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AW: Zu viel Blinddarmkot... Ich bin ja immer kein Freund von diesen fertigen Trockenfuttern... Egal ob mit oder ohne Getreide... Da ist immer Mist mit drinnen. :X Natürlich gibt es etwas bessere wie die von JR Farm aber auch die haben komische Zutaten. Mal die oben erwähnten: JR Farm Grainless Complete Zwergkaninchen Zusammensetzung: Lieschgras, Knäuelgras, Wiesenrispe, Spitzwegerich, Rotklee, Wiesenschwingel, Frauenmantel, Erbsenflocken, Karottenwürfel, Ackerbohnenflocken, Pastinakenwürfel, Pfefferminzblätter, Fenchel, Apfelwürfel, Leinsaat, Löwenzahnblätter, Rote Beete Würfel, Brennnesselblätter, Kamilleblüten, Schwarzkümmel, Vitamine Zusatzstoffe: Vit. A 10.000 i.E., Vit D³ 1.000 i.E., Vit. C 250 mg, Vit. E 40 mg Zum einen haben wir da auch ein giftiges Gras drinnen (Wiesenschwingel), zum anderen sind auch hier die Zusatzstoffe sehr stark überdosiert. Und der dritte Punkt ist die Struktur: Das ganze ist in Pellet-Form gepresst. Zu den Quellversuchen hatte ich ja schon verlinkt... JR Farm Zwergkaninchenfutter Light Zusammensetzung: Heucops (Lieschgras, Spitzwegerich, Rotklee, Wiesenschwingel, Knaulgras, Frauenmantel, Wiesenrispe), Erbsenflocken, Karotten, Pastinaken, Kartoffeln, Lauch Zusatzstoffe sind nicht angegeben?! Da keine Zusatzstoffe angegeben sind, hoffe ich, dass keine drinnen sind, aber evtl. hat sich der Anbieter auch einfach die Angabe gespart. Auch hier wieder giftiges Gras enthalten (Wiesenschwingel) und auch hier in Pressform, die Kaninchenmägen belastet. Man kann sich aber super ein Trockenfutter selber mixen und es dann auch genau nach dem Bedarf der Tiere ausrichten. :) Getrocknete Kräuter, Samen und Trockengemüse können zusammengemixt werden. Natürlich muss man genau schauen, dass man es nicht zu energiereich gestaltet. ;) |
AW: Zu viel Blinddarmkot... Was mich gerade mal interessieren würde, Saloiv: woher kommt die Info, dass Wiesenschwingel giftig ist? Wiesenlabkraut ist giftig, Wiesenschwingel aber meines Wissens nicht. |
AW: Zu viel Blinddarmkot... Wiesenschwingel direkt ist nicht giftig (das war nur vereinfacht ausgedrückt um hier nicht so weit ausholen zu müssen), aber er ist von der Weidelgrasproblematik betroffen. Wiesenschwingel ist sehr nah verwandt mit den Weidelgrasarten (Deutsches Weidelgras und Welsches Weidelgras), welche in einer Symbiose mit speziellen Pilzen leben. Diese Pilze produzieren Alkaloide, welche giftig sind. Normale Gräser leben auch in dieser Symbiose mit Pilzen, allerdings mit anderen. Die Weidelgräser haben spezielle Pilze welche extrem viele Pilzgifte produzieren. Da der Wiesenschwingel sehr nah verwandt mit diesen Gräsern ist, bietet er den Pilzen einen idealen Lebensraum und genau die selben Pilze können auch in einer Symbiose mit ihm leben. Das Ergebnis ist dann ein hoher Gehalt an Pilzgiften... |
AW: Zu viel Blinddarmkot... oder noch einfacher gefragt: welches futter koennt ihr mir empfehlen??? in der naechstgelegenen kleinstadt ist ein fressnapf, wo ich immer mein futter unabgepackt kaufe, also aus diesen boxen wo man sich das futter selbst rausholen kann. ist wesentlich billiger als abgepacktes. ich weiss nicht, ob ich da mir mein eigenes mischen kann. einzeln gibt es nur gepresste erbsen soweit ich weiss... ich habe eins von multifit und nebendran ist ein futterbehaelter mit diesen runden gepressten heukringeln und ich glaube der rest war mais oder sowas aehnliches. jedenfalls kein getreide. was ist davon zu halten??? |
