Zitat:
Zitat von Susane ...
Zwergwidder gehört zu der Kaninchenart die leichter und auch eigentlich ziemlich schnell zahm werden. Während ein Zwergkaninchen mehr Zeit und Geduld braucht. |



Wer hat dir DAS denn eingeredet? Kaninchen ist Kaninchen. Ja, unterschiedliche Rassen können durchaus etwas unterschiedliche Charaktere haben, aber du bist da leider einem Klischee aufgesessen dass seinen Ursprung darin hat, dass viele Widder schlecht hören und deshalb angeblich "weniger schreckhaft" und "zahmer" sind.
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Deswegen ist es nichts schlimmes wenn dein Kleiner Kerl zutraulich ist, sich an dich kuschelt, seine Nase gegen deine Hand stupst und deine Streichelheiten geniesst. Er zeigt dir nur wie zahm er ist und das er deine Nähe sucht.
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Das wäre dann nichts schlimmes, sondern etwas schönes, wenn er die Wahl hätte zwischen dem Menschen und seinen Artgenossen.
Aber so wie die Fakten liegen, ähnelt sein Verhalten eher dem meines Leo in der ersten Zeit bei mir. Und der war nach etlichen Jahren Einzelhaltung und viel zu früher Trennung von seiner Mutter leider verhaltensgestört.
Was du, liebe Susane, auch überlesen hast: Hime beschreibt, dass das Kaninchen teilweise starr wird.
Nun ist es mit solchen Beschreibungen so eine Sache: ich habe das nicht gesehen, und weiß nicht was Hime mit "starr" meint. Ich weiß also nicht, ob dieses Kaninchen eher die Muskeln anspannt und regungslos verharrt, oder ob es sich einfach platt streicheln lässt und völlig entspannt an sämtlichen Ecken immer breiter und platter wird. Ich denke aber, letztes hätte Hime auch so beschrieben, deshalb will ich auf die erste Möglichkeit eingehen.
Dieses starr werden kann nämlich mit einer sehr erheblichen Verunsicherung in Verbindung gebracht werden. Jeder von uns kennt das Sprichwort von dem Kaninchen vor der Schlange.
Es ist also durchaus möglich, dass dieses vermutlich noch sehr junge Kaninchen zwar die dringend benötigten Sozialkontakte aus der Not heraus bei seinem Menschen einzufordern versucht, jedoch beim Streicheln immer wieder in Situationen gerät die ihm Angst machen. Sicher wirst du jetzt versuchen einzuwenden, dass das Zähneknuspern dagegen spricht - nein, das tut es nicht. Es bedarf großer Erfahrung um ein Knuspern und ein Knirschen sicher zu unterscheiden, und Kaninchen knirschen nicht nur aus Schmerz, sondern manchmal auch aus Angst mit den Zähnen. Es drückt einfach eine große innere Anspannung aus.
Ich würde mir über dieses Verhalten keine Sorgen machen, wenn ein Partnertier vorhanden wäre - dann könnte man Hime von ganzem Herzen gratulieren und nur darum bitten, große Aufmerksamkeit darauf zu legen was genau passiert, unmittelbar bevor es zu diesem starr werden kommt.
So aber steht leider eine beginnende Verhaltensstörung im Raum, die man ernst nehmen muss. Und das solltest auch du tun - ich habe wie schon geschrieben bereits mit einem solchen verhaltensgestörten Kaninchen zu tun gehabt, und weiß deshalb wie sehr er gelitten hat. Und zwar erst, seit er seine zwei Mädels hatte - denn ich hatte keine Ahnung, WIE fröhlich er sein konnte, er hatte sich vorher schlicht in sein Schicksal gefügt und versucht das beste draus zu machen. Und ich werde es nie vergessen wie es war, ihn so aufblühen zu sehen.
Hime, noch eine kleine Warnung bezüglich der nächtlichen Käfighaltung: mit der Zeit wirst du leider erleben müssen, wie der kleine zutrauliche Kerl auf dich losgehen wird, sobald du versuchst ihn zu versorgen. Der Käfig ist sein Revier - dort verbringt er ja sehr viel Zeit (und nein, Kaninchen schlafen nicht wie Menschen nachts durch, sondern sind gerade in den Dämmerungsstunden und teils auch mitten in der Nacht sehr aktiv). Und dieses Revier ist winzig. Du hast ein Riesen-Revier (deine Wohnung), und er wird Angst haben, dass du sein winziges Revier nun auch noch für dich beanspruchst.
Bitte beuge dem vor, indem du den Käfig gegen ein Gehege von 4 qm aufwärts austauscht oder ein Zimmer so kaninchensicher machst, dass der Käfig überflüssig wird. Du kannst die Käfigschale problemlos weiter verwenden als Kaninchenklo.
Bis du das fertig hast, decke bitte die Käfigoberseite mit einem Brett ab, ebenso die Käfigklappe. Kommt er auf die Idee oben auf den Käfig zu springen oder verschätzt sich beim herausspringen aus dem Käfig und gerät mit den Pfoten auf die Klappe, sind schwerste Verletzungen die Folge. Ich denke nicht, dass du einen Trümmerbruch - evtl. mit Amputation des betroffenen Beins - riskieren möchtest, leider sind sich die wenigsten Halter darüber bewusst wie gefährlich diese Käfiggitter sind.
Und hole bitte seine neue Freundin erst, wenn du dauerhaft für ihn Platz geschaffen hast. In einem handelsüblichen Käfig kannst du sie vor allem während der Vergesellschaftung (und die kann durchaus mal 2 oder 3 Wochen dauern bis sie abgeschlossen ist) keinesfalls einsperren. Daher kommen die Märchen mit den "unverträglichen" Kaninchen. Es kommt aufgrund der äußerst beengten Platzverhältnisse nämlich in diesen Käfigen oft zu heftigen
Prügeleien und Beißereien, nicht zuletzt weil es durch die Einrichtung zu etlichen engen Sackgassen kommt.