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xVannix 30.03.2013 21:37

Familie den richtigen Umgang mit Kaninchen beibringen
 
Hallo,
Solangsam weiß ich nicht mehr ganz ob ich versuche mit meiner Familie oder einer Wand zu reden, wenn es um meine zwei Süßen geht.
Mein kleiner Bruder ist so ziemlich der einzige, der versteht was ich meine, wenn ich Sachen aufzähle wie z.B. Kaninchen wollen nunmal nicht hochgenommen werden und sind eben keine Kuscheltiere etc. ..
Von meinen Eltern, speziell von meiner Mutter, kommt immer nur ein "du übertreibst" nicht nur im Zusammenhang mit dem richtigen Umgang sondern auch wenn ich sage ich hätte gerne mehr Platz für die beiden. Hinter meinem Rücken redet sie dann noch mit meiner großen Schwester, die auch ständig, wenn ich nicht da bin, in mein Zimmer geht und die Kaninchen auf den Schoß nimmt und schon fast zwangssteichelt - es interessiert sie garnicht, dass die Kaninchen sogar schon weglaufen, dann geht die Hand halt hinterher. :mad:
Erst gestern wieder: Ich hab das Gehege sauber gemacht und hab die zwei wie immer ins Wohnzimmer verfrachtet. Der Fernseher war meiner Ansicht nach viel zu laut und hab gebeten das leiser zu machen - nach großem Über-Mich-Lustig-Machens geschah das dann endlich auch mal.. Als ich in den Keller gegangen bin konnte ich dann noch von oben hören, wie meine Mutter wieder angefangen hat mit meiner Schwester zu lästern: "Der Fernseher ist zu laut, Bloß nicht hochnehmen, Nur kein TroFu füttern, Am besten garnicht mehr anfassen - die übertreibt doch ich sag und mach einfach garnichts mehr..."

Insgesamt wäre das ganze ja nicht so schlimm, wenn mir mal einer von denen zuhören würde.
Ich muss dazu sagen, dass ich, unteranderem, seid dem Tod meines ersten Kaninchens vor 2 1/2 Jahren- leider Einzelhaltung, fast nur TroFu und Käfighaltung über Nacht :(- massive Probleme bekommen habe. Ich weiß nicht genau woran er gestorben ist, irgendwas am Bauch jedenfalls. Deshalb versuche ich jetzt möglichst alles richtig zu machen. Ich war damals 7, als ich ihn bekam, da wusste ich es noch nicht besser.
Ich hab mir immer die Schuld an seinem Tod gegeben, ich hab gemerkt, dass was nicht stimmt und wollte zum Tierarzt - meine Eltern haben das auf den Fellwechsel abgeschoben. :mad:

Naja hab mich deswegen gerade ziemlich mit meiner Mutter in die Haare gekriegt. Sie war sauer weil mein Bruder und ich über eine Aussage von ihr lustig gemacht haben und dann hab ich ganz patzig zurückgegeben, dass es aber ok wäre über meine Aussagen abzulästern während ich mal eben was aus dem Keller hole.
Dann ist sie ausgeflippt und in die Küche abgehauen mit den Worten: "Du holst dir jetzt nen Termin ich hab lange genug Geduld mit dir gehabt!"
Der Termin bezog sich auf einen Psychologen, da ich wie gesagt massive Probleme habe und sie das vor ca. 5 Monaten über meine Schule erfahren hat.. Seitdem schiebe ich das immer vor mich hin aber ich glaub jetzt würde sie mich sogar dazu zwingen :/
Falls das ganze im schlimmsten Fall sogar auf einen Klinikaufenthalt hinausläuft hätte ich nurnoch mehr Sorge, dass meine zwei nicht richtig behandelt werden.

Lange Rede kurzer Sinn - ich hoffe ihr versteht so in etwa meine Situation und habt ein paar Tipps, wie ich meinen Eltern noch deutlich machen kann, dass sie die Sache mit den Kaninchen mal etwas ernster nehmen könnten, weil mir das momentan noch das einzig wichtige ist..

Applejack 30.03.2013 21:51

Oh, das liest sich nicht schön, du brauchst dringend Hilfe und kannst sie nicht annehmen, weil du Sorge hast, deine Tiere werden nicht richtig und absichtlich falsch versorgt.Wie alt ist dein Bruder? Kann er vermitteln? Oder eine andere neutrale, erwachsene Person? Vertrauenslehrer?

xVannix 30.03.2013 22:06

Zitat:

Zitat von Applejack (Beitrag 485924)
Oh, das liest sich nicht schön, du brauchst dringend Hilfe und kannst sie nicht annehmen, weil du Sorge hast, deine Tiere werden nicht richtig und absichtlich falsch versorgt.Wie alt ist dein Bruder? Kann er vermitteln? Oder eine andere neutrale, erwachsene Person? Vertrauenslehrer?

Dass ich sie brauche ist mir schon länger als meinen Eltern bewusst.. Meine zwei Hoffnungsschimmer auf vier Pfoten hab ich jetzt seit knapp drei Monaten. Nach und nach wurden mir mehr und mehr Sachen bewusst, die ich an der Haltung ändern musste - meine Eltern kamen wohl irgendwann nicht mehr mit. Toffie und Nele sind aber nicht der Hauptgrund wieso ich mir keine Hilfe holen würde - ich hatte es nie vor und das wissen meine Eltern glaube ich auch. Ich denke meine Mutter hat jetzt nur auf einen Moment gewartet um einen richtigen Grund zu haben um mich zu 'zwingen'..
Das Problem ist eher, dass ich nicht glaube das jegliche Hilfe noch was bringen würde.. Aber Tiere sind wundervolle Wesen, die werfen einem nichts vor und bringen einen weiter, wenn andere dich fallen lassen. Ich habe eher Angst sie zu verlieren, sie sind mir so wichtig.
Die drei Monate zwischen dem Anruf der Schule, der meiner Mutter die Augen mal richtig geöffnet hat und dem Einzug meiner Kaninchen waren reine Qual. Seitdem geht es mir zumindest etwas besser - nicht perfekt, aber ich hatte auch nicht erwartet, dass es das je werden würde.
Mein Bruder (14) saß grade bei der Situation dabei und hat mich auch unterstützt als ich meine Meinung ausnahmsweise mal gesagt hab. Auch aufgrund meiner psychischen Probleme ist das normalerweise nicht der Fall. Ich weiß nicht ob meiner Mutter das klar ist, dass sie mit ihrem Verhalten wieder mal bestätigt hat, dass ich der Ansicht bin besser nicht den Mund aufzumachen, aber naja..
Ich hab noch nächste Woche Ferien und werd mich erstmal mit 'ner Freundin drüber unterhalten und danach mal fragen, ob meine Vertrauenslehrerin Zeit hat. Sie hat mir auch in der Zeit bevor meine Eltern das alles rausgefunden haben geholfen, ich hoffe sie tut es wieder.
Aber bis dahin muss ich eben noch eine Woche überstehen und ich hab echt Angst, dass, wenn ich nochmal was sage, ich beim nächsten Therapeuten auf'm Stuhl sitze..

Lady_Dynamite 30.03.2013 22:06

Ohje, das hört sich aber nach einem ganz schönen Batzen Probleme an :(

Hast du nicht mal Regeln aufgestellt also zu Papier gebracht? Alternativ könntest du z.B. noch das Zimmer abschließen wenn du nicht zu Hause bist, damit deine Schwester nicht immer die Nins angrabscht.

Ich an deiner Stelle würde den Termin beim Psychologen machen und deine Sorgen um die Nins auch dort ansprechen. So wie es sich anhört nehmen deine Eltern dich und die Bedürfnisse deiner Tiere nicht ernst, was für eine gesunde Psyche ja nicht unbedingt förderlich ist.

Solltest du tatsächlich in eine Klinik müssen such für deine Nins eine Pflegestelle für diese Zeit, wo sie gut aufgehoben sind. Dann musst du dir keine Sorgen um sie machen.

