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delacroix_ 05.08.2013 06:35

Zwei Weibchen - Beide kastrieren lassen?
 
Hi,

wir haben seit einigen Monaten zwei Weibchen aus dem Tierheim, Alter 2-3 Jahre. Eins davon rammelt das andere ziemlich häufig (oft mit anschließender Verfolgungsjagd). Die andere wiederum, das dominante Kaninchen, jagt aber auch immer wieder mal das andere, z.B. um es vom Futter zu vertreiben.

Alles in allem kommen sie aber gut miteinander aus, liegen nebeneinander und putzen sich auch. Vor allem aber das Gerammel ist sehr häufig.

Ist es sinnvoll, eines oder beide kastrieren zu lassen? Wenn ja: beide (nacheinander oder gleichzeitig?) oder nur eines?

Die zwei sind übrigens sehr aktiv, inwiefern hätte eine Kastration Auswirkungen darauf? Ich wäre nicht undankbar, wenn es danach, gerade in den Morgenstunden, etwas ruhiger zuginge ;) Dafür mache ich aber dann beizeiten einen extra Thread.

Besten Dank!

april 05.08.2013 07:12

Es ist sinnvoll, sie beide kastrieren zu lassen, weil weibliche Kaninchen ein überaus hohes Risiko tragen, an Tumoren der Reproduktionsorgane zu erkranken und zu sterben.
Das kann, muss sich aber nicht auf ihre Aktivität auswirken. Lass sie beide gleichzeitig kastrieren - weibliche Kaninchen haben ein recht komplexes Hierarchieverhalten, und so kannst Du Dir und ihnen ein paar Kämpfe ersparen.

Was die frühen Morgenstunden betrifft, solltest Du zur Frühaufsteherin werden. Erstens ist die schlafende Welt cool und zweitens sind Kaninchen dann besonders aktiv. Da hast Du am meisten von ihnen.

Bibi&Tina 05.08.2013 08:21

Ohne medizinische Indikation (sehr häufige Scheinschwangerschaften, Veränderungen an der Gebärmutter) würde ich nicht kastrieren lassen! Das ist keine leichte OP und sollte nicht ohne Not durchgeführt werden.

Kaninchen sind dämmerungsaktiv, da würde auch eine Kastration nichts dran ändern ;)

Blume 05.08.2013 09:12

Ich sehe es genau wie April. Ich bin ganz eindeutig pro Weiberkastra. Habe selber alle meine Häsinnen kastrieren lassen. Wenn du dich dafür entscheidest würde ich auch unbedingt beide gleichzeitig kastrieren lassen. Habe es hier selber erlebt, wie eine kastrierte und eine unkastrierte Häsin sich bekämpft haben und seit der Kastra der 2. beste Freundinnen sind.

Wie du schon merkst ist die Weiberkastra so ein Thema bei dem es 2 Lager gibt. Du musst für dich selber entscheiden. Mir ist es lieber ich lasse junge, fitte Kaninchen operieren, als dass ich später mit Tumoren zu kämpfen habe und sie eine Narkose nichtmehr einfach so wegstecken. Ein Risiko ist jede OP.

Daran, dass sie morgens aktiv sind wirst du nichts ändern können :D

april 05.08.2013 10:13

Wenn Du nicht kastrieren lässt, musst Du eben zweimal jährlich zum Ultraschall und Abtasten, und selbst dann findest Du es nicht immer rechtzeitig. Die medizinische Not ist quasi per Geburt rein durch das angeboren hohe Risiko gegeben, sie ist nur in dem Sinne nicht akut.
Die OP selbst ist inzwischen eigentlich nicht mehr so gefährlich, wie sie es vor ein paar Jahren noch war. Aber bei Kaninchen gibt es ein paar Besonderheiten, die ein Tierarzt kennen muss. Ich rate deshalb zu einer erfahrenen Tierärztin oder einem erfahrenen Tierarzt.

Kaninchen haben ganz allgemein ein höheres Risiko bei OPs (etwa viermal so hoch wie z.B. eine Katze), und ein unerfahrener Tierarzt weiss das vielleicht nicht. Kaninchen brauchen eine höhere Aufmerksamkeit in der Aufwachphase und dürfen nicht nüchtern sein. Ausserdem brauchen sie genügend Schmerzmittel. Und wenn da einer denkt: 'Na, ist ja wie bei einer Katze' - dann kann es schief gehen.

hasis2011 05.08.2013 10:23

Ich bin ganz klar ein Häsinnen-Kastrationsgegner!

