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Wirklich Weibchenkastration? [QUOTE]Guten Morgen :) Wir (2 Weibchen und 1 kastr. Böckchen) waren letzte Woche zur jährl. Impfg. und Krallenschneiden. Da wir dabei auch wieder über das Verhalten meiner Gruppe gesprochen hatten, hat mich die Ärztin eigentlich davon überzeugt gehabt, die bd. Weibchen, seit Feb2014 5 Jahre alt, kastrieren zu lassen. Sie meint, ihr Team wäre sehr geübt und erfahren darin, die Wahrscheinlichkeit, dass dabei etwas passieren könnte, wäre extrem niedrig. Sie rät mir dazu, weil angeblich festgestellt wurde, dass so gut wie alle unkastr. Weibchen auf Grund unterschwelliger Scheinschwangerschaft unter ständigem Stress stehen, nicht nur, wenn sie Nester bauen o.ä.. Die Markiererei wäre auch schon Zeichen genug. Außerdem käme es bei fast allen älteren Kaninchendamen irgendwann zu Gebärmutter-Problemen. An diesem Tag war ich also vollends davon überzeugt, die bd operieren lassen zu müssen. Allerdings nimmt die Überzeugung immer mehr ab. Sie sind gesund, es geht ihnen gut und überwiegend gibt es die Rangeleien, wenn es Futter gibt. Außerdem steht auf "diebrain": Weibchenkastration? Mittlerweile wird häufig zur generellen Kastration von Kaninchenweibchen geraten. Dabei werden Ihnen die Eierstöcke und Eileiter entfernt, mitunter auch die Gebärmutter. Allerdings ist das eine gefährliche Operation, die viele Risiken birgt. Die Kastration der Weibchen sollte also nur dann durchgeführt werden, wenn ein medizinischer Grund dafür vorliegt. Außerdem macht mich stutzig, dass auch das kastr. Böckchen dazu neigt, manchmal zu spritzen... Ich hoffe, hier ein paar Ratschläge zu erhalten, ob ich die bd. Weibchen jetzt tatsächlich provisorisch unter das Messer legen soll oder lieber nicht? Im voraus vielen lieben Dank und ein schönes Rest-Pfingsten! Liebe Grüße :) |
Ich bin persönlich kein Freund von Kastrationen bei Weibchen, wenn kein medizinischer Anlass vorliegt. Dafür sind die Folgen einfach zu weitreichend. Ich habe hier im Forum auch schon von Fällen gelesen, in denen das Weibchen z.B. inkontinent wurde (mit allen Folgeproblemen wie einnässen, dauernde Irritation des nassen Bereiches etc.). Du wirst hier aber auch andere Meinungen finden, einige User hier raten auch generell zu Weibchenkastrationen. Letztenendes musst du es für dich selbst abwägen, du kennst deine Tiere am Besten. |
Ohne begründeten medizinischen Verdacht bzw. ohne medizinische Veranlassung würde ich das nicht machen. Der Eingriff ist lang und schwer in Vergleich zur Rammler-Kastration. Es gibt keine Garantie, dass das Markieren mit Urin danach aufhört. Ist deine Häsin oft scheinschwanger? Gibt es sonst irgendwelche Auffälligkeiten, die von einer veränderten Gebärmutter herrühren könnten? Gibt es eine Krankengeschichte in Bezug auf die Gebärmutter? Wenn nicht, dann würde ich auch nicht kastrieren lassen. Für mich hört sich das so an, als wolle die TÄ Geld verdienen. Eine Kastration bei Häsinnen ist deutlich teurer als bei Rammlern. |
Ich plädiere ebenfalls gegen eine "vorsorgliche" Kastration. Ein völlig unnötiges Risiko (und nebenbei auch eine völlig unnötige Ausgabe) für ein gesundes Tier. Nicht nur die OP selbst ist riskant, sondern auch die Folgen, wie Inkontinenz oder Ostheoporose. Von dem Geld, was zwei Kastrationen kosten würden (und das werden wohl 200-400€ sein) könnte man den Kaninchen was tolles kaufen (ein neues Gehege, Luxus-Häuser...), was ihnen viel besser täte, als ihnen Organe zu entfernen. |