Sinchen93 31.03.2013 00:04

Also ich würde da aber nicht eine Einzeltherapi machen ehrlich gesagt, sondern wirklich eine familientherapie... ich bin da jetzt zwar kein Experte aber ein bisschen Erfahrung habe ich aus dem Unterricht (Pädagogik - Psychologie )..
Vielleicht kannst du sie mal Seiten im Internet zeigen wo steht wie man Kaninchen artgerecht hält und sie lesen es selbst?
Zimmer abschließen finde ich auch noch ne gute Idee.. vielleicht kannst du deinem Bruder den.Schlüssel geben wenn du mal länger weg bist? er scheint deine Worte ja zu respektieren

Tinachen 31.03.2013 14:18

Mach das unbedingt mit der Therapie. Irgendwann lassen sich die Probleme sonst nicht mehr lösen. Ein guter Therapeut wird auf jeden Fall die ganze Familie mit einbeziehen. Was ich zwischen Deinen Zeilen so herauslese ist das auch mehr als nötig und angebracht(womöglich sogar die Ursache). Ich finde es ganz toll das Du offen über Deine Probleme redest. Das ist schon ein sehr großer Schritt in die richtige Richtung.
Für Deine Eltern/Schwester würde ich mir hier aus den FAQs für die Kaninchen wichtige Informationen ausdrucken und Deine Angehörigen bitten sie zu lesen. Manchmal bringt Geschriebenes mehr Erkentniss. LG Tina

xVannix 01.04.2013 12:02

Danke erstmal noch für eure Antworten.
Ich dacht ich meld mich nochmal, da meine Worte vielleicht endlich mal gefruchtet haben. Zumindest unterstützt und verteidigt meine Mutter mich jetzt wenn irgendwer was über meine Haltung sagt. Nicht, dass sie das vorher nicht auch ab und zu getan hätte aber dann kam halt eben dieses Drüber-Lustig-Machen dazu.
Ich denke ich werde echt mal ein paar Regeln zu Papier bringen und auch Internetseiten dazu schreiben. Wenn sie es mit mir und den Kaninchen ernst meinen gucken sie sich das hoffentlich auch an.
Ich hab zwar schon öfter vor den Augen meiner Eltern z.B. auf Diebrain auf die Frischfutterliste geschaltet um meiner Mum zu zeigen, was die fressen dürfen und sollten. Theoretisch hätte sie sich dann auch weiter durch die Seite klicken können aber naja, hat sie nicht. Auch als ich ihr die Innengehege bei kaninchenwiese.de gezeigt hab hat sie sich davon eher nicht beeindrucken lassen..
Naja momentan kämpf ich ja noch um eine Vergrößerung des Geheges auf 6qm ich hoffe das lässt sich im Laufe der Woche klären..

Zu der Therapie: Ich versuche möglichst zu vermeiden mit meinen Eltern darüber zu sprechen, das ist mir einfach unangenehm. Auf der einen Seite denk ich dann immer sie machen sich zu viele Sorgen und auf der anderen, dass sie mich eben nicht ernst nehmen. Meiner Meinung nach geht die das garnichts an was ich mit meinem Leben mache. Wenn sie meinen mich zu einer Therapie zwingen zu müssen von mir aus aber das wird das Verhältnis eher schlechter machen..
Naja erstmal abwartet, wie sich die Situation entwickelt..
Lg, Vanessa.

Clagiostro 02.04.2013 05:39

Guten Morgen xVannix,
das Problem mit dem "nicht miteinander reden können" kenne ich auch sehr gut.
Wenn Du trotz der Schwierigkeiten beim Miteinanderreden mit deiner Familie reden möchtest, solltest du vielleicht mal einen Brief an die Person schreiben, von der du denkst sie könnte mit dem Rest der Familie reden. Oder eben doch ein "Familiengespräch" einberufen.
Schreibe in diesem Brief von deinen Problemen mit der Schule, der Familie, dem Umgang mit den Tieren und deinen Ängsten und wie sehr du auf das Verständnis und die Hilfe der Familie angewiesen bist - auch um dir professionelle Hilfe zu suchen.
Ich glaube auch deine Mutter weiß noch nicht genau, wie schlecht es dir geht. Wenn sie es versteht wird sie dir helfen wollen. Aber das kann sie auch nur, wenn sie versteht wie wichtig es für dich ist.
Schreibe sachlich ohne direkte Vorwürfe oder Angriffe und betone wie viel dir deren Hilfe bedeuten würde.
Ich drücke dir beide Daumen dass du die Kraft hast so zu handeln und es dir dann Hilfe einbringt.
Liebe Grüße.

Pinkie 02.04.2013 08:50

Zu der Therapie kann ich nur sagen, mach das! Ich geh auch regelmäßig zu einem Therapeuten. Und das ist super!
Und mach dir schnellstmöglich einen Termin. Je nachdem wo du wohnst sind die Wartezeiten zwischen 1/2 - 1 Jahr

april 02.04.2013 11:30

Vanessa, ich meine, Du schätzt die Therapie falsch ein. Eine Therapie ist super, ich kann das nur jedem empfehlen, egal, ob man psychische Probleme hat oder nicht. So ein Therapeut wird dafür bezahlt, 60 Minuten lang (oder 45, je nachdem, wie lange so eine Sitzung geht) nur für DICH da zu sein, nur Deinen Standpunkt zu hören, Deine Position zu stärken usw. Das gibt es sonst nirgendwo.
Natürlich hört der Therapeut auch etwas von Dir und das kann einem sehr seltsam vorkommen oder unangenehm sein - ich hab mich deshalb immer darauf konzentriert, dass die Therapeutin für mich da ist und mir das ganz gleich ist, was sie denkt oder wie sie etwas bewertet (ausser vom professionellen Standpunkt aus), weil ihre Meinung keinerlei Bedeutung hat. Ich gehe da hin wegen ihrer professionellen Einschätzung. So wie ich zum Automechaniker gehe, damit der mir sagt, was diese unangenehmen Motorgeräusche zu bedeuten haben, aber seine Meinung über die abgekaute Bananenschale vor dem Beifahrersitz interessiert mich nicht. Kopf hoch! Therapie ist eine saucoole Sache!

xVannix 02.04.2013 17:31

Ich danke euch für euer Verständis was die Therapie-Sache angeht, hatte ich jetzt so ehrlich gesagt nicht erwartet. :)
Ich werd mal schauen was sich da machen lässt, auch wenn das eigentlich wichtiger als alles andere ist muss ich das erstmal mit mir selbst vereinbaren, da, wie von april schon richtig erkannt wurde, eine Therapie für mich garkeinen Sinn machen würde. Aber ich glaube das geht vielen in dieser Situation so..

Ich hab erstmal beschlossen die Kaninchenhaltung nebenbei zu erklären so wie vorhin im Auto als mein Vater mal wieder meinte ich soll den Kaninchen mal mehr "festes Futter" (TroFu) geben und nicht nur Grünzeugs sonst bekämen sie ja noch Durchfall. Erstmal aufgeklärt, dass eben TroFu zu Durchfall führt, weil der Kaninchenmagen und -darm nicht darauf ausgelegt ist + die Zusammensetzung davon (also eigentlich nur gefärbter Abfall + Lockstoffe damit die Kaninchen das fressen).
Ob er das aufgenommen und verstanden hat weiß ich nicht, gehört haben muss er es aber.^^
Samstag geh ich dann mal wieder nach nem Hochbett schauen mit meinen Eltern, da ich immernoch um die 6qm Gehegegröße kämpfe. Bei einer Zimmergröße von etwas über 7qm nicht so einfach, dann muss halt ein anderes Bett her.^^

Wenn das mit dem Erklären nebenbei immernoch nichts bringt dann kommt die schriftliche Form und wenn auch das nichts bringt dann weiß ich auch nicht ich glaub dann würd ich die nurnoch anbrüllen.. So schwer ist sowas doch nicht zu verstehen, oder..?