Erst mal würde ich die Haltung optimieren, bevor man Häsinnen so eine schwere OP, die auch einige Nebenwirkungen haben kann, zumutet. 2 Häsinnen sind oft eine explosive Konstellation und unnatürlich, deshalb würde ich zu einem Rammler raten. Zweite Optimierung ist viel Platz, damit die sich auch mal aus dem Weg gehen können. Und mit viel Platz meine ich mehr als die empfohlenen 2-3m²/Tier.;)

april 05.08.2013 10:43

Zitat:

Zitat von hasis2011 (Beitrag 542697)
Ich bin ganz klar ein Häsinnen-Kastrationsgegner!

Erst mal würde ich die Haltung optimieren, bevor man Häsinnen so eine schwere OP, die auch einige Nebenwirkungen haben kann, zumutet. 2 Häsinnen sind oft eine explosive Konstellation und unnatürlich, deshalb würde ich zu einem Rammler raten. Zweite Optimierung ist viel Platz, damit die sich auch mal aus dem Weg gehen können. Und mit viel Platz meine ich mehr als die empfohlenen 2-3m²/Tier.;)

Schön und gut - und was machst Du mit dem Krebsrisiko? Das wird durch mehr Platz nicht kleiner.

hasis2011 05.08.2013 10:46

Zitat:

Zitat von april (Beitrag 542702)
Schön und gut - und was machst Du mit dem Krebsrisiko? Das wird durch mehr Platz nicht kleiner.

Lässt du dir alle Organe vorsorglich rausoperieren, um das Krebsrisiko zu minimieren?

april 05.08.2013 10:48

Mein Risiko als Menschenweibchen ist nicht annähernd so gross wie das Risiko eines Kaninchenweibchens. Das ist doch bekannt.

Kreusa 05.08.2013 10:49

Gibt es eigentlich eine Studie o.Ä., die diese Aussage zu dem extrem hohen Krebsrisiko bei Häsinnen untermauert? Wie wurde das untersucht?
Sind da nur Häsinnen gezählt, bei denen die Gebärmutterveränderungen tatsächlich zu Problemen geführt haben, oder allgemein alle bei denen nach dem Tod Veränderungen festgestellt wurden (ob die jetzt etwas mit dem Tod zu tun hatten oder nicht)?

Blume 05.08.2013 10:51

Davon abgesehen, dass es Menschen gibt, die ein erhöhtes Krebsrisiko haben und sich deshalb auch operieren lassen...

Ich finde diese Diskussion die jetzt entsteht überflüssig. Weil nur jeder Halter für sich entscheiden kann wie er dazu steht. Es wurde auf das krebsrisiko hingewiesen - das finde ich wichtig. Und es ist deutlich dass nicht jeder pro Häsinnenkastra ist.

Kreusa 05.08.2013 10:53

Zitat:

Zitat von Blume (Beitrag 542710)
Davon abgesehen, dass es Menschen gibt, die ein erhöhtes Krebsrisiko haben und sich deshalb auch operieren lassen...

Und eine ganze Menge, die das trotz des erhöhten Risikos nicht tun.

Mir ging es auch gar nicht um eine Diskussion. Mich interessiert nur die Quelle für das extrem hohe Krebsrisiko ;).

Blume 05.08.2013 10:56

Ja klar, aber das ist eh wie Äpfel mit Birnen vergleichen. Eben weil es beim Mensch meist nicht dieses Risiko gibt (und wenn dann ist es ein individuelles, wovon man nicht unbedingt weiß) und weil der mensch für sich selber sprechen kann...

Ich weiß, dass es Studien gibt, hab mir die selber aber nicht durchgelesen und habe keine Links. April aber bestimmt :) Auf jeden Fall finde ich auch die Erklärung mit dem Risiko sehr schlüssig

april 05.08.2013 11:14

Zitat:

Zitat von Kreusa (Beitrag 542706)
Gibt es eigentlich eine Studie o.Ä., die diese Aussage zu dem extrem hohen Krebsrisiko bei Häsinnen untermauert? Wie wurde das untersucht?
Sind da nur Häsinnen gezählt, bei denen die Gebärmutterveränderungen tatsächlich zu Problemen geführt haben, oder allgemein alle bei denen nach dem Tod Veränderungen festgestellt wurden (ob die jetzt etwas mit dem Tod zu tun hatten oder nicht)?

Da gibt es recht viele, sehr unterschiedliche Studien zu. Die bekannteste ist schon ein paar Jahre alt von Greene von 1958: 4% der Weibchen weisen Gebärmutterkrebs im Alter von 2-3 Jahren, während es im Alter von 5-6 Jahren etwa 80% sind. Es macht keinen Unterschied, ob die Zibbe je trächtig war oder nicht (Adams, 1962) oder welche Rasse sie hat.

