 | Kaninchen | | Registriert seit: 09.08.2009
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Geschrieben am
15.05.2013, 08:20
| | | | Du kannst viel für ihn tun - Schmerzen können durch Schmerzmittel gelindert werden. Die muss er natürlich bekommen.
Über ein Einschläfern würde ich auch nur dann nachdenken, wenn er sich aufgibt.
Folgende Möglichkeiten gibt es, um solch eine Verletzung zu behandeln:
1. Man hofft dass der Bruch von selbst ausheilt. Eine Stillegung ist nicht immer möglich, je nach Ort des Bruches, ein Stützverband kann aber evtl. möglich sein.
Die beiden anderen Möglichkeiten sind Operationen.
Generell besteht bei Operationen immer ein Narkoserisiko, dieses hängt vom Allgemeinzustand des Tieres ab. Ich habe schon eine OP mit einer tiefen Injektionsnarkose bei einem meiner Nins gehabt, da war Jule ca. 3 Jahre alt - sie wurde kastriert. Ich habe auch schon Narkosen bei einem 8 Jahre alten Kaninchen gehabt, sogar regelmäßig, fürs Zähne kürzen. Das waren aber leichte Gasnarkosen. Allerdings weiß ich auch von Kaninchen, die tiefe Narkose auch in einem Alter von 10 Jahren noch überstanden, und ich weiß auch von einer 6jährigen Häsin, die eine tiefe Narkose für eine Häsinnenkastra trotz bestehender Herzerkrankung schadlos überstand!
Das Narkoserisiko wegzudiskutieren wäre nicht richtig, es besteht und es ist real. Zu viel Gewicht sollte man ihm aber auch nicht beimessen wenn das Tier sonst gesund ist, denn auch eine Futterverweigerung kann bei einem Kaninchen tödlich enden.
Du bist deshalb darauf angewiesen, dass dir ein kompetenter Ansprechpartner (ein Tierarzt, der auf Kaninchen wirklich spezialisiert ist) die Risiken der einzelnen Behandlungsmethoden in deinem individuellen Fall darlegt und dir bei der Entscheidung hilft.
Hier nun die beiden weiteren Möglichkeiten, die mit Narkose und OP verbunden sind:
2. Man kann den Bruch richten, und evtl. einen Fixateur Extern einsetzen. Es ist richtig, dass es hier häufig zu Wundinfektionen kommt.
Die Erfolgsaussichten sind schwer zu beurteilen, ich selbst weiß von 2 Fällen. Bei dem einen (ein junger Stalli) kam es zwar zu einer Wundinfektion, die aber beherrschbar blieb. Es wurde sofort ein Antibiogramm erstellt und ein darauf perfekt passendes Antibiotikum ausgesucht, das auch Wirkung zeigte. Der süße Große ist heute trotz des sehr komplizierten Bruches gesund und munter, die Behandlung ist abgeschlossen.
Bei dem zweiten Fall, einem älteren Widder-Kastraten, blieb die Wundinfektion nicht beherrschbar, der Fixateur musste wieder entfernt werden, und er durchlief vor ein paar Tagen die dritte Möglichkeit:
3. Amputation des betroffenen Beines. Wo genau der Bruch bei dem Widder saß, kann ich gerade nicht sicher sagen. Da aber die Behandlung mit dem Fixateur fehlschlug, entschieden sich Tierarzt und Besitzer zu dieser radikalen Lösung. Leider setzen sich im Moment die Wundheilungsstörungen fort, allerdings ist das Kaninchen wirklich eine echte Kämpfernatur, und frisst nach wie vor selbstständig, so dass wir alle, die mitfiebern, Hoffnung haben dass er es schafft. Hoppeln kann er bereits jetzt auch mit 3 Beinen!
Ich hoffe, dass der Chirurg dir helfen kann herauszufinden welche der Möglichkeiten für euch die richtige ist.
Dein Kaninchen hat - wie die meisten Kaninchen - einen enormen Überlebenswillen und hält erstaunliches aus. So lange er frisst, kannst du davon ausgehen dass er leben WILL, und solltest an seiner Seite kämpfen. Du merkst es, wenn er aufgibt, dann ist immer noch Zeit um Abschied zu nehmen. Aber so lange ER will, solltest du ihn unterstützen so gut es geht. |