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Diabi 27.06.2020 16:59

Impfung im Tierheim?
 
Zitat:

Zitat von angelsfire (Beitrag 1214853)
55743 Idar Oberstein - vermutlich um die 50 (von etwa 100) Tieren eines Tierheims. Ungeimpft.

Das musste ich leider auch schon bei FB lesen... die 50 waren Stand gestern, ich habe ja nicht viel Hoffnung für die anderen... warum impft man nicht? Als Auffangstelle sollte man es doch besser wissen! Wenn ich schon dieses „wir hatten in unserer Gegend doch noch nie Fälle...“ lese...

Saturn 27.06.2020 17:48

Zitat:

Zitat von angelsfire (Beitrag 1214853)
55743 Idar Oberstein - vermutlich um die 50 (von etwa 100) Tieren eines Tierheims. Ungeimpft.


ich frage mich da wie es sein kann dass die 50 ungeimpfte Kaninchen haben. Ich war eigentlich davon ausgegangen dass die meisten tierheime die tiere direkt impfen lassen?

angelsfire 27.06.2020 18:13

Ich kann nur von uns sprechen, hier lässt kein TH gegen RHD2 impfen. Aussage von 90% der TÄe hier ist auch das es nicht nötig wäre. Die meisten lassen sogar gar nicht impfen. Das TH in Freiburg immerhin Nobivac gegen RHD1 und Myxo. Da es das Nobivac nicht mehr gibt habe ich Hoffnung das sie dann zwangsläufig auf das neue Nobivac umsteigen. Und dann kann man halt nur hoffen das der Impfschutz greift da sie bei der erstimpfung ja kein Filavac dazu impfen lassen werden.


Mich wundert es also nicht dass das TH nicht geimpft hat. Ist in der Regel bei Tierheimen entweder unwissenheit oder halt eine Kostenfrage.

Diabi 27.06.2020 18:40

Unwissenheit sollte es aber mehr als vier Jahre nach den ersten größeren RHD2 Ausbrüchen nicht mehr geben, gerade wenn man beruflich Tiere schützen will, hat man auch die Verantwortung, sich bestmöglich über Krankheiten zu informieren.

Und die Kosten lasse ich auch nicht gelten: bei 100 Tieren wäre es ein leichtes, zumindest zweimal im Jahr eine Bestandsimpfung zu machen, das wären dann allenfalls 2 Euro pro Tier.

Bei Hunden und Katzen wird ja auch geimpft, ohne Kosten und Sinn zu hinterfragen.

Wenn schon Tierheime Kaninchen als „Tiere zweiter Klasse“ betrachten, und an deren Gesundheit sparen, muss man sich nicht wundern, dass auch für OttoNormalverbraucher ein Kaninchenleben nichts zählt...

angelsfire 27.06.2020 19:56

Bei uns ist das definitiv nicht so einfach. Ich will unser Tierheim da nicht unbeding in Schutz nehmen aber die haben halt auch nen TA der das ganze TH betreut. Und dieser impft kein Filavac, egal was du sagst. Hält er nicht für nötig, macht er nicht. Fertig. Und so ist es hier bei wirklich 80% der TÄe. Die restlichen 20% lassen sich mit viel zureden überreden es zu bestellen. Eine handvoll davon empfiehlt es sogar.

Sammelimpfung macht hier genau eine TÄin, die ist aber nicht aus Freiburg. Und die macht das auch nur wenn man es selbst organisiert. Ins TH kommen ständig neue Tiere, die bekommt man NIE auf einen Nenner. Somit greift dann teilweise auch wieder die Kostenbegründung. Bei 100 Tieren wären es übrigens auch nicht nur 2 Euro pro Tier. Anfahrt kostet bereits 3,50 pro KM. Nehmen wir an sie würde diese TÄin nehmen die ich immer nehme. Dann zahlt sie schon mal 100 Euro rum Anfahrt. Für 50 Tiere zahle ich dann inkl. Anfahrt etwa 14 Euro pro Tier. Bei 100 wären es dann halt 7 Euro pro Tier (unser TH hat aber nie so viele Tiere).

Wie gesagt, ich will die TH nicht verteidigen, ich halte auch nix davon das sie nicht impfen. Aber so einfach wie du das da gerechnet hast ist es halt nicht. Schon gar nicht wenn die TÄe sich hier weigern.

Wie das im Fall der 50 verstorbenen Tiere ist kann ich natürlich nicht sagen da ich dieses TH gar nicht kenne. Ich weiß nur wie schwer es bei uns ist. Die TÄe raten sogar von der Impfung ab weil es hier angeblich kaum Fälle geben würde. Als uninformierter Halter glaubt man das dann.

Diabi 27.06.2020 20:37

Unvernünftige und gar sich weigernde Tierärzte sind natürlich ein Problem.

Aber wenn jeder Kaninchenzuchtverein sich seinen Impfstoff beim Tierarzt abholen und selbst impfen kann, sollte das doch für ein Tierheim erst recht kein Problem sein.

Deswegen ja Bestandsimpfung, dies erfordert keine Anreise des Tierarztes. Und natürlich ist eine solche Impfung, ohne vorherigen Check und nur zu festen Zeiten suboptimal, aber doch deutlich besser, als gar nicht zu impfen.

angelsfire 27.06.2020 20:50

Die wenigsten Tierheime werden es sich leisten können illegale Sachen zu machen. Soweit ich weiß darf ich als Privatperson nicht mal eben Tiere impfen wie ich lustig bin. Den Impfstoff gibt es auch nicht einfach so mal eben in der Apotheke in Deutschland. Dazu muss ich schon ins Ausland gehen. Dann muss ich es illegal über die Grenze bringen und es illegal auch noch selbst impfen. Impfpass gibts dann sowieso keinen.

