 | Kaninchen | | Registriert seit: 09.08.2009
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Geschrieben am
29.08.2011, 13:51
| | | | AW: Hase und Kaninchen - geht das gut? Wenn deine Tante die Kleine tatsächlich schon mit 8 Wochen ihrem Kastraten zuvergesellschaften will, dann muss sie sehr sorgfältig planen. Die Kleine benötigt Unterschlüpfe wo der Große nicht reinpasst, damit sie sich auch mal in Sicherheit bringen kann. Ein Risiko besteht durchaus, und die Haut ist tatsächlich mit 8 Wochen noch recht empfindlich, so dass statt Kratzern auch schon mal richtige Wunden entstehen können. Auch die Wirbelsäule ist in diesem Alter noch sehr empfindlich. Wichtig ist, dass deine Tante die VG sehr gut vorbereitet und die ganze Zeit vor Ort bleibt um notfalls eingreifen zu können. Einen richtiggehenden Welpenschutz, wie es ihn bei anderen Tierarten gibt, gibt es leider bei Kaninchen nicht. Es kommt nicht zuletzt maßgeblich darauf an wie gut das erwachsene Kaninchen als Jungtier sozialisiert wurde, ob die Zuvergesellschaftung eines sehr jungen Kaninchens problemlos läuft.
Bitte kläre noch einmal ab, dass der Rammler deiner Tante auch wirklich mindestens 6 Wochen bereits kastriert ist, eine Schwangerschaft von einem großen Kaninchen könnte für die Kleine lebensgefährlich werden.
Ansonsten gebe ich den anderen Recht.
Zum einen ist ein "Stallhase" eben kein Hase, sondern ein Kaninchen - und ja, Hasen sind Wildtiere und dürfen gemäß dem Tierschutzgesetz nicht in Menschenobhut gehalten werden, es sei denn es gab einen "vernünftigen Grund" sie aus der Natur zu entnehmen (z. B. verletztes Tier) und sie sind nicht wieder auswilderungsfähig, z. B. aufgrund einer Behinderung. Alles andere kann strafrechtlich verfolgt werden. "Hasen" in Menschenobhut sind eine Nachlässigkeit von der Bezeichnung her, es handelt sich in fast allen Fällen tatsächlich um Kaninchen - von den vorgenannten Ausnahmen abgesehen. Kaninchen und Hasen sehen sich nur ähnlich, unterscheiden sich aber sehr gravierend im Verhalten und sogar in der genetischen Ausstattung, und zwar so sehr dass sie zusammen keine Nachkommen zeugen könnten.
Zum anderen ist es meist den Kaninchen völlig egal, wie groß ein anderes Kaninchen (im ausgewachsenen Zustand) ist, es gibt toll funktionierende Duos aus Zwerg und Riese, mit Gewichtsunterschieden bis zu 8 Kilo. Besonders gut funktioniert es oft in der Konstellation, die bei deiner Tante auch auftreten würde - der Zwerg ist die Häsin, der Große der Kastrat. Meist sind die Häsinnen nämlich dominanter und selbstbewusster, und machen auf diese Art die fehlende Größe locker wett. Oft haben in solchen Beziehungen die Kleinen das sagen, und die Großen ordnen sich unter - sobald die Vergesellschaftung geglückt ist. |