und wann sollte ich mit Rosalie zur Kontrolle?

Als letztes: Soll ich Rosalie übers Wochenende in die Wohnung holen, da sie hier bis zu 40ºC gemeldet haben? Oder ist die ungewohnte Umgebung und der Umzug zu stressig? In der Wohnung ist es natürlich wesentlich angenehmer.

Entschuldigt den langen Text und die vielen Fragen, aber ich bin etwas überfordert.

Ich danke für Eure Hilfe!

janh 26.07.2013 19:20

Päppeln solltest Du,wenn sie nicht mehr selbständig an ihr Futter kommt bzw. das Futtern einstellt.Leg´ihr das Futter so nahe ran,dass sie auch im Liegen drankommt.
Wenn Päppeln,dann etwa allle 3 Stunden soviel wie halt in das Tier reingeht.
Wenn die Diagnose klar ist,kannst Du die Medis auch holen,ohne sie mitzunehmen.Es sei denn,dass beim TA eine Spritze gegeben werden soll.Klär´das einfach telefonisch mit dem TA ab.
Reinholen würde ich sie trotz der Hitze nicht.Aber sorge dafür,dass sie ein schattiges Plätzchen hat.

Selkie 26.07.2013 19:26

wenn sie auf dem balkon ist kannst du ihr nicht die möglichkeit geben tagsüber selbst reinzukommen? (einfach tür auflassen) oder kommt sie nicht von alleine in die wohnung?

Piccolini 26.07.2013 19:27

Danke Dir! Der Balkon hat Nordseite und ist außerdem in einer Häuserecke - also null Sonnenschein und auch etwas abgedunkelt. Werde nasse Handtücher hinlegen und hoffen, dass es ausreicht.

Nein, der Zugang zur Wohnung geht nur über ein Hindernis, welches natürlich nun unüberwindbar für sie ist. Abgesehen davon, würde die warme Luft sofort auch dort im Kinderzimmer stehen.

hasis2011 26.07.2013 22:41

Am besten alles so lassen wie es ist, absolute Ruhe, kein Stress.

Eine meiner Häsinnen hatte vor ein paar Wochen einen EC-Ausbruch, ausgelöst durch ein Unwetter (Gewitter, Hagel, das sie voll abbekommen hat:(). Am nächsten Tag fand ich sie verkrochen im Tunnel, der Kopf schief, sie war sehr wackelig, kippte auch hin und wieder um und hatte Orientierungsprobleme.
Ich habe sie nicht behandelt, keine Medikamente, kein TA, sondern komplett in Ruhe gelassen, nur Futter hingelegt und wieder gegangen...das Einzige was ich gemacht habe war, ihr jeden Tag Bärenklau gepflückt, den sie in großen Mengen gefressen hat.;)
Nach etwa einer Woche war eine deutliche Verbesserung da, nach 2 Wochen war sie wieder völlig normal, der schiefe Kopf weg.

Piccolini 26.07.2013 22:43

Ich habe mich dazu entschlossen, eine Art Tagebuch zu führen. Natürlich hoffe ich weiterhin auf viele Hinweise und weitere Antworten.

Tag 3:
Rosalies Zustand ist immer noch stabil. Sie frisst und kann auch noch hoppeln. Gegen Abend ist es nun etwas schlimmer geworden...sie hält den Kopf schiefer und der Schwindel nimmt zu. Gegen die Medikamentengabe wehrt sie sich wie ein störrischer Esel, aber auf dem Boden klappt es nun auch ohne Anfälle auszulösen.

Rosalie hat eine Stunde nach der Gabe von Panacur und Baytril wieder einen Anfall. Piccolini hat sich zu ihr gelegt und dabei das Gesicht geleckt...

http://i42.tinypic.com/9gxyiq.jpg

Piccolini 26.07.2013 22:49

Zitat:

Zitat von hasis2011 (Beitrag 538316)
Am besten alles so lassen wie es ist, absolute Ruhe, kein Stress.

