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Anni 05.02.2009 16:37

Heyy ich würde euch sagen das Trockenfutter oder Pelets beides in der gleichen Art nicht gesund sind für Nini ich geb zu so einen Fehler ich hab den Ninis auch schon Trockenfutter geben aber mache es nicht mehr =))Das finden ich die beste Lösung von allen =PP

lolo 05.02.2009 16:39

Guck dir mal den link an Anni, eigentlich kann ich dir ja nur zustimmen, aber seitdem ich den Link gelesen habe, nur mit Einschränkungen:cool:

Anni 05.02.2009 16:53

ach naja meine ninis sind denke ich auch über obst gemüse und grünfutter friede freude eierkucehn glücklich =))

katharina 06.02.2009 02:01

Deshalb sollten sie ja auch auf keinen Fall nur im käfig hocken, sondern freilauf haben.....die Tierärzte sagen inzwischen, kein oder wenig trockenfutter, weil getreide), aber meiner hat mir gerade diese woche gesagt, auch nicht zu viel Grünfutter zu geben, das könnte auch hefen verursachen......was soll man denn nun glauben? Also ich habe das trofu drastisch reduziert, merke aber auch, dass zuviel Nassfutter (ich nenne es mal so ) auch nicht so gut ist.... bleibt also in der Hauptsache Heu ?

Kryptische 06.02.2009 10:20

Grünfutter verursacht und begünstigt keine Hefen.

Was Hefen begünstigt sind Obst und manche Gemüsesorten.

Um diese Aussage zu verstehen muss man aber klar zwischen Grünfutter und Gemüse unterscheiden.

Grünfutter = Gräser, Wiesenkräuter, Grün von Kulturpflanzen, Küchenkräuter, Blätter, Blumen.

Gemüse = Möhren, Fenchel, Salate etc.

Gemüse und Obst enthalten normalerweise wesentlich mehr Zucker (und andere Zuckerarten) als Grünfutter. Dieser Zucker dient in der Tat im Darm den Hefen als Nahrung.

Übrigens: wenn ein TA vom Trockenfutter nur wegen dem Getreide abrät, dann hat er aber auch nicht mal ansatzweise verstanden, wo die Probleme beim Trockenfutter (hier ist vor allem das Pelletfutter in jeder Variante zu nennen) liegen, denn nur das Getreide allein ist nicht das Problem, sondern auch die Form des Futters und div andere Zusatzstoffe. Getreide ist auch nicht generell schädlich... aber das näher zu erläutern würde in einem Forum wohl zu weit gehen.

Heu ist und bleibt nur ein Wiesenersatz. Deshalb kann dieser Ersatz, der im Grunde zu viel Rohfaser und zu wenig Kohlenhydrate, Proteine und Vitamine erhält auch nicht wirklich das Hauptnahrungsmittel für Kaninchen sein. Heu ist Beschäftigungsfutter und eine Fütterung aus Heu und Grünfutter/Gemüse ist nur ein Ersatz für durchgehend frische Wiese (es wird also trockene Wiese gegeben und die fehlenden Proteine, Kohlenhydrate, Feuchtigkeit und Vitamine werden dann mit dem Gemüse und besser noch mit Grünfutter gereicht).

Grünfutter muss niemals rationiert werden und sollte täglich auf dem Speiseplan stehen. Gemüse sollte nicht in zu großen Mengen gereicht werden, hier reichen ca. 100 g pro kg Kaninchengewicht am Tag (bei kleinen bis mittelgroßen Kaninchen, Riesenkaninchen müssen anders ernährt werden).

lolo 06.02.2009 15:51

Und ich verweise nochmals auf den Link:D auch mit Krytische, übrigens Herzlich Willkommen bei uns!
[url=http://forum.rabbitrescue.de/thread.php?threadid=4878]Kaninchen- und Tierschutzforum von RabbitRescue | Kaninchenernährung | Kann man getreidefreies Trofu weglassen?[/url]

Mira07 06.02.2009 16:23

@Lolo

ich habe es gelesen und nun?

lolo 06.02.2009 16:37

Jetzt weißt du vielleicht etwas mehr(schon alle 10 Seiten?), ich war vorher völlig gegen Trofu, jetzt kann ich es schon besser(das heißt noch nicht ganz) verstehen, wenn Kaninchen wenig davon bekommen.

Kryptische 06.02.2009 18:49

Kaninchen brauchen kein Trockenfutter und genau das wurde in dem Thread auch deutlich, als Atze nämlich nichtmal ansatzweise begründen konnte, warum er es gibt und welchen Mangel die Tiere angeblich haben, wenn sie es nicht bekommen...

Aber wenn Fragen dazu sind, frag und ich erkläre es gern genauer...

Und: ich habe als Konsequenz aus der Diskussion mit Atze meine Ernährungsseite und die Trockenfutterseite überarbeitet... vielleicht hilft das ja auch schon ein wenig weiter.

Mira07 06.02.2009 19:47

Naja ob das da nun steht oder nicht, ich kaufe kein TroFu Feierabend.
Meine haben den bis jetzt teilweise recht heftigen Winter wunderbar ohne TroFu überstanden.

Sensi_Star 06.02.2009 23:02

Huhu....

und willkommen Tinchen... wir stolpern uns auch überall über den Weg... ;o)) Das www ist wohl doch ein Dorf...

Also ich finde auch den genannten Beitrag muss man sehr differenziert lesen...

Ich habe ihn auch stellenweise verlinkt und muss sagen, dass es wenn es so verstanden wird auch wieder vorsichtiger damit angehen werde...

Ich fand eigentlich diese Diskussion unheimlich aufschlussreich...

Zumal wir z.B. seitdem auch unsere eigene Fütterung nach und nach etwas überarbeiten und z.B. nun auch einen guten Anteil hochwertiger Trockenkräuter und deutlich mehr Grünfutter (nicht zu verwechseln mit Gemüse) verfüttern fangen unsere Kleinen auch an in gewisser Hinsicht selektiv zu fressen... sicherlich nicht so wie sie es in freier Wildbahn betreiben könnten aber es ist nicht mehr so, dass man sich wild auf alles Fressbare stürzt... zudem haben wir uns auch angewöhnt häufiger zu füttern in unregelmäßigen Abständen...

Und das waren eigentlich Informationen o. Ansatzpunkte die ich vermitteln wollte o. das Auge dafür schärfen wollte als ich anfing auf den Thread zu verweisen...

LG Anita

nugget100 07.02.2009 01:39

Hallo Leute

In vielen größeren Tiermärkten fällt man auch häufig über Angebote von "Bunny" . Egal ob es große Zoo Handelsketten sind aber auch kleine Zootierhandlungen bieten (Teilweise nicht alle) diese Produkte generell an. Aus meiner Vergangenheit hab ich sehr lange überlegt und recherchiert welche Produkte ich meinen Langohren verfüttern will oder möchte. Natürlich ist nicht jedes Langohr gleich und es gibt auch einige Spezialfälle die spezielles Futter benötigen keine Frage aber wer gesunde Langohren hat die über keinerlei Probleme verfügen kann im allgemeinen auf Spezielles Futtermittel Verzichten. Vor ein paar Jahren bin ich auf den Hersteller Ovator aufmerksam geworden. Seine Produktpalette richtet sich auf kleine bis Mittlere Kanichen Zuchtvereine bzw. Halter.Da ich 10 Langohren besitze gehöre ich da leider auch zu dieser Gruppe. Der Hersteller sind die Muskator Werke :

[URL="http://www.muskator.de/mo/index_alt.htm"]Muskator / Ovator Qualitätsfutter für alle Tiere![/URL]

Nicht jedem Halter sind auch alle Hersteller in der WWW Ebene bekannt (ist nur eine Anmerkung)
Die Produkte sind klar gegliedert und auch auf Schau und Zucht ausgelegt keine Frage . Aber es gibt auch Futtermittel die sich für viele Unserer Tiere eignen würden .Beziehe daher über einen Großfuttermittel Vertrieb die Produkte und das seit Jahren.Der Zahnabrieb bei meinen Langohren ist Tadellos ,keine Haken ,nix. Mein TA wundert sich schon warum meine Langohren keine Zahnprobleme haben !.Als ich Ovator noch nicht kannte hatte ich mir normalen Futter mein Fleckchen gefüttert was ich so im allgemeinen in meinem Umfeld so finden konnte (Märkte , wohne in einer stadt nicht auf dem Land !) .Er hatte damals echte Zahnprobleme gehabt die 2 mal "korrigiert" werden mussten.Nachdem ich auf Ovator umgestiegen bin sind diese Probleme nicht mehr !. Ich kenne auch viele Kaninchenhalter die nur Heu unt Trofu von Ovator verfüttern und die sind auch schon steinalt. Das älteste mir bekannte Kaninchen ist 18 Jahre alt geworden ! . Es hat Heu und TroFu,Wasser bekommen und gelegentlich etwas Gemüse und sonst nix. Generell sollte man nicht TroFu verteufeln und auch generell ablehnend gegenüberstehen.Natürlich versucht die Industrie mit allen Mitteln irgendwas günstig herzustellen und dies dann zu vermarkten. Das darauf einige (nicht alle) Verbraucher reinfallen darüber braucht man glaub ich kein Wort darüber zu verlieren.