Pünktchen und Anton 02.04.2013 18:21

Hallo Vanni,

ich find es schön, wie liebevoll du dich um deine Tiere kümmerst und wie du sich wehemend für sie einsetzt, auch wenn du selber dafür unter deiner Mutter und deiner Schwester leidest.

Das mit der Therapie würde ich auch überlegen. Eine Freundin von mir ist Kinder- und Jugendpsychotherapeutin und die ist echt voll normal, gar nicht so furchtbar, wie man sich das vorstellt ;-)
Ganz im Gegenteil, eine Therapie kann dir helfen, dich noch besser kennenzulernen, auf deine Signale zu hören, dich zu stärken, etc.
Manchmal ist es gar nicht schlecht, mit jemandem zu reden, der "unvorbelastet" ist und viell. einen neuen, anderen Blick auf eine Sache eröffnet.
Ich wünsch euch auf jeden Fall ganz viel Glück, dir und deinen Süssen!

april 03.04.2013 08:53

Vanessa, ich hab nicht gesagt, eine Therapie mache keinen Sinn - ich bin ganz im Gegenteil der Meinung, eine Therapie ist immer sinnvoll und mega-interessant. Meine Freundin hat als Alleinerziehende ihre Töchter deren ganze Kindheit lang zur Therapeutin geschickt, weil sie sicher stellen wollte, dass die Kinder immer einen Menschen haben, bei dem sie sich über alles aussprechen können, auch über die Mutter. Gibt viele Gründe, so eine Therapie zu machen.

Pinkie 03.04.2013 09:24

Zitat:

Zitat von xVannix (Beitrag 486946)
Ich werd mal schauen was sich da machen lässt, auch wenn das eigentlich wichtiger als alles andere ist muss ich das erstmal mit mir selbst vereinbaren, da, wie von april schon richtig erkannt wurde, eine Therapie für mich garkeinen Sinn machen würde.

Eigentlich macht eine Therapie immer Sinn. Mein Therapeut hat auch Klienten die nur 5 Sitzungen haben und danach entlassen werden.
Mach dir einen Termin und höre was ein Therapeut zu sagen hat und dir vorschlägt.

Zitat:

Zitat von xVannix (Beitrag 486946)
Bei einer Zimmergröße von etwas über 7qm nicht so einfach, dann muss halt ein anderes Bett her.^^

Du wohnst mit deinen Nins zusammen in nur 7m²? Warum hast du überhaupt ein Gehege und lässt sie nicht frei laufen?

Zitat:

Zitat von Pünktchen und Anton (Beitrag 486971)
Das mit der Therapie würde ich auch überlegen. Eine Freundin von mir ist Kinder- und Jugendpsychotherapeutin und die ist echt voll normal, gar nicht so furchtbar, wie man sich das vorstellt ;-)

Was meinst du mit voll normal und wie man sich das so vorstellt?
Wie stellt man sich Therapeuten denn vor?

gerti 03.04.2013 10:06

Wie stellt man sich Therapeuten denn vor?[/quote]


Hahaha, das ist echt gut! Aber ich hab mit meiner Tochter schon ein paar sonderbare Exemplare kennengelernt! Und wir hatten ausreichend viele Gelegenheiten dazu! Du musst schon Glück haben auf einer Wellenlinie zu sein!
Aber ich gib meine Tips lieber per PN, ich hoffe das findet Verständnis!

Pünktchen und Anton 03.04.2013 10:10

Ich glaube, viele Menschen, zumindest in Deutschland, haben Angst vor Therapeuten, weil sie denken, dass dieser gleich jedes Wort analysiert, den Menschen irgendwie "bewertet" und ihnen, in ihren Augen viell. was schlechtes will. Dabei sind Therapeuten ganz "normale" Menschen, die sich für diesen Beruf entschieden haben, um den Menschen zu helfen, zuzuhören und eine Stütze zu sein.
In vielen anderen Ländern ist es hingegen überhaupt kein Thema zum Therapeuten zu gehen, weil man den Wert so eines Gesprächs erkannt hat.

april 03.04.2013 10:17

Deshalb empfehle ich, den Therapeuten als Archäologen zu sehen. Natürlich kann ich selbst irgendwo graben und dann finde ich Scherben sonder Zahl, Form und Farbe. Aber ohne Plan von Epoche, Gegend und Gebräuchen weiss ich nicht, ob die Scherben zu Schalen gehören, zu Töpfen oder zu Badezimmergeschirr. Der Therapeut hat das viel schneller 'raus, der ist ja Scherbenexperte.

Panzerknacker 03.04.2013 11:10

Ich kann für meinen Teil nur sagen, ich wäre heute froh wenn meine Eltern mich als junges Mädchen mal zu einem Therapeuten geschickt hätten! Und vorallem meine Traurikeit ernstgenommen hätten. Dann wäre ich heute vielleicht gesund! Aber so...kam es immer wieder in meinem Leben zu Phasen von Traurikeit, Unlust, Unzufriedenheit und immer wieder musste es weitergehen und man holte sich selbst aus dem Loch wieder raus. Bis dann, vor 6,5 Jahren in der Trennungsphase von meinem Mann, der total Zusammenbruch kam. Panikattacken und Angstzustände, in öffentlichen Verkehrsmitteln, Schlaflosigkeit und Todesängste in der Nacht, starke Depressionen. Eine absolute Mutlosigkeit mit Heulkrämpfen egal wo ich war und Kraftlosigkeit das tägliche Leben zu meistern. Ich hab mich nur noch Verkrochen, das Haus nicht mehr verlassen,meine gut bezahlte Anstellung in einer Rechtsanwaltskanzlei aufgegeben, Einkäufe immer durch Freundinnen erledigen lassen und das dann alleinerziehend mit 2 Kindern von damals 13J. und 4,5J.! Da half dann nur noch Arzt, Medikamente, Therapie und 8 Wochen Reha-Aufenthalt. Auch jetzt, Jahre später, bin ich nur mit Medikamenten einigermassen Leistungsfähig. Kann nicht mehr richtig Arbeiten, weil ich keinen Stress vertrage. Jetzt verkaufe ich bei einem Bekannten Waschmaschinen usw..Ich wünschte ich hätte die Kraft meine Aufgaben nicht nur alle mit dem größten seelisch-und körperlich zerrenden Kraftaufwand zuerledigen. Es war die schlimmste Zeit meines Lebens und ich wünsche es keinem, nur offen darüber reden, das hilft mir! Und das Therapeutengespräch war immer als wenn ich meiner Freundin das Herz ausschütte.

Ich denke, du solltest dich nicht hinter deine Kaninchen verstecken. Das ist alles nur Ausrede, weil du angst hast, das die Leute dich für bekloppt halten, weil du zu einem Therapeuten gehen musst oder vielleicht sogar in eine Klinik. Lass die anderen denken was sie wollen, du weißt das es nicht so ist! Aber nimm die Chance wahr, du wirst es sonst eines Tages bereuen, es aufgeschoben zuhaben. Denn mehr als ein Aufschieben ist es nicht!!! Und wenn man früh genug dagegen was tut, können diese Dinge therapiert werden. Bei mir wurde zulange gewartet!

Und um dir die Sorge mit deinen Kaninchen zunehmen! Vielleicht könnte ja dein Bruder die Pflege in der Zeit übernehmen. Mit 14 Jahren kann er das!! Frag doch einfach mal!!

Ich drücke dir die Daumen!!

xVannix 03.04.2013 11:33

Zitat:

Zitat von april (Beitrag 487247)
Vanessa, ich hab nicht gesagt, eine Therapie mache keinen Sinn - ich bin ganz im Gegenteil der Meinung, eine Therapie ist immer sinnvoll und mega-interessant.

ups war wohl etwas dumm vormuliert, das sollte eig. heißen, dass du erkannt hast, dass ich aus meiner Sicht heraus denke, eine Therapie würde keinen Sinn machen (also wie du gesagt hast falsch sein^^) sry :o

Zitat:

Zitat von Pinkie (Beitrag 487253)
Du wohnst mit deinen Nins zusammen in nur 7m²? Warum hast du überhaupt ein Gehege und lässt sie nicht frei laufen?