Eine meiner Häsinnen hatte vor ein paar Wochen einen EC-Ausbruch, ausgelöst durch ein Unwetter (Gewitter, Hagel, das sie voll abbekommen hat:(). Am nächsten Tag fand ich sie verkrochen im Tunnel, der Kopf schief, sie war sehr wackelig, kippte auch hin und wieder um und hatte Orientierungsprobleme.
Ich habe sie nicht behandelt, keine Medikamente, kein TA, sondern komplett in Ruhe gelassen, nur Futter hingelegt und wieder gegangen...das Einzige was ich gemacht habe war, ihr jeden Tag Bärenklau gepflückt, den sie in großen Mengen gefressen hat.;)
Nach etwa einer Woche war eine deutliche Verbesserung da, nach 2 Wochen war sie wieder völlig normal, der schiefe Kopf weg.

Hasis ich beneide Dich um Dein Vertrauen in die Natur :o... Auf die Suche nach Wiesenbärenklau mache ich mich morgen auch. Habe schon von Tinachen davon erfahren, aber hier in der Stadt findet man es natürlich nicht. Danke Dir auch für diesen Tipp.

hasis2011 26.07.2013 22:49

Auch wenn ich jetzt gesteinigt werde, aber ich würde auf die Medigaben verzichten und sie in Ruhe lassen.;)

Piccolini 26.07.2013 22:52

Ich werde Dich nicht steinigen und Deine Meinung zur Kenntnis nehmen... mehr nicht ;)

Natie 26.07.2013 23:30

Ich hab leider (oder eher zum Glück) keinerlei Erfahrung mit EC, aber hier werden für Rosalie 24 Pfoten, 4 Daumen und 4 Großzehen gedrückt!

Gibst du auch Vit. B komplex?

Ich hab mal gelesen, dass statt Baytril eher ein AB mit dem Wirkstoffen Chloramphenicol oder Tetracyclin gegeben werden sollte, da Baytril zwar auch ein Hirngängiges AB ist, aber auch oft bei anderen Erkrankungen gegeben wird und so evtl. schon Resistenzen bestehen, frag da mal deine TA.

Ansonsten, würde ich auch - wie schon geraten, alles so lassen wie es ist.
Natürlich solltest du drauf achten das sie bei oder nach einem Anfall nicht in der prallen Sonne liegt...
Das Essen verteilst du am Besten überall im Gehege und bietest ihr immer wieder besondere Leckerbissen an.
Wenn es ihr schwer fallen sollte zu kauen, biete ihr Babybrei, geriebenen Apfel oder zermanschte Banane (evtl. mit Schmelzflocken oder Haferflocken) auf einem flachen Teller an ...

Oh, man :( und das wo jetzt das Hammerwochenende auf uns zu kommt ...

Wir drücken die Daumen und denken an Euch :)

Piccolini 26.07.2013 23:52

Danke Dir! Ja Rosalie bekommt ein Multivitamin - Präparat. Ein Vitamin B-Komplex ist darin enthalten. Ich habe nun große nasse Handtücher im Gehege verteilt, damit die 3 die Hitze überstehen. Wie gesagt, Sonne gelangt überhaupt nicht ins Gehege... dadurch heizt es sich nicht so sehr hoch.

Wiese liegt überall auf dem Boden und sie frisst auch nach wie vor allein - nicht in den gewohnten Mengen, aber immerhin. Mit Vorliebe Löwenzahn und Möhrengrün... an Sämereien geht sie zur Zeit überhaupt nicht. Aber das ist ok. Soll ich ihr zusätzlich zur Wiese Brei anbieten? Eingedeckt habe die mich bereits. I

Natie 27.07.2013 00:06

Solange sie alleine frisst, würde ich es so lassen. Aber ein Schälchen Brei hinzustellen schadet ja nicht, wobei es dann bestimmt eher die anderen aufschlecken ;)

Das sie wenige frisst, kann auch mit der Hitze zusammen hängen - auch wenn keine Sonne auf den Balkon kommt, wird es bestimmt ordentlich warm sein.