Generell stehe ich auch zu den Produkten zu der Serie "Bunny" nicht ablehnend gegenüber. Nur meine Meinung ist das dies oftmals nur Marketing ist und der Verbraucher eher veräppelt wird anstelle das er weis was er da kauft. Daher sollte man sich auch hier immer weitere Meinungen einholen und auch sich vom Hersteller generell eine Liste aller verwendeten Materialien zu diesem Produkt geben lassen. Denn wenn ein Hersteller nichts zu verbergen hat so wird er auch breitwillig Auskunft geben !. Wenn wer was zu verbergen hat wird auch keine auskunft über seine Produkte geben. Als Letztes noch was zu Getreide.In vielen Foren diskutiert man immer wieder über das leidige Thema "Getreide". In der freien Wildbahn lebende Kaninchen haben im Sommer oftmals freien Zugang zu Kornfeldern !. Nicht selten zum schaden des Bauern . Die Fressen auch hier Getreidekörner und sogar ganze Ähren . Auch wenn man der Ansicht ist das angeblich Getreide den Langohren mehr schadet als nützlich ist so sehe ich das anders. Es gibt nur wenige Tiere die definitiv Probleme mit Fettansatz durch hohe Mengen von Getreide haben oder andersweitige Probleme . Denn die meisten Langohren die ich kenne und auch selber gehalten habe ( meine Erfahrung darin). Wissen und wussten sehr genau wann sie selber zu "Fett" waren oder nicht. Wenn man denen es auch selbst angesehen hat ,so konnte man auch hier immer auf eine Gemüse /Heu, Wasser Diät deren Gewicht auf längere Zeit hin entsprechend regulieren.
Daher Wiege ich immer alle 2-4 Wochen meine Langohren und kann dann so entscheiden wer zuviel frisst und wer nicht und so entsprechend Reagieren. Auch hier sollte man Übertirebene Pflege von normaler Pflege sehr wohl unterscheiden. wenn man seine Futtermittel gefunden hat die man für seine Langohren als richtig erachtet wird auch auf längerer Zeitraum hin dies Verfüttern. Egal ob Getreide darin enthalten ist oder Abfallprodukte aus der Mehlindustrie !.

Kryptische 07.02.2009 14:56

Zum Ovatorfutter: Die Inhaltsstoffe dieser Futtermittel können hier eingesehen werden und jeder, der ein wenig [URL="http://www.diebrain.de/k-trofu.html"]Hintergrundwissen[/URL] hat, wird dann auch wissen, was er von diesem Futter zu halten hat - egal wie viel Werbung hier gerade für das Futter gemacht wird:
[url=http://www.diebrain.de/k-inhalt.html]Kaninchen INFO - Trockenfutter[/url]

Zum Getreide: wir leben nicht in einer Klimazone, wo das Getreide ganzjährig erntereif und die Stärkemenge im Getreide immer verfügbar ist. Fakt ist: nur im Herbst zur Erntezeit finden wir im Getreidekorn die, für Kaninchen eher unverträgliche, Stärkemenge. Ansonsten sind die grünen Getreidehalme und sogar die unausgereiften Getreidekörner für Kaninchen in der Tat ein hochgesundes Futter.. das hat wohl noch keiner bestritten. Was es mit dem Stärkeabbau im Kaninchendarm und den Problemen damit auf sich hat ist in der vorab mehrfach verlinkten Diskussion im Forum erläutert worden.

nugget100 07.02.2009 18:12

Zitat:

Zitat von Kryptische (Beitrag 7208)
Zum Ovatorfutter: Die Inhaltsstoffe dieser Futtermittel können hier eingesehen werden und jeder, der ein wenig [URL="http://www.diebrain.de/k-trofu.html"]Hintergrundwissen[/URL] hat, wird dann auch wissen, was er von diesem Futter zu halten hat - egal wie viel Werbung hier gerade für das Futter gemacht wird:
[URL="http://www.diebrain.de/k-inhalt.html"]Kaninchen INFO - Trockenfutter[/URL]


Hallo Kryptische

Erstmal herzlich willkommen im Forum.kleine bitte vorweg um es mal klarzustellen. Theorie ist die eine Sache Praxis eine Andere !. Noch dazu hab ich ergänzend erwähnt das nicht jedes Tier 100% identisch isst. TroFu ist durchweg eine alternative und wird nicht nur im Zuchtbereich eingesetzt.
Weiter ergänzend dazu sind deine Links nur irreführend und haben keinen Bezug auf das Futter OVATOR. Sondern sind nur infos im allgemeinen über Trofu . Falls dir das entgangen sein sollte ist TroFu = TOCKENFUTTER. also futter mit wenig Feuchtigkeit . Diese können auf Unterschiedlichster weise zusammengesetzt sein je nach Hersteller und Anbieter !. Es gibt ausserdem Menschen die über Mehrjährige erfahrung zur Haltung von Kaninchen besitzen und die können durchweg älter sein als wir beide zusammen ! . Kenne viele Private Kaninchenhalter und viele Züvchter (war früher selbst mal Züchter gewesen) und mein Standpunkt ist das man Trofu nicht verteufeln soll wie viele es immer wieder machen !.
Wenn du eine Korrekte zusammensetzung von den Produkten von Ovator haben willst dann schreib den Hersteller Muskator doch an per Mail und lass dir eine Liste zukommen. Wäre TroFu so schlimm wie du es darstellst ,müssten Millionen Kaninchen mittlerweile verendet sein . Und das west du genausogut wie ich das dies nicht der Fall ist !.
Auch wenn dies hier etwas hart und agressiv geschreiben wurde, betone es ausdrücklich das es nicht der Fall ist sondern das Wissen über TroFu auf Theorie UND Praxis beruht ,dabei hab ich durchwegs gute bis sehr gute Erfahrung gemacht . Mit dieser Tatsache stehe ich aber nicht alleine da ,da sind mindestens 1000 wenn nicht noch mehr Leute die die gleiche Erfahrung in dieser Art und Weise gemacht haben !. Ich streite auch nicht ab das bei falscher Anwendung von TroFu mögliche Probleme entstehen können ,aber dies ist nicht alleine bei TroFu der Fall,es betrifft jedes Futter für Kaninchen !.
Dies nur mal so nebenbei angemerkt!. Will und möchte niemanden dazu bekehren ,aber man sollte diesem Thema mindestens Neutral gegenüberstehen und auf eigene art Erfahrungen sammeln bevor man irgendwelche Links zu irgendwelchen Seiten mit Irgendwelchen Infos setzt ( Meine Meinung) !.

Zitat:

Zitat von Kryptische (Beitrag 7208)
Zum Getreide: wir leben nicht in einer Klimazone, wo das Getreide ganzjährig erntereif und die Stärkemenge im Getreide immer verfügbar ist. Fakt ist: nur im Herbst zur Erntezeit finden wir im Getreidekorn die, für Kaninchen eher unverträgliche, Stärkemenge. Ansonsten sind die grünen Getreidehalme und sogar die unausgereiften Getreidekörner für Kaninchen in der Tat ein hochgesundes Futter.Das hat wohl noch keiner bestritten. Was es mit dem Stärkeabbau im Kaninchendarm und den Problemen damit auf sich hat ist in der vorab mehrfach verlinkten Diskussion im Forum erläutert worden.

Das Problem was wir hier haben ist das keiner zu 100% weis in welchem zustand mit welcher Qualität und mit welchem Exakten Stärkeanteil im Futter das Getreide ( je nach Hersteller) verarbeitet wurde und ob es vorher wärmebehandelt wurde oder nicht. Wer etwas in Chemie aufgepasst hat wird wissen das auch Stärke mit Wärme behandelt veränderte Funktionen hat als Stärke alleine rein aus den Körnern gemahlen. Ausserdem sind die Schalen vom Getreide ( Schrot genannt) das gesündere Produkt als das reine Stärkemnehl das daraus gewonnen wird (Körner).
Wie auch schon erwähnt ist die Menge des "Schrotes" (was oftmals als abfall der Mehlindustrie angegeben wird) in jedem Futtermittel (Bereich TroFu) gänzlich unterschiedlich. Jedenfalls Getreide ( Gerste,Roggen,Weizen ,etc.) in sehr geringen Mengen in Körnerform kann ganzjährig sogar an die Langohren verfüttert werden ohne das sie Gewichtsprobleme kriegen !. Man sollte auch wissen das die Kaninchen sich in einer bestimmten Jahreszeit eine art "Wintervorrat" anfressen worrüber sie (mehr oder weniger) davon zehren können falls sie mal in regionen kommen wo das Futter nicht so üppig vorhanden ist. Deswegen sehen Kaninchen im Winter oder in der Herbst /Winterzeit meist etwas "moppeliger" aus als im Frühling oder Sommer !.

