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i_love_rabbits 10.11.2009 18:50

Zu viel Blinddarmkot...
 
Mein Kaninchen macht sehr viel Blinddarmkot, frisst diesen aber nicht... Leider versaut er damit seinen ganzen Kaefig :( Ist das normal???

hoppelchen 10.11.2009 19:11

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
bist du sicher das es blinddarmkot ist? vllt ist es auch durchfall! wieviel und was fütterst du?

i_love_rabbits 10.11.2009 23:20

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
nein, es ist kein durchfall, es ist ja nicht breiig oder so sondern sieht genauso aus wie blinddarmkot. er knoddelt auch ganz normale knoddeln. er bekommt normales trockenfutter von multifit, heu, apfel, birne, trockenes brot, petersilie, feldsalat, ...

i_love_rabbits 10.11.2009 23:24

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
von dem trockenfutter bekommt er so nen halben messbecher von nem katzentrockenfutter am tag. mehr nicht... also ca. ne halbe bis dreiviertel hand voll...

Lupine 11.11.2009 17:36

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
Um Himmels willen, willst du dein Kaninchen denn kugeln?

Das ist kein Wunder bei der Ernährung, dass er so viel Blinddarmkot produziert, unter Umständen hat er auch mit übermäßig viel Hefen zu kämpfen.

Als allererstes lass das trockene Brot weg, das kann üble Folgen haben. Es könnte tatsächlich sein, dass das nicht (nur) Blinddarmkot ist sondern auch eine Durchfall-Vorstufe.

Dann reduzierst du das Trockenfutter drastisch, das ist fast genauso übel wie Brot. Da drin ist fast ausschließlich Abfall aus der menschlichen Nahrungsmittelindustrie. Wenn überhaupt Trockenfutter gegeben wird, sollte eine Menge von 1 Teelöffel (!) pro Tag nicht überschritten werden, dein Nin bekommt aber mit Sicherheit das 20fache davon. Bitte jeden Tag etwas mehr reduzieren. Bitte nach Möglichkeit ganz weg davon, in den Multifit-Produkten ist verarbeitetes Getreide drin - Getreide sollte aber nur saisonal als ganze Ähren incl. Spelzen und Halm angeboten werden, wenn überhaupt. Sonst nehmen die Nins zu wenig Rohfaser zusammen mit dem Korn auf, und das kann zu üblen Darmschäden führen.

Im Gegenzug bietest du viel mehr hochwertiges Heu (alternativ bei langsamem Anfüttern frische Kräuterwiese) an. Und das Frischfutterangebot wird drastisch erweitert, schau mal auf diebrain.de nach, dort findet sich eine prima Liste was alles verfüttert werden kann, und für den Anfang auch ein Beispielfutterplan an dem man sich orientieren kann.

i_love_rabbits 11.11.2009 18:32

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
nicht boese gemeint, aber von dem trockenfutter geh ich nicht weg und viel bekommen meine hasis auch nicht davon. 3 essloeffel (empfohlene tagesmenge in saemtlichen kaninchenbuechern). 1 teeloeffel futter bekommen gerade einmal meine 2 mausis !!! mein anderes kaninchen bekommt seit 7 jahren trockenfutter und es hat ihr keinesfalls geschadet. sie war in ihren 7 jahren noch niemals krank. natuerlich bekommen meine hasis auch anderes frischfutter nicht nur das was ich aufgezeahlt habe. und wenn sie trockenes brot bekommen, dann nur vollkornbrot. keine weissen broetchen oder sonstiges.

Lupine 11.11.2009 21:02

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
Ebenfalls nicht böse gemeint, aber Mäuse und Kaninchen, das ist zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe.

Würdest du ein Pferd mit Eukalyptus füttern, nur weil Koalas das fressen? Für Pferde ist Eukalyptus giftig.

Um näher auf die Unterschiede zwischen Mäusen und Kaninchen einzugehen:

Mäuse sind Allesfresser, leben in Gebieten mit energiereicher Nahrung und das Verdauungssystem ist auf die Nahrung ausgerichtet. Mäuse haben meines Wissens keinen Blinddarmkot oder ähnliche Überlebensstrategien entwickelt. Sie nehmen außer pflanzlicher Nahrung auch Nahrung tierischen Ursprungs auf. Das Verdauungssystem verfügt daher über die erforderlichen Muskeln zum Weitertransport des Nahrungsbreis.

Kaninchen sind reine Herbivoren, also Pflanzenfresser, genauer gesagt hauptsächlich Kräuterfresser. Gräser, insbesondere Kulturgräser wie unsere Getreide, vor allem auch die Fruchtstände und deren Inhalt, stehen nicht dauerhaft auf ihrem Speiseplan, sondern bei den Wildformen nur zum Herbst soweit verfügbar. Und verfügbar ist davon nur wenig, weil nur wenige Ähren umknicken und damit überhaupt erreichbar sind. Und auch dann sind die Körner von einer harten Rohfaserschicht umhüllt, dem Spelz. Dieser wird von Kaninchen im Gegensatz zu Mäusen mitgefressen.

Kaninchen sind im Gegensatz zu Mäusen auf sehr karge Nahrung ausgelegt - sie verfügen über eine doppelte Verdauung die ihnen die besonders intensive Nutzung von Nährstoffen ermöglicht sowie auch eine Eigensynthese von einigen Vitaminen. Das alles passiert über den Blinddarmkot.

Kaninchen haben als reine Pflanzenfresser mit einem Nahrungsspektrum was große Mengen Rohfaser enthält im Gegensatz zu Alles- und Fleischfressern keine ausgeprägte Magen- und Darmmuskulatur. Das Verdauungssystem eines Kaninchens funktioniert nach dem Stopf-System, während andere Tiere und auch der Mensch auch dann Kot absetzen können wenn sie keine Nahrung mehr zu sich nehmen, ist dies dem Kaninchen nicht möglich.

Die Darmbakterien im Kaninchendarm können absterben wenn der Nahrungsbrei zu langsam transportiert wird, unbehandelt kann das zum Tod des Kaninchens führen. Ebenso kann zu lange im Darm befindliches stark gärfähiges Futter zur gefürchteten Tympanie, der Trommelsucht führen. Diese ist, sofern sie nicht rechtzeitig entdeckt und sofort tierärztlich behandelt wird, innerhalb weniger Stunden tödlich.

Das Problem: Ein Kaninchen frisst nur so viel, wie es Energie braucht. Körner machen satt, die erforderliche Menge für den Weitertransport des Nahrungsbreis an Rohfaser wird nicht mehr aufgenommen.

Weiterhin vertragen viele Kaninchen die in den Trockenfuttern massenhaft enthaltene Stärke aus den Getreiden nicht in dieser Menge. Die Folge kann ein massiver Hefenbefall sein, ebenfalls eine Schädigung der Darmflora mit der entsprechenden tierärztlichen Behandlungsbedürftigkeit.

Als weiteres Folgeproblem der ungenügenden Rohfaseraufnahme wären die Zahnprobleme zu nennen. Die Zähne eines Kaninchens wachsen sein Leben lang, auch die Backenzähne. Und zwar in einer Geschwindigkeit die auf die überwiegende Rohfaseraufnahme und die dadurch erforderliche Kautätigkeit eingestellt ist. Da durch energiereiche TroFu-Fütterung das Nin nicht genug mahlt, kommt es irgendwann zu Zahnspitzen oder zu langen Zähnen. Die Folge: Tierarztbesuch, Narkose, Zähne richten. Weil die Zähne durch die lange Zeit falscher Ernährung oft einen Schiefstand entwickelt haben, muss diese Prozedur nicht nur einmal erfolgen, sondern immer wieder.