Hallo zusammen! Also Nester bauen und Fell ausrupfen macht keine der Weibchen. Beim Zoffen fliegt manchmal etwas Fell...dies tun sie auf Grund von Futterneid (es gibt aber genug, es gibt mehrere Futterstellen, allein schon dadurch, dass es Gemüseteller gibt und Häufchen mit Grünzeug aus dem Schrebergarten). Das eine Weibchen scheint schon manchmal gestresst zu sein, insbesondere jetzt im Frühling/Sommer: sie grunzt und greift mich an, wenn ich die Pipi-Pfützen wegwische und ist einfach viel aufgebrachter...Daher fand ich die Erklärg. der Ärztin, dass Weibchen fast immer unter Stress stehen, wenn sie nicht kastriert sind, einleuchtend. Allerdings ist sie das ja nicht 365 Tage im Jahr, es liegt wohl an der Jahreszeit. Das andere Weibchen bekommt gerade wieder so eine Art Doppelkinn... Auch sind sie nicht 24 h am Tag gestresst, sie haben ja immer wieder ihre sleepy mode Phasen. Ich fand es beunruhigend, dass die Ärztin erzählte, so gut wie alle Kaninchendamen bekommen im zunehmenden Alter Probleme mit der Gebärmutter und spät. dann müssten sie operiert werden, allerdings dann auch mit höherem Risiko... Vllt. sind es auch nur wieder diese "wer ist hier der Boss" Rangeleien und diese treten vermehrt zur jetzigen Jahreszeit auf? Die Ärtzin, welche mich diesbzgl. beraten hat, verlässt jetzt die Klinik, weil ihr Vertrag nicht verlängert wurde - ob sie diesem Arbeitgeber wirklich noch eine zusätzl. Finanzspritze auf meine Kosten verschaffen wollte, glaube ich eigentlich eher nicht... ;) |
Ich lasse eigentlich lieber beizeiten kastrieren, zumal ich auch nach Jahren trotz mehrerer Kastrationen keine Nachteile festgestellt habe. |
Ich bin gegen die OP bei gesunden Tieren. |
Das mit dem Abzocken kann ich mir halt nicht vorstellen, da sie die Klinik verlässt, ihr Vertrag wird nicht verlängert. Sie würde die OP schon gar nicht mehr mitmachen, sondern ihre beiden Kolleginnen zusammen (normalerweise macht so eine OP immer nur eine der Ärztinnen, aber für mich würden sie die OP zusammen machen, um noch sicherer zu sein, das fand ich auch sehr nett und beruhigend). Sie meinte auch, die OP würde NICHT wg der Markiererei gemacht, sondern wg den Gebärmutterproblemen im zunehmenden Alter. Dies ist übrigens jene Praxis, welche auch im Kaninchenforum bei den empfohlenen Praxen mit aufgeführt wird. Wir haben auch darüber gesprochen, die Gebärmutter nur untersuchen zu lassen. Da würde der Bauch rasiert (das ist der größte Stress) und dann wird per Ultraschall äußerlich geschaut, alles im abgedunkelten Raum. Keine Narkose, nix. Vllt. sollte ich erstmal nur diese Untersuchung machen lassen... |
Wegen eventueller Gebärmutterprobleme soll operiert werden. Solange es keine gibt, sollte es auch keine OP geben. Und die Wahrscheinlichkeit, dass eine Häsin im Alter Gebärmutterprobleme bekommt, wird von vielen TÄ übertrieben dargestellt. So ein Eingriff ist wirklich groß und schwerwiegend, ohne medizinischen Grund sollte das nicht empfohlen werden. |
Nein! Wenn ein erfahrener TA die Operation durchführt, der dann unbedingt auch noch eine Intrakutane Naht machen sollte, ist das zwar selbstverständlich eine Operation aber so dramatisch wie das hier dargestellt wird, ist es sicher nicht. Sämtliche Weibchen die ich kastrieren lassen musste waren teilweise schon am nächsten Tag so fit, dass man gar nicht glauben konnte das sie frisch operiert waren. Bei nur zweimal im Jahr Scheinschwangerschaft und keinen weiteren Anzeichen würde ich allerdings auch keine Notwendigkeit zur Kastration sehen. Ich habe allerdings bei drei älteren Kaninchendamen Gebärmuttertumore, bzw. bei allen Dreien zusätzlich Gesäugetumore gehabt. So ganz kann man meiner Meinung nach deshalb die Befürwortung der Weibchenkastra nicht ablehnen. Es gibt mit Sicherheit Fallzahlen darüber. Wäre eigentlich mal ganz interessant diese anzuschauen. |
