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Durchfall bei ZwergkaninchenHallo, wir haben 3 Zwergkaninchen (Muttertier 3,5 Jahre, kastriertes männliches Junges 2,5 Jahre und weibliches Junges 2,5 Jahre). Eines ist unser Problemtier - das weibliche Jungtier. Es hatte vor ca. 1,5 Jahren massiven Durchfall, da wir wissen, dass dies sogar tödlich sein kann sind wir direkt zum Kleintierspezialisten, der hat das Kaninchen samt Kotprobe untersucht und konnte nichts feststellen. Nach einiger Zeit war es nun auch wieder besser. Das weibliche Jungtier mussten wir aus anderen Gründen ein paar Wochen separat setzen (auf 1 Ebene des Stalls) und da bekam es Durchfall, da es das ja zwischendrin öfter hatte und wir die Kotprobe mehrmals beim Tierarzt hatten haben wir uns keine Sorge gemacht. Nun sitzt es wieder bei den anderen und hat durchgängig Durchfall, auch ein 2. Tierarzt kann nichts bei dem Häschen oder bei der Kotprobe feststellen und sagt nur, dass es halt Kaninchen gibt bei denen es so ist. Da das Häschen so massiven Durchfall hat, dass es den Po so verklebt hat, das wir ihn nun täglich säubern müssen, damit es frei Ausscheiden kann machen wir uns sehr sorgen. Hier mal die Grundbedingungen des Häschens: Käfig 3 stöckiger Käfig (120x 60cm) + Freigehege (120x300cm) in unserer Wohnung Futter Möhrchen, Äpfel, Trockenfutter aus DM Markt & Heu sowie alle ca. 2 Wochen (wenn wir bei unseren Eltern zu Besuch sind und aus den Wiesen pflücken können) Löwnzahnblätter. Es gibt auch mal ein Gürkchen oder anderen Salat, aber das ist die Hauptnahrung Einen Mineralstein hat das Häschen auch. Es ist 2,5 Jahre und am sonsten kerngesund. Wir haben jetzt mal eine Futterumstellung versucht (Wasser mit Traubenzucker angereichert, Kamillentee und Flüssignahrung vom Critical Care) was die Verdauung anregen soll, doch in 3 Tagen kam nur eine leichter Besserung. Habt ihr noch Tipss?
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| Das Trockenfutter wurde ja bereits abgesetzt seit der Ernährungsumstellung und es ändert sich trotzdem nichts. Weiterhin tritt es nur bei einem Kaninchen auf. Ich habe die Verpackung des Futters weggeschmissen, da wir eine Extra Dose dafür haben schaue aber im DM Markt mal auf der Beschreibung nach. Auf was die Kotprobe untersucht wurde weiß ich nicht, da ich mich nicht so gut auskenne, aber es wurde im Labor untersucht. Beim ersten mal (vor 1.5 Jahren) haben wir das Kaninchen einen halben Tag alleine gesetzt um sicher zu gehen, dass der Kot auch von ihm ist. Den haben wir aufgesammelt und in eine Plastikröhrer getan, die wir vom Tierarzt bekommen haben. Beim 2. mal vor kurzem haben wir welchen genommen, der am Po des Kaninchens war und in ein Plastikgehälter (Ü-Ei Dose) getan.
