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AW: gebe ich meinen ninchen zu wenig futter ?? EDIT by lolo: abgetrennt aus kaninchenforum.de/kaninchenhaltung-allgemeines/1803-gebe-meinen-ninchen-zu-wenig-futter.html Hallo, die Fähigkeit aus einer Vielzahl von möglichen Nährstoffquellen eine den Bedarf deckende Ration zusammenzustellen sowie giftige bzw. verdorbene Futtermittel zu meiden ist eine überlebenswichtige Verhaltensweise in freier Natur. Dieses Verhalten beruht nicht ausschließlich auf angeborenen Instinkten, sondern zum Großteil auf einem Lernprozess. Dies ermöglicht den Tieren neue Habitate zu erobern, in denen unbekannte Nahrungsquellen zu finden sind. Nicht nur Wildtiere, sondern auch domestizierte Haustiere zeigen dieses Verhalten. Selbst Arten, die weitaus länger domestiziert sind als das Kaninchen (z.B. Hausschwein) oder Arten, die unter ganz anderen Umständen selektiert werden (z.B. Farbratten) sind in der Lage, ihren Nährstoffbedarf selbst zu decken und toxische Futtermittel zu meiden. Farbratten leisten mit dieser Fähigkeit sogar der Wissenschaft ihren Dienst. Kaninchen wurden im Gegensatz zu Farbratten hauptsächlich als Fleischlieferanten gehalten und gezüchtet. Bis vor wenigen Jahren war es üblich, Hauskaninchen mit frischer Wiese und Küchenabfällen zu ernähren. Diese Praktiken haben sich in ländlichen Gegenden teilweise sogar bis heute gehalten. Fertigfutter ist eine recht neumodische Erscheinung. Die Fähigkeit zur Selektion wurde also weiterhin gefordert und gefördert. Dass Hauskaninchen dieses Verhalten bis heute behalten haben zeigen nicht nur die zahlreichen Tiere, die inzwischen mit einem freien Angebot an Frischfutter ernährt werden. Bis heute verwildern Hauskaninchen immer wieder und siedeln sich erfolgreich an. Ohne die Fähigkeit der Futterwahl wäre ihnen das nicht möglich. Der Nährstoffbedarf eines Tieres ist individuell. Weiterhin gibt es nicht nur Nährstoffe, die zum Leben benötigt werden sondern auch solche, die Gesundheit und Robustheit fördern, aber nicht lebensnotwendig sind. Letztendlich bedeutet dies, dass der Halter nicht wissen kann, was das Kaninchen an Nährstoffen benötigt. Wird ein Futtermittel getrocknet, verliert es einen Großteil seiner Nährstoffe. Bis zu 50% sind es allein bei der Trocknung, 6-8% bei jedem weiteren Monat Lagerung. Ein zusätzliches Problem ist, dass dem Halter i.d.R. nicht bekannt ist, welche Nährstoffe in welchem Maß im Heu enthalten sind. Daher ist auch nicht bekannt, welche Menge an Frischfutter zugefüttert werden muss, um diesen Verlust auszugleichen. Die Gefahr einer Mangelernährung ist dadurch bei einer Heu + rationiertes Frischfutter weitaus höher als bei einem Ad Libitum Angebot von vielfältigem Frischfutter. Gleiches gilt für toxische Pflanzen oder verdorbene Futtermittel. Durch die Fähigkeit der Selektion wird solche Nahrung i.d.R. von Kaninchen gemieden, die entsprechend ernährt werden. Hingegen kommen Vergiftungen bei Kaninchen, welche keine Auswahlmöglichkeit haben bzw. eingeschränkt sind häufig vor. Zudem kann es passieren, dass der Mensch nicht erkennt, dass ein Futtermittel ungeeignet ist. Z.B. vermehrt Schimmelsporen im Heu, für den Mensch nicht immer zu erkennen, für das Kaninchen schon. Bleibt keine Ausweichmöglichkeit, ist das Kaninchen gezwungen, ein solches Futter aufzunehmen, selbst wenn es sich damit schadet. Da das Selektionsverhalten auf einem Lernprozess beruht und ermöglich, neue Angebote an Nahrung passend einzuordnen ist es auch nicht nötig, sich auf Futtermittel zu beschränken, welche unter natürlichen Umständen zu bestimmten Jahreszeiten zu finden sind. Allerdings kann ein saisonales Angebot sinnvoll sein, nicht nur bei ad libitum Fütterung. Einschränkung gibt es hinsichtlich verarbeiteter Futtermittel, insbesondere Fertigfutter, welche mit Aromastoffen versetzt werden, um die Tiere zu täuschen. Weizen sollte gar nicht gefüttert werden. Beides kann die Selektionsfähigkeit der Tiere stark einschränken. Eine gewisse tägliche Beobachtungszeit sollte unabhängig von der Fütterungsweise für jeden Halter selbstverständlich sein, genauso wie die regelmäßige Kontrolle des Gesundheitszustandes inklusive des Körpergewichts. @ kaninchen2000 Wie du anhand dieser Diskussion erkennen solltest, gibt es unterschiedliche Meinung zu dem Thema. Kaninchen sind Frischköstler, welche sich unter natürlichen Umständen von einem vielfältigen Angebot verschiedener Pflanzen ernähren. Das Hauptfutter sollte m.E. immer Frischfutter sein, d.h. mind. 50% der gesamten Futtermenge. Idealerweise ein großes Angebot an verschiedenen Sorten zur freien Aufnahme. Dies ist aber nicht für jeden immer machbar. Wird die Frischfuttermenge eingeschränkt, sollten mind. ½ bis 2/3 der Menge strukturiertes Grünfutter (Gräser, Kräuter, Kraut und Blätter von Kulturpflanzen etc.) sein, der Rest andere Gemüsesorten, Obst in geringeren Mengen. Ab dem Spätherbst sollte die Menge an zuckerhaltigen Futtermitteln (d.h. Wurzel und Knollengemüse, Obst (weniger)) bei Kaninchen in Außenhaltung erhöht werden. Zudem sollten auch solche Kaninchen stets die Möglichkeit haben zu wählen, d.h. es sollte Heu verschiedener Herkunft angeboten werden. Zusätzlich können ca. 20g/kg Körpergewicht Kräuter pro Woche pro Kaninchen gefüttert werden. Kraftfutter nur für Kaninchen, die es nötig haben. Du musst selbst herausfinden, welche Menge für deine Tiere nötig ist. Wenn ein Tier gierig auf Frischfutter ist, ist es wie beschrieben zu wenig. Ansonsten musst du beobachten, wie viel deine Kaninchen insgesamt fressen und dann abschätzen, welchen Anteil davon bei dir Frischfutter ausmacht. Gruß Ithilion |
AW: gebe ich meinen ninchen zu wenig futter ?? Zitat:
Mal als Beispiel möchte ich die Fütterung von einem Kaninchenhalter aus einer deutschen Großstadt (Innenstadt München) aufzeigen: - Am Wochenende wird der Englische Garten besucht und eine riesige Portion Wiesen-Kräuter geerntet - Mittwochs wird in einem kleineren Park oder anderen Stellen Wiesengrün gepflückt - Wenn sich die Möglichkeit bietet (Bekanntenbesuche etc.) wird ebenfall etwas gepflückt - Das Wiesengrün wird anschließend auf die Tage aufgeteilt (Also das Grün vom Englischen Garten auf Sonntag, Montag, Dienstag, das Grün vom Park auf Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag) etc. und im Gemüsefach in einem Papier eingeschlagen aufbewahrt (Zeitungspapier oder Küchenrolle, Handtuch). Ebenfalls möglich sind Keller, kühle Räume etc. - Täglich wird diese Portion den Kaninchen angeboten - Zusätzlich wird blattreiches Gemüse eingekauft und täglich angeboten Zitat:
Hier mal ein paar Hintergrundinformationen: - Jeden Monat der Lagerung verliert das Heu 6-8% seiner Nähr- und Wirkstoffe (Quelle: Lackenbauer Willi, Kaninchenfütterung) - Bei der Heugewinnung gehen durch das Abbröckeln der Blätter 50% der Nährstoffe verloren (Quelle: Lackenbauer Willi, Kaninchenfütterung) - Beta Carotin-Gehalt pro kg Trockenmasse im Vergleich: Weidegras 250mg Heu 20mg (Quelle: Vitamine in der Tierernährung, Arbeitsgemeinschaft für Wirkstoffe in der Tierernährung) - "[...]Die verbreitetste ist die Bodentrocknung. Die Nährstoffverluste an Eiweiß und Energie liegen hier zwischen 30 und 50 % im Vergleich zum frischen Grünfutter. Sie kommen zu Stande durch Bröckelverluste, leider vor allem bei den Kräutern, und durch die Auswaschung löslicher Nährstoffe bei Regen." (Quelle: nochmal Lackenbauer) - usw. (Bitte erspare mir jetzt jedes Vitamin auseinander zu nehmen, das Datensuchen ist immer etwas aufwändig. Aber wenn du drauf bestehst, machen wir das… Irgendwo müsste ich sowieso noch die Daten von meinen eigenen Recherchen haben…) Daher meine „Meinung“, dass Heu minderwertiger als frische Wiese ist ;). Zitat:
Gemüse ist hingegen kalziumarm und wasserreich. Kräuter sind kalziumreich und Wasserreich (wiegt sich gut auf). Zitat:
Zitat:
Warum lehnst du eine Ernährung ab, nur weil sie nicht hundert 100ig ieal ist sondern nur 90%ig und wendest dich einer Ernährung zu, die nur 50%ig ideal ist? Zitat:
Das Kaninchen bedarfsgerecht selektieren können steht außer Frage, das beweisen nicht nur hunderte von Kaninchen zur jetzigen Sekunde, sondern es ist auch durch wissenschaftliche Arbeiten belegt. Mit der Bequemlichkeit ist es immer so eine Sache. Die meisten Leute finden es an bequemsten einmal oder zweimal im Jahr eine größere Menge Trockenfutter zu kaufen und die hält dann ein halbes Jahr. Bequemlichkeit ist eigentlich kein Argument, vor allem ist eine Ad-libitum-Ernährung überhaupt nicht aufwändig, im Gegenteil, man muss so wenig Denkleistungen vollbringen. Man muss nur 2x in der Woche Gemüse einkaufen (alles was der Laden hergibt) und zweimal oder dreimal die Woche auf eine Wiese gehen und den Eimer vollpflücken. Fertig. Dafür hat man dann viel weniger Arbeit wenn man füttert: Klappe auf, alles rein was ausgegangen ist, Klappe zu. Früher habe ich ewig hingefriemelt bis ich eine gute Portion zusammen hatte (Oh jetzt ist zu viel Kohl drinnen. - Nein, das ist zu einseitig – Oh vielleicht brauch ich noch von dem ein wenig – es sollten ja optimal… - usw.). Probier die Ad-libitum-Ernährung doch einfach aus, dann wirst du merken wie einfach sie ist ;). Ansonsten bietet sich eine gute rationierte Fütterung mit vielfältigen, durchdachten Angebot an Futtermitteln an. Ach ja zum Heu noch: Das habe ich auf meiner HP noch nicht eingebaut (die Thematik kommt noch). Heu besteht zu 90-100% aus Gräsern. Bei den Gräsern gibt es aber leider ein sehr ernst zu nehmendes Problem… Man zwingt somit die Kaninchen diese Gräser zu fressen obwohl sie a) keine Grasfresser sondern Kräuterfresser sind und b) diese Gräser zum Großteil giftig sind. Daher würde ich empfehlen auch bei rationierter Fütterung immer mindestens eine Gemüseart anzubieten damit die Kaninchen dem Heu ausweichen können. |
AW: gebe ich meinen ninchen zu wenig futter ?? Zitat:
