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| Polly du weißt schon, dass wir hier von Zahnabrieb bzgl Wiese/ Heu reden und nicht von allgemeinen Zahnproblemen durch Kastra oder wasweißich? ![]() Nebenbei: ich werde mal Elke schreiben, ob sie den Diskussionsteil abtrennen mag - der arme Neuuser wird ja völlig mit Dingen zugebombt ![]()
__________________ GESTERN warst Du noch bei uns, mit Deinem Lachen, mit Deiner Freude, mit Deinen Worten. HEUTE bist du bei uns, in unseren Tränen, in unseren Fragen, in unserer Trauer. MORGEN wirst du bei uns sein, in Erinnerungen, in Erzählungen, in unseren Herzen.
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Der Artikel ist lang. Um den Zahnabrieb durch Heu geht es unter anderem auch. Vielleicht interessiert auch den ein oder anderen Neuuser das Thema näher. Abtrennen wäre natürlich gut.
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| @ Polly8: Gegen die Vermutung von Andreas Rühle bezüglich der Wirkung der Kastration sprechen so einige Fakten. Zum Beispiel schlicht und einfach die Tatsache, dass auch unkastrierte Häsinnen betroffen sind, die in Außenhaltung leben und kein Gemüse bekommen. Das dürfte ja überhaupt nicht sein, wenn man der von dir hier dargestellten Argumentation folgt. Oder auch meine eigene Erfahrung: mein Leo wurde erst mit ca. 3 - 4 Jahren kastriert, also sehr spät. Trotzdem war er bereits zu diesem Zeitpunkt von retrogradem Wurzelwachstum betroffen. Er erhielt überhaupt kein Gemüse, sondern wurde ausschließlich mit einem vitaminisierten Trockenfutter ernährt, dazu etwas Heu. Und er lebte in Außenhaltung. Immer. Du siehst, eine Vermutung ist eine Vermutung und bleibt eine Vermutung. Und zwar so lange bis man sie durch eine ordentlich geführte Studie belegen kann. Und genau das kann Herr Rühle nicht, soweit ich weiß. Es wäre gut und richtig, wenn er anstreben würde, zumindest die Frage zu beantworten warum auch eine Menge Tiere betroffen sind auf die seine Annahmen definitiv nicht zutreffen. Schwierig finde ich auch den Ratschlag, kastrierte Rammler anders zu füttern - bei "weichen" Knochen denkt da sofort jeder an mehr Kalzium und Vitamin D. Wer es da übertreibt, kann erhebliche Schäden verursachen. Beim Menschen ist bereits nachgewiesen, dass ein dauerhaftes Überangebot an Kalzium tödliche Herzprobleme fördern kann. Die Sterblichkeit war in einer schwedischen Studie mit Frauen beim 1,5fachen der täglich empfohlenen Höchstmenge um 40 % erhöht. Das ist schon wirklich happig. Bei Männern ist so etwas schon länger bekannt. Auch Vitamin D ist bei Überdosierung nicht unproblematisch. Vitamin D greift tief in den Kalziumstoffwechsel ein und kann eine Hyperkalziämie auslösen. In leichteren Fällen sorgt das für Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe und Appetitlosigkeit. In schweren Fällen schädigt es die Nieren und löst Herzrhythmusstörungen aus, mit teils tödlichen Folgen. Man müsste also streng genommen erst einmal zumindest die Blutspiegel von Kalzium und Vitamin D bestimmen, und eigentlich zusätzlich auch die Knochendichte messen, um festzustellen ob eine Therapie in Form einer zusätzlichen Zufuhr über das normale Maß hinaus überhaupt angezeigt oder möglicherweise schädlich ist.
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Hast du dazu einen Link? Ein Großteil überdosierter Vitamine wird bei normaler Nieren und Leberfunktion einfach ausgeschieden. Und bei Verfütterung von zB Cunis in vom Hersteller ungefähr angegebenen Mengen halte ich Vergiftungserscheinungen für ausgeschlossen. Niemand empfiehlt ja kastrierten Tieren hochdosierte Mengen Vitamine zu spritzen. Die Empfehlung lautet lediglich möglichst viel Wiese statt Gemüse und möglichst viel Sonnenlicht und Zufüttern eines vitaminisierten Strukturfutters um die Risikofaktoren nicht zu potenzieren.