Dies ist auch nur eine reine information ,nix weiter.


Mal was generelles zu Stärke :

Mit ein paar Tricks lassen sich die Stärkeketten leicht aufbrechen und daraus eine ähliche Form von Zucker gewinnen. Dieser Chemische Prozess wird oft auch zur Bierherstellung verwendet ( wer kein Weizenbier kennt hat die Welt verpennt *grins*) . Natürlich geschiet dies nicht ohne zusätzlicher Stoffe keine Frage Aber wenn man zu dem Körnern die entsprechenden Stoffe die die Langohren fressen dürfen beigibt( um die Stärkeketten aufspalten zu können) so entsteht auch hier eine art "süßstoff" ( um es mal zu umschreiben) das vom Langohr problemlos abgebaut werden kann. Da die Stärke an sich gespalten wird. Wenn un das Langohr genug freilauf hat so kann auch die so gewonnene Energie durchwegs genutzt werden ohne dabei angst haben zu müssen das Langohr wieder in den Käfig zu rollen.

Die zugabe dieser Stoffe kann auf vieler art und weise geschehen .Z.B. Durch Kräuter (getrocknet oder frisch) oder durch Aufnahme von Flüssigkeiten (Tropfen ins Wasser geben) um nur mal ein Paar möglichkeiten zu erwähnen

Hier mal eine Wiki Seite betreffend Stärke . Sollte man sich durchlesen bevor man ins detail geht (ist nur ne Info nix weiter)

[URL="http://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%A4rke"]Stärke – Wikipedia[/URL]

Anni 07.02.2009 20:43

ich gebe nugget recht =))

hunnybunyy 11.02.2009 12:11

Hallo alle zusammen!

Also, ich würde mich auch der Meinung von nugget100 in Bezug auf die generelle Bewertung von Trockenfutter anschließen. Nicht alles, was da zu bekommen ist, ist automatisch schlecht.

So wie ich das sehe, sollte man auch den Herstellern ein gewisses Potential an Lernfähigkeit zugestehen. Da sich ja mittlerweile die Meinung durchgesetzt zu haben scheint, dass stärkehaltige Getreideprodukte bei Heimkaninchen dazu führen, dass diese zu dick werden, reagieren einige Hersteller (z.B. auch Bunny und wahrscheinlich auch einige andere) damit, dass sie bei ihren Produkten auf die Zugabe stärke- und glutenhaltiger Getreidekörner verzichten. Zwar wird weiterhin Kleie verwendet, aber dabei handelt es sich eben nur um die rohfaserhaltigen Schalen der Getreidekörner, die keine Stärke enthalten.

Klar, wenn ich mir die Inhaltsangaben eines Produktes von vor 10 Jahren vornehme, dann steht da noch Getreide, Zwiebackmehl oder auch Melasse drauf. Es lohnt aber mitunter, sich auch hier ab und zu mal neu zu informieren und sich auf dem Laufenden zu halten.

Dann würde mich mal interessieren, ob es tatsächlich eine wissenschaftliche Arbeit gibt, in der zweifelsfrei belegt wird, dass Trockenfutter wirklich zu Schädigungen beim Kaninchen oder bei vorwiegend herbivoren Nagetieren (z.B. Meerschweinchen) führt.
Bei Aussagen von praktizierenden Tierärzten oder den Erfahrungen einiger Heimtierhalter in dieser Richtung wäre ich eher vorsichtig. Häufig handelt es sich bei solchen Aussagen um (tragische) Einzelfälle oder die Bewertung ist sehr subjektiv. Das soll jetzt kein Vorwurf sein! Solche subjektiven Beurteilungen liegen in der Natur der Dinge.
Kaum ein Heimtier wird wahrscheinlich unter den gleichen Bedingungen gehalten wie ein anderes und es wirken so viele unterschiedliche Faktoren auf das Tier ein, das es bei vielen Krankheitsbildern schwierig sein dürfte, die genaue Ursache festzustellen (wie ja sicherlich schon einige Halter feststgestellt haben). Von daher denke ich auch, dass die Verknüpfung: "pelletiertes Trockenfutter verursacht immer Verdauungsprobleme" mit Sicherheit nicht immer und überall zutrifft (wenn diese Aussage denn überhaupt zutrifft).
Wie schon gesagt, ich wäre also sehr daran interessiert, eine solche, unter kontrollierten Bedingungen durchgeführte Studie mal in die Finger zu bekommen (falls so etwas denn überhaupt existiert).

Auch finde ich es etwas "befremdlich", wenn behauptet bzw. der Eindruck erweckt wird, dass Tiere, die mit Trockenfutter gefüttert werden fast zwangsläufig an Verdauungsproblemen versterben und dies nur nicht auffällt, weil kaum jemand sein Heimtier nach dem Tod obduzieren und die Todesursache feststellen läßt.
Genau das gleiche Argument ließe sich auch auf Tiere und deren Halter anwenden, die mit Frisch- und Saftfutter füttern. Auch diese Tiere sterben irgendwann und auch diese Halter werden ihre Tiere genauso wenig im Hinblick auf die Klärung der Todesursache obduzieren lassen. Also könnte man mit der gleichen Argumentation auch behaupten, dass Frischfutter für die Tiere schädlich ist.

Ich denke, wenn man beim Kauf von pelletiertem Trockenfutter ein bischen auf die Inhaltsangaben achtet dann muss dieses nicht zwangsläufig schädlich für die Tiere sein.
Das zeigen ja auch die vielen Beiträge in den verschiedenen Foren, die mitteilen, dass ihre Tiere auch mit pelletiertem Trockenfutter 10 Jahre und älter geworden sind (ich habe das nicht wirklich ausgezählt, aber ich würde mal behaupten, dass das fast ebensoviele sind, wie die Halter, die ihren Tieren überhaupt kein pelletiertes Trockenfutter geben). Jetzt zu behaupten, dass diese Tiere einfach "Glück" gehabt haben, finde ich irgendwie ein bischen - hmm - komisch.

Und wie auch schon von nugget100 gesagt: Jedes Tier reagiert anders und jeder Halter muss halt für seine Tiere individuell feststellen, mit was diese am Besten klar kommen. Unter Umständen reagiert das ein oder andere Tier ja "empfindlich" auf die Pellets, aber dafür werden andere Tiere eben "empfindlich" auf Frischfutter reagieren (mit "Glück" oder "Unglück" hat das wohl nicht wirklich etwas zu tun).

Wie ich beim Lesen diverser Beiträge zu diesem Thema mittlerweile festgestellt habe, scheinen die Fronten da ziemlich verhärtet zu sein. Es gibt Leute, die Trockenfutter vehement ablehnen, genauso wie es Leute gibt, die Pellets befürworten (wenn auch vielleicht nicht mit der gleichen Vehemenz...) und dazwischen gibt es dann noch ein paar Leute, die sowohl Pellets als auch Frischfutter füttern.
- Übrig bleibt ein großer Rest, der wahrscheinlich sehr verunsichert ist, wie er sich nun verhalten soll. Wirklich hilfreich sind für diese Halter die "verhärteten Fronten" wohl eher nicht...

Hups, das ist ja jetzt wieder ganz schön lang geworden - Entschuldigung!

Gruß an alle!

Kryptische 11.02.2009 13:27

Was die Inhalsstofflisten meiner HP angeht: in der Tat werden diese regelmäßig auf den neusten Stand gebracht - je nachdem, was die Futtermittelhersteller gerade mal wieder zugeben, siehe da: Ovator gibt jetzt wieder Melasse und Zuckerrübenschnitzel zu, also werde ich sie auch wieder in meine Liste aufnehmen.

Wer von euch hier tatsächlich behauptet, ich wäre ein Trockenfuttergegner, der sollte vielleicht die Infos auf meiner HP mal lesen, statt nur darüber zu reden... dann würde man evtl kapieren, worum es wirklich geht.

Zu den wissenschaftlichen Arbeiten: dazu gibt es Quellenangaben auf der HP... da müsste man sich einfach mal durch arbeiten.

