 | Kaninchen | | Registriert seit: 09.08.2009
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Geschrieben am
06.06.2014, 08:44
| | | | Sicher, es gehört natürlich auch der richtige Partner dazu. Und den zu finden kann recht aufwändig sein. Aber ich weiß sogar von einem Fall, wo es gelang ein schwer herzkrankes und total panisches Kaninchen zu vergesellschaften. Und da hätte wohl sogar ich gekniffen.
In fast allen Fällen erlebe ich aber, dass der Halter zu zimperlich ist, oder dass grundlegende Fehler gemacht wurden - Sackgassen zum Beispiel.
Deshalb lohnt es wirklich, sehr genau hinzusehen und gründlichst nach den Ursachen zu forschen, viele unerfahrene Halter sind sich gar nicht bewusst, dass es Fehler gab und leider vertrauen sich viele ihren Tierärzten an, statt sich an Fachleute zu wenden die sich mit Kaninchenverhalten auskennen. Kein Tierarzt muss sich gut mit dem Sozialverhalten der von ihm behandelten Tierart auskennen, das ist für seinen Job völlig irrelevant. Trotzdem wird dem TA oft eine Art Generalvollmacht für Wissen über die behandelte Tierart ausgestellt, und leider weisen Tierärzte selten von sich aus darauf hin, dass sie etwas NICHT wissen. Auch Tierheime sind oft die falschen Ansprechpartner, weil die Kleintiere dort lediglich nebenbei verwahrt werden. Mit Hund und Katze kennt man sich einigermaßen aus, mit den Kleintieren hapert es oft. Unser örtliches Tierheim ist eine reine Katastrophe was das betrifft...
Ich finde es schade, wenn Kaninchen wegen falscher Infos des Halters oder mangelnder Unterstützung allein leben müssen, obwohl es wahrscheinlich möglich wäre, sie mittels fachkundigem Rat doch zu vergesellschaften. Deshalb ist die Ursachenforschung extrem wichtig.
Sicher, die Kaninchen wirken nicht unglücklich. Und hätte ich meinen Leo nicht erlebt, hätte ich vielleicht sogar geglaubt dass sie zufrieden sind. Ich habe jedoch den Unterschied hautnah erlebt. Leo, in seiner langen Einzelhaltung beim Vorbesitzer seit seiner Trennung von Mutter und Geschwistern allein, saß ja bei mir noch 6 Wochen Kastra-Quarantäne ab. Ein liebenswerter und scheinbar sehr zufriedener kleiner Kerl. Wie er war, wenn er RICHTIG glücklich war, habe ich erst später erlebt, nach der Vergesellschaftung. Hätte ich das so nicht erlebt, diesen Unterschied nicht gesehen und nicht gespürt, würde ich heute sagen: vielleicht habt ihr Recht. Vielleicht ist das für dieses Tier ja gar nicht so schlimm, es ist das ja gewöhnt und wirkt zufrieden. Heute sage ich: das stimmt nicht, dem Tier fehlt etwas, auch wenn es scheinbar zufrieden wirkt. Man sieht eine Fassade, einen kleinen vierbeinigen und langohrigen Schauspieler. |