Ich meine, es wären nur diese 2 "normalen" Scheinschwangerschaften pro Jahr, dazu gehört die "Wumme" und etwas dickere Zitzen bei der einen Dame, welche "nur" latent (ab und zu jagen, halt immer, wenn es um Futter geht, also bei Fütterung und wenn ich zu ihnen komme (dann könnte es ja etwas geben ;))) aggressiv gegenüber der anderen Dame ist. Und diese andere Dame ist halt die Schwächere/Kleinere, welche einen aufgebrachteren Eindruck macht und mich manchmal "angreift" (aber harmlos), wenn ich Pfützen aufwische. Sie ist zu diesen Phasen halt meist die Gejagte. Man könnte sie per Ultraschall untersuchen, ob auszuschließen, dass da schon eventuelle Veränderungen stattgefunden haben, aber wenn heute alles OK ist, ist das halt wie bei uns eine Momentaufnahme, in paar Wochen könnte es schon wieder anders sein....daher der Rat der Ärztin, am besten diese OP provisorisch machen zu lassen... Mich wundert, dass diebrain ganz einfach davon abrät...wird diese Seite auch immer mal aktualisiert? Ich finde, die sieht genauso aus, wie vor 5 Jahren...? |
Wenn Veränderungen an der Gebärmutter zu sehen sind, ist das sicher keine Momentaufnahme. Das ist bei uns Menschen auch nicht anders. Ein Tumor oder ähniches verschwindet in der Regel nicht einfach wieder. Von dem her sehe ich eine Ultraschalluntersuchung nicht als Momentaufnahme. Wenn jetzt keine Veränderung ist, kann natürlich in ein paar Wochen eine da sein. Aber eine bestehende Veränderung wäre in ein paar Wochen nicht verschwunden sondern eher ausgeprägter. |
dann habe ich mich wohl falsch ausgedrückt, sorry: sie meinte, wenn jetzt alles OK ist, kann das aber in paar Wochen anders sein... |
Ja, aber das kann immer und mit jedem Körperteil passieren. Wenn man danach geht, dürfte man nicht vor die Tür gehen. Und die Gebärmutter hat ja auch eine Aufgabe im Körper, ist ja nicht so, als wäre sie überflüssig. Zumindest beim Menschen ist das so, ich denke, bei Tieren wird das ähnlich sein. |
das hört sich logisch an :) Was sagst Du denn zu meinen Beschreibungen der Kaninchendamen-Verhalten? Scheint recht normal, oder? |
Ja, völlig normal. Ich habe eine 4,5 Jahre alte Dame, seit dem Frühling, und sie hat seitdem schon 4 Nester gebaut. Wenn sie eins baut, ist sie immer besonders unfreundlich zu mir, aber das ist selten von Dauer. Gedanken würde ich mir dann machen, wenn es so bleibt. Diesen Frühling hatten scheinbar viele Häsinnen mit den Hormonen zu kämpfen... |
man weiß ja auch nicht, wo dieser frühling anfängt und wann er wirklich aufhört ;) allerdings die aufgabe der gebärmutter: sie ist ja eigentlich zum gebähren da, das geht ja aber nicht...wäre ja also auch logisch, wenn die daher verrückt spielt, weil kaninchen ja eigentlich ziemlich gebährfreudige tiere sind, aber es ja leider nie dazu kommt... bei uns menschen unterziehen sich ja auch daher manche frauen ab 50 einer totaloperation... |
Die Gebärmutter sorgt nicht nur dafür, dass neues Leben heranwachsen kann, sondern auch dafür, dass gewisse Funktionen im Körper vernünftig ablaufen. Verschiedene Botenstoffe werden dort produziert, sie ist also nicht nur Gebärorgan. Eine Totaloperation beim Menschen ist nicht selten mit starken hormonellen Schwankungen verbunden, die dann mit Medikamenten ausgeglichen werden müssen. Edit meint: wie heißt es so schön? Never change a running system. |
never change a running system :) das kenn ich von der Arbeit und da ist was wahres dran ;)die Ärztin meinte ja auch (wir hatten am nächsten Tag nochmal telefoniert - da hatte sie mir nach einer Besprechung mit dem Team mitgeteilt, dass bd. Ärztinnen die OP zusammen vornehmen würden wenn ich mich dann sicherer fühlte), ich könnte es mir natürlich auch noch mal anders überlegen, wenn ich also kein gutes Gefühl dabei hätte, könnte ich natürlich die OP absagen (geplant ist der 26.06.). Vllt. lasse ich es also wirklich gut sein. Sie sind schließlich gesund. Sicher, irgendetwas könnte immer irgendwann kaputt gehen/sich verändern... |