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| Würde es sich um Ausnahmefälle handeln wo Tiere betroffen sind die nicht in die genannten Risikogruppen fallen, würde ich deiner Argumentation bezüglich der Herzinfarkte durchaus folgen wollen. Allerdings habe ich es bisher nicht erlebt, dass deutlich überwiegend Kastraten in Innenhaltung betroffen sind, aus meinem Erleben heraus sind die Fälle breit gestreut. Ebenso gibt es etliche Kastrate in Innenhaltung und mit Gemüsefütterung, die kein retrogrades Wurzelwachstum aufweisen. Deshalb ja der Wunsch von mir, dass Herr Rühle seine Thesen mit Zahlen untermauert, aufgeschlüsselt nach Geschlecht, Kastration (wann?), Ernährungsweise etc. Das ist natürlich eine Mammutaufgabe, das ist mir klar. Aber nur so kann man überhaupt schauen ob die Vermutung eine bleibt, oder ob mehr dahinter steckt. Das komplette Fehlen von Östrogenen und Testosteron steht überhaupt nicht zur Debatte, denn Östrogen wird nicht nur in den Geschlechtsorganen produziert, sondern auch beispielsweise im Fettgewebe. Sowohl Östrogene als auch Testosteron werden auch in den Nebennieren produziert. Sicher wird eine geringe Hormonkonzentration eine Osteoporose begünstigen, die Empfehlung zu einer entsprechenden Ernährungsanpassung sollte jedoch mit dem Warnhinweis versehen werden dass zu viel genauso Schäden verursachen kann wie zu wenig! Die Hauptfrage ist jedoch nicht die nach der Osteoporose und deren Ursachen. Die Hauptfrage ist, ob und ab welchem Grad eine Osteoporose in Zusammenhang mit dem retrograden Wurzelwachstum gebracht werden kann! So müssten zum Beispiel logischerweise alle Kaninchen die ein retrogrades Wurzelwachstum aufweisen dann auch eine erhöhte Anfälligkeit für Knochenbrüche zeigen. Denn der Körper sagt ja nicht: ich baue jetzt nur im Kiefer eine Stoffwechselstörung ein und lasse alle anderen Knochen in Ruhe. Retrogrades Wurzelwachstum ist ja nun nicht gerade wirklich selten - da müsste es längst in den Foren eine auffällige Häufung geben, wo Halter sagen: "Mein armes Hasi muss so viel durchmachen. Erst dieses, dann auch noch das andere." Es müsste auch mit Hilfe einer Knochenszintigrafie untersucht werden, ob überhaupt eine Veränderung in der Knochendichte vorliegt bei der überwiegenden Anzahl der Kaninchen die ein retrogrades Wurzelwachstum aufweisen. Sind dir hierzu Untersuchungen bekannt?
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Das ist nämlich genau der Punkt. Diese Mengen sollten nicht überschritten werden. Wenn du jetzt aber sagst, bei (Früh-)Kastraten muss die Ernährung auf den Mangel abgestimmt werden, stellst du genau das in Frage, denn diese Dosierung ist ja auf Kaninchen im Allgemeinen abgestimmt. Dadurch, dass der Eindruck erweckt wird, (Früh-)Kastrate brauchen mehr (denn sie brauchen ja eine speziell abgestimmte Ernährung), wirst du eine Menge Halter dazu verleiten, zusätzlich noch Kalzium und Vitamine zuzuführen. Und gerade Vitamin D ist hier ein echtes Problem. Es ist nämlich nicht wasserlöslich. Das heißt, es wird eben NICHT ausgepinkelt, sondern es wird im Fettgewebe (da fettlöslich) angereichert. Über einen längeren Zeitraum kann so eine Überdosierung sich derart anreichern, dass man Vergiftungserscheinungen bekommt. Besonders tückisch: eine Überdosierung von Vitamin D bewirkt, dass Kalzium aus den Knochen herausgelöst wird - also genau das Gegenteil von dem was es in angemessener Dosierung macht und was man bezwecken will. Übermäßige Kalziumzufuhr kann zumindest beim Menschen die Gefahr für Gefäßverschlüsse und Herzinfarkte deutlich erhöhen. Ob das beim Kaninchen auch so ist, dürfte nicht untersucht worden sein. Man sollte das Risiko aber - zusätzlich zu den bekannten Risiken (Nieren- und Blasensteine) im Hinterkopf behalten. Wie gesagt: eine gesunde Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen sollte grundsätzlich erfolgen. Das gilt aber nicht nur für (Früh-)Kastrate. Das gilt für alle Kaninchen. Ein Mehr an Vitaminen und Mineralstoffen sollte nur in Absprache mit dem Tierarzt gegeben werden nach entsprechender Diagnose eines Bedarfs oder eines Mangels.