AW: Zu viel Blinddarmkot... Wenn der Fressnapf offenes Futter für Kaninchen hat, dann hat er bestimmt auch offenes Wellensittichfutter, oder? Kauf dir davon etwas und geh anschließend in einen besser sortierten Supermarkt und mische etwas Sonnenblumenkerne und Leinsamen, sowieso Quinoah usw. dazu. Dann hast du ein hochwertiges Kraftfutter für Kaninchen. Aber bitte beachten: Soetwas ist nicht als Hauptnahrung geeignet sondern nur als Ergänzungsfutter bei erhöhten Bedarf! Mehr als einen Tl alle zwei Tage sollte man davon nicht geben, außer das Tier hat wirklich hohen Bedarf (z.B. während der Laktation). ;) Das Trockenfutter ist nicht die Hauptnahrung für Kaninchen, denn sie brauchen Pflanzenfasern. Als Hauptnahrung solltest du Heu, Gemüse (vorallem Blattgemüse) und Kräuter reichen. Bzw. Wiese wenn möglich. Wenn du diese Futtermittel abwechslungsreich fütterst, ist dein Kaninchen bestens versorgt, dann brauchst du kein Trockenfutter. Das oben genannte Trockenfutter ist eher ein Schmankerl und kann auch mit Trockenkräutern aufgepeppt werden. Trockenkräuter sind sehr gesund und können auch in großen Mengen verfüttert werden. Das ganze Trockenfutter aus dem Handel (kringel, bunte Bälle, Pellets...) ist absolut ungesund, das solltest du keinesfalls füttern. Da du es momentan gibst musst du das Futter langsam umstellen. Fütter jeden tag etwas weniger davon und dafür mehr Frischfutter. Weiter auch die Vielfalt des Frischfutters aus, Anregungen findest du z.B. in Gemüselisten. |
AW: Zu viel Blinddarmkot... Meine bekommen vor allem Heu, verschiedene Salate und Blattgemüse sowie einige Wurzelgemüse. Ich achte darauf dass einige Sorten zum "Dauersortiment" gehören weil ich die Erfahrung gemacht habe dass das für den Magen-Darm-Trakt gut ist. Möhre gibt es also auf jeden Fall immer jedes Mal dazu, und soweit noch verfügbar Gras und Löwenzahn, und der Rest wird abgewechselt. Schau mal auf dem Wochenmarkt zum Beispiel, dort kann man oft günstig optisch nicht so schönes Gemüse bekommen. Das ist völlig in Ordnung, nur halt nichts fürs Auge. Und die Händler bringen sowas manchmal auch auf Anfrage mit. Und dann teilen wir uns mit unseren Nins immer diverse Inhalte eines bunten Salates: Eisberg oder Feldsalat, etwas grüne Gurke, etwas Paprika und Tomate etc. Schmeckt uns allen gut! Für die Nins natürlich ohne Dressing ;) Weiterhin mögen sie auch gerne Sellerie, Petersilienwurzel, Kohlrabiblätter und noch vieles andere - Futterlisten findest du an vielen verschiedenen Stellen im Internet. Ganz wichtig ist nur, dass du neues Futter immer langsam und vorsichtig anfütterst. Dann würde ich dir noch zusätzlich einen Fensterbank-Kräutergarten empfehlen. Da kannst du dich gleich mit bedienen, Petersilie ist da prima, Basilikum, Melisse, Salbei, Dill... alles auch für Menschen lecker. Meine Petersilie steht übrigens draußen, und selbst jetzt im November wuchert sie noch wie verrückt. Ich kann den Nins jeden Tag eine handvoll ganz frisch anbieten. Nimm die glatte, die wächst wesentlich besser! Das Trockenfutter ist nur eine kleine Ergänzung - sozusagen der Schokopudding nach dem Essen ;) |
AW: Zu viel Blinddarmkot... super, danke :p ;) |