Ich verstehe schon worauf du hinaus willst aber SO einfach ist das eben nicht. Die agieren ja offiziell. Sowas mus nur mal einer melden, dann gibts mächtig ärger.

Und natürlich erfordert eine Bestandsimpfung die Anreise des TAes. Wie sollen die Tiere sonst geimpft werden?

Diabi 27.06.2020 22:17

Nichts davon wäre illegal. An gewerbsmäßige oder berufsmäßige Tierhalter dürfen Impfstoffe völlig legal abgegeben werden, entweder vom Tierarzt selbst oder nach Rezept von der Apotheke.

Impfen sollte eigentlich jeder können, das ist, da subkutan, nicht schwer, eine einfache Einweisung vom Tierarzt reicht.

Die Kaninchenzüchter impfen auch selbst.

Gesetzliche Grundlagen findest du hier, Abschnitt 7, insbesondere Paragraph 44:
http://www.gesetze-im-internet.de/tierimpfstv_2006/index.html

Herzensbrecher 28.06.2020 10:56

Ich will jetzt nicht gegen Tierärzte schießen, das wäre der völlig falsche Weg. Aus meiner Sicht ist die fehlende Meldepflicht und die Benachrichtigung in den Tierärztekammern an den Kammer zugehörigen Tierärzte das Übel des Desaster und nicht nur da. Während man von einer Tierarztpraxis hören kann, das es im Ort nie RHD/RHD 2 oder gar Myxomatose gab und das impfen völlig überflüssig und demzufolge zu teuer ist. Kann von einer anderen Tierpraxis im selben Ort schon andere Hinweise kommen. Die Tierheime welche ich kenne impfen an, z.B. Filavac oder jetzt das neue Nobivac. Alles andere liegt dann im Ermessen des Tierhalters.

Terry 28.06.2020 11:56

Zitat:

Zitat von Diabi (Beitrag 1214931)
Impfen sollte eigentlich jeder können, das ist, da subkutan, nicht schwer, eine einfache Einweisung vom Tierarzt reicht.

Ich hab auch schon selber geimpft.

Grund war, dass ich mit zwei Zwergen zum impfen war, sich beim Check aber herausgestellt hatte, dass der Kleine eine fiese Zahnspitze hatte die unter Inhalationsnarkose entfernt wurde.

Die TÄ meinte, dass er dann frühestens am nächsten Tag (besser übernächsten) geimpft werden sollte.

Da das dann nochmaliger Stress mit der Fahrt etc. bedeuten würde, hat sie mir dann die Ampulle mitgegeben und den Impfausweis ausgefüllt.
Am übernächsten Tag hat er dann von mir den Pieks bekommen.

Polly8 28.06.2020 14:29

Molly und Tilda waren ja auch aus dem Tierheim und damals ungeimpft.


Ich hatte danach gefragt und mir wurde gesagt, dass bei der Schutzgebühr, die sie dann nehmen müssten sie die Kaninchen nie wieder los würden.


Ich fürchte damit haben sie leider recht.
Es ist ein kleines Tierheim, die haben nie mehr als 5-10 Kaninchen da.
Daher müssten sie Einzeldosen impfen und wir wissen hier ja alle was das kostet.


Ich habe 30 Euro Schutzgebühr pro Kaninchen bezahlt.

Geimpft müssten sie mindestens 60 nehmen, und selbst damit wären die Kosten noch nicht gedeckt.
Und das zahlt fast niemand, wenn die süßen kleinen Babykaninchen bei eBay und im Baumarkt 10-20 Euro kosten.

Honeymouse 28.06.2020 14:33

Aber sie deswegen einem qualvollen Tod auszusetzen kann's ja nun auch nicht sein.

Polly8 29.06.2020 16:32

Man muss aber die Realität sehen.


Wenn Leute ins TH kommen auf der Suche nach Kaninchen und sollen dann 120-140 Euro Schutzgebühr zahlen für 2 Kaninchen, dann gehen sie halt woanders hin.
Denn Sinn und die Notwendigkeit von Impfungen oder Kastrationen (nehmen wir halt 2 gleichgeschlechtliche) sehen die meisten nicht ein.


Und hinterher erzählen sie es noch rum :Wir waren zuerst im Tierheim, aber die wollten 140 Euro für die 2 Kaninchen!!"


Und evtl sind das dann nicht mal mehr Jungtiere sondern evtl schon 8 Jahre alt, haben Zahnprobleme oder sind chronische Schnupfer.


Den Luxus dann auf Menschen zu warten, die geimpfte, kastrierte evtl ältere Tiere suchen und bereit sind diese Schutzgebühr zu zahlen können sich die meisten Tierheime nicht leisten.
Das mag regional unterschiedlich sein. In Gegenden wo RHD und Myxomatose bekannter sind mag es einfacher sein geimpfte Kaninchen zu vermitteln.


In meinem Bekanntenkreis ist kein Kaninchen geimpft.


Immerhin vermittelt das TH nicht in Käfig- und nicht in Einzelhaltung und die Rammler sind kastriert.

