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Welche Frifu-Ration ist richtig? auf Kaninchen Forum

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Benny
Gast
 
Beiträge: n/a
Geschrieben am 11.04.2013, 15:06

@Lupine

Falls es dich interessiert, was mir Andreas empfohlen hat, kann ich dir gerne den email-Austausch per PN schicken, ich hab mir das extra vor 2 Jahren abgespeichert.



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Benutzerbild von aliena
Kaninchen
 
Registriert seit: 10.01.2013
Beiträge: 1.533
aliena befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 11.04.2013, 15:42

Schade eigentlich, dass solche Diskussionen immer ähnlich verlaufen und vor allem ähnlich enden: einer schmollt und trollt sich, der andere bleibt unbefriedigt zurück

Ich finde es immer wieder spannend, gerade diese Fragen, die Lupine stellt, näher zu beleuchten. Ganz widerspruchsfrei kann man Kaninchen wohl gar nicht ernähren. Das liegt schon alleine daran, dass wir so vieles überhaupt nicht wissen. Das fängt schon damit an, dass wir den konkreten Bedarf der Kaninchen an Vitaminen, Mineralien, Makronährstoffen und sekundären Pflanzenstoffen nicht kennen. Auch wissen wir nicht, wie sich unterschiedliche Haltungsbedingungen auswirken.

Was mir bei Andreas immer wieder aufstößt, ist die Prämisse, dass der Bedarf der Kaninchen sich aus der Zusammensetzung von frischer Wiese ableiten lässt. Wie kommt er darauf? Es wäre genauso denkbar, dass Wiese tatsächlich in vielerlei Hinsicht ein Überangebot an Nährstoffen darstellt. Was ja für Kaninchen kein Problem ist, weil sie Überflüssiges, sofern es in natürlicher Form vorliegt, wieder ausscheiden können.

Fest steht wohl, dass Kaninchen alles, was sie nicht selbst synthetisieren können, über die Nahrung aufnehmen müssen. Selbst synthetisieren können sie die meisten Vitamine der B-Gruppe, Vitamin C, bei ausreichend Sonnenlicht Vitamin D und Vitamin K. Vitamin A synthetisieren sie aus Beta-Carotin, das über die Nahrung aufgenommen werden muss. Durch den Blinddarmkot kommen sie außerdem recht gut mit schwer verdaulichem Eiweiß zurecht, da sie es schlicht zweimal durchlaufen lassen können.

Außerdem gilt als gesichert, dass für den Knochenbau und das Zahnwachstum einerseits ein ausgewogenes Calcium-Phosphor-Magnesium-Verhältnis (1,5-2:1:1) vorliegen muss und Vitamin D für die Verstoffwechslung von Calcium benötigt wird.

Dann gibt es noch diverse Formeln zur Ermittlung des Energiebedarfs abhängig von der Körperoberfläche, die jedoch keinen Rückschluss darauf erlauben, wie diese Energie optimal zusammengesetzt sein sollte (bezüglich EW, KH, Fett).

Genau genommen tappen wir ziemlich im Dunkeln, was das angeht.

Angenommen, die Prämisse ist korrekt, dass sich der Nährstoffbedarf der Kaninchen aus der Zusammensetzung von Wiese herleiten lässt, dann wäre es wohl das beste, möglichst lange im Jahr Wiese zu füttern und in der übrigen Zeit mit alternativen Futtermitteln eine vergleichbare Nährstoffzusammenstellung zu bieten. Mit Rücksicht auf Verdauung und Zahnabrieb am besten auch in wiesenähnlicher Struktur.

Allein mit blättrigem Gemüse und frischen Kräutern kann man das Nährstoffspektrum von Wiese aber wohl nicht abbilden, man kann ihm nur nahe kommen. "Wiese" beinhaltet neben den blättrigen Bestandteilen außerdem die Samenstände der Gräser. Das kann man durch Sämereien und verträgliches Getreide abbilden. Was wir definitiv nicht können: Wiese zu 100% zu ersetzen. Aber müssen wir das wirklich? Ich bin mir da nicht so sicher. Wer oder was sagt uns denn, dass Kaninchen nicht auch mit einer wiesenähnlichen Fütterung, die nur 50% der Nährstoffe von Wiese enthält, optimal versorgt sind?

