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Lupine 03.12.2012 12:24

Man kann unter Umständen tatsächlich zur Weiterverbreitung des Virus beitragen, ja. Bitter, nicht wahr? Man gewinnt den Kampf für das eigene Tier, und gefährdet möglicherweise dafür andere.

Ich kann aber niemandem einen Vorwurf machen, der sich entscheidet den Kampf aufzunehmen. Denn man kann leider nicht den Wildkaninchenbestand mit impfen, so dass der Erreger ohnehin immer die Möglichkeit findet zu überleben. Ob dann die wenigen Tiere die in Menschenobhut diese Krankheit überleben tatsächlich ins Gewicht fallen ist fraglich.

Es gibt nur eine einzige Möglichkeit, nicht entscheiden zu müssen ob man dem Virus das langfristige Überleben mit ermöglicht: impfen.

Jinro 03.12.2012 12:30

Wenn der eigene Garten nicht gerade vor Wildkaninchen wimmelt, könnte man sich auch mit Fliegengittern etwas behelfen. Gelangen keine Blutsauger ins Gehege, sinkt die Chance der Weitergabe massiv.

saloiv 03.12.2012 13:14

Nein, die Impfungen schützen nicht direkt vor Myxo und RHD sondern mildern den Krankheitsverlauf nur ab, so dass die Mordalitätsrate sinkt! Kaninchen-Impfstoffe sind leider sehr schlecht ausgereift, beim Menschen sieht es da rosiger aus.

"Zur aktiven Immunisierung von Kaninchen ab einem Lebensalter von 5 Wochen um die Mortalität und die klinischen Symptome der Myxomatose zu verringern sowie um die durch die Hämorrhagische Krankheit der Kaninchen verursachte Mortalität zu verhindern. Beginn der Immunität: 3 Wochen Dauer der Immunität: 1 Jahr"
Quelle: Impfstoff-Hersteller NOBIVAC

Lupine 03.12.2012 14:49

Zitat:

Zitat von saloiv (Beitrag 435881)
"... Beginn der Immunität: 3 Wochen Dauer der Immunität: 1 Jahr"
...

Zitat:

Immunität (lat. in munis für ‚im Gelde‘ im Bezug auf die Gesundheit, synonym Ansteckungsschutz) ist die Unempfindlichkeit oder Unempfänglichkeit des Organismus gegenüber äußeren Angriffen bzw. die Fähigkeit des Organismus, bestimmte Pathogene ohne Symptome zu eliminieren.
Quelle: [URL="http://www.wikipedia.de"]www.wikipedia.de[/URL]

Immunität ist ein fest bestimmter Begriff.

arya900 03.12.2012 17:08

Dann wiedersprich sich der Hersteller selber. Erst ist die rede von Mortalität und dann von der Immunität. Mortalität ist auch ein fester Begriff. Das ist sehr vertrauenswürdig.

Wenn es erst gar nicht zum Ausbruch kommen sollte, dann ist es unwichtig, ob die Mortalität steigt, weil es wie gesagt ja gar nicht erst zum Ausbruch kommen sollte. Wenn es allerdings wirklich nur die Mortalität steigern soll, dann kommt es dementsprechend zum Ausdruck und so wie der Text aufgesetzt ist, denke ich, dass eher der zweite Fall eintreten soll, es soll nicht vor dem Ausbruch schützen, sondern die Mortalität senken.

So verstehe ich es, vllt sollte man aber nochmal beim Hersteller nachfragen.

gerti 03.12.2012 17:22

und dann kriegen es die Kaninchen auch wieder und verbreiten den Virus.... oder scheiden sie den Virus dann nicht aus? Ich mein wenn sie es jetzt dann trotz Impfung bekommen würden?

Jinro 03.12.2012 17:33

Zitat:

Zitat von arya900 (Beitrag 436052)
Dann wiedersprich sich der Hersteller selber. Erst ist die rede von Mortalität und dann von der Immunität. Mortalität ist auch ein fester Begriff. Das ist sehr vertrauenswürdig.

Wenn es erst gar nicht zum Ausbruch kommen sollte, dann ist es unwichtig, ob die Mortalität steigt, weil es wie gesagt ja gar nicht erst zum Ausbruch kommen sollte. Wenn es allerdings wirklich nur die Mortalität steigern soll, dann kommt es dementsprechend zum Ausdruck und so wie der Text aufgesetzt ist, denke ich, dass eher der zweite Fall eintreten soll, es soll nicht vor dem Ausbruch schützen, sondern die Mortalität senken.