Honeymouse 29.06.2020 16:53

Komischerweise kriegen sämtliche Pflegestellen und viele Tierheime es hin, ihre Kaninchen geimpft und kastriert abzugeben. Und die finanzieren sich auch selbst.
Da unterstelle ich einigen Tierheimen einfach Unwissenheit manchmal gepaart mich Faulheit.

Realität ist, ohne Impfung passiert genau das: 50 von 100 Kaninchen sind tot, die noch ein Leben vor sich gehabt hätten. Und sie sind sicher qualvoll gestorben, denn RHD beschert keinen schönen Tod.

dangerschaf 29.06.2020 17:00

Es ist die Verantwortung eines Tierheims nur so viele Tiere aufzunehmen, wie auch versorgt werden können. Und dazu zählen beim Kaninchen lebensnotwendige (wie sich hier zeigt) Impfungen.

angelsfire 29.06.2020 17:10

Ändert aber nix daran das die behandelnde TA Praxis, die unser Tierheim betreut und mit denen sie einen Vertrag haben, RHD2 nicht impft. Die Praxis kann man auch nicht so einfach wechseln wie man sich das vorstellt. Zumal es hier wie gesagt wenig TÄe gibt die das überhaupt impfen und die betreuen, soweit ich weiß, kein Tierheim.



Beispiel bezüglich des Vertrages zwischen TH und TA Praxis: meine befreundete TÄin hat mal 2 Kaninchen im TH abgegeben (vor dem Schlachter gerettet). Das eine Kaninchen hatte ein Rolllid. Sie hat angeboten es kostenlos zu operieren, sie hatte nur aktuell keinen Platz in der Wohnung. TH musste ablehnen und es kostenpflichtig von der betreuenden TA Praxis machen lassen.



Ich kann mir nicht vorstellen das ein TA an einen Privathalter (keinen Zuchtverein) Impfstoff abgeben darf. Meine Freundin ist gerade in Elternzeit und würde in Teufels Küche kommen wenn sie ein Kaninchen jetzt privat impfen würde. Wie das bei TH ist kann ich natürlich nicht sagen. Können tun die das bestimmt wenn man es Ihnen zeigt. Ändert aber nix dran das der TA den Impfstoff gar nicht erst bestellt.

Polly8 29.06.2020 17:15

Das Tierheim finanziert sich komplett aus Spenden und das ist alles andere als einfach.
Ich bekomme das regelmäßig mit, weil ich ihr Tagebuch verfolge und auch schon des öfteren gespendet habe.
Es gibt Jahre da kommen sie kaum über die Runden.


Und natürlich müssen sie dann irgendwann Tiere abweisen.
Nur , was wird dann aus diesen Tieren?


Das nächste Tierheim ist 50km entfernt und auch das muss sich durch Spenden finanzieren.


Natürlich könnten sie die Tiere auch komplett impfen und trotzdem nur 30 Euro Schutzgebühr nehmen, würden sie vermutlich auch gerne, wenn sie noch irgendwelche finanziellen Reserven hätten.


Das Problem mag auch regional bedingt sein.
In all den Jahren, die ich hier lebe habe ich niemals auch nur ein einziges Wildkaninchen gesehen.
Das deckt sich damit, dass ich kürzlich irgendwo gelesen habe, dass Wildkaninchen selten in Regionen über 400m NN leben.
Dementsprechend gibt es hier kein Bewusstsein für RHD und Myxo.
Niemand meiner Bekannten, die ich darauf anspreche hat je davon gehört.


Ich habe aber Verwandte in Duisburg und ich erinnere mich daran, dass bei einem Besuch bei ihnen vor etlichen Jahren ,lange bevor ich selbst Kaninchen hatte, dass wir damals viele Wildkaninchen dort gesehen haben die apathisch und krank aussehend mit geröteten Augen dort in den Büschen saßen.
Die Verwandten erzählten damals, dass dort so eine Seuche umgehen würde.
Heute weiß ich, dass es Myxo war.
Und natürlich ist es leichter für Tierschützer, den künftigen Besitzern, die Wichtigkeit von Impfungen zu vermitteln, wenn sie die Krankheiten real vor Augen haben.

Polly8 29.06.2020 17:22

Zitat:

Zitat von angelsfire (Beitrag 1215148)
Ändert aber nix daran das die behandelnde TA Praxis, die unser Tierheim betreut und mit denen sie einen Vertrag haben, RHD2 nicht impft. Die Praxis kann man auch nicht so einfach wechseln wie man sich das vorstellt. Zumal es hier wie gesagt wenig TÄe gibt die das überhaupt impfen und die betreuen, soweit ich weiß, kein Tierheim.



Beispiel bezüglich des Vertrages zwischen TH und TA Praxis: meine befreundete TÄin hat mal 2 Kaninchen im TH abgegeben (vor dem Schlachter gerettet). Das eine Kaninchen hatte ein Rolllid. Sie hat angeboten es kostenlos zu operieren, sie hatte nur aktuell keinen Platz in der Wohnung. TH musste ablehnen und es kostenpflichtig von der betreuenden TA Praxis machen lassen.