Meine 4 fressen im Moment nur ca. 50% (oder sogar weniger) der Menge die sie normalerweise fressen ... aber sie liegen auch nur rum :D

wollmonster 27.07.2013 01:13

Hallo,

ich habe leider auch schon einige Erfahrung mit EC gemacht.
Was ich dir für Rosalie empfehlen kann. Ist als erstes viel Ruhe. Eventuell kannst du ihr ja noch Rückzugsmöglichkeiten in form von großen Kartons anbieten.
Medigabe habe ich immer ohne hoch nehmen gemacht. Ich hab die Kaninchen immer vorsichtig in eine Ecke „ gedrängt“ aus der sie nicht so schnell weg konnten und sie dann mit einem Arm von oben seitlich dort schnell gehalten und dann Medis seitlich ins Maul.
So fand ich hatten die Hoppels am wenigsten Stress.
Ich habe mir die Medis auch immer ohne Kaninchen geholt. Die Fahrt ist nur Stress und der Ta macht dann auch nichts anderes als die die Medis zu gegeben.
Solange sie noch selbst frist würde ich nichts mit Brei und päppeln machen. Aber biete ihr viele Lieblingsspeisen an. Ich überlege gerade ob es da auch unterstützende Kräuter gibt….
Es ist auch nicht unnormal das in den ersten tagen trotz Behandlung eine Verschlechterung oder keine Besserung eintritt. Ec kann sehr lange dauern. Mein Rekord in der Hinsicht waren fast 4 Wochen bis zur ersten Verbesserung.

Wir drücken hier ganz fest die Daumen und Pfötchen das Roslaie bald wieder auf ihr Pfötchen kommt..


marinahexe 27.07.2013 10:28

Hallo Piccolini,

schau mal in die FAQ's. Dort ist ein Bericht von saoiv: EC - es lohnt sich zu kämpfen. Dort steht auch was zur Medikation. Wenn nach 1 Woche keine Besserung zu sehen ist, würde ich das AB umstellen. Ich habe mit Chloramphenicol sehr gute Erfahrungen gemacht. Das muss allerdings gespritzt werden. Traust Du Dir das zu? Der TA kann Dir das zeigen.

Biete ihr auch täglich bis zu 1 EL Hafer- oder Erbsenflocken an. EC ist für das Tier anstrengend und verbraucht viel Energie. Wenn Du sie hochnehmen oder zum TA musst, würde ich sie wiegen und das Gewicht aufschreiben.

Ich drück die Daumen! Das wird schon wieder.http://www.kaninchenforum.de/images/icons/icon12.gif

Piccolini 27.07.2013 11:06

Danke Euch beiden! Widsenbärenklau soll unterstützend sein und wird heute gesucht. Die Medigabe machen wir auch nur noch auf dem Boden, da sie den ersten Anfall beim hochheben hatte. Das geht zu zweit ganz gut.

Die FAQs habe ich auch schon gelesen und bin soweit auf alles vorbereitet. Mit Viola stehe ich außerdem in Kontakt.

Ruhe hat sie den ganzen Tag über, da ich immer nur zur Medigabe und zum Füttern ins Gehege gehe. Ich denke, dass ist erst einmal alles, was ich noch unterstützend tun kann. Die TÄ gibt mir die Medikamente auch so - habe gestern Mittag angerufen. Das andere AB habe ich schon auf meiner Frageliste... ich hoffe nur, dass sie mir es auch zum selber spritzen mitgeben. Gefragt hatte ich da nämlich schon und sie meinte, dass würden sie nicht machen. Wir werden sehen. Bis jetzt ist Rosalies Zustand stabil und sie liegt nach wie vor "entspannt" bei den Jungs.

Was würde ich nur ohne Euch machen... Danke!

Pinkie 27.07.2013 14:36

Ich würde vom Baytril abkommen und auf Chloramphenicol umsteigen.

Tinachen 27.07.2013 17:32

Hat Rosalie den heißen Tag gut überstanden Diana?