AW: Zu viel Blinddarmkot... also das Problem hab ich zur Zeit auch.. hab ein neues Kaninchen, dass derzeit in Quarantäne steht bevor es kastriert wird und zum Weibchen darf. Allerdings produziert er soviel Blinddarmkot dass ich es ab 3 Stücken raushol, da er sich sonst total verschmiert. ist das echt normal soviel?? er hat zur Zeit nur Heu, Stroh und das Trockenfutter mit Kokzidienmittel von der Züchterin dass ich 10 Tage verfüttern soll. hab ihm gestern auch ein viertel Stück Fenchel gegeben aber..heute wieder... selbst Fencheltee hat nicht geholfen.. bei der Tierärztin hat er eine normale Knödelform rausgelassen un sie meinte das sähe normal aus ...weiß ja auch nich soll ich den Blinddarmkot in Frischhaltefolie machen un mitnehmen oder wie? XD |
AW: Zu viel Blinddarmkot... Bei gesunden Tieren bleibt auch viel Blinddarmkot liegen. Laut versch. Fachliteratur die sich auf Studien beruft, fressen Kaninchen ihren Blinddarmkot nur vollständig auf, wenn das Futter zu energiearm ist. Das Blinddarmkot liegen bleibt ist relativ normal. |
AW: Zu viel Blinddarmkot... also sieht es soaus als sei das normal? dabei hab ich den noch nie bei meinem weibchen gesehn =O sollte ich es trotzdem mal vorsichtshalber mit zum Tierarzt holen? |
AW: Zu viel Blinddarmkot... Warum sollst du denn das Trockenfutter mit Kokzidostatikum verfüttern, Curly? Hat die Züchterin etwa Kokzidien im Bestand gehabt? Ich würde auf jeden Fall eine Sammelkotprobe untersuchen lassen. Ist die negativ, kannst du das TroFu mit dem Kokzidostatikum direkt ausschleichen, falls ein Befund da ist solltest du nicht auf dieses TroFu vertrauen, sondern dir vom Arzt die entsprechende Medikation geben lassen. Diese Trockenfutter zur Kokzidienbekämpfung stehen in massiver Kritik - meist werden sie von Züchtern eingesetzt die zu wenig auf die Darmgesundheit ihrer Tiere achten und deshalb überdurchschnittlich oft von Kokzidien betroffen sind. Das Problem: inzwischen steht fest, dass die in diesen niedrigen Dosierungen eingesetzten Kokzidostatika bei den Kokzidien ähnliche Resistenzen erzeugen können wie es Antibiotika bei Bakterien machen können. Und im Ernstfall hilft dann der Wirkstoff auch in hoher Dosierung nicht mehr :( |
AW: Zu viel Blinddarmkot... dh es is eig gar net so schlimm wenn ein kaninchen blinddarmkot hat und ihn nicht frisst??? mir wurde hier dann gleich gesagt ich ernaehre mein kaninchen falsch... |
AW: Zu viel Blinddarmkot... nit ganz, das war so Pulver dasse mir ins Trockenfutter gemacht hat ^^ da der kleine erst 11 Wochen ist seit heute und sie das bei ihm noch nicht gemacht hätte. aber jo morgen sind die 10 Tage um un ich lasse nach damit ^^ gut dann nimm ich so ein Stück mit, bin ja eh jede Woche da wegen kastrieren XD er is scheinbar ein nachzügler ^^ |
AW: Zu viel Blinddarmkot... Ich bin - auch nach entsprechender Rücksprache mit meinem TA zu diesem Thema vor einiger Zeit - der Meinung dass es durchaus nicht normal ist wenn dauerhaft größere Mengen Blinddarmkot herumliegen. In der Natur wird nichts verwertbares produziert was nachher nicht genutzt wird, entweder handelt es sich um Abfallprodukte oder im Fall von nutzbarem wird nur soviel produziert wie auch notwendig ist. Alles andere wäre Energieverschwendung. Ich bin somit anderer Meinung als Saloiv - eine dauerhaft erhöhte Blinddarmkotproduktion weist (soweit sie nicht ihre Ursache in Kokzidien- oder Hefenbefall hat) auf eine zu energie- oder vitaminreiche Ernährung hin und ist damit nicht artgerecht. Ebensowenig wie es für Menschen artgerecht ist, sich von hochkalorischen Lebensmitteln zu ernähren und dadurch immer mehr Fettreserven anzusammeln. Auch hier greift ein genetisches Programm, was mit den schnell veränderten Umweltbedingungen (plötzliche Verfügbarkeit erheblich höherer Energiemengen in der Nahrung) nicht mithalten kann. Ein Kaninchen sollte so ernährt werden, dass es sein Gewicht unter den gegebenen Umständen (reichlich Bewegung muss sein!) gut halten kann und mit den notwendigen Vitaminen ausreichend versorgt ist. Eine Nährstoffüberversorgung ist aber keinesfalls sinnvoll. Einige Vitamine könnten sogar Schäden anrichten wenn sie massiv überdosiert werden - deshalb immer auch Vorsicht mit Vitaminzusätzen in Trockenfutter oder speziellem Nagerwasser, das schadet mehr als es nützt. |