Diese Studie ist immer wieder bestätigt worden, auch z.B. von der Uni Frankfurt.

Uteruskarzinome sind die häufigste Todesursache beim weiblichen Kaninchen, und vielleicht das bestuntersuchteste Krankheitsbild bei Kaninchen überhaupt. Edit: Inzidenzraten bei jungen Tieren unter zwei Jahren liegen zwischen 1.3% und 2.6%, aber nur bei denen; bei älteren Tieren wächst das Risiko dramatisch.
Zum Vergleich: Beim weiblichen Menschen liegt Gebärmutterkrebs nicht mal unter den drei häufigsten Krebsarten.

Mihops 05.08.2013 11:38

Also man sollte sie schon kastrieren lassen, weil gebärmutterkrebs im höheren alter kommen kann. Mit einer Kastration wird das risiko gesenkt.
Außerdem sind weibchen meistens nicht soo lieb zueinander, am besten wären ein männchen (kastriert) und ein weibchen. Oder man setzt zu den beiden weibchen noch einen kastrierten bock dazu.

ich hoffe, das helfen konnte, mihops

Keks3006 05.08.2013 15:17

Und frag im Zweifelsfall nochmal beim Tierarzt nach, was alles entfernt wird. Durchgeführt werden sollte eine "Ovariohysterektomie", d.h. nicht nur die Eierstöcke, sondern auch die Gebärmutter müssen entfernt werden. Die bloße Sterilisation (alleiniges Entfernen der Eierstöcke) senkt das Gebärmutterkrebsrisiko logischerweise nicht wirklich...

Kristin 05.08.2013 16:18

Ich habe anfang des Jahres meine Rangniedrigerr Dame (Besen) kastrieren lassen, aber nur weil sie ständig Scheinschwanger war. Paula war bisher noch nicht einmal Scheinschwanger, also lasse ich sie auch nicht kastrieren. Bei den beiden sind auch öfters die Fetzen geflogen, aber das für mich kein Grund zur Kastra. Vor 3 Monaten habe ich einen Herrn noch dazu geholt, der ist die Oberzicke wenn es ums Futter geht... also nicht nur Weibchen können zickig sein :)
Die Kastra hat sich bei der Besen schon auf den Charakter ausgewirkt, sie beißt, faucht, knurrt, kratzt nicht mehr und lässt sich nun sogar kraulen - eigentlich finde ich es schade, irgendwie kommt sie mir bissel Charakterlos vor und lässt sich alles gefallen :/ Am Ende musst du selbst entscheiden, weiß auch nicht ob es eine Garantie ist, dass sie sich verstehen. Genauso ist meiner Meinung nach auch kein Kastrat eine Garantie. Und so eine Kastra kostet eine Menge Nerven!

annettesuter 05.08.2013 16:25

Zitat:

Zitat von april (Beitrag 542652)
Es ist sinnvoll, sie beide kastrieren zu lassen, weil weibliche Kaninchen ein überaus hohes Risiko tragen, an Tumoren der Reproduktionsorgane zu erkranken und zu sterben.
Das kann, muss sich aber nicht auf ihre Aktivität auswirken. Lass sie beide gleichzeitig kastrieren - weibliche Kaninchen haben ein recht komplexes Hierarchieverhalten, und so kannst Du Dir und ihnen ein paar Kämpfe ersparen.

Was die frühen Morgenstunden betrifft, solltest Du zur Frühaufsteherin werden. Erstens ist die schlafende Welt cool und zweitens sind Kaninchen dann besonders aktiv. Da hast Du am meisten von ihnen.

Beim Weibchen wird unterbunden, d.h. sie produzieren weiterhin Hormone, während beim Männchen die Hormon- (Testosteron)bildenden Drüsen weggeschnitten weden - daher hat eine Männchen- Kasta mehr Einfluss auf das Verhalten als das Unterbinden von Weibchen.
Dazu kommt, dass Weiber eh komplizierter strukturiert sind als Männer, und nicht nur hormonabhängie funktionieren- sorry will mit dieser Aussage niemanden auf die Füsse treten...

april 05.08.2013 17:15

Verstehe ich nicht - was heisst unterbunden? Wenn die Eierstöcke entfernt werden, ist doch die Östrogenproduktion weitgehend eingeschränkt? Wo soll es denn noch herkommen?

delacroix_ 05.08.2013 21:39

Danke für die Antworten bisher.