Zusammenfassend: auf meiner HP behaupte ich nicht, dass Trockenfutter immer zu Problemen führt - sondern ich kläre sogar neutral, aber fundiert darüber auf, welche Probleme es geben kann, wodurch sie verursacht werden und wie man diese weitgehend vermeidet. Dazu muss ich keine Kaninchen beobachten (allerdings haben ich über 20 Jahre Erfahrung vorzuweisen), dazu verwenden Leute wie ich rein wissenschaftliche Methoden. Es wird genau geschaut, wie die Zusammensetzung der Enzyme im Darm ist, welche Bakterien vorhanden sind, wie diese zusammen arbeiten, was sie leisten können und was nicht. Es gibt Untersuchungen zur Rohfaserbeschaffenheit und wie die Größe der Rohfaserpatikel sich im Darm auswirkt (Beispielweise ist das hier so eine Untersuchung: [url=http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/rosengartena_ss04.html]Dissertation[/url] oder auch die hier ist sehr aufschlussreich:
[url=http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/zumbrockb_2002.html]Dissertation[/url]
Es gibt unzählige Abhandlungen zum Stärkeaufbau in Pflanzen, dazu welche Enzyme im Darm benötigt werden um sie abzubauen, wie Stärkeketten aufgebaut sein sollten damit die Tiere sie verwerten können etc. Ebenso gibt es natürlich Untersuchungen zu den rein mechanischen Abläufen beim Fressen, Kieferbewegungen, Druck der Ausgeübt wird etc. Daraus lässt sich schon darauf schließen, was für die Tiere besser und was schlechter ist, für Kaninchen zusammenfassend: mahlen ist besser als kauen... beim Kauen werden einzelne Muskelpartien falsch belastet. Natürlich werden dadurch nicht alle Tiere gleich krank, aber es ist ein Faktor von vielen, der berücksichtigt werden muss.

Ich finde es geradezu erschreckend, wie wenig das beachtet wird und dass gleich wieder rumgemeckert wird, hier würde es verhärtete Fronten geben: wir sind hier nicht im Krieg - aber es wird doch wohl noch erlaubt sein, aufzuklären, darum gibt es Foren doch oder?

So jetzt noch zu nugget: man muss Ovator gar nicht anschreiben, um eine Zusammensetzung des Futters, dass du hier so massiv und regelrecht aggressiv bewirbst zu bekommen, die Zusammensetzung steht auf der HP und das ist für Kräuterkanin:
Zusammensetzung (Beispiel):
Luzernegrünmehl, Weizengrießkleie, Weizenkleie, Zuckerrübentrockenschnitzel, Malzkeime, Rapsextraktionsschrot, Leinextraktionsschrot, Haferschälkleie, Weizen, Zuckerrübenmelasse, Calciumcarbonat, Natriumchlorid.

Kräutermischung bestehend aus:
Eibischwurzel, Huflattich, Spitzwegerichkraut, Fenchel, Anis, Brennnessel, Vogelknöterichkraut, Thymian, Salbei, Scharfgarbenkraut, Kamillenblüten, Süßholzwurzel, Mistelkraut, Kalmuswurzel, Fichtennadeln, Rosmarinblätter, Petersilie.



Ja, die Stärke wird bei Ovator durch Erhitzen aufgeschlossen und wird dadurch leichter verdaulich, aber die Melasse und damit die zu großen Mengen Zweifachzucker kann man hier doch nicht weg diskutieren. Findet ihr wirklich, dass diese Futterzusammensetzung sinnvoll ist?

@hunnybunyy na wie ists, wird das dein neues Lieblingsfutter für deine Tiere? Oder ist hier ein wenig Kritik und Aufklärung vielleicht doch angebracht? Vielleicht hättest du erstmal schauen sollen, wofür nugget hier so Werbung betreibt?

Zusammenfassend: ich bin mir sicher, dass keiner von euch diesen kleinen Artikel gelesen hat - sonst wüßtet ihr wohl besser, worum es mir geht (ich bin mir deshalb sicher, weil die Argumente die ihr hier für die Trockenfutterfütterung vorbringt, nichts mit dem, was ich zu sagen habe, zu tun haben... )
[url=http://www.diebrain.de/k-trofu.html]Kaninchen INFO - Trockenfutter[/url]

hunnybunyy 11.02.2009 16:15

@Kryptische

Hmmm, steht in meinem Beitrag an irgendeiner Stelle, dass ich dass von nugget100 erwähnte Ovator gut finde? Ich denke nicht.
Ich habe lediglich gesagt, dass nicht alle Trockenfuttermittel von vorne herein schlecht sind und das man sich vor dem Kauf die aktuelle Deklaration durchlesen und dann eben auch verschiedene Produkte vergleichen sollte. Wenn dann eben solche Sachen wie Melasse oder ganze Getreidekörner auftauchen, dann muss man das ja nicht unbedingt kaufen und verfüttern.

Als positiv empfinde ich es auch, wenn ein Hersteller auf seinen Produkten dazu rät, den Tieren immer auch Heu zur ständigen Verfügung zu stellen - das tun längst nicht alle.

Mir geht es darum, dass nicht einfach alle pelletierten Trockenfutter über einen Kamm geschoren werden, da es - wie ich persönlich finde - durchaus einige positive Beispiele gibt, die sich der Problematik der Stärke und Melasse oder des Zahnabriebs angenommen haben. - Wahrscheinlich nicht zuletzt auf Grund der in den Foren betriebenen Aufklärung in Hinblick auf die Mängel bei den Trockenfutterpellets!

Gruß an alle.

PS @Kryptische: Auf Deiner HP finde ich bei den Quellenangaben leider keinen Artikel, in dem es um den direkten Vergleich der Auswirkung von Frischfutter und Trockenfutter geht. Bei den beiden Dissertationen die Du genannt hast, geht es darum ja eher auch nicht - ich werde mir die aber mal zu Gemüte führen (in einer stillen Stunde...).

Kryptische 11.02.2009 16:42

Zitat:

Zitat von hunnybunyy (Beitrag 7432)
@Kryptische

Hmmm, steht in meinem Beitrag an irgendeiner Stelle, dass ich dass von nugget100 erwähnte Ovator gut finde? Ich denke nicht.

Ich hatte durchaus den Eindruck, dass du ihm recht gibst und das schließt für mich immer einen ganzen Beitrag ein. Da er in seinen Beiträgen ausschließlich Werbung für Ovator macht und das auch deutlich sagt, nahm ich natürlich an (da du da nicht weiter drauf eingegangen bist und es auch nicht kritisiert hast) das du also mit im konform gehst.

Zitat:

dann eben solche Sachen wie Melasse oder ganze Getreidekörner auftauchen, dann muss man das ja nicht unbedingt kaufen und verfüttern.
Und warum muss man überhaupt Trockenfutter verfüttern? Es geht ja, wie du weißt, nicht nur um die Inhaltsstoffe wie Getreide (wobei das ja auch nicht generell schädlich ist) und Zucker, sondern auch um die Form des Futters, die Aufbereitung als gepresstes Futtermehl, die Verdaulichkeit und auch um den Sinn oder eben Unsinn eines solchen Futters. Es geht eben genau darum: die Sache nicht immer nur so einseitig zu bewerten, wie es hier geschieht und auch darum, dass die Beobachtungen einzelner Halter anhand ihrer Tiere nicht der Maßstab sein können, sondern dass man hinterfragen muss.
Zitat:

Als positiv empfinde ich es auch, wenn ein Hersteller auf seinen Produkten dazu rät, den Tieren immer auch Heu zur ständigen Verfügung zu stellen - das tun längst nicht alle.
Und die wenigsten geben an, dass Grünfutter viel gesünder wäre als Heu und Trockenfutter... tja, warum wohl (die meisten Trockenfutterhersteller vertreiben übrigens auch eigene Heumarken).

Zitat:

Mir geht es darum, dass nicht einfach alle pelletierten Trockenfutter über einen Kamm geschoren werden
Ach - und darum gehts mir nicht? Warum wohl führe ich alles selbst in meinen Artikeln für Laien so umfangreich aus und beleuchte jeden Aspekt? Wie du sicher gelesen hast, empfehle ich sogar in bestimmten Situationen und für bestimmte Kaninchenarten Trockenfutter - ich nenne sogar Marken. Deshalb bin ich so schockiert, wenn hier wieder davon gesprochen wird, dass hier verhärtete Fronten zu finden sind und das ich (und du meintest genau mich) ein Trockenfuttergegener wäre.

Zitat:

PS @Kryptische: Auf Deiner HP finde ich bei den Quellenangaben leider keinen Artikel, in dem es um den direkten Vergleich der Auswirkung von Frischfutter und Trockenfutter geht.
Was genau willst du? Eine Dissertation zu genau dem Thema gibt es nicht.