Ich finde, dass jeder Halter selbst die Entscheidung ob präventive Kastra oder nicht für sich treffen sollte. Es gibt da kein allgemeingültiges richtig oder falsch! Sehen kann man das schön an der Pro- und Kontra-Liste ganz unten auf dieser Seite: http://kaninchenwiese.de/allgemeines/geschlecht-kastration/ Denn es gibt nun mal auch Gründe, die dafür sprechen, und das einfach zu verschweigen und nur von den möglichen Nachteilen zu sprechen, ist einfach zu kurz gegriffen und ermöglicht dem Fragenden auch nicht wirklich eine objektive Sicht auf das Problem... Fakt ist: Man wird sich a) Vorwürfe machen, wenn die Kastration negative Folgen hat, aber man wird sich b) genauso Vorwürfe machen, wenn die Häsin unbemerkt an Gebärmutterkrebs o.ä. erkrankt und die OP dann zu spät kommt. Meine beiden Weibchen sind kastriert, alles ging gut, keine merklichen Folgen bisher (außer, dass die Scheinschwangerschaften wegfallen), die Praxis nimmt inzwischen sogar nur noch 90€ dafür inklusive Medikamente für die Nachsorge und Body, nichtmal eine Nachkontrolle ist nötig, also weiß Gott was verdienen tun sie nicht mehr dran... Eins der Mädels hatte im Alter von nur 9 Monaten eine Gebärmutterentzündung, die mir nicht aufgefallen wäre, hätte ich nicht zufällig danebengestanden, als sie im Klo Blut verlor. Sie war vorher exakt einmal scheinschwanger, es waren keine Verhaltensänderungen zu bemerken, auch ansonsten keine Blutspuren mehr zu finden. Mich persönlich hat das geschockt - man meint immer, man könnte Probleme rechtzeitig erkennen, aber dem ist nun mal nicht immer so, und wenn man es merkt, dann kann es zu spät sein, denn je länger ein Tier so etwas mit sich rumschleppt, desto größer wird das Risiko der OP. Mich persönlich hat das in meiner Meinung gefestigt, dass präventive Kastrationen durchaus ihren Sinn haben und bestimmt nicht nur Geldmacherei sind. Natürlich ist die OP nicht zu unterschätzen und nur dem Halter zu empfehlen, der sich mit dem Für und Wider auseinandergesetzt hat und weiß, worauf er sich einlässt und warum. So weit ich weiß, haben kastrierte Weibchen übrigens ein genauso großes Ostheoporose-Risiko wie die Herren der Schöpfung, denn die haben ja logischerweise sowieso nicht viele weibliche Hormone, die die Wahrscheinlichkeit von Ostheoporose senken könnten ;) |
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Über Kaninchen und Osteoporose habe ich keine näheren Infos. Bei Menschen ist es aber so, dass Männer ohnehin kaum von Osteoprorose betroffen sind, sondern zu 80% Frauen, und zwar nach den Wechseljahren. Kastrierte jüngere Frauen gibt es ja zum Glück nicht so viele. Übrigens führt auch ein Testosteronmangel durch Unterfunktion der hoden (also auch durch Entfernung der hoden) zu Osteoporose. Das Knochengewebe ist eine komplizierte Sache, die von vielen Faktoren abhängt. |
Ich weiß von meiner Tierärztin, dass sie auch gerne empfiehlt Weibchen grundsätzlich kastrieren zu lassen. Das liegt hauptsächlich daran, dass es viele Kaninchenbesitzer gibt, die ihre Tiere nicht so gut beobachten wie die meisten hier im Forum. Es kommt wohl häufig vor, dass die Weibchen schon aus der Scheide bluten bevor dann endlich zum Tierarzt gefahren wird. Dann ist es natürlich in den meisten Fällen zu spät. Ich hatte den Fall mit meinem ersten Kaninchen übrigens auch - bevor ich (zugegebener Maßen als Kind) bemerkte, dass etwas nicht stimmt, hatte sie überall Tumore und musste eingeschläfert. Leider kann hier auch ein Ultraschall nicht ausschließen, dass es bereits Veränderungen gibt. Dort erkennt man längst nicht alles. Ich hab meine Leila kastrieren lassen, weil sie über einen Zeitraum von 6 Monaten quasi Dauerscheinschwanger