Die beiden fetzen sich nicht in dem Sinne, dass sie sich angreifen und beißen. Akuter Handlungsbedarf besteht also nicht. Aber es wird eben viel bestiegen und gejagt, insbesondere so scheint mir, wenn ein Mensch anwesend ist. Bei Fütterung wird nur vertrieben und gejagt, gerammelt nicht. Gefühlt wäre es für beide entspannter, wenn das reduziert wird nur- auch wenn mir klar ist, dass das ein natürliches Verhalten ist.

Der Punkt, das Risiko von organischen Veränderungen zu minimieren, wiegt da fast schon schwerer. Hatte eh davon gelesen und es auf dem Schirm gehabt, es aber nicht konkret geplant.

Dass sie ruhiger werden könnten/sollten wäre ein schönes Nice-to-Have gewesen, sicher aber nicht der alleinige Grund für eine Kastration der beiden; zumal mir klar ist, dass die Terroristen dämmerungsaktiv sind (an zu wenig Platz liegt es bei ~ 10 qm sicher nicht). Ein Männchen kommt aus Platzgründen aber auch nicht in Frage, da die beiden vorraussichtlich vom Balkon in die Wohnung ubersiedeln werden, damit wenigstens die Nachbarn ihren Schlaf bekommen. ;D

- Vorteile also: Kaninchen gehen sich nicht mehr so wild an, einige gefährliche Krankheiten sind ausgeschlossen und eventuell werden sie auch insgesamt gemütlicher.
- Nachteile: recht schwerer Eingriff und natürlich auch die Kosten.

Und ich sehe schon, da scheiden sich die Geister. Ich neige bei so was aber eher zur Präventivmethode, hier also die Kastration.

Pinkie 06.08.2013 07:39

Ich würde meinen Häsinnen nie die Gebärmutter ohne medinzinische Indikation entfernen lassen!
Und ein guter Tierarzt würde dies auch nie tun!

Weißt du eigentlich was die Kastra für Probleme mit sich bringen kann?

april 06.08.2013 07:50

Zitat:

Zitat von Pinkie (Beitrag 543052)
Ich würde meinen Häsinnen nie die Gebärmutter ohne medinzinische Indikation entfernen lassen!
Und ein guter Tierarzt würde dies auch nie tun!

Weißt du eigentlich was die Kastra für Probleme mit sich bringen kann?

Es gibt eine ganze Reihe hervorragender Tierärzte, die sogar sagen, die Reproduktionsorgane sollten in jedem Fall entfernt werden - die medizinische Indikation ist hier, dass Kaninchenweibchen eine angeboren exorbitante Neigung zu Tumoren haben - bei Kaninchenweibchen ist der Uteruskrebs die häufigste Todesursache.

Es ist alles gut und schön, wenn man regelmässig Vorsorgeuntersuchungen macht, aber wenn man das nicht tut, dann spielt man einfach russisch Roulette auf Kosten der Häsin. Das sind belegte Fakten.

Blume 06.08.2013 08:27

Zitat:

Zitat von Pinkie (Beitrag 543052)
Ich würde meinen Häsinnen nie die Gebärmutter ohne medinzinische Indikation entfernen lassen!
Und ein guter Tierarzt würde dies auch nie tun!

Weißt du eigentlich was die Kastra für Probleme mit sich bringen kann?

Wie April sagt ist das quatsch. Es gibt bei Häsinnen quasi immer eine medizinische Indikation.

Auch Vorsorgeuntersuchungen schützen nicht unbedingt. Hab oft genug gelesen, dass da immer alles schick war und bei der Kastra entdeckt man auf einmal die Tumore...

Klar, jede OP kann Probleme mit sich bringen. Aber ich kann nicht behaupten, dass eine Häsinnenkastra da so extrem ist.

Bibi&Tina 06.08.2013 08:49

Aber ist es nicht so, dass man bei tumorösen Veränderungen eine deutliche Verhaltensänderung feststellen würde?
Bzw. wie hoch ist die Chance, das darüber festzustellen?

Blume 06.08.2013 08:52

Zitat:

Zitat von Bibi&Tina (Beitrag 543061)
Aber ist es nicht so, dass man bei tumorösen Veränderungen eine deutliche Verhaltensänderung feststellen würde?
Bzw. wie hoch ist die Chance, das darüber festzustellen?