Piccolini 27.07.2013 20:40

Tag 4:
Den ersten heißen Tag bei 36ºC im Schatten hat die Süße relativ gut überstanden. Sie hatte vorhin wieder einen Anfall und dieser war bis jetzt auch der Schlimmste, den ich miterlebt habe. Sie ist furchtbar gerollt und lag danach mind.10 Minuten krampfend auf der Seite. Inzwischen hat sie wieder eine normale Liegeposition - schön auf dem nassen Handtuch. ;)

Wiesenbärenklau habe ich heute auch gefunden und sie hat sich direkt darauf gestürzt... Wahnsinn, wie stark der Instinkt ausgeprägt ist. Die anderen beiden haben es nämlich verschmäht.

marinahexe 27.07.2013 20:51

Die Tiere wissen instinktiv, was gut für sie ist. Wenn Du kannst, gib ihr den Bärenklau jeden Tag. Ich würde auch evtl. was für den Winter trocknen.;)

Piccolini 27.07.2013 21:08

Elke, danke für den Tipp! Habe heute in der Nähe von unserem Garten ein ganzes Feld davon gefunden. Werde morgen sofort pflücken gehen und trocknen. Ich kann doch die ganze Pflanze verfüttern und trocknen oder hilft ein Pflanzenteil besonders?

marinahexe 27.07.2013 21:15

Ich denke, die ganze Pflanze. Ich trockne im Moment auch auf Teufel komm raus. Schafgarbe und alles was etwas länger ist und einen dickeren Stängel hat, wird so auf 10cm Stücke geschnitten. Das trocknet dann schneller und ich kann das unter das Heu mischen.

Piccolini 27.07.2013 21:38

Ich trockne zur Zeit auch wie ein Weltmeister... den Wiesenbärenklau habe ich immer stehen lassen, weil ich ihn noch nicht als Futterpflanze kannte. Da hat sich nur ab und zu etwas ins Körbchen gemogelt. Seit heute ist das anders ;)

Ich bin immernoch total erstaunt, dass die Kaninchen in so einer schwierigen Situation dennoch instinktiv das Richtige tun. Man ist selbst so hilflos und vergisst das manchmal.

marinahexe 27.07.2013 23:01

Ja, und genau das ist der Grund, warum ich niemals sofort nach einer OP oder einer Aufgasung päppeln würde. Wenn wir Bauchschmerzen haben, essen wir auch nicht oder nur wenig. Das würde ich den Tieren auch zugestehen.

hasis2011 28.07.2013 14:49

Bei meiner Häsin wars genau so, sie hat Unmengen vom Bärenklau gefressen, ansonsten fast nichts. Sehr auffällig war, das sie in dieser Zeit keine Haferflocken, Sämereien, Apfelchips oder sonstige Leckerlies anrührte, grade sie, die normalerweise die Erste da ist wenns was gibt und sich gierig draufstürzt. Als sie die Leckerlies wieder gefressen hat, nach etwa 2 Wochen, wusste ich, das sie übern Berg ist.;)

Füttern kannst du vom Bärenklau die ganze Pflanze, nur die Wurzeln sollte man nicht füttern, fressen sie aber eh nicht.

marinahexe 28.07.2013 16:28

Schau mal hier rein:

http://www.heilkraeuter.de/lexikon/baerenklau.htm

Erstaunlich, wofür man den alles einsetzen kann!

Piccolini 28.07.2013 20:41

Tag 5:
Ich habe heute die erste große Stiege mit Bärenklau zum Trocknen aufgestellt. Ansonsten wurde noch massig frisch gepflückt, was die dicke Plüschkuh nachher bekommt. Heute morgen ist sie das erste Mal wieder an Haferflocken und Sonnenblumenkerne gegangen.
Als ich vom Garten zurück kam, hatte sie wieder einen Anfall...Loui stand ganz dicht bei ihr und hat ihr Gesicht geleckt, bis es wieder vorbei war.

Schneehäschen 28.07.2013 20:49

Ich finde das immer so rührend, wie die Kaninchenpartner, also Loui, sich so sehr um ihre Kranken kümmern. Damit ist ja auch schon einiges getan und der Grundstein für Besserung gesetzt...

Piccolini 28.07.2013 21:36

Man sieht, wie wichtig die Partnertiere für die Genesung sind.

Ich habe ein Problem...woran erkenne ich eigentlich, ob das Baytril anschlägt oder nicht? Ich meine, dass sich Rosalies Zustand nicht verschlechtert, er bleibt stabil - mehr nicht. Ich weiß, der Kampf ist lang... aber ich hätte diesbezüglich gern Eure Meinung.

