 | Kaninchen | | Registriert seit: 09.08.2009
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Geschrieben am
24.08.2021, 11:27
| | | | @ Honeymouse:
Das Kaninchen ist wohl eines von den beiden Fundtieren vom 14.08.2021, siehe dieser Thread:
https://www.kaninchenforum.de/kaninchenkrankheiten-gesundheit/50081-mein-kaninchen-hat-durchfall-nun.html#post1255366
Ich finde es ehrlich gesagt sehr bedenklich, ein Fundtier bereits 3 Tage nach dem Fund und ebenso maximal 3 Tage nach der Impfung kastrieren zu lassen!
Ich fürchte, hier ist mehr als nur der Käfig ein Problem.
Liebe Shira,
ich befürchte dass ihr den Fund der beiden Kaninchen nicht gemeldet habt. Sonst hätte man euch gesagt, dass die Tiere nicht einfach euch gehören. Die gesetzliche Aufbewahrungsfrist für Fundsachen beträgt 6 Monate, erst dann habt ihr einen Anspruch darauf dass die beiden Kaninchen euch gehören. Bis dahin kann der Eigentümer sie zurückfordern.
Ihr habt als Finder die Pflicht, einen Fund anzuzeigen bei den zuständigen Behörden. Tut ihr das nicht, begeht ihr eine Fundunterschlagung und das kann euch, wenn es herauskommt, eine Strafanzeige einbringen!
Bitte, holt das SOFORT nach, falls ihr das wirklich nicht gemeldet habt!
Und nein, es reicht NICHT der Tierschutzverein. Je nach Gemeinde ist meist das Ordnungsamt für eine solche Fundanzeige zuständig, manchmal auch das Fundbüro. Fragt bitte nach. Da das Aussetzen eines Tieres eine Straftat ist, müsste man auch überlegen eine Strafanzeige gegen Unbekannt zu stellen.
Die Tiere einem Tierarzt vorstellen und sie impfen lassen durftet ihr. Das dient der Gefahrenabwehr und dem "Werterhalt".
Aber: eine Kastration so unmittelbar nach dem Fund durftet ihr nicht. Stell dir mal vor, die beiden gehörten einem Züchter und ein Konkurrent wollte dem was Böses und hat die beiden entwendet und ausgesetzt. Dann war's das jetzt mit Zuchttier, das kann euch eine empfindliche Schadenersatzforderung einbringen wenn ihr Pech habt.
Davon abgesehen kastriert man nicht ein Kaninchen unmittelbar oder kurz nach der Impfung! Man wartet 14 (!) Tage um den Aufbau des Impfschutzes nicht zu gefährden und die Risiken der Kastration klein zu halten!
Schließlich ist so ein Immunsystem nur begrenzt leistungsfähig, und wenn es sich mit einer Impfung UND einer Operation herumschlagen muss, kann es leicht überfordert werden.
Ich hoffe, ihr habt wenigstens täglich die Wunde kontrolliert, ob sie auch gut und reizlos verheilt? Wurden selbstauflösende Fäden vewendet oder müssen die noch gezogen werden? Oder wurde gar nicht genäht?
Was das "weggeben" betrifft: Auch das dürft ihr nicht einfach so.
Ihr bewahrt eine Fundsache auf. Ob jetzt mit oder ohne Wissen der Behörden. Das ist fremdes Eigentum (jedenfalls noch). Ihr müsst die Behörde fragen, wohin ihr die Tiere geben sollt, wenn ihr sie nicht weiter selbst "aufbewahren" könnt.
Und ja, die anderen haben Recht. 6 qm sind das Mindestmaß für ein Kaninchengehege. Deine Mutter kann froh sein, nur zerkratzt worden zu sein. Meine Jule hätte sie unter diesen beengten Platzverhältnissen vermutlich kräftig gebissen. Ich habe Jule mal einsperren müssen weil sie krank war, da hatte sie sogar mehr Platz als in einem 1,60er Käfig. Trotzdem ist sie fast durchgedreht. Und so geht es leider vielen Kaninchen. Sie werden als "aggressiv" abgestempelt, dabei verteidigen sie bloß das kleine Bisschen Revier das ihnen zur Verfügung steht. Das ist ein völlig arttypisches Verhalten, Schuld an der angeblichen Aggressivität ist der Mensch, der nicht dafür sorgt dass sie ordentlich untergebracht sind. Aber statt daran etwas zu ändern, holen sich viele Menschen lieber Kaninchen, die still vor sich hin leiden und den Widerstand aufgegeben haben. Die sind dann "lieb"...
__________________ Gute Menschen gleichen Sternen, sie leuchten noch lange nach ihrem Erlöschen.
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