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| Hallo Atze! Hat ein bischen gedauert mit meiner Antwort - dafür fällt die jetzt aber auch ein bischen länger aus. Ich habe mir gedacht, dass das vielleicht auch für andere Leser interessant sein könnte... Zitat:
Dies ist im [URL="http://www.gesetze-im-internet.de/futtmv_1981/__14.html"]§14[/URL] der [URL="http://www.gesetze-im-internet.de/futtmv_1981/index.html"]Futtermittelverordnung[/URL] geregelt bzw. läßt sich bei Kamphues, J. et al. (2009): Supplemente zu Vorlesungen und Übungen in der Tierernährung. 11. überarb. Aufl. - M. & H. Schaper. (S. 60) nachlesen. Das heißt, dass wenn Inhaltsangaben gemacht werden, dann darf der Hersteller nicht nur die Inhaltsstoffe aufführen, die sich besonders vorteilhaft anhören, sondern muss eben alles angeben (eventuell dann eben auch Dinge, die für die Ernährung weniger geeignet sind). Wenn einzelne Inhaltsstoffe besonders ausgelobt werden (z.B. bei einer Produktbezeichnung wie etwa "Karotten-Snack", dann MÜSSEN die solcherart ausgelobten Inhaltsstoffe auf der Verpackung mit Prozentangaben angeführt werden - wenn dann bei einem "Karotten-Snack" 5% Karotte enthalten ist, dann kann man sich seinen Teil dazu ja denken...). Es ist übrigens auch nicht erlaubt, mit einer (angeblichen) gesundheitlichen Wirkung eines Futtermittels zu werben. Es gibt da allerdings ein paar Formulierungen, die nicht so toll sind, wie z.B. "pflanzliche Nebenerzeugnisse", aber vom Gesetzgeber toleriert werden. Der Verbraucher hat damit zumindestens die Möglichkeit, solche Futtermittel im Regal stehen zu lassen, die entweder keinerlei Inhaltsangaben machen oder bei denen irgendwelche nichtssagenden Bezeichnungen angeführt werden. Zitat:
Ebenso schwank der Rohfaseranteil einer Pflanze, bei Gräsern vor allem in Abhängigkeit des Alters der Pflanze. So hat z.B. ein Gras auf einer Mähweide beim Austrieb im Frühjahr einen Rohfasergehalt von etwa 19% bezogen auf die Trockenmasse (in der Regel werden Angaben zu Inhaltsstoffen wie Rohfaser, Energie o.ä. auf die Trockenmasse bezogen, um einen Vergleichswert zu haben, der unabhängig vom Frischgewicht ist, da der Wassergehalt eben stark schwanken kann). Im ausgeblühten Zustand hat ein Gras auf einer Mähweide dagegen im Schnitt einen Rohfasergehalt von etwa 35% bezogen auf die Trockenmasse. Bei vom Menschen unbeeinflußten Gräsern (keine Düngung, keine Mahd) dürfte der Rohfasergehalt eher noch höher liegen, als bei den Gräsern einer Mähweide. Mit dem Rohprotein und auch dem Energiegehalt sieht es ähnlich aus, mit dem Unterschied, dass diese mit steigendem Alter des Grases abnehmen (der Energiegehalt stärker als der Rohproteingehalt). Die von Dir gemachten Angaben von 3-6% Rfa bezieht sich sicherlich auf das Frischgewicht (und sind damit schwer vergleichbar), aber selbst dann sollten die Werte eigentlich einen viel größeren Bereich abdecken (zumal der Wassergehalt vor allem bei Gräsern mit zunehmendem Alter der Pflanze deutlich absinkt). Unter anderem ist dies bei Kamphues et al. (2009) auf S. 65 nachzulesen (vollständige Literaturangabe s.o.). Zitat:
Zitat:
García, J.; Carabano, R. & de Blas, J.C. (1999): Effect of fiber source on cell wall digestibility and rate of passage in rabbits. - Journal of Animal Science 77: 898-905. Weiterhin wird die Geschwindigkeit der Darmpassage auch noch durch den Anteil der Rohfaser (und der Zusammensetzung der Rfa) im Futter beeinflußt - je höher der Rohfaseranteil, desto schneller die Darmpassage. Siehe hierzu beispielsweise Fraga, M.J.; Pérez de Ayala, P.; Carabano, R. & de Blas, J.C. (1991): Effect of type of fiber on the rate of passage and on the contribution of soft feces to nutrient intake of finishing rabbits. - Journal of Animal Science 69: 1566-1574. Dabei sollte man aber im Hinterkopf behalten, dass es nicht unbedingt darauf ankommt, das Futter so schnell wie möglich durch das Kaninchen zu bekommen. Zitat:
[quot] Das Tier nimmt in relativ kurzer Zeit eine große Menge hoch verdaulicher Nährstoffe auf, deren Trägerstoffe im Verdauungstrakt zerfallen. [/quot] Die Verdaulichkeit des Futters hängt natürlich auch von dessen Inhaltsstoffen ab und nicht allein von der Darreichungsform. Wenn der Hersteller beispielsweise auf den Einsatz von hochverdaulicher Getreidestärke und Melasse verzichtet, dann ist das doch schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Ein Problem könnte der Vermahlungsgrad bzw. der Anteil an Feinpartikeln (< 0,3mm) bei pelletiertem Futter sein. Interessant wäre hier, wie die Verteilung der Partikel in einem solchen Pellet eigentlich aussieht. Aber auch hier wird es zwischen den einzelnen Herstellern sicherlich große Unterschiede geben. Im Allgemeinen ist der Vermahlungsgrad um so höher, je kleiner die Pellets sind und je glatter deren Oberfläche aussieht (die Glätte der Oberfläche hat übrigens nichts damit zu tun, dass die Pellets mit irgendwelchen Vitaminpräparaten eingesprüht worden sind). Was mir nicht ganz klar ist, ist was Du mit den "Trägerstoffen", die im Darm "zerfallen" meinst. Zitat:
Zitat:
Ein gewisser Anteil der "unerwünschten" Bakterien befindet sich übrigens immer im Magen-Darm-Trakt der Tiere - diese vermeheren sich allerdings nur übermäßig, wenn ihnen ein zu großer Anteil an leicht verdaulichen Kohlenhydraten zur Verfügung steht. Zitat:
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Ein zu geringer Rfa-Gehalt des Futters kann außerdem noch dazu führen, dass zu wenig Weichkot abgegeben wird, was wiederum ebenfalls zu Verdauungsproblemen führen kann. Ein zu hoher Rfa-Gehalt (also deutlich über 20%) kann dagegen dazu führen, das die Tiere mit Rohprotein unterversorgt werden (dies wirkt sich negativ auf die erwünschte Mikroorganismen im Blinddarm aus, weil denen dann eine zum Wachstum benötigte Proteinquelle fehlt). Zitat:
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Die oftmals negative Bewertung von Trockenfutter und die Aussage, dass pelletiertes Trockenfutter nahezu zwangsläufig zu Verdauungsproblemen führt, halte ich nicht für haltbar. Ich könnte mir folgende Erklärung für die scheinbare Häufung von Verdauungsproblemen in Zusammenhang mit pelletiertem Trockenfutter vorstellen: Ein nicht unerheblicher Teil der Halter füttert die Tiere wohl in erster Linie mit Trockenfutter und Heu (die klassische "Kinderzimmerhaltung"). Dann gibt es ab und zu - vielleicht weil dies gerade auch auf dem menschlichen Speiseplan steht - mit einem mal eine große Menge an Frischfutter (etwa Kohlrabiblätter, vielleicht schon nicht mehr ganz so frisch), ohne dass die Tiere daran gewöhnt sind (also genau das, was man nicht tun sollte). Am nächsten Tag steht dann schon wieder Trockenfutter auf dem Plan. Das Tier bekommt Verdauungsprobleme und der Tierarzt wird aufgesucht. Der fragt natürlich, was denn hauptsächlich gefüttert wird und die Leute antworten natürlich "Trockenfutter" (die Kohlrabiblätter sind, da eine Ausnahme, schon wieder vergessen). - Tja, und schon ist das Trockenfutter an den Verdauungsproblemen Schuld... Wie schon gesagt, letztendlich muss jeder selber eintscheiden, wie er seine Tiere ernährt. Als Fazit könnte man aber vielleicht festhalten, dass wenn Trockenfutter gefüttert wird, dann solches ohne Getreidestärke und Melasse. Zusätzlich sollte bzw. muss immer Heu und auch Wasser zur freien Verfügung stehen (also rund um die Uhr), wobei das Heu in erster Linie dem erforderlichen Zahnabrieb dient und die Tiere darüber hinaus auch noch beschäftigt. Gruß an alle.
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