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| Marinahexe hat es bereits geschrieben - es sollte sehr dringend eine Sammelkotprobe untersucht werden. Warum euch der Tierarzt das nicht erklärt hat, ist mir ein Rätsel. Das sollte zumindest den Tierärzten eigentlich hinlänglich bekannt sein. Kokzidien sind Darmparasiten, und sie entwickeln sich in Stadien. Deshalb sind sie nicht jeden Tag im Kot nachweisbar. Sammelt man den Kot von 3 Tagen, hat man eine sehr große Chance sie zu finden, wenn sie vorhanden sind. Da bereits die Kotprobe nicht ordnungsgemäß durchgeführt wurde, habe ich auch die Sorge dass die Zähne nicht richtig untersucht wurden. Möglicherweise liegt auch hier etwas im argen. Eure "Futterumstellung" bringt gar nichts, im Gegenteil. Critical Care ist nicht zum Verdauung anregen, sondern eine Notfallnahrung zur Zwangsernährung, oder für Kaninchen die wegen Schmerzen im Maulbereich nur Breinahrung fressen können! Das Fatale daran: ist wirklich Klebereiweiß aus dem Weizen Ursache der Durchfälle, halten sie selbstverständlich auch mit Critical Care an, denn... Zitat:
Critical Care und andere derartige Breinahrungen werden Kaninchen ausschließlich dann verabreicht, wenn die Tiere inappetent sind oder feste Futtersorten nicht fressen können. Traubenzucker in Kamillentee ist genauso Unfug - Zucker hat in der Kaninchenernährung nur in kleinsten Mengen etwas zu suchen. Vermutlich hat das den Durchfall eher noch angeheizt, wer hat euch dazu denn geraten? Eine tatsächliche Futterumstellung wäre auch ganz etwas anderes. Nämlich weg von den Fütterungsfehlern die ihr - nicht absichtlich, wie ich überzeugt bin, sondern aufgrund falscher Beratung durch sogenannte "Fachleute" - in der Vergangenheit begangen habt. Die Ernährung muss, zusammen mit einer vernünftigen und vollständigen Diagnostik, tatsächlich umgestellt werden. Ihr müsst weg von Weizen, anderen stärkehaltigen Futtermitteln und Zucker. Hin müsst ihr mit der Ernährung zu Gräsern, Kräutern und Blättern, der natürlichen Nahrung von Kaninchen. Am besten frisch - zur Ergänzung auch getrocknetes. Hat sie eine Trinkflasche oder einen Napf? Das wäre auch sehr wichtig zu wissen!
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| Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Zitat:
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Momentan ist es deutlich besser geworden. Wir wissen jetzt nicht woran es liegt. Wir vermuten daran, dass wir das Trockenfutter weggelassen haben oder wirklich am Traubenzucker. Es ist noch nicht ideal, aber so gut wie lange nicht mehr. Trotzdem wollen wir das Futter weiter umstellen.
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Leider hat deine Freundin dabei etwas sehr wichtiges übersehen: nämlich die wirklich sehr spezielle Art der Verdauung beim Kaninchen. Kaninchen haben eine auf ihre natürliche Nahrung streng abgestimmte Darmflora, außerdem verfügen sie über ein Stopf-Magen-Darm-System mit doppelter Verdauung (Blinddarmkot) zur besseren Ausnutzung der Nährwerte bzw. zur zusätzlichen Vitaminversorgung. Die Darmflora ist beim Kaninchen extrem empfindlich. Bereits durch kleine Beeinträchtigungen bei der Zerkleinerung der Nahrung oder durch einen zu hohen Zucker- oder Stärkeanteil kann sie aus dem Gleichgewicht gebracht werden. Hier kommen dann Darmschädlinge zum Tragen: Vor allem sind hier Kokzidien und Hefen zu nennen. Beide Darmschädlinge profitieren von Stärke bzw. Zucker überdurchschnittlich stark, können sich deshalb stärker vermehren als die erwünschte Bakterienflora und diese weiter zerstören. Das Darmmilieu gerät so immer weiter aus dem Gleichgewicht, Durchfälle oder auch Verstopfungen (bei Kokzidien ausschließlich Durchfälle, bei Hefen ist beides möglich) sind die Folge, bei nicht behandeltem fortgesetztem Befall auch Entzündungsreaktionen