So verstehe ich es, vllt sollte man aber nochmal beim Hersteller nachfragen.

Nachfragen wäre wohl wirklich nötig. Bei humanen Impfstoffen schreibt lapidar:

"Die Impfung bewirkt, dass das Immunsystem Antikörper bildet, die die Aufgabe haben im Falle einer Ansteckung mit dem Erreger vor dessen Krankheitsbild zu schützen."

Man ersetzt dann noch Impfung mit dem Handelsnamen, Erreger durch die spezifischen Viren und Krankheitsbild gegen die Krankheit und gut ist. Im Grunde heißt Schutz eben auch, dass du nicht stirbst und keine Symptome zeigen solltest.;)

saloiv 03.12.2012 18:56

Es erkranken weniger Kaninchen, aber immer noch sehr viele, und von den erkrankten sterben nicht alle, so dass im Vergleich zu ungeimpften Kaninchen mehr überleben.

"Im vergangenen Jahr hatten zahlreiche Züchter in ihrem Bestand die Kaninchenseuche Myxomatose obwohl die Tiere geimpft waren. Viele Tiere haben die Seuche nicht überstanden, einige haben jedoch überlebt und sind jetzt wieder wohlauf. Sie haben aber kleine vernarbte Stellen auf der Nasenkuppe (leichte Verschorfung)."
Achim S. LV Berlin-Brandenburg in einem Brief an den Impfstoffhersteller IDT Biologica

Jinro 03.12.2012 20:35

Wenn man die von dir gestartete Umfrage zu dem Thema heranzieht, kommt man aber zu dem Schluss, dass die Impfung zu helfen scheint. Von allen Geimpften Tieren sind nur 6 Tiere - die mangels Nachweis auch Non-Responder sein könnten - erkrankt, alle übrigen geimpften Tiere sind nie erkrankt.

Lupine 03.12.2012 20:50

Ich möchte dazu auch noch anmerken dass Züchter in den seltensten Fällen komplett gesunde Bestände haben, Saloiv, und die auch nicht vorher mittels Kotprobe durchchecken lassen. Die Fütterungsfehler und daraus resultierend die Kokzidienanfälligkeit kennst du ja - die Wahrscheinlichkeit dass also Tiere deshalb keinen Impfschutz aufbauen konnten weil in eine bestehende Infektion hineingeimpft wurde, ist sehr hoch.

Lilith 03.12.2012 21:54

Hallo,

ist denn mittlerweile überhaupt gesichert, dass es sich tatsächlich um Myxomatose handelt?
Also wurde wenigstens eines der erkrankten Tiere einem TA zumindest einmal vorgestellt (wenigstens zur sicheren Diagnosestellung, wenn schon nicht zur Behandlung)?

Außer den Kaninchenpocken käme als Differenzialdiagnose vielleicht auch noch die Kaninchensyphilis in Betracht...?

[url=http://de.wikipedia.org/wiki/Kaninchensyphilis]Kaninchensyphilis[/url]

Hab ich dieses Jahr nämlich bei einer Kollegin erlebt. Kam total aufgelöst in die Arbeit, eines ihrer Kaninchen habe Myxo und sei damit dem Tode geweiht etc.
Letztendlich diagnostizierte der TA dann glücklicherweise "nur" Kaninchensyphilis (die ich allerdings auch nicht mit kolloidalem Silber behandeln würde).

Viele Grüße
Lilith

arya900 04.12.2012 00:40

Zitat:

Zitat von Jinro (Beitrag 436160)
Wenn man die von dir gestartete Umfrage zu dem Thema heranzieht, kommt man aber zu dem Schluss, dass die Impfung zu helfen scheint. Von allen Geimpften Tieren sind nur 6 Tiere - die mangels Nachweis auch Non-Responder sein könnten - erkrankt, alle übrigen geimpften Tiere sind nie erkrankt.

Jetzt könnte man sich aber auch fragen, wie aussagekräftig die Umfrage denn nun wirklich ist, weil wenn man danach geht, wäre impfen eigentlich überflüssig, immerhin ist noch kein ungeimpftes Kaninchen erkrankt...

