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Im Notfall keine Hilfe erhalten – rechtliche Lage? auf Kaninchen Forum

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  • 1 Post By Angora-Angy
  • 2 Post By Kreusa

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Benutzerbild von MoquiMarble
Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 03.08.2016
Beiträge: 166
MoquiMarble befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 22.10.2018, 16:03

Im Notfall keine Hilfe erhalten – rechtliche Lage?


Ich habe mal eine Frage, die nicht wirklich in eine Kategorie passt, da es um eine Katze geht/ging. Aber es hätte ja auch ein Kaninchen sein können.

Also: Gestern gegen 8 Uhr haben wir eine angefahrene Katze auf der Straße gefunden, ins Auto mühselig gepackt und versucht, einen TA zu erreichen. Am Sonntag ist das leider nicht so einfach. Unser TA „ums Eck“ war unterwegs und wurde erst in einer Stunde zurück erwartet. Also nächsten TA in der Nähe versucht zu erreichen. Haben dann tatsächlich jemanden anrufen können, der auf seiner Homepage eine Notfallnummer angegeben hat und auch nur in ca. 7min mit dem Auto zu erreichen gewesen wäre.
Der TA meldete sich, gähnte durchs Telefon (klar, um 8 Uhr am Sonntag ist man noch nicht taufrisch) und fragte, was ich will. Habe dann kurz erklärt, dass wir hier eine angefahrene Katze haben, die sichtlich Schmerzen hat, aus Auge, Nase und Ohr blutet usw. Ihr glaubt jetzt nicht, was der Arsch (sorry, aber anders kann man den nicht bezeichnen) sagte. Kann es leider nicht ganz wortwörtlich mehr wiedergeben, aber ungefähr so: „Ach…, jetzt am Vormittag... Nein, rufen Sie bitte am Nachmittag nochmal an, falls es sich mit der Katze noch nicht erledigt haben sollte.“ Mir ist echt die Kinnlade heruntergefallen! Mir fehlen bis jetzt die Worte!

Haben dann noch 2 weitere TAs in der Nähe anrufen können. Der eine war nicht in der Praxis und wollte jetzt den Weg nicht bis dahin fahren, der andere hat uns einen Termin für 11.15 Uhr angeboten. Wir standen da, hilflos und völlig entsetzt über diese „hilfsbereiten“ und „tierlieben“ Tierärzte. Das Ende vom Lied war, wir haben 1h auf unseren TA im Ort gewartet und das Tier dahin gebracht.

Ich frage mich ehrlich gesagt, wie das rechtlich aussieht? Ein Humanmediziner, der die 1. Hilfe verweigert, hätte sauber Ärger bekommen. Aber wie sieht es mit Tierärzten aus? Habe heute die Tierärztekammer angerufen und denen den Fall geschildert. Die haben mir aber nur eine Emailadresse und Telefonnummer gegeben, da für unseren Bereich eine andere TÄ-Kammer zuständig ist. Und diese kann man nur Mittwoch telefonisch erreichen.
Ich bin so sauer auf diese Tierärzte!!! Warum wird so jemand Tierarzt und hilft dann nicht? Wer trägt die Kosten? Unser TA meinte, wir hätten das Tier ins Tierheim bringen können (aber auch die erreicht man kaum am Sonntag in der Früh). Dort sind Tierärzte da und diese Ärzte könnten dann wohl von der Gemeinde das Geld für ihre Tätigkeit bekommen. Unser TA bleibt (angeblich) auf seinen Kosten sitzen. Mein Mann meinte dann, dann soll er eben uns die Rechnung schicken. Daraufhin kam jetzt keine wirkliche Reaktion. Wir wissen also nicht, ob er tatsächlich uns die Einschläferung in Rechnung stellen wird. Weiß jemand wie das so generell geregelt ist? Man findet ein verletztes Tier, will helfen und bekommt möglicherweise dann die Rechnung? Wenn das so wäre, wer möchte denn da noch helfen? Wir werden natürlich immer helfen, wenn ein Lebewesen in Not ist. Aber ganz fair ist das dann doch nicht, wenn man die Kosten dafür tragen müsste.



