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Fliegenmaden: Es gibt Hoffnung!Liebe Mit-Nagersüchtige, diese Geschichte soll allen Mut machen, deren Kaninchen von Fliegenmaden befallen wurden. Egal wo man hinschaut, überall steht, dass es für Kaninchen, bei denen die Maden bis in die Bauchhöhle vorgedrungen sind, eigentlich keine Rettung gibt. Dies hier ist die Geschichte von Wupp, meinem braunen Löwenkopf-Böckchen, der sich heute wieder bester Gesundheit erfreut und mit Hilfe von ganz viel Hingebung und Liebe diese schreckliche Sache „gewuppt“ hat. Wie so oft hat auch Wupp erst Anzeichen gezeigt, als das Ganze schon sehr weit fortgeschritten war. Abgelenkt von zu viel Arbeit und Alltag, habe ich viel zu spät etwas gemerkt. Wupp ist 6 Jahre alt und lebte als Chef einer vierköpfigen Truppe ganzjährig draußen im Garten. Er war immer etwas „stattlich“, um nicht zu sagen moppelig, obwohl er nichts anderes zu fressen bekommt als die anderen, nämlich nur Frischfutter und Heu, ab und zu Erbsenflocken als Leckerbissen. Die anderen sind „normalgewichtig“. Als er eines Morgens in der letzten dunklen Ecke des Stalls saß und sich durch gar nichts mehr locken ließ, war klar, dass etwas nicht stimmt. Leider passiert so etwas immer Sonn- und feiertags und meine Haustierärztin, Frau Lehmann (Tierarzt am Blankeneser Bahnhof) war sonntags natürlich nicht verfügbar. Bei Smartvet kam dann die unschöne Wahrheit zutage: Die Maden waren bereits ziemlich groß und tief vorgedrungen. Bevor jemand auf die Idee kommt, mir Vorwürfe zu machen: Es gibt keinen dieser Vorwürfe, den ich mir nicht schon selbst mehrfach und in potenzierter Form gemacht hätte. Manchmal kommen im Leben einfach Dinge dazwischen… Smartvet riet mir gut zu überlegen, ob ich ihn nicht einschläfern lassen wolle. Fressen wollte er nicht mehr, die Verdauung war zum Erliegen gekommen und er war insgesamt in keiner guten Form. Aber Einschläfern ohne zuvor mit derTierärztin meines Vertrauens gesprochen zu haben, kam für mich nicht in Frage. Also bekam er ein Antiparasitikum gespritzt, Schmerzmittel, Emeprid (um den Darmtransit zu fördern), Dimeticon und eine Capstar-Tablette und kam mit nach Hause, wo ich ihn den Rest des Tages und in der Nacht päppelte und versuchte, mit Massagen seine Verdauung zu unterstützen. Zudem, und das ist ein sehr guter Tipp, haben wir es geschafft, mit Hilfe von warmen Sitzbädern die Maden zu entfernen. Immer wieder haben wir ihn in warmes Wasser gesetzt und konnten dann die Maden aus dem Wasser fischen! Ein Tipp, den ich übrigens nicht von Smartvet bekam, sondern im Internet gefunden habe. BITTTE VERBREITEN!!! Am nächsten Tag ging ich dann gleich morgens ohne große Hoffnung zu meiner Tierärztin und war froh und erleichtert zu sehen, dass auch sie nicht aufgeben wollte, auch wenn die Wunde, die da klaffte garstig war: Zwei tiefe Kanäle, die sich aus einem Loch in der Bauchdecke in das Kaninchen bohrten. Was dann begann, war eine fünfwöchige Reise, die dem Kaninchen und mir einiges abverlangt hat. - Säuberung der Wunde unter der Dusche (Brause und Massagestrahl) 5x täglich (anfangs auch nachts), später 2x täglich - Reinigung der Wunde mit Kompressen und Wattestäbchen um Eiter und nekrotisches Gewebe zu entfernen 5x täglich (auch nachts) - Salben, salben, salben (Nekrolyt und Vulnoplant abwechselnd) - Anfangs päppeln und Bauchmassagen (auch nachts), um die Verdauung wieder in den Griff zu bekommen, was schließlich auch gelang - Verabreichung von Schmerzmittel (Melosus) 1x täglich - Verabreichung eines Antibiotikums 1x täglich, nur anfangs Mit einem Kaninchen zu duschen ist eine interessante Erfahrung. Zumal ich die meiste Zeit mit der Aufgabe alleine dastand und sowohl das Kaninchen halten als auch behandeln musste. Es kostet einige Überwindung, tatsächlich den harten Massagestrahl in diese offene Bauchwunde zu halten, aber es hat sich gezeigt, dass die einfache Brause bei weitem nicht genug Kraft hat, um in die tiefen Kanäle zu gelangen und den Eiter auszuspülen. Anfangs habe ich mich nicht getraut und schon war es der Eiter, der begann, das Kaninchen von innen zu zerfressen. Beherztheit ist die Devise und ich muss sagen, Wupp hat es nach einer Weile recht stoisch ertragen. Es ist ein Wahnsinn, wie zäh Kaninchen sind, das merke ich immer wieder. Zimperlichkeit hilft auch nicht, wenn man nach dem Duschen die Wunde mit einem von einer Kompresse umwickelten Wattestäbchen reinigen soll. Es kostet einige Überwindung, immer wieder tief in den Kaninchenbauch zu bohren und ziemlich robust darin herumzureiben, um verbliebenen Eiter und nekrotisches Gewebe zu entfernen. Aber es muss sein. Wenn es blutet, umso besser. Dann hat man es mit lebender Substanz zu tun. Auch das hat Wupp die meiste Zeit recht gefasst über sich ergehen lassen. Er