Und damit ist dein Vorschlag für mich nicht 90%ig ideal, nicht einmal 50%ig, sondern - sorry - völlig indiskutabel, ich ess auch nichts verdorbenes freiwillig! Und ich ziehe eine vielleicht 50%ig ideale Fütterung einer indiskutablen weil gefährlichen immer vor. Entweder JEDEN TAG FRISCH (kann ich zeitlich nicht, muss dafür weit mit dem Auto fahren und außerdem aufpassen dass ich nicht beim Sammeln im Naturschutzgebiet Ärger bekomme, weil verboten! aber der einzige Ort wo man noch unbelastetes Futter bekommen würde ohne Hundepipi, Autoabgase etc.), oder ich lass die Finger davon. Früher, vor dem Krieg, wurde das gemacht, da wurde grünes Futter frisch angeboten. Da wurden die Kinder jeden Tag, teilweise sogar zweimal, einmal vor der Schule noch und einmal abends, zum Gras- und Löwenzahnsammeln losgeschickt - eine sehr einseitige Ernährung übrigens, keine Ad-Libitum-Ernährung, bei weitem nicht. Ich weiß das genau, weil meine Schwiegermutter zu diesen Kindern zählte, und ich auch sehr viel Kontakt zu älteren Menschen habe die mir das ebenfalls so geschildert haben. Von einer Ad-Libitum-Ernährung kann keine Rede sein in diesen Zeiten, es wurde nur das gefüttert was schnell und einfach erreichbar war (nämlich Gras, Löwenzahn) und sonst nichts an Kräutern. Da hätte sich niemand die Mühe gemacht stundenlang herumzusuchen was die Nins fressen dürfen und was nicht. Gras und Löwenzahn, das vertragen sie, also bekommen sie das, basta. Schließlich wurden sie ja für den Teller gezüchtet.Wenn mal ne Möhre übrig war, bekamen sie auch die, oder Fallobst. Und wenn sie nicht gesund waren - Petersilie. Sonst haben die nie ein Kräutlein gesehen, jedenfalls nicht hier in unserer Gegend. Wie kommst du eigentlich auf die pauschale Aussage, Gräser seien giftig für Kaninchen? :eek: |
AW: gebe ich meinen ninchen zu wenig futter ?? Könnt ihr Disskussionsfanatiker mal wieder auf den Boden der Tatsachen kommen?? Sicherlich könnte man sich noch drum kloppen ob jetzt 96% perfekt besser ist als 95.5%, aber MEINE GÜTE, die Ausgangsfrage war doch nur ob die Ninchen zu wenig Futter bekommen! Also wie wär's damit: regelmäßige Gewichtskontrolle! Manche Kaninchen stopfen sich halt rastlos alles rein was nicht bei drei auf dem Baum ist (so eins hatten wir auch) und manche mümmeln in aller Gemütsruhe hin und wieder mal nen Haps Karotte (hatten wir zwei davon). Und dann noch die ganz unauffälligen, bei denen man überhaupt keinen bösen Gedanken hat. Punktum. Sosindsehalt. |
AW: gebe ich meinen ninchen zu wenig futter ?? Immerhin hat Kaninchen2000 ja (zusätzlich zur Mengenfrage) nachgefragt was sie sonst noch füttern könnte, außer dem was ihre Kaninchen jetzt bereits bekommen, erst so kam ja die Ad-Libitum-Ernährung erst ins Spiel. Aber wir hätten für diese Diskussion wohl einen neuen Thread aufmachen sollen, das ist schon richtig, hierfür ist das zu umfangreich. Vielleicht kann man den Thread ja teilen? Dann kann ich mich in Ruhe mit Saloiv "weiterkloppen" ;) ohne dass es den Thread hier verstopft? Liebe Mods, könnt ihr da helfen? |
AW: gebe ich meinen ninchen zu wenig futter ?? Zitat:
Wenn man Gras (200 mg Vitamin E) zu Silage verarbeitet verliert es z.B. so viel an Vitamin E: Gras: 200mg Vitamin E Silage 60mg Vitamin E Wird es zu Heu verarbeitet sieht es so aus: 30mg Vitamin E Der Trocknungsprozess ist somit viel schädlicher als ein Gärungsprozess oder ein "alt werden". Bei einer Lagerung im Kühlschrank (so wie empfohlen) hält sich Wiesengrün gute 2-3 Tage, ohne Schimmel oder andere Sachen (Gärungsprozesse). Klar wenn ich wiese pflücke besteht die Gefahr, dass ein Hund genau an die Stelle gemacht hat, dass ich mir Grasmilben einfange, dass ich mir die Kleidung schmutzig mache oder Myxomatose von Wildkaninchen einfange (diese Argumente kenne ich schon alle zur Genüge). Fütter ich Heu so bestehen folgende Gefahren: - Grasmilben - Unreinheiten (es gab sogar schon tote Mäuse im Heu -> siehe Kaninchenforen) - Giftige Pflanzen die im Heu nicht mehr erkannt werden können (durch den Trocknungsprozess fällt den Kaninchen das Selektieren schwer. z.B. Jakobskreuzkraut (das sie frisch niemals anrühren würden) wird ohne Probleme mitgefressen. - usw. Fütter ich Grünfutter aus dem Laden (Gemüse, Obst usw.) bestehen folgende Gefahren: - Starke Pestizidbelastung (durch Bio-Gemüse etwas abschwächbar) - Bestrahlung mit Röntgenstrahlung (wird bei ausländischen Früchten/Gemüse flächendekend praktiziert weil es dann nicht altert) - Verseuchung mit Rattenkot usw. (bekannt geworden durch Importwahre die mit Schiffen transportiert werden) - Spuren von Giften - Keine Vitamine mehr durch zu lange Lagerung - usw. Da fällt mir noch viel mehr ein. Was lernen wir daraus? Man muss immer ein Risiko eingehen wenn man Kaninchen füttert. Das einzige was klinisch rein ist, das ist hoch erhitztes Trockenfutter. Also wer auf Nr. Sicher gehen möchte... Allerdings ist trockenfutter genauso schädlich wie eine zu trockene Ernährung und führt zu üblen Folgen... ;) Daher plädiere ich dafür die Risiken möglichst gering zu halten und trotzdem artgerecht zu füttern. Zitat:
Wiesenkräuter sind das einzige, was auch ein "Alleinfuttermittel" darstellt, es ist das Ideal schlecht hin, das beste Futtermittel überhaupt. Wie damals gefüttert wurde lässt sich anhand der damaligen Literatur sehr gut nachvollziehen. Zitat:
[url]http://www.reiterrevue.de/r30/vc_content/bilder/firma442/Gesundheit/068_071_gesundheit-leseproberri.pdf[/url] Wenn du Interesse hast nenne ich dir noch entsprechende Literatur zum Thema ;). Zitat:
Allerdings zwinge ich keinen seine Kaninchen genauso zu füttern und es ist mir auch nicht mein Anliegen 500 Jahre zu diskutieren wenn jemand an dieser Fütterungsform Zweifel hat ;). Wenn Unklarheiten da sind erkläre ich gerne meine Quellen und Schlussfolgerungen und habe in diese Richtung immer ein offenen Ohr. Aber wie gesagt, wenn jemand unbedingt anders füttern möchte, soll er das gerne tun. Ich verurteile weder Menschen die ihre Kaninchen mit Trockenfutter ernähre noch welche die andere Fütterungspraktiken beführworten und ich habe auch kein Interesse zu "bekehren". Mein Interesse beschränkt sich eher darauf zu informieren. Für diejenigen die in diese Richtung Informationen suchen und da ihre Interesse haben. Ein Halter der nicht einsieht Gemüse statt Trockenfutter zu füttern und mit Aussagen wie "da muss ich ja 2x die Woche einkaufen" oder "da könnten sie sich mit Pestiziden verseuchen" ankommt, den informiere ich garnicht erst weiter. Wenn er das so meint, dann soll er so füttern. Interesse zu informieren habe ich bei Leuten die wirkliches Interesse zeigen ("warum ist das so und so? Das verstehe ich nicht. Wies ist es mit dem und dem Futtermittel?" usw.). Und auch wenn es manchmal auf Traurige Ereignisse hinausläuft wie beispielsweise bei einer Halterin, die ihr Kaninchen mit rationierten Gemüse und Heu fütterte und mein Angebot zur Information nicht annahm, weil sie es kompliziert und teuer fand so viel Gemüse zu kaufen. Ihr Kaninchen habe ich im Alter von fünf Jahren bei einem Nierenversagen begleitet, das durch die wasserarme Kost ausgelöst wurde. Soetwas ist immer sehr trautig und nimmt mich auch sehr mit aber trotzdem halte ich meinen Grundsatz: Informationen anbieten wenn die Nachfrage besteht aber nicht Informationen "reindrücken" wenn kein Interesse besteht. Eine Frage habe ich aber noch. Du schriebst oben, dass Kaninchen nicht in der Lage sind sich ihr Futter einzuteilen (Ad-libitum-Ernährung) und entsprechend auszuwählen. Irgendwo anders (wenn ich mich recht erinnere) lass ich von dir, dass es ideal wäre Kaninchen auf einer groen Wiese zu halten. Hast du nicht Angst, dass die Kaninchen hier falsch auswählen? Warum sollten sie bei einer Ad-libitum-Ernährung nicht in der Lage dazu sein, auf einer Wiese aber schon? |
AW: Ad libtum- Diskussion Also euer ständiger Meinungsaustausch und die extrem verschiedenen Ansichten sind echt total interessant;). Das zu lesen ist besser als Fernseh gucken. Ich war eigentlich schon immer der Meinung, dass es am sinnvollsten ist Tiere, egal welche so zu ernähren, wie es auch mit den wilden Verwandten in der Natur üblich ist. Ich gehöre selber auch nicht zu denen, die sagen, dass unsere domestizierten Tiere nichts mehr mit ihren wilden Verwandten zu tun haben, sondern bin der Meinung, dass trotz ständiger Zucht Kaninchen ihren wilden Artgenossen immer noch sehr ähneln. Und ehrlich gesagt, habe ich mir noch nie die Mühe gemacht, das Frischfutter meine Ninchen abzuwiegen und genau zu kontrollieren wie viel Gram wovon ich füttern muss. Ich finde das ehrlich gesagt ein wenig übertrieben, aber das kann ja jeder halten wie er möchte. Manch eine wird mich wahrscheinlich für fahrlässig halten, wenn ich schonmal auf die Idee komme meinen Ninchen gleichzeitig mehrere verschiedene Kohlsorten aufeinmal anzubieten. Ich zwinge meine Ninchen aber nicht dazu alles aufzufressen wenn sie eine Gemüsesorte vollständig liegen lassen hole ich sie eben am anderen Tag raus und füttere was anderes. Trotzdem glaube ich auch, dass man es nicht mehr bei jedem Tier und auch nicht mehr bei allen Tierarten so sehen kann. Dafür hat der Mensch zu stark in die Natur und Lebensräume der Tiere eingegriffen. Und wahrscheinlich wird es auch unter Kaninchen Fälle geben, die ihr Futter nicht mehr wie normal selber einteilen sonder immer weiter fressen. Solche Ausnahmen wird es wohl bei jeder Tierart geben. Im Allgemeinen tendiere ich aber eher dazu die Meinung von saloiv zu teilen, da meine Kaninchen ebenfalls Wiesengrün, Wildblumen und Kräuter vor ziehen und dafür jegliches Gemüse, Obst und Heu liegen lassen. Wie viele Vitamine Heu und wie viele Grün hat, damit habe ich mich noch gar nicht wirklich beschäftigt. Meines Wissens nach hat Gras und Wildwuchs allgemein sehr wenig Vitamin, Mineralien und Kaninchen aus dem Grunde ein wesentlich größere Menge an Futter zu sich nehmen müssen. Was ich von Heu halten soll, weiß ich auch nicht so genau. Wirklich gutes Heu hatte ich bis jetzt noch nie, ich habe Heu aus dem Zoogeschäft, Bioheu, Heu vom Bauern, selbstgeschnittenes und nun auch noch selbstgemachtes Heu von einer Freundin ausprobiert. Meine Kaninchen haben nicht eins wirklich gefressen und in dem Heu vom Bauern hatte ich tatsächlich tote Mäuse, Stacheldraht, Plastik, Textilien mit drin. Im Geschäft das war so nah am Boden geschnitten, dass ganze Erdklumpen mit dabei waren. Zudem wachsen hier Unmengen von Jakobskreuzkraut auf den Wiesen und wenn die Bauern nicht gerade mit chemischen Mittel dagegen angehen, landet es im Heu. Ist das dann wirklich noch gesund? Das Grün, welches am zweiten Tag etwas welk ist schädlich sein soll glaube ich auch nicht. Ich fütter meinen Ninchen wenn ich keine Zeit habe frisches Grün zu holen auch schonmal das etwas plattere vom Vortag und dass seit vier Jahren. Bis jetzt hatten meine Ninchen noch nie irgendwelche Verdauungsprobleme, Durchfall, Mangelerscheinungen oder sonstige Futterbedingte Krankheiten. Man füttert meistens Disteln und Brennnesseln doch auch leicht angwelkt, dass wäre dann doch das selbe wie welkes Grün oder? Außerdem wenn man Wiese zum trocknen schneidet welkt diese doch erst bevor sie eintrocknet. Heu wäre dann in dem Sinne doch auch welk. Ihr könnt gerne noch etwas weiter diskutieren, dass ich echt sehr interessant und lehrreich.:D |