Aus persönlicher Erfahrung kann ich dir sagen, ich habe hier ein Kaninchen das von seinen Vorbesitzern 3 Jahre lang so ernährt wurde wie du deine ernährst.

Die Folgen: mehrere Hundert Euro beim TA gelassen gleich nachdem ich ihn geholt hatte, weil sein Darm da bereits völlig ruiniert war. Schwerer Durchfall, Überlebenschance höchstens 50 %. Über eine Woche Zwangsernährung, Einsatz von BeneBac, Infusionen. Seitdem alle 5 Monate Narkose weil die Backenzähne durch die völlig falsche Ernährung Schaden genommen haben und beigeschliffen werden müssen. Durchfallfrei ist er nur dann, wenn ich strengstens sämtliche Backnebenerzeugnisse und vor allem alle Weizen- und Gerstenbestandteile (also genau DAS Getreide was in dem TroFu drin ist) vermeide. Das einzige was er noch ab und an als Lecker verträgt sind ein paar Haferflocken.

Übrigens: Vollkornbrot ist nicht einen Deut besser als ein Weizenbrötchen.

Und ich kenne durchaus Kaninchenbücher die eine völlig getreidefreie Ernährung empfehlen - mit der Erklärung der Ernährungsweise der wilden Verwandten unserer Kaninchen im Hintergrund. Also nicht in allen Kaninchenbüchern wird so etwas empfohlen, sondern fast ausschließlich in alten. In denen mittleren Alters wird die Höchstmenge bei einem Esslöffel pro Tier und Tag festgesetzt, keinesfalls bei 3 Esslöffel, und in den neuen wird davon abgeraten, z. B. im Buch der Heinz-Sielmann-Stiftung.

Und ich kann dir gerne die Telefonnummer meines sehr kaninchenerfahrenen Tierarztes geben, der mir gesagt hat dass 95 % aller Kaninchen die mit Durchfall bei ihm landen aufgrund der Trockenfutterfütterung daran leiden, wegen eines Fehlers der Besitzer also.

Lupine 11.11.2009 21:07

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
Mal abgesehen von allem was ich dir schon erklärt habe:

Bitte gib eine Sammelkotprobe von 3 Tagen beim Tierarzt ab, und sage dort er soll sowohl auf Kokzidien als auch auf Hefen untersuchen, um eine ernste und unter Umständen lebensbedrohliche Erkrankung auszuschließen. Zu viel Blinddarmkot kann ein Indiz für eine solche Erkrankung sein, und die muss unbedingt behandelt werden.

i_love_rabbits 11.11.2009 23:30

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
danke fuer deine ausfuehrlichen informationen. mein 7 jahre altes kaninchen leidet trotz trofu nicht an zahnproblemen. meine kaninchenbuecher sind von 2003. von monika wegler. dass maeuse und kaninchen 2 unterschiedliche tiere sind ist mir durchaus bewusst, ich meinte nur den vergleich 1 teeloeffel futter fuer 1 kaninchen und 1 teeloeffel futter fuer 2 maeuse unrealistisch von den proportionen her :p ich werde mich mit meiner ta auseinender setzen ;) vielen dank fuer eure hilfe !!! :)

Lupine 12.11.2009 10:54

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
Es gibt auch Menschen die sich enorm einseitig und völlig ungesund ernähren, dazu rauchen und große Mengen Alkohol trinken, und trotzdem 80 Jahre alt werden. Würdest du deshalb mit deiner Gesundheit so umgehen wollen?

Es freut mich für deinen Kaninchensenior, dass es ihm so gut geht und er keine Zahnprobleme hat, und ich hoffe das bleibt auch sein restliches Leben lang so.

Die Mengenangaben sind keinesfalls so verwunderlich wie sie dir auf ersten Blick scheinen, denn für Mäuse soll das Körnerfutter bzw. Trockenfutter die Hauptnahrung sein, für Kaninchen darf es das auf keinen Fall. Die Auswirkungen bei Kaninchen siehst du ja wahrscheinlich derzeit schon, denn noch einmal in aller Deutlichkeit: ein gesundes und artgerecht ernährtes Kaninchen lässt seinen Blinddarmkot nicht herumliegen, es verwertet ihn!

Außerdem brauchen die kleinen Mäuschen viel mehr Energie: schau dir allein mal die Herzschlagfrequenzen an, sie liegt bei Farbmäusen zwischen 300 und sagenhaften 800 Schlägen pro Minute, bei Kaninchen liegt sie bei nur 120 bis 150 Schlägen die Minute. Ebenso die Atemfrequenzen, die bei Mäusen in Ruhe bei 100 Respirationen pro Minute anfangen, bei Kaninchen gerade mal bei 50 Respirationen pro Minute. Beides ist ein guter Anhaltspunkt dafür, dass der Energiestoffwechsel bei Mäusen gegenüber Kaninchen enorm erhöht ist. Umgerechnet aufs Gramm Körpergewicht hat eine Maus also einen sehr viel höheren Energie- und damit auch Energiedichte- und Futterbedarf.

saloiv 21.11.2009 20:53

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
Zitat:

von dem trockenfutter bekommt er so nen halben messbecher von nem katzentrockenfutter am tag. mehr nicht... also ca. ne halbe bis dreiviertel hand voll...
Lese ich da oben Katzentrockenfutter? :eek: Jetzt bin ich wirklich geschockt. Ich habe schon viel erlebt, aber das jemand einen halben Messbecher Katzentrockenfutter an ein Kaninchen verfüttert, ist mir bisher noch nie begegnet... Katzen sind Fleischfresser, Kaninchen sind Pflanzenfresser.

Lupine 21.11.2009 21:07

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
Ich glaub das hast du falsch verstanden, saloiv. Es gibt doch diese Messbecher fürs Trockenfutter für Katzen manchmal im Zoohandel geschenkt, ich nehmen an (hoffentlich? :confused:) dass hier nur der Messbecher als Mengenangabe gemeint ist, nicht aber das Katzentrockenfutter als Nahrung.

i_love_rabbits 21.11.2009 23:27

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
natürlich bekommt mein kaninchen KEIN katzentrockenfutter !!!!!!!!!!!!! wie lupine richtig bemerkt hat ist das eine mengenangabe... die sache mit dem blinddarmkot hat sich erledigt, er hat nicht mehr so viel und den, den er hat frisst er jetzt. danke trotzdem ;)

Lupine 22.11.2009 14:07

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
Nix - wer lesen kann ist klar im Vorteil - ich habe nur noch deutlich mehr Vertrauen in den Grips der Kaninchenhalter als Saloiv, weil ich noch nicht so viel Mist erlebt habe... Ich habe hier nur EIN Nin aus schlechter Haltung. Saloiv hat schon wesentlich mehr aufpäppeln und gesundpflegen müssen :(

Deine Aussage kann man durchaus so verstehen, dass es sich um Katzenfutter handelt, ich habe auch erst massiv überlegt. Aber dann siegte der Glaube an das Gute im Menschen... bin halt sehr vertrauensselig.