AW: Zu viel Blinddarmkot... okay, so gehen die meinungen wieder auseinender... |
AW: Zu viel Blinddarmkot... Ich will niemanden meine Meinung aufdrängen. :) Hier mal ein Literaturbeispiel auf das ich mich beziehe, damit jeder neutral entscheiden kann, was er glaubt oder nicht glaubt. ;) "Die Aufnahme des Weichkots (Zäkotrophe) hängt von drei Faktoren ab: - von der Reizung der Mechanorezeptoren im Rektrum, - von der Sinnesempfindung des spezifischen Geruchs, - vom Ernährungszustand. Hierfür gibt es indirekte Beweise. Wenn Energiemangel besteht, wird die Gesamtmenge des ausgeschiedenen Weichkots vom Kaninchen aufgenommen (Kalugin, 1980). Bei Ad-libitum-Fütterung hängt die Aufnahme vom Rohfaser- bzw. Rohproteingehalt der Ration ab (Fakete und Bokori, 1985), d.h. Kaninchen, die mit Mischfutter mit wenig Protein und höheren Rohfasergehalt gefüttert werden, nehmen mehr Weichkot auf. Der Umfang der Ausscheidung bzw. Produktion von Zäkotrophe hängt nur wenig von der Futtermenge und Zusammensetzung der Ration ab (Laplace, 1978; Proto, 1968)." Quelle: Fekete, S.: Ernährung der Kaninchen; in: Ernährung monogastrischer Nutztiere, Kapitel 4; Wiesemüller, W. und Leibetseder, J. (Hrsg.), Gustav Fischer Verlag; Jena, Stuttgart; 1993 Hervorhebung von mir. Bei manchen Erkrankungen (Kokzidiose etc.) bleibt viel Blinddarmkot liegen, das konnte ich auch beobachten, in anderen Fällen bleibt allerdings Blinddarmkot liegen und die mehrere Kotproben ergeben nichts. Das Blinddarmkot bei Kokzidiose liegen bleibt schiebe ich darauf, dass er dann nicht mehr "schmeckt" (Punkt 2 oben:"Die Aufnahme des Weichkots (Zäkotrophe) hängt von drei Faktoren ab: [...] von der Sinnesempfindung des spezifischen Geruchs"). Aber nur weil Blinddarmkot liegen bleibt heißt es deshalb noch lange nicht automatisch, dass dieses Kaninchen krank ist. ;) Mein Fazit: Wenn Blinddarmkot liegen bleibt kann das vielfältige Ursachen haben. Zum einen banale Ursachen wie etwa ein ausreichender Energiegehalt der Nahrung, so dass auf die Energie im Blinddarmkot verzichtet werden kann, zum anderen Erkrankungen die das Tier veranlassen ihn nicht mehr zu fressen (vermutlich aufgrund des Geschmacks/Geruchs). EDIT @ Lupine: Vitaminüberdosierungen sind in der Tat sehr schädlich, allerdings nur wenn es sich um synthetische Vitamine handelt (wie sie im Trockenfutter oder in Vitaminzusätzen enthalten sind). Bei einer Überdosis an natürlichen Vitaminen gibt es momentan noch keinen einzigen dokumentierten Fall in dem sich das schädlich auswirkte. Natürliche Vitamine sind nicht wie künstliche Vitamine chemisch rein sondern immer ein Gemisch aus versch. Vorstufen etc. dadurch können Überdosen einfach ausgeschieden werden (in ihrer natürlichen "Verpackung"). Synthetische Vitamine sind in einer Überdosis jedoch gesundheitschädlich, da sie nicht einfach ausgeschieden werden können, da sie chemisch rein sind. |
AW: Zu viel Blinddarmkot... also mein hasi frisst seinen blinddarmkot nur halt net alles was es ausscheidet... |
