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Komische Definition von streichelzahm. Streicheln ist ein Austausch von Zärtlichkeiten, geht also eigentlich nur, wennn das Tier Lust dazu hat. Nur dann wird es sich entspannen, mir die richtigen Körperstellen (Ohr, Kehle, Bauch, je nach Tier) hinhalten und die Zuwendung genießen, und auch nur dann wird es ja mir Spaß machen. Sich jederzeit überall anfassen zu lassen erwarte ich nur von einem Hund oder einem Pferd, weil es zwecks Dreck oder Zecken entfernen oder Verletzungen behandeln öfter notwendig ist, und weil es bei einem größeren Tier ernsthaft problematisch würde, wenn es das nicht duldete. Kaninchen können definitiv streichelzahm werden (wenn es natürlich nicht jedes wird, viele Kuscheln nur mit Artgenossen), d.h. sie genießen das kuscheln mit dem Menschen tatsächlich, legen sich entpannt hin oder setzen sich einem sogar auf den Schoß. Das ist ein großer Unterschied zu z.B. Meerschweinchen, die das Streicheln allerbestenfalls dulden, es aber nicht genießen, weil es auch unter Artgenossen gar nicht zu ihrem Verhaltensrepertoir gehört. Ok, Hunde sind begeisterungsfähiger und anhänglicher, sie kann man eher dazu bringen, auf Zuruf kuscheln zu kommen. (Meinen Hund musste man nur mit hoher Stimme anquatschen und überschwänglich loben, schon war er außer sich vor Freude, brummte und jaulte und schmiss sich auf den Rücken um gekrault zu werden:D ) Dass Katzen etwa genausoviel oder wenig streichelzahm sind wie Kaninchen, sehe ich auch so. Dass der Gartenauslauf für deinen Hund ein gewisser Ersatz für ausgedehnte Spaziergänge war, lässt sich aus deinen Worten aber schon schließen. Das käme für mich so nicht infrage, und das macht auch nicht jeder Hund mit. |
Zahm bedeutet auch unterwürfig, Befehle befolgend, gehorchend. Und genau solche Kriterien legst du bei Großtieren an. Da wird die Gefahr groß sein, sie unbewusst und konkludent allein schon durch deine körperliche Überlegenheit vielleicht irgendwann einmal auch auf kleine Tiere zu übertragen. Nicht zu Unrecht übrigens, auch bei Kaninchen ist es von Vorteil dass sie sich regelmäßig berühren lassen - das sollte sich allerdings auf die Gesundheitsvorsorge beschränken. Was mich ein wenig wundert, dass du Hunde in diese Riege einbeziehst, Katzen aber nicht. Ich vermute ganz stark dass du noch nie eine Katze gegen ihren Willen festhalten musstest :cool: By the way: es gibt einige sehr wenige Meerschweinchen, die tatsächlich trotz Artgenossenkontakt auf ihren Menschen zu kommen um sich unter dem Kinn kraulen zu lassen. Ich möchte jetzt hier nicht den Oberlehrer heraushängen lassen, aber deine Kaninchenerfahrung - ich meine deine eigene echte Erfahrung in der täglichen Haltung - ist noch sehr jung. Du kannst deshalb naturgemäß vieles nicht richtig einschätzen, und ich wünsche dir dass dir viele Erfahrungen erspart bleiben. Zum Beispiel was die Krankheitsanfälligkeit betrifft - jedoch fürchte ich, wenn wir uns hier vielleicht in 5 Jahren wieder sprechen, dass du dann weißt was ich gemeint habe. Wenn du die erste Aufgasung, den ersten Kokzidienbefall, oder einen Bezoar hinter dir hast. Wenn du vielleicht ein Zahnkaninchen hast. Eine Häsinnenkastration. Oder einen E.C.-Fall. Wie so viele andere hier auch. Ich wünsche dir dass du zu denen gehörst, denen das erspart bleibt, aber die Chance ist leider nicht allzu groß, es gehört sehr viel Glück dazu. Eine weitere Fehleinschätzung hast du - wie von mir bereits erwartet - ebenfalls begangen. Der Gartenauslauf unseres Hundes war zusätzlich zu den Spaziergängen, da wir es für wesentlich artgerechter und tierfreundlicher halten dass sich ein Hund ohne Leine und gemäß seinen eigenen Bedürfnissen auf einem 1.000 qm großen Grundstück austoben kann, statt neben dem Fahrrad her zu laufen. Es ist längst nicht alles so, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint, und es lohnt immer zwischen den Zeilen zu lesen und auch einfach mal nachzufragen ;) |