Wuscheline 28.07.2013 21:44

Hat Rosalie denn schon öfters mal Baytril bekommen?

Piccolini 28.07.2013 22:26

Nach ihrer Kastration und jeweils ein paar Tage nach den Ohren-OPs.

Sie hatte vorhin wieder 2 Anfälle, die aber schneller vorbei gingen als die letzten...

Wuscheline 28.07.2013 22:28

Mh, wie man merkt ob es wirkt weiß ich nicht. Aber wenn Rosalie es schon öfters bekommen hat, kann es natürlich sein das es nicht richtig wirkt....

Piccolini 28.07.2013 22:31

Na mal sehen, was die anderen meinen ;).

saloiv 29.07.2013 00:47

Wegen des Antibiotikums...
Einfaches Baytril reicht völlig aus. Der Erreger sitzt zwar auch im Gehirn, allerdings lässt er sich durch die Behandlung und durch ein Antibiotikum sowieso nicht abtöten sondern nur zurück drängen. Das Antibiotikum wird nicht gegeben um den Erreger zu bekämpfen sondern um Sekundärinfektionen vorzubeugen (z.B. Niereninfektionen, die damit häufig einher gehen), also Erkrankungen, die durch E. Cunculi in Folge entstehen. Bei anderen gehirngängigen Antibiotika hast du daher keinen Vorteil aber einen großen Nachteil, denn sie sind deutlich schlechter verträglich. Andere Antibiotika sind noch etwas besser gehirngängig/liquorgängig (= Antibiotika, die die Blut-Gehirn-Schranke überwinden) als Baytril, dafür aber tausend mal schlechter verträglich. Ich behandel E. Cuniculi grundsätzlich mit Baytril und die Kaninchen bleiben dadurch in einem guten Allgemeinzustand und überstehen das Ganze gut. Mit anderen Antibiotika bauen sie oft ab und zeigen Unverträglichkeiten oder Verdauungsprobleme, das schwächt sie dann so, dass sie nicht mehr wirklich fit werden...

Kadda 29.07.2013 01:08

huhu,
also ich bin da ein bisschen der gleichen Meinung wie Hasis nur nicht so "radikal". Meine alte TÄ hat immer gesagt, nur Panacur, sonst nix! höchstens noch vitamin b. Also sie hatte generell immer was gegen ABs, weil sie das Immunsystem und den Darm schrotten (deshalb nimmst du ja BeneBac dazu, denke ich). Gegen Baytril spricht aus meiner Sicht, dass es ja echt gegen alles angewendet wird, weil es so gut verträglich ist im Vergleich zu andern ABs. Genau die Frage, die Wuscheline gestellt hat, wollte ich grad eigentlich auch noch stellen. Also mein Mikrobiologie Prof sagt, wenn ein Mensch ein Mal, höchstens zwei Mal ein bestimmtes AB bekommen hat, kann man es danach vergessen, dann ist man resistent. Obs auf Kaninchen auch zutrifft, weiß ich nicht, aber ich denke schon, denn es geht ja nicht um die Säugetierart sondern die Art der Bakterien. Kannst du generell versuchen, die Medikamentengabe so entspannt wie möglich zu gestalten? Frisst Rosalie aus der Hand? Gibts was besonders leckeres? Vielleicht kannst du das Panacur darauf geben und dann so lange da bleiben, bis sie es ganz gefuttert hat? Bei Bene Bac geht das auf jeden Fall richtig gut, weil es ja eine festere Konsistenz hat und nach Zucker schmeckt!

saloiv 29.07.2013 01:28

Den Stress reduzieren und die Verträglichkeit erhöhen kann man indem man es subkutan spritzt, das muss man sich allerdings zutrauen und auch vom Tierarzt gezeigt bekommen. E. Cuniculi Kaninchen sind immer während der Krankheitsphase extrem anhänglich, streichelbedürftig und zahm und machen ganz andere Dinge problemlos mit, als gesunde Kaninchen. Sie lassen sich meistens deutlich problemloser Medikamente geben als Kaninchen bei anderen Erkrankungen...

