 | Kaninchen | | Registriert seit: 09.08.2009
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Geschrieben am
12.01.2015, 16:14
| | | | Haferflocken sind viel zu energiereich um ein Grundfuttermittel zu sein, soweit es sich um Zwerg- oder kleine Rassen handelt und nicht um Winter-Außenhaltung. Nur bei erhöhtem Energiebedarf (große Rassen bzw. vor allem Riesen, Rekonvaleszenten oder akut erkrankte Tiere, Winter-Außenhaltung) gehören Sämereien zu den Grundfuttermitteln um den Tieren eine ausreichende Energieaufnahme zu ermöglichen. Das müssen aber nicht zwangsläufig Haferflocken sein, es gibt ja genug Auswahl.
Die Entstehung von Blasengries ist kompliziert, und ich denke nicht dass alle Risikofaktoren bislang bekannt sind.
Bekannte Risikofaktoren sind Flüssigkeitsmangel (zu trockene Fütterung bei geringer Trinkmenge) und hohe Kalziumaufnahme. Abhängig von der Art des Blasengrieses oder des Blasensteins ist der Oxalatgehalt der Fütterung als ein Verursacher im Gespräch, denn Kalzium selbst ist unproblematisch da es einfach ausgepinkelt werden kann. Problematisch sind aber wasserunlösliche Kalziumverbindungen wie das Kalziumoxalat.
Aufgrund der Komplexität des Kalziumstoffwechsels kann man auch keinesfalls die Gleichung aufstellen: geringer Kalziumgehalt des Futters = kein Blasengries. Denn sinkt der Kalziumgehalt der Nahrung unter einen bestimmten Level, wird der Körper zur Deckung seines Bedarfs Kalzium aus den Knochen herauslösen. Osteoporose wäre die Folge. Deshalb ist eine extrem kalziumreduzierte Fütterung kritisch zu sehen.
Auch wichtig zu wissen: Trockenkräuter sind beim Kalziumgehalt nicht gleich Trockenkräuter, es gibt große Unterschiede. Auch Heu hat übrigens einen gewissen, deutlich messbaren Kalziumgehalt...
Ich habe bei meinen Kaninchen täglich Trockenkräuter zusätzlich zum Frischfutter angeboten, und hatte nur ein einziges Mal bei Jule eine Blasenentzündung. Die dürfte aber am ehesten bereits der Vorbote des massiven E.C.-Ausbruchs mit tödlicher Nierenschädigung kurz darauf gewesen sein. |