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  • 1 Post By Rakete

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Ninchen
 
Registriert seit: 07.08.2019
Beiträge: 13
hathie befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 27.04.2020, 23:19

Pubertiere


Hallo allerseits,

ich poste heute zu einem Thema, das mich leider an das meines letzten Posts erinnert. Es geht um ein Ninchen, das leider in der Gruppe nicht mehr akzeptiert wird.
Beim letzten Mal war es mein Ex-Gruppenchef Wupp, der nach einer Krankheit von seinem Nachfolger komplett ausgegrenzt wurde. Inzwischen musst ich mich leider von Fluff trennen, weil er das Zusammenleben in der Gruppe vollkommen destabilisiert hat. Seither verträgt sich die Restgruppe mit Wupp sehr gut.
Dann habe ich drei Jungtiere bekommen, zwei Widder-Rammler (Knut und Schnaps) eine Löwenkopf-Häsin (Hoppla), acht Wochen alt.
Die Rammler sind kastriert. Sie vertrugen sich bisher sehr gut und leben erst einmal getrennt von den "Alten", die derzeit zum sattgrasen in den Ferien bei einem Freund wohnen. Eigentlich stand die Vergesellschaftung an, die Jungspunde leben jetzt knapp zwei Monate hier.
Tagsüber verfügen sie über ein riesiges Paradies mit mehreren hundert Quadratmetern, Bäumen, Büschen, Sträuchern etc. Nachts hole ich sie noch rein, da haben sie 10 Quadratmeter.
Nun sind die Herrschaften in die Pubertät gekommen (voller Hormonrausch!!!) und benehmen sich wie eine offene Hose. Was anfangs harmlose Rangeleien waren, hat sich inzwischen zum Problem entwickelt. Ich bin keine Anfängerin und weiß, dass Prügeleien mit Fellflug und Blessuren normal sind. Vor drei Tagen hat Knut dem Schnaps seinen wunderschönen Löffel geschlitzt. Ist gut verheilt, war aber nicht schön. Seither wird Schnaps panisch, wenn er Knut nur sieht. Nachts trenne ich die beiden jetzt, weil ich sonst kein Auge zumachen kann. Aber auch draußen ergreift Schnaps sofort die Flucht und verkriecht sich, wenn ihn Knut nur anschaut. Er kommt nicht einmal zum Fressen raus, was mir Sorgen bereitet.
Wenn ich ihm ein ruhiges Plätzchen verschaffe und Futter hinlege, frisst er es. Aber er traut sich nicht mehr auf die Wiese zum Grasen. Wenn Knut nur auf ihn zugeht, verschwindet er sofort wieder.
Hat jemand mit so einer Situation Erfahrung? Sie dürfen ja gerne ihre Rangordnung klären, aber was ist wenn einer gar nicht mehr aus seiner Ecke kommt? Es sollte sich doch irgendwann einmal entspannt haben... Wie lange gucke ich mir das an?
Macht es Sinn, jetzt eine Vergesellschaftung mit den Alttieren anzustreben? Vielleicht bringen die ein bisschen Ordnung in das Ganze? Stress wäre das allemal, aber vielleicht kommt Knut dann von seinem Höhenflug ein bisschen runter und die Jungspunde werden mal auf ihr Maß zurückgestutzt?

Ich bin für jede Erfahrung und jeden Tipp dankbar...!




Geändert von hathie (21.07.2020 um 16:01 Uhr).
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Kaninchen
 
Registriert seit: 05.06.2012
Beiträge: 2.923
Rakete befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 28.04.2020, 19:21

Nicht alle Kaninchen verstehen sich auf Dauer mit allen, auch nicht nach einer VG.
Daher gilt es zu Beobachten, wie sich die Sache entwickelt. Zudem stecken sie ja in der Pubertät, da ist es auch möglich, dass sie sich irgendwann nicht mehr verstehen werden. Gerade Gleichgeschlechtliche können da Probleme bereiten. Vor 14 Jahren habe ich mir auch 3 Frühkastrate zugetan, davon haben sich 2 dann während der Pubertät gar nicht mehr verstanden, respektive ich habe 8 Monate lang (fälschlicherweise in meiner Unerfahrenheit) durchgehalten, bis ich ein konstant zitterndes Nervenbündel hatte. Der Unterlegene war ein psychisches Wrack danach...