i_love_rabbits 22.11.2009 16:18

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
sehr lobenswert von euch, dagegen sage ich auch nichts. aber ich hoffe, dass ihr nicht mich damit meint, wenn ihr von schlechter haltung redet :mad: mit sowas spasst man naemlich nicht :eek:

saloiv 22.11.2009 17:23

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
Les mal oben deinen Satz. Also ich lese da immernoch, dass ein halber Messbecher Katzentrockenfutter gefüttert wird, aber ich bin froh, dass dem nicht so ist und es nur etwas ungünstig formuliert wurde. ;)

Kaninchen sind Kräuterfresser, Wildkaninchen ernähren sich von einem reichhaltigen Angebot von verschiedenen Pflanzen. In der Haustierhaltung lässt sich das am besten nachstellen indem man entweder Wiese pflückt und verfüttert (wenn man dazu die Möglichkeit hat), oder eine Mischung aus Blattgemüse und Kräutern füttert. Heu muss auch rund um die Uhr angeboten werden.
Das Trockenfutter, welches im handel als Kaninchentrockenfutter angeboten wird ist eine Mischung aus verschiedenen Industrieabföllen, die gemahlen werden. Durch den Mahlvorgang geht die Struktur verloren. Man hat wissenschaftlich bewiesen, dass Strukturfasern wichtig für die Verdauung sind. Da dieser Brei aus Abfällen natürlich keinem Kaninchen schmecken würde, mixen sie noch künstliche Aromen und Geschmacksstoffe dazu, damit es besser riecht und die Kaninchen es fressen. Da der Brei keine Vitamine mehr enthält (durch die Erhitzung), werden künstliche Vitamine hinzugegeben, die aber meist deutlich überdosiert sind! Das ganze wird gepresst und bunt eingefärbt, damit es nicht mehr so unappetitlich aussieht und dann wird es bunt verpackt und teuer verkauft. Abfälle zu horrenden Preisen. ;)

Gesund ist das natürlich nicht, sondern eher gutes Geld für die Industrie, die so ihre Abfälle entsorgt.

Die Folgen einer solchen Fütterung sind traurig, denn die Kaninchen, welche Kräuterfresser sind, werden davon nachhaltig geschädigt. Die Zähne werden nicht richtig abgemahlen (Zahnfehlstellungen), die Verdauung wird beinträchtigt, es entstehen Krankheiten durch die Artfremde Ernährung (Organverfettungen, Nierenversagen)... usw.

Schau dir mal an, wie das Zeug aufquillt, wenn es im Magen ankommt und bedenke, dass Kaninchen eine extrem dünne Magenwand haben. Kannst du dir vorstellen was sie für Magenschmerzen haben? :(
-> kaninchenwiese.de -> Versuche

i_love_rabbits 22.11.2009 17:47

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
stimmt, ich habe es etwas unguenstig formuliert :p
wie sieht es aus mit pelletfutter, das angeboten wird wie z.b. von der marke bunny??? zum pfluecken habe ich leider keine moeglichkeit. nur am feld, aba da pinkeln mir zu viele hunde hin und dort sind zu viele wilde tiere. mag keine krankheiten im haus haben :rolleyes:

saloiv 22.11.2009 18:57

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
Zitat:

wie sieht es aus mit pelletfutter, das angeboten wird wie z.b. von der marke bunny???
Bunny ist wohl der Mercedes unter den Trockenfuttern, denn es hat den 10fachen Preis von normalen Trockenfutter. Die verschiedenen Bunny-Futter sind immer recht ähnlich vom Inhalt. Mal ein Beispiel:

GrünerTraum basis

Zusammensetzung
Luzerne, Haferschälkleie, Weizenkleie, Möhrentrester, Obsttrester, Sonnenblumenschrot, Aufwuchs von Allgäuer Dauergrünland*, Leinschrot, Natriumchlorid.

*Allgäuer Dauergrünland besteht aus artenreichen Gräser-, Kräuter- und Kleearten, im Einzelnen: Wiesenlieschgras, Wiesenschwingel, Wiesenfuchsschwanz, Weidelgras, Rotschwingelgras, Wiesenrispe, Straußgras, Glatthafer, Goldhafer, Weißklee, Wiesenrotklee, Hornklee, Löwenzahn, Gänsefingerkraut, Hornkraut, Schafgarbe, Spitzwegerich, Ampfer.


Die ganzen Kleien und Trester sind Abfälle aus der Industrie, Natriumchlorid ist Salz.
Im "Allgäuer Dauergrünland" sind ganz normale Wiesenpflanzen enthalten (die Zusammensetzung entspricht der einer normalen Wiese. ;)), aber es sind auch giftige Gräser drinnen (z.B. Wiesenschwindel, Weidelgras usw.).

Inhaltsstoffe
Rohprotein 13,5% • Rohfett 2,5% • Rohfaser 21,0% • Rohasche 7,0% • Calcium 0,8% • Phosphor 0,4%

Zusatzstoffe
Vitamin A 10000 IE • Vitamin D3 1200 IE • alpha Tocopherolacetat (Vit. E) 40 mg • Kupfer-(II)-sulfat, Pentahydrat 7,5 mg


Die Zusatzstoffe sind zu hoch dosiert. Als Beispiel:
Vitamin A rechnet man für Kaninchen im Wachstum mit einer Menge von 580 IE je kg Futter (und außerhalb des Wachstums: ca. 50% = 290 IE/kg).
Das Bunny enthält 10.000 IE, das ist die 34.48275862068966 fache Menge der empfohlenen Tagesdosis. Es ist also 34fach überdosiert!

Ich würde davon abraten es zu verfüttern. ;)

Lupine 22.11.2009 19:26

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
Das Bunnyfutter ist nicht besser als anderes Futter auch. Wenn du tatsächlich trockenes verfüttern willst / musst, dann kannst du auf zwei getreidefreie Mischungen zurückgreifen, beide von der Marke JR-Farm. Entweder das Zwergkaninchenfutter light, oder das Grainless. Beides ist vertretbarer als das übrige Zeug, wenn auch nicht ideal - aber ich kann auch nicht so viel frische Kräuter pflücken dass ich sie davon ernähren könnte. Der für mich erreichbare Bestand ist nicht viel mehr als ein Appetithäppchen...

Lass dich bitte nicht durch Aufdrucke verwirren wie sie einige Firmen verwenden, auf denen getreidefrei steht - nur ein Blick in die Inhaltsstoffe verrät ob es wirklich getreidefrei ist. Hierbei ist nicht unbedingt ein wenig Hafer das Problem, sondern vor allem der billige Weizen der in solchen Futtern oft in Massen vorhanden ist. Ein vertretbares Trockenfutter sollte einen Mindest-Rohfaseranteil von 20 % haben und möglichst wenig verarbeitet sein, damit die wichtigen Rohfasern noch möglichst lang sind.

Auf jeden Fall Finger weg von Futtermischungen auf denen nur steht wieviel Rohfaser, Rohfett, Rohasche etc. drin ist, aber nicht welche Kräuter und sonstigen Bestandteile!

Das ganze ist nur eine Ergänzung zur übrigen Ernährung, die kannst du am besten durch eine gute Mischung an Blattgemüsen und weiteren Gemüsesorten sicherstellen, als Leckerlis bieten sich kleine Mengen Obst an.