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Hr Rühle untermauert seine Thesen sehr wohl durch Studien und Untersuchungen, die in dem Artikel auch jeweils genannt werden. Siehe zB Diagramm zur Knochendichte kastrierter Kaninchen mit und ohne Substitution von Östrogen/ Testosteron. Wenn man dann dann bedenkt welche Kräfte auf den Kiefer eines Kaninchens wirken ist es schon naheliegend zu schlußfolgernm dass eine verringerte Knochendichte plus hohe Kräfte auf die Zahnwurzeln retrogrades Zahnwachstum begünstigen. Letztendlich bleibt natürlich jedem selbst überlassen, welche Schlüsse jemand aus solchen Untersuchungen zieht oder welchen Meinungen er glauben will. Wenn man bedenkt, welch gravierenden Folgen der Östrogenmangel bei Frauen nach den Wechseljahren für das Skelett hat ( spontan brechende Wirbelkörper schon bei minimaler Belastung zB), und dass innerhalb weniger Jahre bei Frauen die vorher jahrzehntelang ein voll ausgereiftes Skelett bei normaler Hormonlage und ausreichendem Östrogen hatten wäre es aber auch vermessen zu glauben eine Kastration noch vor der Geschlechtsreife und vor Beendigung des Knochenwachstums könnte ohne negative Folgen für den Organismus bleiben. Natürlich hat die Kastration auf der anderen Seite so viele Vorteile für das Tier (Rammler), dass sie früher oder später unumgänglich ist. Aber deshalb kann man Nachteile nicht einfach wegdiskutieren.
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Wie gesagt, es geht nicht um Gaben von hochdosierten Vitaminen, die ja in der Regel auch nur über Spritzen zu erreichen sind, sondern darum dass überhaupt ein vitaminisiertes Strukturfutter zugefüttert wird. In angemessener Menge. Im übrigen würde bei Menschen, die unter solchen Bedingungen leben würden - Kastration noch vor der Geschlechtsreife im Kindesalter ohne Substitution von Geschlechtshormonen, fehlendes Sonnenlicht (nur durch Glasscheiben) wohl niemand anzweifeln, dass das nachteiligen Einfluss auf die Knochendichte und den Organismus haben muss.
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Ich höre jetzt auf ![]() Vielleicht "Zusammenhang Kastration / Innenhaltung und Zahnprobleme?"
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Dazu kam dann irgendwie Polly mit Kastration & Innenhaltung woher auch immer das kam.
__________________ GESTERN warst Du noch bei uns, mit Deinem Lachen, mit Deiner Freude, mit Deinen Worten. HEUTE bist du bei uns, in unseren Tränen, in unseren Fragen, in unserer Trauer. MORGEN wirst du bei uns sein, in Erinnerungen, in Erzählungen, in unseren Herzen.
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| Das kam daher, dass mich eure Diskussion darüber an diesen Artikel erinnert hat, weil es darin u.a. auch um Zahnabrieb durch verschiedene Futtermittel geht und ich ihn daher verlinken wollte, für die die es interessiert.
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| Genau um dieses Missverständnis geht es mir vor allem. Zitat:
Kriegt jetzt jemand ein schlechtes Gewissen und Panik weil er das Wort Osteoporose liest, und kommt auf die Idee seinem Kaninchen für einen gewissen Zeitraum jeden Tag 10 ml eines Präparates mit 2.400 i.e./ml über eine Handvoll Cunis zu kippen, hast du ganz schnell den ersten Fall von Hyperkalziämie. Zitat:
Ich hatte noch nicht die Zeit, mir den Artikel tatsächlich komplett durchzuarbeiten, habe mir aber mal gezielt das Diagramm angesehen was du erwähnt hast. So, wie das da präsentiert ist, ist Herrn Rühles Schlussfolgerung nicht zu halten. Er folgert aus den vorliegenden Daten bezüglich der Knochendichteveränderung durch eine Kastration, legt jedoch Daten zugrunde die keineswegs kastrierte mit unkastrierten Tieren vergleichen, sondern kastrierte Tiere mit und ohne Supplementation. Dabei weist er an keiner Stelle nach, ob deren Spiegel an den Geschlechtshormonen dem von unkastrierten Tieren entspricht, ein methodischer Fehler der beim wissenschaftlichen Arbeiten einfach nicht passieren darf. Ich bin sehr gespannt, ob er in dem Artikel tatsächlich nachweisen kann, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen Kastration und retrogradem Wurzelwachstum. Beim Querlesen habe ich nichts dergleichen entdecken können. Aber vielleicht finde ich es ja noch. Was mir auch auffällt, ist seine Interpretation des Diagramms mit den Druckbelastungen. Er schaut rein auf den Ausschlag der Kurven, bedenkt aber nicht ausreichend deren Form. Die zeigt eine kurze Spitzenbelastung beim Pellet und einen längere plateauförmige beim Heu. Bedenkt man zusätzlich die hohe Energiedichte von Pellets, und dazu die Erkenntnis dass Knochendichte sich auch durch fehlende Belastung verringern kann, muss man hier definitiv über eine mögliche Differenzialbewertung nachdenken. Wenig "Training" zur Stimulation des Knochens durch hohe Energiedichte kombiniert mit der hohen Spitzenbelastung könnte nämlich eine ganz andere Schlussfolgerung nahelegen als die, die Herr Rühle gezogen hat. @ Marinahexe: der vorgeschlagene Titel ist gut. Danke schon mal für deine Mühe und sorry, aber das Thema ist wirklich extrem interessant. ![]()
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