Meine Eltern wollten die nicht im frisch renovierten Wohnzimmer/Flur/Bad/Küche haben (obwohl die beiden eben diese ganze erste Etage mit etwas Aufsicht frei zur Verfügung haben, wenn ich das Gehege sauber mache:rolleyes:)
Das Gehege musste leider erstmal sein, weil ich keine Möglichkeit hab die Kabel von Pc oder Fernseher (der auch noch an der Wand hängt und da zwei Kabel runterbaumeln) so zu verstecken, dass sie da nicht drankämen. Und Nele fand sowohl Wii-Kabel als auch Pc- und Tv-Kabel äußerst interessant. :rolleyes:
Ich hab die Kabel erstmal an der Wand befestigt (innen würde nicht gehen, da säße ich sofort bei meiner Nachbarin im Zimmer) und jetzt liegt das ganze Kabelzeugs hinter meinem Pc. Wenn ich das Hochbett noch bekommen sollte sicher ich diese Ecke samt Schreibtisch mit Pc mit den Gehegeelementen ab (auf dem Schreibtisch liegen auch noch meine angefressenen Schulbücher^^) dann dürfen sie den Rest des Zimmers haben.^^

Für mich eigentlich kein Problem. Wenn ich in meinem Zimmer bin, dann entweder bei den Kaninchen im Gehege, in meinem Bett oder am Pc. Die kleine Umbauaktion würde eben außer der zur Verfügung stehenden Größe nichts ändern. Aber eben die ist mir ja auch für die Kaninchen so wichtig, weil ich ihnen, ohne hochzunehmen und ins Erdgeschoss zu tragen, sonst keinen zusätzlichen Auslauf geben kann..

Mein Vater meinte gestern sogar, dass das mit der Deckenhöhe schwierig werden könnte und er evtl. einen Freund, der Schreiner ist, mal fragen kann wegen einer Maßanfertigung.:eek:
Ich freu mich schon zu sehen, wie meine zwei freudig durch die Gegend hoppeln, wenn sie endlich mehr Platz haben. :)

Ach und eine Frage hab ich noch: Mein Vater will keinen PVC legen und momentan hab ich in dem Gehege auch nur Teppiche liegen, weil sie auf dem Laminat anfangs ziemliche Schwierigkeiten hatten. Im Wohnzimmer haben sie es dann zum Glück gelernt - rennen geht auch - und ich könnte dann eben nur ein paar Teile des Zimmers mit Teppich bestücken (z.B. neben dem Kratzbaum, damit sie beim Hoch- und Runterhüpfen nicht wegrutschen).
Wäre das denn soweit vertretbar, dass ich dann größtenteils Laminat hätte?
Ps: Stubenrein sind sie beide^^

Pünktchen und Anton 03.04.2013 11:44

Hallo Ruth, vielen Dank für deine Offenheit, mit der du aus deinem Leben erzählt hast, das hat mich sehr berührt. Ich denke, die Leute müssen einfach kapieren, dass das jedem von uns passieren kann, dass man nicht "bekloppt" ist, wie du schreibst, sondern der Mensch so veranlangt ist, dass er auf bestimmte Ereignisse reagiert und wenn viele Ereignisse zusammenkommen, eben auch der Körper extrem reagiert, so, dass man manchmal eben nicht mehr alleine damit zurechtkommt, sondern es hilft mit anderen darüber zu reden, die auch besseren Rat wissen und besser helfen können, als die beste Freundin.
Wie gesagt, ich glaube, dass diese Mechanismen in jedem menschlichen Körper vorhanden sind, die einen reagieren sensibler, während die anderen vielleicht härtere Schalen haben.

april 03.04.2013 11:45

:D Es gibt so viele Bekloppte - ich wäre froh, würden die mal zur Therapeutin gehen.

gerti 03.04.2013 11:52

Ja, das ist o.k. . Sie haben das Laufen darauf im Wozi gelernt! Im Forum hab ich schon mehreren gehört, die auf ihre glatten Böden kleinere Teppiche als "Inseln" gelegt haben!

Mandarine 03.04.2013 12:17

Huhu,
Zitat:

Zitat von xVannix (Beitrag 486385)
Meiner Meinung nach geht die das garnichts an was ich mit meinem Leben mache.

das sehe ich nicht so. Es sind schließlich deine Eltern und auch, wenn es dir so vorkommt als hätten sie manchmal kein Verständnis für deine Interessen oder sie würden nicht auf deine Bedürfnisse eingehen, sorgen sie sich um dich.

Versuche die ganze Sache doch mal aus ihrer Sicht zu sehen. Deine Probleme belasten sie sicherlich auch, sonst würde deine Mutter nicht mit dem Gedanken spielen, dich therapieren zu lassen, was euch alle übrigens voranbringen würde! Zudem bist du (und dein Bruder auch) noch in der Pubertät, da ist der eine oder andere heftige Streit unvermeidbar ;).

Wenn ihr auch immer in diesem Muster bleibt, wo ihr nur gegeneinander und nicht miteinander umgeht, wird das sowieso nichts. Rede doch mal mit deinen Eltern offen über eure Probleme, auch wenn es nicht leicht ist, und verstecke dich dabei bitte nicht hinter deinen Kaninchen, denn das ist nur ein Vorwand, den Problemen, die ihr habt einen oberflächlichen Grund zu geben.
Liebe Grüße, Mandarine

xVannix 03.04.2013 12:55

Oh man, wenn ich könnte würde ich hier jetzt wahrscheinlich heulend sitzen - ein Hoch auf die Gefühlslosigkeit..
Ich bin euch unendlich dankbar für euer Verständnis und ja es stimmt schon, dass ich immer alles andere vor mich und meine Probleme stelle, weil ich Angst habe, damit konfrontiert zu werden...
Um dem Beispiel von Panzerknacker nachzugehen einmal die Kurzfassung:

Ich bin sicher jeder kennt das, die erste große Liebe: Alles sollte super sein. War es bei mir nicht aber gut könnte man ja drüber hinwegkommen. Nur wenn Freunde sich darüber lustig machen, dass man abgewiesen wird und trzd. dem Kerl noch hinterherläuft wird das ganze nicht so einfach. Auch weil keiner wusste, dass ich von zuhause aus für alles was ich falsch gemacht oder gesagt hab Gewalt erfahren musste.. Dann gab es immernoch meinen kleinen Tröster, Leo, der dann am 6. September 2010 verstorben ist.. Ab da wusste ich einfach nicht mehr weiter, hab mich einfach in mein Zimmer verkrochen und die Lebenslust verloren. Im darauffolgenden Frühling, wenn das Wetter eigentlich besser und damit auch die Laune es werden sollte, wurde es bei mir einfach nur schlimmer. Ich machte erste Erfahrungen mit Selbstverletzendem Verhalten, was sich jetzt über die zwei Jahre hingezogen hat.
Narben haben meine Eltern oft zu Gesicht bekommen, aber da hat es gereicht, wenn ich gesagt hab, ich wäre am Dornenbusch oder so hängengeblieben..
Ich hab mir beigebracht Gefühle abzustellen und alles nurnoch in einem Blickwinkel zu sehen, weshalb ich mich auch schwer in andere hineinversetzen kann um ihre Sicht auf mich zu haben.
Ich würde mich schon fast als leere Hülle bezeichnen, die hier durch die Gegend läuft - ohne Sinn, ohne Ziel.
Meine Schulnoten werden auch immer schlechter, weil ich durch die Gewalterfahrung furchtbare Angst vor Fehlern bekommen hab. Ich denke stundenlang über Sachen nach um möglichst alle Konsequenzen im Blick zu haben und entscheide erst dann. In der Schule setz ich mich einfach in den Unterricht, höre zu und schreibe meine Klausuren. Schriftlich bewegt sich das alles im 3er Bereich, mündlich 4-5. In der Oberstufe bei einer Notenzusammensetzung aus 50:50 Schriftlich:Mündlich nicht sehr vorteilhaft..