Bleibt noch die Frage nach künstlich zugesetzen Vitaminen und Mineralien. Brauchen sie das? Schadet ihnen das vielleicht sogar? Warum sind die Zugaben so extrem hoch und meist das vielfache der empfohlenen Dosierung? Für jeden solchen Zusatz kursieren auch unter Toxikologen und Veterinären unzählige unterschiedliche Angaben und Empfehlungen - weil es niemand sicher weiß. Doch zumindest haben sie alle das gemeinsam, dass sie nur einen Bruchteil dessen empfehlen, was namhafte Futtermittelhersteller tatsächlich zusetzen. Fragwürdig ist wohl vor allem der Zusatz von Vitamin A, das in der Kaninchenernährung praktisch nicht vorkommt. Sinniger wäre hier Beta-Carotin zuzusetzen. Vitamin B braucht es im Futter gar nicht, fehlt aber bei den üblichen Vormischungen fast nie. Auch wenn oft behauptet wird, dass wasserlösliche Vitamine einfach wieder ausgeschieden werden - das ist nur halb richtig. Richtig insofern, dass ein Überschuss dieser Vitamine in der Nahrung (also wenn sie in ihrer natürlichen Form vorkommen und aufgenommen werden) ausgeschieden wird und keinen Schaden anrichtet. Zur Überversorgung mit künstlich zugesetzten wasserlöslichen Vitaminen gibt es jedoch hinlänglich Studien, die auch hier vor Schädlichkeit warnen.

Fütterungsformen, die sich möglichst nah am Wiesenvorbild orientieren, würde ich persönlich als artnah bezeichnen.

Dann gibt es noch Fütterungsformen, die "funktionieren" völlig unabhängig von dieser "Wiesen-Ideologie". Funktionieren heißt: die Kaninchen, wachsen, gedeihen, haben keine Verdauungs-, oder Zahnprobleme und werden sehr alt. Solche Fütterungsformen würde ich als alternative Fütterung bezeichnen.

Und dann gibt es natürlich auch noch Mischformen in allen möglichen Ausprägungen.

Ich glaube (und weiß sogar), dass es viele verschiedene Wege gibt, Kaninchen zu ernähren, ohne ihnen mit der Ernährung zu schaden. Für welchen Weg man sich entscheidet hängt nicht zuletzt auch von den eigenen Möglichkeiten ab. Wer weit und breit keine Wiese hat, muss sich deshalb nicht von der nächsten Brücke stürzen, der kann auch alternativ füttern und sich trotzdem über gesunde Kaninchen freuen. Auch ist nicht jeder, der ohne Wiese und nicht einmal wiesenähnlich, aber trotzdem mit einem plausiblen Konzept und aus der Erfahrung heraus füttert, ein schlechter Halter.

Kaninchen sind nämlich in Sachen Ernährung erstaunlich anpassungsfähig, auch wenn wir hier oft einen anderen Eindruck haben, weil in der Regel eben die ernährungsbedingten Problemfälle hier aufschlagen.



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Registriert seit: 10.01.2013
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aliena befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 11.04.2013, 15:52

Man merkt, dass mich dieses Thema zur Zeit wieder einmal intensiver beschäftigt



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Feli befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 11.04.2013, 15:58

aliena, hätte es jetzt nicht gemerkt, dass dich dieses Thema beschäftigtDa krieg ich schon Kopfschmerzen vom lesen

Aber ganz ehrlich, jeder der hier ist, weiß vom Grundsatz her, was Kaninchen fressen sollen/dürfen und was nicht!

Die PERFEKTE Kaninchenernährung gibt es NICHT!!!!!



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JayJay wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 11.04.2013, 15:58

Ich lese diese ausführlichen Berichte und Diskussionen immer unheimlich gerne.
Man kann sich so viele Anregungen holen, selber austesten und nachdenken.