Zitat:
Also meine Katzen sind Schmusebacken (die jetzigen und die vorigen), die ihre Streicheleinheiten einfordern, die auch kampfkuscheln wollen, sich teils sogar gerne auf dem Arm herumschleppen und beschmusen lassen... Eigentlich kenne ich keine gut gehaltene (!) Katze, die sich nicht gerne mal streicheln ließe (und sei es auch nur hin und wieder, nur an bestimmten Stellen, nur von bestimmten Menschen...). Aber meine Kaninchen sind dagegen, was das Anfassen angeht, größtenteils sehr eigen, und ich habe immerhin fünf davon. Momentan genießt davon überhaupt nur einer es hin und wieder mal, ein bisschen gestreichelt zu werden. Aber das ist kein Vergleich zu meinen Katzen. Edit... Was die Tierarztkosten angeht, kann man mit allen Tieren Glück und Pech haben. Ich habe fünf Kaninchen und zwei Katzen, alle seit maximal drei Jahren, und keiner von denen war nur zum Impfen beim Tierarzt, alle haben mich schon Geld gekostet, und zwar teilweise sehr viel. Ich könnte gar nicht genaus sagen, wie viel, aber alleine in diesem jahr dürften es über 500€ gewesen sein, Impfungen nicht eingerechnet. |
Ich kenne einige "gut gehaltene" Katzen, die ganz und gar keine Schmusetiger sind. Im Gegenteil, sie sind eher die Kratzbürsten schlechthin. Ich persönlich würde Hunde als Tiere sehen, die durch ihre sehr enge Bindung zum Menschen am ehesten zum Schmusen zu überreden sind. Wie Pocket ihren Hund beschreibt, so waren auch unsere Hund alle. Der Dackel vorneweg mit Dauerwedeln und ständigem Geschmuse... :D Meine Häsin fordert zwischenzeitlich sehr energisch das Köpfchenstreicheln ein. Wenn sie ihren Liebsten (der ist zu faul) nicht dazu überredet bekommt, stupst sie mich so lange an, bis ich streichele. Und sie legt sich dann hin, schließt genießerisch die Augen und entspannt. Dem Herrn dagegen brauch ich mit so was gar nicht ankommen. Will er nicht. Ach ja damit das nicht falsch verstanden wird: Meine Dame wird nicht gekuschelt, sondern mit dem Zeigefinger langsam übers Köpfchen gestrichen. Und nur da. Und vorsichtig. Sonst ist sie wieder weg.:D |
Es gibt zwei verschiedene Arten von Katzen. Einmal die die sich total gern streicheln lassen und das genießen und die totalen Zicken. Ich habe eine Zicke (8 Jahre), zwei verschmuste ( 8 Monate und 2 Jahre). Unsere letzte Katze ist eine Streunerin, die sich aber auch streicheln lässt. Aber auch unsere Zicke lässt sich lieber streicheln als die Ninchen. Für mich sind Ninchen keine Schmusetiere, sondern Tiere zum beobachten. L.g |
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Es liegt deinerseits eine grobe Fehleinschätzung und auch ein argumentativer Fehler vor, wenn du meinst, dass ich Zahmheit mit Unterwürfigkeit verbinde. Schließlich schrieb ich, dass ich eben nicht nur jene tiere als streichelzahm bezeichen, die sich jederzeit überall anfassen lassen, sondern alle, die Streicheleinheiten durch Menschen überhaupt genießen können. Bei allen Haustieren ist es natürlich vorteilhaft, wenn sie sich bei Bedarf problemlos untersuchen und behandeln lassen, auch ein bissiger Hamster bedeutet ein Problem, wenn man ihm Medikamente eingeben muss oder