Ich kann mir nicht vorstellen das ein TA an einen Privathalter (keinen Zuchtverein) Impfstoff abgeben darf. Meine Freundin ist gerade in Elternzeit und würde in Teufels Küche kommen wenn sie ein Kaninchen jetzt privat impfen würde. Wie das bei TH ist kann ich natürlich nicht sagen. Können tun die das bestimmt wenn man es Ihnen zeigt. Ändert aber nix dran das der TA den Impfstoff gar nicht erst bestellt.


Du vermittelst ja auch, richtig?


Welche Schutzgebühr nimmst du für ein komplett geimpftes evtl kastriertes Kaninchen?
Wieviel müsstest du nehmen, wenn du Einzeldosen impfst? Evtl noch plus Weibchenkastra?

Denn Sammelimpfungen gibt es hier weit und breit nicht.


Ob TA Impfstoffe abgeben dürfen weiß ich nicht.
Aber ich habe schon Duphamox und auch Schmermittel (Rimadyl) von der TA Praxis bekommen und auch selbst subkutan gespritzt

Honeymouse 29.06.2020 17:36

Ich war zwar nicht gefragt, aber ich hab für mein letztes Tier, untersucht und geimpft (Nobivac und Filavac), von einer kompetenten PS 45€ bezahlt.

angelsfire 29.06.2020 17:36

Zitat:

Zitat von Polly8 (Beitrag 1215153)
Du vermittelst ja auch richtig?

Welche Schutzgebühr nimmst du für ein komplett geimpftes evtl kastriertes Kaninchen?
Wieviel müsstest du nehmen, wenn du Einzeldosen impfst? Evtl noch plus Weibchenkastra?

Denn Sammelimpfungen gibt es hier weit und breit nicht.

Ob TA Impfstoffe abgeben dürfen weiß ich nicht.
Aber ich habe schon Duphamox und auch Schmermittel (Rimadyl) von der TA Praxis bekommen und auch selbst subkutan gespritzt

Schmerzmittel ist was anderes, das darf abgegeben werden. Impfstoff meines Wissens an Privatpersonen nicht.

Vermittlungsgebühr: Kastrat und unkastriertes Weibchen 50 Euro, Kastriertes Weibchen 80 Euro. Und da machen die Leute schon richtig dumm.

Wenn man einigermaßen kostendeckend vermitteln wollen würde:

Vorausgesetzt das Tier ist gesund kostet bei einem Rammler die Kastra zwischen 70 und 90 Euro, Kotprobe wenn ich sie selbst einschicke 15 Euro, Impfung mit dem neuen Nobivac Plus 55 Euro + Filavac 36 Euro. Filavac und Rikavacc um die 50 Euro. Wär ebei einem Rammler also etwa 150-180 Euro.

Weibchen: Kastra 220 Euro, Kotprobe 15 Euro, Impfung 50-91 Euro. Macht in der Summe 285-326 Euro. Und das alles ohne Futter und unter der Voraussetzung dass das Kaninchen nur einmal geimpft werden muss.

Weibliche Kaninchen die ich privat vermittelt habe habe ich nicht kastrieren lassen sofern es nicht zwingend nötig war. Einfach weil das finanziell auch schlichtweg nicht geht. Bei Rammlern bleibt einem natürlich nix anderes übrig, das muss halt einfach sein. Impfen muss ebenfalls sein.

Polly8 29.06.2020 17:38

Zitat:

Zitat von Honeymouse (Beitrag 1215139)
Komischerweise kriegen sämtliche Pflegestellen und viele Tierheime es hin, ihre Kaninchen geimpft und kastriert abzugeben. Und die finanzieren sich auch selbst.
.


Also mal angenommen, ich hätte eine Pflegestelle.
Ich nehme ein Weibchen auf, dass evtl aus gesundheitlichen Gründen kastriert werden muss


- 150 Euro


plus Impfungen



-50-60 Euro


plus Kotprobe


-20 Euro


es dauert 6 Monate bis ich es vermittelt bekomme


Futter/ Streu/sonstiges evtl schon wieder die nächste Impfung fällig



- ca 200 Euro


Bedeudet doch ich müsste mindestens 500 Euro für dieses Kaninchen nehmen um wieder auf 0 rauszukommen.


Selbst wenn Pflegestellen beim TA Sonderkonditionen bekommen, reicht nie und nimmer eine Schutzgebühr von sagen wir mal 60 Euro, für ein komplett geimpftes, kastriertes Weibchen.
Und selbst für einen kastrierten Rammler nicht.
Wer also finanziert den Rest?

Polly8 29.06.2020 17:41

Zitat:

Zitat von angelsfire (Beitrag 1215155)
Schmerzmittel ist was anderes, das darf abgegeben werden. Impfstoff meines Wissens an Privatpersonen nicht.

Vermittlungsgebühr: Kastrat und unkastriertes Weibchen 50 Euro, Kastriertes Weibchen 80 Euro. Und da machen die Leute schon richtig dumm.

Wenn man einigermaßen kostendeckend vermitteln wollen würde:

Vorausgesetzt das Tier ist gesund kostet bei einem Rammler die Kastra zwischen 70 und 90 Euro, Kotprobe wenn ich sie selbst einschicke 15 Euro, Impfung mit dem neuen Nobivac Plus 55 Euro + Filavac 36 Euro. Filavac und Rikavacc um die 50 Euro. Wär ebei einem Rammler also etwa 150-180 Euro.

Weibchen: Kastra 220 Euro, Kotprobe 15 Euro, Impfung 50-91 Euro. Macht in der Summe 285-326 Euro. Und das alles ohne Futter und unter der Voraussetzung dass das Kaninchen nur einmal geimpft werden muss.