Ich bin kein Profi in Fütterungsfragen, ich hab selber viel nachgelesen und rumprobiert und habe dabei so einen Mittelweg gefunden.

Wir hatten hier mal einen Thread in dem zur Sprache kam, ob es nicht vielleicht sogar sinnvol ist, die Kaninchen im Winter "hungern" zu lassen, weil dies sehr nah an der natürlichen Wildkaninchen-Ernährung wäre.
Ich werde das nicht ausprobieren
Aber seitdem geht mir das nicht mehr aus dem Kopf und mich würde eure Meinung dazu interessieren.



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aliena befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 11.04.2013, 16:06

Selbst bei geschlossener Schneedecke müssen Kaninchen im Winter in Europa nie wirklich "hungern", sie weichen dann eben vermehrt auf Rinde und Knospen aus. Die meiste Zeit über kommen sie aber auch im Winter immer an frisches Gras (auch wenn das natürlich nicht mit sommerlichem Gras vergleichbar ist), indem sie die Schneedecke aufscharren.

Außerdem ist es der Lebenserwartung der Kaninchen mit Sicherheit nicht zuträglich, wenn man sie für eine gewisse Zeit im Jahr regelmäßig absichtlich mangelernährt. Wildkaninchen werden ja nicht zufällig kaum älter als 2-3 Jahre, obwohl die natürliche Winterernährung gar nicht soooo defizitär ist, wie manchmal behauptet



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JayJay wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 11.04.2013, 16:18

Rinde und Gras unter der Schneedecke wäre in meinem Verständnis schon eine Mangelernährung, bzw eine Durststrecke
Mich interessiert, ob es was für das Kaninchen "tut" - also ob das sogar einen sinnvollen Nutzen hat.



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aliena befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 11.04.2013, 16:21

Da kann man sich nur fragen, welche Art nutzen es für ein Säugetier mit einem so hohen Stoffwechsel haben sollte, Mangel zu leiden? Mir fällt da beim besten Willen keiner ein.



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Beiträge: 15.808
JayJay wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 11.04.2013, 16:29

Zitat:
Zitat von aliena Beitrag anzeigen
Da kann man sich nur fragen, welche Art nutzen es für ein Säugetier mit einem so hohen Stoffwechsel haben sollte, Mangel zu leiden? Mir fällt da beim besten Willen keiner ein.
Mir gerade auch nicht
Manchmal hat sich die Natur ja was dabei gedacht, auch wenn es uns nicht immer sinnvoll erscheint - die Ernährung der Pandas zum Beispiel



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Kaninchen
 
Registriert seit: 23.02.2013
Beiträge: 1.040
Feli befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 11.04.2013, 17:02

Ich denke einfach, man findet bei solchen Themen NIE eine Übereinstimmung. So wie die Menschen unterschiedlich sind, sind es auch Tiere!

Der eine verträgt das besser, der andere verträgt das besser!

Meiner Meinung nach muß jeder seinem Kaninchen angepasst füttern!

Daher ist es auch nicht möglich das Lupine und Benny auf einen Nenner kommen, denn jeder muß hier angepaßt seinem Tier auf den für sich richtigen Weg kommen.



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Benny
Gast
 
Beiträge: n/a
Geschrieben am 11.04.2013, 17:31

Ich sehe es so, dass man Kaninchen in Gefangenschaft bei Aussenhaltung nicht über den Winter "hungern" kann und ihnen Extra-Energie zuführen muss, die ein Wildkaninchen nicht bekommt bzw. sogar evtl. nicht unbedingt in diesem Ausmaß benötigt, da Gehegekaninchen wesentlich größerer Kälte ausgesetzt sind als Wildkaninchen.
Meine Kaninchen haben zwar einen geschützten, mit Stroh eingestreuten Stall im Gehege, dort ist es aber sicherlich genauso kalt wie im restlichen Gehege, sonst wäre das Frifu dort drin nicht auch nach 30min. gefroren, wenn es extrem kalt ist. Wildkaninchen halten sich die meiste Zeit des Tages in ihrem Bau unter der Erde auf und dort hat es i.d.R. Temperaturen um den Gefrierpunkt. Daher sind sie auch nicht stunden- bzw. tagelanger Kälte von teilweise bis zu minus 15-20 Grad ausgesetzt.