Lupine 22.11.2009 19:32

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
Was die schlechte Haltung betrifft - nein, da warst nicht du gemeint, allein schon aus dem Grund heraus, dass du dich informierst, schlau machst, überlegst ob du etwas verbessern kannst. Fast jeder von uns hat im Anfang gravierende Fehler gemacht, jeder musste erst lernen, der eine mehr und der andere weniger. Ich habe einiges bereits gelernt bevor ich wieder Nins angeschafft habe nach einer langen Pause, aber auch ich lerne immer wieder dazu, jeden Tag.

Leider gibt es immer wieder Nins die durch die Unwissenheit und Bequemlichkeit der Halter todkrank werden. Wenn man so etwas immer wieder sehen und erleben muss, wird man sehr traurig, und sehr misstrauisch mit der Zeit. Und da gibt es fast nichts was es nicht gibt - und ich möchte nicht garantieren, dass es nicht tatsächlich Leute gibt die ihre Nins mit Katzenfutter füttern. Immerhin gibt es ja auch massenhaft Leute die ihre Nins mit Joghurtdrops vollstopfen...

saloiv 22.11.2009 19:40

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
Ich bin ja immer kein Freund von diesen fertigen Trockenfuttern... Egal ob mit oder ohne Getreide... Da ist immer Mist mit drinnen. :X Natürlich gibt es etwas bessere wie die von JR Farm aber auch die haben komische Zutaten.

Mal die oben erwähnten:
JR Farm Grainless Complete Zwergkaninchen
Zusammensetzung:
Lieschgras, Knäuelgras, Wiesenrispe, Spitzwegerich, Rotklee, Wiesenschwingel, Frauenmantel, Erbsenflocken, Karottenwürfel, Ackerbohnenflocken, Pastinakenwürfel, Pfefferminzblätter, Fenchel, Apfelwürfel, Leinsaat, Löwenzahnblätter, Rote Beete Würfel, Brennnesselblätter, Kamilleblüten, Schwarzkümmel, Vitamine

Zusatzstoffe:
Vit. A 10.000 i.E., Vit D³ 1.000 i.E., Vit. C 250 mg, Vit. E 40 mg


Zum einen haben wir da auch ein giftiges Gras drinnen (Wiesenschwingel), zum anderen sind auch hier die Zusatzstoffe sehr stark überdosiert. Und der dritte Punkt ist die Struktur: Das ganze ist in Pellet-Form gepresst. Zu den Quellversuchen hatte ich ja schon verlinkt...

JR Farm Zwergkaninchenfutter Light
Zusammensetzung:
Heucops (Lieschgras, Spitzwegerich, Rotklee, Wiesenschwingel, Knaulgras, Frauenmantel, Wiesenrispe), Erbsenflocken, Karotten, Pastinaken, Kartoffeln, Lauch

Zusatzstoffe sind nicht angegeben?!

Da keine Zusatzstoffe angegeben sind, hoffe ich, dass keine drinnen sind, aber evtl. hat sich der Anbieter auch einfach die Angabe gespart. Auch hier wieder giftiges Gras enthalten (Wiesenschwingel) und auch hier in Pressform, die Kaninchenmägen belastet.

Man kann sich aber super ein Trockenfutter selber mixen und es dann auch genau nach dem Bedarf der Tiere ausrichten. :)
Getrocknete Kräuter, Samen und Trockengemüse können zusammengemixt werden. Natürlich muss man genau schauen, dass man es nicht zu energiereich gestaltet. ;)

Lupine 22.11.2009 19:46

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
Was mich gerade mal interessieren würde, Saloiv: woher kommt die Info, dass Wiesenschwingel giftig ist? Wiesenlabkraut ist giftig, Wiesenschwingel aber meines Wissens nicht.

saloiv 22.11.2009 20:12

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
Wiesenschwingel direkt ist nicht giftig (das war nur vereinfacht ausgedrückt um hier nicht so weit ausholen zu müssen), aber er ist von der Weidelgrasproblematik betroffen.

Wiesenschwingel ist sehr nah verwandt mit den Weidelgrasarten (Deutsches Weidelgras und Welsches Weidelgras), welche in einer Symbiose mit speziellen Pilzen leben. Diese Pilze produzieren Alkaloide, welche giftig sind.
Normale Gräser leben auch in dieser Symbiose mit Pilzen, allerdings mit anderen. Die Weidelgräser haben spezielle Pilze welche extrem viele Pilzgifte produzieren. Da der Wiesenschwingel sehr nah verwandt mit diesen Gräsern ist, bietet er den Pilzen einen idealen Lebensraum und genau die selben Pilze können auch in einer Symbiose mit ihm leben. Das Ergebnis ist dann ein hoher Gehalt an Pilzgiften...

i_love_rabbits 22.11.2009 23:43

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
oder noch einfacher gefragt: welches futter koennt ihr mir empfehlen???
in der naechstgelegenen kleinstadt ist ein fressnapf, wo ich immer mein futter unabgepackt kaufe, also aus diesen boxen wo man sich das futter selbst rausholen kann. ist wesentlich billiger als abgepacktes. ich weiss nicht, ob ich da mir mein eigenes mischen kann. einzeln gibt es nur gepresste erbsen soweit ich weiss... ich habe eins von multifit und nebendran ist ein futterbehaelter mit diesen runden gepressten heukringeln und ich glaube der rest war mais oder sowas aehnliches. jedenfalls kein getreide. was ist davon zu halten???

saloiv 22.11.2009 23:50

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
Wenn der Fressnapf offenes Futter für Kaninchen hat, dann hat er bestimmt auch offenes Wellensittichfutter, oder?
Kauf dir davon etwas und geh anschließend in einen besser sortierten Supermarkt und mische etwas Sonnenblumenkerne und Leinsamen, sowieso Quinoah usw. dazu. Dann hast du ein hochwertiges Kraftfutter für Kaninchen. Aber bitte beachten: Soetwas ist nicht als Hauptnahrung geeignet sondern nur als Ergänzungsfutter bei erhöhten Bedarf! Mehr als einen Tl alle zwei Tage sollte man davon nicht geben, außer das Tier hat wirklich hohen Bedarf (z.B. während der Laktation). ;)

Das Trockenfutter ist nicht die Hauptnahrung für Kaninchen, denn sie brauchen Pflanzenfasern. Als Hauptnahrung solltest du Heu, Gemüse (vorallem Blattgemüse) und Kräuter reichen. Bzw. Wiese wenn möglich. Wenn du diese Futtermittel abwechslungsreich fütterst, ist dein Kaninchen bestens versorgt, dann brauchst du kein Trockenfutter. Das oben genannte Trockenfutter ist eher ein Schmankerl und kann auch mit Trockenkräutern aufgepeppt werden. Trockenkräuter sind sehr gesund und können auch in großen Mengen verfüttert werden.

Das ganze Trockenfutter aus dem Handel (kringel, bunte Bälle, Pellets...) ist absolut ungesund, das solltest du keinesfalls füttern. Da du es momentan gibst musst du das Futter langsam umstellen. Fütter jeden tag etwas weniger davon und dafür mehr Frischfutter. Weiter auch die Vielfalt des Frischfutters aus, Anregungen findest du z.B. in Gemüselisten.