Also das mit einem Esslöffel Futter am Tag ist schlimm, bitte nicht darauf hören!! Deine Kaninchen könnten krank werden wegen Mangelernährung. Eine Handvoll Futter morgens und abends bei zwei Kaninchen und ein- zweimal die Woche frisch Futter ist perfekt. Mein Kaninchen hat momentan auch dieses Blinddarmkot Problem. Am besten beim Tierarzt anrufen j d fragen, denn wie man sieht kann man den Leuten hier nicht unbedingt vertrauen. |
Also 1. Ist das ein Thread von 2009 (!!!) Und 2. Ist das was du schreibst sorry vollkommener Schwachsinn. Hier kannst du mal lesen http://www.kaninchenwiese.de/ernaehrung/fuetterungsregeln/ernaehrungs-mythen/ http://www.kaninchenwiese.de/ernaehrung/fuetterungstipps/beispiel-futterplan/ |
Zitat:
Es war nämlich nie die Rede von einer ausschließlichen Fütterung mit diesem Futter in dieser Menge, auch nicht die Rede von einer Fütterung mit Heu + einer solchen Menge solchen Trockenfutters. Die Empfehlung ging ganz klar dahin, das - damals noch - weizenhaltige (!) Trockenfutter drastisch zu reduzieren und das Brot wegzulassen und statt dessen eine gesunde Frischfütterung einzuführen. Heute gibt es bessere Futtersorten als zu dieser Zeit, es spricht also nichts dagegen, sie in größerer Menge anzubieten. Es handelt sich dabei um weizenfreie Strukturfuttersorten, die im Winter eine gute Ergänzung der Frischfütterung liefern. Bei Interesse solltest du dich mal im Thread "Strukturfuttersorten" umsehen. Pellets sind grundsätzlich abzulehnen, der Verarbeitungsgrad (Partikelgröße!) bringt die Verdauung in Schwierigkeiten und viele Pelletsorten quellen beim Kontakt mit Flüssigkeit auf -> Gefahr einer Magenüberladung = Lebensgefahr! Wer ein Komplettfutter ohne Selektionsmöglichkeit mit anbieten möchte, sollte darauf achten dass er ein Extrudatfutter wie Cuni Complete beispielsweise gibt. Dabei ist zu beachten, dass es nicht für Kaninchen geeignet ist die keine Möhre vertragen (und das ist gar nicht so selten). Bei einer Beifütterung von trockenem Futter muss streng darauf geachtet werden, dass eine gute Flüssigkeitsversorgung gewährleistet ist. Das geschieht zu einen selbstverständlich durch einen Verzicht auf Nippeltränken (statt dessen Tränken mit Trinktasse oder einen Napf einsetzen), zum anderen durch Fütterung mit einem hohen Anteil Grünfutter. Nicht alle Kaninchen trinken ausreichend, Nierenschäden können so über die Jahre unbemerkt entstehen. Zitat:
Zitat:
Tägliches Frischfutter - am besten in Form von Wiese (also diverse Gräser- und (Un-)Kräutersorten), ersatzweise Gemüsegrün, Blattgemüse und Kohlsorten - ist unverzichtbar. Als Ergänzung empfehle ich ein Strukturfutter, und bei Außenkaninchen im Winter und für Kaninchen im Fellwechsel geeignete Saaten (Energie- und Öllieferanten). Ein täglich frisch gereichtes gutes Heu als "Notration" und zur weiteren Ergänzung versteht sich von selbst. Für den Nagetrieb und als weitere Ergänzung werden mindestens alle paar Tage frische Äste gereicht. Wenn du jetzt mal vergleichst, auch ich habe dazu gelernt. Durch meinen chronisch kranken Leo, der einen Teil seiner Probleme leider durch ein Futter hatte, wie es der Threadersteller damals verfüttert hat. Ich habe seine Fütterung (und natürlich auch die der beiden Mädels) über die Jahre langsam umgestellt auf die Form, die ich dir gerade präsentiert habe. Mit dieser Fütterung konnte ich auch seine durch einen "Züchter-"Fehler bedingten Zahnprobleme besser im Griff behalten und die Korrekturabstände verlängern, außerdem seinen Darm stabilisieren. Leo litt durch das Übermaß an weizenhaltigem Futter beim Vorbesitzer an einer massiven Glutenunverträglichkeit. Kleinste Mengen Weizen verursachten bei ihm eine Darmentzündung. Zitat:
Zeitgleich wirfst du am besten mal einen Blick auf die Inhaltsliste deines Futters. Findest du dort Bestandteile wie "Weizen", "Weizenkleie", "pflanzliche Nebenerzeugnisse" (dahinter kann sich ALLES an pflanzlichem Abfall aus der menschlichen Nahrungsmittelindustrie verbergen!), "Melasse", dann solltet du auf ein anderes Futter umstellen. Auch wenn du bislang ein Pelletfutter gibst, stell bitte um. Die Verdauung eines Kaninchens ist darauf angewiesen, dass im Darm unterschiedliche Partikelgrößen unterwegs sind. Sie entscheiden über die Verweildauer besonders im Blinddarm - und damit können Pellets an einem Blinddarmkotproblem beteiligt sein. Denn die Darmbakterien sind auf passende Nahrungszufuhr angewiesen, so dass eine in der Natur nicht vorkommende ausschließliche Zufuhr gleicher Partikelgrößen die Darmflora verändern kann. Zitat:
Eine Fütterungsempfehlung mit großem Trockenfutteranteil und extrem wenig Frischfutter kommt - möglicherweise auf Umwegen über Bekannte/Freunde - entweder aus dem Zoohandel oder von einem Züchter/Vermehrer/Großbestandshalter. Warum? Nun, das ist recht einfach zu erklären, beide Seiten haben unterschiedliche Vorteile von dieser Empfehlung. Der Zoohandel will natürlich verkaufen. Dabei ist es ihm ziemlich schnuppe, ob das wirklich gut für die Tiere ist. Was zählt, ist das was man dem Finanzamt am liebsten vorenthalten würde: der Gewinn. Züchter oder Vermehrer und andere Halter von Großbeständen haben ganz andere Beweggründe: für sie ist ein solches Futter eine enorme Arbeits- und Kostenersparnis. Sie müssen nicht spätestens alle 2 Tage los um Grünfutter zu schneiden (oder gar zu kaufen), das Fertigfutter ist kompakt, nicht allzu teuer, super zu lagern und schnell zu verteilen. Das macht sich natürlich bemerkbar, wenn man eine zweistellige Zahl an Tieren zu versorgen hat, insbesondere wenn es sich um 30 oder 40 Tiere handelt oder noch mehr. Nun gibt Mensch aber nicht gern zu dass er bequem und geizig ist, das schadet dem Ansehen. Also wird diese Fütterung als besonderer Schutz vor Mangelernährungen deklariert. Warum ist das Quatsch? Das beantwortet einem der gesunde Menschenverstand. Oder hast du schon mal ein Wildkaninchen im Zooladen einkaufen sehen? Und wie war das eigentlich vor dem Krieg? Da gab es diese Futter noch nicht, da wurden die Kinder mittags nach der Schule mit einem alten Kartoffelsack losgeschickt, Grünfutter für den lebenden Fleischvorrat holen. Meine Schwiegermutter hat das noch erlebt. Und noch viel früher? Schon die alten Römer hielten sich Kaninchen als lebenden Vorrat. Diese Kaninchen waren in so genannten Leporarien untergebracht, das entspricht unter heutigen Gesichtspunkten einer mäßig gesicherten Freilandhaltung. Diese "Kaninchengärten" waren mit einer Mauer umgeben um die Bewohner am ausbüxen zu hindern und Feinden das eindringen zu erschweren. Die Kaninchen versorgten sich innerhalb der Leporarien weitestgehend selbst. Wären sie mangelernährt gewesen, hätte sich dieser Aufwand für die Römer nicht gelohnt, da wären sie lieber auf die Jagd gegangen. Auch heute gibt es Gegenden, wo eine ähnliche Kaninchenhaltung praktiziert wird - das hat mich einigermaßen erstaunt. Als ich mein Außengehege baute, bat ich einen Neffen meines Stiefvaters um