Letztlich wäre ich -und wohl andere aus dem Forschungsbereich - wohl arbeitslos, wenn alles schon grundlegend erforscht und in netten fachgerechten Artikeln und Facharbeiten für alle zugänglich aufbereitet wäre. So einfach ist die Sache aber nicht. Wir müssen uns alle Informationen mühsam heraus suchen (was ich hier die ganze Zeit schon versuche zu erklären). Die von mir verlinkten Dissertationen sind nur ein Beispiel für die unzähligen Facharbeiten die jede für sich immer nur einen kleinen Teil des Ganzen beleuchten. Die eine von mir verlinkte Dissertation befasst sich z.B. mit der Größe der Rohfaserpartikel, die andere mit bestimmten Verdauungsaspekten. Und Leute wie ich lesen massenhaft solcher Facharbeiten und ziehen Rückschlüsse. Anders wirst du niemals zu einem gescheiten Ergebnis kommen - Forschung funktioniert eben so. Sicher, es geht auch anders, wir könnten auch hunderte Kaninchen in konforme Käfige sperren, sie nach einer gewissen Zeit mit einer bestimmten Fütterung töten und sezieren um an Ergebnisse zu kommen (genau das müssten wir tun, wenn wir dein Bedürfnis nach einer alles in sich vereinigenden Dissertation haben möchten). Wer will das aber bitte? Ich finde es viel sinnvoller, anhand der schon vorhandenen Daten Rückschlüsse zu ziehen und damit auch sinnvolle Ergebnisse bekommen. So funktioniert Forschung nunmal, es geht nicht immer nur alles auf dem Rücken der Tiere und mit Tierversuchen - diese versuchen wir zu vermeiden.

Also mit anderen Worten; wer die komplizierten Verdauungsprozesse beim Kaninchen und die Auswirkung einzelner Futterkomponenten auf die Verdauung wirklich verstehen will, der braucht viele Jahre der Forschung und muss sich mit der Materie intensiv auseinander setzen. Wer nur ein paar Informationen will, der kann auch einfache Artikel in der Rodentia lesen, oder mein Kaninchenbuch, oder meine noch einfacheren Artikel auf meiner HP oder andere Artikel die den bisherigen Stand der Forschung einfangen (allerdings sollte man dann sehr genau schauen, wer diese Artikel verfasst hat, denn zu viele Futtermittelhersteller lassen gern Arbeiten über ihre tollen Futtermittel erstellen, die sehr professionell aussehen, aber natürlich reine Werbung sind).

Willst du die Materie richtig verstehen, dann mußt du anfangen intensiv zu recherchieren und das kann ich dir kaum abnehmen. Ich selbst befasse mich seit 20 Jahren mit der Materie und seit 10 Jahren hauptberuflich und ich bin noch mitten drin und ein Ende der Forschung ist nicht abzusehen und ich lerne immer noch täglich dazu.

btw: die meisten Firmen, die sich derzeit mit ihrer Produktpalette Verändern, tun das nicht etwa aus Einsicht darüber, dass gewisse Ihaltstoffe im Futtermittel schlecht sind, sondern weil sie einfach Einbußen im Verkauf hatten und sich der Nachfrage anpassen. Das sind reine Werbestrategien und das hat wenig mit Tierfreundlichkeit zu tun. Verkauft wird, was verlangt wird und der Markt passt sich immer so weit an, wie er muss.

hunnybunyy 13.02.2009 10:15

@Kryptische

Also nur mal so am Rande; ich glaube nicht, dass Du mir erklären musst, wie wissenschaftliche Forschung funktioniert - zumindest da weiß ich, von was ich rede - glaube ich...

Es geht mir übrigens nicht darum, Dich persönlich anzugreifen - wenn das bei Dir so angekommen ist, dann entschuldige ich mich dafür. Einige meiner Äußerungen waren auch eher allgemein gemeint und nicht speziell auf Dich zugeschnitten.

Was ich suche, ist eine Forschungsarbeit, die sich in einem experimentellen Ansatz: Alle Tiere werden unter den selben Bedingungen gehalten, haben etwa das gleiche Alter usw. und nur ein Parameter, nämlich die Fütterungsform, wird verändert - also die ein Gruppe erhält Frischfutter, der andere Trockenfutter. Wenn sich dann Unterschiede zwischen den beiden Gruppen zeigen (etwa Zahnfehlstellungen oder eine erhöhte Krankheitsanfälligkeit), dann kann dies (mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit) auf die Form der Fütterung zurückgeführt werden (auch so funktioniert wissenschaftliche Forschung).
Du sagst, dass es eine solche Arbeit nicht gibt und ich sage, dass man dann eigentlich auch nicht behaupten kann, dass die Tiere bei der einen Fütterungsform gesund bleiben und bei der anderen krank werden.

Aus den Erfahrungen vieler verschiedener Tierhalter, von denen jeder sein(e) Tier(e) wahrscheinlich ganz unterschiedlich hält, kann man meiner Meinung nach nicht unbedingt Rückschlüsse ziehen (das gilt nicht nur für das Thema Fütterung), weil es da so viele verschiedene Faktoren gibt, die auf das Tier einwirken und die vielleicht sogar noch synergistisch oder nur als Faktorenkomplex wirken.
Mann kann auf der Grundlage der Erfahrung vieler verschiedener Leute richtig liegen - muss man aber nicht. Und je komplexer ein Sachverhalt wird, desto häufiger liegt man auf Grund von Erfahrungswerten auch mal falsch.

Noch eine Bemerkung zum Schluss zu den Futtermittelherstellern: Warum siehst Du das so negativ, wenn die Hersteller bei der Zusammensetzung ihrer Produkte auf den Markt reagieren (nebenbei, anders funktioniert das in einer kapitalistischen Gesellschaft wohl auch nicht)? In diesem Fall hat sich doch zumindest in einigen Punkten bei einigen Herstellern etwas zum positiven verändert (wenn es auch "nur" das Weglassen von Getreidestärke, Gluten und Melasse ist). Ok, es ist vielleicht immer noch nicht perfekt, aber sieh es doch mal als einen positiven Einfluss Deiner (und der anderer Leute) Bemühungen, in diesem Punkt Aufklärung zu betreiben...

Kryptische 13.02.2009 10:55

Bevor ich hier weiter schreibe auch der Hinweis: ich will dich keineswegs angreifen oder beleidigen, ich möchte nur nochmal klar machen, was ich mit meinen Aussagen meine und ich möchte versuchen klar zu machen, warum ich nichts, wirklich gar nichts, von weiteren Tierversuchen halte.

Zitat:

Zitat von hunnybunyy (Beitrag 7488)
Was ich suche, ist eine Forschungsarbeit, die sich in einem experimentellen Ansatz:

Aber warum mußt du unbedingt Tierversuche machen wenn es schon unzählige Forschungen zu einzelnen Aspekten gibt?

Wie ich schon mehrfach erwähnte und deshalb habe ich ja auch ausgeführt wie Forschung auch funktionieren kann: es gibt doch z.B. schon die Forschungsarbeit zu den Veränderungen der Futteraufnahme und -verwertbarkeit bei verschiedener Partikelgröße... und für viele andere Parameter gibt es auch entsprechende Forschungen. Warum also noch mehr Tierversuche - obwohl die vorhandene doch völlig ausreichen um Rückschlüsse zu ziehen?

Was ich nicht verstehe ist die Tatsache, dass immer und immer wieder im Grunde doch wohl tierliebe Menschen für jede Aussage eine eigene Forschungsarbeit haben möchten, wo jedesmal immer und immer wieder unzählige Tiere in Laboren leiden müssen --- warum willst du das? Nur damit du einen endgültigen Beweis für etwas bekommst, dass du auch anhand von anderen Daten berechnen kannst? Und die Tiere leiden in Laboren, denn wie du schon schreibst, es können nur Daten gewonnen werden, wenn die Tiere konform gehalten werden, das bedeutet für Labortiere: in engen Buchten, einzeln (denn soziale Strukturen sorgen für unterschiedliche Belastungen, auch Bewegung sorgt für unterschiedliche Daten), damit die Daten eindeutig sind, wird normalerweise dann auch Extremgefüttert und die Tiere werden nach einer bestimmten Zeit getötet und seziert. Muss das wirklich sein?

Du sagst wieder und wieder, man könnte keine Rückschlüsse aus den Erfahrungen einzelner Tierhalter ziehen - ja genau das sage ich doch auch und genau das mache ich auch nicht. Aber man kann sehr wohl Rückschlüsse aus bestehenden Forschungsarbeiten ziehen, denn dort wurden doch schon Tiere in Massen konform gehalten und gefüttert und da wurde doch schon gezeigt, dass z.B. eben die Partikelgröße des Futters eine Rolle bei der Verdauung spielt und das die Zahnabnutzung nur unter bestimmmten Voraussetzungen funktioniert, das Nieren durch Wassermangel wie bei einer reinen Heu und Pelletfütterung irgendwann versagen etc.