AW: Ad libtum- Diskussion Also ehrlich - NUR Gras und Löwenzahn finde ich dann, über Wochen bzw. Monate hinweg schon arg einseitig. Keine Kräuter sonst, wirklich nur diese beiden Futtermittel, alles andere wäre viel zu mühsam gewesen. Damals waren Kaninchen keine Liebhaber- sondern Nutztiere, und entsprechend hat man keine Rücksicht auf Bedürfnisse genommen. So war es eben früher, vor dem Krieg. Eines auf dem Kaninchenspeiseplan habe ich da allerdings vergessen: gekochte Kartoffeln, die Viechers sollten ja fett werden. Wegen der Belege zum Vitaminverlust muss ich erst nachschauen, da ich leider keinen Kopf wie ein Lexikon habe, das kann etwas dauern bis ich das wiedergefunden habe. Was den Gärungsprozess betrifft: Der ist viel schädlicher als der Trocknungsprozess. Ich war vorletzte Woche mit meinem Zahnnin Leo zur Kontrolle, die üblichen 5 Monate waren herum und ich wollte nachsehen lassen wie die Zähne aussehen, und ob ich die jetztige "heiße Phase" im Job noch abwarten kann oder vorher korrigieren lassen muss. Ich mache das ungern, wenn ich nicht die ganze Zeit ein Auge auf ihn haben kann nach der Korrektur. Die TÄ schaute als allererstes meinem Leo auf den Po und seufzte erleichtert: "Endlich mal einer ohne Durchfall! Wie füttern sie?" Ich beschrieb ihr meine Fütterung und dass ich mit verderbendem Futter extrem vorsichtig bin (Grünes von der Wiese darf bei mir bei Wärme maximal 6 Stunden im Gehege liegen, bei den extrem heißen Temperaturen der letzten Zeit nur 2 Stunden) und bekam von ihr folgendes Statement: "In den letzten Wochen haben wir jede Woche mehrere Durchfallnins gehabt, mit zum Teil schwersten Durchfällen. Keines dieser Nins bekam getreidehaltiges TroFu und keines hatte Kokzidien oder Hefen die für den Durchfall verantwortlich gemacht werden konnten. Wir konnten uns das nicht erklären, erst die eingehende Befragung der Halter nach den Fütterungsgewohnheiten brachte Aufschluss: alle hatten sehr viel Grünfutter gefüttert, alle hatten das Grünfutter selbst gesucht und auch sorgfältig auf ungenießbares untersucht, keine Futterumstellung in der letzten Zeit vor dem Durchfall. ABER - ALLE hatten Grünfutter auf Vorrat für mehrere Tage gepflückt, es war matschig bzw. angewelkt gewesen!" Ganz ehrlich, da füttere ich lieber das "böse", "schädliche" Heu, als meine Nins mit angewelktem Grün zu füttern. Grundsätzlich halte ich es so, dass meine Nins nichts vorgesetzt bekommen was nicht in einem Zustand ist in dem ich es auch essen würde. Disteln und Brennesseln soll man vor dem Füttern leicht anwelken lassen - allerdings spricht man hier von Zeiträumen von ca. 20 - 30 Minuten, nicht von mehreren Tagen ;) Das Heu wird dadurch, dass es schnell getrocknet wird statt zu versuchen es frisch zu halten, viel weniger zum schimmeln neigen, aber Heu machen ist nichts für ungeübte, sonst kann man damit genauso viel Schaden anrichten wie mit verdorbenem Grünfutter. Da muss der Erntezeitpunkt, die Schnitthöhe und das Wetter optimal sein um ein gutes Heu zu erhalten. Gute Heubauern werden auch grundsätzlich ihre Wiesen in regelmäßigem Abstand auf Giftpflanzen kontrollieren, und ein Bauer in dessen Heu sich Gegenstände befinden hat schlicht und einfach jegliche Berufsehre verfehlt. Warum ich eine große Wiese mit entsprechender Artenvielfalt anders bewerte als die selektive Ad-Libitum-Ernährung? Weil das eine deutlich artgerechtere Art der Fütterung ist - zum einen absolut frisch (erst dann "gepflückt" wenn es vom Nin verspeist wird, und damit keinerlei Gefahr von Gärungsprozessen), zum anderen keine großen Mengen vorselektierter Pflanzen, sondern der mittelbare Zwang sich abwechslungsreich zu ernähren, denn wenn etwas abgefressen ist muss das Nin warten bis es nachgewachsen ist. Das Abwiegen von Frischfutter scheint erfahrenen Haltern schlicht überflüssig oder gar überzogen. Aber für einen Anfänger ist es sehr hilfreich, um das richtige Maß insbesondere bei energiereichen Futtermitteln zu finden. |
AW: Ad libtum- Diskussion Wer schreibt denn hier, dass man verwelktes, angegammeltes oder altes Futter füttern soll? Ich nicht. :eek: Wiesengrün, dass im Gemüsefach 2-3 Tage gelagert wird verhält sich auch nicht anders wie Salat, Blattspinat und all die anderen Blattgemüse bei gleicher Lagerung. Es bleibt frisch und knackig. Hast du das selber mal ausprobiert? Würde ich dir empfehlen, es ist sehr problemlos machbar. Die Geschichte von deiner Tierärztin glaube ich dir ehrlich gesagt nicht ganz, da bin ich ehrlich. Wenn keine abrupte Futterumstellung statt fand: Wie kommt es dann zum Durchfall? Wenn man Wiesenkräuter langsam anfüttert sind sie problemlos. Mehr Probleme hat man übrigens wenn man Gemüse anfüttert. Es gibt Kaninchen, die durch jahrelange Trockenfutterfütterung Schäden an den Verdauungsorganen vorweisen. Diese vertragen Kräuter, Blätter, Blattgemüse, Wiesenkräuter aller Arten aber interessanterweise kein Gemüse. Kein Fenchel, keine Karotten usw. Bei extrem empfindlichen und geschädigten Kaninchen fütter ich nicht mit Gemüse an: Nein, ich fütter mit Wiesenpflanzen an und das klappt ohne irgendwelche Probleme während man bei Gemüse schnell eine Durchfallneigung erkennt. Ich habe dieses Jahr gut 100 Kaninchen eigenhändig mit Wiesengrün angefüttert, die meisten gleichzeitig mit einer Umstellung zur Trockenfutter-freien-Ernährung, einen Teil mit weiter Trockenfutterfütterung. Was hatte ich bisher für Probleme? Kein einziges, außer einen Durchfall bei einem Kaninchen, dass jahre lang mit Trockenfutter unf Heu ernährt wurde weil es kein Frischfutter vertragen sollte. Dort habe ich das Trockenfutter abgesetzt und langsam von Heu auf Wiesengrün umgestellt. Es vertrug Wiesenpflanzen ad libitum. Die Besitzerin wollte allerdings Gemüse füttern (anschließend) und es bekam Durchfall. Das Gemüse wurde wieder weg gelassen und seit dem ist es wieder durchfallfrei. Bei mir gibt es keine Verdauungsprobleme, außer Tiere kommen bereits damit zu mir. Ansonsten kenne ich Verdauungsprobleme nichteinmal und Hauptnahrung ist hier: Grünzeug. Wenn ein Kaninchen seine Grundnahrung (frische Wiesenkräuter) nicht mehr verträgt, sollte man sich fragen, was nicht stimmt. Es liegt sicher nicht an den frischen Wiesenkräutern, sondern meistens an der Art der Umstellung bzw. an der allgemeinen Fütterung. Die meisten Durchfälle durch Gräser und Wiesengrün treten übrigens im Frühjahr auf, da ist das Zeug an proteinhaltigsten und die Halter stellen oft abrupt um (ohne Futterumstellung). Einfach deshalb weil sie sich freuen, dass es "endlich wieder grün wird". Aber hier füttern ja einige Wiesengrün zur freien Verfügung. Wie sieht es bei euch mit Durchfall aus? Gab es je Durchfälle oder andere Verdauungsprobleme oder sind eure Kaninchen gesund? Die Art wie vor dem zweiten Weltkrieg gefüttert wurde stellst du doch recht einseitig vor. Die Leute mit denen ich gesprochen habe und die entsprechende Literatur von damals sprechen da ganz andere Pflanzen an. Meistens wurde ad libitum alles angeboten was es gab, auch Giftpflanzen. Die Tiere wählten selber aus. |
AW: Ad libtum- Diskussion Ich fütter seit fast vier Jahren, also seit ich meine Ninchen habe Ad-Libitum (fast ausschließlcih Grün, da meine Ninchen von sich aus nur im Winter Obst und Gemüse fressen) und meine hatten ungelogen seit ich sie habe noch nicht einmal Durchfall oder irgendeine andere Krankheit. Dieses Jahr musste ich zum ersten mal wegen ernsteren Krankheiten /Zwerg E.c./Nim Abzess) und Verletzungen (Zwerg Beinbruch) zum TA. Meine Ninchen bekommen jeden Morgen und jeden Abend frisch geflücktes Grün auf einer Wiese ein paar Meter vom Haus entfernt. Wenn ich mal keine Zeit habe frisches zu holen sammle ich abends so viel, dass ich für den anderen Morgen noch genügend habe. Gelagert wird das Grün bei mir im sehr kalten Keller im dunkeln schön lose auf Zeitungspapier, damit es nicht nässt und gährt. Und bis jetzt hatte ich bei dieser Art der Lagerung noch nie Probleme. Unser eigenes Gemüse und Obst wird auch dort gelagert es geht problemlos. |