Nein, nicht zwingend. Man kann dem Kaninchen auch überhaupt nichts anmerken. Es gibt viele Fälle von prophylaktisch kastrierten Häsinnen, die schon in jungen Jahren eine Veränderung hatten - ohne, dass man es am verhalten oder bei Vorsorgeuntersuchungen gemerkt hätte. Verändertes Verhalten heißt nich timmer gleich Gebärmuttertumor und keine Veränderung schließt einen Tumor nicht aus.

april 06.08.2013 08:55

Zitat:

Zitat von Bibi&Tina (Beitrag 543061)
Aber ist es nicht so, dass man bei tumorösen Veränderungen eine deutliche Verhaltensänderung feststellen würde?
Bzw. wie hoch ist die Chance, das darüber festzustellen?

Das kann eintreten, muss aber nicht. Das Problem an einem solchen Vorgehen ist eigentlich, dass der Tumor schon längst fleissig gestreut und/ oder in weiteres Gewebe hineingewachsen ist, wenn die Halterin merkt, dass etwas nicht stimmt. Diese Tumore sind für rasches Wachstum und Metastasen bekannt.
Vorsorgeuntersuchung heisst: Abtasten lassen und Ultraschall, mindestens einmal im Jahr, besser zweimal.

Das Vorgehen mit Vorsorgeuntersuchung hat meines Erachtens aber einen weiteren gravierenden Nachteil: Selbst wenn Du es bemerkst und selbst wenn eine OP zu dem Zeitpunkt noch helfen würde - dann bist Du im Grunde nicht mehr frei in der Entscheidung, ob Du operieren lässt oder nicht. Dann musst Du operieren lassen - egal, wie alt die Häsin dann ist oder wie gut zurecht, oder wie heiss der Sommer gerade ist. Präventiv kannst Du es zu einem optimalen Zeitpunkt machen.

Bibi&Tina 06.08.2013 08:59

Zitat:

Zitat von Blume (Beitrag 543063)
Nein, nicht zwingend. Man kann dem Kaninchen auch überhaupt nichts anmerken. Es gibt viele Fälle von prophylaktisch kastrierten Häsinnen, die schon in jungen Jahren eine Veränderung hatten - ohne, dass man es am verhalten oder bei Vorsorgeuntersuchungen gemerkt hätte. Verändertes Verhalten heißt nich timmer gleich Gebärmuttertumor und keine Veränderung schließt einen Tumor nicht aus.

Zitat:

Zitat von april (Beitrag 543065)
Das kann eintreten, muss aber nicht. Das Problem an einem solchen Vorgehen ist eigentlich, dass der Tumor schon längst fleissig gestreut und/ oder in weiteres Gewebe hineingewachsen ist, wenn die Halterin merkt, dass etwas nicht stimmt. Diese Tumore sind für rasches Wachstum und Metastasen bekannt.
Vorsorgeuntersuchung heisst: Abtasten lassen und Ultraschall, mindestens einmal im Jahr, besser zweimal.

Das Vorgehen mit Vorsorgeuntersuchung hat meines Erachtens aber einen weiteren gravierenden Nachteil: Selbst wenn Du es bemerkst und selbst wenn eine OP zu dem Zeitpunkt noch helfen würde - dann bist Du im Grunde nicht mehr frei in der Entscheidung, ob Du operieren lässt oder nicht. Dann musst Du operieren lassen - egal, wie alt die Häsin dann ist oder wie gut zurecht, oder wie heiss der Sommer gerade ist. Präventiv kannst Du es zu einem optimalen Zeitpunkt machen.

Habt ihr evtl. einen Link zu der schon erwähnten Studie zu dem Thema?
Ist die Gefahr für Gebährmutterkrebs tatsächlich höher als für andere Krebsarten?
Unsere 4-jährige Häsin haben wir letztes Jahr kastrieren lassen wegen gravierender Verhaltensauffälligkeiten. Die Gebährmutter war in tadellosem Zustand. Gestorben ist sie dann ein paar Monate später an Lungentumoren :(

april 06.08.2013 09:24

Die bekannteste Studie ist die von Greene, findet man nur noch in der Bibliothek (oder Wiley), in den Annals of the New York Academy of Science 1959.
Sehr aufschlussreich ist Baba und von Haam
[URL]http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2032762/pdf/amjpathol00545-0225.pdf[/URL]
Man beachte den letzten Satz, in dem sie künftigen Forschern, die anhand der Krebsentwicklung bei Kaninchen die Krebsentwicklung beim Menschen verstehen wollen: "Unserer Erfahrung nach können Holländerkaninchen [die sehr anfällig für diese Art Krebs sind; april] in einem Alter von 2-3 Jahren von Züchtern gekauft werden, und innerhalb 1-2 Jahren sollten den Forschern einige Adenokarzinome in der Gebärmutterschleimhaut zur Verfügung stehen."
Und hier noch ein Beitrag aus der Tiekrlinik Frankfurt
[URL]http://www.tierklinik-frankfurt.de/media/pdf/uteruskarzinomkaninchen.pdf[/URL]

Jinro 06.08.2013 09:30

Zusätzlich kann man auch noch Studien von Dr. Barbara Deeb suchen, stammen allerdings auch aus den 90ern.