Weibliche Kaninchen die ich privat vermittelt habe habe ich nicht kastrieren lassen sofern es nicht zwingend nötig war. Einfach weil das finanziell auch schlichtweg nicht geht. Bei Rammlern bleibt einem natürlich nix anderes übrig, das muss halt einfach sein. Impfen muss ebenfalls sein.


Bedeutet also, auf den ganzen restlichen Kosten bleibst du selbst sitzen?

Polly8 29.06.2020 17:44

Zitat:

Zitat von Honeymouse (Beitrag 1215154)
Ich war zwar nicht gefragt, aber ich hab für mein letztes Tier, untersucht und geimpft (Nobivac und Filavac), von einer kompetenten PS 45€ bezahlt.


Das geht aber vermutlich nur, wenn das Tier falls ein Rammler schon vorher kastriert war, die Kotprobe negativ und die Pflegestelle das Glück hat an einer Sammelimpfung teilnehmen zu können.


Sprich : im günstigsten Fall.


Das TH hier muss fast sämtliche Rammler, die es aufnimmt erstmal kastrieren lassen. Und Kotprobe machen sie auch immer.

Damit wären wir schon bei deinen 45 Euro.
Wenn dann in der Kotprobe noch was gefunden wird, was behandelt werden muss, sind sie schon drüber. Von Impfungen mal ganz zu schweigen.

Polly8 29.06.2020 17:46

Zitat:

Zitat von angelsfire (Beitrag 1215155)

Vermittlungsgebühr: Kastrat und unkastriertes Weibchen 50 Euro, Kastriertes Weibchen 80 Euro. Und da machen die Leute schon richtig dumm.


Das glaube ich dir gerne.
Wie lange wartest du im Durchschnitt bis du ein Tier für 80 Euro vermittelt hast?

Terry 29.06.2020 18:24

Zitat:

Zitat von Polly8 (Beitrag 1215156)
Wer also finanziert den Rest?

Der Tierschützer bzw. die Pflegestelle.

„Uns“ geht es nicht primär um die Kostendeckung sondern darum dass ein Tier ein artgerechtes Zuhause bekommt.

Denn meistens handelt es sich um Tiere die vorher unter schlimmsten Bedingungen „vegetiert“ und einfach eine Herzenssache sind.

Klar, wer finanziell alles (mit den eigenen Tieren) gerade mal so hinbekommt, kann nicht als Pflegestelle fungieren bzw. sollte es nicht.

Denn gerade bei Pflegies kommt auch schon mal die eine oder andere TA-Rechnung (Kokzidien, Zahnspitzen, Würmer o.ä.) dazu, die man neuen Haltern überhaupt nicht berechnen kann.

dangerschaf 29.06.2020 18:38

Zitat:

Zitat von Terry (Beitrag 1215165)
Der Tierschützer bzw. die Pflegestelle.

„Uns“ geht es nicht primär um die Kostendeckung sondern darum dass ein Tier ein artgerechtes Zuhause bekommt.

Denn meistens handelt es sich um Tiere die vorher unter schlimmsten Bedingungen „vegetiert“ und einfach eine Herzenssache sind.

Klar, wer finanziell alles (mit den eigenen Tieren) gerade mal so hinbekommt, kann nicht als Pflegestelle fungieren bzw. sollte es nicht.

Denn gerade bei Pflegies kommt auch schon mal die eine oder andere TA-Rechnung (Kokzidien, Zahnspitzen, Würmer o.ä.) dazu, die man neuen Haltern überhaupt nicht berechnen kann.

Diesen Punkt finde ich extrem wichtig. Es ist ein Minusgeschäft und das muss man sich dann leisten können. Nicht zu impfen, darf keine Konsequenz sein. (Einzelfälle mit komplexen TA-Beziehungen sind damit in erster Linie nicht gemeint).

Polly8 29.06.2020 19:18

Zitat:

Zitat von Terry (Beitrag 1215165)
Der Tierschützer bzw. die Pflegestelle.

„Uns“ geht es nicht primär um die Kostendeckung sondern darum dass ein Tier ein artgerechtes Zuhause bekommt.

Denn meistens handelt es sich um Tiere die vorher unter schlimmsten Bedingungen „vegetiert“ und einfach eine Herzenssache sind.

Klar, wer finanziell alles (mit den eigenen Tieren) gerade mal so hinbekommt, kann nicht als Pflegestelle fungieren bzw. sollte es nicht.

Denn gerade bei Pflegies kommt auch schon mal die eine oder andere TA-Rechnung (Kokzidien, Zahnspitzen, Würmer o.ä.) dazu, die man neuen Haltern überhaupt nicht berechnen kann.


Das ist natürlich sehr ehrenwert, wenn die privaten Pflegestellen, diese ganzen Kosten dann selbst übernehmen.


Ein Tierheim, dass sich komplett aus Spenden finanzieren muss (ich weiß nicht, wie das in anderen Bundesländern oder Kreisen ist, aber die Tierheime hier vor Ort bekommen keinerlei staatliche Unterstützung), muss natürlich schauen, dass es mit dem Geld irgendwie über die Runden kommt.
Die können schlicht nicht wie sie gern würden.
Natürlich könnten sie aus der Konsequenz schlicht sagen, dann können sie keine Kaninchen aufnehmen.
Nur siehts in den umliegenden Tierheimen auch nicht anders aus.
Ich weiß von einer privaten Pflegestelle hier im Umkreis, dort sind die Kaninchen geimpft.
Vermutlich finanziert sie das dann auch privat.
Aber alle hier aus dem weiteren Umkreis, die übers Jahr in den Tierheimen landen, wird sie auch nicht aufnehmen und auf eigene Kosten impfen lassen können.