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Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 25.02.2018
Beiträge: 882
Daggi befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 22.10.2018, 17:23

Du hast Recht, dass ist ziemlich übel wenn ein Tietarzt seine Hilfe regelrecht verweigert!
Da wäre ich auch fassungslos und sauer.
Wie es rechtlich aussieht, weiß ich leider nicht.
Wenn ich mal in solch eine Situation kommen sollte, würde ich zu unserem
Tierheim fahren, die haben eine angeschlossene Tierklinik und sind 24 Std. erreichbar!




Benutzerbild von Lara004
Kaninchen
 
Registriert seit: 08.03.2012
Beiträge: 4.305
Lara004 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 22.10.2018, 22:38

Wenn der Besitzer nicht mehr ausfindig gemacht wird, dann bleibt man in der Tat auf den Kosten sitzen als Tierarzt. Ebenso bei der Behandlung von kranken, verletzten oder verwaisten Wildtieren.
Und oft sind es nicht nur die Kosten an sich, oft hat man dann eben auch das Tier gleich noch dazu. Die Tiere wollen über Tage, Wochen, Monate versorgt werden und brauchen dann einen Endplatz, eine pflegestelle oder müssen ausgewildert werden. Oder man muss sich bemühen den rechtmäßigen Besitzer zu finden.
(Bei uns sind circa 70 (Brief)tauben und zwei Katzen in der Praxis hängen geblieben). Und das ist nur ein Bruchteil der gebrachten Tiere.

Die Finder dieser Tiere dürfen bei uns gerne in die Wildtierkasse spenden, aus der ein teil der Kosten gedeckt werden kann. Es ist bei weitem nur ein Bruchteil.
Einige „feste“ pflegestellen übernehmen auch auf eigene Kosten die benötigten Medikamente. Das ist schon wirklich hilfreich.




Benutzerbild von MoquiMarble
Zwergkaninchen
 
Registriert seit: 03.08.2016
Beiträge: 166
MoquiMarble befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 29.10.2018, 21:20

Kurzes update: Aber erstmal vielen Dank für eure Antworten.
Habe am Freitag tatsächlich eine Rechnung vom TA erhalten. Rund 80 Euro sollen wir nun dafür bezahlen, dass wir geholfen haben. Ca. 40 Euro fürs Einschläfern und etwa 40 Euro für die Beseitigung. Das ist echt heftig!!! Ich habe sofort unsere Gemeinde angerufen. Der Mitarbeiter dort meinte, ich sollte mal versuchen, die Rechnung einzureichen. Vielleicht (versprechen könne er es mir nicht) übernimmt die Kommune die Rechnung. Er wird aber auch unseren TA ansprechen, dass er in solchen Fall das Tierheim hätte selber verständigen können/müssen, um die Kostenfrage zu klären. Da das Vorgehen wohl kaum bekannt ist (dass man das Tierheim verständigen soll) wird der Gemeindemitarbeiter das in der Gemeinde zur Sprache bringen, damit wir Einwohner mal darüber informiert werden. Es kann ja nicht sein, dass die Gemeinde was beschließt und kein Schwein weiß Bescheid! Bin nun gespannt, ob die Rechnung übernommen wird. Den TA habe ich natürlich informiert, dass die Rechnung zur Gemeinde geht und es mal bis zu 3 Wochen dauern kann. Nicht das mir noch eine Mahnung ins Haus flattert. Will ja nicht unseren TA verärgern.

@Daggi: Hätte unser Tierheim eine angeschlossene Tierklinik, hätte ich es vielleicht auch so gemacht. Aber das nächste Tierheim liegt in ca. 15-20km Entfernung, hat keine Tierklinik und der Katze ging es echt dreckig. Damit „herumzufahren“ wäre für das arme Tier zusätzlicher Stress und wahrscheinlich auch Schmerz gewesen.