Bibi&Tina 06.08.2013 09:34

Danke für die Infos!

Rebecca 06.08.2013 12:40

Zitat:

Zitat von delacroix_ (Beitrag 542649)
Ist es sinnvoll, eines oder beide kastrieren zu lassen? Wenn ja: beide (nacheinander oder gleichzeitig?) oder nur eines?

Die zwei sind übrigens sehr aktiv, inwiefern hätte eine Kastration Auswirkungen darauf? Ich wäre nicht undankbar, wenn es danach, gerade in den Morgenstunden, etwas ruhiger zuginge ;) Dafür mache ich aber dann beizeiten einen extra Thread.

Hallo,

um mal nur auf deine Fragen zurück zu kommen...
Nein, eine kastration wird in deinem Fall keine Veränderungen am Verhalten deiner beiden Häsinnen bringen.
Jagen, rammeln u.s.w. ist ein ganz normales Verhalten von Kaninchen und das werden deine zwei auch weiterhin machen, wenn du sie kastrieren lässt.

es liegt in deiner entscheidung was du machen möchtest, viele unterschiedliche Meinungen hast du hier ja schon zu genüge gelesen.
Fakt ist aber einfach, dass sich am Verhalten nichts ändern wird.

Was für beschäftigungsmöglichkeiten bietest du deinen kaninchen denn? haben sich die Nachbarn schon beschwert oder warum möchtest du deine Kaninchen wieder rein holen?
Wie viel platz hätten sie dann in der Wohnung, dass du sagst, dass für ein weiteres kaninchen dann gar kein Platz mehr vorhanden währe?

Ich finde man sollte mehr auf das eigentliche Problem eingehen, anstatt sich über pro und kontra der Häsinnen kastration auszutauschen, denn damit wird der Userin definitif bei ihrem Problem nicht geholfen.

april 06.08.2013 12:46

Zitat:

Zitat von Rebecca (Beitrag 543165)
Ich finde man sollte mehr auf das eigentliche Problem eingehen, anstatt sich über pro und kontra der Häsinnen kastration auszutauschen, denn damit wird der Userin definitif bei ihrem Problem nicht geholfen.

Die eigentliche Frage war: "Ist es sinnvoll, eines oder beide kastrieren zu lassen? Wenn ja: beide (nacheinander oder gleichzeitig?) oder nur eines?"
Da gehört ziemlich sicher das Pro und Kontra dazu.

Blume 06.08.2013 13:04

Rebecca, hast du die Frage der TE gelesen? :rolleyes:

Und nein, es ist kein Fakt, dass sich am Verhalten nichts ändern wird. Denn es ist natürlich möglich, dass sich etwas ändert. garantieren kann man das natürlich nicht. Hormongesteuert sind die Häsinnen dann nämlich nichtmehr...

Und es gibt kein richtiges "eigentliches Problem" die Kaninchen gaben genug Platz, eine Besitzerin die sich kümmert und sorgt und Gesellschaft. Sie haben ja auch keinen krieg...

annettesuter 06.08.2013 13:49

Zitat:

Zitat von Rebecca (Beitrag 543165)
Hallo,

um mal nur auf deine Fragen zurück zu kommen...
Nein, eine kastration wird in deinem Fall keine Veränderungen am Verhalten deiner beiden Häsinnen bringen.
Jagen, rammeln u.s.w. ist ein ganz normales Verhalten von Kaninchen und das werden deine zwei auch weiterhin machen, wenn du sie kastrieren lässt.

n.

ISt des das Rammeln, das Lärm macht, oder weil sie etwas annagen?
Ich hatte das Problem bei meinen Ratten, sie machten immer nachts Lärm, indem sie Dinge anknabberten- daher habe ich ihnen jeweils abends "lautes Spielzeug" weggenommen,
und wenn es gar nicht ging, gibt es ja noch die guten alten Oropax...

Rebecca 06.08.2013 19:44

Zitat:

Zitat von april (Beitrag 543168)
Die eigentliche Frage war: "Ist es sinnvoll, eines oder beide kastrieren zu lassen? Wenn ja: beide (nacheinander oder gleichzeitig?) oder nur eines?"
Da gehört ziemlich sicher das Pro und Kontra dazu.