AW: Ad libtum- Diskussion Meine Kaninchen kamen alle (ausnahmslos) mit häftigsten, chronischen Verdauungspüroblemen zu mir. Außer die Riesen, das sind die einzigen Kaninchen, die ich eben "gesund" und jung übernommen habe. Mal ein Fall herausgegriffen: Picco Picco bekam ständig Blähungen, die Besitzerin meinte sie wäre überempfindlich und raste regelmäßig mit ihr zur Tierklinik, wegen der Blähungen. Gefüttert wurde: Heu und getreidefreies Trockenfutter, weil sie ja kaum Gemüse vertrug (und nur Heu wäre zu arg gewesen). Ab und zu gab es Kleinstmengen an Gemüse. Wie sieht es mit Picco heute aus? Sie hat am Anfang ihre chronischen Blähungen weiter gehabt, bis die Futterumstellung hundert Prozent abgeschlossen war, dann hatte sie nur einmal einen Rückfall und eine Blähung. Seit dem lebt sie bei mir blähungsfrei. Heute ernährt sie sich pur von Frischfutter (das sie davor nichteinmal in Kleinstmengen vertrug!)! Die Phasen der Umstellung: - 1. Phase: Absetzen des Trockenfutters - weiter Blähungen (sonst nur Heu gefüttert) - 2. Phase: 2 Wochen reine Heudiät - weiter Blähungen aber weniger - 3. Phase: Langsam Gemüse angefüttert (Winter) und was es sonst an Frischfutter im Winter gibt - weiter Blähungen, aber sehr selten - 4. Phase: Rationierte Fütterung mit Frischfutter - weiterhin Blähungen wie in der 3. Phase - 5. Phase Frischfutter ad libitum - einmal eine Blähung (Rückfall) ansonsten bis heute blähungsfrei. So sieht die Süße heute aus :): http://i608.photobucket.com/albums/t...DSC_0343-1.jpg http://i608.photobucket.com/albums/t...v/DSC_0345.jpg Und sie fühlt sich auch in der Wiese pudelwohl und selektiert richtig was sie braucht :): http://i608.photobucket.com/albums/t...DSC_0216-2.jpg |
AW: Ad libtum- Diskussion Diese Diskussion ist doch sehr interessant. Vielleicht müsste man zwischen "Heu" und "Heu" unterscheiden und dabei eine Länderfrage noch dazuwerfen. Ich füttere Heu ca. 2 Tonnen Heu pro Jahr nebst einer eigens hergestellten Futtermischung (frei von Luzernen wie Alpha Alpha). Heu in Deutschland kann z.B nicht mit Heu in Österreich oder Italien verglichen werden. Wiesengras kann gut für Kaninchen sein - leider aber auch tötlich (Keime und Bakterien durch nicht abgebauten, wohl aber nciht mehr frei sichtbaren Hundekot..) Je größer die Struktur, je umfangreicher das Angebot (Obst, Gemüse, Äste, Kräuterheu..) desto gesünder ist das Kaninchen..da braucht man nicht wirklich um % streiten, das führt ja wohl zu nichts außer zu verhärteten Fronten. Samthase |
AW: Ad libtum- Diskussion Das man zwischen "Heu" und "Heu" unterscheiden muss, dass meine ich auch. Und du brauchst noch nicht einmal große Sprünge wie zum Beispiel zwischen verschiedenen Ländern zu machen. Ich habe bevor ich hoch in die Eifel gezogen bin weiter unten in einem wärmeren und der Stadt näheren Gebiet gewohnt. Dort war das Gras wesentlich saftiger, grüner, bestand mehr aus Wiesenblumen und nur wenigen Kräutern wie Schafgarbe und wilde Möhre. So was wie Klee und Bärenklau war da eine Rarität. Hier oben ist der Boden sehr karg und auf Grund von riesigen Schiefer Vorkommen viel Mineral haltiger demzofolge ist das Gras wesentlich härter und du wirst hier kaum stellen finden wo kein Klee und Bärenklau wächst und leider auch Greis- und Jakobskreuzkraut. Dafür muss ich stundenlang suchen bis ich ein Pflänzchen wilde Möhre oder Schafgarbe finde. Meine Ninchen bekommen deshalb fast täglich Klee. Bei uns bestehen die Wiesen zum Teil nicht aus Gras sondern wirklich nur aus Klee mit vereinzelten Grashalmen dazwischen. Meine Ninchen lassen den Klee aber von selber liegen wenn sie wieder mal drei Tage hinter einnander Klee zwischen Löwenzahn und Vogelmiere hatten. |
AW: Ad libtum- Diskussion Ich bin immer auf der Suche nach gutem Heu... Bisher habe ich und meine Kaninchen sich für Heuandi Heu (2. Schnitt) am meisten begeistern können. Da sind sogar noch Kräuter (Blattteile) enthalten und es ist einfach hochwertig. Wobei Heu im Sommer sowieso nicht von meinen Kaninchen gefressen wird, nur im Winter und dann eben auch nicht als Hauptnahrung, denn Hauptnahrung ist dann Blattgemüse, Küchenkräuter usw. |
AW: Ad libtum- Diskussion Wenn man an einem Tag soviel sammelt dass man für den nächsten genug hat, dann ist das völlig in Ordnung, wenn die Lagerung stimmt. Da ist es nicht verwunderlich wenn deine Nins noch nicht ein einziges Mal Durchfall hatten, denn das Futter war noch einigermaßen frisch, streicher. Aber doch nicht für mehrere Tage im Voraus! Und im Kühlschrank lagern geht natürlich, nur läuft man dann Gefahr, dass die geringe Temperatur die Zellwände schädigt, das geht längst nicht mit allen Gräsern und Kräutern, schon mal Gurke im Kühlschrank geparkt? Igitt! In den von meiner TÄ geschilderten Fällen glich sich die Lagerung: zweimal, höchstens dreimal die Woche wurde gepflückt, die Sachen wurden dunkel und "kühl" gelagert, jedoch nicht im Kühlschrank. Und genau das ist das Problem, saloiv: Du weist auf 2 mal die Woche sammeln hin, jedoch nicht auf die notwendige Kühlschrank-Lagerung! Und fast niemand wird von selbst auf diese Idee kommen, weil viele die hygienischen Bedenken teilen einfach was von der Wiese, wo möglicherweise nicht nur der nächstbeste Köter draufgepinkelt hat, sondern wo vielleicht auch Fuchsbandwürmer dran sind!!! in den eigenen Kühlschrank zu stecken - wie ich übrigens auch. Und ich kenne keinen der für die Niggels einen eigenen Kühlschrank hat. Es ist fast unmöglich jeden einzelnen Halm und jedes einzelne Blatt gründlich zu waschen und vor allem zu trocknen - denn nass darf es nicht in den Kühlschrank, das gammelt! Da ist mir meine eigene Gesundheit viel zu lieb, der Fuchsbandwurm verursacht beim Menschen nach langen Jahren unbemerkten Wachstums schwerste unheilbare Leberschäden, und man kann die Eier nicht sehen. Und sie können sich sehr leicht bei Kontakt auf andere Flächen übertragen, also auch innerhalb des Kühlschranks "wandern". Eine tickende Zeitbombe, die so manch einer im Körper hat und es nicht mal weiß. Und außerhalb des Kühlschranks bei den entsprechenden Temperaturen kommt dann sowas zu stande wie meine TÄ berichtete. Deshalb geht zweimal die Woche sammeln mit ganz ganz viel gutem Willen und der geeigneten Witterung im Herbst mit nem trockenen ungeheizten Kellerraum, aber auch da ist es grenzwertig. Alle 2 Tage müsste man meiner Ansicht nach raus, und sammeln. Allerspätestens. Für die Gesundheit seiner Tiere. Oder sich einen zusätzlichen Niggels-Kühlschrank anschaffen, um sich selbst zu schützen, dafür ca. 150 bis 200 Euro jährlich an zusätzlichen Stromkosten zahlen, zusätzlich zum Gerätepreis, und ein schlechtes Gewissen wegen der Umwelt haben. Da halte ich lieber mich und meine Familie und meine Kaninchen gesund indem ich nur das verfüttere was ich wirklich frisch verfüttern kann bzw. ohne Gefahr für meine Familien frischhaltend lagern kann. Übrigens: ich habe keinen Keller, den ich zur Lagerung nutzen könnte. |
AW: Ad libtum- Diskussion Süße Maus übrigens, die Picco :D Ich denke aber dass das aufhören der Blähungen auf die stringente Heudiät zurückzuführen war, denn wenn deine Theorie stimmen würde, hätte sie nicht einen einzigen Rückfall bekommen dürfen. Die Heudiät hat ihrer Darmflora die Möglichkeit gegeben sich wieder aufzubauen, ich vermute mal dass in dem Trockenfutter Inhaltsstoffe enthalten waren die das Gleichgewicht der Darmflora empfindlichst gestört haben. |
AW: Ad libtum- Diskussion Ich gebe dir recht Lupine, mehrere Tage im Vorraus sammeln würde ich auch nicht, ich finde das Grün nach einer Nacht schon zu platt aber manchmal geht es nicht anders. Aber normaler Weise gehe ich jeden Tag frisch sammeln zum Teil sogar morgens und abends. Meistens verbinde ich das noch mit joggen und spare mir so das Fitnessstudio.:D Gurke im Kühlschrank parken klappt nicht? Wir haben sie schon immer im Kühlschrank geparkt und ich kann nicht sagen, dass sie dann nicht mehr schmeckt.;) Tja, nicht jeder hat das Glück einen Keller zu besitzen in dem man lagern kann. Und deine Warnung mit dem Kühlschrank und dem Fuchsbandwurm habe ich bis jetzt noch nie eingehalten. Ok ich muss dazu sagen, ich pflücke meistens da, wo definitiv keine Hunde hinkommen. Natürlich wird Fuchsbandwurm auch von Wildtieren übertragen, aber da meine Mutter und ich häufig Waldbeeren essen und auch schonmal Salat aus wildem Wegerich oder Brennesselsuppe machen können wir uns den Fuchsbandwurm theoretisch auch da einfangen. Eigentlich läuft man doch immer Gefahr, seinen Körper und den der Tiere irgendwie zu schädigen. Gesund gibt es heute doch gar nicht mehr. Pflückst du wilde Kräuter können diese mit Parasiten und Krankheit behaftet sein. Kaufst du kultivierte, sind sie entweder genmanipuliert oder voller Pestizide. Baust du selber an verseucht dir entweder unreiner Boden oder der Regen dein Gemüse. Was ist dann noch einwandfei?? |
AW: Ad libtum- Diskussion Gurken habe ich grundsätzlich im Kühlschrank. Was funktioniert daran denn nicht? Ich finde es eklig wenn sie draußen liegen, denn da halten sie nicht so lange und werden schneller weich... Zellwände werden nur bei starker Kühlung in beactlichen Ausmaß zerstört. Ist dein Kühlschrank vielleicht zu kalt eingestellt? Das Grün verträgt ja auch die nächtlichen Temperaturen, diese sind ungefähr mit Kühlschrank-Temperaturen vergleichbar. Zitat:
Zitat:
Wenn die Heudiät perfekt gewesen wäre, dann hätte sie keine einzige Blähung bekommen dürfen... |
AW: Ad libtum- Diskussion Zitat:
Aber da muss ich mich entschuldigen, du hast es hier tätsächlich geschrieben, der Fehler lag bei mir. Nur, den Fuchsbandwurm wirst du mit einem Papier nicht davon abhalten sich fröhlich in deinem Gemüsefach zu tummeln - guten Appetit. Ich weiß von einer Person, die dadurch einen unheilbaren Leberschaden davongetragen hat, er hat lange auf eine Lebertransplantation gewartet und ist über diesem Warten dann verstorben. Mein Kühlschrank ist leider etwas eigensinnig, so dass er sich nicht auf genau 7 Grad plus einstellen ließe. Außerdem lagere ich häufig Hackfleisch, das bei maximal 2 Grad plus gelagert werden darf. Im Gemüsefach ist es also definitiv zu kalt um Gurke länger als ein paar Stunden dort zu lagern, das mache ich nur wenn ich Salat vorbereite und er vor dem Servieren noch ein paar Stunden stehen muss. Es dauert übrigens mehrere Wochen bis sich die Darmflora eines Kaninchens von einer schweren Schädigung erholt, die notwendigen Darmbakterien müssen sich erst wieder ansiedeln. Aber das weißt du sicher. Da reichen die 2 Wochen Heudiät gerade aus um den Anfang zu machen. |