Ich hatte bei Wohnungshaltung auch schon Dauer-Mobbing und musste mich nach 3 Monaten (und auch mal erst nach 3 Jahren!) zum Trennen entscheiden. Wenn ein Kaninchen auf eine lange Dauer nicht mehr richtig zum Fressen kommt und sich in gewissen Teilbereichen gar nicht mehr aufhalten darf oder dauernd verjagt wird, hat es irgendwann keinen Sinn.



Man muss urteilen können, wieviel man jeweils den Kaninchen zumuten kann und wie hoch der Stresspegel ist. Ich habe sie aber auch schon zusammen gelassen, wenn ich sah, dass es auch bessere Phasen gab oder das Gejage in meinen Augen nicht so ernsthaft war.



Hast Du tagsüber zuviel Platz und die Kaninchen können sich komplett aus dem Wege gehen, kann es auch sein, dass sich Reviere bilden. Und irgendwann Einer gar nicht mehr akzeptiert wird.


Die Situation kannst Du selbst am besten beurteilen:
Wie lange dauert das Ganze schon? Wieviele Monate?

Wird es permanent schlimmer?

Ist es nur vorübergehende Frühlingsgefühle vermischt mit vorübergehendem Pubertätsgehabe?


Gut möglich, dass eine VG mit den Alten die Situation entschärft. Aber voraussagen kann man das schlecht. Wie alt sind denn die Jungen? Wenn sie genügend alt sind (mind. 4 Monate), würde ich es versuchen.


Wieviel Platz hast Du denn für alle nachts? Je nach Platz und Anzahl der Tiere kann das auch zu einem Problem werden.




Ninchen
 
Registriert seit: 07.08.2019
Beiträge: 13
hathie befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 28.04.2020, 22:11

Hallo Rakete,

vielen Dank für Deinen Kommentar. Die Kaninchen sind (angeblich) jetzt ziemlich genau 4 Monate alt. Das Ganze geht seit nicht einmal einer Woche so,aber es gibt fast gar keine Phasen der Entspannung. Das liegt aber z.T. auch daran, dass der Unterlegene sofort panisch die Flucht ergreift und in eine Ecke verkriecht, sobald die Hormonschleuder ihn nur anschaut. Auch wenn er vielleicht freundliche Absichten hat. Nachts wohnen sie auf einem umgebauten (also zugemachten) Balkon. Dort steht auch ein doppelstöckiger Stall. In den setze ich jetzt nachts den Angreifer rein, damit sie sich nicht die ganze Nacht prügeln und ich auch einmal schlafen kann, bzw. der Unterlegene Ruhe bekommt, Sozialkontakte mit der (sehr freundlichen) Häsin pflegen und angstfrei fressen kann. Sobald ich morgens den anderen rauslasse, ergreift Schnaps sofort die Flucht. Dann rennt ihm Knut manchmal nur hinterher, weil ihn das Weglaufen provoziert. Von sich aus hat er ihm gar nichts getan.
Tagsüber haben sie den sehr großen Garten, aber auch da traut sich Schnaps nicht mehr aus der Ecke. Ich versuche immer, ihm Futter in sein Versteck zu legen, damit er regelmäßig frisst. Er ist schon ganz schön gestresst.
Ich kenne Prügeleien und Blessuren von anderen Vergesellschaftungen. Aber früher oder später hat einer immer eingesehen, dass er nachgeben muss und der Überlegene hat das dann gnädig angenommen. Friede. Die jetzige Situation kenne ich nur aus meiner Erfahrung mit einem sehr kranken Leittier, dass ich länger aus der Gruppe nehmen und versorgen musste. Nachdem er zurückkehrte, wurde er vom neuen Chef gnadenlos verbannt und saß nur noch in einer Ecke. So wie jetzt Schnaps. Da half auch nur eine Trennung.
Die Frage ist, wie lange ich das Schnaps zumute und ab wann eine Besserung nicht mehr zu erwarten ist. Der andere Rammler ist derzeit einfach extrem platzhirschig und hormongesteuert unterwegs. Aber das kann ja auch noch eine Weile anhalten....
Bin nicht sicher, was ich noch tun kann.
Wenn ich die Alttiere dazu hole, senkt das ja auch für Schnaps den Stresspegel nicht wirklich. Aber vielleicht holt das Knut Hormonspiegel mal runter. Im Moment hält er sich für den unangefochtenen König...