war...aggressiv, ein Nest folgte dem nächsten (max. 1 Woche Pause). Aber man merkt es eben nicht allen an. Die OP an sich hat sie ürbrigens gut weggesteckt. Den einzigen und doch auch beträchtlichen Nachteil, den ich bisher sehe, ist bei ihr eine Gewichtszunahme, von ca. 600g. Allerdings glaube ich, dass es auch mit ihrer falschen Haltung in den ersten Jahren ihres Lebens zusammenhängt. Da bekam sie nur Trofu (und Heu - aber nicht immer vorhanden) und das auch nur einmal am Tag, so dass sie generell sehr futterneidisch ist und meint, immer alles auf einmal essen zu müssen. |
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Was das Risiko angeht, kann ich Tinachen zustimmen. Bei einem erfahrenen Tierarzt ist das heutzutage ein Routineeingriff. In der Regel sind sie am Tag nach der OP wieder fit. |
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Lasst ihr Häsinnen ab einem bestimmten Alter dann auch grundsätzlich die Gesäugeleisten entfernen, weil es dort zu Tumoren kommen könnte? |
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Ich finde es toll, dass Ihr Euch alle so viele Gedanken macht (natürlich bzgl. diesem Thema auch schon für Euch selbst längst gemacht hattet) und Ihr habt auch wirklich alle trifftige und einleuchtende Gründe sowohl für das DAFÜR wie auch für das DAGEGEN. Leider kann ich alle Argumente verstehen und empfinde sie alle als nachvollziehbar. Selbstverständlich muss ich aber jetzt meine eigene Entscheidung (na ja, 2 Wochen Zeit habe ich ja noch) treffen und das finde ich wirklich schwer. Irgendwie empfinde ich es als 50:50 und keine Seite überwiegt...:( |
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Und zum Thema gesunde Frau lässt sich Brüste und Gebärmutter entfernen. Wenn ich weiß, dass mein persönliches Erkrankungsrisiko hoch ist - why not?! Siehe Angelina Jolie. Und die ist nur ein Einzelfall. Es gibt genug Frauen, die sich die Brüste oder die Gebärmutter vorsorglich entfernen lassen haben, da ihr Krebsrisiko erhöht war und sie lieber mit der OP und fehlenden Organen/Körperteilen als mit der Angst vor Krebs leben wollten. Was ist daran bitte verwerflich? Vielleicht ist das schwer nachvollziehbar, wenn man nicht persönlich betroffen ist. Bei mir jedenfalls liegt Brustkrebs leider in der Familie und ich schließe eine solche Entscheidung auch für mich selbst nicht aus. Und was die Gesäugetumore bei Kaninchen betrifft, wird die Gefahr des Auftretens durch die Kastration ohnehin gesenkt. |
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Wir könnten ja so eine Liste erstellen: Pro: 1. Aggressionen hören auf 2. Die Tiere haben weniger "Stress" 3. Geringe Wahrscheinlichkeit, dass was schief läuft. 4. Es wird Gebärmutterproblemem im Alter vorgebeugt und die Todeswahrscheinlichkeit sinkt. 5. Man muss nicht unbeding später in der Lage sein, eine Gebärmutterkrankheit zu entdecken und wenn man sie entdeckt, könnte es zu spät sein. 6. Den Weibchen ist es vollkommen egal, sie werden eh nicht viel von mitkriegen. contra: 1. Fehler während der OP eventuell Tod 2. Schwerwiegende Folgen nach der OP (zb. inkontinenz) 3. Kostet viel 4. Es gibt keine Garantie, dass das Markieren aufhört. 5. Es gibt keinen triftigen Grund (wie ständige Scheinschwangerschaft) die Tiere unnötig unters Messer zu legen. Es besteht ein unnötiges Risiko. 6. Die Wahrscheinlichkeit von Gebärmutterproblememen im Alter ist gering. 7. Gewisse Hormonfunktionen würden nicht mehr funktionieren, für die die Gebärmutter zuständig ist. 8. Das Weibchen kann nach der Kastra zu nehmen. 9. Aus moralischen und optischen Gründen, siehe Mensch-Kaninchen vergleich. Ich hab nur Wiederholt was andere geschrieben haben, ich bin nicht unbedingt selber Meinung. Manches Wiederspricht sich auch... Wer will kan was ändern oder ergänzen.:thumbsup: Und wie gewichtig manche Punkte sind ist auch Meinungssache... |