eine Verletzung behandeln. Bei Katzen denke ich aber, dass es bei ihnen im Gegensatz zu Hunden nicht die Regel und nicht so leicht zu erreichen ist, dass sie so duldsam sind. Außerdem ist man mit einem Hund ja auch draußen unterwegs, und muss ihn z.B. bei Bedarf mal festhalten oder irgendwo wegziehen. Meerschweinchen halte ich selbst, und habe auch welche, die sich am Kopf oder unter dem Kinn kraulen lassen. Ich bin aber der Meinung, dass sie das nicht wirklich genießen, sondern dass es ihnen nur nichts ausmacht. Sie strecken mir ihre Köpfe nur entgegen, weil sie ständig auf Leckerchen aus sind. Meerschweine sind unglaublich verfressen. Dass jedes Tier langwierige Krankheiten bekommen kann, ist schon klar, aber dass Kaninchen anfälliger als andere wären, denke ich, meinen Erfahrungen und Recherchen zufolge, nicht. Was deine Hundehaltung, und den Zeitaufwand im Vergleich zur Kaninchenhaltung betrifft: Ein relativ anspruchsloser Hund gibt sich vielleicht damit zufrieden, wenn man mit ihm täglich einmal eine Std. und zweimal 30 Minuten spazieren geht. Dazu kommen Fütterung und Fellpflege (je nach Wetter und Haarlänge mehr oder weniger). Das wären allein vier Stunden, und dazu braucht ein hund ja noch weitere Stunden menschliche gesellschaft,in denen man zumindest keinen hundefreien Aktivitäten (Arbeiten, einkaufen, diverse Freizeitaktivitäten) nachgehen kann. Wenn nun ein Kaninchen mehr als diese vier Stunden beansprucht, und natürlich noch mindestesn ein Partnerkaninchen dazu versorgt werden muss, bist du bei einem Vollzeitjob für die Haltung eines Hundes und zweier Kaninchen...Ich weiß nicht, wie sowas gehen soll, und kann mir nicht vorstellen, dass irgendwer tatsächlich so leben wollte. |
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Weißt du was für mich streichelzahm ist? Der Hund den ich öfter beim einkaufen sehe. Fragt man den Besitzer ob man streicheln darf, sagt dieser fast immer ja. Dem Hund wird - je nach Größe des Streichlers - Sitz oder Platz befohlen, und dann muss er sich anfassen lassen. Er lässt das über sich ergehen und wedelt mit dem Schwanz, ein hektisches Wedeln, die Ohren meist an den Kopf gelegt, mit hoher Körperspannung. Und da er mit dem Schwanz wedelt, glauben alle dass er das genießt... Es gibt große Unterschiede zwischen Tieren, die sich freiwillig streicheln lassen und Tieren die streichelzahm sind - gezähmt also dazu, sich streicheln zu lassen. Ich habe auch nie behauptet, dass Kaninchen mehr Zeit beanspruchen als Hunde, sondern lediglich darauf hingewiesen dass es durchaus dazu kommen kann dass sie genauso viel Zeit beanspruchen wie Hunde. Ein krankes Kaninchen ist ein Fulltime-Job und leider gibt es bei Kaninchen diverse "Sollbruchstellen". Aber da das hier immer weiter off topic führt möchte ich an dieser Stelle nur noch einmal mein Fazit aufgreifen: In dieser Lebenssituation ist für den Threadersteller ein Kaninchenpaar oder eine Kaninchengruppe nicht geeignet. Es fehlt auf jeden Fall an den finanziellen und möglicherweise auch an den zeitlichen Voraussetzungen. Außerdem ist die Vorstellung des Threaderstellers von dem, was Kaninchen bieten können falsch. Kaninchen sind grundsätzlich keine typischen Streicheltiere, sondern in erster Linie Beobachtungstiere. |
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Wie dem auch sei, Tiere sind zeitaufwändig - und je besser man sie halten will, desto zeitintensiver wird das. |
