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JayJay 03.12.2013 13:07

Hallo aliena,
da möchte ich dir nur ein ganz, ganz klein wenig widersprechen ;)

VOR der Pubertät zu vergesellschaften ist natürlich leichter, wenn die Tiere dann aber in die Pubertät kommen, können die Probleme DANN losgehen.
Man hat also die Schwierigkeiten nicht unbedingt komplett verhindert, sondern nur zeitlich nach hinten verschoben.
Ganz oft liest man hier von Pärchen und Geschwisterkaninchen, die urplözlich mit 3-6 Monaten Revierkämpfe austragen und die Besitzer fallen aus allen Wolken ;)

Ich persönlich finde es am Schönsten, wenn die Jungtiere möglichst lang bei der Mutter bleiben können. 8-10 Wochen sollten es schon sein.

Jungtiere würde ich, wie du auch sagst, nur mit einem weiteren Jungtier zu einer Erwachsenengruppe setzen oder ab 14-16 Wochen zu einem ausgewachsenen Tier, wobei sie vom Alter nicht so weit auseinander liegen sollten.

Ich nehme am liebsten ausgewachsene Tiere, weil ich den Charakter schon gut bestimmen kann und weiß wer wohl zusammen passt.
Das würde ich auch in Zukunft so machen...aber ich kann nichts ausschließen, wer weiß wer demnächst wieder an meiner Türschwelle sitzt :rofl:

aliena 03.12.2013 13:37

So hat eben jeder seine Erfahrungen. Ich spreche es auch niemandem ab, wenn er lieber erwachsene Tiere vergesellschaftet, mich stören nur immer diese Behauptungen, dass dies und jenes nicht ginge ;) Natürlicher ist es, Jungtiere in eine Gruppe zu bringen, ich denke, da sind wir uns einig. Anders geht es aber natürlich auch.

Wenn Halbstarke ihre Grenzen austesten und damit die Gruppe auf Trab halten - das kann man als "Problem" sehen, ich sehe es als natürlichen Prozess. Insofern ist es eben auch einfach eine Frage der Perspektive. Am schwersten verletzt haben sich bei mir die beiden 10 Wochen alten Mädchen, als sie noch in der Quarantäne (die leider durch Parasiten zwei Wochen länger gedauert hat, als geplant) saßen. Sobald sie wieder erwachsene Tiere um sich hatten, waren sie wieder ein Herz und eine Seele und das ist bis heute so geblieben.

Vieles, was uns als "Charakter" erscheint, ist bei Kaninchen reines Gruppenverhalten. Ein absoluter geht-mich-alles-nix-an kann sich in einer anderen Konstellation zum machtgierigen Despoten entwickeln und umgekehrt. Hab ich alles schon gesehen. Insofern bringen solche Angaben wie "devot" oder "dominant" genau genommen nichts. Kann sein, dass sich das zufällig in einer neuen Konstellation wiederholt, aber kann genauso gut sein, dass genau das Gegenteil passiert. Wie sehr da so mancher Kaninchenhalter schon aus allen Wolken gefallen ist, hast du sicher auch schon mitbekommen ;)

JayJay 03.12.2013 14:09

Wegen dem Wort "Problem" müssen wir uns da auch sicher nicht streiten oder diskutieren.

Wenn ich vom Charakter spreche, meine ich nicht devot oder dominant.
Da gebe ich dir natürlich recht - da geht es immer nach der Gruppenkonstellation, es muss ja auch jemanden geben, der sich dominieren lässt ;) Allerdings gibt es Charakterzüge, die sich nicht unbedingt ändern:
Wie zum Besipiel aktiv oder faul, neugierig oder eher vorsichtig und ängstlich etc.

Nur mal so als Beispiel :
Mein Kastrat Tari ist vorsichtig und ängstlich, für ihn wäre ein weiterer ebenso ängstlicher Partner verheerend, wahrscheinlich würde er dann immer noch nur in seiner Kloschale sitzen - im besten Falle zu zweit :cool:
Er benötigt ein souveränes eher mutiges und interessiertes Partnertier.

Dani76 03.12.2013 14:47

Genau JayJay,
das braucht der Rudi auch, ein souveränes, mutiges Tier, weil genau das war unsere Lola, sie war die Chefin, aber sie hat ihn nie unterdrückt oder gebissen.
Lola hat nur immer zuerst alles ausgekunschaftet und getestet, damit unser "Angsthase" hinterher kommen konnte und dann war es auch gut :-)
Daher möchte ich auch gerne ein Tier, was schon Älter ist, am besten 2 Jahre alt.
Deshalb schaue ich nun lieber in Ruhe und frage dort nach, wo man den Charakter des Tieres schon ein wenig kennt (beim Tierschutz).
Bei Rudi und Lola habe ich gute Erfahrungen damit gemacht.
Ach es ist aber auch immer blöd, wenn ein Nin in so einer harmonischen Beziehung stirbt....
Aber wie heißt es so schön, für jeden Topf gibt es einen Deckel - vielleicht finden wir den am Samstag :-)

axa 05.12.2013 11:24

darf ich den thread hier mißbrquchen? er paßt von der überschrift so gut... ;)

wenn nicht, bitte abtrennen...