Nun du kannst das sicher sagen: mir reicht das nicht, ich will mehr Tierversuche - aber ich bin Tierversuchsgegner und stehe dazu, ich meine, man kann sehr gut ohne diese elende Massentierquälerei auskommen und trotzdem anhand von wissenschaftlich ermittelten Daten zu schlüssigen Ergebnissen kommen. Ich weiß, das ist nicht die gängige Lehrmeinung in Deutschland wo jeder Professor einem einredet, man müsste zu jedem Thema erstmal ein paar Tiere töten und bei jedem neuen Medikament, egal ob es schon tausende mit gleichen Wirkstoffen gibt, nochmal 1000 Tiere daran glauben müssen, damit sicher gestellt ist, dass auch dieses Mediament wieder die gleiche Wirkung hat, wie die hundert davor... aber ich weigere mich schlicht, mein Wissen auf dem Rücken der Tiere zu erlangen, wenn es auch anders geht - und es geht anders.

Nochmal - um es ganz ganz deutlich zu sagen: meine Arbeiten entstehen nicht anhand von Beobachtungen in Foren oder bei irgendwelchen Tierhaltern - davon halte ich nichts.

Was die Futtermittelhersteller angeht: was ich negativ sehe, ist die Tatsache, dass sie immer noch schlechte Futtermittel herstellen, aber nun damit Werben, dass sie auf einen Aspekt (eben Getreidefrei oder Zuckerfrei) eingehen und sich damit als große Tierschützer aufspielen. Das stört mich gewaltig, denn wenn wir uns die Futtermittel anschauen, sind sie dadurch leider kein Stück besser geworden, denn es wurden nur einige Futterbestandteile durch andere, ebenso unsinnige, ersetzt.

Atze 13.02.2009 16:17

Hallo hunnybunnyy,

ich persönlich kenne leider keine Arbeit, die sich in der von Dir gewünschten Weise mit dem Vergleich von natürlichem und Industrie-Futter beschäftigt. Es gibt aber etliche Arbeiten bzw. Fachbücher, die zeigen, warum die Pellets heute so sind, wie sie sind. Die Richtlinien für Fertigfutter beruhen auf verschiedenen Untersuchungen mit Faserlängen, Mehlen, Proteinen usw. - das Ergebnis sind die heutigen Empfehlungen für die Zusammensetzung der Futtermittel.

Zusammengefasst werden sie von Fekete in "Ernährung der Kaninchen; in: Ernährung monogastrischer Nutztiere, Kapitel 4; Wiesemüller, W. und Leibetseder, J. [Hrsg.], G. Fischer; Jena, Stuttgart; 1993; ISBN: 3-334-60428-4, S. 228"

Fekete schreibt dort:"Unter intensiven Haltungsbedingungen erhalten Kaninchen Alleinfutter ad libitum angeboten. Tabelle 134 enthält optimale Nährstoffkonzentrationen von Mischfuttermitteln für die Mast und Reproduktion. Diese Daten wurden unter Benutzung der Angaben des NRC (1977) sowie von Cheeke et al. (1982), Partridge et al. (1983), INRA (1984), Kamphues (1984), Sanchez et al. (1985), Fekete und Gippert (1985) und Lebas (1986) zusammengestellt. Die relativ hohe Rohfaserempfehlung spielt in erster Linie eine diätische Rolle: Sie dient der Durchfallprophylaxe (Cheeke, 1984). Die Faser erfüllt diese physiologische Aufgabe, wenn der unverdauliche Anteil darin groß genug und sie nicht zu fein (<0,1 - 0,2 mm) gemahlen ist (Pairet et al., 1986)"

Tabelle 134 enthält diese Empfehlungen, wie sie heute noch gültig sind und die von jedem Hersteller, der Futter für Nutztiere verkauft, auch angegeben werden müssen. (Die Deklarationspflicht für Heimtierfutter ist wieder was anderes - die gibt es nämlich gar nicht und ist somit freiwillig :rolleyes:)

Alle Hersteller von Trockenfutter haben mittlerweile mitbekommen, dass ihre Futtermittel nicht optimal sind. Weil sie die Futterkomponenten klein mahlen. Das hat viele verschiedene Nachteile. Der größte ist der, dass es nicht artgerecht ist. Daraus folgen viele weitere...

Im Prinzip kann man sich auch alles selbst zusammen "reimen" (aus Deinem bisher Geschriebenen vermute ich, dass Du das sehr wohl kannst - ich schreib's aber trotzdem mal hin):
- die hauptsächliche Nahrung der Kaninchen besteht üblicherweise aus Gras/Kräutern
- die hat einen Wassergehalt von 80-90% und einen Rohfasergehalt von 3-6%
- die Rohfaser ist logischerweise völlig intakt, wenn sie in den Magen/Darmtrakt gelangt
- je nach Zusammensetzung der Rohfaser (Verdaulich/Unverdaulich) passiert sie den Verdauungstrakt relativ schnell
- dadurch ist ist eine relativ gleichmäßige Passage des Verdauungstraktes gewährleistet
- daurch bleibt das Milieu (Bakteriengehalt, pH-Wert) relativ konstant
- wegen des hohen Wasseranteils muss eine relativ große Menge aufgenommen werden
- auch das gewährleistet einen regelmäßigen Nachschub und sorgt für ein ausgeglichenes Darm-"Klima" :rolleyes:

Mit den zermahlenen Komponenten bringt man den ganzen schönen Ablauf durcheinander:
- die Nährstoffe in Form der ehemals artgemäßen Nahrung wurden gemäß den Empfehlungen schön kleingemahlen und in handliche, transport-, lager- und verabreichungsfreundliche Stäbchen gepresst
- das ist - entgegen nugget's vehementer Verneinung - natürlich ein Nahrungskonzentrat, dem unter anderem das Wasser fehlt
- Das Tier nimmt in relativ kurzer Zeit eine große Menge hoch verdaulicher Nährstoffe auf, deren Trägerstoffe im Verdauungstrakt zerfallen
- auf Grund der kleinen, zermahlenen Struktur ist die Verweildauer im Blinddarm recht hoch (es fehlt ja die intakte Rohfaser)
- Wenn zu wenig nachkommt, nutzen die Bakterien diesen hochenergetischen Brei als Nahrungsgrundlage - manche von denen produzieren ein echt fieses Gift
- sie vermehren sich und somit steigt auch die ausgeschiedene Giftmenge
- die Gärprozesse (neben Bakterien auch von Hefen ausgelöst, die ja eigentlich für die nützliche Fermentierung der Cellulose dienen) nehmen zu
- der pH-Wert steigt
- besseres "Klima" für Bakterien
- Peng...

Diesem, denkbar schlimmsten, Szenario versucht man durch die hohe Menge an Rohfaser in den Pellets auszugleichen - deshalb 15% statt max. 6% - denn sie ist ja klein gemahlen. Menge statt Qualität...

Wenn das Tier durch die gefressene Substanz zu schnell satt ist, frisst es seltener. Die Verweildauer des Breis verlängert sich. Es nutzen sich die Zähne zu wenig ab. Dadurch wiederum können Schmerzen entstehen, die das Tier noch weniger fressen lassen... Der Teufelskreis ist perfekt.

Das Heu, dass ja für den fehlenden Nachschub sorgen soll, ist so etwas wie ein Vabanque-Spiel. Ist es von schlechter Qualität, frisst das Tier zu wenig - Teufelskreis...

Das nur in aller Kürze als meine Gedanken zu Trockenfutterpellets und ihrer "Nützlichkeit" für die Kaninchenfütterung. Wie gesagt: die Hersteller haben das natürlich auch erkannt - und setzen jetzt alles daran, die Erkenntnisse umzusetzen.

Als geradezu bahnbrechend scheint mir da DEUKA tätig zu sein. Die haben jetzt die Ergebnisse auch von französischen Kollegen herausgebracht. Die besagen sinngemäß, dass sich das Wildkaninchen völlig korrekt ernährt. Die Rohfaser seiner Nahrung setzt sich aus verschiedenen "Fraktionen" zusammen, die sich in ihrer Verdaulichkeit unterscheiden. Allerdings schildert Kleine-Klausing noch sinngemäß auf seiner Homepage, dass Grobfutter wie verschiedene Gräser und Kräuter Kaninchen nicht sättigen können. Erst Futterkonzentrat zusätzlich wäre erfolgreich. :eek:
Ich werde mal ein paar Flugblätter mit diesen Informationen unter den Wildkaninchen verteilen...

Wenn Du Literatur suchst, die sich mit Kaninchen beschäftigt, kannst Du mal [URL="http://www.kaninchen-wuerden-wiese-kaufen.de/Literaturverzeichnis.htm"]hier[/URL] nachschauen.

freundliche Grüße

Anni 18.02.2009 15:54

Mensch diese Engländer nerven :( :( *sauerwerdenüberdiedummen* echt ganz ehrlich die schreiben auch immer das gleiche !!