Sehe ich nicht so.
Sie hat die Frage doch nur aufgrund des Verhaltens ihrer beiden Kaninchen gestellt, was darauf schließt, dass sie sie nur eventuell kastrieren lassen möchte, damit sie eventuell ruhiger werden.:

Zitat:

Zitat von delacroix_ (Beitrag 542649)
Hi,

wir haben seit einigen Monaten zwei Weibchen aus dem Tierheim, Alter 2-3 Jahre. Eins davon rammelt das andere ziemlich häufig (oft mit anschließender Verfolgungsjagd). Die andere wiederum, das dominante Kaninchen, jagt aber auch immer wieder mal das andere, z.B. um es vom Futter zu vertreiben.

Alles in allem kommen sie aber gut miteinander aus, liegen nebeneinander und putzen sich auch. Vor allem aber das Gerammel ist sehr häufig.


Zitat:

Zitat von Blume (Beitrag 543176)
Rebecca, hast du die Frage der TE gelesen? :rolleyes:

Und nein, es ist kein Fakt, dass sich am Verhalten nichts ändern wird. Denn es ist natürlich möglich, dass sich etwas ändert. garantieren kann man das natürlich nicht. Hormongesteuert sind die Häsinnen dann nämlich nichtmehr...

Und es gibt kein richtiges "eigentliches Problem" die Kaninchen gaben genug Platz, eine Besitzerin die sich kümmert und sorgt und Gesellschaft. Sie haben ja auch keinen krieg...

Joa hab ich.
Schön und gut wenn die zwei keinen Problem haben, was ich ja auch ganz genauso sehe, warum wird hier dann so hartnäckig auf Kastration bestanden?
Kastrieren lassen sollte man nur, wenn es medizinisch notwendig wird, es nützt der Thread Erstellerin nichts, wenn sie gesunde Kaninchen kastrieren lässt und sie während der Op versterben.

Ich sehe keinen Grund die Tiere kastrieren zu lassen, ob ihre Tumore bekommen steht in den Sternen und kann niemand hier wissen.
Eine Kastration ist kein leichter Eingriff, das ist wie hier wohl die meisten wissen müssten ein Bauch schnitt, warum solch ein schwerer Eingriff, wenn die zwei kern Gesund sind?
Mit dem schweren Eingriff meine ich jetzt auch noch nicht mal die Op allein selbst, sondern auch die schmerzen und die Nachsorge die die Tier nach der Op haben und durch machen müssen.

april 06.08.2013 20:02

Zitat:

Zitat von Rebecca (Beitrag 543299)
Ich sehe keinen Grund die Tiere kastrieren zu lassen, ob ihre Tumore bekommen steht in den Sternen und kann niemand hier wissen.
Eine Kastration ist kein leichter Eingriff, das ist wie hier wohl die meisten wissen müssten ein Bauch schnitt, warum solch ein schwerer Eingriff, wenn die zwei kern Gesund sind?
Mit dem schweren Eingriff meine ich jetzt auch noch nicht mal die Op allein selbst, sondern auch die schmerzen und die Nachsorge die die Tier nach der Op haben und durch machen müssen.

Ich habe die Frage nicht auf das Verhalten bezogen und gehe so hartnäckig darauf ein, weil mir etwas an den weiblichen Kaninchen liegt.

Wenn Du in den Wetterbericht schaust und dort steht etwas von einer Regenwahrscheinlichkeit von 80%, nimmst Du dann den Regenschirm mit? So ist es mit den Reproduktionsorganen beim weiblichen Kaninchen und ihrer Krebswahrscheinlichkeit. Ihr Risiko, an Krebs zu erkranken, ist viel höher als das aller anderen Sàugetiere.

Kaninchen haben ein höheres Risiko bei Operationen - sie sterben etwa viermal so oft wie Katzen während Operationen und dann haben sie noch einmal ein höheres Risiko beim Aufwachen. Das Risiko wird aber mit zunehmendem Alter nicht kleiner.

Wir reden bei den Operationen zudem von 8% der Tiere, die es nicht überleben - und bei Krebs von 80% ab dem Alter von 5-6 Jahren. Vielleicht lässt Du Dich nicht überzeugen, aber manche andere kommen doch in's Grübeln, weil es nachprüfbare und nachgeprüfte Fakten sind. Für die und hre Kaninchenweibchen bin ich so hartnäckig.

Rebecca 06.08.2013 20:27

Gut, dass du dann jetzt zumindest auch mal gesagt hast, wie hoch das Risiko der Op und der Aufwachphase ist.

Wie gesagt, bleibt es der Userin selbst überlassen ob sie ihren Gesunden Kaninchen eine solche Op zumuten möchte.