saß sowohl in der Dusche als auch vor der Dusche auf meinem Schoß, rücklings gegen meinen Bauch gepresst, mit links habe ich ihn unter den Vorderpfoten festgehalten, mit rechts habe ich ihn verarztet. Natürlich fand er es nicht immer toll und hat versucht sich zu befreien, was mich in einen erbärmlichen Zustand absoluter Zerkratztheit versetzt hat, aber ich fand das fair im Vergleich zu dem, was ich da mit ihm anstellte. Und nach einer Weile hat er sich zumindest unter der Dusche auch ganz gut im warmen Wasser entspannt… Nach jeder Dusche bekam er Salbe in die Öffnung, zum Teil sogar eine „Salben-Bombe“ gesetzt, d.h. einen dicken Klecks Nekrolyt-Salbe in eine Kompresse gewickelt in die Öffnung gestopft, damit die Salbe langsam verteilt wird und die Bewegungen des Kaninchens zur Reibung der Kompresse an der Innenwand der Öffnung führt und dieser „Peeling-Effekt“ zur Entfernung von Eiter und nekrotischem Gewebe beiträgt. Außerdem ist es von Vorteil, wenn die Wunde nur langsam aber sauber zuwächst. Das war der Weg zum Erfolg. Konsequent umgesetzt hat diese Bemühung dazu geführt, dass sich die Wunde langsam geschlossen hat. Was bleibt ist eine Narbe und ein fideles Kaninchen, das anderswo sicher eingeschläfert worden wäre… Wupp ist heute wieder komplett fit und hat hoffentlich noch viele Jahre vor sich. Ich kann all jenen, die bereit sind, keinen Aufwand und keine Mühen (sowie Kosten!) zu scheuen, nur Mut machen. Lasst euch nicht vom ersten Tierarzt, den ihr seht, zum Einschläfern überreden. Ihr könnt euer Kaninchen retten, ihr müsst nur alles geben und ihr dürft nicht zimperlich sein! Und all jene, die Anstrengungen, Zeit, Mühe und Kosten scheuen, sollten sich ohnehin überlegen, ob sie ein Tier halten sollten. Mir ist es wichtig zu betonen, dass in einem solchen Fall wirklich nur konsequentes Handeln zum Erfolg führt. Ich möchte nicht, dass der Eindruck entsteht, dass Madenbefall nicht so schlimm ist und dass man das schon irgendwie in den Griff bekommt. Nein! Wer nicht bereit ist, das volle Programm konsequent durchzuziehen, verlängert nur das Leid des Tieres. Dann ist es tatsächlich besser, es gleich einzuschläfern….
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| Hut ab von Deiner unermüdlichen Ausdauer und Nerven aus Stahl! Das liest sich nach einem absolutem Horrortrip an... Ich wäre rein psychisch leider niemals in der Lage dazu gewesen. Mich macht es schon fertig, wenn ich bloß eine Spritze geben muss (obwohl ich das schon oft machen musste). Aber nicht mal das kriege ich immer hin.
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| Hallo, krasse Geschichte & Respekt!!! Was genau hat die Maden letzten Endes gekillt, das Antiparasitikum? Wir wirkt das denn? Ich stelle es mir jetzt gerade so vor, dass es ein Giftstoff (für Wirbellose, also Maden) ist, der sich im Körper ausbreitet und das Fleisch "vergiftet", so dass die Maden sterben, wenn sie davon fressen (?). Aber wenn das so wäre, warum ist Madenbefall dann so kritisch? Grüße S.
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| Ich denke, dass es eine Mischung ist. Zum einen haben wir wohl viele Maden entfernen können durch die Sitzbäder, aber das Antiparasitikum hat sich auch geholfen. Kritisch ist, dass man ja nie weiß, wie tief die Maden schon vorgedrungen sind und was sie schon kaputtgefressen haben. Sind Organe betroffen? Und was passiert mit den abgestorbenen Maden, die im Kaninchenkörper verbleiben? Entstehen dort neue Infektionsherde? Vorsorge ist also unbedingt geboten und wenn es mal soweit kommt, sollte man so schnell reagieren wie nur möglich. Mir ging es nur darum darzustellen, dass man nicht unbedingt gleich aufgeben und einschläfern lassen muss. Wupp geht es jetzt körperlich wieder gut, aber jetzt haben wir ein soziales Problem. Die anderen drei akzeptieren ihn nicht mehr und verjagen ihn von allen Fressplätzen. Nun muss ich sehen, ob man die vier neu vergesellschaften kann (vielleicht an einem neutralen Ort) oder was ich mit dem armen Kerl jetzt mache... Bisher sind sie alle noch zusammen im Garten. Von einem Gehege kann man nicht sprechen, sie haben den ganzen großen Garten zur Verfügung inkl. Gebüsche und Baumbestand. Zeigt er sich auf der Wiese, gehen die drei anderen gleich auf ihn los und er zieht sich in eine Ecke zurück. Dort sitzt er oft den ganzen Tag, bis ich ihn mal schnappe und separat auf einen Wiesenplatz setze, wo er dann fressen kann... Das ist ziemlich traurig und einsam für ihn. Wenn jemand Erfahrung mit so einer Situation hat und mir Tipps geben kann, bin ich dankbar. ich schreibe auch noch einmal einen separaten Post dazu...
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| Stichworte |
| fliegenmaden, madenbefall, wundpflege |
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