Rabbitfriend 18.02.2009 16:36

Zitat:

Zitat von Anni (Beitrag 7881)
Mensch diese Engländer nerven :( :( *sauerwerdenüberdiedummen* echt ganz ehrlich die schreiben auch immer das gleiche !!

*vomstuhlrunterflieg*

Des sin keine Engländer

Anni 18.02.2009 16:39

achso ich kann nichts dafür die nerven aber trotzdem :( :(

Rabbitfriend 18.02.2009 16:43

Ist scho Ok...

Anni 18.02.2009 16:46

Das ist ja gut :)

hunnybunyy 19.02.2009 15:58

Hallo Atze!

Nur kurz Danke für die Literaturhinweise!

Gruß an alle.

hunnybunyy 03.03.2009 16:28

Hallo Atze!

Hat ein bischen gedauert mit meiner Antwort -
dafür fällt die jetzt aber auch ein bischen länger aus. Ich habe mir gedacht, dass das vielleicht auch für andere Leser interessant sein könnte...

Zitat:

Die Deklarationspflicht für Heimtierfutter ist wieder was anderes - die gibt es nämlich gar nicht und ist somit freiwillig.
Die Angaben von Inhaltsstoffen sind bei Futtermitteln, die ausschließlich für Heimtiere bestimmt sind in der Tat freiwillig - ABER wenn Angaben zu den Inhaltsstoffen gemacht werden, dann MÜSSEN alle Einzelfuttermittel aufgeführt werden und zwar entweder mit Prozentangaben oder in absteigender Reihenfolge nach den enthaltenen Gewichtsanteilen (so wie man das auch von Lebensmitteln für den menschlichen Verzehr her kennt).
Dies ist im [URL="http://www.gesetze-im-internet.de/futtmv_1981/__14.html"]§14[/URL] der [URL="http://www.gesetze-im-internet.de/futtmv_1981/index.html"]Futtermittelverordnung[/URL] geregelt bzw. läßt sich bei
Kamphues, J. et al. (2009): Supplemente zu Vorlesungen und Übungen in der Tierernährung. 11. überarb. Aufl. - M. & H. Schaper. (S. 60)
nachlesen. Das heißt, dass wenn Inhaltsangaben gemacht werden, dann darf der Hersteller nicht nur die Inhaltsstoffe aufführen, die sich besonders vorteilhaft anhören, sondern muss eben alles angeben (eventuell dann eben auch Dinge, die für die Ernährung weniger geeignet sind).
Wenn einzelne Inhaltsstoffe besonders ausgelobt werden (z.B. bei einer Produktbezeichnung wie etwa "Karotten-Snack", dann MÜSSEN die solcherart ausgelobten Inhaltsstoffe auf der Verpackung mit Prozentangaben angeführt werden - wenn dann bei einem "Karotten-Snack" 5% Karotte enthalten ist, dann kann man sich seinen Teil dazu ja denken...).
Es ist übrigens auch nicht erlaubt, mit einer (angeblichen) gesundheitlichen Wirkung eines Futtermittels zu werben.
Es gibt da allerdings ein paar Formulierungen, die nicht so toll sind, wie z.B. "pflanzliche Nebenerzeugnisse", aber vom Gesetzgeber toleriert werden.
Der Verbraucher hat damit zumindestens die Möglichkeit, solche Futtermittel im Regal stehen zu lassen, die entweder keinerlei Inhaltsangaben machen oder bei denen irgendwelche nichtssagenden Bezeichnungen angeführt werden.

Zitat:

...die [natürliche Nahrung der Kaninchen] hat einen Wassergehalt von 80-90% und einen Rohfasergehalt von 3-6%
Hmm, diese Angaben halte ich dann doch für etwas zu allgemein gehalten. Der Wassergehalt einer Pflanze kann zum Beispiel in Abhängigkeit der Pflanzenart, des Alters der Pflanze, des Wuchstandortes, der Sonnenexposition, des Bodentyps, der Wasserverfügbarkeit, der Temperatur, der relativen Luftfeuchtigkeit etc. sehr stark schwanken. Die von Dir angegebenen 80-90% treffen wohl eher auf Früchte und vielleicht einige Blattgemüse zu, sicherlich aber nicht auf die meisten Gräser.
Ebenso schwank der Rohfaseranteil einer Pflanze, bei Gräsern vor allem in Abhängigkeit des Alters der Pflanze. So hat z.B. ein Gras auf einer Mähweide beim Austrieb im Frühjahr einen Rohfasergehalt von etwa 19% bezogen auf die Trockenmasse (in der Regel werden Angaben zu Inhaltsstoffen wie Rohfaser, Energie o.ä. auf die Trockenmasse bezogen, um einen Vergleichswert zu haben, der unabhängig vom Frischgewicht ist, da der Wassergehalt eben stark schwanken kann). Im ausgeblühten Zustand hat ein Gras auf einer Mähweide dagegen im Schnitt einen Rohfasergehalt von etwa 35% bezogen auf die Trockenmasse. Bei vom Menschen unbeeinflußten Gräsern (keine Düngung, keine Mahd) dürfte der Rohfasergehalt eher noch höher liegen, als bei den Gräsern einer Mähweide. Mit dem Rohprotein und auch dem Energiegehalt sieht es ähnlich aus, mit dem Unterschied, dass diese mit steigendem Alter des Grases abnehmen (der Energiegehalt stärker als der Rohproteingehalt).
Die von Dir gemachten Angaben von 3-6% Rfa bezieht sich sicherlich auf das Frischgewicht (und sind damit schwer vergleichbar), aber selbst dann sollten die Werte eigentlich einen viel größeren Bereich abdecken (zumal der Wassergehalt vor allem bei Gräsern mit zunehmendem Alter der Pflanze deutlich absinkt).
Unter anderem ist dies bei Kamphues et al. (2009) auf S. 65 nachzulesen (vollständige Literaturangabe s.o.).

Zitat:

...die Rohfaser ist logischerweise völlig intakt, wenn sie in den Magen/Darmtrakt gelangt.
So logisch finde ich das gar nicht; schließlich kauen die Tiere ihr Futter ja, bevor sie es herunterschlucken. ;-) Es wäre mal interessant zu wissen, wie fein die Nahrung (z.B. Heu) überhaupt von den Tieren beim Kauen zermahlen wird.

Zitat:

...je nach Zusammensetzung der Rohfaser (Verdaulich/Unverdaulich) passiert sie den Verdauungstrakt relativ schnell.
Die Geschwindigkeit der Darmpassage wird neben der Verdaulichkeit der Rohfaser (hier spielt meines Wissens nach der Anteil des unverdaulichen Lignins, welches mikrobiell nicht zersetzt werden kann, eine größere Rolle) zu einem entscheidenden Maße durch die Partikelgröße des Nahrunsgbreis beeinflußt. Die Verdauung der Rohfaser findet hauptsächlich im Blinddarm durch die Hilfe von Bakterien statt. Dabei gelangen kaum Bestandteile, die Größer als 0,3mm (!) sind in den Blinddarm, sondern diese werden fast ungenutzt mit dem Hartkot wieder ausgeschieden. Je höher der Anteil an groben Partikeln, desto schneller ist die Darmpassage. Je feiner die Partikel sind, die in den Blinddarm gelangen, desto intensiever können diese von den Blinddarmsymbionten aufgeschlossen werden und desto höher ist die Verweildauer im Blinddarm. Das ist als solches gesehen ersteinmal nicht unbedingt schlecht, da die Tiere ja einen Großteil ihrer Nährstoffe und ihrer Energie aus dem mikrobiellen Verdau der Rohfaser erhalten (über die Aufnahme des Blinddarmkotes). Siehe hierzu beispielsweise
García, J.; Carabano, R. & de Blas, J.C. (1999): Effect of fiber source on cell wall digestibility and rate of passage in rabbits. - Journal of Animal Science 77: 898-905.
Weiterhin wird die Geschwindigkeit der Darmpassage auch noch durch den Anteil der Rohfaser (und der Zusammensetzung der Rfa) im Futter beeinflußt - je höher der Rohfaseranteil, desto schneller die Darmpassage. Siehe hierzu beispielsweise
Fraga, M.J.; Pérez de Ayala, P.; Carabano, R. & de Blas, J.C. (1991): Effect of type of fiber on the rate of passage and on the contribution of soft feces to nutrient intake of finishing rabbits. - Journal of Animal Science 69: 1566-1574.
Dabei sollte man aber im Hinterkopf behalten, dass es nicht unbedingt darauf ankommt, das Futter so schnell wie möglich durch das Kaninchen zu bekommen.