AW: Ad libtum- Diskussion Gibt es noch Einwände gegen die Ad-libitum-Ernährung? (um zum eigentlichen Thema zurück zu führen :)) Ich bin jetzt bis Montag weg, danach kann ich wieder antworten, also überleg dir deine Argumente (wenn du welche hast)... Ich wollte nocheinmal kurz einführen... Wildkaninchen haben rund um die Uhr viele Futterpflanzen um sich, diese schwanken je nach Jahrezeit von ihrer Fülle und Beschaffenheit, aber es sind immer mehrere vorhanden. Wildknainchen suchen sich die richtigen Pflanzen zusammen und kombinieren sie optimal. Unsere Hauskaninchen haben immernoch den identischen Verdauungstrakt wie Wildkaninchen, außer dass der Darm etwas kürzer ist, aber das ist unwichtig. Sie brauchen also ebenfalls rund um die Uhr ein vielfältiges Angebot an Frischfutter, das wre die optimale Ernährung. Wie lässt sich das in der Haustierhaltung umsetzen? Indem man ihnen alle Futtermittel, die man bekommen kann zur Verfügung stellt und sie auswählen lässt. Kaninchen nehmen am Tag ca. 30 Mahlzeiten ein, Futterumstellung vertragen sie nur wenn sie langsam vorgenommen werden. Schauen wir uns mal die Mahlzeiten bei einem rationiert gefütterten Kaninchen an: 2-3 dieser Mahlzeiten bestehen aus Frischfutter (Gemüse, Obst, Grünfutter), 27-28 Mahlzeiten aus Heu. Die Umstellung wird nicht langsam vorgenommen. Eine stetige Verdauung wird damit eingeschränkt. Ganz rationiert kann man ein Kaninchen nicht ernähren, zumindest Heu muss es immer haben. Heu hat allerdings einen sehr geringen Wassergehalt, daher sollte auch mindestens ein Gemüse rund um die Uhr verfügbar sein. Ebenso deshalb, weil oft das Heu fast nur aus giftigen Gräsern besteht und so die Kaninchen nicht gezwungen werden dieses Gift zu fressen sondern Ausweichmöglichkeiten haben. "Aber Kaninchen sind ja domestiziert und können daher nicht mehr selektieren" Es gibt keinen Instinkt der die Selektion leitet, Selektionsvermögen wird nicht vererbt, sondern erlernt. Daher kann diese Fähigkeit durch die Domestizierung nicht verloren gehen. Es sind also alle Kaninchen dazu im Stande zu selektieren. "Was, wenn man nicht die finanziellen Mittel für eine Ad-libitum-Ernährung hat?" Ganz einfach, Alternativen suchen. Ich halte wie einige hier schon wissen, Deutsche Riesen. Diese fressen die fünffache Menge wie ein Zwerg. Somit brauche ich imens viel Futter. Ich beziehe Futterkarotten, welche sehr günstig sind, außerdem hole ich so viel wie möglich aus der Natur. 8 Monate im Jahr (mindestens) kann man seine Kaninchen fast kostenlos auf diese Weise ernähren. Die eingesparrten Kosten stecke ich dann in die Winterfütterung, dort wird es dann etwas teuer (ebsonders wenn die Schneedecke geschlossen ist). Man kann sich auch Futterrüben einlagern und diese zufüttern. Im laden findet man sehr viel Gemüseabfälle die noch frisch sind (Karottengrün, Kohlblätter usw.). Wenn man im Bioladen fragt ob sie einem die entsprechenden Abfälle zurück legen bekommt man auch eine Menge Bio-Blätter zusammen. Der gekaufte Teil lässt sich so sehr reduzieren und man kommt sehr günstig weg. Sollte man trotzdem nicht ganz bei einer Ad-libitum-Ernährung angelangen, so macht man eben das beste daraus und bietet so viel wie möglich an, auch wenn es nicht ganz eine Ad-libitum-Ernährung ist. :) Für 2 Kaninchen im Winter bei Ad-lbitum-Ernährung kann man ca. 20-30€/Monat rechnen wenn man sich bemüht so günstig wie möglich zu füttern und die obigen Tipps beherzigt. 20€ sollten einem die Kaninchen im Monat schon wert sein. Das entspricht weniger als 50 Cent am Tag je Tier. |
AW: Ad libtum- Diskussion Es gibt Einwände, ja! Und zwar: - Für Haltungsneulinge ist die Umstellung auf eine solche Ernährungsweise NICHT empfehlenswert, da diese meist Kaninchen aus dem Zoohandel haben (auf 100% TroFu eingestellt!), und noch keinerlei Erfahrung damit, zu sehen ob eine so sehr radikale Umstellung gesundheitliche Probleme verursacht. Sie sind außerdem oft äußerst unsicher, und brauchen um die notwendige Sicherheit zu erlangen zunächst Futterpläne als Anhaltspunkt. Sonst kann eine totale Fehlernährung aufgrund der Unerfahrenheit nicht ausgeschlossen werden. - Wie du selbst ausgeführt hast, hat eine Ad-Libitum-Ernährung nicht zwangsläufig etwas mit einer naturnahen Ernährung zu tun, der Vergleich mit den Wildkaninchen ist daher nur eingeschränkt verwendbar. Ob die Ad-Libitum-Ernährung aber als nicht naturnahe Variante gesundheitsförderlich ist, kommt maßgeblich auf die eingesetzten Futtermittel an - bei zu energiereichen Futtermitteln könnte eine Verfettung die Folge sein, bei zu energiearmen unter Umständen eine Mangelernährung, eine zu sehr wasserhaltige Ernährung kann überdies den Darm durchaus auch belasten. Bei Außenhaltern ist darüber hinaus die jahreszeitliche Anpassung erforderlich (im Herbst energiereiche Fütterung zum Aufbau der isolierenden Fettschicht unter dem Fell, im Winter dann kargere Nahrung im Grünbereich, dafür Wurzelgemüse, um im Frühjahr wieder die Idealfigur zu haben), bei Innenhaltern verbietet sich hingegen diese Anpassung der Auswahl total. - Da die unbedingte Voraussetzung für die Kaninchenernährung unverdorbenes Futter ist, und nur ganz frisch gepflücktes Futter auch die gewünschten Vitamine enthält, muss täglich gepflückt werden. Für Halter, die nicht regelmäßig mehr als eine Stunde am Tag für die Kaninchen haben, ist das nicht machbar, es sei denn sie verfügen über eine Wildkräuterwiese unmittelbar am Haus/der Wohnung. Die Stunde pro Tag die ich sicher regelmäßig zur Verfügung habe geht bereits für Pflegearbeiten und die zur Gesundheitskontrolle dringend notwendige Beobachtung der Tiere drauf. - Wo kann man pflücken? NICHT auf Wiesen wo Hunde laufen, an Straßen, in der Nähe von Industrie, nicht auf bewirtschafteten Wiesen (das ist eine Straftat!) und vor allem NICHT in Naturschutzgebieten, hier darf NICHTS aus der Natur entnommen werden. Vorsicht ist geboten an Spielplätzen, in Kleingartenanlagen etc - Eigentümer könnten etwas dagegen haben, oder Hundehalter das Gelände verbotswiedrig als Hundeklo missbrauchen. Viele Möglichkeiten bleiben da nicht... Ich persönlich habe z. B. das "Pech" dass ich direkt zwischen Industriestadt und Naturschutzgebiet wohne, und die wenigen Wiesen außerhalb des Schutzgebietes die es hier gibt entweder (sogar ausgewiesene) Hundewiesen sind oder bewirtschaftet. Ich müsste mit dem Auto 20 Minuten bis eine halbe Stunde Weg zurück legen (einfache Entfernung!!!) um überhaupt eine geeigente Pflückwiese zu erreichen. - Pflücken auf Vorrat ist nur bei geeigneten Lagermöglichkeiten überhaupt möglich, deshalb nicht geeignet für Leute ohne trockenen kühlen dunklen Keller bzw. mit einem Kühlschrank der so eingestellt ist dass er z. B. für die Lagerung von Hackfleisch genutzt werden kann. - Was kann überhaupt gepflückt werden? Selbst gepflücktes Futter sollte IMMER dem Pflücker bekannt sein. Einfach eine handvoll Wiese abreißen kann fatale Folgen haben, weit fataler als ein Gemüse aus dem Supermarkt zu kaufen. Es gibt für diverse Futterpflanzen giftige Doppelgänger, z. B. für Miere und für Schafgarbe. Wenn man das nicht sicher unterscheiden kann, darf man es nicht füttern, das ist zu gefährlich. Zunächst muss vor einer solchen Fütterung also die notwendige Kräuterkunde-Grundkenntnis erworben werden. - Dass der Darm der Hauskaninchen kürzer ist als der der Wildkaninchen ist keineswegs unwichtig! Im Gegenteil, der längere Darm der Wildkaninchen ist notwendig um dem in der Natur monatelang extrem kargen Futter die notwendigen Nährstoffe zu entreißen. Hauskaninchen mit ihrem kürzeren Darm steht weniger Darmfläche zur Aufnahme der Nährstoffe zur Verfügung, und auch weniger Fläche um dem Futter das Wasser zu entziehen. Es handelt sich hierbei um eine zuchtmäßig verursachte Anpassung im Sinne der Evolution an das energiereichere und wasserärmere Futter, die dazu führt dass die vorhandene Darmfläche bei identischer Ernährung durchschnittlich höher belastet wird als beim Wildkaninchen, ob dies zu Problemen führen kann ist bislang ungeklärt, es existieren noch nicht genug Erfahrungswerte, weil diese Art der Ernährung noch nicht lange genug flächendeckend durchgeführt wird. - Heu ist keinesfalls abzulehnen, zum einen ist mir kein Beweis bekannt dass dieses zum Großteil aus giftigen Bestandteilen besteht (Wildkaninchen nehmen viele Gräser zu sich, und längst nicht ausschließlich Kräuter, schon wegen der natürlichen Verfügbarkeit!), außerdem ernähren sich die von dir als Beispiel angeführten Wildkaninchen im Winter fast nur von vertrockneten Pflanzenteilen, da frisches kaum vorhanden ist. - Die Kosten für die Ernährung liegen bei wenigen bzw. kleinen Tieren pro Tier viel höher als bei vielen bzw. großen Tieren! Futtermöhren sind z. B. für meine 3 Fellnasen völlig überdimensioniert, ich müsste 90 % davon wegschmeißen weil sie schlecht werden bzw. im Winter einfrieren. Da kommen dann die Entsorgungskosten noch dazu. Benzinkosten um die Pflückmöglichkeiten zu erreichen, Zeitkosten müssen auch eingerechnet werden. Wenn du das alles auf viele Tiere verteilst (und deine Riesen rechnest du ja pro Nase gleichbedeutend mit 5 Zwergen, du kämest ja bereits bei 2 Riesen auf eine Gruppe von 10 Zwergen!) kommst du unheimlich günstig dabei weg, wenn du nur zwei hast und ungünstig wohnst, kostet es dich ein halbes Vermögen. Versteht mich nicht falsch - die Grundidee ist gut, aber ich halte sie nur für wenige für durchführbar. Eine solche Ernährungsweise verlangt einem Halter große Fachkenntnisse außerhalb des eigentlichen Kaninchenwissens ab, außerdem viel Zeit und eine geeignete Wohnlage. Deshalb ist es meiner Ansicht nach falsch sie pauschal zu empfehlen, in Einzelfällen ist sie durchaus das empfehlenswert, aber längst nicht für alle. Und wenn ich schon Ad libitum füttere, sollte ich auch noch einen Schritt weiter gehen, und die naturnahe Ad-libitum-Fütterung durchziehen. D. h. ich verwende ausschließlich die Futtermittel die in der Region zu dieser Jahreszeit auch natürlicherweise verfügbar wären, und passe nur die Nährstoffdichte und Gesamtwassergehalt geringfügig nach oben bzw. unten an um dem verkürzten Darm Rechnung zu tragen. |