Hilfe der gerade zu Besuch war. Die Familie meines Stiefvaters reicht bis nach Polen. Ich war auf einiges Gespött gefasst wegen meines 6-qm-Geheges, aber keine Spur davon. Als ich ihn darauf ansprach, meinte er nur erstaunt dass die Kaninchen bei ihm daheim in der Gegend (er lebt ländlich) in noch größeren Gehegen und Gruppen leben würden, nur nicht so sicher wie meins. Aber die wären ja auch zum essen gedacht und nicht als Haustiere. Wäre praktisch, man müsse nur im Winter bisschen Futter dabei tun. Wie du siehst, gibt es eine ganze Menge Gründe, die GEGEN deine Fütterungsempfehlung und die von dir unterschwellig im Zusammenhang getätigte Aussage nur mit einer größeren Menge handelsüblichen Trockenfutters könne eine Mangelversorgung vermieden werden sprechen. Schauen wir uns also an, was mit Aussagen in Foren oder sonstwo im Internet ist. Auch da muss man selbstverständlich seinen gesunden Menschenverstand zu Rate ziehen. Frag immer nach Begründungen! Wer eine Meinung hat, sollte sie ausreichend begründen können - und zwar so, dass du es verstehst. Aus solchen Fragen entwickeln sich mitunter heiße Diskussionen. Das ist eine super Chance, bei der Bildung der eigenen Meinung weiterzukommen. Ich habe mit Saloiv beispielsweise viele solcher Dispute gehabt. Im übrigen immer nur um die Sache - sie gehört zu den Leuten, die eine andere Meinung nicht persönlich nehmen, sondern ihre eigene mit Argumenten untermauern und die Meinung des anderen mit Gegenargumenten ins Wanken zu bringen versuchen. Oft handelt es sich nur um ein Missverständnis, eine Ungenauigkeit in der Formulierung oder eine falsche Annahme. Dann hat jeder die Möglichkeit, seine Position zu überdenken, und falls er es für richtig hält auch zu korrigieren. Und dann gibt es Leute, die nachplappern was sie mal irgendwo gehört haben oder "was eben schon immer so war" (selbst wenn das, wie am Beispiel des Industriefutters ersichtlich, gar nicht schon immer so war). Wer solchen Leuten vertraut, baut auf ein gefährliches Halbwissen und kann übel auf die Nase fallen. Man entlarvt solch ein Halbwissen aber recht schnell, wenn man nach den Gründen für die geäußerte Meinung fragt. Wer etwas vom Hörensagen her "weiß", kann die Gründe für diese Meinung nicht nennen. Also: nachfragen. Und immer schön mitdenken! Kann das sein, was da behauptet wird? Ist es wahrscheinlich? Finde ich irgendwo andere Belege zu dem Thema? Vielleicht sogar wissenschaftliche Studien? Zitat:
Ein Tierarzt ist ein Ansprechpartner, dem man grundsätzlich aufgrund seiner Ausbildung besonderes Vertrauen entgegenbringt. Nun sind aber Kaninchen ein recht heikles Thema beim Tierarzt. Vielen Leuten ist nämlich schon eines gar nicht bewusst: ein Kleintierarzt ist nicht zwangsläufig der richtige Ansprechpartner für einen Kaninchenhalter. Wenn er die Zusatzqualifikation "kleine Heimtiere" erworben hat, sieht die Sache schon anders aus. Kleintiere meint nämlich vor allem Hund und Katze. Unter Kleine Heimtiere sind beispielsweise Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Ratten und Mäuse gefasst. Um zu verstehen um was es geht, muss man sich die tierärztliche Ausbildung anschauen. Grundsätzlich lernt ein Tierarzt erst einmal die Grundlagen. Dabei wird verstärkt auf die häufigsten Tierarten beim Tierarzt eingegangen. Das sind auf der einen Seite die Großtiere (auf welche sich der Fachtierarzt für Großtiere spezialisiert), hierzu gehören Kühe, Pferde, Schweine, Schafe etc. Der Großtierarzt ist also der Mann