Zitat:

...wegen des hohen Wasseranteils muss eine relativ große Menge aufgenommen werden.
Wenn Du Dich hier auf die Verhältnisse im Freiland und den von Dir angegebenen Wasseranteil des Futters von 80-90% beziehst, dann kann ich dem in dieser Form nicht zustimmen. Die Höhe der Nahrungsaufnahme von Kaninchen im Freiland wird wohl in erster Linie davon bestimmt sein, dass die Tiere ihren Nahrungs- und Energiehaushalt decken müssen. Da die natürliche Nahrung von Wildkaninchen in der Regel relativ energiearm ist (z.B. durch den hohen Rohfaseranteil von Gräsern zu bestimmten Jahreszeiten), müssen die Tiere eben eine relativ große Menge davon zu sich nehmen. Das hat mit dem Wassergehalt des Futters in erster Linie wenig zu tun.

[quot]
Das Tier nimmt in relativ kurzer Zeit eine große Menge hoch verdaulicher Nährstoffe auf, deren Trägerstoffe im Verdauungstrakt zerfallen.
[/quot]
Die Verdaulichkeit des Futters hängt natürlich auch von dessen Inhaltsstoffen ab und nicht allein von der Darreichungsform. Wenn der Hersteller beispielsweise auf den Einsatz von hochverdaulicher Getreidestärke und Melasse verzichtet, dann ist das doch schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.
Ein Problem könnte der Vermahlungsgrad bzw. der Anteil an Feinpartikeln (< 0,3mm) bei pelletiertem Futter sein. Interessant wäre hier, wie die Verteilung der Partikel in einem solchen Pellet eigentlich aussieht. Aber auch hier wird es zwischen den einzelnen Herstellern sicherlich große Unterschiede geben. Im Allgemeinen ist der Vermahlungsgrad um so höher, je kleiner die Pellets sind und je glatter deren Oberfläche aussieht (die Glätte der Oberfläche hat übrigens nichts damit zu tun, dass die Pellets mit irgendwelchen Vitaminpräparaten eingesprüht worden sind).
Was mir nicht ganz klar ist, ist was Du mit den "Trägerstoffen", die im Darm "zerfallen" meinst.

Zitat:

Wenn zu wenig [Nahrungsbrei] nachkommt, nutzen die Bakterien diesen hochenergetischen Brei als Nahrungsgrundlage.
Also, wie schon gesagt, nur weil es sich um Pellets handelt, müssen die nicht zwangsläufig einen extrem hohen Energiegehalt aufweisen. Wenn in den Pellets aber beispielsweise Getreidestärke und/oder Melasse oder ähnliches verarbeitet wurde, dann kann dies zu einer Fehlgärung führen. Dabei werden "unerwünschte" Bakterien gefördert, die sich von solchen relativ leicht aufschließbaren Kohlenhydraten ernähren und Stoffwechselprodukte abgeben, die für den Wirt (in diesem Fall das Kaninchen) giftig sind.

Zitat:

...die Gärprozesse (neben Bakterien auch von Hefen ausgelöst, die ja eigentlich für die nützliche Fermentierung der Cellulose dienen) nehmen zu...
Der erwünschte Abbau der Zellulose durch die erwünschten Mikroorganismen im Blinddarm ist ebenfalls ein Gärprozess (das Wort Fermentierung ist lediglich ein Synonym für Gärung). Was zunimmt ist die unerwünschte Vergärung von Stärke und Melasse (falls diese denn in größeren Mengen im Futter enthalten sind) durch unerwünschte Mikroorganismen. Das am Abbau der Zellulose im Blinddarm auch Hefen beteiligt sein sollen, ist mir neu. Ich dachte immer das im Blinddarm Bakterien, Ciliaten ud Flagellaten (beides eukaryotische Einzeller) enthalten sind, wobei die beiden letztgenannten eigentlich weniger mit dem Zelluloseabbau zu tun haben und sich eher von den Bakterien ernähren.
Ein gewisser Anteil der "unerwünschten" Bakterien befindet sich übrigens immer im Magen-Darm-Trakt der Tiere - diese vermeheren sich allerdings nur übermäßig, wenn ihnen ein zu großer Anteil an leicht verdaulichen Kohlenhydraten zur Verfügung steht.

Zitat:

...der pH-Wert steigt...
Durch den Verdau (bzw. die Fehlgärung) von Stärke und Melasse sinkt der pH-Wert (das kann z.B. auch bei Rindern passieren und man spricht dann von einer Pansen-Acidose). Im Gegensatz zum Magen herrscht im Blinddarm ein nur noch leicht saures bzw. neutrales Milieu vor (pH 5,8 - 6,1 siehe z.B. Fraga et al (1991) (vollständige Quellenangabe weiter oben).

Zitat:

Diesem, denkbar schlimmsten, Szenario versucht man durch die hohe Menge an Rohfaser in den Pellets auszugleichen - deshalb 15% statt max. 6%.
Wie schon gesagt, durch den Anteil an Rohfaser kann die Geschwindigkeit der Darmpassage beeinflußt werden. Dabei haben sich Rfa-Werte zwischen 15 und 20% bezogen auf die Trockenmasse als für die Kaninchen vorteilhaft herausgestellt. Wie schon oben angedeutet vermute ich, dass Du diese von Dir angegebenen 6% Rfa auf das Frischgewicht des Futters beziehen.
Ein zu geringer Rfa-Gehalt des Futters kann außerdem noch dazu führen, dass zu wenig Weichkot abgegeben wird, was wiederum ebenfalls zu Verdauungsproblemen führen kann.
Ein zu hoher Rfa-Gehalt (also deutlich über 20%) kann dagegen dazu führen, das die Tiere mit Rohprotein unterversorgt werden (dies wirkt sich negativ auf die erwünschte Mikroorganismen im Blinddarm aus, weil denen dann eine zum Wachstum benötigte Proteinquelle fehlt).

Zitat:

...Es nutzen sich die Zähne zu wenig ab...
Diese Gefahr ist wohl dann gegeben, wenn ausschließlich Pellets gefüttert werden. Ich denke mal, dass aber halbwegs verantwortungsvolle Hersteller auf ihren Verpackungen vermerken, dass zusätzlich immer Heu angeboten werden soll/muss (unter anderem ist dieser Hinweis z.B. auch auf den Verpackungen des Herstellers zu finden, um den es ursprünglich in diesem Thread mal ging). ;-)

Zitat:

Das Heu, dass ja für den fehlenden Nachschub sorgen soll, ist so etwas wie ein Vabanque-Spiel. Ist es von schlechter Qualität, frisst das Tier zu wenig - Teufelskreis...
Na ja, das ist ja eher ein generelles Problem bei der Heufütterung. Auch wenn ich nur Frischfutter füttere bekomme ich massive Probleme, wenn die Tiere kein Heu fressen. Das ist ja kein spezielles Problem im Zusammenhang mit den Pellets.

Zitat:

...die Hersteller haben das natürlich auch erkannt - und setzen jetzt alles daran, die Erkenntnisse umzusetzen.
Ja, so sehe ich das auch. Und ich finde, dass man hier auch als Verbraucher die Möglichkeit hat, diese Entwicklung zu fördern, indem ich eben genau hinschaue, welches Trockenfutter ich kaufe.

Die oftmals negative Bewertung von Trockenfutter und die Aussage, dass pelletiertes Trockenfutter nahezu zwangsläufig zu Verdauungsproblemen führt, halte ich nicht für haltbar.
Ich könnte mir folgende Erklärung für die scheinbare Häufung von Verdauungsproblemen in Zusammenhang mit pelletiertem Trockenfutter vorstellen: Ein nicht unerheblicher Teil der Halter füttert die Tiere wohl in erster Linie mit Trockenfutter und Heu (die klassische "Kinderzimmerhaltung"). Dann gibt es ab und zu - vielleicht weil dies gerade auch auf dem menschlichen Speiseplan steht - mit einem mal eine große Menge an Frischfutter (etwa Kohlrabiblätter, vielleicht schon nicht mehr ganz so frisch), ohne dass die Tiere daran gewöhnt sind (also genau das, was man nicht tun sollte). Am nächsten Tag steht dann schon wieder Trockenfutter auf dem Plan. Das Tier bekommt Verdauungsprobleme und der Tierarzt wird aufgesucht. Der fragt natürlich, was denn hauptsächlich gefüttert wird und die Leute antworten natürlich "Trockenfutter" (die Kohlrabiblätter sind, da eine Ausnahme, schon wieder vergessen). - Tja, und schon ist das Trockenfutter an den Verdauungsproblemen Schuld...

Wie schon gesagt, letztendlich muss jeder selber eintscheiden, wie er seine Tiere ernährt.
Als Fazit könnte man aber vielleicht festhalten, dass wenn Trockenfutter gefüttert wird, dann solches ohne Getreidestärke und Melasse. Zusätzlich sollte bzw. muss immer Heu und auch Wasser zur freien Verfügung stehen (also rund um die Uhr), wobei das Heu in erster Linie dem erforderlichen Zahnabrieb dient und die Tiere darüber hinaus auch noch beschäftigt.

Gruß an alle.


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