So bleibt dem Tierheim halt einfach finanziell nichts anderes übrig, als zu tun was sie können, nämlich aufnehmen, die Rammler kastrieren, Kotprobe und den neuen Besitzern die Impfung dann tunlichst ans Herz zu legen.

Polly8 29.06.2020 19:24

Zitat:

Zitat von Honeymouse (Beitrag 1215139)
Komischerweise kriegen sämtliche Pflegestellen und viele Tierheime es hin, ihre Kaninchen geimpft und kastriert abzugeben. Und die finanzieren sich auch selbst.
Da unterstelle ich einigen Tierheimen einfach Unwissenheit manchmal gepaart mich Faulheit.

.

Zitat:

Zitat von Honeymouse (Beitrag 1215154)
Ich war zwar nicht gefragt, aber ich hab für mein letztes Tier, untersucht und geimpft (Nobivac und Filavac), von einer kompetenten PS 45€ bezahlt.

Zitat:

Zitat von dangerschaf (Beitrag 1215169)
Diesen Punkt finde ich extrem wichtig. Es ist ein Minusgeschäft und das muss man sich dann leisten können.


Vorhin hörte es sich bei euch noch an, als wären die Tierheime, die es nicht schaffen, ihre Tiere komplett zu impfen, kastrieren und durchchecken zu lassen incl Kotprobe und evtl Behandlung schlicht zu unwissend, faul und nicht in der Lage ordentlich zu wirtschaften.


Jetzt nach Terrys Antwort ist es plötzlich ein Minusgeschäft, dass man sich leisten können muss.
Was Tierheime nicht können.



Evtl solltet ihr als verantwortungsvolle Besitzer, die um die Höhe der TA Kosten und die Wichtigkeit von Impfungen Bescheid wissen, auch mehr zahlen als 45 Euro?


Denn wenn man diese Schutzgebühr mal hinterfragt, muss man ja zumindest den Usern hier klar sein, dass das nicht aufgehen kann.
So ehrenwert, dass von den Pflegestellen ist, sollte man als neuer Besitzer doch ein schlechtes Gewissen haben bei dieser Schutzgebühr

Honeymouse 29.06.2020 19:39

Nun misch mal nicht meine Aussagen und dangerschafs Aussagen. Danke.

Ich hätte für das vollgeimpfte und durchgecheckte Tier auch mehr bezahlt, wenn sie mehr verlangt hätte.

Ich bleib bei meiner Meinung: Tierschutz auf Kosten der Tiere ist kein richtiger Tierschutz. Und den Tod von Tieren in Kauf zu nehmen ist definitiv ein "auf Kosten der Tiere".

Polly8 29.06.2020 19:55

Zitat:

Zitat von Honeymouse (Beitrag 1215173)
Nun misch mal nicht meine Aussagen und dangerschafs Aussagen. Danke.

Ich hätte für das vollgeimpfte und durchgecheckte Tier auch mehr bezahlt, wenn sie mehr verlangt hätte.

Ich bleib bei meiner Meinung: Tierschutz auf Kosten der Tiere ist kein richtiger Tierschutz. Und den Tod von Tieren in Kauf zu nehmen ist definitiv ein "auf Kosten der Tiere".


Na, dann beziehe ich mich mal nur auf deine Aussagen, dass die Tierheime halt faul sind und sich nicht richtig informieren.


In der Region in der ich lebe sind geschätzt 90% der Kaninchen überhaupt nicht geimpft und ins Tierheim kommen immer mal wieder 1-3 Kaninchen.
Also fallen Sammelimpftermine aus und die Kaninchen müssten mit Einzeldosen geimpft werden.
Allein das wäre teurer als die 45 Euro, die du für dein komplettes letztes Tier bezahlt hast.
Und kastriert und durchgecheckt, bzw satt ist es dann immer noch nicht.


Wenn die privaten Pflegestellen, dass aus eigener Tasche zahlen und die Tiere so günstig abgeben ziehe ich meinen Hut vor ihnen.
Im Prinzip ist das ein Bereichern der neuen Besitzer auf Kosten der Pflegestellen.



Aber dann bitte nicht hier rumtönen, die Tierheime würden schlecht wirtschaften.
Die können das auf Spendenbasis schlicht nicht leisten.

dangerschaf 29.06.2020 19:58

Zitat:

Zitat von Polly8 (Beitrag 1215171)
Vorhin hörte es sich bei euch noch an, als wären die Tierheime, die es nicht schaffen, ihre Tiere komplett zu impfen, kastrieren und durchchecken zu lassen incl Kotprobe und evtl Behandlung schlicht zu unwissend, faul und nicht in der Lage ordentlich zu wirtschaften.

Wo hab ich das geschrieben? :confused:

Zitat:

Evtl solltet ihr als verantwortungsvolle Besitzer, die um die Höhe der TA Kosten und die Wichtigkeit von Impfungen Bescheid wissen, auch mehr zahlen als 45 Euro?