oder die Frau für landwirtschaftlich gehaltene Tiere. Für Sportpferde gibt es oft spezialisierte Tierärzte. Der Kleintierarzt kümmert sich dagegen um die kleineren Tiere die vorgestellt werden - und bis vor 10 bis 15 Jahren waren das fast ausschließlich Hund und Katze, wenn man mal von den üblichen Impfungen in den Kaninchenzuchtvereinen ausgeht. Kaninchen und andere kleine Heimtiere kommen also in der normalen Tierarztausbildung nur ganz am Rande vor. Das Problem ist, dass sie jede Menge anatomische Besonderheiten zu bieten haben! Und das führt bei Tierärzten die sich nicht aus eigenen Antrieb weiterbilden oft zu Problemen. So gab es vor Jahren leider viele Tierärzte, die das Medikament Frontline der Firma Merial bei Kaninchen angewandt haben, obwohl zu diesem Zeitpunkt die tödlichen Nebenwirkungen längst bekannt waren und die Firma selbst vor der Anwendung beim Kaninchen warnte. Aufgrund mangelnder Fortbildung verloren viele Kaninchen ihr Leben. Auch gibt es immer wieder einzelne Tierärzte, die einen Halter vor einer OP anweisen das Kaninchen auszunüchtern - eine tödliche Gefahr! Und absolut unnötig. Kaninchen haben eine so schwache Magenmuskulatur, dass sie unter Narkose nicht erbrechen. Anders als Hund oder Katze. Das heißt, dass das gefürchtete Einatmen von Erbrochenem gar nicht passieren kann. Die Ausnüchterung lässt aber die Verdauung ins stocken geraten (Kaninchen haben ein Stopf-Magen-Darm-System, wenn vorne nichts reingestopft wird, geht es hinten nicht weiter, es drohen Gärungen bis hin zur gefürchteten Trommelsucht!). Aber es gibt zum Glück immer mehr wirklich gute Tierärzte. Nur - selbst die kennen sich nicht immer mit der Fütterung und Haltung aus. Denn auch da hat sich in den letzten Jahren viel getan - quasi ein bisschen "back to the roots", hin zur möglichst naturnahen Fütterung. Immer mehr Halter sind bereit, Geld und Zeit in die Gesunderhaltung ihrer Tiere zu investieren, und das nicht nur im Bereich Impfungen oder Gehegehaltung, sondern auch bei der Fütterung. Das ist aber ein ziemlich umfangreiches Thema, in das sich noch nicht jeder Tierarzt eingearbeitet hat, selbst wenn er ein Kaninchen prima durchdiagnostizieren kann. Das wird noch einige Jahre dauern, bis das bei allen angekommen ist. Bei meinem Tierarzt war es übrigens schon vor etlichen Jahren angekommen. Er hat mir die Fütterung, wie ich sie in diesem Post beschrieben habe, ausdrücklich empfohlen. Und nicht nur das, manchmal war er wirklich sehr direkt :o Ich holte eines Tages meinen Leo wieder einmal von einer Zahnsanierung ab. Da das in Narkose gemacht werden muss, hatte er einige Zeit in der Praxis verbringen müssen zur Überwachung, und natürlich bekam er Proviant mit. Möhrengrün, Dill, Petersilie, Löwenzahn, Gras, etwas Broccoli (den hat er geliebt), und ich glaube auch etwas Rucola - das weiß ich nicht mehr so genau. Dazu seine Heusocke und seinen Wassernapf. Als ich ihn wieder abholte und mit der Transportbox an der Anmeldung stand um auf meine Rechnung zu warten, kam der Tierarzt plötzlich aus dem Sprechzimmer gestürmt, eine Frau im Schlepptau. Er griff zu Leos Transporbox, öffnete sie, zeigte hinein, und fuhr die Frau an: "DAS!!! sollen Kaninchen fressen!!!" Die Dame rauschte tödlich beleidigt ins Sprechzimmer zurück, er drehte sich in der Tür um und sagte kopfschüttelnd: "Das Tier hat ständig Durchfall. Und sie will einfach nicht kapieren, dass das von ihrer Fütterung kommt!" |
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