AW: Ad libtum- Diskussion So jetzt bin ich wieder da. Ich geh mal der Reihe nach vor... :) Zu den Neulingen mit ihren Zoohandelkaninchen... Eine Umstellung ist immer identisch, egal auf was man umstellt und immer gibt es genau eine Regel, die man niemals missachten sollte: Langsam vorgehen Alles andere ist unwichtig, solange man diese Regel einhält. Ob man nun auf eine Ad-libitum-Ernährung oder eine rationierte Fütterung umstellt ist egal, solange man diese goldene Regel einhält. Verletzt man diese Regel, so ist es egal ob man nun auf rationierte Fütterung, Ad-libitum-Ernährung oder naturnahe Ernährung mstellt: Es geht schief. Also letztendlich geht es um diese eine Regel. Diese Regel braucht man immer, egal bei welcher Umstellung. Eine Umstellung auf Ad-libitum-Ernährung ist somit genauso "schwer" wie eine andere Umstellung denn man muss genauso diese Regel beachten. Sie ist aber nicht schwerer, denn ansonsten muss man nicht mehr beachten. Eine Ad-libitum-Ernährung kann niemals zu einer Fehlernährung führen, das Gefahr der Fehlernährung besteht nur bei rationierter oder Heuernährung. Gerade deshalb ist eigentlich die Ad-libitum-Ernährung "idiotensicher" und sehr für Anfänger zu empfehlen. Ehrlichgeagt ist eine Umstellung auf Ad-libitum-Ernährung deutlich einfacher als andere Umstellungen. Das Kaninchen stellt sich sowieso ganz von alleine um. Wenn man nur auf rationierte Ernährung umstellt frisst das Kaninchen weiterhin große Mengen Trockenfutter, weil die Ernährung mangelhaft ist. Deshalb muss dann der Mensch hergehen und das Trockenfutter reduzieren. Wenn man auf eine Ad-libitum-Ernährung umstellt passiert etwas ganz tolles: Sie selektieren! Und dann frisst das Kaninchen von alleine kein Trockenfutter mehr. Der Napf bleibt mit der Zeit immer voller und irgendwann wird er nicht mehr angerührt. Zitat:
Eine Ad-libitum-Ernährung bedeutet immer, dass verschiedene Nahrungsmittel ad libitum angeboten werden (die niemals ausgehen), dass auf Abwechslung und Vielfalt geachtet wird und die Futtermittel kaninchengerecht ausgewählt werden (= hoher Blattanteil etc.). Diese drei Hauptsäulen ergeben eine Ad-libitum-Ernährung, alles andere ist keine. Und wenn man diese Hauptfeiler erfüllt (also eine Ad-libitum-Ernährung praktiziert), kann dein oben genanntes Problem garnicht auftreten, dass man zu energiereich oder energiearm füttert. Wenn der Hauptbestandteil Blattgemüse, Kräuter, Wiesenkräuter sind und viele vielfältige Pflanzen verfüttert werden und diese entsprechend ausgewählt werden, kann es weder zu Mängeln, noch zu Überschuss, noch zu anderen Dingen kommen. Das wiederspricht sich mit den Grundpfeilern. Wenn ich Blattgemüse fütter ist das sicherlich nicht mehr 100% naturnah, weil es ein Ersatz ist. Aber trotzdem bin ich näher an der Natur als wenn ich in Rationen füttere. Was du immer wieder gerne vergisst: Kaninchen selektieren. Ich kann man Kaninchen im Sommer Wurzel-Gemüse anbieten: Es wird kaum gefressen (genauso wie die Wildkaninchen im Sommer kaum Wurzeln verspeisen), im Herbst hingegen fängt es plötzlich an Wurzelgemüse zu fressen und im Winter wählt es Wurzelgemüse in großen Mengen aus! So ist es bei allen Futtermitteln. Selbst wenn du monoton das ganze Jahr anders füttert, schwnkt die Menge der gefressenen einzelnen Futtermittel erheblich. Je nach Jahreszeit werden völlig unterschiedliche Futtermittel ausgewählt. Und wenn du diese Futtermitteln mit der natürlichen Nahrung vergleichst siehst du, dass sie selber das schaffen, was du dem Halter aufdrücken möchtest: Sie ernähren sich naturnah. Zitat:
Was würdest du einem Kaninchen-Halter empfehlen der 3 Std. zum nächsten Supermarkt braucht und deshalb nicht an Gemüse ran kommt und einfach nicht die Zeit hat da regelmäßig Gemüse zu holen? Was würdest du einem Halter empfehlen, der nur Trockenfutter füttern kann weil es bei ihm nichts anderes gibt? Wenn man wirklich nicht die Möglichkeiten hat sollte man Alternativen suchen (und diese findet man eigentlich immer, das beweisen zahlreiche Stadtmenschen die Kaninchen erfolgreich ernähren und mit etwas Aufwand und Wille doch beachtliche Mengen an Frischfutter heranschaffen) und wenn man es wirklich nicht will oder kann und dafür nicht die Zeit hat, dann steht irgendwann die Frage im Raum, ob man die Kaninchen wirklich weiter halten sollte. Tipp: Deine eine Stunde für die Kaninchen wären sehr gut in Frischfutter-Sammlungen investiert. In einer Stunde pflücke ich für 30 Kaninchen/Meerschweinchen, also bei erschwerten Bedingungen (Stadt) kommst du mit einer Stunde super aus. Dafür hast du dann super gesunde Kaninchen und dementsprechend verbringst du weniger Zeit beim Tierarzt - diese Zeit lässt sich dann auch wieder in die Kaninchen investieren. Eine Stunde Pflegemaßnahmen? Also wenn du beispielsweise 20 Minuten pflücken gehst, 15 Minuten Pflegemaßnahmen unternimmst und dann 25 Minuten beobachtest denke ich dürftest du gut hinkommen... :) Mal noch zu dem "täglich pflücken": Was meinst du, wo dein Spinat, dein Mangold, dein Salat herkommt? Er fährt mehrere Tage um die Welt. Der Vitaminverlust ist somit noch stärker als wenn du dein Frischfutter 2 Tage lagerst. Und zwar viel.... Dann schau dir mal den Vitamibverlust beim Heu an. An den kommst du nichteinmal dran wenn du das Frischfutter eine Woche lagern würdest! Es gibt kein einziges Frischfutter das so einen starlen Verlust hat wie Heu! Jede bewirtschaftete Wiese hat einen Rand, auf dem nicht bewirtschaftet wird, jede Stadt hat Innenhöfe in denen keine Hunde laufen und wo super Kräuter wachsen. Jeder Bauer hat ein Telefon und die meisten haben nichts dagegen, wenn man nett anfragt ob man für seine Kaninchen dort täglich ein paar Handvoll ernten dürfte. Die Bauern hier lassen mich sogar ganze Tüten für zick Tiere pflücken! Diese Mengen sind aber trotzdem noch "Mini-Mengen" wenn du es mit der Gesamternte der Wiese vergleichst. Auf Spielplätzen darfst du immer pflücken, da hat keiner was dagegen (und rein rechtlich kann auch keiner etwas dagegen unternehmen). In Naturschutzgebieten darfst du nur keine geschützten Pflanzen ernten (rote Liste), alle anderen darfst du pflücken. Wenn du direkt am Nuturschutzgebiet wohnst, ist das die einmalige Gelegenheit für dich! Zitat:
...zumindest dann, wenn er rationiert füttert. Ich sage dir, was mit dem Jakobskreuzkraut bei meinen oder anderen Ad-libitum-Kaninchen passiert wäre: Probebiss und liegen gelassen. Wenn man aber nun einem Kaninchen, dass von Heu ernährt wird und nur 2x am Tag vernünftige Nahrung bekommt das Zeug reinlegt, so wird es sich darauf stürzen, OHNE ZU SELEKTIEREN! Rationiert gefütterte Kaninchen fressen bis zum letzten Happen alles auf (je nachdem wie groß die Ration ist, wird dieses Verhalten stärker oder schwächer). Erst wenn man ihnen alles anbietet und sie Ausweichmöglichkeiten haben, selektieren sie. Zitat:
Zitat:
Die Wildkaninchen? Sie ernähren sich im Sommer NUR von Frischem (ausnahmslos), im Winter zu einem großen Teil von frischen Sachen (unter der Schneedecke, der Schnee lässt sich weg graben), zu einem kleinen Teil von Trockenen, wenn nicht anders möglich. Das Wildknainchen wird immer zu Frischen hin selektieren, wenn du ihm die Wahl lässt. Heu würde es nichteinmal anrühren. Und genau das machen auch unsere Hauskaninchen. Abzulehnen ist Heu nicht (habe ich auch nie gesagt). Aber es sollte eben nicht die Hauptnahrung sein. Zitat:
Zitat:
So und jetzt komme ich mit meinen Einwänden gegen die rationierte Fütterung. :p - Heu hat im Vergleich zur natürlichen Nahrung einen viel zu geringen Nährstoffgehalt. 50% der Nährstoffe durch den Trocknungsprozess, 6-8% der Nährstoffe je Monat. Rechne das mal hoch. Wenn du jetzt beispielsweise 6 Monate abgelagertes Heu hast und von den "günstigeren" 6% je Monat ausgehst, hast du ein Heu, dass einen Verminderten Nährwert um 86% hat!! Bei 8% sogar 98%!! - Heu hat einen deutlich reduzierten Wassergehalt (3 statt 80%): Die Folgen einer so trockenen Ernährung findest du täglich in den Tierkliniken (nicht nur bei den Kaninchen, auch bei den Katzen die mit Trockenfutter ernährt werden, bei den Meerschweinchen die rationiert mit Heu ernährt werden...): Blasensteine, Harngrieß, Nierensteine, Nierenversagen (wichtige Todesursache, traurig aber wahr).... - Heu besteht nicht aus Kräutern sondern Gräsern und Gräser werden vom Kaninchen kaum gefressen, Kaninchen sind (im Gegensatz zum Meerschwein) wahre Kräuterfresser. Gras ist deutlich energieärmer als Kräuter und eben unnatürlich. Ja, Wildkaninchen fressen auch Gräser, aber eben nicht als Hauptnahrung! - Diese Gräser sind mittlerweile zu 90% Weidelgräser, Wiesenschwindel und Co. Diese führen zu extremen Gesundheitsproblemen beim Kaninchen und vergiften es innerlich. Mahlzeit! Daher plädiere ich dafür, Kaninchen mit etwas zu füttern, dass ebenfalls 80% Wasser enthält, auch noch den ähnlichen Nährstoffgehalt wie Wiesenpflanzen vorweist, das außerdem strukturreich, frisch und gesund ist: Kräuter, Blattgemüse... Heu sollte ein Beifutter sein, aber keinesfalls Hauptnahrung! Ein Kaninchen sollte nie gezwungen sein Heu zu fressen oder zu sterben (genauso wenig wie es gewungen sein sollte Jakobskreuzkraut zu fressen), es sollte immer die Wahl haben. Blattgemüse ist um Welten näher an der natürlichen Grundnahrung als Heu. TIPP: Wenn einem die Ad-libitum-Ernährung unausführbar erscheint dann kann man auf eine Erweiterte rationierte Ernährung zurückgreifen indem man mindestens ein Gemüse ad libitum anbietet (zusätzlich zum Heu und Wasser) und den Rest eben in 2-3 Portionen. |