Lupine 23.11.2009 10:10

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
Meine bekommen vor allem Heu, verschiedene Salate und Blattgemüse sowie einige Wurzelgemüse. Ich achte darauf dass einige Sorten zum "Dauersortiment" gehören weil ich die Erfahrung gemacht habe dass das für den Magen-Darm-Trakt gut ist. Möhre gibt es also auf jeden Fall immer jedes Mal dazu, und soweit noch verfügbar Gras und Löwenzahn, und der Rest wird abgewechselt. Schau mal auf dem Wochenmarkt zum Beispiel, dort kann man oft günstig optisch nicht so schönes Gemüse bekommen. Das ist völlig in Ordnung, nur halt nichts fürs Auge. Und die Händler bringen sowas manchmal auch auf Anfrage mit. Und dann teilen wir uns mit unseren Nins immer diverse Inhalte eines bunten Salates: Eisberg oder Feldsalat, etwas grüne Gurke, etwas Paprika und Tomate etc. Schmeckt uns allen gut! Für die Nins natürlich ohne Dressing ;) Weiterhin mögen sie auch gerne Sellerie, Petersilienwurzel, Kohlrabiblätter und noch vieles andere - Futterlisten findest du an vielen verschiedenen Stellen im Internet.

Ganz wichtig ist nur, dass du neues Futter immer langsam und vorsichtig anfütterst.

Dann würde ich dir noch zusätzlich einen Fensterbank-Kräutergarten empfehlen. Da kannst du dich gleich mit bedienen, Petersilie ist da prima, Basilikum, Melisse, Salbei, Dill... alles auch für Menschen lecker. Meine Petersilie steht übrigens draußen, und selbst jetzt im November wuchert sie noch wie verrückt. Ich kann den Nins jeden Tag eine handvoll ganz frisch anbieten. Nimm die glatte, die wächst wesentlich besser!

Das Trockenfutter ist nur eine kleine Ergänzung - sozusagen der Schokopudding nach dem Essen ;)

i_love_rabbits 23.11.2009 18:10

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
super, danke :p ;)

Curly 25.11.2009 15:15

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
also das Problem hab ich zur Zeit auch..
hab ein neues Kaninchen, dass derzeit in Quarantäne steht bevor es kastriert wird und zum Weibchen darf.
Allerdings produziert er soviel Blinddarmkot dass ich es ab 3 Stücken raushol, da er sich sonst total verschmiert.
ist das echt normal soviel??
er hat zur Zeit nur Heu, Stroh und das Trockenfutter mit Kokzidienmittel von der Züchterin dass ich 10 Tage verfüttern soll. hab ihm gestern auch ein viertel Stück Fenchel gegeben aber..heute wieder...
selbst Fencheltee hat nicht geholfen.. bei der Tierärztin hat er eine normale Knödelform rausgelassen un sie meinte das sähe normal aus ...weiß ja auch nich soll ich den Blinddarmkot in Frischhaltefolie machen un mitnehmen oder wie? XD

saloiv 25.11.2009 16:05

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
Bei gesunden Tieren bleibt auch viel Blinddarmkot liegen. Laut versch. Fachliteratur die sich auf Studien beruft, fressen Kaninchen ihren Blinddarmkot nur vollständig auf, wenn das Futter zu energiearm ist. Das Blinddarmkot liegen bleibt ist relativ normal.

Curly 25.11.2009 16:16

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
also sieht es soaus als sei das normal? dabei hab ich den noch nie bei meinem weibchen gesehn =O

sollte ich es trotzdem mal vorsichtshalber mit zum Tierarzt holen?

Lupine 25.11.2009 17:32

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
Warum sollst du denn das Trockenfutter mit Kokzidostatikum verfüttern, Curly? Hat die Züchterin etwa Kokzidien im Bestand gehabt?

Ich würde auf jeden Fall eine Sammelkotprobe untersuchen lassen. Ist die negativ, kannst du das TroFu mit dem Kokzidostatikum direkt ausschleichen, falls ein Befund da ist solltest du nicht auf dieses TroFu vertrauen, sondern dir vom Arzt die entsprechende Medikation geben lassen.

Diese Trockenfutter zur Kokzidienbekämpfung stehen in massiver Kritik - meist werden sie von Züchtern eingesetzt die zu wenig auf die Darmgesundheit ihrer Tiere achten und deshalb überdurchschnittlich oft von Kokzidien betroffen sind. Das Problem: inzwischen steht fest, dass die in diesen niedrigen Dosierungen eingesetzten Kokzidostatika bei den Kokzidien ähnliche Resistenzen erzeugen können wie es Antibiotika bei Bakterien machen können. Und im Ernstfall hilft dann der Wirkstoff auch in hoher Dosierung nicht mehr :(

i_love_rabbits 25.11.2009 18:38

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
dh es is eig gar net so schlimm wenn ein kaninchen blinddarmkot hat und ihn nicht frisst???
mir wurde hier dann gleich gesagt ich ernaehre mein kaninchen falsch...

Curly 25.11.2009 19:02

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
nit ganz, das war so Pulver dasse mir ins Trockenfutter gemacht hat ^^
da der kleine erst 11 Wochen ist seit heute und sie das bei ihm noch nicht gemacht hätte.
aber jo morgen sind die 10 Tage um un ich lasse nach damit ^^

gut dann nimm ich so ein Stück mit, bin ja eh jede Woche da wegen kastrieren XD er is scheinbar ein nachzügler ^^

Lupine 25.11.2009 21:52

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
Ich bin - auch nach entsprechender Rücksprache mit meinem TA zu diesem Thema vor einiger Zeit - der Meinung dass es durchaus nicht normal ist wenn dauerhaft größere Mengen Blinddarmkot herumliegen. In der Natur wird nichts verwertbares produziert was nachher nicht genutzt wird, entweder handelt es sich um Abfallprodukte oder im Fall von nutzbarem wird nur soviel produziert wie auch notwendig ist. Alles andere wäre Energieverschwendung.

Ich bin somit anderer Meinung als Saloiv - eine dauerhaft erhöhte Blinddarmkotproduktion weist (soweit sie nicht ihre Ursache in Kokzidien- oder Hefenbefall hat) auf eine zu energie- oder vitaminreiche Ernährung hin und ist damit nicht artgerecht.

Ebensowenig wie es für Menschen artgerecht ist, sich von hochkalorischen Lebensmitteln zu ernähren und dadurch immer mehr Fettreserven anzusammeln. Auch hier greift ein genetisches Programm, was mit den schnell veränderten Umweltbedingungen (plötzliche Verfügbarkeit erheblich höherer Energiemengen in der Nahrung) nicht mithalten kann.

