Ich besitze dieses Buch zufällig (einer der Fehlkäufe schlechthin) und kann mal ein paar negative Schwerpunkte daraus vorstellen.
Absolute No-Go's:
- es wird die Faustregel vermittelt: Je pfiffiger und lernfähiger ein Kaninchen, desto höher sein Aggressionspotenzial - im Umkehrschluss soll man aggressiven Tieren also Tricks beibringen, anstatt durch artgerechte Haltungsbedingungen den Hilferuf der Tiere ernst zu nehmen.
- Die Autorin stellt ihr Kaninchen Pauline vor. Anscheinend ein Sonderfall in der Kaninchenwelt. Sie begleitet die Autorin fast überall hin (!) und das stets an der Leine. Autofahrten, Begleitung ins Büro, zum Essen in die Gastwirtschaft etc... Und nebenbei werden dem Tier fleißig weiter Kunststücke abverlangt.
- Kaninchen Lucy ist dagegen gerne allein und kann mit anderen Kaninchen nichts anfangen. Später erfahren wir aber, dass sich Lucy gut mit dem Böckchen Rossini versteht. Zu dem darf sie aber nur ab und zu. Ansonsten lebt sie die meiste Zeit in einem kleinen Gehege - alleine. Denn Lucy hat eine extreme Zerstörungswut und muss daher weggeschlossen werden. Nur unter Aufsicht gibt es hin und wieder Auslauf.
- Wildkaninchenbaby wird gefunden und aufgepäppelt und ebenfalls als Spielzeug missbraucht
- Kaninchen werden im Rahmen der tiergestützten Therapie in Pflegeheime geschleppt und müssen dort ältere Menschen bespaßen. Bitte nicht falsch verstehen. Ich weiß, dass Tiere auf ältere Menschen einen positiven Einfluss haben. Aber Kaninchen sind dafür nicht die richtigen Tiere.
- Es wird dazu angehalten, Tiere, die ein "Fehlverhalten" zeigen, mit lauten Geräuschen zu erschrecken.
- Katzenstreu wird als Einstreu empfohlen
- Es werden viel zu kleine Ställe für die Außenhaltung empfohlen und dabei der Eindruck vermitteln, das würde für Kaninchen ausreichen.
- Kaninchen werden als Kinderzimmertiere geradezu angepriesen!
- Kaninhop wird gut geheißen!!! Mit Leine versteht sich!!!
- Aggressive Tiere soll man anrempeln und zwangsbekuscheln oder hochnehmen und auf den Rücken drehen. Und wenn man keine Lust hat, gebissen zu werden, dann soll man das Tier vor dem Putzen eben aus dem Käfig (!) nehmen....
- Vergesellschaftungen kann man fördern, in dem man die Kontrahenten in eine Box steckt und mit ihnen im Auto spazieren fährt....
Nachdem ich mit diesem Buch durch war, habe ich eine saftige Rezension hinterlassen. Allerdings eben nur da, wo ich es erworben habe. Ob das bei der Autorin ankommt, weiß ich nicht, aber ich hoffe so sehr, es hält viele Kaninchenhalter ab, diesen Blödsinn umzusetzen......
Als ich mit dem Lesen fertig war, war ich auf 180!!!!!