Was meinst Du, soll ich das versuchen?
Danke nochmal!




Kaninchen
 
Registriert seit: 05.06.2012
Beiträge: 2.923
Rakete befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 28.04.2020, 23:01

Also 1 Woche ist noch nicht wirklich lange... Zumindest wenn es nicht zu wiederholten Wunden kommt und der Unterlegene noch genügend fressen darf. Das kann man aber nur fes stellen, wenn man regelmäßig das Fell gründlich darauf untersuchst.

Selbst bei einem eingespieltem Team kann es mal vorübergehenden Unstimmigkeiten kommen.

Da sie aber erst bei Beginn der Pubertät sind mit 4 Monaten, musst Du auch damit rechnen, dass das Ganze durchaus noch zunehmen kann.

Wieso trennst Du sie nachts?
Das ist etwas, was man nie machen sollte. Entweder trennt man fix und versucht zu einem späteren Zeitpunkt eine neue VG. Oder man lässt sie das austragen und darf dann auch nicht trennen. Sonst entstehen Aggressionen immer auf's Neue und es ist täglich quasi eine neue VG. Sowas ist stark kontraproduktiv.

Kennst Du Kaninchenwiese?
Da kannst Du alles nachlesen:

https://www.kaninchenwiese.de/soziales/rangordnungskaempfe/
https://www.kaninchenwiese.de/soziales/haeufige-fehler/
https://www.kaninchenwiese.de/sozialisierung/
https://www.kaninchenwiese.de/soziales/grossgruppenhaltung/

Übrigens: Jungtiere werden erst richtig durch Ausgewachsene Kaninchen sozialisiert und erzogen. Viele Kaninchen sind schlecht sozialisiert, wenn sie zu früh von der Mutter getrennt werden. Das macht sich dann bemerkbar, wenn es zu Konkurrenzverhalten mit Gleichgeschlechtlichen kommt. Rein theoretisch profitieren Jungtiere daher von Älteren.



-Flöckchen- likes this.

Ninchen
 
Registriert seit: 07.08.2019
Beiträge: 13
hathie befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 21.07.2020, 15:59

Wer meinen neuen Beitrag an anderer Stelle liest (Thema Aufzucht), weiß jetzt auch, warum es diese Prügeleien gab. Der Züchter hat mich getäuscht, die Jungs waren gar nicht kastriert (obwohl ich die Kastrationen teuer bezahlt habe). Inzwischen habe ich sie kastrieren lassen, habe aber trotzdem ein Problem. Beide Häsinnen trächtig, ein Wurf schon da, mit Problemkind, das jetzt die Flasche braucht und ein Wurf noch unterwegs.
Die Fahrlässigkeit/Abgebrühtheit dieser Leute ist unbeschreiblich!!!




Kaninchen
 
Registriert seit: 05.06.2012
Beiträge: 2.923
Rakete befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 21.07.2020, 20:08

Schlimm!
Dann ist das sicherlich kein Züchter, sondern ein Vermehrer...

Was mich einmal mehr bestärkt, nur Tiere aus dem Tierschutz zu holen.

Ist zwar jetzt leider zu spät, aber für's nächste Mal ein Tipp:
immer die Geschlechter kontrollieren, egal woher die Kaninchen stammen. Spätestens bei irgendeiner regelmäßigem Gesundheitscheck fällt sowas (wie Hoden) auf, falls nichts bereits zu spät ist...

Kannst Du die Person irgendwie dafür haftbar machen?



 
 
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