Die Umfrage ist zwar schön und gut, aber ich bezweifle stark, ob sie überhaupt ein Aussagewert hat, außer dass das Kaninchenforum wenig Myxoerkrankte hat. Für eine allgemeine Aussage müsste man schon mehr befragen.

saloiv 04.12.2012 01:45

Das alle Züchter Kokzidien im Bestand haben ist übertrieben. Ich kenne allerdings selber eine Haltern die 40 Tierschutzkaninchen hatte (regelm. Kotproben) und sie sogar 3x im Jahr gegen Myxo impfen lies wegen Seuchengebiet. Sie wurde trotzdem erwischt und leider starben zwei Drittel, trotz intensiver Pflege, Tierarzt etc. Alle waren 3-4x im Jahr geimpft worden. Es ist allgemein bekannt, dass Die Impfung so wirkt, also die Mortalität reduziert.

Lupine 04.12.2012 09:27

Zitat:

Zitat von saloiv (Beitrag 436292)
Das alle Züchter Kokzidien im Bestand haben ist übertrieben. Ich kenne allerdings selber eine Haltern die 40 Tierschutzkaninchen hatte (regelm. Kotproben) und sie sogar 3x im Jahr gegen Myxo impfen lies wegen Seuchengebiet. Sie wurde trotzdem erwischt und leider starben zwei Drittel, trotz intensiver Pflege, Tierarzt etc. Alle waren 3-4x im Jahr geimpft worden. Es ist allgemein bekannt, dass Die Impfung so wirkt, also die Mortalität reduziert.

Dass alle Züchter Kokzidien im Bestand haben, habe ich mit keinem Wort behauptet, bitte lies genau. Ich habe nur von einer aus den Fütterungsfehlern resultierenden erhöhten Anfälligkeit gesprochen, und die ist - so denke ich - wohl nicht bestreitbar.

Warum die von dir beschriebene Halterin 2/3 ihres Bestandes trotz der Impfung verlor, kann ich nur mutmaßen.

Eine der Möglichkeiten: es handelte sich in diesem Fall vielleicht gar nicht um die Myxomatose, sondern um die von der Myxomatose teils schwierig abzugrenzenden Kaninchenpocken! Diese Erkrankung ist so selten geworden, dass einige Tierärzte sie gar nicht auf dem Plan haben. So wenig auf dem Plan haben, dass man über Google tatsächlich Tierarztpraxen findet, die beide Erkrankungen auf ihrer Website gleichsetzen! Und das obwohl die Myxomatose durch das Myxomatosevirus, die Kaninchenpocken aber durch ein Orthopoxvirus ausgelöst werden... Unglaublich, dass TIERARZTPRAXEN tatsächlich Kaninchenpest und Kaninchenpocken verwechseln *kopfschüttel*

Ich gehe eher nicht davon aus, dass diese Differentialdiagnose überhaupt in Betracht gezogen wurde in dem von dir beschriebenen Fall. Ich selbst weiß von dieser Erkrankung auch nur deshalb, weil ich einen Erkrankungsfall aus einem anderen Forum kenne, wo ein Tierarzt sich an diese Erkrankung erinnert und sie sicher diagnostiziert hat. Die Diagnose hat großes Erstaunen bei den meisten - recht sachkundigen - Forianern ausgelöst, die Erkrankung war nicht nur mir unbekannt sondern vielen anderen auch.

Jinro 04.12.2012 14:24

Zudem muss man bedenken, dass sich der Infektionsdruck in Gruppen von 40 Tieren signifikant von Gruppen mit 2-3 Tieren unterscheidet.

saloiv 04.12.2012 17:58

Zitat:

Zitat von Lupine (Beitrag 436307)
Dass alle Züchter Kokzidien im Bestand haben, habe ich mit keinem Wort behauptet, bitte lies genau. Ich habe nur von einer aus den Fütterungsfehlern resultierenden erhöhten Anfälligkeit gesprochen, und die ist - so denke ich - wohl nicht bestreitbar.

In dem Zitat berichtet ein Züchter, dass bei ihm und den Kollegen Myxomatose ausbrachen und viele Tiere verstarben, nur einige überlebten. Du schreibst, dass es evtl. daran liegt, dass sie mit Kokzidien infiziert waren, und so die Impfung nicht wirkte. Daraus schließt man, dass all diese Züchter, von denen dort gesprochen wurde, Kokzidien im Bestand hatten?! Oder wie meinst du das?

