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Hilfe, Kaninchen greift das andere plötzlich an!Hallo, ich habe ein Problem, an dem ich langsam verzweifele... Vor ein paar Wochen habe ich mir 2 schon vergesellschaftliche, kastrierte Böcke geholt (Franz, Farbenzwerg und Ludwig, Zwergwidder). Die beiden sind jetzt 5 Monate alt. Am Anfang war alles super, sie waren ein Herz und eine Seele, aber seit etwa 3 Wochen greift Franz den Ludwig immerzu an. Anfangs war es nur ein bisschen scheuchen und berammeln, aber seit ein paar Tagen jagt er ihn ohne ersichtlichen Grund aggressiv grunzend durch den Stall. Zwei mal ist es jetzt schon vorgekommen, dass Ludwig bei einem Angriff von Franz ganz laut gequiekt hat. Das Geräusch ist zu vergleichen mit einem Hundespielzeug. Jeden Tag liegt viel ausgebissenes Fell von Ludwig im Gehege und beim Kuscheln mit ihm hab ich eben bemerkt, dass er ein paar kleine verschorfte Bisswunden hat. Die beiden haben rund um die Uhr genügend Auslauf, bekommen täglich frisches Obst und Gemüse und Versteckmöglichkeiten gibt es auch. Ich habe schon den Züchter zu Rat gezogen, dem ich sehr vertraue und er schiebt es auf die Pubertät. Habt ihr schon so schwierige Erfahrungen mit solchen Auseinandersetzungen gemacht? Was ist noch normal und ab wann ist es besorgniserregend? Und was kann ich tun, um es den beiden ein bisschen einfacher zu machen? Ich finde es ganz schwer, mir das mit angucken zu müssen, weil Ludwig mir so unendlich leid tut und bitte ganz dringend um Rat...
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| Es wird, wie der Züchter sagt, wohl die Pubertät sein ![]() Machen kann man nichts, außer viel Platz bieten (gerade bei gleichgeschlechtlichen), mehrere Futterplätze und Versteckmöglichkeiten mit mind. 2 Ausgängen anbieten. Ich würde täglich genau kontrollieren, nach Bisswunden und auch unterm Bauch und das Fell zur Seite schieben. Man sieht tiefere Verletzungen nicht bei einer oberflächlichen Kontrolle.
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Und ja, kastriert sind sie definitiv, habe sie kurz nach der Kastration zu mir geholt und da waren noch Fäden von der OP zu sehen.
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| Kontrolliere (Abtasten überall!) mehrfach immer gut auf Bisswunden. Trotz meinen Kontrollen habe ich auch mehrfach erst Bisswunden hinterher gesehen, die sogar genäht werden mussten. Sogar die TÄ hat letzthin eine 2. Bisswunde zum nähen übersehen.. 4 qm Platz ist das absolute Minimum mit zusätzlichem, täglichen Auslauf. Gleichgeschlechtliche Paare brauchen allerdings oft deutlich mehr Platz, erst recht wenn es Schwierigkeiten gibt. Ich empfehle da mind. 8 qm. Auch die Pubertät kann bewirken, dass es auf zu engem Platz plötzlich gar nicht mehr klappt, sollte sich die Lage noch mehr zuspitzen. Übrigens quieken oder schreien Kaninchen auch nur, wenn sie Todesangst haben. Natürlich kann es mal vorkommen, aber in dem Moment ist es für das Tier selbst schon schlimm, da es große Angst hat. PS: ein Kaninchenpaar ist pauschal gesagt immer die bessere Kombi als Gleichgeschlechtliche ( und erst recht für Anfänger besser geeignet). Natürlich keine Regel ohne Ausnahme. Hat Dir der Züchter zu 2 Kastraten geraten? Geändert von Rakete (18.12.2019 um 07:40 Uhr).