@Lara004: Das mit der Wildtierkasse finde ich echt super. Klar, dass das niemals die Kosten decken wird. Hätte unser TA so eine Kasse, hätten wir selbstverständlich da einen 10er oder mehr reingesteckt. Aber sicherlich nicht die jetzt geforderten 80 Euro.




Kaninchenfreund
 
Registriert seit: 25.02.2018
Beiträge: 882
Daggi befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 29.10.2018, 21:27

Um dem Tier zu helfen, hätte ich auch den erstbesten Tierarzt aufgesucht.
Das unser Tierheim eine angeschlossene Klinik hat, ist natürlich nicht die Regel.

Ich hoffe es klappt bei euch mit der Kostenübernahme der Gemeinde .




Kaninchen
 
Registriert seit: 17.12.2012
Beiträge: 7.295
Angora-Angy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 30.10.2018, 09:11

Es gibt einen tierärztlichen Notdienst, dieser ist über die Leitstelle unter der 112 zu erfragen. Und der hat zu agieren, egal was die Uhr zeigt. Ob man gegen einen TA wegen unterlassener Hilfeleistung Strafantrag stellen kann, weiß ich jetzt nicht.



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Benutzerbild von knuffelchen
Kaninchen
 
Registriert seit: 26.10.2012
Beiträge: 3.566
knuffelchen befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 30.10.2018, 14:32

In unserer Tageszeitung kommt unter "Notdienste" auch immer die Nummer der Unterländer Tierrettung. Erkundigt euch doch mal, ob es so etwas für eure Stadt oder Landkreis auch gibt.



__________________



Gesperrt
 
Registriert seit: 03.07.2015
Beiträge: 5.334
Terry ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Geschrieben am 30.10.2018, 16:26

Zitat:
Zitat von Angora-Angy Beitrag anzeigen
Es gibt einen tierärztlichen Notdienst, dieser ist über die Leitstelle unter der 112 zu erfragen.
Ich wage leise zu bezweifeln, dass die bundeseinheitliche Notrufnummer für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste dafür genutzt werden darf.

Zumindest in Hamburg hättest Du dann ein Verfahren wegen „Missbrauchs von Notrufeinrichtungen“ am Hals.




Kaninchen
 
Registriert seit: 17.12.2012
Beiträge: 7.295
Angora-Angy befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 30.10.2018, 19:51

Die Leitstelle hilft bei Notfällen und koordiniert die Notdienste. ALLE Notfälle und ALLE Notdienste. Auch tierärztliche. Sie schicken dann keinen RTW, aber sie nennen den diensthabenden Nottierarzt.




Benutzerbild von Kreusa
Kaninchen
 
Registriert seit: 29.08.2010
Beiträge: 5.830
Kreusa befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Geschrieben am 30.10.2018, 20:37

Zitat:
Zitat von Terry Beitrag anzeigen
Ich wage leise zu bezweifeln, dass die bundeseinheitliche Notrufnummer für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste dafür genutzt werden darf.

Zumindest in Hamburg hättest Du dann ein Verfahren wegen „Missbrauchs von Notrufeinrichtungen“ am Hals.

Ich halte das schon für sinnvoll und logisch. Ich meine... man stelle sich vor statt einer verletzten Katze findet man einen verletzten großen Hund, den man selbst vielleicht weder tragen/versorgen, noch sich gefahrlos nähern kann. Da wäre Polizei/Feuerwehr schon die erste Notfallnummer, die mir einfallen würde. Und die Telefonnummer des örtlichen Tierheims/Tiernotdienstes o.Ä. haben sicher wenige Leute (gerade die die selbst keine Haustiere haben) mal eben parat.



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__________________
It takes very special qualities to devote one's life to problems with no attainable solutions and to poking around in dead people's garbage: Words like 'masochistic', 'nosy,' and 'completely batty' spring to mind.

Paul Bahn. 1989. Bluff Your Way in Archaeology.

Introverted iNtuitive Thinking Judging


 
 
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