Myxo erwischt grundsätzlich geimpfte Tiere in Massen, das Thema braucht man eigentl. nicht diskutieren, TÄ in Seuchengebiten wissen das, der Hersteller weiß es, Halter die mit Myxo Kontakt hatten und ihre Kaninchen impfen wissen das. Nicht umsonst sind viele Myxo-Erfahrungsberichte im Web von geimpften Kaninchen. Geimpfte Tiere stecken sich mit geringerer Wahrscheinlichkeit an und haben einen schwächeren Verlauf. Mehr bewirkt die Impfung nicht.

Jinro 04.12.2012 18:43

Du hast da Kokzidien und Myxomatose-Erreger ein wenig durcheinander geworfen, oder? Sonst ergibt dein Beitrag keinen Sinn.

saloiv 04.12.2012 20:23

Oh stimmt, ich habe es gleich korrigiert. Danke für deinen Hinweis! :)

Lupine 05.12.2012 10:41

Nun, ich muss wohl ausführlicher werden:

Die übliche Züchterfütterung ist ein pelletiertes Alleinfutter, was meist mit Heu + Wasser kombiniert wird. Alternativ kommen andere stark verarbeitete Futtersorten in Betracht. In fast allen Fällen sind erhebliche Mengen an Zucker und/oder Stärke in diesen Futtermitteln enthalten.

Diese Fütterung würde eine negative Auswirkung auf die Darmflora haben - bei einigen Tieren weniger (wie beim Menschen auch gibt es empfindlichere und weniger empfindliche) und bei anderen mehr.

Stimmst du darin mit mir noch überein, Saloiv? Falls ja, dann weiter.

Die Wahrscheinlichkeit, bei einer solchen Fütterung einen Kokzidienbefall oder Befall mit pathogenen Darmkeimen vorzufinden, ist größer als in einem artgerecht ernährten Bestand - siehe deine Meinung über die positive Auswirkung von Ad-Libitum-Ernährung auf die Darmgesundheit. Wenn diese Fütterungsform eine positive Auswirkung hat, müssen die dadurch ersetzten ja eine negative haben - es wäre sonst nicht nötig sie zu ersetzen.

Immer noch Übereinstimmung? Dann weiter:

Die Wahrscheinlichkeit dass da in einen Infekt hineingeimpft wird, ist also entsprechend erhöht! Wenn du genau liest, spreche ich genau davon: von einer Wahrscheinlichkeit, NICHT von einer Tatsache.

Die einzige Ungenauigkeit bei der ich mich zu Recht ertappt fühle, ist die Formulierung "und die vorher auch nicht mittels Kotprobe durchchecken lassen". Hier hätte ich besser deutlich gemacht, dass auch das wieder auf einen Großteil der Züchter zutrifft und nicht auf jeden einzelnen.

Ergo behaupte ich - und bleibe auch dabei! - dass die Wahrscheinlichkeit dass bei einer üblichen Züchterhaltung (hohe Anzahl von Tieren, hoher Trockenfuttereinsatz sowie aus Kosten- und Zeitgründen keine gezielten Untersuchungen jedes einzelnen Tieres vor der Impfung mit Gewichtskontrolle, Kontrolle der Körpertemperatur und allgemeiner Untersuchung) ein kompletter Bestand weder Kokzidien noch andere pathogene Darmkeime aufweise, äußerst gering ist.

Entsprechend erhöht sich die Wahrscheinlichkeit allein in diesem Bereich in einen Infekt hineinzuimpfen, ganz erheblich. Inwieweit dies auf einen konkreten Züchterbestand zutrifft, muss man dann sehen.

Eine Wahrscheinlichkeitsaussage ist nun einmal eine Wahrscheinlichkeitsaussage und kein Generalverdacht.

gerti 08.12.2012 19:04

Hallo mal wieder,
bis jetzt ist kein Häschen mehr gestorben. Den Tierchen tollen fröhlich im Gehege rum und ich hoffe, dass die Zeit bald vorbei ist. Das zieht sich ganz schön hin, aber das liest man ja überall :(
Gruß
Gerti


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