Letzten Winter, als es tagelang so extrem kalt war, konnte ich ein total anderes Fressverhalten bei meinen Kaninchen feststellen. Die damaligen Widder hatten das JR Farm grainless Herbs zur freien Verfügung. Dazu gab es Heu, Äste, Karotten, Grünkohl, Apfel, Chinakohl. Vom JR Herbs wurde nur hin und wieder was gefressen als die Temperaturen noch zum Aushalten waren. Das Gemüse wurde komplett gefressen.
Als es dann tagelang so extrem kalt war, kam ich mit dem Auffüllen des Trockenfutters nicht mehr nach. Obwohl ich das Gemüse auf mehrere Portionen aufgeteilt hatte, damit es nicht einfriert, wollten die Kaninchen davon nur Apfel, der Rest blieb liegen und fror ein. Dafür haben sie das JR Farm verschlungen, das sie sonst das ganze Jahr über nur sporadisch gefressen haben.
Das hat mir deutlich gezeigt, dass die Kaninchen mit dem Gemüse nicht ausgekommen wären, wenn sie keine energiereichere Alternative zur Verfügung gehabt hätten - und zwar so, dass sie jederzeit auswählen konnten, ob sie etwas davon benötigen oder nicht.

Diesen Winter habe ich das Nösenberger Strukturmüsli bzw. eine eigene Getreidemischung zur freien Verfügung angeboten, da ich jetzt Riesenschecken habe und diese im November, als wir teilweise -14 Grad hatten, erst 2-3 Monate alt waren.




Geändert von Benny (11.04.2013 um 17:37 Uhr).

Benutzerbild von Lupine
Kaninchen
 
Registriert seit: 09.08.2009
Beiträge: 19.399
Lupine wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 11.04.2013, 18:06

aliena, ich danke dir für die tolle Zusammenfassung! Sie bietet sehr viele Informationen und zeigt die Knackpunkte der Überlegungen gut auf. Ich finde sie so klasse, dass ich sie gern als Denkanstoß in den FAQ sehen würde, wenn es dir und den anderen recht ist!

Benny, ich freue mich zwar über das Angebot, jedoch ist eMail-Verkehr grundsätzlich - auch wenn man nichts zu verbergen hat - etwas vertrauliches. Deshalb ist es wohl besser, ich setze mich bei Gelegenheit selbst mit Herrn Rühle in Verbindung und stelle ihm meine Fragen.

Feli, du hast völlig Recht wenn du sagst: DIE perfekte Kaninchenernährung gibt es so nicht. Man muss sie immer auf die individuellen Gegebenheiten anpassen. Trotzdem sollte jeder seine Ernährungsweise genau wie die gesamte Haltung immer wieder überdenken - genau das versuche ich, obwohl ich ja im Moment kaninchenlos bin. Da ich nicht für mich ausschließe dass irgendwann wieder Langohren bei mir einziehen, sehe ich es als "Pflicht" an, auf dem Laufenden zu bleiben und weiterhin allen Strömungen und neuen Erkenntnissen nachzuspüren und sie daraufhin abzuklopfen, ob sie mir plausibel erscheinen und es wert sind, in mein persönliches Haltungskonzept einzufließen. Mit überdenken meine ich dabei aber nicht, dass man jeder Modeströmung hinterherläuft, oder ständig an seiner Haltung herumwerkelt! Wichtig ist aber, immer wieder zu schauen ob es wirklich sinnvolle Haltungsverbesserungen gibt für den individuellen Fall.

