Zitat:
Zitat von Rakete Hallo
kurz erklärt: Gleichgeschlechtliche haben öfters mal Probleme miteinander, da die Rangfolge da viel strikter ist als bei Paaren. Erst recht, wenn die Sozialisierung schlecht war und sie zu früh von Mutter weg waren. Sozialisierung erfolgt im Idealfall durch gut sozialisierte, ausgewachsene Kaninchen auch des gleichen Geschlechtes.
Zudem ist eines noch in der Pubertät, was zusätzlich belasten kann.
Auch wenn eine VG erfolgreich war, heisst das leider noch lange nicht, dass langfristig ein Mobbing entstehen kann. Das Mobbing kann sichüber längere Zeit verstärken, bis ein friedliches Zusammenleben nicht mehr möglich ist. Ich musste auch schon Gruppen deswegen trennen. Es ist immer die Frage, wie schlimm es wirklich ist, oder ob es sich noch um normale Zankereien handelt. Das ist für uns Menschen manchmal schwer abzuschätzen. Letztendlich muss man beurteilen, wie es mit Kuscheleinheiten und Fressmöglichkeiten bestellt ist. Besteht dauerhaftes Mobbing, dann steht der Gemobbte unter Stress, was wiederum auch Krankheitsausbrüche wie z.B. Schnupfen oder EC fördern kann.
Es können auch Revierbildungen enstehen, wenn ein Kaninchen in einem gewissen Bereich nicht mehr toleriert wird. Sowas gilt es möglichst zu unterbinden.
Übrigens würde ich persönlich auch unterbinden, wenn ein Kaninchen das Gefühl hat, zuoberst in der Rangfolge vor den Menschen zu sein. Das kann durchaus auch ausarten zu Bissigkeit. Mit etwas Training lässt sich das gut in Griff bringen. Das Kaninchen soll lernen, was Tabu ist und was nicht. Genau so, wie es Belohnung/Futter auf ein Kommando kriegt. Die lernen recht schnell und es erleichtert das Zusammenleben, sobald sie kapiert haben, was man von ihnen will. Bei mir sind Grundbefehle für Nein z.B. ein Pscht (oder wenn extremer: leichtes Klatschen), bei Leckerli kann ein Wort oder Rascheln von Tüten helfen; ich habe auch ein Kommando für den Gartenauslauf nach draussen und nach drinnen etc. Wichtig ist es, dass die Kaninchen den Tonfall/-musik erkennen können.
Anhaltspunkte kann Dir evtl. Kaninchenwiese geben.
Es hat übrigens auch einige Podcastfolgen zu diesem Thema.
https://kaninchenwiese.de/soziales/rangordnungskaempfe/ |
Zitat:
Zitat von Rakete Hallo
kurz erklärt: Gleichgeschlechtliche haben öfters mal Probleme miteinander, da die Rangfolge da viel strikter ist als bei Paaren. Erst recht, wenn die Sozialisierung schlecht war und sie zu früh von Mutter weg waren. Sozialisierung erfolgt im Idealfall durch gut sozialisierte, ausgewachsene Kaninchen auch des gleichen Geschlechtes.
Zudem ist eines noch in der Pubertät, was zusätzlich belasten kann.
Auch wenn eine VG erfolgreich war, heisst das leider noch lange nicht, dass langfristig ein Mobbing entstehen kann. Das Mobbing kann sichüber längere Zeit verstärken, bis ein friedliches Zusammenleben nicht mehr möglich ist. Ich musste auch schon Gruppen deswegen trennen. Es ist immer die Frage, wie schlimm es wirklich ist, oder ob es sich noch um normale Zankereien handelt. Das ist für uns Menschen manchmal schwer abzuschätzen. Letztendlich muss man beurteilen, wie es mit Kuscheleinheiten und Fressmöglichkeiten bestellt ist. Besteht dauerhaftes Mobbing, dann steht der Gemobbte unter Stress, was wiederum auch Krankheitsausbrüche wie z.B. Schnupfen oder EC fördern kann.
Es können auch Revierbildungen enstehen, wenn ein Kaninchen in einem gewissen Bereich nicht mehr toleriert wird. Sowas gilt es möglichst zu unterbinden.
