Auch von mir die Bitte: lass es bleiben und freue dich an deinen beiden Lieblingen.
Die Risiken sind viel zu groß, und es sind so viele Fragen zu klären. Schlimmstenfalls stirbt deine Häsin, weil sie nicht zuchttauglich ist!
Angora-Angy hat das mit ansehen müssen, ihr ist eine Häsin auf grausige Weise unter der Geburt verstorben. Sie hat sie da liegen sehen müssen, mit heraushängender Gebärmutter
Auch wenn es viele Fälle zu geben scheint, wo es gut geht: es gleicht russischem Roulette.
Abgesehen davon dass du zu wenig Platz hast für eine Kaninchenfamilie, und vermutlich auch nicht bedacht hast wie viel Geld du brauchst, wirst du wohl kaum Zuchtpapiere für deine Häsin haben, wirst sicher noch nicht geprüft haben ob sie überhaupt noch jung genug für einen ersten Wurf ist, wirst sie noch nicht von einem guten, kaninchenerfahrenen Tierarzt gründlich durchgecheckt haben.
Mal angenommen, es ist tatsächlich so dass deine Häsin im richtigen Alter wäre, kerngesund und zuchttauglich. Von welchem Rammler willst du sie decken lassen? Willst du sie wirklich wochenlang zu einem Züchter in Quarantäne geben, nur um sie dort dann von einem geeigneten Rammler decken zu lassen? Willst du deinen Liebling wirklich 3 Wochen oder noch länger aus der Hand geben? Ein
seriöser Züchter wird nämlich keinesfalls seinen Rammler einfach auf eine Häsin lassen von der er nicht 100%ig sicher sein kann dass die auch gesund ist!
Und ein unseriöser Züchter? Davon gibt es leider eine Menge. Bzw. Leute, die sich "Züchter" nennen, das aber nicht im entferntesten sind. Leute, die nur Geld verdienen wollen - mit einer artgerechten und verantwortungsvollen Zucht kann man aber kein Geld verdienen.
Wählst du nun einen unseriösen Züchter, wird mit den Babies möglicherweise das passieren was mit meinem Leo passierte: Zahnfehlstellungen sind bei Kaninchen katastrophal. Und die sind vererblich. Mein Leo stammte aus so einer unseriösen Vermehrung. Ausrangierte Züchtertiere wurden einfach aufeinandergelassen. Mit ca. 3 - 4 Jahren wäre er das erste Mal beinahe vor vollem Napf verhungert, so schlimm waren die Fehlstellungen geworden. Das war der Zeitpunkt als ich ihn von seinen Vorbesitzern übernahm. In den folgenden 4 Jahren musste er regelmäßig, phasenweise sogar im Abstand von 4 Wochen, in Vollnarkose die Zähne zurechtgeschliffen bekommen. Ich habe fast 4.000 Euro (kein Tippfehler! Wirklich viertausend.) an Tierarztkosten gehabt in der Zeit, um ihn vor dem Verhungern zu bewahren.
Willst du so etwas riskieren? Was sagst du den Leuten denen du die Babies vermittelt hast? Sie werden zu dir kommen und sagen: "Wie konntest du nur?! Warum hast du nicht darauf geachtet?"
Wenn du tatsächlich weitere Kaninchen aufnehmen möchtest, dann vergrößer dein Gehege und gib einem armen "übriggebliebenen" Kaninchen ein Zuhause. Davon gibt es so unendlich viele, die nicht oder nicht mehr gewollt sind. Und sie alle haben die Chance auf ein gutes Leben redlich verdient.