Piccolini 29.07.2013 10:42

Viola, ich habe auf so eine Antwort gehofft! Das Baytril verträgt Rosalie dieses Mal nämlich sehr gut - Appetit ist ungebrochen und auch sonst gibt es bisher keine Probleme. Mir ist außerdem eingefallen, dass Rosalie zuvor immer Convenia über einen langen Zeitraum gespritzt bekam (bei Baytril stellte sie immer das Fressen ein, wobei ich inzwischen denke, dass es an den Schmerzen generell lag - wie Elke schon schrieb, haben wir ja dann auch keinen Appetit).

Ich gehe heute zum TA und besoge die restlichen Medikamente. Letzte Woche hatte ich bereits gefragt, ob ich das Baytril nicht spritzen könnte. Da verneinte sie das leider. Bin aber ja zäh und frage heute wieder... Falls sich meine TÄ erweichen lässt, muss am Wochenende das Baytril einmal oral gegeben werden - wäre das ein Problem? Wie fahren nämlich übers WE weg und mein Vater wird die Trulla sicher nicht spritzen :o.

Zitat:

Zitat von saloiv (Beitrag 539211)
E. Cuniculi Kaninchen sind immer während der Krankheitsphase extrem anhänglich, streichelbedürftig und zahm und machen ganz andere Dinge problemlos mit, als gesunde Kaninchen. Sie lassen sich meistens deutlich problemloser Medikamente geben als Kaninchen bei anderen Erkrankungen...

Das ich da wieder die Ausnahme habe, war ja klar... Die Medigabe geht ungelogen nur zu 2. stressfrei. Ansonsten windet sie sich wie eine Schlange und es dauert unnötig lang. Da ich sie auch nicht anheben möchte, erschwert das die Situation allein. Bin ich hingegen zum Füttern im Gehege, lässt sie sich wirklich länger streicheln und bei Anfällen beruhigt sie sich dadurch schneller wieder - Ist Madame gesund, darf ich nur die Stirn kraulen :cool:.

Wuscheline 29.07.2013 11:00

Mal so ne Frage, soll man überhaupt während den Anfällen zu den Nins gehen? Mir wurde gesagt, dass sie ihren Fluchtreflex nicht ausleben könnten, wenn sie weg wollten und es zusätzlicher Stress ist. Stimmt das?

Piccolini 29.07.2013 11:12

Das ist richtig Wuschi... ich lasse sie auch in Ruhe und gehe i.d.R. auch nicht hin. Aber heute morgen hat sie beim Füttern einen heftigen Anfall gehabt und rollte furchtbar durchs Gehege. Da bin ich dann eingeschritten und habe sie seitlich gestützt und gestreichelt... danach war sie wieder entspannt. Ich konnte dabei einfach nicht mehr hilflos zusehen :(.

Wuscheline 29.07.2013 11:13

Zitat:

Zitat von Piccolini (Beitrag 539313)
Das ist richtig Wuschi... ich lasse sie auch in Ruhe und gehe i.d.R. auch nicht hin. Aber heute morgen hat sie beim Füttern einen heftigen Anfall gehabt und rollte furchtbar durchs Gehege. Da bin ich dann eingeschritten und habe sie seitlich gestützt und gestreichelt... danach war sie wieder entspannt. Ich konnte dabei einfach nicht mehr hilflos zusehen :(.

Naja, wenn du direkt bei ihr warst, war es sicherlich kein Problem. Hat sich für mich dann nur anders angehört.

Wie gehts Rosalie denn allgemein so?

saloiv 29.07.2013 11:47

Zitat:

Zitat von Piccolini (Beitrag 539295)
Ich gehe heute zum TA und besoge die restlichen Medikamente. Letzte Woche hatte ich bereits gefragt, ob ich das Baytril nicht spritzen könnte. Da verneinte sie das leider. Bin aber ja zäh und frage heute wieder... Falls sich meine TÄ erweichen lässt, muss am Wochenende das Baytril einmal oral gegeben werden - wäre das ein Problem? Wie fahren nämlich übers WE weg und mein Vater wird die Trulla sicher nicht spritzen :o.

Das ist gar kein Problem, man kann es auch teilweise spritzen und teilweise oral geben...


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