Äußerst interessant finde ich die Überlegungen, was die Phase des "hungerns" im Winter mit dem Organismus anstellt, und was man daraus für die Ernährung des Haustieres ableiten kann oder sollte. Klar dürfte sein: die Natur hat die Lebewesen daraufhin ausgerichtet, dass sie mit Zeiten des Mangels umgehen können. Das gilt für den Menschen genauso wie für das Tier. Schafft es ein Lebewesen nicht, fällt es aus der Evolution einfach heraus, sowohl der Einzelne als auch eine ganze Art.

Bei diesen Überlebensstrategien fällt mir spontan ein, dass Energiereserven angelegt werden. Auch Kaninchen tun das, und sie tun das abhängig vom Futterangebot über Sommer und Herbst - die klassische Zeit des Überflusses und der hochkalorischen Futtermittelangebote. Obst und Getreide sind hier die Stichworte. Deshalb haben Kaninchen auch ein besonderes Faible für solche Futtermittel, sie folgen ihrem genetisch verankerten Überlebensprogramm das ihnen sagt: "Leg dir eine Reserve an für die kommende schlechte Zeit!".

Bei unseren Hauskaninchen gibt es dieses Überangebot oft nicht, da die Halter darauf achten dass die Tiere wegen der Gefahr von Zahnproblemen oder Verdauungsproblemen oder auch der Gefahr von Übergewicht nicht ad libitum solche Futtermittel zur Verfügung haben. Dies ist vor allem in Winter-Innenhaltung wichtig und richtig, da die Kaninchen keinen erhöhten Energiebedarf und auch keine Mangelzeiten haben.

In Außenhaltung dagegen hätte man die Wahl: Entweder man "mästet" seine Kaninchen im Sommer und Herbst und lässt sie im Winter "hungern", dies würde dem natürlicherweise zyklischen Futterangebot des Jahres für Wildkaninchen entsprechen. Oder man mildert diese Schwankungen ab. Das heißt, dass im Sommer und Herbst Getreide und Obst nur rationiert angeboten werden, im Winter dagegen das verfügbare Futterangebot höher ist als es natürlicherweise der Fall wäre.

Eine Rolle spielt hier sicher neben den von Benny angemerkten Temperaturen auch die Tatsache, dass Hauskaninchen sich in ein paar Punkten durchaus von Wildkaninchen unterscheiden. Je nach Rasse können diese Unterschiede in Größe und Gewicht sowie Muskelmasse liegen, auf jeden Fall liegen sie aber in der Leistungsfähigkeit des Herzens und der Länge des Darms. Insofern hat die Evolution in Form der Domestizierung schon ein paar Spuren hinterlassen. Hauskaninchen haben ein nicht so leistungsfähiges Herz und einen etwas kürzeren Darm. Welche Auswirkung das auf die Anforderungen der Fütterung hat, darüber habe ich aber leider bislang keine Informationen gefunden.



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Benutzerbild von Jinro
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Registriert seit: 24.02.2011
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Jinro wird schon bald berühmt werden
Geschrieben am 11.04.2013, 18:18

Gerade nur mit dem Handy online, daher nur ein schneller Link. Werft mal einen Blick hierauf, vor allem auf die Quellen für umfangreichere Hintergrundrecherche: http://www.hauskaninchen.com/Seiten/Wildkaninchen/Ernaehrung.html

Thema des Links: Wildkaninchen im Winter, Nahrung und Stoffwechsel, sowie Aktivität.



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Neues Spiel, neues Glück:
https://www.kaninchenforum.de/spiele/47383-anmeldung-werw%F6lfe-runde-4-a.html

Momo und Hannibal: Die zweite Generation:
[url]https://www.kaninchenforum.de/unsere-kaninchen-user-vorstellung-fotos/44592-momo-hannibal-%96-auf-gro%DFen-pfoten-ins-sp%E4te-gl%FCck.html[/url]


Barney und Flocke: In Gedenken an das Traumpaar:
[url]http://www.kaninchenforum.de/unsere-kaninchen-user-vorstellung-fotos/12413-barney-flocke-lovestory.html[/url]



Benutzerbild von aliena
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aliena befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 11.04.2013, 18:24

Lupine, du darfst meinen Text gerne verwenden. Mir selbst hilft das Schreiben oft dabei, meine Gedanken zu ordnen, das muss manchmal sein Aber umso schöner, wenn ihr auch etwas davon habt



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Geschrieben am 11.04.2013, 18:37

Das mit dem Kaninchen mästen über den Sommer und Herbst, mit Obst und Getreide, hab ich tatsächlich mal versucht, mit dem Ergebnis, das meine Kaninchen nicht "mitgespielt" haben.