des Darms. Bei Kokzidien besteht außerdem die Gefahr, dass diese auch die Leber befallen, man spricht dann von einer Leberkokzidiose. Im schlimmsten Fall hätte euer Traubenzucker-Experiment eine heftige Aufgasung zur Folge haben können. Bitte übertragt deshalb nicht wieder Erkenntnisse aus anderen Medizinbereichen auf Kaninchen, das kann böse nach hinten los gehen. Die Trinkflasche tauscht bitte sofort gegen einen Napf aus! Bietet in den ersten Tagen bitte beides parallel an, damit sie sich umgewöhnen kann. Da die Häsin bereits mit Durchfall zu kämpfen hat, kann die Flasche die Austrocknung massivst beschleunigen. Aus den Dingern kommt kaum etwas heraus! Außerdem wird die natürliche Trinkhaltung durch die Flasche verhindert, was Schluckprobleme zur Folge haben kann - und deshalb wiederum zu wenig Flüssigkeitsaufnahme. Möglicherweise ist auch die Flasche mit Schuld am Durchfall. Oder reinigt ihr sie jeden Tag komplett (mechanische Reinigung des Trinkröhrchens und des Flaschenkörpers mit Hilfe von q-Tips und/oder Bürste und Reinigung mit mindestens 60 Grad heißem Wasser)? Die Flaschen sind bereits nach 1 - 2 Wochen Benutzung ein Hort für diverse Schadbakterien, und man bekommt sie enorm schwer sauber. Benutzt man aus irgendwelchen Gründen doch Flaschen, sollte man mindestens 2, besser aber 3 Garnituren haben, um die Flaschen täglich gründlich reinigen zu können und dann auch austrocknen lassen zu können. Übrigens gibt es mittlerweile eine belastbare Studie darüber, dass die Trinkflasche bei gleichzeitiger Heubasierter relativ trockener Ernährung einen dauerhaften Wassermangel im Kaninchenkörper verursacht und damit massive Nierenschäden begünstigt. Ich würde, da die Häsin derzeit noch Durchfallpatientin ist, zunächst Küchenkräuter einsetzen. Kathy hat schon Melisse, Zitronenmelisse, Basilikum und Oregano genannt. Ich ergänze das noch um Dill, der auch sehr gut geeignet ist für rekonvaleszente Kaninchen mit Magen-Darm-Problemen. Fenchel könnt ihr auch bereits jetzt in kleiner Menge anbieten, mit dem Kohl bitte noch etwas warten bis der Darm stabiler ist. Möhrenkraut darf es ruhig sein, auf die Möhre selbst aber bitte verzichten - diese enthält große Mengen an Zucker! Sie ist von der Zuckermenge her vergleichbar mit den zuckerarmen Apfelsorten. Staudensellerie könnt ihr auch bereits anfüttern. Dazu statt des bisherigen DM-Trockenfutters bitte eine Kräutermischung anfüttern. Geeignet ist z. B. das Grainless Herbs von JR-Farm, es enthält keine Pellets (Achtung: Pellets können im Magen aufquellen und eine der gefürchteten Magenüberladungen verursachen!) und ist frei von "Körnerfutter". Ihr könnt auch selbst mischen, oder im Internet bestellen.
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| An Kräutern eignen sich alle Küchenkräuter die du im Supermarkt in diesen Kräutertöpfen kaufen kannst. Ich wohne auch in einer Großstadt und fahre im Sommer eben etwas raus um Futter zu sammeln. Die Trinkflasche sollste gegen einen Napf austauschen. Die Haltung an der Trinkflasche ist sehr unnatürlich für Kaninchen zum trinken. Wo kommst du denn her? Vielleicht kann dir jemand einen TA empfehlen.
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| Meine bekommen neben Wiese und verschiedenen Wildkräutern auch viel blättriges Grünzeug aus der Abfalltonne bei Edeka (Möhrengrün, Kohlrabiblätter, Salate, Selleriegrün, diverse Kohlsorten usw.). Die ersten 4 Sorten werden eigentlich sehr gut vertragen. Davon kannst Du ihnen schon etwas geben (Möhrengrün einige Stängel, Kohlrabiblätter und Salat je 2-3 Blätter pro Nase, Sellerie 1 Stängel). Mit Kohl würde ich erst anfangen, wenn die Verdauung wieder i.O. ist. Wichtig ist, dass überwiegend Blättriges (ca.70%) gefüttert wird und nur 20-30% festes Gemüse (Möhre, Apfel, Petersilienwurzel, Sellerieknolle usw.).