Übrigens würde ich persönlich auch unterbinden, wenn ein Kaninchen das Gefühl hat, zuoberst in der Rangfolge vor den Menschen zu sein. Das kann durchaus auch ausarten zu Bissigkeit. Mit etwas Training lässt sich das gut in Griff bringen. Das Kaninchen soll lernen, was Tabu ist und was nicht. Genau so, wie es Belohnung/Futter auf ein Kommando kriegt. Die lernen recht schnell und es erleichtert das Zusammenleben, sobald sie kapiert haben, was man von ihnen will. Bei mir sind Grundbefehle für Nein z.B. ein Pscht (oder wenn extremer: leichtes Klatschen), bei Leckerli kann ein Wort oder Rascheln von Tüten helfen; ich habe auch ein Kommando für den Gartenauslauf nach draussen und nach drinnen etc. Wichtig ist es, dass die Kaninchen den Tonfall/-musik erkennen können.
Anhaltspunkte kann Dir evtl. Kaninchenwiese geben.
Es hat übrigens auch einige Podcastfolgen zu diesem Thema.
https://kaninchenwiese.de/soziales/rangordnungskaempfe/ |
Vielen lieben Dank für so eine ausführliche Erläuterung! Ich versuche, es etwas näher zu beschreiben:
- das Kaninchen stammt anscheinend von damals abgesetzten Hauskaninchen, die vielleicht selber in der Natur geboren wurden. Auch habe ich es mit ca 4 Wochen getrennt, und es war 1 Jahr alleine bei mir. Es war immer ganz selbstbewusst (aber auch sehr vorsichtig und leicht zu reizen), und ich hatte eigentlich Bedenken ob es gut sozialisiert bzw nicht weniger, als andere eine Kaninchengesellschaft braucht.
- Die VG dauerte lange, bis sich endlich die Kuscheleinheiten etabliert haben. Mittlerweile fressen sie manchmal (täglich) Heu zusammen (Futter, Leckerli oder Gemüse nur getrennt bei eigener Portion und mit Vertreiben, Fellreißen und Brüllen). Auch liegen sie beisammen jeden Tag, es hat sogar endlich angefangen, das zweite Kaninchen auch zu putzen( macht bei uns Menschen zB niemals). Auch nachts oder in unserer Abwesenheit gilt Ruhe. Sobald ich Futter gebe, dem zweiten Kaninchen annähere usw, das erste springt zu mir und vertreibt das andere.
-Momentan bin ich glücklich, dass die beiden einen Partner haben, vor allem weil das zweite Kaninchen so sozial und lieb ist, dass es auf jeden Fall allein/bei Trennung einsam gewesen wäre. Zugleich aber steht es unter ständigem Stress, gebissen/gejagt zu werden, und das ist selbst bei seiner ausgeprägt ruhigen Art merkbar gemacht, indem es in der Anwesenheit des zweiten immer bereit ist, wegzuhoppeln.
-es frisst viel besser als der Dominanta, sogar viel schneller und dann geht zur Portionen des anderen und klaut es weg...auch chronisches Schnupfen ist bei uns seit dem Anfang leider das Thema. Es sucht immer unsere Nähe, auch die Nähe zum Kaninchen, wird aber oft von ihm vertrieben...da tut es mir leid, und ich überlege langsam, sogar eine dritte Kaninchendame zu holen, was mich aber, denke ich, überfordern wird.
-bzgl der Rangordnung: das Kaninchen lässt meinem Mann viel mehr, als mir und mir gegenüber ist deutlich frecher. Das habe ich im Verlauf der letzten Monate gemerkt. Irgendwie scheint es überhaupt gereizter geworden zu sein, weil Bissfälle (nicht extrem, eben als Vorwarnung) sich nur häufen. Es hat von einem Tag auf den anderen etwa nach paar Wochen nach dem Einzug angefangen, uns zu beißen, und seither ist es leider sogar mehr geworden.
Mir scheint, es fühlt meine Angst (ich hasse Beißen) bzw Unsicherheit und dass ich mehr Entgegenkommen, Mitleid usw gegenüber Kaninchen ausstrahle. Meinem Mann gegenüber zeigt es sich um einiges gehorsamer.
Es kennt das Wort Nein, und regiert jedes Mal darauf. Aber leider nur hinsichtlich der Wohnung, dort befindlichen Gegenständen und so. Niemals konnte ich es ihm abgewöhnen, mich bei Leckerli füttern leicht zu beißen, am Sofa, wenn ich im Weg stehe oder aus Spaß. Es weiß ganz sicher, dass es nicht willkommen ist, macht aber brav weiter, es lässt sich einfach nicht erziehen, wie Katze oder Hund!
Mag beißen, wenn ich es streicheln will, und es nicht, und einfach jedes Mal, wenn es nach ihm gehen sollte...
Auch weiß es ganz klar, dass Beleidigen des anderen strikt verboten ist, wir mischen uns immer ein, aber es jagt das anderen trotzdem in unserer Anwesenheit weiter.