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Zitat von Asaki War nur so eine Idee. Vielleicht vertragen Wildkaninchen es nur besser und die Hauskaninchen haben es durch die Zucht verloren. |
Tatsächlich gibt es ein paar Unterschiede zwischen Wild- und Hauskaninchen, allerdings werden Kaninchen anders als Hund oder Katze erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit domestiziert. Die Veränderungen betreffen überwiegend das Herz (kleiner, weniger leistungsfähig) und die Größe (Riesenwuchs, Verzwergung) sowie die Fellfarbe und -struktur, zu einem kleinen Teil jedoch tatsächlich den Darm. Beim Hauskaninchen ist dieser etwas kürzer als beim Wildkaninchen, was wahrscheinlich daran liegt dass Hauskaninchen energiereichere Nahrung das ganze Jahr über zur Verfügung bekommen. Die Verträglichkeit der Grundfuttermittel ist jedoch hierdurch nicht beeinflusst. Industriefutter gibt es erst seit recht kurzer Zeit, noch vor dem 2. Weltkrieg wurden auch Schlachtkaninchen hauptsächlich mit gesammeltem Grünfutter (Kinder wurden zum Löwenzahnsammeln geschickt), mit ein paar Möhren, und über den Winter mit mehr Heu ernährt, als Mastfutter wurde ab und an trockenes Brot gegeben. Frische Grünpflanzen als kostenloses, leicht verfügbares Futtermittel machten den Großteil der Kaninchenernährung auch in der Nutztierhaltung aus. Erst später kamen die für den Halter praktischen Industriefuttermittel auf.
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Kann bei uns aber auch an einer längeren Pause gelegen haben. Bin aus dem Schwarzwald. Da gibt es früher keine Wiese mehr. Ich brachte dann etwas Wiese von Unterwegs mit, aus niedrigeren Lagen und dann fing er mit Durchfall an.
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Am besten ist es immer, eine größtmögliche Kontinuität im Futter zu haben wenn man darmempfindliche Kaninchen halt. Längere Pausen machen ein erneutes Anfüttern nötig, wenn die Darmflora nicht stabil ist. Die Natur füttert übrigens quasi auch an, da die Pflanzen im Frühjahr nicht von einem Tag auf den anderen in großer Menge bereit stehen sondern erst langsam wachsen.
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Ist aber schon lange wieder gut. Im Frühjahr habe ich es dann durchgezogen und nach 2 Tagen war es überstanden. Zeitgleich hatte ich auch das Trockenfutter abgesetzt. Vielleicht hängt das zusammen.
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Das absetzen des Trockenfutters bringt in vielen Fällen eine schnelle Besserung der Symptome, wenn es sich um handelsübliches Industriefutter handelt. Dieses kann den Darm sehr nachhaltig schädigen, während nicht alles trockene Futter verdammt werden darf: Heu ist eine gute Futterreserve, wenn es kein frisches Wiesengrün gibt, und Trockenkräuter können nicht nur zur Komplettierung des Speiseplans eingesetzt werden, sondern zum Teil sogar unterstützend bei gesundheitlichen Problemen wirken. Sollen Kräuter jedoch für diesen Zweck eingesetzt werden, sollte das am besten mit dem Tierarzt abgesprochen werden.
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Ich las dann auch häufiger, dass man gar kein Frischfutter füttern solle. Das war für mich natürlich komplett daneben. Verstehe nicht wie man auf so eine Idee kommt.
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Ich schon: aus der Beobachtung heraus dass trockenes Futter den Durchfall scheinbar bessert, zusammen mit dem fehlenden Wissen um die Möglichkeit von Kaninchen, eine Art Wassersparmechanismus zu aktivieren. Kaninchen können, wenn zu wenig Flüssigkeit zur Verfügung steht, nämlich ihren Kot quasi "austrocknen". Im Fall von Durchfällen führt das zu einer scheinbaren Besserung der Erkrankung, jedoch wird hier im Grunde genommen nur das Hauptsymptom überlagert durch einen Flüssigkeitsmangel. In sehr massiven Fällen kann so etwas zu einem Kreislaufzusammenbruch führen, über längere Zeit hinweg auch zu Nierenproblemen.
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Ich traf dann eine Kaninchenbesitzerin im Winter und erzählte ihr davon. Sie meinte auch es sei kein Wunder, dass er bei Grünfutter Durchfall bekäme. Bei ihrem Langohr gibt es nur Futter aus verpackten Tüten und Dosen |
Die Dame wird sich in 2 oder 3 Jahren mächtig wundern - nämlich dann, wenn ihr Kaninchen eben diese gerade genannten Gesundheitsschäden davongetragen hat. Meine Prognose: das Kaninchen wird eine völlig ruinierte Darmflora haben, möglicherweise Zahnprobleme, und zusätzlich Blasengries oder gar Nieren- oder Blasensteine.
Ich habe solch ein Kaninchen mit durch Industriefutter ruinierter Darmflora und massivsten Zahnproblemen übernommen und konsequent auf kombinierte Frischfutter- und Trockenkräuterfütterung umgestellt. Die Umstellungszeit war nicht einfach, aber Leo hatte noch 4 schöne Jahre bei mir die er genießen konnte. Als er bei mir ankam, rechnete ich damit dass es höchstens 4 Tage werden würden.