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| Hallo ![]() Ohweeeeohweeeee, hier läuft ja einiges schief :/ Salate, Gurke, Zuckerhaltiges (wie Obst oder Traubenzucker und auch Möhren) komplett von der Speisekarte streichen! Zumindest vorübergehend. Gerade bei Durchfallkaninchen ist Zucker erstmal auszulassen, wenn die Ursache nicht richtig klar ist. Ich habe einige Erfahrung in Hinblick auf Durchfall, ich habe hier nämlich auch so einen Kandidaten und ich kann dir sagen, bis ich einen kaninchenerfahrenen Tierarzt gefunden habe, das hat knapp 9 Monate gedauert. Ich war bei 6 Ärzten, die mir alle nur "sch..." erzählt haben! Kamillentee würde ich ihr nicht geben. Hol ihr lieber aus dem Reformhaus Fenchel-Kümmel-Anis-Tee. Das hat meinem Kaninchen in Durchfallsituationen am besten geholfen. Du solltest viel mehr Blättriges füttern, aber bitte keine Sommersalate. Zum einen sind die stark gespritzt und zum anderen enthalten sie sogut wie keine Nährstoffe, genauso wie Gurke bei Durchfall ebenfalls kontraproduktiv ist. Ich empfehle euch: - Brokkoli (sehr verträgliches Knollengemüse) - Staudensellerie - Fenchel - Wirsing (langsam anfüttern!) - Chinakohl (verträgliche Kohlsorte! Gut geeignet zum Anfüttern) - Chicoree - Kohlrabiblätter - Endiviensalat - etc. Das sind Dinge, die sich für eine Ernährungsumstellung eignen, vor allem der Fenchel, der zusätzlich unterstützt. Dann gibt es im Internet einige TrockenKRÄUTER zu kaufen, die auch unterstützend wirken und gesund sind. Mein Problemkind kommt super mit der Trockenkräutermischung "Darmschoner" von kaninchenladen.de klar. Insbesondere in dieser Mischung sind, wie der Name schon sagt, darmschonende Kräuter enthalten. Zudem würde ich ihr frische Kräuter anbieten in akuten Situationen. Koriander eignet sich hervorragend, den Durchfall zu bekämpfen, aber auch Zitronenmelisse, Melisse, Basilikum, Oregano oder Bohnenkraut hilft gut. Lies dir doch alles mal auf sweetrabbits.de durch, da gibt es auch noch einige Tipps. Allgemein würde ich Flüssigkeit nur über einen Napf anbieten. Zur Unterstützung kannst du auch noch Heutee anbieten, das unterstützt ebenfalls bei Verdauungsbeschwerden. Einfach Heu mit kochendem Wasser ansetzen und ziehen lassen. Kaninchen ernähren sich in der Natur von Kräutern und Blättrigem. Daher würde ich auch alles erstmal pflanzlich machen, das hilft ihnen meist am besten. Ich möchte dir natürlich ausdrücklich dazu raten, dir einen gescheiten Tierarzt zu suchen, denn eurer scheint da nicht so begabt zu sein. Hier gibt es auch eine Tierarztliste, wo einige sehr gute Tierärzte drauf stehen. Vielleicht ist da ja einer in deiner Nähe dabei. Setz die Kleine am besten auch nicht immer um. Das bereitet ihr Stress und begünstigt den Durchfall. Eine Besserung wird es nur mit einer Diagnose geben! Und die sollte so schnell und fachmännisch wie möglich gestellt werden, damit ihr der Kleinen wirklich helfen könnt. Es kann ja wirklich sein, dass es "nur" das Futter ist und sich durch unsere Tipps hier schon einige Wirkungen zeigen. Aber das alleine wird es mittlerweile nicht mehr sein, denn durch diesen ständigen Durchfall ist mit Sicherheit auch schon der Darm gereizt und das ganze Verdauungssystem durcheinander. Deshalb muss wirklich ein fachkundiger TA her (ich hatte damals meinen Fall in einer Email rumgeschickt an alle TÄ in meiner Umgebung und hatte gefragt, wer mir da fachmännisch helfen kann, dann stellte sich eine TÄ bei mir vor mit einigen Fortbildungen in dem Bereich etc. und der vertraue ich jetzt)! Ich wünsche der Kleinen eine gute Besserung!!!
__________________ Ganz liebe Grüße von Kathy und ihren Lieblingen ![]() Lily, 08.03.2011 - 19.11.2011 Jinny, 29.06.2010 - 28.04.2011 Barney, 07.05.2011 - 19.11.2011 Sammy, 29.09.2011 - 14.07.2014 Kuddel, 01.03.2013 - 05.10.2016 Kiwhy, 29.06.2010 - 30.11.2017 Elaine, 07.10.2011 - 07.09.2018 Für immer unvergessen in meinem Herzen Wir werden uns wiedersehen. ![]() Kaninchenschutz e.V. Helfen mit Herz Geändert von Kathy566 (18.01.2013 um 08:24 Uhr).
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