AW: Ad libtum- Diskussion Das mit dem guten Willen ist mir jetzt doch sauer aufgestoßen, da du meine persönliche Situation nicht kennst, nicht kennen kannst. Aber trotzdem urteilst du. Ich habe ein chronisch krankes Kind was nicht mal eben so zum pflücken mit kann. Nicht jeden Tag, bei jedem Wetter. Ich verbitte mir entsprechend die Unterstellung, ich wolle nur nicht "gut" für meine Kaninchen sorgen! Meine Lagerbedingungen sind im Sommer völlig ungeeignet, ich hatte es bereits ausgeführt. Und man darf im Naturschutzgebiet NICHTS pflücken, auch nicht die Pflanzen die nicht auf der Roten Liste stehen! Sämtliche Eingriffe sind hier strengstens verboten, und bei uns wird das entsprechend überwacht. Bewirtschaftete Wiesen gibt es nur sehr wenige - und glaub nicht ich hätte es nicht versucht - Antwort der Bauern: "Da kommen so viele, das kann ich generell nicht erlauben, ich kann ja nicht einem sagen du darfst und dem nächsten es verbieten. Und wenn ich es allen erlauben würde hätte ich für meine eigenen Tiere nichts mehr." Und Diebstahl ist nicht mein Ding, auch nicht ein paar Gräser oder einen Maiskolben. In welchem Zustand die Kinderspielplätze hier sind, hatte ich auch bereits ausgeführt, ich habe keine Lust beim Pflücken in Hundehaufen, Scherben oder gar benutztes Fixerbesteck zu packen... Was die Fahrt zum Supermarkt betrifft: nun, das wird man im allgemeinen mit der Nahrungsbeschaffung für eigene Zwecke, die ohnehin notwendig ist, kombinieren können. Wer aber so weit draußen wohnt dass er 3 Stunden zum nächsten Supermarkt braucht, hat dann wohl zwangsläufig viel Gelände um sich herum, dass ihm die Alternative der ausschließlichen Ernährung mit selbstgepflücktem Grünfutter ermöglicht, und zwar mit kurzen Wegen und frisch, und im Allgemeinen sind diese Landbewohner auch dort aufgewachsen und haben anders als ich (Stadtkind) schon von den Großeltern bei Spaziergängen Kenntnisse erworben über die einzelnen Pflanzen die mir schlicht und einfach fehlen. Bei mir ist es nun mal anders, der nächste Supermarkt liegt 5 Minuten entfernt, die nächste Wiese auf der ich pflücken könnte und dürfte jedoch eine halbe Stunde. Und noch etwas: nein, Kaninchen werden sich nicht von selbst gesund ernähren, stell denen genug gesundes und gleichzeitig genug ungesundes Futter hin und du wirst sehen dass sie genau wie die meisten kleine Kinder die "Süßigkeiten" in viel zu großer Menge verspeisen. Grundlage hierfür ist das genetische Programm sich in Zeiten des Überflusses ein entsprechendes Fettpolster zuzulegen um für Zeiten des Mangels gerüstet zu sein. Und auch gepflückte Giftpflanzen werden sie nicht wirklich mit der notwendigen Sicherheit aussortieren können, denn von einigen Giftpflanzen ist bekannt dass Tiere sie bereits wenige Minuten nach dem Pflücken nicht mehr sicher als giftig erkennen (Herbstzeitlose bei Pferden zum Beispiel) und unter Umständen doch fressen. |
AW: Ad libtum- Diskussion Hallo, also kann man es denn nicht mit der Ernährung ein bisschen übertreiben ich halte ja auch schon seit Jahren Ninchens und sie bekommen Heu und getrocknete Kräuter aus dem Tiergeschäft kriegen auch in wenigen mengen trockenfutter auch viel Grünzeug wie vers. Salate, Kräuter, Möhren, Äpfel, Gurke etc. Und die fühlen sich trotzdem pudelwohl und sind nicht ständig krank trotz Heu und Trockenfutter aus dem Tiergeschäft (übrigens von Bunny darüber diskutiert ihr ja auch immer so gerne ;)) |
AW: Ad libtum- Diskussion @ Lupine: Es war sicher nicht meine Absicht deine Handlungen zu verurteilen. Soetwas liegt mir fern, denn wie gesagt, jeder kann tun und lassen was er will und wenn jemand sich für irgendeine andere Futterform entscheidet als ich, kann er das gerne tun. Es ist sowieso nie möglich, dass alle gleich füttern, jeder findet da so seinen eigenen Weg :). Und für dich hatte ich gedacht, dass eine erweiterte rationierte Ernährung eine gute Möglichkeit wäre (eben mindestens ein Gemüse, Heu und Wasser ad libitum den Rest in Rationen). @ mickey: wenn du solche Mengen an Gemüse fütterst, dass sie nie ausgehen klingt deine Ernährung sehr gut. Wobei ich dir empfehlen würde, dass Bunny-Futter durch diverse Samen (eine Mischung) zu ersetzen, so als Anregung :). |
AW: Ad libtum- Diskussion was für Samen meinst du? Von diesem Mischfutter hab ich gehört werden Kaninchen fett. (Das mit Mais und so) |
AW: Ad libtum- Diskussion Dann habe ich das wohl in den falschen Hals bekommen, das Thema ist für mich eine Achillesferse. Es gibt tatsächlich Leute, die das was du forderst nicht leisten KÖNNEN. Darauf wollte ich hinweisen. Dass es in vielen Fällen nicht am WOLLEN liegt, sondern einfach an der fehlenden Durchführbarkeit. Und deine Art die Ernährung darzustellen, klingt leider so als wäre alles andere fahrlässig gesundheitsschädlich für die Tiere. Und das ist nun mal nicht so. Natürlich bekommen meine Tiere einiges zur Auswahl, das weißt du ja bereits, und Heu bekommen sie täglich frisch in so großer Menge, dass sie ungefähr die Hälfte davon fressen. Die andere Hälfte benutzen sie dann gerne zum bequemen liegen. Wäre im Heu tatsächlich etwas, was sie nicht fressen mögen würden, würden sie diesen Bestandteil nach deiner Theorie ja ausselektieren, das deckt sich jedoch nicht mit meinen Beobachtungen, es werden soweit ich das beurteilen kann sämtliche Bestandteile recht gleichmäßig gefressen. Und das frische Heu wird immer schon begeistert erwartet, genauso begeistert wie Grünfutter. Ich muss allerdings auch dabei sagen, dass letztens die TÄ meinte mein Heu würde aber total klasse riechen. Es ist nicht das 0815-Heu aus dem Zoohandel, ich lege da größten Wert auf die Qualität. Einige Fragen werde ich innerhalb der Woche noch mit dem TA abklären, wenn ich Leo zur fälligen Zahnkontrolle bringe, mir schwirrt da einiges im Kopf herum was ich selbst noch nicht beurteilen kann, unter anderem zur Wasserlöslichkeit von Kalzium. |
AW: Ad libtum- Diskussion @ Mickey: In dem Bunnyfutter ist genau das selbe drin wie in den Mischfuttern ;) nur durchgematscht und zusammengepresst. |
AW: Ad libtum- Diskussion ach so egal sie essen es auf jeden Fall gerne:D und meine Tierärztin hat gesagt von den Inhaltsstoffen wäre Bunny auf jeden Fall besser als die meisten anderen Trockenfutter sorten |
AW: Ad libtum- Diskussion Bunny-Futter hat Apothekenpreise, dafür dass es sich nur um gepresstes Heu und Abfallprodukte aus der Industrie handelt hat es wirklich einen Goldpreis. :D Das Problem der Bunny-Futtermittel im Zusammenhang mit Tierärzten ist folgendes: Die Tierärzte verkaufen dieses Fütter und verdienen daran dicke mit. Kein Wunder, dass sie es dann empfehlen, vorallem nachdem Bunny auch zahlreiche Fortbildungen für die Tierärzte anbietet und in diesen Fortbildungen natürlich darauf abzielt, zu zeigen wie toll ihr Futter ist. Da wird kräftig geworben. Wenn du normales Vogelfutter kaufst (für Wellensittiche oder Exoten) und Sonnenblumenkerne und Leinsamen einmischst, hast du ein wesentlich gesünderes Trockenfutter, dass deine Ernährung auch sehr gut ergänzt. Das wird auch sehr gerne gefressen (eigentlich lieber als Bunny, wenn sie mal daran gewöhnt sind). @ Lupine: Eine gute Alternative ist wie gesagt ein Gemüse unrationiert anzubieten. Vielleicht wäre das für dich eine Möglichkeit? :) Gesund und gut umsetzbar. |
AW: Ad libtum- Diskussion Das kann ich nur mit kalorienarmen Futtersorten machen, sonst kann ich meine lieben Langöhrchen bald zum Bowlingspielen benutzen :p Erklärung s. u. Zum Thema Bunnyfutter: so kann man aus Sch.... Geld machen ;) . Mein TA ist der Meinung dass man das Zeug, eins wie das andere, in die Tonne treten sollte. Drastisch gesagt, ist das verarbeiteter Abfall. Gerade in dem Bunnyfutter ist ein ziemlich hoher Anteil Trester mit drin, das ist der Müll aus der Obst- und Gemüsesaftproduktion, und Backnebenerzeugnisse oder Getreidenebenerzeugnisse sind auch Abfall, diesmal aus der menschlichen Nahrungsindustrie - wenn man sich dann mal anschaut was die dafür an Geld verlangen, hätte ich diese Idee haben sollen. Dann wäre ich jetzt reich. Stünde mir nur mein schlechtes Gewissen den Tieren gegenüber im Weg... Ich habe jetzt nochmal bisschen nachgeforscht, um mich noch mal zum Thema Selektion schlau zu machen, und bin auf die folgenden Aussagen gestoßen: - Kaninchen zählen zu den Herbivoren. Das heißt NICHT, dass sie Kräuterfresser sind, sondern schlicht und ergreifend dass sie Pflanzenfresser sind. Auch wenn "Herbi" immer mit "Kräuter" gleichgesetzt wird, das ist die falsche Übersetzung. Im Gegenteil fressen Wildkaninchen vor allem BLÄTTER, nicht nur die von Kräutern, sondern auch bzw. wegen höherer Verfügbarkeit vor allem die von Gräsern und auch von Sträuchern. - Die Selektionsfähigkeit ist zum Teil vererbt, dieser Teil kann beim Hauskaninchen unter Umständen bereits fehlen. - Der erlernte Teil der Selektionsfähigkeit beginnt ganz entscheidend bereits mit der Pränatalen Phase! Das heißt, was die Mutter frisst, prägt bereits die ungeborenen Jungtiere maßgeblich und wird später durch eigene Erfahrungen lediglich verfeinert. Man geht davon aus, dass das Fruchtwasser den Geschmack bestimmter Nahrungskomponenten annimmt, wie das beim Menschen teilweise schon nachgewiesen werden konnt. Was aber, wenn das Muttertier überwiegend mit Trockenfutter ernährt wurde? Die Prägung auf die gesunden Nahrungsbestandteile fehlt dann komplett. Ich kann das bei meinen Kaninchen bestätigen, die beiden Mädels ernähren sich besser als der Kastrat, wobei Wuschel sich am besten ernährt. Letzterer stammt aus einer "Zucht" die ich als solche nicht bezeichnen möchte :mad:, Wuschel von einer verantwortungsvollen Züchterin die ihre Muttertiere mit viel frischem ernährte, Jule dagegen aus einer Zucht in der wohl zwar nicht ausschließlich, aber vermutlich viel Trockenfutter verwendet wurde. Wuschel ist schlank und frisst mit Vorliebe gesunde Sachen, Jule frisst alles was sie unter die Nase bekommt, und Leo würde, wenn man ihn ließe, sich nur mit den kalorienreichsten Futtermitteln ernähren die er finden kann. - Der Test unbekannter Nahrung mittels Probebiss ist immer dann problematisch, wenn die Nahrung langsam wirkende oder kumulierende Giftstoffe oder stark schwankende Mengen an Giftstoffen enthält, selbst eine gesunde vollständig ausgeprägte Selektionsfähigkeit kann vor diesem Gift nicht schützen. Die Folgen können tödlich sein. - Den Kaninchen darf keinesfalls langweilig werden, und es darf auch nicht gestresst sein. Dies führt unter Umständen zur übermäßigen, nicht mehr selektiven Aufnahme von Futter. |