Ich kann persönlich davon nur abraten.
Wenn man ein Kaninchen an einer Op verliert macht man sich schreckliche Vorwürfe, die hab ich mir gemacht obwohl die Op damals sein musste (war keine Kastration) und da mag ich echt nicht wissen wie es gewesen wäre, wenn die Op eigentlich gar nicht sein gemüsst hätte.

Nein Danke. Echt. Ich halte auch zwei Häsinnen, doch ohne Grund kommen meine zwei nie und nimmer unters Messer...

april 06.08.2013 20:50

Nochmals: Es gäbe sehr wohl Grund, denn sie tragen ein enorm hohes Risiko.

Das höhere OP-Risiko habe ich bereits benannt.

Was wirklich wundert: Belege, dass es kein besonders hohes Risiko gebe, habe ich von der "Auf keinen Fall kastrieren" Fraktion noch nie gesehen. Da wird über das Risiko der OP geredet, aber dass das Krebsrisiko zehnmal so hoch ist, das wird ingnoriert. Und dass dieses 10fache Risiko entsprechende Vorsorge nötig macht, davon liest man auch nie bei denen, die partout nicht prophylaktisch kastrieren lassen wollen.

delacroix_ 07.08.2013 07:36

Zitat:

Zitat von Rebecca (Beitrag 543165)
Was für beschäftigungsmöglichkeiten bietest du deinen kaninchen denn? haben sich die Nachbarn schon beschwert oder warum möchtest du deine Kaninchen wieder rein holen?
Wie viel platz hätten sie dann in der Wohnung, dass du sagst, dass für ein weiteres kaninchen dann gar kein Platz mehr vorhanden währe?

Ich finde man sollte mehr auf das eigentliche Problem eingehen, anstatt sich über pro und kontra der Häsinnen kastration auszutauschen, denn damit wird der Userin definitif bei ihrem Problem nicht geholfen.


Zitat:

Zitat von Rebecca (Beitrag 543299)
Sehe ich nicht so.
Sie hat die Frage doch nur aufgrund des Verhaltens ihrer beiden Kaninchen gestellt, was darauf schließt, dass sie sie nur eventuell kastrieren lassen möchte, damit sie eventuell ruhiger werden.

Ich habe die Frage gestellt, weil eine der beiden ziemlich oft berammelt wird und weil sie sich insofern streiten, als dass sie sich jagen und vom Futter vertreiben. Der Krawall in den Morgenstunden war nur der letzte Absatz und wie ich danach geschrieben habe, wollte ich mich einfach auch nach einem Nebeneffekt dafür durch die Kastration erkundigen. Das hat auch weniger mit Jagen, als viel mehr mit ständigem Nagen zu tun.

Dass es auch aus medizinischer Sicht sinnvoll ist, zu kastrieren, daran habe ich in diesem Moment gar nicht gedacht, ist inzwischen aber sogar der Hauptgrund.


Trotzdem will ich noch kurz auf deine Fragen oben eingehen. Versuche mich kurz zu halten, damit der Thread nicht Off-Topic wird. Wie gesagt, dafür kann ich dann ggf. einen eigenen aufmachen.
- Es gibt verschiedenen hohe Ebenen, wo sie rauf und runterspringen können. Außerdem "Stroh- und Holz-Spielzeug", z.B. Tunnel oder Bälle. Ab und zu kriegen die auch was selbst Gebasteltes mit Futter drin. Daran wird halt Geknabbert, wie an allem anderen auch. Habe nicht den Eindruck, dass sie sonst was davon haben.
- Die Nachbarn haben sich noch nicht beschwert, aber für 5 Uhr ist die Knabberei an den diversen Holzsachen, die sie haben, einfach zu laut. Ich wache davon auf, das reicht schon. Da muss ich nicht noch die Nachbarn dazu bringen, sich beschweren zu müssen.
- In der Wohnung würden sie ein selbstgebautes Gehege bekommen, mit nur noch 4qm. Dann aber mit Option zum Auslauf auf den Balkon. So ist auch das "Problem Winter" keines mehr.

Pinkie 07.08.2013 08:40

Ich weiß gar nicht warum immer wieder auf irgendwelchen Studien rumreitet.
Für mich sind Erfahrungswerte viel wichtiger!

Habt ihr auch Studien darüber wie viele Häsinnen nach der Kastra mit Problemen wie Verklebungen und Vernarbungen zu kämpfen haben? Wieviele daran sterben oder nochmal unters Messer müssen? Und selbst nach einer weiteren OP ist es nicht gesagt das die Probleme verschwunden sind.


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 13:32 Uhr.



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