Ein Kaninchen sollte so ernährt werden, dass es sein Gewicht unter den gegebenen Umständen (reichlich Bewegung muss sein!) gut halten kann und mit den notwendigen Vitaminen ausreichend versorgt ist. Eine Nährstoffüberversorgung ist aber keinesfalls sinnvoll. Einige Vitamine könnten sogar Schäden anrichten wenn sie massiv überdosiert werden - deshalb immer auch Vorsicht mit Vitaminzusätzen in Trockenfutter oder speziellem Nagerwasser, das schadet mehr als es nützt.

i_love_rabbits 01.12.2009 19:51

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
okay, so gehen die meinungen wieder auseinender...

saloiv 01.12.2009 23:31

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
Ich will niemanden meine Meinung aufdrängen. :) Hier mal ein Literaturbeispiel auf das ich mich beziehe, damit jeder neutral entscheiden kann, was er glaubt oder nicht glaubt. ;)

"Die Aufnahme des Weichkots (Zäkotrophe) hängt von drei Faktoren ab:
- von der Reizung der Mechanorezeptoren im Rektrum,
- von der Sinnesempfindung des spezifischen Geruchs,
- vom Ernährungszustand.
Hierfür gibt es indirekte Beweise. Wenn Energiemangel besteht, wird die Gesamtmenge des ausgeschiedenen Weichkots vom Kaninchen aufgenommen (Kalugin, 1980). Bei Ad-libitum-Fütterung hängt die Aufnahme vom Rohfaser- bzw. Rohproteingehalt der Ration ab (Fakete und Bokori, 1985), d.h. Kaninchen, die mit Mischfutter mit wenig Protein und höheren Rohfasergehalt gefüttert werden, nehmen mehr Weichkot auf. Der Umfang der Ausscheidung bzw. Produktion von Zäkotrophe hängt nur wenig von der Futtermenge und Zusammensetzung der Ration ab (Laplace, 1978; Proto, 1968)."

Quelle: Fekete, S.: Ernährung der Kaninchen; in: Ernährung monogastrischer Nutztiere, Kapitel 4; Wiesemüller, W. und Leibetseder, J. (Hrsg.), Gustav Fischer Verlag; Jena, Stuttgart; 1993
Hervorhebung von mir.


Bei manchen Erkrankungen (Kokzidiose etc.) bleibt viel Blinddarmkot liegen, das konnte ich auch beobachten, in anderen Fällen bleibt allerdings Blinddarmkot liegen und die mehrere Kotproben ergeben nichts.
Das Blinddarmkot bei Kokzidiose liegen bleibt schiebe ich darauf, dass er dann nicht mehr "schmeckt" (Punkt 2 oben:"Die Aufnahme des Weichkots (Zäkotrophe) hängt von drei Faktoren ab: [...] von der Sinnesempfindung des spezifischen Geruchs").
Aber nur weil Blinddarmkot liegen bleibt heißt es deshalb noch lange nicht automatisch, dass dieses Kaninchen krank ist. ;)

Mein Fazit: Wenn Blinddarmkot liegen bleibt kann das vielfältige Ursachen haben. Zum einen banale Ursachen wie etwa ein ausreichender Energiegehalt der Nahrung, so dass auf die Energie im Blinddarmkot verzichtet werden kann, zum anderen Erkrankungen die das Tier veranlassen ihn nicht mehr zu fressen (vermutlich aufgrund des Geschmacks/Geruchs).

EDIT @ Lupine: Vitaminüberdosierungen sind in der Tat sehr schädlich, allerdings nur wenn es sich um synthetische Vitamine handelt (wie sie im Trockenfutter oder in Vitaminzusätzen enthalten sind). Bei einer Überdosis an natürlichen Vitaminen gibt es momentan noch keinen einzigen dokumentierten Fall in dem sich das schädlich auswirkte. Natürliche Vitamine sind nicht wie künstliche Vitamine chemisch rein sondern immer ein Gemisch aus versch. Vorstufen etc. dadurch können Überdosen einfach ausgeschieden werden (in ihrer natürlichen "Verpackung"). Synthetische Vitamine sind in einer Überdosis jedoch gesundheitschädlich, da sie nicht einfach ausgeschieden werden können, da sie chemisch rein sind.

i_love_rabbits 02.12.2009 18:34

AW: Zu viel Blinddarmkot...
 
also mein hasi frisst seinen blinddarmkot nur halt net alles was es ausscheidet...

Phiebs 26.04.2017 12:13

Also das mit einem Esslöffel Futter am Tag ist schlimm, bitte nicht darauf hören!! Deine Kaninchen könnten krank werden wegen Mangelernährung. Eine Handvoll Futter morgens und abends bei zwei Kaninchen und ein- zweimal die Woche frisch Futter ist perfekt. Mein Kaninchen hat momentan auch dieses Blinddarmkot Problem. Am besten beim Tierarzt anrufen j d fragen, denn wie man sieht kann man den Leuten hier nicht unbedingt vertrauen.

Einhorn09 26.04.2017 12:43

Also 1. Ist das ein Thread von 2009 (!!!)
Und 2. Ist das was du schreibst sorry vollkommener Schwachsinn.

Hier kannst du mal lesen
http://www.kaninchenwiese.de/ernaehrung/fuetterungsregeln/ernaehrungs-mythen/

http://www.kaninchenwiese.de/ernaehrung/fuetterungstipps/beispiel-futterplan/

Lupine 26.04.2017 16:24

Zitat:

Zitat von Phiebs (Beitrag 1028692)
Also das mit einem Esslöffel Futter am Tag ist schlimm, bitte nicht darauf hören!! Deine Kaninchen könnten krank werden wegen Mangelernährung.

Wenn das alles ist, was ein Kaninchen zu fressen bekommt: definitiv ja. Du lässt allerdings ein paar wichtige Infos unter den Tisch fallen.

Es war nämlich nie die Rede von einer ausschließlichen Fütterung mit diesem Futter in dieser Menge, auch nicht die Rede von einer Fütterung mit Heu + einer solchen Menge solchen Trockenfutters.

Die Empfehlung ging ganz klar dahin, das - damals noch - weizenhaltige (!) Trockenfutter drastisch zu reduzieren und das Brot wegzulassen und statt dessen eine gesunde Frischfütterung einzuführen.

Heute gibt es bessere Futtersorten als zu dieser Zeit, es spricht also nichts dagegen, sie in größerer Menge anzubieten. Es handelt sich dabei um weizenfreie Strukturfuttersorten, die im Winter eine gute Ergänzung der Frischfütterung liefern. Bei Interesse solltest du dich mal im Thread "Strukturfuttersorten" umsehen.

Pellets sind grundsätzlich abzulehnen, der Verarbeitungsgrad (Partikelgröße!) bringt die Verdauung in Schwierigkeiten und viele Pelletsorten quellen beim Kontakt mit Flüssigkeit auf -> Gefahr einer Magenüberladung = Lebensgefahr!

Wer ein Komplettfutter ohne Selektionsmöglichkeit mit anbieten möchte, sollte darauf achten dass er ein Extrudatfutter wie Cuni Complete beispielsweise gibt. Dabei ist zu beachten, dass es nicht für Kaninchen geeignet ist die keine Möhre vertragen (und das ist gar nicht so selten).

Bei einer Beifütterung von trockenem Futter muss streng darauf geachtet werden, dass eine gute Flüssigkeitsversorgung gewährleistet ist. Das geschieht zu einen selbstverständlich durch einen Verzicht auf Nippeltränken (statt dessen Tränken mit Trinktasse oder einen Napf einsetzen), zum anderen durch Fütterung mit einem hohen Anteil Grünfutter. Nicht alle Kaninchen trinken ausreichend, Nierenschäden können so über die Jahre unbemerkt entstehen.

Zitat:

Eine Handvoll Futter morgens und abends bei zwei Kaninchen
Bei dem damaligen Futter des ursprünglichen Threaderstellers: nein! Ein gutes Strukturfutter aber darf gern in solcher Menge angeboten werden, ruhig auch etwas mehr.

