Hallo Billa!
Als passionierte Außenhalterin bin ich der Meinung, dass Außenhaltung für Kaninchen eigentlich ideal ist. Die verschiedenen Temperaturen, der unmittelbare Einfluss der Witterungen, das alles trainiert ihr Immunsystem wie es in der Natur auch wäre.
Wichtig ist allerdings, dass sie ausreichend geschützten Auslauf haben. 6 qm Tag und Nacht, mardersicher, müssen es für 2 (bis max. 3) Nins kleiner Rassen schon sein. Mardersicher deshalb, weil die Biester leider auch senkrechte Hauswände hoch kommen! Und es gibt sie auch mitten in der Stadt. Die restlichen 12 qm als beaufsichtigte Auslauffläche sind natürlich echt super dann, aber sie brauchen auch dann Auslauf wenn du nicht da bist um auf sie aufzupassen.
Gegen mögliches frieren hast du das beste schon getan - sie rechtzeitig umquartiert. Sie haben jetzt die Chance ein ordentliches Winterfell auszubilden, und werden wahrscheinlich bereits damit angefangen haben.
Was sie weiterhin brauchen, um nicht zu frieren: einen Unterschlupf, in den alle Gruppenmitglieder gerade so ausgestreckt hineinpassen, und der entweder aus mindestens 2 cm dickem Holz besteht, oder aus einer doppelwandigen Konstruktion aus Holz mit Styroporkern. Dieser Unterschlupf wird schön mit Einstreu und Stroh ausgepolstert, wenn es so richtig kalt wird im Winter auch noch mit einer täglich gewechselten Lage Heu. Dieser Unterschlupf muss so stehen, dass kein Wind hineinfegen kann.
Das Wasser musst du bei Minustemperaturen regelmäßig wechseln. Bitte keine Trinkflaschen verwenden, auch wenn das Wasser in der Flasche durch Thermoüberzüge flüssig bleibt, friert das Röhrchen zu! Dann kommt nichts raus, und die Nins müssen Durst haben. Aber Näpfe sind ohnehin artgerechter, sie müssen sich damit nicht so sehr den Kopf verdrehen, und können zügiger trinken.
Damit deine Angst ein wenig kleiner wird, vor der Kälte:
Kaninchen freuen sich wie kleine Kinder, wenn sie im Schnee herumtoben können!
Ein Wort noch zum Trockenfutter: wenn du welches mit Getreide drin fütterst, gewöhn ihnen das bitte ab. Das tut ihnen nicht gut, Kaninchen sind anders als Mäuse und Hamster keine Körnerfresser! Die üblichen Kaninchenfutter und Kaninchenmüslis verleiten sie dazu, die Körner auf einmal herauszufressen, und dabei zu wenig Rohfaser aufzunehmen. Solltest du Pellets füttern, sei dir bitte bewusst, dass diese im Fall eines Verschluckens zum Ersticken führen können. Es hat leider schon Todesfälle gegeben. Gegen eine getreide- und Pelletfreie Trockenkräuter- und -blättermischung ist dagegen nichts einzuwenden.
Als Leckerlis kannst du mal ein paar Erbsenflocken geben, oder einige Haferflocken (die enthalten, anders als die getreidehaltigen Futtermischungen kaum Klebereiweiße und werden weit besser vertragen) oder mal eine komplette Getreideähre. Da können sie die Körner nicht einfach rausfuttern, sondern müssen das "drumherum" mitfressen. Sie kauen dann besser, und nehmen auch genügend Rohfaser auf damit der Darm nicht unnötig belastet wird.
Wurzelgemüse ist im Winter ein guter Energielieferant, neben den sprichwörtlichen Möhrchen ist das vor allem Knollensellerie und Fenchel, beides darf täglich mit auf dem Speiseplan stehen. Dazu verschiedene Blattgemüse, und nach sorgfältiger Gewöhnung auch Kohl. Meine lieben neben Kohlrabiblättern vor allem auch Chinakohl.