Es gibt noch einen zweiten Denkfehler in dieser Aussage: zwei Kaninchen sind nicht zeitintensiver zu versorgen als eines. Erst wenn die Gruppengröße über 4 - 6 Tiere hinaus wächst, kann man einen merklichen Zuwachs beim Zeitbedarf verzeichnen, vorher ist er eher marginal. Ich bezweifle auch, dass ein Hundehalter wirklich 4 Stunden am Tag sich mit gar nichts anderem beschäftigt als mit seinem Hund. Die Hundehalter die ich kenne, kombinieren geschickt Hundebespaßung und hundefremde Tätigkeiten. Wer Tiere gut halten will - egal welche Tiere - muss damit rechnen, dass er einen erheblichen Teil seiner Freizeit dafür aufbringen muss. Das machen aber viele Tierhalter gern, und empfinden es nicht im geringsten als Belastung weil es ihr Hobby ist. Andere sitzen halt an einem Puzzle oder lesen ein Buch nach dem anderen, spielen ein Instrument oder mehrere, oder sammeln Briefmarken. Die wenden für diese Hobbies auch sehr viel Zeit auf, es fällt nur kaum auf weil diese Zeit mit etwas angenehmem verbracht wird. |
Ich bin auch überzeugt, dass die wenigsten Hunde tatsächlich drei Stunden oder mehr Auslauf am Tag bekommen. Einmal durchbürsten und Fertigfutter in den Napf schütten plus Näpfe ausspülen als Minimalversorgung dauert dann ja auf den Tag verteilt auch mindestens 30 minuten. Tatsache ist aber, dass sie das brauchen (die meisten Hunde sogar wesentlich mehr), und dass man währenddessen außer vielleicht Grünzeug pflücken eigentlich nichts tun hundefremdes tun kann. Ein Hund will ja nicht nur herumlatschen, sondern auch gefordert und beschäftigt werden. Alles andere ist kein "geschicktes Kombinieren" sondern schlicht Vernachlässigung des Hundes. |
Zitat:
Kein Mensch bezeichnet Hunde als "zahm" oder "nicht zahm", da spricht man viel eher von Sozialisierung, Bindung und Erziehung. Die vielzitierte Infoseite diebrain.de schreibt übrigens auch, dass Kaninchen streichelzahm werden können. |
Mindestens ein Mensch bezeichnet Hunde als zahm - ich nämlich. Falsche Aussage also.:D (Ich bin übrigens tatsächlich nicht die einzige.) Aber belassen wir es dabei - du bist der Meinung: Kaninchen seien Streicheltiere, außerdem seien Kaninchen nicht besonders krankheitsanfällig. Ich bin anderer Meinung: Kaninchen sind Beobachtungstiere die sich nur in vereinzelten Fällen und nur nach eigenem Gusto richtig streicheln lassen. Andernfalls setzen sie sich, wie der kleine Schorschi von hasis2011 der als "Therapiekaninchen" missbraucht wurde, irgendwann massivst zur Wehr. Außerdem sind meiner Ansicht nach Kaninchen sehr empfindlich für Befindlichkeitsstörungen und Erkrankungen. Das jetzt hier in diesem Thread zu begründen würde aber zu weit führen, das können wir gern an anderer Stelle noch machen. Ich denke wirklich wir sollten es erst einmal dabei belassen, und du machst derweil deine eigenen Erfahrungen in Sachen Kaninchen. |
Also ich denke schon dass Hunde arbeitsintensiver sind als Kaninchen. Aber ich denke diese Diskusion hier bringt der Threaderstellerin grad nicht mehr viel (auch wenn das hier nicht uninteressant ist). Ich fände hier erstmal wichtig zu klären: Wozu sind die Eltern bereit? Mit welchem Tier könnten sie am ehesten leben. Dazu solltet ihr euch am besten zusammensetzen und gemeinsam überlegen was ihr von einem Tier erwartet und was ihr ihm bieten könnt/wollt. Die Seite www.diebrain.de könnte ich dabei helfen. |
Ich halten den Grundgedanken ein Tier anzuschaffen weil man was zum kuscheln will einfach falsch und rate daher ab. Es handelt sich um Lebewesen, nicht um Stofftiere. Zitat:
Willst Du also irgendwann mit der Haltung aufhören wirst Du eins abgeben müssen. |
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