Auch wenn es nicht deine Meinung war, möchte ich zu einigen Punkten meinen Senf dazu geben ;) Zitat:
Ich persönlich würde vermutlich in Zukunft provisorisch Kastrieren lassen, weil ich für Leila keine Nachteile entdecken kann, und, weil ich eben schon ein Kaninchen so verloren habe. |
Hier die Liste von der Kaninchenwiese: Pro Weibchen-Kastration Kaninchen neigen zu Gebärmutterkrebs und können auch andere Gebärmuttererkrankungen bekommen (jedoch nicht mit einer Wahrscheinlichkeit von 80%, wie oft dargestellt). Gerade wenn man einen solchen Krebs schon erlebt hat, möchte man ihm gerne vorbeugen. Gebärmuttererkrankungen werden oft zu spät oder gar nicht diagnostiziert, so dass Kaninchen daran unnötig leiden und sterben. Kaum ein Halter macht Gebärmutterkrebs-Vorbeuge-Untersuchungen. Es ist schmerzlich, wenn man als Halter zu spät eine solche Erkrankung feststellt und nicht mehr helfen kann. Bei Entdeckung des Krebses kann er bereits metastasiert sein. Junge Kaninchen vertragen die Kastration meist besser als alte, bereits erkrankte Weibchen. Geschwächte Tiere sind manchmal gar nicht mehr für eine Kastration geeignet. Kaninchen brauchen ihre Gebärmutter in der Liebhaber-Haltung nicht für die Fortpflanzung. Durch die Kastration wird man den Kaninchen gerade in Innenhaltung besser gerecht und es wird lästiges Verhalten unterbunden (Urin-spritzen, Aggressivität...). Manche Halter sprechen sogar davon, dass die Kaninchen durch die Kastration verträglicher mit Artgenossen werden (dies ist jedoch nicht immer der Fall). Im Falle von Gebärmutterkrebs ist die Kastration zwingend nötig und auch nicht umstritten. Kaninchen, die Kontakt zu anderen (Wild)kaninchen haben könnten, sollten kastriert werden um Nachwuchs zu vermeiden. Die Kastration von Weibchen gehört in Tierkliniken bereits zur Routine, dadurch sinkt das Risiko für Komplikationen. Kaninchen können in Gefangenschaft ihren Sexualtrieb nicht richtig ausleben und leiden dadurch oft unter einem übersteigerten Sexualtrieb. Sehr viele Tierärzte raten auf Grund ihrer Erfahrung zur vorsorglichen Kastration. Ultraschalluntersuchungen und Röntgenaufnahmen können eine Gebärmuttererkrankung nicht zu 100% anzeigen, dadurch kann falsche Sicherheit vermittelt werden. Contra Weibchen-Kastration Nur weil eine Erkrankung häufig ist, muss man nicht gleich das gesamte Organ vorsorglich entfernen (z.B. die Brust bei Frauen, da Brustkrebs häufig vorkommt oder die Zähne beim Kaninchen, weil Zahnerkrankungen gehäuft auftreten). Viele Gebärmutterveränderungen sind gutartig (Zysten) und nur durch die Masse irgendwann beeinträchtigend. Eine vorsorgliche Kastration verstößt gegen das Tierschutzgesetz, weil kein Grund vorliegt (sie ist selten nötig um Nachwuchs zu verhindern und medizinisch besteht auch kein Grund). Die Gesetzesgrundlage ist § 6 TschG "Verboten ist das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen oder das vollständige oder teilweise Entnehmen oder Zerstören von Organen oder Geweben eines Wirbeltieres.". Die Gebärmutter ist ein Organ, die dabei entnommen wird. Die Weibchen-Kastration ist ein recht großer Eingriff mit langem Bauchschnitt, zudem besteht das Narkoserisiko. Es ist tragisch, wenn ein ein- oder zweijähriges Kaninchen an einer Operation stirbt, die nicht nötig gewesen wäre - vielleicht wäre es nie an Krebs erkrankt und selbst wenn, hätte es davor sicher noch ein paar Jahre länger gelebt. Der Sexualtrieb ist eine recht natürliche Sache, der zum Kaninchen dazu gehört. Mit der Kastration beraubt man es ein Stück weit seiner natürlichen Triebe. Ist es vertretbar, ein Kaninchen zu operieren um es an die