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Wie ist das denn dann mit dem Revierverhalten? Kann es nicht sein, dass wenn sich einer von den beiden das Gehege zu eigen macht, und ich sie dann wieder einsperre, es vermehrt zu Kämpfen kommt? Ich taste den kleinen jeden Tag mehrmals ab, aber bis auf die eine Wunde habe ich noch nichts weiter gefunden. Jedoch zappelt er nach ein paar Minuten so rum, dass ich ihn wieder in Ruhe lassen muss. Hast du vielleicht ein paar Tipps, wie ich ihn länger ruhig halten kann, um ihn intensiver untersuchen zu können? Aber wenn selbst deine TÄ mal eine Wunde übersehen hat, werde ich vorsichtshalber auch mal einen Untersuchungstermin machen. Und ja, ursprünglich wollte ich auch ein Pärchen, jedoch erklärte er mir, dass 2 Kastraten für Anfänger am unproblematischsten sind, da Weibchen oft andere Komplikationen wie Scheinschwangerschaft oder Gebärmutterprobleme mit sich tragen können.
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| Besser wäre, du versuchst ihnen dauerhaft 24 Std/7 Tage mind. 8 qm zu geben. Es wird nicht viel bringen, wenn du ihnen nur Auslauf gewährst mit mehr Platz. Vielleicht möglich eine Ecke der Wohnung als Gehege umzufunktionieren? Anregungen findest du auch auf der Seite "Kaninchenwiese" da stehen auch alle wichtigen Informationen über Haltung/Ernährung etc. Ich würde das abtasten mit streicheln versuchen, wenn er vielleicht gerade seine Ruhephase hat oder ihn mit Futter ablenken. Für Untersuchungen unter dem Bauch, nehme ich sie auf den Rücken auf meinen Schoß
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| Untersuchungen sind auf fester Unterlage wie Tisch (mit Kissen) massiv besser zu machen als auf dem Schoß. Zumindest solange Du sie nicht umdrehen musst. Daneben noch gleich Leckerlis zur Ablenkung hin stellen, das kann enorm helfen, Vertrauen zu schaffen. Wenn es zu gestresst ist, kannst Du auch direkt nach dem Prozedere zu belohnen. Betreffend minimalen Platzangebot: Kaninchenschutz-Organisationen und Tierheime beginnen langsam auch umzudenken und empfehlen ein Minimum von 6 qm für Kaninchen. In meinen Augen hätte man sowas schon längst tun müssen, da sie derart bewegungsfreudig sind. Wobei auch 6 qm reichen niemals, damit sie sich austoben und richtig herum rennen können. Wenn Du neue Reviere eröffnest, ist es möglich, das es dort zu mehr Rangeleien kommt. Muss nicht zwingend sein, aber ein neuer Raum kann seine eigenen Gesetzmäßigkeiten haben. Wenn es aber über längere Zeit gemacht wird, flacht sich dies dann ab. Beispiel: als ich damals umgezogen bin, war der rangniedrige Kastrat derart verunsichert, dass er sich nicht aus dem KaninchenZimmer heraus traute, der Andere (Chef) aber schon. Das Verhältnis der Beiden war generell nie ganz harmonisch. Als der Unterlegene nach einem halben Jahr sich trotzdem raus traute, wurde er gleich ins Zimmer zurück verjagt. Letztendlich hat es ein ganzes Jahr gedauert, bis das auch außerhalb des Zimmers funktioniert hat. Mein Fehler: ich hätte gleich zu Beginn hier schauen müssen, dass auch der Rangniedrige den Rest der Wohnung erkunden MUSS. PS: meine TÄ konnte sich auch nicht erklären, wieso die 2. Wunde übersehen wurde. Allerdings habe ich ihr gesagt, dass der Kampf lediglich 2 Sekunden dauerte. Und nie im Leben hätte ich es geglaubt, dass ein Kaninchen in der Zeit derart zugerichtet wird. Es ist aber auch möglich, dass die Wunde erst später aufging. Vermutlich wurde sie durch eine Kralle verursacht, die sich quer über den Bauch hinzog.
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| Stichworte |
| aggression, jagen, kampf, pubertät, streit |
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