Ich hab ehrlich gesagt letzten Herbst die Hoffnung auf Besserung aufgegeben, ich wollte nicht mehr. Der letzte Versuch aktiv Hilfe zu bekommen endete bei meiner Lehrerin. Sie zeigt endlich mal Verständnis was ich vorher kaum bekam, hat zugehört aber eben meiner Meinung nach zu früh gehandelt als sie der Schulleitung Bescheid gegeben hat, die dann letzten November bei mir zuhause angerufen hat.. Grund war ein Brief den ich ihr noch gegeben hatte, wo ich mich entschuldigt habe, dass ich einfach nicht mehr kann und nicht weiß wie lange das alles noch gut geht. Schweigepflicht hatte sie ja nicht, dann geht das schon in Ordnung, weil sie das ja melden muss.. Aber anstatt vorher mich nochmal drauf anzusprechen (den Brief hab ich ihr mitten in der Woche gegeben) sofort so zu entscheiden.. Naja jetzt wissen es nunmal meine Eltern. Meine Vater benimmt sich wie immer, nur meine Mutter schaut mich immer so komisch an.. Ich kann ihr nicht mehr richtig in die Augen schauen geschweige denn mit ihr reden.. In einem Moment tut es mir leid, dass sie meinetwegen Sorgen hat und im nächsten ist es mir plötzlich wieder egal, weil ich mir sage es ist mein Leben - ob ich mich umbringe oder nicht ist meine Sache, um es mal direkt auszudrücken...

So.. Das war jetzt doch alles andere als kurz aber naja erstmal so grob ein Überblick. Ich hoffe ich hab jetzt alles drin was ich sagen wollte. Ich verliere leider schnell den Überblick, weil ich wie gesagt immer nur einen schmalen Blickpunkt vertreten kann..

Pinkie 03.04.2013 13:02

Zitat:

Zitat von xVannix (Beitrag 487374)
Ich würde mich schon fast als leere Hülle bezeichnen, die hier durch die Gegend läuft - ohne Sinn, ohne Ziel.

Mädel, du bist gerade mal 16!
Ich kann dir nur raten schnellstmöglich einen Arzt und dann einen Therapeuten zu Rate zu ziehen!

Panzerknacker 03.04.2013 13:23

Das selbe wie Pinkie kann ich dir auch nur raten, geh zum Arzt!!!!!

Glaub mir, du bist nicht die einzige die sich selbst verletzt. Ich habe in der Rehaklinik ganz viele junge Leute kennengelernt, die durch die Selbstverletzungen ihren Druck abgebaut haben. Es war total erschütternd und schlimm! Du musst dir Hilfe holen, da schaffst du nicht alleine raus!!

Und ich muss sagen, mein Reha-Aufenthalt war eine der besten Zeiten meines Lebens. Weil alle das selbe durchgemacht haben, verstehen wie man sich fühlt und man kann sich vieles von der Seele reden, man wird gestützt und aufgefangen. Nach einiger Zeit, fühlt man sich geborgen wie es in einer gutfunktionierenden Familie sein sollte!

Nach der Reha ging es bei mir nur Bergauf;)

Ich überlege jetzt schon, wie ich einen weitern Reha-Aufenthalt organisiert bekomme.:rolleyes: Mein Arzt schickt mich gerne nochmal weg..:D

Pünktchen und Anton 03.04.2013 13:29

Hallo Vanni,

aber so kann es doch nicht weiter gehen. Dass du zu Hause Gewalterfahrungen machst / gemacht hast, ist wahrscheinlich Schuld daran und das muss als erstes abgestellt werden.
Es ist leider wie so oft und wie meine Freundin, die Therapeutin auch sagt, du bist nicht schuld, du hast nichts falsch gemacht, sondern die vielen Verletzungen durch Eltern, Freunde, den Ex, haben dazu geführt, dass es dir jetzt so schlecht geht. Ich glaube du bist depressiv, aber das weißt du bestimmt selbst. Die Gefühllosigkeit, die du dir antrainiert hast, um nicht mehr verletzt zu werden führt dann wiederum zu anderen Dingen, wie z. B. dem Borderline.
Und bei all dem ist es natürlich auch nicht verwunderlich, wenn du schlecht in der Schule bist, dir ebenfalls "antrainiert" hast, so lange über alles nachzudenken, bist du dir sicher bist, nicht wieder für deine Entscheidung bestraft zu werden.
All das behindert dich aber und stört dich einfach nur zu leben und glücklich zu sein. Aber jeder Mensch hat ein Recht darauf, glücklich zu sein, du auch!

Ich weiß, dass deine Angst groß ist, wieder verletzt zu werden, viell. auch von einem Therapeuten und du deswegen wahrscheinlich deine Tiere den Menschen vorziehst, aber bitte, bitte, um deinetwillen und wegen der Kaninchen, such dir Hilfe!
Es gibt sicher eine Möglichkeit, dass du dich nicht von deinen Tieren trennen musst. Selbst, wenn du und der Therapeut (und du wirst von einem guten Therapeuten immer gefragt und die Entscheidung mit einbezogen) entscheidet, dass es das Beste für dich ist von zu Hause rauszukommen gibt es sicherlich Möglichkeiten, wo du deine Tiere hin mitnehmen kannst.
Selbst wenn du eine Zeit lang in eine Klinik müsstest, was du aber erst weißt, wenn du mal hingegangen bist und ihr drüber geredet habt, wird sich eine Möglichkeit finden, wo sie gut betreut werden und hinterher hast du deine Nins wieder.

Deine Lehrerin hatte sicherlich Angst, dass du dir was antun könntest und hat deswegen so schnell und viell. auch unüberdacht gehandelt.
Klar, deine Eltern schweigen das ganze Problem tot.
Was sagt denn dein jetziger Freund dazu? Unterstützt er dich? Habt ihr mal überlegt, ob es mit Zustimmung deiner Eltern möglich wäre mit zu ihm zu ziehen?
All das sind Fragen, die du in einer Therapie überlegen und bearbeiten könntest, er könnte eine Art Vermittler zwischen dir und deiner Familie sein.
Bitte, tu es für dich und dein Leben, sobald wie möglich. So wie es jetzt ist, kann es nicht weiter gehen, das weißt du selber. Und eigentlich ist das Leben doch viel zu schön, um es sich von anderen kaputt machen zu lassen?!

gerti 03.04.2013 13:36

Google dich doch mal durch die Seiten von Kinder- und Jugenpsychjatrien in Deiner Erreichbarkeit. Ein Raustauchen aus dem täglichen Umfeld ist oft die einzige Möglichkeit, dass Du wieder hoch kommst. Wie Du weißt, wäre meine Tochter sonst auch nicht mehr!
Und es gibt unzählige Jugendliche die es ähnlich geht. Eine ordentliche Klinik bezieht auch die Eltern sehr gut ein. Manche Jugendliche möchten oder können nicht mehr nach Hause und für sie wird nach einer Unterkunft in einer Jugendwohngruppe gesucht. Die Möglichkeit wieder nach Hause zu kommen besteht dann aber auch immer. Ich hab da in der Zeit mit meiner Tochter viel mitbekommen.
Außerdem kann Dir ein Erziehungsbeistand auch viel helfen. Du kannst im Jugendamt anrufen und Dir einen Termin ausmachen, wann Du mal zum Informieren kommen kannst.

