 | Kaninchen | | Registriert seit: 09.08.2009
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Geschrieben am
16.03.2012, 10:05
| | | | AW: Hilfe bei Magenüberladung / Wunden Das Problem erledigt sich von selbst da das MCP (Metoclopramid) verschreibungspflichtig ist in Deutschland. Das Zeug ist ja nicht gerade ungefährlich, und deshalb zu Recht nicht frei erhältlich.
@ Whiteparakeet: Deine Medikamentendosierungsanleitung ist ziemlich gefährlich - das MCP muss nach Körpergewicht dosiert werden und nicht jeder kann das sicher herunterrechnen! Und außerdem darf es nur dann angewendet werden wenn das Problem sicher in der oberen Verdauungstraktregion lokalisiert werden kann - bei Verstopfungen im oberen Darmbereich zum Beispiel. Es sollte NICHT angewendet werden bei einem Darmverschluss (Gefahr einer Darmruptur!) oder bei einem Trichobezoar (kompakten Haarballen) direkt vor dem Magenausgang (Gefahr der Magenwandruptur!)
Du riskierst mit deinem Post hier, so gut er auch gemeint ist, das Leben von Kaninchen. Was, wenn jemand das hier liest und MCP noch aus einer Behandlung an sich selbst da hat? Es ohne Röntgendiagnostik oder zumindest Palpation durch eine geschulte Kraft verabreicht? Das kann ein Kaninchen TÖTEN!
Die Verabreichung von Kochsalzlösung ist ebenfalls lebensgefährlich, denn NORMALE Kochsalzlösung gibt es nicht. Kochsalzlösung kann isotonisch sein (die meinst du wahrscheinlich, dann schreib das aber auch bitte und erkläre für medizinische Laien was das ist!), kann aber auch 5%ig oder noch höher sein! Letztere wäre akut lebensgefährlich, aber auch die isotonische wird hier in Deutschland aus Sicherheitsgründen nicht oral verabreicht. Bei Tieren mit versteckter Niereninsuffizienz zum Beispiel kann sie schwere Komplikationen auslösen.
Des gleichen ist hier die reine Heudiät längst überholt. Gefüttert wird gerade bei Magenüberladung ausschließlich das, was das Nin von selbst frisst, nur Flüssigkeit wird zugeführt. Alles andere wäre zu gefährlich (wieder das Stichwort Magenwandruptur!), auch die Flüssigkeit wird oft eher über eine Infusion verabreicht als zwangsweise. Gefüttert wird Frischfutter was nicht bläht und möglichst einen hohen Wasseranteil enthält, dazu entkrampfende (Frisch-)Kräuter wie z. B. Minze.
Abschließend lässt sich sagen: gerade bei einer Magenüberladung oder Verstopfung gibt es nicht DIE richtige Behandlung, was ein Tier rettet kann - falsch angewendet - das nächste vielleicht schwer schädigen oder sogar töten. Du bist gerade dabei, das was du eigentlich verhindern willst, zu fördern - eine Standardbehandlung kann es schon wegen der vielen unterschiedlichen Ursachen für eine solche Symptomatik nicht geben.
Sollte dein TA tatsächlich ohne vorhergehende gründliche Diagnostik eine Standardbehandlung dieser Art durchziehen, hast du bisher Glück gehabt dass es nicht schief gegangen ist. |