Also, morgen wird es soweit sein und wir holen unseren letzten mitbewohner zu uns. Nach anfänglichem überlegen, haben wir uns nun dazu entschieden die beiden kastraten zusammenzusetzen und dann in 2 bis 3 wochen die jungs zu den mädels.
Natürlich habe ich jetzt doch ein bisschen bammel vor der vg.
Sie kommen in ein neutrales gehege, erstmal im keller. schön groß mit mehreren häuschen und futterstellen. Altersmäßig sind die beiden nah beieinander (ca. von juni.) der große aus dem tierheim auch immer mit anderen zusammen, der kleine keine anderen gewohnt. wenn wir zu ihm kommen knurrt er sofort und springt einen an... ist man aber im gehege ist es ok.

muß ich irgendwas bestimmtes beachten?

aliena 05.12.2013 13:53

Bitte die VG nicht "staffeln", das bedeutet für die Rammler nur doppelten Stress. Setzt doch bitte gleich alle Tiere, die später in einer Gruppe leben sollen, zusammen. Dann haben sie alle einmal Stress, aber dann ist auch gut.

Der Neuling sollte erstmal ein paar Tage alleine bleiben, damit er den Umzugsstress gut wegstecken kann. In der Zwischenzeit bitte über drei Tage Kot sammeln und auf Kokzidien, Würmer und Hefen untersuchen lassen. Nur wenn die Kotprobe negativ ausfällt, kannst du die VG machen, ansonsten musst du nachher alle Tiere behandeln.

Im VG Gehege sollte es keine Sackgassen geben. Häuschen oder Unterstände müssen also mindestens zwei Eingänge haben und sollten so groß sein, dass alle Tiere zusammen hineinpassen. Sonst kommt es leicht dazu, dass einzelne Tiere sich einen Unterschlupf aussuchen und den dann aggressiv gegen die anderen verteidigen. Viele Futterplätze und genug Klos sollten auch vorhanden sein.

Am wichtigsten ist aber, dass du selbst ruhig und entspannt bleibst. Es kann schonmal recht rabiat zugehen. Bitte nicht die Nerven verlieren. Ruhig bleiben, beobachten, evtl. mal einzelne Tiere, die sehr gestresst sind wieder beruhigen, aber nicht trennen, es sei denn es fließt "literweise" Blut. Fliegende Fellbüschel sind ganz normal und keine Grund zur Sorge.

Schau' mal, so kann das aussehen, wenn ein neuer Rammler in eine bestehende Mädelsgruppe kommt: [url]https://www.youtube.com/watch?v=2xZ2iqAeoDM[/url] Teil 2: [url]https://www.youtube.com/watch?v=0zeaYubH0g8[/url]

Diese relativ rabiate Phase hat keine Stunde angehalten, danach gab es noch Gerenne und viele Rammelversuche, aber keine Kämpfe mehr.

23 Stunden später sah das schon so aus: [url]https://www.youtube.com/watch?v=y7FwVAQ3Jlo[/url]

Jetzt (1,5 Wochen später) sind die vier ein absolutes Dreamteam: [url]https://www.youtube.com/watch?v=U8C93DqJpw8[/url]
http://imageshack.us/a/img607/2914/4lxh.jpg

axa 05.12.2013 14:00

Der Grund für die vorherige vg der jungs ist folgender:

Der kleine wurde ja erst kastriert und muß noch vier wochen alleine sein.
Er ist sichtlich unglücklich. Deshalb war unsere ü erlegung eben die jungs schonmal
Zu vg, damit er eben nicht noch solang allein sein muß. Keine gute idee?

aliena 05.12.2013 14:09

Nein, keine gute Idee. Es ist zwar nicht schön, dass er so drei Wochen länger alleine sitzen muss, aber der doppelte Stress durch zwei VGs so kurz nacheinander ist definitiv schlimmer.

Eine VG mit einem Rammler, obwohl die Geschlechtshormone noch nicht abgebaut sind, ist ohnehin eine ganz schlechte Idee. Hormonell gesehen ist er, wenn er schon voll geschlechtsreif war, bis zu vier Wochen nach der Kastration noch potent und verhält sich auch so ;)

Wie alt ist der Neuzugang denn? Falls er erst einige Monate alt ist, sieht das evtl. anders aus. Dann ist er mental noch ein Baby und wäre evtl. einfacher zu vergesellschaften, aber zwei VGs kurz hintereinander sind auch dann absolut nicht anzuraten.

mausefusses 05.12.2013 17:13

Ganz ehrlich: Du bist/warst viel zu ungeduldig. Alles was Du beschrieben hast war ein normaler Prozeß, Du hättest da nicht eingreifen sollen.
Nächstes mal bitte mehr Geduld .
Man greift ein wenn die Tiere sich blutig beißen, Kämpfe bis zu einem gewissen Grad finden statt und müssen stattfinden. Dein ältere Kastrat hat nicht aus Verzweiflung mit den Vorderfüßen getreten sondern er wollte relativ ruhig dem kleinen klar machen das er der Chef ist, nichts weiter. Das hätte er noch ein paar Mal gemacht, zur Not mit einem kleinen Knuff unterstützt und dann hätte der Kleine sich vermutlich untergeordnet.


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