Denn wenn man diese Schutzgebühr mal hinterfragt, muss man ja zumindest den Usern hier klar sein, dass das nicht aufgehen kann.
So ehrenwert, dass von den Pflegestellen ist, sollte man als neuer Besitzer doch ein schlechtes Gewissen haben bei dieser Schutzgebühr
Zufällig habe ich genau das getan. Plus darüber hinausgehender Unterstützung für die Stelle, weil ich genau weiß, dass der Kaufpreis die Kosten nicht deckt. :rolleyes:

Honeymouse 29.06.2020 19:58

Nicht jede Pflegestelle bezahlt alles aus eigener Tasche. Aber sie nehmen üblicherweise nur so viele Tiere auf, wie sie sich leisten können. Um eben den Tieren gerecht zu werden und sie entsprechend zu schützen. Wer verantworten kann, das 50 Tiere mal eben qualvoll zu Grunde gehen und das gerne verteidigt, bitte. Aber es sind 50 Kaninchenleben, die hätten gerettet werden können.

Terry 29.06.2020 20:00

Zitat:

Zitat von Polly8 (Beitrag 1215171)
Jetzt nach Terrys Antwort ist es plötzlich ein Minusgeschäft, dass man sich leisten können muss.Was Tierheime nicht können.

Gucke ich mir das Hamburger Tierheim (Süderstraße) an, dieses bekommt zum einen keine unwesentliche Summe vom Staat, zum anderen auch viele Erbschaften.

Das andere (Franziskus-Tierheim) wird finanziell vom „Bund gegen Missbrauch der Tiere“ unterstützt.

Zumindest die Süderstraße hat einen fest angestellten TA, von daher kommen keine zusätzlichen Kosten (außer die Medis) auf einen Halter zu.

Das heißt, die mir bekannten Tierheime könnten es sich leisten, ob sie es wollen kann ich nicht beurteilen.

Polly8 29.06.2020 20:06

Zitat:

Zitat von Honeymouse (Beitrag 1215178)
Nicht jede Pflegestelle bezahlt alles aus eigener Tasche. Aber sie nehmen üblicherweise nur so viele Tiere auf, wie sie sich leisten können. Um eben den Tieren gerecht zu werden und sie entsprechend zu schützen. Wer verantworten kann, das 50 Tiere mal eben qualvoll zu Grunde gehen und das gerne verteidigt, bitte. Aber es sind 50 Kaninchenleben, die hätten gerettet werden können.


Ich weiß um die Kosten und wäre auch bereit wesentlich mehr zu zahlen.


Aber der Großteil der Menschen, die in ein Tierheim gehen um Kaninchen zu holen eben nicht.
Und darum geht es doch.
Die gehen dann eben doch in den nächsten Baumarkt und kaufen da welche für 15 Euro.
Gleichgeschlechtlich, um die Kastrakosten zu sparen und geimpft werden die halt nicht.


Ich will das nicht verteidigen, aber ich bin Realist.
Die Tierheime würden liebend gern die Kaninchen impfen, wenn sie die finanziellen Mittel dazu hätten, dass aus eigener Tasche zahlen zu können ohne es auf die Schutzgebühr anrechnen zu müssen, die nämlich dann fast keiner mehr bereit ist zu zahlen.

Polly8 29.06.2020 20:12

Zitat:

Zitat von Terry (Beitrag 1215180)
Gucke ich mir das Hamburger Tierheim (Süderstraße) an, dieses bekommt zum einen keine unwesentliche Summe vom Staat, zum anderen auch viele Erbschaften.

Das andere (Franziskus-Tierheim) wird finanziell vom „Bund gegen Missbrauch der Tiere“ unterstützt.

Zumindest die Süderstraße hat einen fest angestellten TA, von daher kommen keine zusätzlichen Kosten (außer die Medis) auf einen Halter zu.

Das heißt, die mir bekannten Tierheime könnten es sich leisten, ob sie es wollen kann ich nicht beurteilen.


Die Tierheime hier vor Ort bekommen überhaupt keine staatlichen Fördergelder.
Der Tierheimleiter prangert das auch des öfteren an in Zeitungsartikeln etc und ich gebe ihm vollkommen recht.
Es kann eigentlich nicht sein, dass Tierschutz ein rein privates Hobby ist und die Versorgung der Tiere Jahr für Jahr am seidenen Faden hängt und die Politik wegsieht.
Aber es ist momentan halt wie es ist.
Erstmal brauchen die Tiere einen sicheren Ort und Futter, dann müssen die akuten Krankheiten behandelt werden, dann die Kastrationen und dann kommen die Impfungen an letzter Stelle.
Bei den Katzen schaffen sie das, weil die neuen Besitzer da bereit sind über 100 Euro für kastrierte und geimpfte Tiere zu zahlen.
Aber bei Kaninchen sind wohl 30 Euro das Höchste was die meisten Interessenten bereit sind zu zahlen.
Die sind finanziell so knapp aufgestellt, dass sie genau abwägen müssen, was geht und was nicht.
Aber immer noch besser als gar kein Tierheim und die Tiere werden ausgesetzt.

dangerschaf 29.06.2020 20:13

Für 15€ bekommt man hier zum Glück kein Kaninchen in irgendeinem Laden, abgesehen davon, dass mir hier nur noch einer einfällt, der überhaupt verkauft. Dort sind sie tatsächlich teurer, alles in mancher Pflegestelle:thumbsup:

Honeymouse 29.06.2020 20:16

Die letzten Tiere, die ich im Dehner gesehen habe, sollten dort knapp 80€ kosten. Da gibt jede PS, die ich kenne, ein bereits geimpften, gechecktes und ggf. kastriertes Tier für weniger ab.

dangerschaf 29.06.2020 20:16

Zitat:

Zitat von Polly8 (Beitrag 1215185)
Die Tierheime hier vor Ort bekommen überhaupt keine staatlichen Fördergelder.
Der Tierheimleiter prangert das auch des öfteren an in Zeitungsartikeln etc und ich gebe ihm vollkommen recht.
Es kann eigentlich nicht sein, dass Tierschutz ein rein privates Hobby ist und die Versorgung der Tiere Jahr für Jahr am seidenen Faden hängt und die Politik wegsieht.
Aber es ist momentan halt wie es ist.
Erstmal brauchen die Tiere einen sicheren Ort und Futter, dann müssen die akuten Krankheiten behandelt werden, dann die Kastrationen und dann kommen die Impfungen an letzter Stelle.
Bei den Katzen schaffen sie das, weil die neuen Besitzer da bereit sind über 100 Euro für kastrierte und geimpfte Tiere zu zahlen.
Aber bei Kaninchen sind wohl 30 Euro das Höchste was die meisten Interessenten bereit sind zu zahlen.
Die sind finanziell so knapp aufgestellt, dass sie genau abwägen müssen, was geht und was nicht.
Aber immer noch besser als gar kein Tierheim und die Tiere werden ausgesetzt.

Ich bleibe dabei, dass ich es in so einem Fall richtig fände, sie würden keine Kaninchen aufnehmen (schon gar nicht in so großer Zahl, wie in dem Fall, um den es hier ursprünglich ging).

Polly8 29.06.2020 20:25

Zitat:

Zitat von dangerschaf (Beitrag 1215189)
Ich bleibe dabei, dass ich es in so einem Fall richtig fände, sie würden keine Kaninchen aufnehmen (schon gar nicht in so großer Zahl, wie in dem Fall, um den es hier ursprünglich ging).


Und wo sollen die Kaninchen, die "dringend weg müssen" zB wegen "Allergie" etc, dann hin?


Große Zahlen nehmen sie nicht auf. In der Regel haben sie 5-10


Und immerhin werden die Rammler dann mal kastriert.
Sie werden durchgecheckt incl Zähne , Kotprobe gemacht und sie sind in Gehegen untergebracht.
Was wäre die Alternative? Aussetzen oder ebay kleinanzeigen?

Terry 29.06.2020 20:34

Zitat:

Zitat von Polly8 (Beitrag 1215182)
Aber der Großteil der Menschen, die in ein Tierheim gehen um Kaninchen zu holen eben nicht.
Und darum geht es doch.
Die gehen dann eben doch in den nächsten Baumarkt und kaufen da welche für 15 Euro.
Gleichgeschlechtlich, um die Kastrakosten zu sparen und geimpft werden die halt nicht.

Genau aus diesem Grund gibt es Foren wie dieses, das KSF oder kaninchenwiese.de!

Es geht um Aufklärung, dass Kaninchen eben kein Kinderspielzeug alleine im 100er Käfig glücklich sind.
Dass „Buntfutter“ schädlich ist und was nicht sonst noch alles.

Von daher auch immer wieder mein Hinweis (auch wenn ich dafür tlw. extrem Gegenwind bekomme) keine Tiere aus Zoo- oder Baumärkten zu kaufen, keine „Vermehrer“ zu unterstützen und sich nicht nach „Qualzuchen“ (Widder, Angoras, Teddys, Minis o.ä.) umzusehen.

Ja, in den letzten Jahren hab ich mehr als einmal überlegt aufzuhören, weil es irgendwie ein Kampf gegen Windmühlen ist.

Jeder Neuuser mit Widdern kriegt zu hören „ooohhh wie süß“, und später liest man dann von den Folgen für dieses „süße Tier“. :(

Manchmal mag ich echt nicht mehr, „arbeitsmäßig“ und natürlich auch finanziell.

Ich „nehme“ für ein durch mich kastrierten, geimpftes und gechecktes Rammlerchen 60 Euro, ein kastriertes, geimpftes und gecheckten Mädel 100 Euro.
Da kann sich jeder mal überlegen was ich „zubutter“ nur um einem süßen Langohr ein schönes (Rest)leben zu ermöglichen.

Und ja, das kann nicht jeder und ich würde niemanden „anklagen“ der das nichts stemmen kann.

Mein „Traum“ ist nur, dass sich jeder umguckt ob irgendwo Hilfe benötigt wird und diese auch gibt, dafür muss man die Tiere nicht selber „retten“, ein wenig Beratung hilft immer und wenn es nur ist, dass ein „Käfigkaninchen“ das mit Schlimmfraß ernährt wird, auf einmal 2qm Fläche hat und Wiese zu essen bekommt.

Wie heißt es doch so schön.... „und mühsam ernährt sich das Eichhörnchen...„


Ach ja, „Aufklärung“ bedeutet für einen zukünftigen Halter auch ihm zu sagen was für Kosten in den nächsten Wochen/Monaten auf ihn zukommen falls das potentielle neue Familienmitglied eben (noch) nicht gecheckt, geimpft, kastriert o.ä. ist.


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 07:18 Uhr.



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