Zitat:

und ein- zweimal die Woche frisch Futter ist perfekt.
Da hätten mich meine wahrscheinlich beim Tierschutz angezeigt :rofl: Und die Kaninchen der Halter hier die täglichen Gartenfreilauf haben, müssten todkrank sein. Und die Wildkaninchen längst ausgestorben :hand:

Tägliches Frischfutter - am besten in Form von Wiese (also diverse Gräser- und (Un-)Kräutersorten), ersatzweise Gemüsegrün, Blattgemüse und Kohlsorten - ist unverzichtbar. Als Ergänzung empfehle ich ein Strukturfutter, und bei Außenkaninchen im Winter und für Kaninchen im Fellwechsel geeignete Saaten (Energie- und Öllieferanten). Ein täglich frisch gereichtes gutes Heu als "Notration" und zur weiteren Ergänzung versteht sich von selbst. Für den Nagetrieb und als weitere Ergänzung werden mindestens alle paar Tage frische Äste gereicht.

Wenn du jetzt mal vergleichst, auch ich habe dazu gelernt. Durch meinen chronisch kranken Leo, der einen Teil seiner Probleme leider durch ein Futter hatte, wie es der Threadersteller damals verfüttert hat. Ich habe seine Fütterung (und natürlich auch die der beiden Mädels) über die Jahre langsam umgestellt auf die Form, die ich dir gerade präsentiert habe. Mit dieser Fütterung konnte ich auch seine durch einen "Züchter-"Fehler bedingten Zahnprobleme besser im Griff behalten und die Korrekturabstände verlängern, außerdem seinen Darm stabilisieren. Leo litt durch das Übermaß an weizenhaltigem Futter beim Vorbesitzer an einer massiven Glutenunverträglichkeit. Kleinste Mengen Weizen verursachten bei ihm eine Darmentzündung.

Zitat:

Mein Kaninchen hat momentan auch dieses Blinddarmkot Problem.
Ich empfehle dir dringend, zunächst eine Sammelkotprobe von 3 aufeinanderfolgenden Tagen abzugeben, um die "üblichen Verdächtigen", nämlich Kokzidien, Hefen und Würmer auszuschließen.

Zeitgleich wirfst du am besten mal einen Blick auf die Inhaltsliste deines Futters. Findest du dort Bestandteile wie "Weizen", "Weizenkleie", "pflanzliche Nebenerzeugnisse" (dahinter kann sich ALLES an pflanzlichem Abfall aus der menschlichen Nahrungsmittelindustrie verbergen!), "Melasse", dann solltet du auf ein anderes Futter umstellen. Auch wenn du bislang ein Pelletfutter gibst, stell bitte um. Die Verdauung eines Kaninchens ist darauf angewiesen, dass im Darm unterschiedliche Partikelgrößen unterwegs sind. Sie entscheiden über die Verweildauer besonders im Blinddarm - und damit können Pellets an einem Blinddarmkotproblem beteiligt sein. Denn die Darmbakterien sind auf passende Nahrungszufuhr angewiesen, so dass eine in der Natur nicht vorkommende ausschließliche Zufuhr gleicher Partikelgrößen die Darmflora verändern kann.

Zitat:

...denn wie man sieht kann man den Leuten hier nicht unbedingt vertrauen.
Man kann, genau genommen, niemandem vertrauen. Man muss sich immer fragen: was hat derjenige davon, dass er mir dieses oder jenes rät?

Eine Fütterungsempfehlung mit großem Trockenfutteranteil und extrem wenig Frischfutter kommt - möglicherweise auf Umwegen über Bekannte/Freunde - entweder aus dem Zoohandel oder von einem Züchter/Vermehrer/Großbestandshalter. Warum? Nun, das ist recht einfach zu erklären, beide Seiten haben unterschiedliche Vorteile von dieser Empfehlung.

Der Zoohandel will natürlich verkaufen. Dabei ist es ihm ziemlich schnuppe, ob das wirklich gut für die Tiere ist. Was zählt, ist das was man dem Finanzamt am liebsten vorenthalten würde: der Gewinn.

Züchter oder Vermehrer und andere Halter von Großbeständen haben ganz andere Beweggründe: für sie ist ein solches Futter eine enorme Arbeits- und Kostenersparnis. Sie müssen nicht spätestens alle 2 Tage los um Grünfutter zu schneiden (oder gar zu kaufen), das Fertigfutter ist kompakt, nicht allzu teuer, super zu lagern und schnell zu verteilen. Das macht sich natürlich bemerkbar, wenn man eine zweistellige Zahl an Tieren zu versorgen hat, insbesondere wenn es sich um 30 oder 40 Tiere handelt oder noch mehr. Nun gibt Mensch aber nicht gern zu dass er bequem und geizig ist, das schadet dem Ansehen. Also wird diese Fütterung als besonderer Schutz vor Mangelernährungen deklariert.

Warum ist das Quatsch? Das beantwortet einem der gesunde Menschenverstand. Oder hast du schon mal ein Wildkaninchen im Zooladen einkaufen sehen? Und wie war das eigentlich vor dem Krieg? Da gab es diese Futter noch nicht, da wurden die Kinder mittags nach der Schule mit einem alten Kartoffelsack losgeschickt, Grünfutter für den lebenden Fleischvorrat holen. Meine Schwiegermutter hat das noch erlebt.

Und noch viel früher? Schon die alten Römer hielten sich Kaninchen als lebenden Vorrat. Diese Kaninchen waren in so genannten Leporarien untergebracht, das entspricht unter heutigen Gesichtspunkten einer mäßig gesicherten Freilandhaltung. Diese "Kaninchengärten" waren mit einer Mauer umgeben um die Bewohner am ausbüxen zu hindern und Feinden das eindringen zu erschweren. Die Kaninchen versorgten sich innerhalb der Leporarien weitestgehend selbst. Wären sie mangelernährt gewesen, hätte sich dieser Aufwand für die Römer nicht gelohnt, da wären sie lieber auf die Jagd gegangen.

Auch heute gibt es Gegenden, wo eine ähnliche Kaninchenhaltung praktiziert wird - das hat mich einigermaßen erstaunt. Als ich mein Außengehege baute, bat ich einen Neffen meines Stiefvaters um Hilfe der gerade zu Besuch war. Die Familie meines Stiefvaters reicht bis nach Polen. Ich war auf einiges Gespött gefasst wegen meines 6-qm-Geheges, aber keine Spur davon. Als ich ihn darauf ansprach, meinte er nur erstaunt dass die Kaninchen bei ihm daheim in der Gegend (er lebt ländlich) in noch größeren Gehegen und Gruppen leben würden, nur nicht so sicher wie meins. Aber die wären ja auch zum essen gedacht und nicht als Haustiere. Wäre praktisch, man müsse nur im Winter bisschen Futter dabei tun.

Wie du siehst, gibt es eine ganze Menge Gründe, die GEGEN deine Fütterungsempfehlung und die von dir unterschwellig im Zusammenhang getätigte Aussage nur mit einer größeren Menge handelsüblichen Trockenfutters könne eine Mangelversorgung vermieden werden sprechen.

Schauen wir uns also an, was mit Aussagen in Foren oder sonstwo im Internet ist.