AW: Ad libtum- Diskussion Zitat:
Dein Tierarzt ist gut und ehrlich. Ich habe das Glück auch so einen Tierarzt zu haben und bin darüber sehr sehr froh. Soetwas ist Gold wert und rettet viele Kaninchenleben. Wobei er ziemlich direkt ist. Wenn jemand sein Kaninchen mit Trockenfutter ernährt kommt glatt der Spruch"damit bringen sie ihr Kaninchen auf den Besten wege um" (was ja auch wahr ist, aber schon ziemlich direkt :D) und wenn jemand als Hauptnahrung zu trocken füttert kommt der Spruch "wollen sie schoneinmal die Dauerkarte für ihr Kaninchen bei uns buchen? Bald müssen wir anbauen für die ganzen Nierenpatienten" :p Aber lieber ehrlich un direkt heraus als eben ein Tierarzt der mit Bunny sein Geschäft machen möchte... Zitat:
- Gras und Raufutterfresser -Blatt-/Laub- und Kräuterfresser (auch Konzentratselektierer genannt, den Begriff mag ich aber nicht so) - Und die Mischform: Die Intermediärtypen (Mischäsung) Diese Tierarten, welche man zu den einzelnen Gruppen zuordnet, zeigen schon an ihren anatomischen Besonderheiten ihre Zugehörigkeit an. Der Unterkiefer und die Kaumuskeln sind anders geschaffen, die Form der Lippen, Mundhöhle, Gaumen und der Zunge sehen anders aus und die Speicheldrüsen sind stark verändert. Ich geh jetzt nur auf die Besonderheiten der Kräuterfresser ein, sonst platzt hier das Forum aus allen Nähten... - Die Masse des speichelbildenden Drüsengewebes am Kopf ist bedeutend größer ausgebildet - Die Parotis nimmt min. 0,2% der Körpermasse ein (Vergleichswert Grasfresser: 0,05%!!!) - Der Speichel ist bedeutend eiweißreicher und viskos Kaninchen gehören also zu den Herbivoren und hier zu der Untergruppe der Kräuterfresser. Zitat:
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Allerdings ist dieser Teil der Prägung bedeutend untergeordnet dem Teil des Erlernens, ansonsten wären Kaninchen bereits ausgestorben, sie wurdn teilweise auf völlig fremde Kontinente per Schiff gebracht und dort ausgesetzt, trotzdem haben sie die völlig andere Pflanzenwelt super gemeistert. Unsere europäischen Wildkaninchen sind übrigens keine richtigen Wildkaninchen, sie stammen von ausgesetzten Hauskaninchen ab. Auch diese Kaninchen mussten es schaffen plötzlich ganz andere Nahrung aufzunehmen. Meine Zwerge stammen alle aus 5 Jahre Trockenfutterfütterung, atten einen total kaputten Darm und alles was man so haben kann. Trotzdem: Sie selektieren sehr genau. Ich zeige dir das mal anhand eines Beispiels: Ich habe Kartoffelna angefüttert, sie kannten diese davor noch nicht. So fand ich die Kaninchen vor: http://i608.photobucket.com/albums/t...v/DSC_0480.jpg Dann wurde ihnen die Kartoffel (ganz) vorgelegt: http://i608.photobucket.com/albums/t...DSC_0481-1.jpg Was sie nicht im geringsten beeindruckte Ich habe sie beiden vor die Nase gelegt, aber das hat sie eher gestört... http://i608.photobucket.com/albums/t...v/DSC_0491.jpg Dann bekam sie jeder halbiert vor die Nase: http://i608.photobucket.com/albums/t...DSC_0492-1.jpg Ich glaube, sie haben sich belästigt gefühlt http://i608.photobucket.com/albums/t...DSC_0495-1.jpg Nach der ersten Nacht folgte der Probebiss... http://i608.photobucket.com/albums/t...v/DSC_0538.jpg Das "in sich reinstopfen-Verhalten" kommt durch die rationierte Fütterung. Kein Kaninchen würde sich einfach etwas fremdes reinstopfen ohne Probebiss! Durch den extremen Heißhunger, da das Futter so rationiert wird, kommt es dann dazu, dass sie anfangen reinzufressen bis es weg ist um möglichst viel ab zu bekommen. Selbst bei rationierter Fütterung wird allerdings schon recht gut selektiert. Biete deinen Kaninchen mal frische Kräuter und Kürbis an. Na, was fressen sie als erstes? ;) Zitat:
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Daher sollte man immer folgendes beachten: - Das Kaninchen im Voraus an min. 10 natürliche Pflanzen gewöhnen (Wiesen-Gewächse) - Das Kaninchen ad libitum ernähren und nicht rationiert - Das Kaninchen artgerecht halten – 6m² aufwärts (zu wenig Platz = Langeweile = Giftiges wird angekaut) |
AW: Ad libtum- Diskussion @ saloiv: Meine Tierärztin verkauft das Futter nicht ich hab sie nur mal danach gefragt. Auserdem würd die mir keinen Mist erzählen ich geh schon seit fast 14 Jahren zu der hin |
AW: Ad libtum- Diskussion Zitat:
Sonst kann ich saloiv´s Aussagen zum Thema "Bunny-Futter" bekräftigen. |
AW: Ad libtum- Diskussion Schau doch mal den Inhalt des Bunny-Futters an: Sie sind alle recht ähnlich, ich habe jetzt einfach mal irgendeines herausgegriffen... Zitat:
Haferschälkleie: Abfall aus der Haferproduktion Weizenkleie: Abfallprodukt aus der Weizenproduktion Möhrentrester: Abfallprodukt der Möhrensaft-Industrie Obsttrester: Abfall der Saftherstellung Sonnenblumenschrot: Das einzige was noch halbwegs normal in den Dingern ist Aufwuchs von Allgäuer Dauergrünland* = Heu (siehe Sternchen. Diese Zusammensetzung klingt zwar besser als wenn man einfach heu hinschreibt (klar die einzelnen Pflanzen) aber es ist das Gleiche. Die aufgeführten Pflanzen wachsen genau so auf einer normalen Wirtschafswiese Leinschrot: Noch im Bereich der besseren Dinge Natriumchlorid: Salz im Kaninchenfutter? Lecker Das ganze wird zermahlen und heiß gepresst. Durch den Mahlvorgang verliert es seine Struktur. Die Struktur ist sehr wichtig für den Verdauungstrakt. Durch das heiße Pressen gehen alle Vitamine verloren. Daher werden die Vitamine nach der Pressung wieder in synthetischer Form zu geführt und zwar extrem überdosiert. Vitamine in Überdosis hinterlassen bleibende Schäden! |
AW: Ad libtum- Diskussion Hallo! Ich habe 2 Zwergkaninchen, die beide 10 Wochen alt sind. Ich versuche die beiden so gut es geht ad libtum zu ernähren. Das heißt sei haben immer Futter im Gehege und immer Frischfutter, vor allem viele Baumzweige mit Blätter, Löwenzahn und andere Gräser, verschiedene Salatsorten, ab und zu Kohlrabiblätter, Karottengrün, aber auch Gemüse wie Karotte oder ab und zu Gurke oder auch ab und zu mal einen Apfel. Heu haben sie im Käfig, aber das fressen sie eigentlich kaum, lieber noch knabbern sie ein bißchen am Stroh. Trinken tun sie kaum, aber ich denke das ist normal bei so viel Frischfutter. Nur meine Frage: Wie macht ihr denn das im Winter? Das Grünfutter - also alle möglichen Blätter - gibt es ja dann nicht. Was füttert ihr da? Ok Kohlrabiblätter und ab und zu mal Karottengrün sollte ich bekommen, auch mal Salate, aber so viel Kohlrabiblätter möchte ich auch wieder nicht geben, weil der ja bläht.... Also was gebt ihr alles im Winter? Bitte um Tipps!! Danke! ;) |
AW: Ad libtum- Diskussion Im Winter erweiter ich zum einen das Raufutter (nicht nur Heu sondern auch Stroh, Blätter, Äste...), aber viel wichtiger ist natürlich das Frischfutter. Statt Wiesenpflanzen gehe ich dann zu Gemüse über und biete verschiedene Gemüsesorten an. Der Hauptbestandteil bleibt dabei das Blattgemüse: Alle Arten von Salaten (Kopfsalat, Lattich Chicorée, Endivie, Rucola…), Karottengrün, Stangensellerie, Spinat, Radieschengrün, Fenchelgrün, Mangold, Rote-Beete-Grün… Zudem bekommt man in türkischen Läden Löwenzahn zu kaufen. Dann natürlich viel Kohl (langsam anfüttern!): Kohlrabi, Brokkoli, Blumenkohl, Chinakohl und Grünkohl. In sehr kleinen Mengen auch Romanesko, Rotkohl, Wirsing, Weißkohl, Rosenkohl (austesten wie viel vertragen wird)... Dann noch Knollen- und Wurzelgemüse aller Arten. Ich stelle immer so 10 Gemüsesorten zur Verfügung. Wichtig ist, dass man mit Kräutern ergänzt, das können zum einen Küchenkräuter (frisch im Topf erhältlich), zum anderen Trockenkräuter sein. Dann kann man noch ein paar Samen geben (nur im Winter oder bei Gemüsefütterung um das Amminosäuremuster aufzuwerten). z.B. Amaranth, Quinoah, Leinsamen, Sonnenblumenkerne etc. Achja, auch im Winter findet man einige Pflanzen die zwar etwas "angefroren sind" aber trotzdem verfüttert werden können, nur halt leider nicht mehr in den Mengen wie im Sommer. Äste kann man nach innen holen und in Wasser stellen, dann treiben sie aus, oder man gibt sie einfach so. :) Wenn man nicht eine größere Auswahl an Gemüse bieten kann bietet sich diese Fütterung an: - Verschiedenes Raufutter (Äste, Blätter, Heu, Stroh) ad libitum - Eine Mischung aus getrockneten Kräutern ad libitum (möglichst viele) - 1-4 Gemüsesorten (bzw. möglichst viele) ad libitum |
AW: Ad libtum- Diskussion Danke! Das hat mir schon mal sehr weitergeholfen! :) |
AW: Ad libtum- Diskussion Hallo! Ich ernähre meine Kaninchen auch ad-libitum. Aber eine Frage hätte ich noch: Wie ist das im Winter,wenn Gemüse ad libitum angeboten wird.Friert das nicht ein?;) |
AW: Ad libtum- Diskussion Ich lege es in die Schutzhütte und (je nach Froststärke) fütter ich 2-4x täglich. Meistens reicht 2x täglich. Man lernt ja mit der Zeit recht gut einzuschätzen was sie in welchen Mengen fressen, so dass man dann immer so viel gibt, dass bei der nächsten Fütterung nur noch wenig von jedem Gemüse übrig ist. :) Ansonsten ist leicht angefrorenes Gemüse nicht problematisch, Wildkaninchen fressen den ganzen Winter über angefrorene Pflanzenreste und ich hatte selbst bei empfindlichen Kaninchen bisher keine Probleme, die Äste sind hier beispielsweise an kalten Tagen grundsätzlich gefroren und ich taue sie auch nicht auf. |
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