menschlichen Bedürfnisse anzupassen (z.B. Verhindern von Urin spritzen)? Die meisten Krebsformen der Gebärmutter entstehen erst im höheren Alter (ab 4-5 Jahren), auch wenn es Ausnahmen gibt. Tierärzte sehen besonders viele erkrankte Kaninchen, da sie die kranken Tiere betreuen. Die gesunden Tiere, die nicht in der Praxis landen, würden das Bild anders aussehen lassen. Zudem haben Tierärzte manchmal ein finanzielles Interesse an diesem Eingriff und sind daher nicht neutral. Vorbeugung ist möglich (Kenntniss über die Anzeichen von Gebärmuttererkrankungen, regelmäßiges Abtasten, Ultraschall/Röntgenbild bei Verdacht). Anzeichen: Aggressivität, Unruhe, Schmerzen beim Abtasten, häufige Scheinschwangerschaften (bis zu 2 oder 3x im Jahr ist ganz normal, ist das Weibchen dauerhaft schweinwanger, ist es hingegen auffällig), Schweidenausfluss, allgemeine Krankheitszeichen wie Mattigkeit, geringe Nahrungsaufnahme, Abmagerung bei einem recht dicken Bauch oder sogar einer Gewichtszunahme. Im Krankheitsfall kann man Kaninchen immer noch kastrieren. Gebärmutterkrebs-Operationen sind bei alten Kaninchen oft nicht nötig, da sie an anderen Erkrankungen sterben, bevor der Krebs sich schmerzhaft oder lebensgefährlich auswirkt. [url]http://kaninchenwiese.de/allgemeines/geschlecht-kastration/[/url] Was ich noch loswerden wollte... Ich finde es schade, dass man hier oft hingestellt wird, als würde man fahrlässig handeln, wenn man seine Mädels präventiv kastrieren lässt, obwohl man sich immerhin überhaupt um Prävention kümmert - viele der Kastrationsgegner verschreien zwar die Kastration, nehmen aber die Gefahr von Gebärmuttererkrankungen und -krebs in meinen Augen auf die leichte Schulter und beugen dann überhaupt nicht vor (z.B. durch regelmäßigen Ultraschall). |
Man kann es so oder so sehen, jeder macht andere Erfahrungen. Deine Häsin, Keks3006, hatte Gebärmutterprobleme und da war die Kastration ein guter und lebenswichtiger Schritt, meine Lilly wurde durch die Kastration krank, weshalb ich nie wieder eine Häsin vorsorglich kastrieren lassen würde. Das muss jeder selbst entscheiden. Und du schreibst, wir Kastrationsgegner würden den Befürwortern Fahrlässigkeit unterstellen...aber genau so kommt es auch zu uns "Gegnern" rüber, wir wären fahrlässig, weil wir nicht vorsorglich kastrieren lassen. Und zum Thema Vorbeugung, wer lässt seine Kaninchen wirklich regelmäßig vorsorglich komplett durchchecken, also mit allem drum und dran, Röntgen und Ultraschall von Kopf bis Fuß, regelmäßige Blutabnahmen...es könnten ja noch viele andere Erkrankungen auftreten, die sonst unentdeckt bleiben. ;) |
Zitat:
Übrigens habe ich ja zwei Häsinnen und nur bei einer war die Kastration medizinisch notwendig, kastriert sind aber beide. Zitat:
Und um das auch nochmal zu sagen... Ich kann ganz ehrlich jeden verstehen, der sich gegen die OP entscheidet. Ich werde wohl auch selber immer ein mulmiges Gefühl vor einer Weibchenkastra haben (wie auch vor jeder anderen OP), egal, wie oft sie schon gut gegangen ist, und mich fragen, ob ich das Richtige tue. |
Es hat hier niemand "gewettert", sondern es wurden Meinungen, Argumente und Erfahrungen abgegeben. Nur weil ein großer Teil davon nicht deiner entspricht, brauchst du dich jetzt nicht so beleidigt anzustellen. Du beklagst dich, weil du dir wünscht, dass deine Meinung mehr Unterstützung bekommt. Mit welchem Recht? Empfindest du dich als diskriminierte Randgruppe???:rofl: "Objektiv" ist deine Meinung genausowenig wie andere auch, und wie gut irgendwer recherchiert und wie sorsam jemand seine Entscheidung trifft, hängt von ihm selbst ab. |
Zitat:
Weiche Knochen zeigen sich bei Kaninchen und Nagern übrigens besonders häufig durch Kieferprobleme. Und die sind ja nun nicht selten. Dass ein Eingriff routinemäßig durchgeführt wird, und die Tiere ihn in der Regel überleben, bedeutet nicht, dass er frei von langfristigen Folgen wäre. |
Zitat:
Und nein, ich beklage mich auch nicht, dass meine Meinung unterstützt werden soll, nur darüber, dass hier einfach oft nur eine Seite beleuchtet wird. Selbstverständlich ist meine Meinung nicht objektiv, deshalb ist es ja meine Meinung; Meinungen sind immer subjektiv. Aber mir ist es einfach wichtig, dass zum Thema Weibchenkastrationen beide Seiten beleuchtet werden, damit sich der, der sich damit gerade auseinandersetzen muss, eben unvoreingenommen eine Meinung bilden kann, und dass man deshalb die Sachlage möglichst objektiv schildert. Natürlich kann man sagen, Pech gehabt, wenn er nicht selber recherchiert, aber was soll er auch noch recherchieren, wenn klipp und klar gesagt wird: lass es. Lies meine Posts ruhig, wie du willst. Ich habe nie gesagt, dass Kastrationen der Königsweg sind, dass alle Weibchen kastriert gehören, dass alle fahrlässig handeln, die das nicht tun usw. Ich habe auch schon mehrfach betont, dass es mir nicht darum geht, meine Ansichten weiterzugeben, sondern dass einfach jeder die Entscheidung selbst treffen muss und dass es dazu wichtig ist, Pro- und Kontraargumente gleichermaßen zu kennen. Wenn du irgendwas anderes in meine Posts reinlesen willst, dann bitte sehr, viel Spaß. I'm out. |
Zitat:
Weshalb sollte jemand, der eine klare Position zu dem Thema hat, irgendwelche Pro- und Kontra-Listen zitieren? Und was ist daran "schade"? Und wer hat dir in den Mund gelegt, dass "Kastrationen der Königsweg" seien? Du verlangst hier von der Kontra-Seite, dass sie gefälligst auch Pro-Argumente zu liefern habe. Und deine vorwurfvolle Wortwahl ("schade") klingt definitiv beleidigt. |
Zitat:
Man kann durch Erfahrungen eine eigene subjektive Position haben, trotzdem sollte man doch jedem die Chance lassen sich eine eigene Meinung zu bilden. Dafür sind aber Argumente (und zwar Pro und Contra) notwendig. |
Zitat:
Ich bin hier nicht diejenige, die anderen den Mund verbieten, oder ihnen vorschreiben will, was sie von sich geben sollten. Es kann hier doch jede pro Kastration argumentieren oder ihre Unschlüssigkeit demonstrieren wie sie möchte, aber doch bitte nicht verlangen, dass ich das übernehme, oder daran herumkritteln, dass ich meine Meinung als solche vertrete, ohne mich dafür zu entschuldigen. |
Ich sehe das anders. Wenn ich jemandem helfen möchte eine Entscheidung zu treffen möchte ich demjenigen so gut wie möglich helfen eine Basis für die Entscheidung zu schaffen. Dazu gehört auch meine eigene Meinung herauszustellen, die ich auf Grund von Erfahrungen entwickelt habe. Bei mir ist die Meinung im übrigen überhaupt nicht festgezogen, weil ich einfach zu wenig weibliche Tiere hatte bzw. diese früher leider nicht so gehalten habe, dass ich mir über soetwas Gedanken gemacht hätte. Aber egal, ich sehe das Forum nicht als Plattform wo ich immer wieder meine Meinung runterschreibe und versuche andere davon zu überzeugen, sondern als Plattform, auf dem ich Vor- und Nachteile und die verschiedensten Meinungen austauschen kann. Dabei kann auch die eigene Meinung mal ins Schwanken geraten oder kippen. Ich unterstelle übrigens auch keinem, dass er albern oder beleidigt ist, denn das kann man in einer schriftlichen Kommunikation überhaupt nicht feststellen. Und, wer verbietet hier denn jemandem den Mund? Ich sehe niemanden, der das tut. |
Zitat:
Btw wie sieht es eigentlich mit deine Praxiserfahrung mit Kaninchen zu diesem Thema aus ;) Im übrigen kann ich Keks nur zustimmen, ich finde es schade, dass Leute, die auch die positive Seiten aufzeigen so abgewatscht werden ... |
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