Panzerknacker 03.04.2013 13:41

Zitat:

Zitat von Pünktchen und Anton (Beitrag 487325)
Hallo Ruth, vielen Dank für deine Offenheit, mit der du aus deinem Leben erzählt hast, das hat mich sehr berührt. Ich denke, die Leute müssen einfach kapieren, dass das jedem von uns passieren kann, dass man nicht "bekloppt" ist, wie du schreibst, sondern der Mensch so veranlangt ist, dass er auf bestimmte Ereignisse reagiert und wenn viele Ereignisse zusammenkommen, eben auch der Körper extrem reagiert, so, dass man manchmal eben nicht mehr alleine damit zurechtkommt, sondern es hilft mit anderen darüber zu reden, die auch besseren Rat wissen und besser helfen können, als die beste Freundin.
Wie gesagt, ich glaube, dass diese Mechanismen in jedem menschlichen Körper vorhanden sind, die einen reagieren sensibler, während die anderen vielleicht härtere Schalen haben.


Genauso ist es!!

Noch dazu handelt es sich bei der Depression um eine Unterfunktion der Serotinproduktion im Gehirn. Dieser ist für die natürlichen Glücksgefühle zuständig. Wie bei jemanden der eine Unterfunktion der Schilddrüse hat, nimmt man dieses Serotin dann wie andere das Jod zu sich. Und eigentlich sollte dann irgendwann die Produktion wieder in schwung kommen, das man die Tabletten absetzen kann. Mein Arzt hat es mir mal an hand eines Kugelschreibers erklärt. Das Serotin sorgt dafür das die Feder/die Depression im Kugelschreiber/Körper runtergedrückt wird. Ziel ist, das die Feder einrastet und du somit wieder ohne Medikamente auskommst. Das sollte so nach ca 12 Monaten der Fall sein. Bei mir haut es leider nicht hin, sobald ich mit den Tabletten aufhöre, merke ich es geht mir wieder schlechter. :rolleyes:

Und wie du auch sagst, jeder reagiert auf die selben Dinge anders. Ein gesunder kommt damit besser klar, als ein Kranker! Und man muss sich auch eingestehen das es eine Krankheit ist und dazu stehen. Und nur wenn man offen darüber redet, kann die Umwelt auch lernen mit dieser Krankheit umzugehen!

Panzerknacker 03.04.2013 14:00

Zitat:

Zitat von Pünktchen und Anton (Beitrag 487385)
Hallo Vanni,

aber so kann es doch nicht weiter gehen. Dass du zu Hause Gewalterfahrungen machst / gemacht hast, ist wahrscheinlich Schuld daran und das muss als erstes abgestellt werden.
Es ist leider wie so oft und wie meine Freundin, die Therapeutin auch sagt, du bist nicht schuld, du hast nichts falsch gemacht, sondern die vielen Verletzungen durch Eltern, Freunde, den Ex, haben dazu geführt, dass es dir jetzt so schlecht geht. Ich glaube du bist depressiv, aber das weißt du bestimmt selbst. Die Gefühllosigkeit, die du dir antrainiert hast, um nicht mehr verletzt zu werden führt dann wiederum zu anderen Dingen, wie z. B. dem Borderline.
Und bei all dem ist es natürlich auch nicht verwunderlich, wenn du schlecht in der Schule bist, dir ebenfalls "antrainiert" hast, so lange über alles nachzudenken, bist du dir sicher bist, nicht wieder für deine Entscheidung bestraft zu werden.
All das behindert dich aber und stört dich einfach nur zu leben und glücklich zu sein. Aber jeder Mensch hat ein Recht darauf, glücklich zu sein, du auch!

Ich weiß, dass deine Angst groß ist, wieder verletzt zu werden, viell. auch von einem Therapeuten und du deswegen wahrscheinlich deine Tiere den Menschen vorziehst, aber bitte, bitte, um deinetwillen und wegen der Kaninchen, such dir Hilfe!
Es gibt sicher eine Möglichkeit, dass du dich nicht von deinen Tieren trennen musst. Selbst, wenn du und der Therapeut (und du wirst von einem guten Therapeuten immer gefragt und die Entscheidung mit einbezogen) entscheidet, dass es das Beste für dich ist von zu Hause rauszukommen gibt es sicherlich Möglichkeiten, wo du deine Tiere hin mitnehmen kannst.
Selbst wenn du eine Zeit lang in eine Klinik müsstest, was du aber erst weißt, wenn du mal hingegangen bist und ihr drüber geredet habt, wird sich eine Möglichkeit finden, wo sie gut betreut werden und hinterher hast du deine Nins wieder.

Deine Lehrerin hatte sicherlich Angst, dass du dir was antun könntest und hat deswegen so schnell und viell. auch unüberdacht gehandelt.
Klar, deine Eltern schweigen das ganze Problem tot.
Was sagt denn dein jetziger Freund dazu? Unterstützt er dich? Habt ihr mal überlegt, ob es mit Zustimmung deiner Eltern möglich wäre mit zu ihm zu ziehen?
All das sind Fragen, die du in einer Therapie überlegen und bearbeiten könntest, er könnte eine Art Vermittler zwischen dir und deiner Familie sein.
Bitte, tu es für dich und dein Leben, sobald wie möglich. So wie es jetzt ist, kann es nicht weiter gehen, das weißt du selber. Und eigentlich ist das Leben doch viel zu schön, um es sich von anderen kaputt machen zu lassen?!

Muss da mal korrigieren: die Gefühlslosikeit, trainiert man sich nicht an!!

Wenn der Körper nicht mehr kann, macht er dicht! Und dabei entsteht diese Gefühlslosigkeit, das ist ein Schutz, gegen den du nichts machen kannst! Mir war alles egal!! Meine Trennung von meinem langjährigen Partner! Meine Kinder!! Ich wußte noch nicht mal mehr ob ich meine Kinder überhaupt liebe!! Meine Arbeit!! Einfach alles!! Eigentlich war ich innerlich schon tot!! Und das hatte nichts mit dem Willen alles zu verdrängen zutun. Es war einfach so!!

Panzerknacker 03.04.2013 14:01

Zitat:

Zitat von april (Beitrag 487326)
:D Es gibt so viele Bekloppte - ich wäre froh, würden die mal zur Therapeutin gehen.


ABER.....wir sind ja nicht bekloppt...ne;)...wollte ich nur mal klarstellen!!:p

Pünktchen und Anton 03.04.2013 14:36

Hallo Ruth, wie genau sich das im Körper abspielt, weißt du als Betroffene natürlich besser, ich kann mir nur vorstellen, wie das im Körper ablaufen könnte.
Ich denke, das sind tief verborgene, innere Schutzmechanismen, wahrscheinlich noch aus der Evolution, deshalb denke ich auch, dass sie bei jedem Menschen vorhanden sind. Bei einigen ist die Feder stärker gespannt und bei anderen löst der Mechanismus schneller aus. So meine leienhafte Vorstellung.
Jedenfalls zeigt das ganz deutlich, dass eben nix verkehrt ist mit den Leuten, nicht mit Vanni, nicht mit dir oder mit sonst jemandem, sondern dass euer Körper sensibler auf die Umwelt reagiert.
Und ganz ehrlich, wenn man sich damit befasst - und ich denke auch in einer Therapie - merkt man auch immer deutlicher, dass die Reize, die diesen Mechanismus auslösen das Falsche sind, z. b. häufig eben diese Gewalterfahrungen, egal ob körperlich oder psychisch.
Das der Körper uns schützen will, ist ja nicht das Falsche, sondern die anderen, die Menschen quälen, der Stress, die Überforderung, die vielen Dinge, sei es beruflich oder privat.

Ich vergleiche das viell. mal mit einer Schockreaktion, nach einem schweren Blutverlust. Der Körper will sich nur schützen und transportiert das wenige verbliebene Blut ins Zentrum, zu den Organen. Ansich nichts Schlechtes, aber lebensgefährlich und wenn man nicht schnell genug Abhilfe schafft tödlich.