Ich hab verschiedene Sorten einheimisches Obst (Äpfel, Birnen, Pflaumen, uswusw) und Getreide ad lib zusätzlich zu Wiese ad lib angeboten, Obst wurde komplett ignoriert und Getreide spärlich gefressen...für einen ordentlichen Winterspeck wäre das zu wenig gewesen. Solange es Wiese gibt, interessiert sie kein anderes Futter, das wird erst wieder "interessant", wenns keine Wiese mehr gibt...aber in der Natur wäre das für den wichtigen Winterspeck zu spät.

Durch diese Erkenntnis habe ich mir die Frage gestellt: Funktioniert dieser, in der Natur sehr wichtige, Instinkt, für den Winter "vorzubeugen", bei Hauskaninchen nicht mehr? Oder wissen sie, das sie im Winter nicht hungern müssen?



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Benny
Gast
 
Beiträge: n/a
Geschrieben am 11.04.2013, 18:42

Zitat:
Zitat von hasis2011 Beitrag anzeigen
Durch diese Erkenntnis habe ich mir die Frage gestellt: Funktioniert dieser, in der Natur sehr wichtige, Instinkt, für den Winter "vorzubeugen", bei Hauskaninchen nicht mehr? Oder wissen sie, das sie im Winter nicht hungern müssen?
Das ist eine sehr interessante Frage, denn ich habe bei meinen Kaninchen dasselbe festgestellt. Solange sie Grünzeug zur Verfügung haben und sei es auch nur das im Gartengehege, das sie selbst mühsam zusammensuchen müssen, verzichten sie freiwillig auf Gemüse und fressen fast nichts vom Strukturfutter.




Benutzerbild von Tinachen
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Tinachen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 11.04.2013, 19:02

Hach so eine Diskussion hätte ich mir in "meinem" Thread: Märchen und andere Mythen" doch auch gewünscht. Genau für sowas war der Thread gedacht.
Sehr interessant. Was ich gerne noch zu bedenken geben würde, ist die teilweise unterschiedliche "Vorbelastung" der Tiere. Dies bezieht sich auf die Ernährung der Tiere die bei Vorbesitzern womöglich falsch ernährt wurden und demzufolge einen vorgeschädigten Darm haben.
Auch deshalb stimmt wahrscheinlich die Annahme, dass es die einzig wahre Ernährungslehre für alle Kaninchen nicht gibt.
Für mich persönlich ist Selektion von Nahrungsmitteln nach wie vor das Hauptargument für (auch im Winter) so vielfältig blättrige Ernährung als möglich.




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Feli befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 11.04.2013, 19:14

Tja und meine 3 bevorzugen momentan NICHT die Wiese, jetzt wo die Schneedecke weg ist und ich frischen Löwenzahn anbieten kann, bleibt er liegen Meine ÄLTERE Feli (1 Jahr) kennt frischen Löwenzahn und frißt davon, meine 2 kleinen mögen Wiese nicht




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hasis2011 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 11.04.2013, 19:18

Das kommt noch, keine Sorge.

Kaninchen denken wie du: Wos da Baua net kennt, frisst a net!...das muss erst mal getestet und für gut befunden werden.



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Feli befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 11.04.2013, 19:33

Ich geh auch davon aus, dass das noch kommt,sonst müssen sie hungern
Mein Mann geht jetzt immer an unserem Gehege vorbei und wenn Ihn alle 3 blöd anschauen sagt er immer "a Gros frißt da Hos" Er probierts auf diese Weise

edit:
hab die Übersetzung vergessen
"Gras frißt der Hase"



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