Auch da muss man selbstverständlich seinen gesunden Menschenverstand zu Rate ziehen. Frag immer nach Begründungen! Wer eine Meinung hat, sollte sie ausreichend begründen können - und zwar so, dass du es verstehst.

Aus solchen Fragen entwickeln sich mitunter heiße Diskussionen. Das ist eine super Chance, bei der Bildung der eigenen Meinung weiterzukommen. Ich habe mit Saloiv beispielsweise viele solcher Dispute gehabt. Im übrigen immer nur um die Sache - sie gehört zu den Leuten, die eine andere Meinung nicht persönlich nehmen, sondern ihre eigene mit Argumenten untermauern und die Meinung des anderen mit Gegenargumenten ins Wanken zu bringen versuchen. Oft handelt es sich nur um ein Missverständnis, eine Ungenauigkeit in der Formulierung oder eine falsche Annahme. Dann hat jeder die Möglichkeit, seine Position zu überdenken, und falls er es für richtig hält auch zu korrigieren.

Und dann gibt es Leute, die nachplappern was sie mal irgendwo gehört haben oder "was eben schon immer so war" (selbst wenn das, wie am Beispiel des Industriefutters ersichtlich, gar nicht schon immer so war). Wer solchen Leuten vertraut, baut auf ein gefährliches Halbwissen und kann übel auf die Nase fallen. Man entlarvt solch ein Halbwissen aber recht schnell, wenn man nach den Gründen für die geäußerte Meinung fragt. Wer etwas vom Hörensagen her "weiß", kann die Gründe für diese Meinung nicht nennen. Also: nachfragen.

Und immer schön mitdenken! Kann das sein, was da behauptet wird? Ist es wahrscheinlich? Finde ich irgendwo andere Belege zu dem Thema? Vielleicht sogar wissenschaftliche Studien?

Zitat:

...Am besten beim Tierarzt anrufen j d fragen, ...
Diese Aussage habe ich jetzt bewusst nach den Ausführungen über die möglichen Beweggründe von Informationsgebern gestellt, denn das ist ein Thema für sich.

Ein Tierarzt ist ein Ansprechpartner, dem man grundsätzlich aufgrund seiner Ausbildung besonderes Vertrauen entgegenbringt.

Nun sind aber Kaninchen ein recht heikles Thema beim Tierarzt. Vielen Leuten ist nämlich schon eines gar nicht bewusst: ein Kleintierarzt ist nicht zwangsläufig der richtige Ansprechpartner für einen Kaninchenhalter. Wenn er die Zusatzqualifikation "kleine Heimtiere" erworben hat, sieht die Sache schon anders aus.

Kleintiere meint nämlich vor allem Hund und Katze. Unter Kleine Heimtiere sind beispielsweise Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Ratten und Mäuse gefasst.

Um zu verstehen um was es geht, muss man sich die tierärztliche Ausbildung anschauen. Grundsätzlich lernt ein Tierarzt erst einmal die Grundlagen. Dabei wird verstärkt auf die häufigsten Tierarten beim Tierarzt eingegangen. Das sind auf der einen Seite die Großtiere (auf welche sich der Fachtierarzt für Großtiere spezialisiert), hierzu gehören Kühe, Pferde, Schweine, Schafe etc. Der Großtierarzt ist also der Mann oder die Frau für landwirtschaftlich gehaltene Tiere. Für Sportpferde gibt es oft spezialisierte Tierärzte. Der Kleintierarzt kümmert sich dagegen um die kleineren Tiere die vorgestellt werden - und bis vor 10 bis 15 Jahren waren das fast ausschließlich Hund und Katze, wenn man mal von den üblichen Impfungen in den Kaninchenzuchtvereinen ausgeht. Kaninchen und andere kleine Heimtiere kommen also in der normalen Tierarztausbildung nur ganz am Rande vor.

Das Problem ist, dass sie jede Menge anatomische Besonderheiten zu bieten haben! Und das führt bei Tierärzten die sich nicht aus eigenen Antrieb weiterbilden oft zu Problemen. So gab es vor Jahren leider viele Tierärzte, die das Medikament Frontline der Firma Merial bei Kaninchen angewandt haben, obwohl zu diesem Zeitpunkt die tödlichen Nebenwirkungen längst bekannt waren und die Firma selbst vor der Anwendung beim Kaninchen warnte. Aufgrund mangelnder Fortbildung verloren viele Kaninchen ihr Leben. Auch gibt es immer wieder einzelne Tierärzte, die einen Halter vor einer OP anweisen das Kaninchen auszunüchtern - eine tödliche Gefahr! Und absolut unnötig. Kaninchen haben eine so schwache Magenmuskulatur, dass sie unter Narkose nicht erbrechen. Anders als Hund oder Katze. Das heißt, dass das gefürchtete Einatmen von Erbrochenem gar nicht passieren kann. Die Ausnüchterung lässt aber die Verdauung ins stocken geraten (Kaninchen haben ein Stopf-Magen-Darm-System, wenn vorne nichts reingestopft wird, geht es hinten nicht weiter, es drohen Gärungen bis hin zur gefürchteten Trommelsucht!).

Aber es gibt zum Glück immer mehr wirklich gute Tierärzte.

Nur - selbst die kennen sich nicht immer mit der Fütterung und Haltung aus. Denn auch da hat sich in den letzten Jahren viel getan - quasi ein bisschen "back to the roots", hin zur möglichst naturnahen Fütterung. Immer mehr Halter sind bereit, Geld und Zeit in die Gesunderhaltung ihrer Tiere zu investieren, und das nicht nur im Bereich Impfungen oder Gehegehaltung, sondern auch bei der Fütterung. Das ist aber ein ziemlich umfangreiches Thema, in das sich noch nicht jeder Tierarzt eingearbeitet hat, selbst wenn er ein Kaninchen prima durchdiagnostizieren kann. Das wird noch einige Jahre dauern, bis das bei allen angekommen ist.

Bei meinem Tierarzt war es übrigens schon vor etlichen Jahren angekommen. Er hat mir die Fütterung, wie ich sie in diesem Post beschrieben habe, ausdrücklich empfohlen. Und nicht nur das, manchmal war er wirklich sehr direkt :o

Ich holte eines Tages meinen Leo wieder einmal von einer Zahnsanierung ab. Da das in Narkose gemacht werden muss, hatte er einige Zeit in der Praxis verbringen müssen zur Überwachung, und natürlich bekam er Proviant mit. Möhrengrün, Dill, Petersilie, Löwenzahn, Gras, etwas Broccoli (den hat er geliebt), und ich glaube auch etwas Rucola - das weiß ich nicht mehr so genau. Dazu seine Heusocke und seinen Wassernapf. Als ich ihn wieder abholte und mit der Transportbox an der Anmeldung stand um auf meine Rechnung zu warten, kam der Tierarzt plötzlich aus dem Sprechzimmer gestürmt, eine Frau im Schlepptau. Er griff zu Leos Transporbox, öffnete sie, zeigte hinein, und fuhr die Frau an: "DAS!!! sollen Kaninchen fressen!!!" Die Dame rauschte tödlich beleidigt ins Sprechzimmer zurück, er drehte sich in der Tür um und sagte kopfschüttelnd: "Das Tier hat ständig Durchfall. Und sie will einfach nicht kapieren, dass das von ihrer Fütterung kommt!"


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