Ich denke wie du, dass es sehr gut ist, wenn man andere Betroffene kennenlernt und zum 1. Mal merkt, dass man nicht alleine ist, das man nicht "verkehrt" oder wie du es nanntest, bekloppt ist, sondern dass es vielen Menschen so geht.

Dass deine Feder noch nicht einrasten will, liegt viell. auch daran, dass du erst so spät Hilfe bekommen hast und so lange damit leben musstest und jetzt ist es schwerer. Umso mehr spricht dafür, sich nicht zu schämen, oder dem auszuweichen, sondern sich so früh wie möglich Hilfe zu suchen.

Pünktchen und Anton 03.04.2013 14:40

Zitat:

Zitat von Panzerknacker (Beitrag 487405)
ABER.....wir sind ja nicht bekloppt...ne;)...wollte ich nur mal klarstellen!!:p

Vielleicht ist ja auch die Welt bekloppt, die Art, wie wir Menschen miteinander umgehen und auch mit anderen Lebewesen. Und ihr habt einfach die feineren Antennen dafür, während andere jeden Tag in der Waffenfabrik arbeiten und nix merken (jetzt mal überspitzt)

Panzerknacker 03.04.2013 15:03

Zitat:

Zitat von Pünktchen und Anton (Beitrag 487423)
Hallo Ruth, wie genau sich das im Körper abspielt, weißt du als Betroffene natürlich besser, ich kann mir nur vorstellen, wie das im Körper ablaufen könnte.
Ich denke, das sind tief verborgene, innere Schutzmechanismen, wahrscheinlich noch aus der Evolution, deshalb denke ich auch, dass sie bei jedem Menschen vorhanden sind. Bei einigen ist die Feder stärker gespannt und bei anderen löst der Mechanismus schneller aus. So meine leienhafte Vorstellung.
Jedenfalls zeigt das ganz deutlich, dass eben nix verkehrt ist mit den Leuten, nicht mit Vanni, nicht mit dir oder mit sonst jemandem, sondern dass euer Körper sensibler auf die Umwelt reagiert.
Und ganz ehrlich, wenn man sich damit befasst - und ich denke auch in einer Therapie - merkt man auch immer deutlicher, dass die Reize, die diesen Mechanismus auslösen das Falsche sind, z. b. häufig eben diese Gewalterfahrungen, egal ob körperlich oder psychisch.
Das der Körper uns schützen will, ist ja nicht das Falsche, sondern die anderen, die Menschen quälen, der Stress, die Überforderung, die vielen Dinge, sei es beruflich oder privat.

Ich vergleiche das viell. mal mit einer Schockreaktion, nach einem schweren Blutverlust. Der Körper will sich nur schützen und transportiert das wenige verbliebene Blut ins Zentrum, zu den Organen. Ansich nichts Schlechtes, aber lebensgefährlich und wenn man nicht schnell genug Abhilfe schafft tödlich.

Ich denke wie du, dass es sehr gut ist, wenn man andere Betroffene kennenlernt und zum 1. Mal merkt, dass man nicht alleine ist, das man nicht "verkehrt" oder wie du es nanntest, bekloppt ist, sondern dass es vielen Menschen so geht.

Dass deine Feder noch nicht einrasten will, liegt viell. auch daran, dass du erst so spät Hilfe bekommen hast und so lange damit leben musstest und jetzt ist es schwerer. Umso mehr spricht dafür, sich nicht zu schämen, oder dem auszuweichen, sondern sich so früh wie möglich Hilfe zu suchen.

Ja genauso ist es! Deshalb um so wichtiger für Vanni, sich jetzt schnell Hilfe zu holen!! Ich kann das immer nur befürworten, hab da inzwischen ganz sensible Antennen und mache immer Mut den Schritt zur Therapie zu wagen!!

xVannix 03.04.2013 19:44

Zitat:

Zitat von Pünktchen und Anton (Beitrag 487385)
Was sagt denn dein jetziger Freund dazu?

'Nen Freund hab ich momentan (zum Glück) nicht. Meine letzte Beziehung war auch gleichzeitig meine erste und ging letzten Oktober nach nem halben Jahr zuende. Es war auch echt besser so, weil es eben kurz vor diesem Zeitpunkt war, als garnichts mehr ging. Ihm hab ich das alles nie erzählt, ich glaube nicht, dass er das verstanden hätte..
Es waren auch wieder typisch "Freunde" die die ganze Zeit was dagegen gesagt haben und wir würden nicht zsm.-passen etc. Mittlerweile hab ich das auch gemerkt aber zu dem Zeitpunkt tat das echt weh..
Mein Ex hat leider meine Unentschlossenheit und die Tatsache, dass ich nur schwer oder nicht Nein sagen kann ausgenutzt. Irgendwann ging das ganze dann einfach auseinander, ich konnte nicht vertrauen, nicht lieben und hab es dann gelassen.
Dann kam eben dieses Macho-Gehabe von wegen er hätte sowieso keine Gefühle mehr gehabt und so weiter.. Aber dann 'nen Monat später ankommen und sagen er hätte mich doch gerne zurück...

Was mir noch einfällt: Ich hab genau zu dem Zeitpunkt als ich wirklich aufgegeben hatte aufgehört mich um mich zu kümmern. Ich hab es allen recht gemacht, wie immer, aber alles was mich betrifft mit Absicht gemieden. Ich hab nichts gegessen, bis ich nach 3 Tagen umgekippt bin.. Klar kann das so nicht weitergehen und ich bin wieder aufgestanden hab zum 1000-mal gekämpft aber es wird eben wieder schlimmer..

Meine "beste Freundin" hat die Schule gewechselt, Kontakt fast abgebrochen.. Sie war die Person die mir in der schweren Zeit immer beigestanden hat, der ich jeden Fehler verziehen hab. Und kaum mach ich eine Sache nicht richtig bin ich wieder die blöde und sie denkt sich ich schaff das auch allein.. Sonst wär sie nicht einfach gegangen. Das war insgesamt ein ziemlich blöder Streit, sie hat bei mir wie so oft über iwas abgelästert und ich durfte immer zuhören, gut zu reden und zustimmen. Aber i-wann hatte ich die Nase voll, vorallem da es um eine gute Freundin von ihr ging. Der hab ich das erzählt weil ich nicht immer zwischen den Stühlen stehen wollte, daraufhin meinte sie, sie könne mir nicht mehr vertrauen..

Aber als sie ihrer Mutter einfach ohne mich zu fragen erzählt hat, dass ich plane mich umzubringen, einfach willkürlich i-welche Tabletten (z.B Ritalin) schlucke um die Wirkung auszuprobieren.. Ich habe nichts gesagt einfach nur ein "ok ich regel das". Klar hat ihre Mutter dann hier angerufen und ich durfte mich wieder rausreden. Mein Vater hat mir zum Glück abgekauft, dass ich gesagt hab sie habe wohl was nicht richtig verstanden..

Ich werd mich Montag mal mit einer Freundin unterhalten von der ich weiß, dass sie auch in Therapie ist.. Ich weiß ja irgendwo, dass es so nicht weitergeht aber ich komme aus diesem Teufelskreis nicht raus.
Ich denke immer, dass ich mein Leben selbst in den Griff bekommen muss. Das es soetwas, wie eine Probe ist, die ich zu meistern habe. Und wenn ich es nicht alleine schaffe, könnte ich nie etwas hinbekommen..

Ich war jetzt fast den ganzen Tag mit ner Freundin unterwegs mal abschalten - hat gut getan. Kaum bin ich zuhause geht die Stimmung wieder gegen Null.. Dabei bin ich eigentlich gern zuhause.. Ich weiß nicht, wo das immer her kommt.
E: Das mit der Gewalterfahrung haben sowohl ich als auch mein Bruder und meine Schwester mitmachen müssen, aber das ist jetzt auch schon etwas her.. Ich hab ehrlich gesagt manchmal immernoch Angst, wenn mein Vater etwas lauter wird, obwohl ich mich zumindest körperlich wehren könnte..
Ich war schon immer etwas gutmütiger und anfälliger, wenn was trauriges passiert ist. Ich hab früher bei jedem Mist geheult. Heute wär ich froh, wenn ich es könnte.. Wahrscheinlich sind meine Geschwister deswegen "normal" und ich eben nicht..

Sinchen93 03.04.2013 20:27

Oh man das ist alles echt hart zu lesen und tut mir selbst weh..
Also, die anderen haben auf jeden Fall recht, eine Therapie ist wirklich notwendig.
Heute muss man sich für sowas auch nicht mehr schämen, früher sah das, in meinem Umfeld, anders aus. Ich finde Psychotherapie sehr sinnvol und notwendig und kann vielen Menschen das Leben erleichtern.
Wenn du nicht gleich zu einem Therapeuten gehen möchtest, kannst du auch zu einem Sozialarbeiter, der kann dir auch schon etwas helfen. Eigentlich hat jede Schule mindestens einen Schulsozialarbeiter (der leider zu oft gar nicht wahrgenommen wird, ich wusste das bis vor kurzen auch nicht, habe aber einen Vortrag von unserem Schulsozialarbeiter gehört).

Pünktchen und Anton 04.04.2013 14:41

Hey Vanni,

ich finde, erst mal solltest du aufhören, den Fehler bei dir zu suchen. Du bist genauso "normal" wie deine Geschwister und es ist nicht deine Schuld, sondern die deines Vaters!
Niemand hat das Recht einem anderen Gewalt anzutun, es gibt keine Ausrede dafür!

Du bist eben nur sensibler als deine Geschwister und gefühlvoller, du hast nicht so eine harte Schale und lässt die Dinge mehr an dich ran. Und leider führt das wahrscheinlich auch zu großer Gutmütigkeit, die dann von sog. Freundinnen oder von deinem Ex ausgenutzt werden. Das alles ist aber noch kein Beinbruch, du musst nur lernen, damit umzugehen. Wenn du auf der Straße eine Umfrage starten würdest, was den Menschen lieber wäre, ein sensibler, gefühlvoller Mensch oder ein gefühlloser Klotz, würden sie sich sicher für das erste entscheiden!

Als Zweites solltest du dich unbedingt mehr um dich kümmern, wenn du dich körperlich wohler fühlst, dir auch gegen deinen Willen und dein Gefühl schöne Momente gönnst, kannst du ein bisschen Energie für dich sammeln und magst dich und das Leben mit der Zeit vielleicht auch selbst wieder mehr. Du hast ja schon gemerkt, dass das Ausspannen mit deiner Freundin dir gut getan hat. Versuch mehr Dinge zu machen, die dir gut tun. Du solltest da mal egoistisch sein, auch wenn es dir schwer fällt. Du bist jetzt nunmal in dieser Situation, wo es dir nicht gut geht und du selbst nicht mit dir zurechtkommst. Da kannst du dir das bisschen Energie nicht auch noch von anderen aussaugen lassen, auch wenn sich das hart anhört.

Und dann finde ich es gut, dass du dich Montag mit dieser Freundin unterhalten willst. Vielleicht ist ihr Therapeut ja ganz gut und du findest den Mut einen Termin zu machen. Sieh ihn, bzw. sie einfach als guten Freund / Freundin, der nur für dich da ist und nur dir zuhört. Er löst das Problem ja nicht für dich, d. h. er kriegt dein Leben nicht für dich in den Griff, sondern das musst du, genauso wie du es willst, selber tun. Er begleitet dich nur dabei, ist dir eine Stütze und ein guter Zuhörer und auch ein Ratgeber in der schweren Zeit ;-)

Aber wenn, dann musst du diesen Schritt für dich machen, weil du ein schönes Leben willst und eine schöne Zukunft, in der du die Welt genießen kannst, nicht für deine Mutter oder sonst jemanden.
Du spielst die Hauptrolle in deinem Leben, lass es dir nicht länger von deinem Vater, oder sonst wem kaputt machen! Es gibt so viel Schönes da draußen, wofür es sich zu leben und zu kämpfen lohnt!

xVannix 05.04.2013 02:59

Ich hab es leider nie anders kennengelernt, als ständig an allem Schuld zu haben oder alles falsch zu machen. Wenn wir Kinder einfach Kinder seien wollten und uns mal nicht nach der 'Norm' verhalten haben kamen auch ständig abwertende Kommentare wie z.B "Wegen euch bin ich ständig krank, ihr kostet mich den letzten Nerv" von meiner Mum. Klar ist es nicht leicht mit Kindern klarzukommen nur frag ich mich dann, warum sie gleich 3 wollte..
Ich weiß bis auf die schlechten Dinge fast nichts mehr aus meiner Kindheit. Ich wolltealles verdrängen und wenn mir was wieder einfällt dann nur schlechtes.. Ich weiß noch wie mein Vater mich und meine Schwester als wir nachts noch rumgealbert haben mal wieder hoch kam, uns geschlagen, aus dem Bett gezerrt und vor die Tür gesetzt hat... Ich weiß nicht mehr wann genau das war aber ich war noch ziemlich jung.. Ich stand da als Kind mitten in der Nacht mit meiner 3 Jahre älteren Schwester vor der Tür und hab mir gewünscht ich ware einfach woanders. Ich wollte weglaufen aber hatte zu viel Angst.. Als mein Vater uns wieder reingeholt hat war die nächsten Nächte erstmal Ruhe..
Naja oder dass wenn man seinen Bruder aus Spaß im Spiel ans Klettergerüst im Garten bindet und den Knoten nicht wieder aufkriegt.. Dann wird man halt vor dem Rest der Familie ins Haus gezerrt und gegen die Wand geschmissen.. Keine Ahnung ob ich dann freiwillig im Zimmer geblieben bin oder eingesperrt wurde.. Das kam auch oft genug vor..

Oh man ich hasse diese schlaflosen Nächte wo man zu viel nachdenkt.. Wenn ich könnte würd' ich mein Leben mal resetten, einfach neu starten und von vorne anfangen.
Wenn ich dran denke dass nächste Woche auch noch die Schule weiter geht.. Ich kann nicht mehr ich würd' am liebsten den ganzen Tag im Bett bleiben und schlafen..

Clagiostro 05.04.2013 05:28

Guten Morgen,
um sich selbst zu retten, ist manchmal eine Trennung nötig und sinnvoll.
Mit etwas Abstand zu den Menschen und Gegebenheiten die Dir Kummer oder Schmerz verursachen hat man die Möglichkeit zu gesunden - auch seelisch.
Es gibt die Möglichkeit -wenn sonst garnichts mehr geht - das Jugendamt um Hilfe zu bitten und in eine Jugendwohngemeinschaft zu ziehen.
Aber auch dann wäre Hilfe durch eien Therapeuten sehr wichtig! Der hilft Dir deine Probleme mit Abstand zu betrachten und vor allem auch einen Weg zu finden damit umgehen zu können.
Viel Glück.

Mandarine 05.04.2013 16:53

Therapeuten sind keine Monster
 
Hallo Vanessa,
du hast wohl selbst schon erkannt, dass es so nicht weitergehen kann.
Und der nächste Schritt wäre, Hilfe in Form von Therapie anzunehmen. Das ist nichts schlimmes, du kannst dieser Person vertrauen und sie kann dir helfen. Das heißt, wenn du z.B. schilderst, dass dein Vater dir gegenüber Gewalt angewendet hat, wird ein guter Therapeut ein Einzelgespräch mit deinem Vater aufsuchen um so etwas künftig zu vermeiden und vielleicht auch seine Erziehungsweisen zu hinterfragen. Zudem ist es glaube ich auch notwendig, dass ihr euch einfach mal darüber aussprechen könnt und jeder frei sagen kann, was er denkt und fühlt. Der Terapeut sitzt dann daneben und versucht sich ein Bild von der Stuation zu machen um dementsprechend zu helfen.
Liebe Grüße, Mandarine


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